Grammatik

Card Set Information

Author:
piper
ID:
103282
Filename:
Grammatik
Updated:
2011-10-09 10:03:18
Tags:
Deutsche Grammatik
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Alles auf Deutsch
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  1. Unregelmässige Verben (Starke Verben) - Vokalwechsel von e nach i
    Bei einigen starken Verben wechselt der Stammlaut in der 2. und 3. Person Singular von " e " nach " i ".

    • Folgende Übersicht zeigt die Veränderungen:
    • h e l f e n
    • ich helf e
    • du hilf st
    • er / sie / es hilf t
    • wir helf en
    • ihr helf t
    • Sie / sie helf en

    Folgende Verben gehören zu dieser Gruppe:

    • -ab|nehmen; (du / er,sie,es nimmt...ab);
    • -aus|brechen;
    • -brechen;
    • -erschrecken;
    • -essen (du / er,sie,es isst);
    • -fressen (du / er,sie,es frisst);
    • -geben;
    • -gelten (er, sie, es gilt);
    • -helfen;
    • -messen (du / er,sie,es misst);
    • -nehmen (du nimmst; er,sie,es nimmt);
    • -quellen;
    • -schmelzen (er,sie,es schmilzt);
    • -sprechen;
    • -stechen;
    • -sterben;
    • -treffen;
    • -treten (du trittst, er,sie,es tritt);
    • -verderben;
    • -vergessen (du / er,sie,es vergisst);
    • -werfen;
    • -zu|nehmen;
  2. Unregelmässige Verben (Starke Verben) - Vokalwechsel von e nach ie
    Bei einigen starken Verben wechselt der Stammlaut in der 2. und 3. Person Singular von " e " nach " i e ".

    • Folgende Übersicht zeigt die Veränderungen:
    • s e h e n
    • ich seh e
    • du sieh st
    • er / sie / es sieh t
    • wir seh en
    • ihr seh t
    • Sie / sie seh en

    Folgende Verben gehören zu dieser Gruppe:

    • -befehlen;
    • -empfehlen;
    • -geschehen (nur 3. Person möglich !!!);
    • -lesen (du / er, sie, es liest);
    • -sehen;
    • -stehlen;
  3. Unregelmässige Verben (Starke Verben) - Vokalwechsel von a nach ä
    Bei einigen starken Verben wechselt der Stammlaut in der 2. und 3. Person Singular von " a " nach " ä ".

    Folgende Übersicht zeigt die Veränderungen:

    • f a h r e n
    • ich fahr e
    • du fähr st
    • er / sie / es fähr t
    • wir fahr en
    • ihr fahr t
    • Sie / sie fahr en

    Folgende Verben gehören zu dieser Gruppe:

    • -backen;
    • -blasen (du / er, sie, es bläst)
    • -fahren;
    • -fangen;
    • -graben;
    • -halten (du hältst / er, sie, es hält);
    • -laden (du lädst / er, sie, es lädt);
    • -lassen (du / er, sie, es lässt);
    • -schlafen;
    • -schlagen;
    • -tragen;
    • -wachsen;(du / er, sie, es wächst)
    • -waschen;
  4. Unregelmässige Verben (Starke Verben) - Vokalwechsel von au nach äu
    Bei einigen starken Verben wechselt der Stammlaut in der 2. und 3. Person Singular von " au " nach " äu ".

    Folgende Übersicht zeigt die Veränderungen:

    • l a u f e n
    • ich lauf e
    • du läuf st
    • er / sie / es läuf t
    • wir lauf en
    • ihr lauf t
    • Sie / sie lauf en

    • Folgende Verben gehören zu dieser Gruppe:
    • -laufen;
    • -saufen;
  5. Echte Reflexivpronomen - Akkusativ vs. Dativ
    Akkusativ: mich, dich, sich, uns, euch, sich

    Dativ: mir, dir, sich, uns, euch, sich

    Reflexivpronomen mit Dativ oder mit Akkusativ?

    Der Gebrauch der reflexiven Verben ist nicht immer einfach. Man muss zwischen echten - und unechten reflexiven Verben unterscheiden.

    Das Verb "waschen" hilft uns bei der Erklärung. Das Verb "waschen" verlangt eine Nominativ- und eine Akkusativ-Ergänzung.

    • Die Mutter wäscht ihren Sohn.
    • Der Vater wäscht sein Auto.

    Im genannten Beispiel wäscht eine Person (Subjekt = die Mutter / der Vater) eine Person oder Sache (Akkusativ = Sohn / Auto). Das Verb waschen kann aber auch reflexiv benutzt werden.Das geschieht, wenn sich das Reflexivpronomen auf das Subjekt bezieht. Das Subjekt (Mutter / Vater) wäscht dann keine andere Person oder Sache, sondern sich selbst.Das Reflexivpronomen nimmt nun die Stellung der Akkusativergänzung ein.

    Die Mutter wäscht sich jeden morgen.

    Wenn das Verb jedoch eine weitere Akkusativ-Ergänzung erhält,muss das Relativpronomen im Dativ stehen.

    • Du wäschst dir deine Hände.
    • Ich wäsche mir meine Hände.

    "Echte reflexive Verben" können nur reflexiv gebraucht werden.Die Akkusativ-Ergänzung kann also nicht mit einer anderen Person oder Sache (Ich wasche das Kind / das Auto) getauscht werden.

    Die wichtigsten echten reflexiven Verben im Akkusativ sind folgende:

    • - sich auf den Weg machen
    • - sich auf|regen über + Akk
    • - sich aus|kennen
    • - sich aus|ruhen
    • - sich bedanken für + Akk
    • - sich beeilen + Finalsatz
    • - sich beschwerenüber + AKK
    • - sich bewerben um + Akk
    • - sich bücken
    • - sich entschließen + Infinitivsatz
    • - sich entschuldigen für + Akk
    • - sich erholen
    • - sich erkälten
    • - sich erkundigen nach + Akk
    • - sich freuen auf / über + Akk
    • - sich fürchten vor + Dat
    • - sich interessieren für +Akk
    • - sich irren
    • - sich konzentrieren auf + Akk
    • - sich kümmern um + Akk
    • - sich schämen für + Akk
    • - sich sehnen nach + Dat
    • - sich um|sehen in + Dat
    • - sich verbeugen vor + Dat
    • - sich verirren
    • - sich weigern + Infinitiv
    • - sich wundern über + Akk

    Die wichtigsten echten reflexiven Verben im Dativ sind folgende:

    • - sich etwas denken
    • - sich Mühe geben + Infinitivsatz
    • - sich ... lassen
    • - sich Sorgen machen
    • - sich etwas merken
    • - sich vor|stellen + Infinitivsatz

    Echte reflexive Verben haben immer ein Reflexivpronomen. Man erkennt sie daran...

    - dass man das Reflexivpronomen nicht weglassen kann: Ich freue mich. (Falsch: Ich freue.)

    • - dass man nicht nach dem Reflexivpronomen fragen kann:
    • Er freut sich. (Falsch: Wen freust du?)

    - dass Reflexivpronomen kann nicht durch eine andere Person ersetzt werden: Er freut sich. (Falsch: Ich freue dich.)
  6. Unechte Reflexivpronomen
    Folgende Liste enthält einige unechte reflexive Verben. Sie können sowohl reflexiv als auch mit Akkusativ-Ergänzung benutzt werden, wie es in den zuvor gezeigten Beispielen nachzulesen ist.

    • - sich ab|trocknen
    • - sich an|strengen
    • - sich an|ziehen
    • - sich ändern
    • - sich ärgern über + Akk
    • - sich auf|regen
    • - sich bewegen
    • - sich duschen
    • - sich entschuldigen
    • - sich erinnern an + Akk
    • - sich fragen; ob...
    • - sich fürchten
    • - sich gewöhnen an + AKK
    • - sich kämmen
    • - sich nennen
    • - sich rasieren
    • - sich schminken
    • - sich setzen
    • - sich treffen
    • - sich um|drehen
    • - sich um|ziehen
    • - sich verletzen
    • - sich verteidigen
    • - sich vor|bereiten
    • - sich waschen
    • - sich wiegen

    Bei den folgenden echten und unechten reflexiven Verben kann das Reflexivpronomen bzw. die andere Person nur im Dativ stehen:

    • sich etwas abgewöhnen -
    • Ich gewöhne mir das Rauchen ab.

    • sich etwas angewöhen -
    • Rolf hat sich eine gewisse Faulheit angewöhnt.

    • sich etwas ansehen -
    • Wir sehen uns auch den Film an.

    • sich etwas anziehen -
    • Zieh dir sofort eine Jacke an!

    • sich etwas borgen -
    • Kannst du mir etwas Geld borgen?

    sich die Haare kämen - Kämm dir sofort die Haare!

    • sich etwas kaufen -
    • Papa, kauf mir sofort ein Eis!

    • sich etwas leihen -
    • Könntest du mir dein Auto leihen!

    • sich etwas leisten können -
    • Ich kann mir kein Auto leisten.

    • sich die Zähne putzen -
    • Ich will mir nicht die Zähne putzen!

    • sich etwas vorstellen -
    • Ich kann mir das nicht vorstellen

    • sich die Hände waschen -
    • Geh und wasch dir deine Hände!

    • sich etwas wünschen (zu) -
    • Was wünschst du dir zum Geburtstag?
  7. Die Vergagenheit - Zeitform/Tempus
    Die Vergangenheit besitzt zwei Zeitstufen. Das Perfekt und das Präteritum bildet eine Zeitstufe, das Plusquamperfekt die andere.

    Es ist wichtig zu verstehen, dass das Perfekt und das Präteritum zur gleichen Zeitstufe gehören. Der Unterschied liegt allein in ihrer Verwendung.
  8. Die Zukunft - Zeitform/Tempus
    Wie bereits gesehen, wird ein zukünftiges Geschehen mit dem Präsens in Verbindung mit einem Zeitwort gebildet, das einen Hinweis auf ein zukünftiges Ereignis gibt.

    Zeitwörter sind zum Beispiel gleich: in 5 Minuten, in einer Stunde, heute Abend, morgen, übermorgen, in drei Tagen, am kommenden Wochenende, nächste Woche, etc. ...

    Das Futur I und II erfüllen andere Aufgaben.
  9. Das Partizip II
    Das Partizip II, auch " Mittelwort " genannt, benutzt man für die Bildung folgender Zeitformen:

    • Perfekt -
    • Gestern haben wir einen Deutschtest geschrieben.

    • Passiv -
    • Das Auto wird erst morgen Nachmittag repariert.

    • Plusquamperfekt -
    • Die Schüler hatten ihre Hausaufgaben bereits gemacht.

