Allg Psych 1

Card Set Information

Author:
jacksolov
ID:
100048
Filename:
Allg Psych 1
Updated:
2011-09-06 10:24:44
Tags:
Allg Psych
Folders:

Description:
Wahrnehmungspsychologie
Show Answers:

Home > Flashcards > Print Preview

The flashcards below were created by user jacksolov on FreezingBlue Flashcards. What would you like to do?


  1. Warnehmungspsychologie
    - Allgemeine Psychologie ist Grundlage und Bindeglied zwischen den Disziplinen

    -Betrachtung des Verhaltens und Erlebens, aber auch unterstützung für den Menschen
  2. Stellung der Wahrnehmungspsychologie
    - Die Gesamte Psychologie ist von Erkenntnis über Wahrnehmung "getrieben"

    -Wahrnehmungsexperimente dienen zum Be/Wiederlegen von Theorien
  3. "Innerpsychologische Begründung"
    • • Wahrnehmungen sind experimentell leicht auslösbar.
    • • Über Wahrnehmung kann man sich inter-individuell leicht verständigen
    • .• Kybernetische, technische, mathematische Möglichkeiten Objekte und Reize quantitativ zu beschreiben
    • .• Exzellentes Wissen über die physiologischen Grundlagen der Sinnesorgane vorhanden.
  4. „Außerpsychologische“ Begründung
    • • Fundamentale Bedeutung der Wahrnehmung für den gesamten menschlichen Erkenntnisprozess.
    • • Bindeglied zwischen sinnlichen Eindrücken und dem Denken.
    • – Voraussetzung für Wahrnehmung sei angeboren/unveränderlich (Nativismus)
    • – Erfahrung ist Erkenntnisquelle und nichts ist im Geist, was nicht zuvor in den Sinnen war (Empirismus).
    • – Angeborenes kann erlerntes Verhalten auf Umwelt sein. (Darwins Evolutionstheorie)
    • ➔ Natur des Menschen ist selbst Ergebnis der Anpassung.
  5. Anwendung von Erkenntnissen aus der Wahrnehmungspsychologie
    • • Multimedia / Massenmedien
    • • Werbung / Marketing
    • • Architektur
    • • Bildschirmgestaltung
  6. Die Wahrnehmung
    • Wahrnehmung ist ein komplexer Vorgang der sinnlichen Repräsentation gegenwärtiger Sachverhalte (inIhrer Gesamtheit der Eigenschaften). Vom Subjekt aus der Umwelt hervorgehobene Sachverhalte,werden als Gegenstand der Erkenntnis mit eingeschlossen.
    • – komplexe Erfahrung, bedeutungsvolle Reize → besitzen Informationsgehalt.
    • – Rezeptoren sind nicht von Gehirnfunktion trennbar.
  7. Sensorische Elementarqualität (Empfindung)
    • – Elementar, nicht gegenständlich, aufgrund einfacher Reize (Zum Beispiel: kalt, spröde, geblendet, schriller Ton.).
    • – Unmittelbarer Effekte des Reizes (beinhaltet die Aktivität des Sinnesorgans selbst) .
    • – Ist kein bzw. nicht nur Baustein der Wahrnehmung.
    • – Empfindung ist die Frühform
    • (und Voraussetzung) der Wahrnehmung.

    • Sinne:
    • Entfernungssinne: Sehen, Hören.– Hautsinne: Tasten, Wärme/Kälte/Schmerz sowie chemische Sinne :
    • Geschmack und Geruch.
    • – Tiefensinne: Kinästhesie/Bewegungsempfindung, Gleichgewichtssinn, „Sinne der inneren Organe“.
    • – Alle Sinne werden durch physikalische Energie und Reizung leicht in physiologische Aktivität versetzt.
    • – Sensorische Psychophysik und analytische Introspektion dienen u.a. dazu, die Unterschiedlichkeit zwischen denphysikalischen Reize herauszufinden.

