Author:
Patttiii86
ID:
97915
Filename:
Kultursensible Pflege
Updated:
2011-08-22 08:58:20
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Kultursensible Pflege
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Kultursensible Pflege
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Kultursensible Pflege

  1. Klären sie folgende Begriffe: Migration, Emigration, Immigration, Migrationshintergrund.
    • Migration: Zu- oder Abwanderung in ein anderes Land.
    • Emigration: Auswanderung in ein anderes Land.
    • Immigration: Einwanderung in ein anderes Land.
    • Migrationshintergrund: Personen mit Migrationshintergrund sind seit 1949 zugewanderte Personen, in Deutschland geborene Ausländer und Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit, bei denen mindestens ein Elternteil zugewandert ist oder eine ausländische Staatsangehörigkeit hat.
  2. Geben sie Beispiele für Personen mit Migrationshintergrund, die zugewandert sind und eigene Migrationserfahrung haben und für Personen, die nicht zugewandert sind, aber ebenfalls Migrationshintergrund haben.
    • a)
    • Gastarbeiter, Studenten und Asylsuchende, die nach Deutschland eingewandert sind. Dabei ist egal ob sie später die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen haben oder nicht.
    • Ein weiteres Beispiel sind ausländische Ehepartner von Deutschen, die nach Deutschland gezogen sind.
    • Und auch im Ausland geborene Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit, die nach Deutschland zugezogen sind, wie zum Beispiel Spätaussiedler.

    • b)
    • Kinder von Eltern mit ausländischer Staatsangehörigkeit.
    • Kinder, die ein Elternteil mit ausländischer Staatsangehörigkeit haben.
    • Kinder, die ein Elternteil haben, dass nach Deutschland zugewandert ist, wobei die Staatsangehörigkeit egal ist.
  3. Beschreiben sie die soziale Situation ausländischer Mitmenschen (insbesondere der „frühen Migranten“) in unserer Gesellschaft.
    • Migranten aus nicht EU-Staaten haben eine geringe soziale Sicherheit und einen schlechten Rechtsstatus.
    • Vor 1990 wurde bei Arbeitslosigkeit die Aufenthaltsgenehmigung nicht verlängert und bei einem Antrag auf Sozialhilfe drohte die Ausweisung. Bei einer Rückkehr hatten sie jedoch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.
    • Dies führte bei vielen Migranten zu einer starken Abhängigkeit gegenüber ihrem Arbeitgeber.
    • Durch die Neuregelung des Ausländergesetzes 1990 erhalten Migranten nach 5 Jahren rechtmäßigen Aufenthalts eine unbeschränkte Aufenthaltsberechtigung, jedoch droht bereits bei relativ geringen Verstößen gegen die „öffentliche Sicherheit und Ordnung“ die Ausweisung.
    • Des weiteren ist ihnen eine politische Beteiligung nicht möglich, da ausländische Mitbürger kein Wahlrecht besitzen.
    • Migranten stammten in den frühen Jahren meistens aus ländlichen Gebieten und verfügten nur über eine geringe Bildung. Somit war die Auseinandersetzung mit völlig anderen Wertvorstellungen und Normen und einer anderen Sprache für die frühen Migranten sehr schwierig was zu einem Festhalten an alten Werten und Verhaltensmustern führte. Dies erschwerte eine Integration, wodurch sich Subkulturen bildeten. Die sozialen Kontakte beschränken sich dadurch hauptsächlich auf die eigenen Kinder, Geschwister und andere Verwandte, sowie Landsleute. Kontakte zu Deutschen gibt es außerhalb der Arbeit nur selten.
    • Außerdem ist der Gesundheitszustand von alten Migranten oft relativ schlecht, aufgrund von schlechten Arbeitsbedingungen, sowie kulturell und sprachlich bedingten Problemen mit dem deutschen Gesundheitssystem.
    • Alte Migranten sind somit von einer Kumulation von Benachteiligungen bedroht:
    • Relativ geringe Renten
    • Häufig angewiesen auf Sozialhilfe und Wohngeld
    • Relativ schlechter Gesundheitszustand
    • Ungünstige Wohnbedingungen
    • Schwierige Aufenthaltsrechtssituation
    • Mangelnde Sprachkenntnisse
  4. Durch welche Faktoren wird die Inanspruchnahme pflegerischer Hilfe bei Menschen mit Migrationshintergrund erschwert?
    Dies liegt zum einen an der Sprachbarriere, aber auch an kulturellen Unterschieden. So werden psychische Probleme häufig als körperliche Beschwerden empfunden und auch so vermittelt und Schmerzen werden oft am ganzen Körper verspürt. Dies führt, zusammen mit den kurzen Untersuchungszeiten bei deutschen Ärzten, zu Fehlinterpretationen und -diagnosen. Auch werden Vorsorge- und Reha-Maßnahmen sowie Kuren wesentlich seltener in Anspruch genommen aufgrund fehlender Berücksichtigung kultureller Eigenarten wie Essgewohnheiten, Hygiene, Sitte und Tradition durch deutsches Pflegepersonal und Ärzte. Dies gilt auch für Einrichtungen der Altenpflege. Des weiteren gibt es einen hohen Stellenwert der familiären Pflege.
  5. Was bedeutet kultursensible Pflege?
    • Bei kultursensibler Pflege geht es darum Pflegemaßnahmen mit Verständnis für und Achtung vor dem kulturellen Hintergrund der zu pflegenden Person durchzuführen. Kulturspezifischen Einstellungen, Normen, Werten, Gewohnheiten und Ritualen ist Sensibilität und Aufmerksamkeit entgegenzubringen und der zu pflegenden Person sollen nicht eigene Regeln und Vorstellungen übergestülpt werden.
    • Dies betrifft:
    • Höflichkeitsregeln
    • Tabus
    • Schmerzäußerungen
    • Essgewohnheiten
    • Hygienevorstellungen
    • Schamgrenzen
    • religiöse
    • Vorschriften
    • Umgang mit
    • Tod und Sterben