    Das Partizip II kann aber auch als Adjektiv benutzt werden:

    • Verb + Partizip II als Adjektiv -
    • Das Geschäft bleibt heute wegen Krankheit geschlossen.

    • Oder als Adjektiv und Nomen Partizip II als Adjektiv + Nomen -
    • Der abgetrennte Finger konnte wieder angenäht werden.

    Das Partizip II. der regelmäßigen Verben

    Das Partizip II. der regelmäßigen Verben wird wie folgt gebildet:

    ge + Verbstamm + t

    • Ich habe mir ein neues Auto gekauft.
    • Früher hat sie mich noch innig geliebt.

    • Gelegentlich kommt es vor, dass der Verbstamm mit t; d; m oder n endet.
    • Beispiele sind die Verben: arbeiten, atmen, rechnen usw. Die Folge sind Ausspracheprobleme beim Bilden des Partizip II.Deshalb wird beim Partizip II. ein "e" zwischen Verbstamm und der Partizipendung "t" eingeschoben.

    ge + Verbstamm + et

    Er hat mir nicht geantwortet.

    Die Wäsche ist schon getrocknet.

    • Das Partizip II. der trennbaren Verben,
    • sofern sie nicht zu den unregelmäßigen Verben gehören, wird wie folgt gebildet:

    Präfix + ge + Verbstamm + t

    Warum hast du das Bild abgemacht?

    Hast du die CD eingelegt?

    • Das Partizip II. der Verben mit festen Präfixen, sofern sie nicht zu den
    • unregelmäßigen Verben gehören, wird stets ohne "ge" gebildet:

    Verbstamm + t

    Die Bombe hat das ganze Haus zerstört.

    Habt ihr in Amerika viel erlebt?

    Das Partizip II. der Verben, die mit "-ieren " enden, wird ebenfalls ohne "ge" gebildet:

    Verbstamm + t

    Mein Vater hat nur die Löwen fotografiert.

    Helmut hat auch in der Schweiz studiert.

    • Die Endung des Partizips II ist bei den
    • unregelmäßigen Verben" -en ". Zusätzlich findet häufig ein Vokalwechsel im Wortstamm statt. Daher sollte man die unregelmäßigen Verben mit dem dazugehörigen Partizip II besonders gut lernen.

    Beispiele:

    Mein Vater ist gegen das Tor gefahren.

    Wie viel Bier hast du gestern getrunken?

    Das Perfekt der Modalverben wird in der Praxis nur selten benutzt. In der Regel wird das Präteritum benutzt.

    Die Modalverben als Vollverb bilden das Perfekt wie folgt:

    haben + Partizip II

    Klaus hat in jeder Pause auf die Toilette gemusst.

    Das Perfekt der Modalverben mit einem zusätzlichen Vollverb wird wie folgt gebildet:

    haben + Infinitiv Vollverb + Infinitiv Modalverb

    Das hast du nicht machen dürfen.

    Alle Schüler haben die Rechenaufgaben lösen können.
  10. Das Perfekt
    Das Perfekt benutzt man überwiegend in der gesprochenen Sprache, also beim Sprechen. Das Perfekt braucht einen Gesprächspartner, dem man etwas aus der Vergangenheit berichten möchte. Der Gesprächspartner ist dem Sprecher vertraut und kommt in der Regel aus der Familie, dem Freundes- oder dem Bekanntenkreis.

    Beispiele:

    Gestern bin ich in Karlsruhe gewesen. Dort habe ich vor dem Schloss einen alten Schulfreund wiedergesehen.

    Das Perfekt besteht aus zwei Teilen, dem Hilfsverb "haben" oder "sein" und dem "Partizip II":

    haben / sein + Partizip II = Perfekt

    Das Perfekt mit dem Hilfsverb "haben" bilden:

    - alle Verben mit Akkusativ-Ergänzung:

    Er liebt mich noch heute. - Damals habe ich ihn auch geliebt.

    Thomas liest ein Buch. - Thomas hat ein Buch gelesen.

    • Hein gibt täglich sehr viel Geld aus. -
    • Hein hat täglich sehr viel Geld ausgegeben.

    - alle reflexive Verben:

    Er wäscht sich selten. Heute hat er sich auch noch nicht gewaschen.

    Du erkältest dich noch. Siehst du, du hast dich schon erkältet.

    Beeil dich! - Warum, du hast dich doch auch nicht beeilt.

    - alle Modalverben als Vollverb (ihr Gebrauch ist aber selten!!):

    • Der Schüler hat die Aufgabe nicht gekonnt. - Der Schüler hat es nicht
    • machen können.

    • So viele Hausaufgaben hast du nicht
    • machen müssen.

    - die meisten anderen Verben:

    Mein Nachbar hilft mir nicht. - Aber ich habe ihm immer geholfen.

    Gibst du mir ein Bonbon ab? - Ich habe dir gestern auch eins abgegeben.

    Heute regnet es zum Glück nicht. - Gestern hat es den ganzen Tag geregnet.

    Das Perfekt mit dem Hilfsverb "sein" bilden:

    - alle Verben der Ortsveränderung -

    Mein Kollege ist heute früher nach Hause gegangen.

    Gestern sind wir mit dem Fahrrad nach Ulm gefahren.

    - alle Verben der Zustandsänderung -

    Meine Frau ist in einem kleinen Dorf in Ulm aufgewachsen.

    Ihr Mann ist schon mit 45 Jahren gestorben.

    - folgende Verben:

    bleiben, gelingen, geschehen, passieren, sein, werden

    Mir ist endlich mein Experiment gelungen.

    Was ist gestern eigentlich auf der Party geschehen?
  11. Das Präteritum
    • Das Präteritum benutzt man überwiegend in geschriebenen Texten.
    • Dazu gehören zum Beispiel Zeitungen, Zeitschriften, Literatur etc. Auch die Nachrichten im Fernsehen oder im Radio berichten Vergangenes im Präteritum, obwohl diese gesprochen werden.

    Beispiele:

    Gestern trafen sich die Regierungsparteien. Dort berieten sie über die geplannten Steuererhöherungen.

    • Das Präteritum der regelmäßigen Verben, auch schwache Verben genannt,
    • bildet man wie folgt:

    • Verbstamm + Präteritumendung
    • (-te, -test, -te, -ten, -tet, -ten)

    Lerntet ihr Spanisch? Sie lernten viel für das Leben.

    • Gelegentlich kommt es vor, dass der Verbstamm mit t; d; m* oder n* endet
    • (*ohne Verben mit der Endung -ln oder -rn; klingeln, zittern). Beispiele sind die Verben: arbeiten, atmen, rechnen usw.
    • Die Folge sind Ausspracheprobleme beim Bilden des Präteritums. Deshalb wird beim Präteritum ein " e " zwischen " Verbstamm " und der " Endung " eingeschoben. (-ete, -etest, -ete, -eten, -etet, -eten)

    Warum wartetet ihr studenlang auf ihn?

    Die Frauen antwortetet ihnen nicht.

    Einige Verben, zum Beispiel "haben", "sein", und "werden", werden sehr häufig benutzt, da sie auch in der gesprochenen Sprache, also im Perfekt, benutzt werden. Einige davon finden darüber hinaus auch als Hilfsverb Verwendung.

    Das Präteritum der folgenden Verben sollte man unbedingt kennen:

    • sein - waren: war, warst, waren, wart
    • haben - hatten: hatte, hattest, hatten, hattet
    • werden - wurden: wurde, wurdest, wurden, wurdet
    • wissen - wussten: wusste, wusstest, wussten, wusstet
    • denken - dachten: dachte, dachtest, dachten, dachtet
    • gehen - gingen: ginge, gingst, gingen, gingt
    • fahren - fuhren: fuhr, fuhrst, fuhren, fuhrt
    • bringen - brachten: brachte, brachtest, brachten, brachtet
    • lassen - liessen: liess, liesst, liessen, liesst

    Die Perfektformen der Modalverben sind vom Satzbau ein wenig kompliziert, daher werden auch in der gesprochenen Sprache die Modalverben im Präteritum benutzt.

    • dürfen - durften: durfte, durftest, durften, durftet
    • könnten - konnten: konnte, konntest, konnten, konntet
    • mögen - mochten: mochte, mochtest, mochten, mochtet
    • möchten - wollten: wollte, wolltest, wollten, wolltet * Der Konjunktiv II. von mögen ist "möchten". " Möchten " ändert sich allerdings im Präteritum in "wollten".
    • müssen - mussten: musste, musstest, mussten, musstet
    • sollen - sollten: sollte, solltest, sollten, solltet
    • wollen - wollten: wollte, wolltest, wollten, wolltet
  12. Das Plusquamperfekt
    Das Plusquamperfekt, auch die Vorvergangenheit genannt, gibt die Vergangenheit wieder, die vor dem Präteritum / Perfekt geschehen war und die für die Handlung im Präteritum / Perfekt wichtig ist. Deshalb heißt sie auch Vorvergangenheit.

    Beispiele:

    Klaus war bereits ins Bett gegangen und hatte das Licht ausgemacht, als plötzlich das Telefon klingelte. Er tastete nach seiner Brille, die normalerweise auf dem Nachttischchen lag, dass er sie bereits im Bad ausgezogen hatte, weil er noch geduscht hatte, bevor er ins Bett ging. ...

    Das Plusquamperfekt wird wie folgt gebildet:

    Präteritum von haben / sein + Partizip II

    • Bei der Frage, ob das Hilfsverb mit " haben " oder " sein " gebildet wird, gelten dieselben Regeln wie beim
    • Perfekt.

    • ist gegangen - war gegangen:
    • Der Mitarbeiter war schon gegangen, als der Chef nach ihm fragte.

    • ist gekocht - hatte gekocht:
    • Die Frau hatte bereits die Suppe gekocht, als ihr plötzlich der Suppentopf herunterfiel.

    • hat telefoniert - hatte telefoniert:
    • Nachdem Andreas mit seiner Exfrau telefoniert hatte, ist er in eine Kneipe gegangen und hat sich sinnlos betrunken.

    Das Plusquamperfekt wird generell nicht als eine einzelne Aussage verwendet. Die Vorzeitigkeit, die das Plusquamperfekt ausdrückt, wird immer im Bezug zu einer Aussage im Präteritum bzw. dem Perfekt gestellt. Es kann zu folgenden Kombinationen kommen:

    • Plusquamperfekt im Hauptsatz -
    • Er hatte zuvor 8 Grillwürstchen gegessen.

    Plusquamperfekt im Nebensatz -

    Nachdem ich dich angerufen hatte, bin ich einkaufen gegangen.

    Plusquamperfekt mit Modalverb -

    Gestern hatten wir nur schmutzige Arbeiten machen müssen.