    • Auffassung der Assoziationspsychologen (u.a. Herbart, Müller):
    • – Suchten Erklärungsprinzipien der psychischen Vorgänge.
    • – Atomistische Herangehensweise (nur Betrachtung einzelner Aspekte).
    • – Psychische Vorgänge sind summative/additive Verbindungen von einzelnen Elementen.
    • ➔ Diese gehen unverändert in die Wahrnehmung ein.– Ganzheit hat keine zusätzlichen Eigenschaften, als seine Einzelteile.
    • – Jeder Reiz kann eindeutig und umkehrbar einer Empfindung zugeordnet werden (siehe Köhler).
    • – Einzelempfindungen lassen sich beliebig assoziieren/vereinigen (Zeitliche und räumliche Nähe sind notwendig)
  8. Kritik der Gestaltpsychologen
    • – Nicht-Summativität von „Gestalten“ (das Ganze ist mehr, als die Summe seiner Teile).
    • – Transponierbarkeit/Übertragbarkeit von Gestalten/Ganzheiten (Siehe Musik-Experiment von Ehrenfels: Musikstück trotz Tonvariation wiedererkennbar.).
    • Nach Ebbinghaus:
    • – Seelenleben ist eine Einheit, keine Summe.
    • – Sensorische Empfindungen müssen bekannt sein, bevor man komplexe Strukturen betrachtet.
    • – Kenntnis über Sachverhalte ist für Verständnis notwendig
  9. Abgrenzung
    • – Sinnliche Elementarqualitäten treffen Aussage über Umwelt.
    • – Wahrnehmung führt zur Integration von Informationen.
    • • Beziehung zwischen Einzelteilen werden erkannt.
    • • Wahrnehmung ist mehr als Gebrauch der Sinne.
    • • Wahrnehmung ist Einheit aus „Sinnlichem“ und Sinn.
    • – Bei der Wahrnehmung werden Informationen verglichen und modifiziert.
  10. Begriff der Wahrnehmung
    • 1. Bestandteil eines einheitlich kognitiven Vorgangs (verarbeiten, ordnen).
    • – Erkenntnis schaffender Prozess und informationsverarbeitender Prozess.

    2. Aktiver (selbstbestimmter) Vorgang der Informationssuche, -analyse, -auswahl und -interpretation.

    • 3. Voraussetzung für zielgerichtetes Handeln (Wahrnehmung ↔ Handeln).
    • • Gesellschaftliche Prägung beeinflusst Wahrnehmung.

    • 4. Gebunden an eine ausreichende Entwicklung des Bewegungsapparates.
    • • Größenkonstanz entwickelt sich erst durch „begreifen“ bzw. anfassen von Gegenständen.

    • 5. Gebunden an die historische Tätigkeit des Menschen.
    • • Durch Sprachentwicklung entwickelte sich die Feinheit des Gehörs.
    • • Aus Entwicklung komplexer, feiner Musikinstrumente folgte Verbesserung des Gehörs.

    • 6. Unterliegt verschiedenen Gesetzmäßigkeiten:
    • a) Biologische Gesetzmäßigkeiten / Erbanlagen (z.B. Fortbewegungsapparat).
    • b) Tätigkeiten innerhalb derer sich bestimmte Gesetzmäßigkeiten entwickeln (z.B. räumliche Darstellung)
    • c) Gesellschaftlich erzeugte zivilisatorische Welt (z.B. Kultur, gesellschaftliche Regeln).
    • d) System des gesellschaftlich übernommenen Wissens.

    • 7. Integration polymodaler (Im Sinne von „aus verschiedenen/allen Sinnesbereichen“.) Informationen zu einem relativ Reiz-invarianten Objektabbild (=Perzept)
    • – Müller-Lyer-Täuschung: Unterschiedliche Wahrnehmung identischer Längen.
    • – Ames'sche Raum: Verzerrung des Raumes führt zu unterschiedlicher Größenwahrnehmung.
  11. Prozesse der Wahrnehmung
    • – Aktiver aber auch passiver Prozess.
    • – Kurze Wahrnehmungseinheit (einzeln) oder lange Folge von Wahrnehmungen (kontinuierlich).
    • – Afferente (Fremdaufnahme von Reizen) und re-afferente (Rückmeldung von Erfolg eines Reizes
    • ( Beispiel. Bewusste Kontrolle/Beobachtung führt zum Feststellen eines Aussprache-Fehlers.) /Wahrnehmung
  12. Veranschaulichung
  13. Perzept der Wahrnehmung
    • – Erkennen von Symbolen (Schrift).
    • – Objektspezifische Bezugssysteme bei der Wahrnehmung von Objekten ( Beispiel : DIN A4 Blatt als solches wahrnehmen, selbst wenn es im Format leicht abweicht.)
    • – Persona-Phänomen (nach Gottschaldt) : Verzerrung des tatsächlichen Bildes in Richtung eines gewünschtenAbbildes (z.B. Idealbild im Spiegel).
  14. Teilprozesse des Wahrnehmens / Analyse-durch-Synthese Theorie
    A) Aufnahme und Verarbeitung von Informationen

    • 1. Vorverarbeitung der Erregungsmuster
    • – Beseitigung grober Störungen/Verzerrungen (Glättung), Verdichtung der Reize (unbewusst).(Durch Ganglien-Zellen-Verbände)
    • – Kontrast-Verstärkung (Unterschiede werden verstärkt).
    • – Rasterverfeinerung (durch Mikrobewegungen z.B. der Augäpfel).
    • – Wiedererkennung einfacher geometrischer Formen.
    • 2. Kodierung
    • – Kinästhetische Kodierung (Bewegung)
    • .– Konzeptuelle Kodierung (abstrakt/begrifflich): Abstraktion einer unabhängigen Bedeutung von einerErscheinung (Eigenschaftskodierung).
    • – Perzeptuelle Kodierung (anschaulich/bildhaft): Sinnliche Informationen werden nach physikalischenEigenschaften zusammengefasst (Objektkodierung).
    • – Zuordnung adäquater Reize zur jeweiligen sensorischen Elementarqualität.