    Das Schulkind hatte seine Hausaufgaben nicht machen wollen.

    Plusquamperfekt mit Modalverb im Nebensatz -

    Nachdem wir nur schmutzige Arbeiten hatten machen müssen, kündigten wir.

    Nachdem Tom das Auto nicht hatte reparieren können, ging er.
  13. Das Präsens
    Das Präsens drückt aus:

    • Was jetzt passiert.
    • Was früher begonnen hat und bis jetzt andauert.
    • Was für immer gilt.
    • Ein zukünftiges geschehen.
  14. Das Futur I
    Das Futur I wird benutzt:

    - um eine Prognose zu machen:

    Es zieht sich immer mehr zu.

    Es wird heute noch regnen.

    Marianne ist sehr verliebt. Sie wird ihn wohl bald heiraten.

    Der Patient ist sehr schwer erkrankt. Wahrscheinlich wird er das nicht überleben.

    - um über Pläne zu sprechen:

    Holger wird im Sommer in die USA fliegen.

    Bettina wird nach der Schule eine Ausbildung beginnen.

    Herr Noll wird bald in Rente gehen. Er ist schon 64.

    - um ein Versprechen abzugeben:

    • Mama, ich werde jetzt immer lieb sein.
    • Das verspreche ich dir.

    Ab morgen werde ich eine Diät machen. Ich bin einfach zu dick.

    Mein Mann wird endlich das Rauchen aufgeben. Das hat er mir versprochen.

    - um eine Vermutung in der Gegenwart zu formulieren:

    Ute sieht so glücklich und zufrieden aus. Sie wird wohl frisch verliebt sein.

    Dein Mann kommt jeden Tag später nach Hause. Der wird doch wohl keine Geliebte haben, oder?

    Der Student schaut nur aus dem Fenster und schreibt nicht. Er wird die Prüfung wohl nicht schaffen.

    - um eine Aufforderung zu machen (Alternative zum Imperativ!):

    Du wirst mir sofort das Geld zurückgeben.

    Ihr werdet euch sofort bei Herrn Kunert entschuldigen!

    Du hast gestern eine andere Frau geküsst. Das wird dir noch Leid tun!

    Das Futur I wird mit dem Hilfsverb " werden " und dem Infinitiv gebildet.

    werden + Infinitiv

    ich werde, du wirst, er wird, wir werden, ihr werdet, sie/Sie werden

    Futur I mit Modalverben.

    Unsere Kinder müssen noch sehr viel arbeiten.

    Er kann wohl nicht mehr arbeiten.

    Wir müssen morgen sehr früh aufstehen.

    Man muss Ihnen den Zahn ziehen.

    Das konjugierte Modalverb, welches im Präsens auf Position 2 steht, wird im Futur I im Infinitiv ans Satzende gestellt.

    werden + 2 X Infinitiv

    Unsere Kinder werden noch sehr viel arbeiten müssen.

    Er wird wohl nicht mehr arbeiten können.

    Morgen werden wir sehr früh aufstehen müssen.

    Man wird Ihnen den Zahn wohl ziehen müssen.
  15. Das Futur II
    Das Futur II wird sehr selten benutzt.Es prognostiziert eine abgeschlossene Handlung in der Zukunft oder eine abgeschlossene Vermutung.

    - Prognose mit abgeschlossener Handlung:

    Im Jahre 2.133 wird man alle Lebewesen komplett geklont haben.

    Im Jahre 5.498 werden die Fische im Meer ausgestorben sein.

    Im Jahre 100.000 wird der letzte Mensch die Erde berlassen haben, da sie unbewohnbar geworden sein wird.

    - Vermutung mit abgeschlossener Handlung:

    Alle Passagiere haben das Flugzeug verlassen. Nur Herr Jansen ist nicht dabei gewesen. Er wird den Flug wohl verpasst haben.

    Bei uns wurde eingebrochen. Die Einbrecher werden wohl durchs offene Kellerfenster ins Haus gekommen sein.

    Der Student hat sein Studium nach nur 4 Semestern mit "sehr gut" abgeschlossen. Er wird wohl sehr fleißig gewesen sein.

    Das Futur II wird mit dem Hilfsverb "werden " und der Perfektform gebildet.

    werden + Partizip II + Hilfsverb

    Da das Futur II mit 2 Hilfsverben gebildet wird ( " werden " + " haben /sein " ), sind Kenntnisse über den Satzbau sowie die Verbstellung im Nebensatz notwendig.

    Hauptsatz -

    Morgen werden wir endlich die Arbeit geschafft haben.

    In einer Woche werden wir endlich unsere Prüfung bestanden haben.

    Im Sommer werden wir unser Haus endlich fertig gebaut haben.

    Nebensatz -

    Morgen feiern wir, weil wir endlich die Arbeit geschafft haben werden.

    Bald werden wir mehr wissen, weil wir von ihm die Wahrheit erfahren haben werden.

    Da der Mensch bald ausgestorben sein wird, werden die Ameisen den Planeten erobern.
  16. Aktivsatz vs. Passivsatz
    In einem Aktivsatz ist die Person wichtig, die etwas macht. Die W-Frage "wer" fragt nach der handelnden Person, die etwas tut und stellt einen direkten Zusammenhang mit dem Verb her. Man fragt:

    Wer backt den Kuchen? Der Bäcker backt den Kuchen.

    In einem Passivsatz ist die handelnde Person ( = Agens ), also das Subjekt,unwichtig. Das Geschehen selbst, die Aktion ist wichtig und steht im Mittelpunkt. Man fragt:

    • Was passiert?
    • Ein Kuchen wird gebacken.

    " Wer " den Kuchen backt, also die Person ( Agens ), ist für den Vorgang nicht wichtig und wird im Passivsatz normalerweise nicht genannt. Soll die Person, die etwas tut, dennoch genannt werden, so gebraucht man bei einer direkten Person oder Ursache die Präposition von + Dativ:

    Der Kuchen wird vom Bäcker gebacken.

    Das Auto wird vom Mechaniker repariert.

    Die Koffer werden vom Gast gepackt.

    - bei einer indirekten Person oder Ursache die Präposition durch + Akkusativ (selten):

    Die Kerzen werden durch den Wind ausgeblasen.

    Der Brief wird durch den Boten überbracht.

    Der Patient wird durch die Operation gerettet.

    Voraussetzung zum Erlernen des Passivs sind gute Kenntnisse über die jeweiligen Verbergänzungen. Man sollte den jeweiligen Kasus (Nominativ, Akkusativ und Dativ) unterscheiden können.
  17. Die Zwei Passivformen - Vorgangspassiv und Zustandspassiv
    Das Vorgangspassiv stellt den Vorgang, die Handlung oder das Geschehen in den Vordergrund.

    Eine Handlung oder ein Prozess wird mit dem Hilfsverb " werden " + Partizip II gebildet. Wenn wir vom Passiv reden, ist gewöhnlich diese Form gemeint, wird aber auch, um Verwechslungen zu vermeiden, Vorgangspassiv oder werden-Passiv genannt.

    Das Fenster wird vom Lehrer geöffnet.

    Die Hausaufgaben werden vom Schüler gemacht.

    Das Schwimmbad wird geschlossen.

    Das Zustandspassiv drückt ein Ergebnis bzw. einen Zustand aus. Das Zustandspassiv wird mit dem Hilfsverb sein und dem Partizip II gebildet:

    sein + Partizip II

    Das Geschäft ist schon seit zwei Tagen wegen Krankheit geschlossen.

    Das Fenster ist geöffnet.

    Die Hausaufgaben sind gemacht.

    Das Schwimmbad ist geschlossen.
  18. Nicht Passivfähigen Verben
    - Verben der Fortbewegung:

    Wir gehen jetzt nach Hause.

    Das Paar schlendert Hand in Hand durch die Strassen.

    - Verben der Zustandsveränderung:

    Morgen wachen wir alle sehr früh auf.

    Die Kinder wachsen sehr schnell heran.

    - Die Verbgruppe mit " sein " :

    Was stellt das Bild dar?

    - Alle reflexiven Verben:

    Die Kinder putzen sich 2x täglich die Zähne.

    - Unpersönliche Verben, die mit " es " gebildet werden:

    Es friert.

    Auf der Strasse gibt es nur Blinde.

    Jetzt regnet es schon den ganzen Tag.

    - Die Verbgruppe mit " wissen ":

    Wie hast du ihre Adresse erfahren?

    Woher weisst du das?

    - Modalverben als Vollverben:

    Frauen dürfen alles. Männer dürfen nichts.

    - Verben mit einer Mengenangabe als Akkusativ-Ergänzung:

    Wie viel kostet das Buch?

    Wie viel wiegt der Kürbis?

    - Die Verbgruppe mit " haben / bekommen ":

    Du kannst dir das Geld behalten.

    Der Landwirt besitzt viele Schweine.

    Kinder kriegen meistens ihren Willen.
  19. Passiversatzformen
    In Passivsätzen ist die handelnde Person (Agens) nicht wichtig und wird in der Regel weggelassen. Um eine Häufung von Passivkonstruktionen zu vermeiden, können Ersatzformen verwendet werden. Obwohl es sich bei den Ersatzformen um Aktivsätze handelt,geben sie keine Auskunft über die handelnden Personen.

    Unpersönliche Pronomen

    Die einfachste Form das Passiv zu umschreiben und die handelnde Person nicht zu benennen, ist die Benutzung unpersönlicher Pronomen wie, " man " und " jemand ". (zählt jedoch nicht zu den klassischen Passiversatzformen)

    Man putzt gerade die Schuhe.

    Jemand kocht die Suppe.

    - sich lassen + Infinitiv - Diese Form ist eine Umschreibung des Passivs mit dem modalen Aspekt von " können ":

    Das Tor lässt sich nicht öffenen.

    Der Tisch lässt sich nicht bewegen.

    - sein + Adjektivendung auf -bar oder -lich - Diese Form ist ebenfalls eine Umschreibung des Passivs mit dem modalen Aspekt von " können ":

    Die Aufgabe ist nicht lösbar.

    Die Schrift ist gut leserlich.

    • - sein + zu + Infinitiv - Diese Form ist eine Umschreibung des Passivs mit den modalen Aspekten von " können " oder "
    • müssen " sowie nicht können, nicht müssen, nicht wollen und nicht dürfen:

    Das Auto ist nicht zu verkaufen.

    Die Rechnung ist sofort zu bezahlen.

    - bekommen-Gruppe + Partizip II - Diese Form wird oft in der Umgangssprache angewendet. Sie kann nur mit Verben gebildet werden, die eine Dativ- und Akkusativ-Ergänzung besitzen:

    Das Kind kriegt 100 Euro geschenkt.

    Die Schüler bekommen das Passiv erklärt.
  20. Konjunktiv I - Indirecte Rede
    Der Konjunktiv I wird in der indirekten Rede verwendet. In der indirekten Rede gibt ein Sprecher eine Äußerung eines anderen Sprechers wieder, ohne sie wörtlich zu wiederholen.

    • direkte Rede -
    • Der Präsident sagt: "Ich werde die Steuern senken."

    • indirekte Rede -
    • Der Reporter berichtet: Der Präsident sagte, er werde die Steuern senken.

    Im privaten Bereich (Freunde, Familie) wird der Konjunktiv kaum angewandt. Man benutzt den Indikativ und einen Nebensatz, der mit dass eingeleitet wird.

    • direkte Rede -
    • Tom sagt zu Ute: "Ich liebe dich."

    • indirekte Rede -
    • Toms Bruder sagt zu Utes Schwester:Tom hat zu Ute gesagt, dass er sie liebt.

    Der Konjunktiv findet in der indirekten Rede ausschließlich in öffentlichen Berichten Verwendung, wie zum Beispiel in den Nachrichten von Funk und Fernsehen, Zeitungsberichten, politische Reden etc.

    • direkte Rede -
    • Der Polizeisprecher sagt: "Der Täter ist gefasst."

    • indirekte Rede -
    • Die Zeitung schreibt: Der Polizeisprecher sagte, dass der Täter gefasst sei.

    Der Konjunktiv I wird gebildet durch Verbstamm + Konjunktiv-Endung:

    -e, -est, -e, -en, -et, -en

    Satzeinleitende Verben und Nomen.

    Damit Zuhörende erkennen, dass eine Äußerung indirekt wiedergegeben wird, muss die indirekte Rede durch ein Verb des Sagens / Fragens / Denkens oder durch ein entsprechendes Nomen eingeleitet werden.

    Verben, die eine indirekte Rede einleiten: antworten, äußern, behaupten, berichten, denken, erklären, fragen, glauben, meinen, sagen etc.

    Der Minister antwortete,dass er den Bericht so nicht akzeptieren könne.

    Der Regierungssprecher erklärte,der Minister sei sich der Umweltproblematik bewusst.

    Nomen, die eine indirekte Rede einleiten: die Antwort, die Aussage, die Äußerung, die Behauptung, die Erklärung, die Frage etc.

    Die Antwort des Ministers habe lange auf sich warten lassen.

    Seine Äußerungen seien eine Zumutung für alle Anwesenden gewesen.

    Die 1. Person Singular " ich " ist im Konjunktiv I mit dem Indikativ übereinstimmend, sodass kein Unterschied zwischen diesen beiden Formen zu erkennen ist. Deshalb werden in der indirekten Rede die Ersatzformen des Konjunktiv II benutzt, damit erkennbar ist, dass es sich um eine indirekte Rede handelt. Ausnahmen bilden nur die Modalverben und das Verb "sein". (ich sei, ich könne)

    Der Gebrauch des Konjunktiv I in der 2. Person Singular " du " ist mittlerweile veraltet und wird in der Praxis kaum noch angewandt. Auch hier werden die Ersatzformen des Konjunktiv II angewandt. (nicht habest sondern hättest, nicht werdest sondern würdest, du könntest, du würdest gehen)

    Die 3. Person Singular " man / er / sie / es " ist die einzige Form, die durchgängig im Konjunktiv I benutzt wird. Sie ist sehr einfach, denn man nehme den Infinitiv und streiche die Endung " -n " und schon ist der Konjunktiv I gebildet. (er/sie/es sie, habe, werde, könne, gehe)

    • Im Plural werden für alle Personen die Ersatzfomen des Konjunktiv II angewandt. Einzige Ausnahme ist wiederum das Verb "sein".
    • (Sie/sie seien, hätten, würden, könnten, würden gehen)

    Die indirekte Rede steht immer in derselben Zeit wie die entsprechende direkte Rede, unabhängig von der Zeitform, in der das Verb des redeeinleitenden Satzes steht:

    • direkte Rede -
    • Peter sagt: "Ich werde Petra immer lieben".

    • indirekte Rede -
    • Peter sagt, er werde Petra immer lieben.

    Die indirekte Rede kann mit einem dass-Satz (Nebensatz) eingeleitet werden:

    • direkte Rede -
    • Klaus sagt: "Ich muss täglich 10 Stunden arbeiten".

    • indirekte Rede:
    • Klaus sagte, dass er täglich 10 Stunden arbeiten müsse.

    In der indirekten Rede ändern sich die Pronomen sinngemäß:

    • direkte Rede-
    • Ute sagt: "Mein Sohn nimmt ohne mich zu fragen mein Auto".

    • indirekte Rede -
    • Ute sagte, ihr Sohn nehme ohne sie zu fragen ihr Auto.

    Adverbiale Angaben des Ortes oder der Zeit müssen in der indirekten Rede sinngemäß geändert werden:

    • direkte Rede -
    • Kai sagt: "Hier in Kiel ist es heute sehr warm".

    • indirekte Rede -
    • Kai sagte, dass es gestern dort in Kiel sehr warm gewesen sei.
  21. Konjunktiv II
    Mit dem Konjunktiv II verlassen wir die reale Welt und widmen uns der irrealen Welt. Die irreale Welt ist das Reich der Phantasien, der Vorstellungen, der Wünsche, der Träume, der irrealen Bedingungen und Vergleiche, aber auch der Höflichkeit. Diese gedachten, angenommenen oder möglichen Sachverhalte, die nicht real sind und nicht existieren, werden mit dem Konjunktiv II gebildet.

    Ich bin immer allein....Wäre ich doch nicht immer allen.

    Ich habe keine Freude...Hätte ich doch nur ein paar Freunde.

    Ich wohne in einer Holzhütte...Würde ich doch nur in einem Palast wohnen.

    Ich kann nicht in Urlaub fahren...Könnte ich doch bloss in Urlaub fahren.

    Man hat 2 Möglichkeiten, den Konjunktiv II zu bilden:

    • 1. würde + Infinitiv
    • 2. Verbformen des Konjunktiv II

    Die meisten Verben benutzen das Hilfsverb " werden ", um den Konjunktiv II zu bilden. " Werden " muss aber verändert werden, damit es den Konjunktiv II anzeigt. Die Form des Konjunktiv II wird vom Präteritum abgeleitet:

    werden = " wurden " = Die Präteritumsform "wurden" erhält einen Umlaut " würden "

    ich würde, du würdest, er würde, wir würden, ihr würdet, sie/Sie würden

    Seine Kollegen würden nicht spät zur Arbeit kommen.

    Ihr Mann würde die teueren Schuhe nicht kaufen.

    Alle Verben bilden auch eine eigene Konjunktiv II-Form, die ohne das Hilfsverb " würden " gebildet wird. Bei den regelmäßigen Verben ist allerdings der Konjunktiv II mit dem Indikativ Präteritum identisch, da diese Verben keinen Umlaut bilden können. Aus diesem Grund wird bei den meisten Verben der Konjunktiv II mit dem Hilfsverb gebildet. Nur bei wenigen Verben benutzt man die eigene Konjunktiv II-Form. Die Bildung bleibt wie beim Verb "werden" gleich:

    Präteritumform + Umlaut (a, o, u)

    Zu den wenigen Verben, die immer den Konjunktiv II in der Originalform verwenden, gehören:

    sein (Inf.) - waren (Prät.) - wären (Konj.II) (ich wäre, du wärest, er wäre, wir wären, ihr wärdet, sie/Sie wären)

    • Infinitiv - Präteritum - Konjunktiv II
    • haben - hatten - hätten
    • werden - wurden - würden
    • finden - fanden - fänden
    • gehen - gingen - gingen
    • kommen - kamen - kämen
    • lassen - liessen - liessen
    • schlafen - schliefen - schliefen
    • wissen - wussten - wüssten

    • Modalverben:
    • durfen - durften - dürften
    • können - konnten - könnten
    • mögen - mochten - möchten
    • müssen - mussten - müssten
    • sollen - sollten - sollten (KEIN UMLAUT)
    • wollen - wollten - wollten (KEIN UMLAUT)
  22. Konjunktiv II - der Vergangenheit
    Es gibt nur eine Vergangenheit im Konjunktiv II gegenüber den drei Vergangenheitsformen im Indikativ. Als Basis dient die Perfektform: "haben / sein + Partizip II", wobei die Hilfsverben die Konjunktiv II-Formen " hätten " bzw. " wären " erhalten.

    • Die Frau ist immer zu spät gekommen. (Perfekt)
    • Die Frau kam immer zu spät. (Präteritum)
    • Die Frau war immer zu spät gekommen. (Plusquamperfekt)
    • Die Frau wäre immer zu spät gekommen. (Konjunktiv II der Vergangenheit)

    Die Modalverben bilden den Konjunktiv II der Vergangenheit mit dem Hilfsverb haben im Konjunktiv II sowie einem "doppelten Infinitiv". Das Modalverb wird an das Satzende gestellt.

    hätten + Infinitiv + Modalverb im Infinitiv

    • Oscar müsste gestern arbeiten. (Präteritum)
    • Oscar hat gestern arbeiten müssen. (Perfekt)
    • Oscar hätte gestern arbeiten müssen.
    • (Konjunktiv II)

    • Lena durfte nach Köln fahren. (Präterittum)
    • Lena hat nach Köln fahren dürfen. (Perfekt)
    • Lena hätte nach Köln fahren dürfen. (Konjunktiv II mit Passiv)

    Konjunktiv II der Vergangenheit plus Passiv. Diese Konstruktion wird so gebildet:

    wären + Partizip II + worden

    • Urmel reparierte gestern das Auto. (Activsatz)
    • Das Auto wurde gestern repariert. (Passivsatz)
    • Das Auto wäre gestern repariert worden. (Konjunktiv II mit Passiv)

    • Karsten hat den Schlüssel gefunden. (Activsatz)
    • Der Schlüssel wurde gefunden. (Passivsatz)
    • Der Schlüssel wäre gefunden worden. (Konjunktiv II mit Passiv)
  23. Konjunktiv II - Passiv
    • Konjunktiv II der Gegenwart plus Passiv.
    • Diese Konstruktion wird so gebildet:

    würden + Partizip II + werden

    • Der Lehrer korrigiert bald den Test. (Activsatz)
    • Der Test wird bald korrigiert. (Passivsatz)
    • Der Test würde bald korrigiert werden. (Konjunktiv II mit Passiv)

    • Piper schliesst jetzt den Tor. (Activsatz)
    • Der Tor wird jetzt geschlossen. (Passivsatz)
    • Der Tor würde jetzt geschlossen werden. (Konjunktiv II mit Passiv)

    Konjunktiv II der Vergangenheit plus Passiv.