    • 3. (Kurzfristiges) Behalten
    • – Erhalt von Informationen zur Weiterverarbeitung.
    • 4. Vorläufige Analyse und Integration (unbewusster Prozess zur Ordnung und Organisation)
    • • Relevanz(-ausnutzung): Ausfiltern der weniger wichtigen Informationen.
    • • Assoziationsprozess: Verknüpfung von Einzelerscheinungen.
    • • Gradientenerfassung/(Reihen-)Gesetzmäßigkeit: Abgleich mit LZG (Vorwissen).
    • a) Entdecken (von Informationen)
    • b) Unterscheiden (vorläufige Analyse)
    • c) Identifizieren (Wiedererkennung von bekannten Informationen)10
    • d) Integrieren: angeborenes Reaktions-/Organisationsprinzip. Reize werden zu Informationseinheiten.➔
    • Nach Punkt 4 entsteht Ist-Abbild.

    • 5. Synthese eines hypothetischen Gesamtabbildes
    • – Lang- und Kurzzeitgedächtnis liefern vorhandene Informationen (Erfahrungen, Erwartungen), die mitaktuellem Reiz ein hypothetisches Gesamtabbild schaffen➔
    • Durch Abgleich zwischen Ist-Abbild und Gesamtabbild entsteht ein Informationsüberfluss.

    • 6. Aktivierung/Abrufen von Gedächtnisbesitz.
    • – Aktivieren von Prototypen/Schemata und Einzelmerkmalen.
    • – Einordnen/Klassifizieren von hypothetischem Gesamtabbild mittels Erfahrung.
    • 7. Vergleich von tatsächlichem Ist-Abbild und hypothetischem Gesamtabbild.
    • – Übereinstimmung oder Nicht-Übereinstimmung.

    • 8. Abbruch der weiteren Informationsaufnahme.
    • - Wurde keine Übereinstimmung gefunden, geht die Suche weiter.

    • 9. Antwort auf den Reiz (z.B. zielgerichtete Handlung).
    • • Analyse Prozesse: 1 – 4
    • • Synthese Prozesse: 3, 5, 6
    • • Vergleichsprozesse: 3, 7, 8, 9 (Ist-Abbild ↔ Hypothetisches Gesamtabbild)

    • B) Energetische Prozesse (Aktivierungsprozesse)
    • 1. Allgemeiner Aktivierungsprozess (angeborene Orientierungsreaktion).
    • – Aktivierung des Organismus (Freisetzung von Energie im Körper) bei unbekannten Reizen.
    • – Tachitoskop: Älteres Gerät zum Darbieten sehr schneller/kurzer Reize (Schrift, Bild).
    • – Hypothesentheorie der Wahrnehmung: Im semantischen Kontext werden Worte aufgrundweniger Merkmale (Buchstaben) identifiziert/antizipiert.
  15. Wahrnehmungslernen
    – Es gibt Aspekte, die erlernt und welche, die angeboren sind.
  16. Erlernt (Empiristen)
    • – Deprivation (bei Tieren) führt zu Reizrückständen.
    • – Versuche mit der Umkehrbrille (Anpassung der Augen).
  17. Angeboren (Nativisten)
    • – Visuelle Klippe: Kleinkinder krabbeln nicht darüber.
    • – Entdeckung der Gambienzellen
    • → Angeborene Mustererkennung.
  18. Kritik an Gottschaldt (Nativismus)
    • ✗ Wahrnehmung integriert motorische Aspekte/Leistungen.
    • ✗ Prozesse der Verallgemeinerung/Abstraktion sind ebenfalls wichtig.
    • ✗ Auswertung von Reizclustern und nicht nur von Einzelreizen.
    • ➔ Differenziertes System sowohl mit angeborenen, als auch erlerntenWahrnehmungsleistungen auf mehreren Stufen.
    • – Tiefenwahrnehmung ist angeboren und erlernt (Eigenbewegung im Raum dafür notwendig).
    • – Unter Reiz-Deprivation ist Tiefenwahrnehmung nur bedingt möglich, kann wieder erlerntwerden.