    Diese Konstruktion wird so gebildet:

    wären + Partizip II + worden

    • Urmel reparierte gestern das Auto. (Activsatz)
    • Das Auto wurde gestern repariert. (Passivsatz)
    • Das Auto wäre gestern repariert worden.
    • (Konj. II mit Passiv)

    • Karsten hat den Schlüssel gefunden. (Aktivsatz)
    • Der Schlüssel ist gefunden worden.
    • (Passivsatz)
    • Der Schlüssel wäre gefunden worden.
    • (Konj. II mit Passiv)
  24. Konjunktiv II - Der Höflichkeit
    Der " Konjunktiv II ", die " Modalverben " sowie das Wort "bitte" machen jede Frage / Bitte höflicher.

    Die Partikel " vielleicht ", " (ein)mal " und " gern " macht eine Bitte noch höflicher. Beispiele:

    Ich hätte gern noch zwei Bier.

    Könntest du mir vielleicht mal helfen?

    Könntest du mir bitte mal den Salzstreuer reichen?

    Hättest du vielleicht einen Augenblick Zeit für mich?

    Dürfte ich Sie mal um einen Gefallen bitten?

    Entschuldigung. Hätten Sie vielleicht mal die genaue Uhrzeit?

    Entschuldigen Sie bitte. Könnten Sie mir vielleicht die Uhrzeit sagen?

    Entschuldigen Sie bitte. Könnten Sie mir vielleicht den Weg zum Bahnhof erklären?

    • sehr unhöflich - ohne Verb...3 Bier!
    • unhöflich - imperativ...Bringen Sie 3 Bier!
    • ein bisschen freundlicher - mit Partikel...Bringen Sie uns bitte noch 3 Bier.
    • viel freundlicher - Konjunktiv II und Frage...Würden Sie uns bitte noch 3 Bier bringen? ODER Wir hätten noch gern 3 Bier.
    • sehr freundlich - Konjunktiv II und Modalverb...Dürfte ich Sie bitten, uns noch 3 Bier zu bringen? ODER Könnten Sie uns bitte noch 3 weitere Bier bringen?

    • Ratschläge - Ratschläge können mit dem Imperativ formuliert werden, geben aber weitgehends einen Befehl weiter und hören sich sehr unhöflich an.
    • Geschickter formuliert sind Ratschläge, die mit dem Konjunktiv II gebildet werden. Sie haben in der Regel keinen befehlenden Ton, sondern eher einen empfehlenden Charakter für einen Ratsuchenden. Folgende Redemittel sind üblich:

    Ich an deiner Stelle ... würde, so und so...

    Wenn ich du wäre ... würde ich, so und so...

    Konjunktiv II von sollen = sollten + Infinitiv

    Hilde: Könntet ihr mir keinen guten Rat geben? Ich werde von Tag zu Tag dicker.

    Du solltest viel mehr auf deine Ernährung achten.
  25. Konjunktiv II Sätze
    Wunschsätze - Irreale Wünsche (irreale Wunschsätze) zeigen immer das Gegenteil des Indikativs an. Eine negative Realität in einem Indikativsatz (Er hat kein Geld.) wird im Wunschsatz positiv dargestellt (Er hat Geld.) und umgekehrt. Oft wird das gegenteilige Adjektiv + Komparativ benutzt ( kalt = wärmer / faul = fleißiger). Um einen Wunschsatz anzuzeigen, muss das Verb im Konjunktiv II stehen.

    • In irrealen Wunschsätzen müssen die Modal-Partikeln " bloß ", " doch ", " nur ", oder eine Kombination dieser Partikel
    • benutzt werden:

    Verb auf Position 1 - Hier ist es kalt...Wäre es doch nur wärmer.

    Du hast ihm nicht geantwortet...Hättest du ihm doch eine Antwort gegeben.

    Nebensatz mit "wenn" - Mein Hund Bello ist gestorben...Wenn er doch nur leben würde.

    Der Junge spricht so undeutlich...Wenn er doch nur deutlicher sprechen würde.

    Irreale Bedingungssätze

    (Konditionalsätze) - Der Nebensatz wird mit wenn oder falls eingeleitet und formuliert die Bedingung. Der Hauptsatz formuliert die Folge.

    Beispiel:

    Wenn ich seine Hilfe brauchte, würde er mir auch sofort helfen. (Präsens)

    Er würde mir auch sofort helfen, wenn ich seine Hilfe brauchen würde.

    Wenn ich seine Hilfe gebraucht hätte, hätte er mir auch sofort geholfen. (Vergangenheit)

    Er hätte mir auch sofort geholfen, wenn ich seine Hilfe gebraucht hätte.

    Bildung Gegenwart

    Bei der Bildung von irrealen Bedingungssätzen ist darauf zu achten, dass zuerst das Subjekt benannt wird und im zweiten Teil des Satzes das Subjekt mit Personalpronomen wiederholt wird UND ein irrealer Bedingungssatz immer das Gegenteil vom Indikativ wiedergibt.

    Hauptsatz + Nebensatz -

    (indikativ) Rolf hat keine Zeit. Er kommt nicht mit.

    (irreale Bedingung) Rolf würde mitkommen, wenn er Zeit hätte.

    Nebensatz + Hauptsatz -

    (indikativ) Rolf hat keine Zeit. Deshalb kommt er nicht mit.

    (irreale Bedingung) Wenn Rolf Zeit hätte, würde er mitkommen.

    ohne " wenn " -

    (indikativ) Weil Rolf keine Zeit hat, kommt er nicht mit.

    (irreale Bedingung) Hätte Rolf Zeit, würde er mitkommen.

    Bildung Vergangenheit

    Hauptsatz + Nebensatz -

    (indikativ) Rolf hatte keine Zeit. Er ist nicht mitgekommen.

    (irreale Bedingung) Rolf wäre mitgekommen, wenn er Zeit gehabt hätte.

    Nebensatz + Hauptsatz -

    (indikativ) Rolf hatte keine Zeit. Er ist nicht mitgekommen.

    (irreale Bedingung) Wenn Rolf Zeit gehabt hätte, wäre er mitgekommen.

    ohne wenn -

    (indikativ) Rolf hatte keine Zeit. Er ist nicht mitgekommen.

    (irreale Bedingung) Hätte Rolf Zeit gehabt, wäre er mitgekommen.

    irreale Vergleichsätze - Irreale Vergleichssätze drücken einen Vergleich aus, der nicht real ist. Der Hauptsatz äußert eine reale Feststellung und steht daher im Indikativ. Der Nebensatz gibt den irrealen Vergleich an und steht im Konjunktiv II.

    Irreale Vergleichssätze stehen normalerweise nach Verben des persönlichen Befindens oder der persönlichen Wahrnehmung. Folgende Konnektoren leiten irreale Vergleichssätze ein:

    als ob + Nebensatz -

    Er sieht aus, als ob er einen Frosch verschluckt hätte.

    als + Hauptsatz -

    Es sieht so aus, als hättest du grossere Geldprobleme.

    als wenn, wie wenn + Nebensatz (seltener) -

    Du schaust sie an, wenn wie du noch nie eine Blondine gesehen hättest.

    Der Lehrer redet, als wenn er allwissend wäre.
  26. Die Nominativ-Ergänzung
    Das Prädikat ist der wichtigste Teil im Satz und wird durch Verben ausgedrückt. Das Verb kann allerdings nicht alleine stehen (Es gibt nur wenige Ausnahmen!). Es braucht immer eine Nominativ-Ergänzung, kurz Nominativ. Im Nominativ steht immer das Subjekt. Das Subjekt kann eine Person oder eine Sache sein und kann im Singular oder Plural stehen.

    Ist das Subjekt eine Person, so lautet die W-Frage " Wer " ?

    Wer lernt? Ich lerne.

    Die W-Frage " Wer? " fragt nach der Person, die etwas macht. Die Fragestellung geschieht immer in der 3. Person Singular. ( nicht: Wer weine / wer weinst / wer weinen !!! )

    In der Antwort wird die Person wiedergegeben, die etwas macht. Die Person kann im Singular oder Plural stehen. Subjekt und Verb bilden eine Einheit und sind voneinander abhängig.

    Ist das Subjekt eine Sache, so lautet die W-Frage " Was " ?

    Was ist teuer? Das Auto ist teuer.

    Die W-Frage " Was " fragt nach der Sache, die gemeint ist. Die Fragestellung geschieht immer in der 3. Person Singular. In der Antwort wird die Sache wiedergegeben, die gemeint ist. Die Sache kann im Singular oder Plural stehen.

    Subjekt ( = Sache ) und Verb bilden eine Einheit und sind voneinander abhängig.

    Das Verb hat immer eine Nominativ-Ergänzung. Es kann nicht alleine stehen!!!

    Subjekt + Prädikat = Wer / Was + Verb

    Sätze als Subjekt

    Gelegentlich kommt es vor, dass ganze Satzinhalte an der Subjektstelle stehen:

    Was Herr Sickeldickel gesagt hat, geht in ordnung.

    Wer lernt, lernt fürs leben.

    Scheinsubjekt

    Es gibt unpersönliche Verben, die kein Subjekt brauchen. Bei diesen Verben wird ein so genanntes Scheinsubjekt benutzt. Als "Scheinsubjekt" wird das unpersönliche "es" verwendet, andere Personen sind nicht möglich. Diese unpersönlichen Verben geben Informationen über das Wetter oder die Tageszeit:

    Es müsste schon gegen Mittag sein.

    Es hat gedonnert.

    Subjekt nur in der 3. Person

    Bei folgenden Verben ist ein Subjekt nur in der 3. Person möglich:

    • sich ereignen -
    • Gestern erreignete sich auf der A44 ein schwerer Verkehrsunfall.

    • gelingen -
    • Meiner Mutter gelingt jeder Kuchen. Mir gelingt kein einziger.

    • geschehen -
    • Am Ende geschiet wie immer nichts.

    • missglücken -
    • Der Kuchen ist mir misglückt.

    • passieren -
    • Ein Unfall kann mir nicht passieren.

    2 Nominativergänzungen

    Folgende Verben haben 2 Nominativ-Ergänzungen:

    • bleiben -
    • Doof bleibt doof, sagte die alte Frau.

    • heissen -
    • Der Mann heisst Herr Fuchs.

    • sein -
    • Mein Mann ist ein Esel.

    • werden -
    • Ihr Sohn wird Arzt.
  27. Verben mit Akkusativ-Ergänzung (transitive Verben)
    Die meisten deutschen Verben fordern eine Akkusativ-Ergänzung, auch Akkusativ-Objekt genannt. Verben, die eine Akkusativ-Ergänzung haben / haben können, nennt man transitive Verben.

    Transitive Verben:

    - bilden das Perfekt mit dem Hilfsverb `haben`

    - können ins Passiv gesetzt werden, wobei die Akkusativ-Ergänzung im Passiv zum Subjekt wird.

    Er kauft den Wagen. Der Wagen wird gekauft.

    Das Akkusativ-Objekt kann eine Person oder eine Sache sein.

    Ist das Akkusativ-Objekt eine Person, so lautet die W-Frage "Wen" ?

    Wen liebt Ulrike?...Sie liebt Sasha.

    • Die W-Frage " Wen? " fragt nach der Person im Akkusativ. Die Antwort gibt die Person an, die im Akkusativ steht.
    • Im Akkusativ können Namen (Sascha),
    • Pronomen (dich, seinen) oder Nomen (Herrn, Onkel) stehen. Stehen im Akkusativ Pronomen, Artikel oder eine n-Deklination, müssen diese im Akkusativ dekliniert werden.

    Ist das Akkusativ-Objekt eine Sache, so lautet die W-Frage "Was" ?

    Was kauft Gerda? Sie kauft teure Schuhe?

    Die W-Frage " Was " fragt nach der Sache im Akkusativ. Die Antwort gibt die Sache an, die im Akkusativ steht. Die Sache kann im Singular oder im Plural stehen. Sachen gehören immer zu der Nomengruppe (der Tisch, die Lampe, das Buch) und sind entweder maskulin (der), feminin (die) oder neutral (das). Sachen werden oft nur mit Personalpronomen angegeben.

    Da ist ein Tisch. - Siehst du ihn?

    Da ist eine Lampe. - Siehst du sie?

    Da ist ein Buch. - Siehst du es?

    Stehen im Akkusativ Pronomen, Artikel oder eine n-Deklination, müssen diese im Akkusativ dekliniert werden. Das Verb fordert die Akkusativ-Ergänzung.

    Subjekt + Prädikat + Akkusativ

    Wer / Was + Verb + wen / was

    Verben mit doppelter Akkusativ-Ergänzung.

    Folgende Verben haben eine doppelte Akkusativ-Ergänzung:

    abfragen - Kannst du mich die Vokabeln abfragen?

    abhören - Kannst du mich die Vokabeln abhören?

    kosten - Das hat sie nur ein müdes Lächeln gekostet.

    lehren - Der Lehrer lehrt uns das Einmaileins.

    nennen - Warum nennst du mich einen Esel?
  28. Verben mit Dativ-Ergänzung (intrasitive Verben)
    Nur wenige Verben dagegen fordern eine Dativ-Ergänzung. Verben sind transitiv, wenn sie eine Akkusativ-Ergänzung haben (können); Verben, die ohne eine Akkusativ-Ergänzung gebildet werden, sind intransitiv. Dazu gehören ebenso Verben mit einer Dativ-Ergänzung.

    Intransitive Verben können zwar ins Passiv gesetzt werden, die Dativ-Ergänzung wird im Passiv jedoch nicht verändert!

    Er hilft ihr. Ihr wird geholfen.

    Er gratuliert ihm. Es wird ihm gratuliert.

    In einer Dativ-Ergänzung stehen ausschließlich Personen, Nomen und Pronomen. Die Dativ-Ergänzung gibt meist das Ziel der Handlung oder den Empfänger an.

    Die W-Frage lautet "Wem" ?

    Wem antwortet sie? Sie antwortet ihrem Vater.

    Wem gehört das Buch? Es gehört mir.

    • Die W-Frage " Wem " fragt nach der Person im Dativ. Die Antwort gibt die Person an, die im Dativ steht. Im Dativ können Namen (Ludwina), Pronomen (mir) oder Nomen (dem Sieger) stehen.
    • Stehen im Dativ Pronomen, Artikel oder eine n-Deklination, müssen diese im Dativ dekliniert werden. Das Verb fordert die Dativ-Ergänzung.

    Subjekt + Prädikat + Dativ

    Wer / Was + Verb + wem

    Liste der wichtigsten Verben mit Dativ-Ergänzung:

    • ab|sagen
    • Ich muss Ihnen morgen leider absagen.

    • ähneln
    • Das Kind ähnelt seinem Vater sehr.

    • antworten
    • Warum antwortest du mir nicht?

    • begegnen
    • Gestern bin ich einer sehr hübschen Frau begegnet.

    • bei|stehen
    • Lieber Gott. Steh mir bei!

    • beitreten
    • Holger ist einer Umweltschutzorganisation beigetreten.

    • danken
    • Ich danke Ihnen.

    • dienen
    • Womit kann ich Ihnen dienen?

    • drohen
    • Willst du mir etwa drohen?

    • ein|fallen
    • Zu deinem Problem fällt mir leider auch nichts ein.

    • entgegen|kommen
    • Warum kommst du mir nicht ein bisschen entgegen?

    • fehlen
    • Seine verstorbene Frau fehlt ihm so sehr.

    • folgen
    • Bitte folgen Sie mir unauffällig.

    • gefallen
    • Gefällt dir die Blonde dort an der Theke?

    • gehorchen
    • Alle Kinder müssen ihren Eltern gehorchen.

    • gehören
    • Gehört das Schiff dir?

    • gelingen
    • Der Kuchen ist dir sehr gut gelungen.

    • genügen
    • Das genügt mir. Ich höre auf.

    • glauben
    • Seine Frau glaubt ihm nicht.

    • gratulieren
    • Die Kollegen gratulieren Herrn Kleiber zum Geburtstag.

    • gut tun
    • Eine Seereise wird dir gut tun.

    • helfen
    • Entschuldigung. Könnten Sie mir einen Augenblick helfen?

    • missfallen
    • Der neue Freund von Astrid missfällt ihren Freundinnen.

    • sich nähern
    • Der Hurrikan nähert sich sehr schnell der kleinen Insel.

    • nach|laufen
    • Der arrogante Typ läuft jedem Rock hinterher.

    • nützen
    • Das nützt mir gar nichts.

    • passen
    • Das neue Kleid passt deiner Schwester sehr gut.

    • passieren
    • Das ist mir vorher noch nie passiert.

    • platzen
    • Mir platzt gleich der Kragen!

    • raten
    • Ich rate dir schnellstens zum Arzt zu gehen.

    • sich schaden
    • Du schadest dir nur selbst, wenn du lügst.

    • schmecken
    • Das bayrische Bier schmeckt meinem Vater besonders gut.

    • vertrauen
    • Liselotte vertraut ihrem Mann nicht mehr.

    • verzeihen
    • Verzeih mir nur noch das eine Mal!

    • weh tun
    • Mein Zahn tut mir höllisch weh.

    • widersprechen
    • Du sollst mir nicht andauernd widersprechen!

    • zu|hören
    • Kannst du mir nicht einmal zuhören?

    • zu|stimmen
    • Ich kann deiner Argumentation nicht zustimmen.
  29. Verben mit Dativ-Akkusativ Ergänzung
    • Einige wenige Verben haben sogar drei Ergänzungen, eine Nominativ-, eine Dativ- und eine Akkusativ-Ergänzung.
    • Zu dieser Gruppe gehören vor allem Verben des Gebens, Nehmens und Sagens. Diese Verben haben die Besonderheit, dass gleich zwei Personen und eine Sache in einem Satz vorkommen.

    • In der Nominativ-Ergänzung steht die Person, die das Verb konjugiert. In der Dativ-Ergänzung steht in der Regel die andere Person, die etwas "empfängt".
    • In der Akkusativ-Ergänzung steht die Sache:

    Nominativ - Verb - Dativ=Person - Akkusativ=Sache

    Der Schüler leiht der Schülerin seinen Bleistift.

    Die Tante schenkt ihrem Neffen ein neues Fahrrad.

    • Bei Nomen oder Namen steht die Nominativ-Ergänzung in der Regel auf Position 1. Das Prädikat behält in Aussagesätzen die Position 2. Bei Nomen und Namen erhält das Dativ-Objekt die Position 3. Das Akkusativ-Objekt steht am Satzende. Stehen im Dativ oder Akkusativ Pronomen,
    • Artikel oder eine n-Deklination,müssen diese im entsprechenden Kasus dekliniert werden. Das Verb fordert die Dativ-Ergänzung und die Akkusativ-Ergänzung.

    Subjekt + Prädikat + Dativ + Akkusativ

    Wer + Verb + wem + was

    Objektwechsel bei Personalpronomen

    Ist das Akkusativ-Objekt ein Personalpronomen werden die Objekte getauscht:

    Nominativ + Verb + Akkusativ + Dativ

    Der Chef gibt der Sekretärin den Brief...Der Cheft gibt ihn der Sekretärin.

    • Der Cheft gibt ihr den Brief.
    • Er gibt ihn ihr.

    Liste der wichtigsten Verben mit Dativ- und Akkusativ-Ergänzung.

    • an|vertrauen
    • Ich muss dir unbedingt ein Geheimnis anvertrauen.

    • beantworten
    • Kannst du mir bitte meine Frage beantworten!

    • beweisen
    • Ich liebe dich. Das werde ich dir beweisen.

    • borgen
    • Kannst du mir bis morgen dein Auto borgen?

    • bringen
    • Eva, bringst du (uns) noch bitte drei Flaschen Bier.

    • empfehlen -ie-
    • Können Sie (uns) ein gutes Restaurant empfehlen?

    • erklären
    • Papa, kannst du (mir) den Unterschied zwischen einem Mann und einer Frau erklären?

    • erlauben
    • Die Eltern erlauben ihrer Tochter das Rauchen nicht.

    • erzählen
    • Opa, kannst du (uns) eine Geschichte erzählen?

    • geben -i-
    • Warum gibst du es mir nicht?

    • glauben
    • Ich glaube dir kein einziges Wort mehr.

    • kaufen
    • Mein Vater kauft (mir) ein Motorrad.

    • leihen
    • Ich leihe niemandem mein neues Auto.

    • liefern
    • Die Firma liefert (uns) die bestellte Ware nicht.

    • mit|teilen
    • Teilt ihr uns euren Hochzeitstermin mit?

    • rauben
    • Die Räuber raubten (uns) unser ganzes Geld.

    • reichen
    • Der Verlierer reichte dem Gewinner seine Hand.

    • sagen
    • Warum hast du (mir) das nicht gesagt?

    • schenken
    • Schenkst du mir deine alte Uhr?

    • schicken
    • Ich schicke Ihnen die bestellte Ware per Kurier.

    • schreiben
    • Er hat (ihr) einen Liebesbrief geschrieben.