    Katzen-Karussel: Eine Katze ist in Korb fixiert, andere kann laufen (in einem runden Käfig). Fixierte Katze hatWahrnehmungsnachteile, obwohl sie gleiche Sinneseindrücke bekam, wie bewegende Katze.
  19. Differenzierungskonzept
    – Alles notwendige zur Wahrnehmung ist angeboren, aber durch Lernprozesse wird die Wahrnehmungausdifferenziert.
  20. Bereicherungskonzept
    – Grundlage des Wahrnehmens ist angeboren, aber durch Lernprozesse findet Neuerwerbung statt (z.B. feinereUnterschiede im Hören oder Klassifizierungsleistung).
  21. Veranschaulichung
  22. Kontextabhängigkeit
    • – Der selbe Reiz wird abhängig vom Kontext unterschiedlich wahrgenommen.
    • a) Situationsabhängig: Neben dem Reiz wird auch die Umgebung wahrgenommen.
    • b) Erfahrungsabhängig: Erfahrung wirkt auf das Aktuelle ein (Bezugssystemeffekt (Beispiel: Dauerhafter Lärm führt zur Anpassung/Verschiebung der Wahrnehmung des „Normalniveaus“.) undWahrnehmungseinstellungseffekt(Beispiel: Monotone/dauerhafte Erfahrungen vermindern die Wahrnehmung von Reiz-/Situationsänderungen.)).
  23. Tiefenwahrnehmung
    • – 2-D Abbildung wird durch Erfahrung in 3-D umgewandelt (nach Ebbinghaus).
    • – 3-D ist auch ohne Erfahrung möglich, da Sinneseindrücke genug Informationen enthalten(James Gibson, Heute).
    • – Objekt-/Physikalischer Raum ↔ funktionaler Raum (durch Handeln).– Bsp.:Dreht sich eine Person im Raum, ändert sich der funktionale Raum, aber nicht der physikalische.
    • ➔ Funktionale Struktur des Wahrnehmungsraumes ist nicht vollständig „euklidisch“ (Nichteuklidizität (Längen und Winkel werden nicht „physikalisch korrekt“ wahrgenommen.)).
    • – Bsp.: "Verzerrung" von rechten Winkeln, Parallelen sind zusammenlaufend, usw.
    • – Bei Erwachsenen ausgeprägte Größenkonstanz in horizontaler, aber nicht im vertikalerRíchtung.
  24. Funktionaler Raum
    1. Konstellativ: Abhängig von der Stellung der handelnden Person, d.h. standort-/beobachtungszentriert.

    • 2. Inhomogen: Subjektive Gliederung des Raumes (Bsp.: etwas ist links/rechts von einer Person).3. Anisotrop: Nicht nach allen Richtungen treten gleiche physikalische Eigenschaften auf.
    • ➔ Horizontale Linien werden kürzer wahrgenommen als gleichlange vertikale (Horizontal-Vertikal-Täuschung)
    • → Auf die elipsenförmige Beschaffenheit unseres Sehfeldes zurückzuführen.

    • Mond-Täuschung: Mond knapp über Horizont → bis zu 50% größer wahrgenommen. Erklärungsversuche:
    • 1. Aufgrund der Schalenstruktur des Wahrnehmungsraumes.
    • 2. Entfernungen sind horizontal schneller zu überwinden als vertikal (biologischer Aspekt).
    • 3. Serielles System: Horizontaler Mond wird überschätzt, weil Tiefenkriterien überschätzt werden (Häuser, Bäume).Vertikaler Mond hat keine Tiefenkriterien, da keine Objekte gleichzeitig wahrgenommen werden.Resümee: Vermutlich Mischung aus allen drei Erklärungsversuchen zielführend.Blumenfeld-Hillebrand-Allee: Objektive Reize werden nicht adäquat wahrgenommen. Aufbau einer „Lichterallee“mit jeweils gleichem Abstand führt zu auseinander führender Allee.
  25. Polymodales Wahrnehmen
    • – Mehrere Sinne sind an der Wahrnehmung beteiligt.– Intermodale „Sprache“ zwischen Sinnen (gemeinsamer Code und Metrik).(Das komplexe Zusammenspiel der Sinne ist bisher nicht geklärt.)
    • – Visuelle Wahrnehmung leitet und beeinflusst akustische Wahrnehmung (z.B. Schallquellenwirken für uns von gesehenem Ursprung).
    • – Größere Objekte erscheinen uns schwerer; dunkle erscheinen schwerer als helle.
    • – Koppelung visueller mit kinästhetischer Wahrnehmung (Aubersches Phänomen).
    • – Bsp.: Neigen des Kopfes nach links, lässt Objekt nach rechts neigen.

What would you like to do?

Home > Flashcards > Print Preview