    • senden
    • Ich werde Ihnen eine E-Mail senden.

    • stehlen
    • Man hat (mir) das Geld gestohlen.

    • überlassen
    • Unsere Tante hat uns ihr Vermögen überlassen.

    • verbieten
    • Ich verbiete es dir.

    • verschweigen
    • Er hat (mir) seine uneheliche Tochter verschwiegen.

    • versprechen -i-
    • Du hast es (mir) versprochen.

    • weg|nehmen -i-
    • Warum nimmst du (mir)den Ball weg?

    • wünschen
    • Wir wünschen dir alles Gute zum Geburtstag.

    • zeigen
    • Zeigst du uns deine Münzsammlung?
  30. Verben mit einer Situativ-Ergänzung
    Einige Verben haben eine Ergänzung mit lokaler Bedeutung, die nach einem Ort fragen. Diese Ergänzung nennt man Situativ-Ergänzung. Das Fragewort dazu lautet " Wo? ".

    Wo ist meine neue Brille? Sie ist in deiner Brusttasche.

    Die W-Frage der Situativ-Ergänzung lautet Wo ?

    Verben mit einer Situativ-Ergänzung haben keine Objekte, weder ein Dativ-, noch ein Akkusativ-Objekt!!! Das Subjekt kann eine Person oder eine Sache sein. Um eine Antwort auf die W-Frage "wo" geben zu können, braucht man meist Wechselpräpositionen (manchmal auch Präpositionen mit Dativ). Alternativ können auch lokale Adverbien eine Antwort auf die Frage mit "Wo?" geben. Wechselpräpositionen können genaue Angaben darüber geben, wo sich gerade wer / etwas befindet. Die Situativ-Ergänzung verlangt Wechselpräpositionen mit Dativ. Nur wenige Verben haben eine Situativ-Ergänzung.

    Subjekt + Prädikat + Wechselpräposition + Dativ

    Verben mit einer Situativ-Ergänzung

    Die Verben hängen, liegen, sitzen, stecken und stehen gehören zu den starken Verben. Sie sind intransitiv, das heißt, sie haben kein Akkusativobjekt!!! Sie sind leicht mit Verben aus der Verbgruppe mit Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung zu verwechseln.

    Dein Mantel hängt wie immer im Schrank.

    Mein Glas steht nicht mehr auf dem Tisch.

    Der Schlüssel steckt nicht mehr im Türschloss.

    • Die genannten Verben fragen meist nach Sachen, Gegenständen aus dem Alltag oder nach Personen, die sich in der unmittelbaren Umgebung befinden.
    • In der Antwort werden Wechselpräpositionen oder lokale Adverbien benutzt, um den genauen Ort anzugeben.

    Wer / Was + Verb + Präposition (Wechselpräposition + Dativ)

    Folgende Verben haben ebenfalls eine Situativ-Ergänzung. Sie geben darüber Auskunft, wo sich Personen oder Sachen befinden. Meist sind es Orte, die vom Sprecher aus weiter entfernt sind. In der Antwort werden meist Wechselpräpositionen + Dativ benutzt, je nach Situation kann in der Antwort jedoch auch eine Präposition + Dativ stehen.

    • arbeiten
    • Herr Jolly arbeitet seit 45 Jahren in einer Fabrik.

    • sich befinden
    • Der Dieb befindet sich im 2. Stock.

    • bleiben
    • Das Mädchen bleibt den ganzen Tag in der Wohnung.

    • sein
    • Der Gast ist schon seit 30 Minuten in der Sauna.

    • statt finden
    • Heute findet der Unterricht im Raum 207 statt.

    • wohnen
    • Erwin wohnt nicht mehr bei seinen Eltern.
  31. Verben mit Akkusativ- und Directiv- Ergänzung
    Einige Verben haben eine Akkusativ- und eine Direktiv-Ergänzung. Die Direktiv-Ergänzung gibt eine Orts- bzw. eine Richtungsänderung an. Wird in einer Direktiv-Ergänzung eine Wechselpräposition benutzt, verlangt diese den Akkusativ. Das Fragewort dazu lautet "wohin".

    Akkusativ-Ergänzung Directiv-Ergänzung

    Wohin legt Reimar seine neue Brille?..Er legt seine neue Brille auf den grossen Tisch.

    • Die W-Frage der Direktiv-Ergänzung lautet wohin. Die Verben haben drei Ergänzungen, Nominativ + Akkusativ- + Direktiv-Ergänzung!!! Das Subjekt ist eine Person ( Reimar ), die Akkusativ-Ergänzung eine Sache ( Brille ). Die Direktiv-Ergänzung wird mit einer Präposition eingeleitet. Oft handelt es sich dabei um eine Wechselpräposition
    • Wechselpräpositionen können genaue Angaben darüber geben, wohin wer gerade etwas bewegt. Die Wechselpräposition verlangt in einer Direktiv-Ergänzung den Akkusativ.
    • Nur wenige Verben haben eine Direktiv-Ergänzung.

    Subjekt + Prädikat + Akkusativ-Erg. + Wechselpräposition (+ Akkusativ)

    Die Verben hängen, legen, setzen, stecken und stellen gehören zu den schwachen Verben. Sie sind transitiv, das heißt, sie haben ein Akkusativobjekt!!!

    • hängen
    • Erich hängt seinen Mantel in den Schrank.

    • legen
    • Maria legt ihre tote Katze auf das Bett.

    • sich setzen
    • Das Mädchen setzt ihre Puppe ans Fenster.

    • stecken
    • Der Mann steckt den Schlüssel ins Türschloss.

    • stellen
    • Der Gast stellt sein Auto vor die Einfahrt.

    Wer + Verb + was (Akk) + wohin (Wechselpräp. + Akk)

    Wohin legt Hans das Buch? - Auf den Tisch.

    Wohin setzt sich Helmut? - Neben mich.

    Folgende Verben haben ebenfalls eine Akkusativ-Ergänzung und eine Direktiv-Ergänzung. In der Antwort werden meist Wechselpräpositionen (+Akkusativ) benutzt, je nach Situation kann in der Antwort jedoch auch eine Dativpräposition stehen.

    • bringen
    • Herr Jolly bringt die Leiter in den Keller.

    • giessen
    • Frau Holm giesst den Kaffee in die Tassen.

    • packen
    • Die Gäste packen ihre Kleider in die Koffer.

    • schicken
    • Herr Klauber schickt mehere Briefe in die Schweiz.

    • tragen
    • Wer trägt die Tische in den Garten?

    • werfen
    • Claudia wirft die alten Zeitungen in den Container.
  32. Verben mit einer Direktiv-Ergänzung
    Verben mit einer Direktiv-Ergänzung geben eine Ortsveränderung von Ort A nach Ort B an. Diese Verben haben kein Akkusativ-Objekt! Das Fragewort zu diesen Verben lautet "Wohin". In der Antwort können sowohl...

    • Präpositionen mit Dativ -
    • Wohin gehst du? Zu Martina.

    • - als auch Wechselpräpositionen + Akkusativ stehen -
    • Wohin gehst du? In den Keller.

    Auf eine Wechselpräposition folgt der Akkusativ!

    Er fährt ans Meer...nach Amsterdam...in die Türkei...zum Arzt.

    • Die W-Frage der Direktiv-Ergänzung lautet wohin. Die Verben haben zwei Ergänzungen: Nominativ + Direktiv-Ergänzung!!! Die Direktiv-Ergänzung wird mit einer lokalen Präposition eingeleitet. Es handelt sich dabei entweder um eine Präposition mit Dativ (nach, zu) oder um eine Wechselpräposition(an, auf, in, hinter, ...). Eine Wechselpräposition verlangt in einer Direktiv-Ergänzung den Akkusativ.
    • Nur wenige Verben haben eine Direktiv-Ergänzung.

    Subjekt + Prädikat + Präposition (Dativ- oder Wechsel- + Akk).

    Alternativ zu einer lokalen Präposition können ebenso lokale Adverbien als Direktiv-Ergänzung eingesetzt werden.

    Es gibt folgende Verben mit einer Direktiv-Ergänzung:

    • eilen
    • Christian eilt zu seinem Geschäftstermin. (zu = dativ)

    • fahren
    • Michaela fährt mit dem Fahrrad zum Bahnhof.

    • fliegen
    • Wir fliegen im Dezember nach Südamerika.

    • gehen
    • Die Studenten gehen nach der Vorlesung in die Kneipe. (nach = dativ)

    • gelangen
    • Schliesslich gelangt man zur Kapelle.

    • kommen
    • Martin kommt täglich zu spät zum Unterricht.

    • laufen
    • Der Man läuft von Athen nach Berlin.

    • rennen
    • Das Mädchen rennt 10 mal um den Sportplatz. (um = akkusativ)

    • springen
    • Die Kinder springen über den schmalen Bach. (wohin - wechselpräp. - akkusativ)

    • steigen
    • Mein Mann steigt nicht gern aufs Dach.

    • ziehen
    • Mein Nachbar zieht im Sommer nach Düsseldorf.

    Die W-Frage " Wohin " fragt nach einer Ortsveränderung von Ort A nach Ort B.

    Die W-Frage " Woher " fragt nach der umgekehrten Ortsveränderung von Ort B nach Ort A. (Die sprechende Person ist immer in Ort A.) Das dazugehörige Verb heißt "kommen".

    Woher kommst du? Ich komme aus den USA.

    Jedes Verb hat eine bestimmte W-Frage:

    • Wohin Verben --
    • bringen, fallen, fahren, fliessen, fliegen, führen, gehen, laufen, legen, reisen, rennen, schicken, senden, tragen, umziehen, werfen

    • Wo Verben --
    • ankommen, arbeiten, sich befinden, bleiben, fahren, finden, gehen, geschehen, landen, sein, statt finden, treffen, wohnen

    • Woher Verben --
    • kommen, stammen

    • Die W- Frage "Wohin" fragt nach der Richtung.
    • Die W- Frage "Wo" fragt nach dem Ort.
    • Die W- Frage "Woher" fragt nach der Herkunft.

    Ändert sich die W-Frage, so ändert sich auch die dazugehörende Präposition. Im Einzelnen gibt es viele Möglichkeiten. Die Wichtigsten zeigt folgende Beispiele:

    • Wohin gehst du?... zu Peter/zum Arzt
    • Wo bist du? ... bei Peter/beim Arzt
    • Woher kommst du gerade? ... von Peter/vom Arzt

    • Wo gehst du? ... Ich gehe in die Türkei.
    • Wo bist du? ... Ich bin in der Türkei.
    • Woher kommst du? ... Ich komme aus der Türkei.

    • Wo gehst du? ... Ich gehe ans Meer.
    • Wo bist du? ... Ich bin am Meer.
    • Woher kommst du? Ich komme vom Meer.

    • Wo gehst du? ... Ich gehe nach Hause.
    • Wo bist du? ... Ich bin zu Hause.
    • Woher kommst du? Ich komme von zu Hause.

    • Wo gehst du? ... Ich gehe auf die Post.
    • Wo bist du? ... Ich bin auf der Post.
    • Woher kommst du? ... Ich komme von der Post.

    • Wohin gehst du? ... Ich gehe auf den Bahnhof.
    • Wo bist du? ... Ich bein auf dem Bahnhof.
    • Woher kommst du? ... Ich komme vom Bahnhof. ( benutzte AUF für alle Wohin/Wo Fragen über öffentliche Gebäuden...Bank, Markt, Rathaus, etc.)
  33. Verben mit Präpositional-Ergänzungen
    Einige Verben bilden ihre Ergänzung beginnend mit einer Präposition (Verben mit Präpositionen). In diesen Fällen gibt die Präposition den Kasus (Akkusativ / Dativ) an. Verben mit Präpositional-Ergänzungen sollte man mit der entsprechenden Präposition + den verlangten Kasus lernen. Einige ausgewählte Anwendungsbeispiele dazu:

    Verben mit Präpositional-Ergänzung + Akk:

    • achten auf
    • Die Autofahrer müssen auf den Verkehr achten.

    • lachen über
    • Die Kinder lachen über den Lehrer.

    • warten auf
    • Wir warten schon seit Wochen auf schöneres Wetter.

    reflexive Verben mit Präpositional-Ergänzung + Akk:

    • sich entschuldigen für
    • Ich entschuldige mich für mein schlechtes Benehmen.

    • sich interressieren für
    • Heinz interressiert sich für schnelle Autos.

    • sich vorbereiten auf
    • Der Student bereitet sich auf der Prüfung vor.

    Verben mit Präpositional-Ergänzung + Dativ:

    • abhängen von
    • Der Student hängt noch vom Geld seiner Eltern ab.

    • gehören zu
    • Der Hund gehört zu Herrn Nolte.

    • tanzen mit
    • Möchten Sie mit mir Tanzen?

    reflexive Verben mit Präpositional-Ergänzung + Dativ:

    • sich beschäftigen mit
    • Warum beschäftigst du dich so selten mit deinen Kindern?

    • sich unterhalten mit
    • Gestern haben wir uns lange mit unserer neuen Nachbarin unterhalten.

    • sich verabschieden von
    • Leider müssen wir uns jetzt von euch verabschieden.

    Verben mit mehreren Präpositional-Ergänzungen -

    • sich bedanken bei + Dat für + Akk
    • Ich bedanke mich bei Ihnen für den schönen Abend.

    • sich beschweren bei + Dat über + Akk
    • Ich möchte mich bei Ihnen über meinen neuen Kollegen beschweren.

    • sprechen mit + Dat über + Akk
    • Der Chef möchte mit Ihnen über die Geschäftsentwicklung sprechen.

    In seltenen Fällen gibt es zusätzlich eine Dativ- oder Akkusativergänzung -

    • jdn. bitten um + Akk
    • Mein bester Freund hat mich gestern um 10.000 Euro gebeten.

    • jdm. danken für + Akk
    • Ich Danke Ihnen für Ihre Hilfe.

    • jdn. warnen vor + Dat
    • Er hat mich vor den Waffen einer Frau gewarnt.

    W-Fragen mit Präpositionen.

    In einer Präpositional-Ergänzung steht entweder eine Person oder eine Sache.

    Fragt man nach einer Person, gilt:

    • Für wen interessiert sich Thomas? -
    • Er interessiert sich für Heike.

    An wen denkst du? - Ich denke immer an meine verstorbene Mutter.

    Mit wem hast du gestern getanzt? - Ich habe den ganzen Abend mit Frank getanzt.

    Akkusativ-Präposition + wen

    Dativ-Präposition + wem

    Fragt man nach einer Sache, gilt:

    Wofür interessiert sich Thomas? - Er interessiert sich für schnelle Autos.

    Woran denkst du? - Ich denke immer an unseren Urlaub.

    Womit machst du die Tür auf? - Natürlich mit dem Schlüssel.

    Wo(r) + Präposition
  34. Ergänzungssätze
    Eine Satzergänzung wird am häufigsten anstelle einer Nominativ-, Akkusativ- oder Präpositional-Ergänzung benutzt.

    Nominativ + Verb + Akkusativ + Satzende

    Das freut mich sehr.

    "Das" steht hier stellvertretend für einen Sachverhalt, den wir noch nicht kennen, da uns der Sachverhalt, die Information, bisher nicht gesagt wurde. Erst wenn "das" durch einen Inhalt / Satz (=Sachverhalt) angegeben wird, wird die Situation deutlich:

    Dass du die Deutschprüfung bestanden hast, freut mich sehr.

    Im gezeigten Beispiel handelt es sich um einen Subjektsatz. Das "das" fällt weg und wird durch einen kompletten Satz ersetzt. Der neue Sachverhalt wird als Subjektsatz bezeichnet, da er im Nominativ steht. Satzergänzungen im Nominativ werden oft mit der Konjunktion "dass" eingeleitet.

    • - dass-Sätze sind Nebensätze (NS).
    • - Die Satzergänzung bildet im Hauptsatz (HS) eine Position (NS, Verb)
    • - Der Nebensatz wird mit einem Komma ( , ) abgeschlossen.
    • - In Nebensätzen wird das konjugierte Verb ans Satzende gestellt.

    Ergänzungssätze beginnen...

    - in Aussagesätzen mit " dass " oder " ob ":

    • Ich weiss, dass er sehr viel Geld hat.
    • Ich weiss aber nicht, ob er glücklich ist.

    - in Ja- / Nein-Fragen mit " ob ":

    • Weisst du, ob Herr Ganz verheiratet ist?
    • Kannst du mir sagen, ob Gerd zur Party kommt?

    - in W-Fragen mit der W-Frage:

    Weisst du, wo unser Lehrer wohnt?

    Kannst du mir sagen, warum er das macht?

    Infinitivsätze enden dagegen mit zu + Infinitiv.

    Er weiss, sich zu helfen.

    Ich hoffe, die Prüfung zu bestehen.

    Die Konjunktion "dass" verwendet man, wenn etwas bekannt ist oder man sich sicher ist. Folgende Verben drücken in ihrer Aussage etwas Bekanntes aus:

    • denken
    • Ich denke nicht, dass

    • fürchten
    • Ich fürchte, dass...

    • glauben
    • Er glaubt, dass...

    • hoffen
    • Ich hoffe nicht, dass...

    • stimmen
    • Stimmt es, dass...

    • vermuten
    • Ich vermute, dass...

    Die Konjunktion "ob " verwendet man, wenn etwas unbekannt ist oder man sich nicht sicher ist. Folgende Verben drücken in ihrer Aussage etwas Unbekanntes aus:

    • keine Ahnung haben
    • Ich habe keine Ahnung, ob...

    • sich fragen
    • Ich frage mich, ob...

    • nach forschen
    • Warum forscht du nicht nach, ob...

    • prüfen
    • Helmut prüft, ob...

    • neugierig sein
    • Ewald ist neugierig, ob...

    Bestimmte Verben können eine Sicherheit oder eine Unsicherheit ausdrücken. Ist man sich in der Aussage sicher, so gebraucht man "dass". Ist man sich in der Aussage unsicher, so gebraucht man "ob".

    • erfahren
    • Morgen erfährst du, dass...
    • Morgen erfährst du, ob...

    • sich erinnern an
    • Ich erinnere mich daran, dass...
    • Ich erinnere mich nicht, ob...

    • sagen
    • Er sagte, dass...
    • Er sagte mir nicht, ob...

    • (un)wichtig sein
    • Es ist wichtig, dass...
    • Es ist unwichtig, ob...

    • wissen
    • Ich weiss, dass...
    • Ich weiss nicht, ob...

    Eine Satzergänzung stellt man gewöhnlich nach dem Hauptsatz.

    Es freut mich, dass ihr gewonnen habt.

    Bei unpersönlichen Verbenmmuss das " es " auf Position 1 stehen.

    Steht der Nebensatz auf Position 1, so entfällt das "es" im Hauptsatz.

    Dass ihr verloren habt, tut mir leid.
  35. `dass` Sätze als Nominativ Ergänzungen
    "Dass"-Sätze als Nominativ-Ergänzungen werden zum größten Teil mit unpersönlichen Verben gebildet, deren Subjekt mit "es" gebildet werden.

    Steht ein Aussagesatz vor dem Nebensatz, steht " es " auf Position 1.

    Es ist schade, dass du jetzt gehen musst.

    Wird die Position 1 anderweitig vergeben, entfällt "es".

    Möglich ist, dass er verreist ist.

    Ein Ja- / Nein-Fragesatz wird immer vor dem Nebensatz genannt.

    Stimmt es, dass der Trainer entlassen worden ist?

    Freut es dich, dass deine Mannschaft Pokalsieger geworden ist?

    Steht der Nebensatz zuerst, entfällt " es " im Hauptsatz.

    Dass du mit dem Rauchen aufgehört hast, freut mich.

    Dass dein Hund gestorben ist, tut mir leid.
  36. `dass` Sätze als Akkusativ-Ergänzungen
    Die Akkusativ-Ergänzung im Hauptsatz ist normalerweise ein Pronomen, ein Name oder ein Nomen. In einem "dass"-Satz als Akkusativ-Ergänzung ist die Akkusativ-Ergänzung ein Nebensatz, der mit der Konjunktion "dass" eingeleitet wird. Das konjugierte Verb wird wie immer in einem Nebensatz ans Satzende gestellt.

    Nominativ + Verb + Mittelfeld + "dass"-Satz als Akkusativ-Ergänzung

    Ich weiß schon, dass Bernd den Mathetest mit "sehr gut" bestanden hat.

    Einige Verben bilden sehr häufig einen "dass"-Satz als Akkusativ-Ergänzung.

    • an|nehmen
    • Dein Chef nimmt an, dass...

    • befürchten
    • Ich befürchte, dass...

    • behaupten
    • Wer behauptet, dass...

    • denken
    • Ich denke, dass...

    • erwarten von
    • Ich erwarte von dir, dass...

    • s. erzählen
    • Man erzählt sich, dass...

    • glauben
    • Man glaubt, dass...

    • hören
    • Ich habe gehört, dass...

    • hoffen
    • Viele Bürger hoffen, dass...

    • meinen
    • Erika meint, dass...

    • mit|teilen
    • Es wurde mitgeteilt, dass...

    • sagen
    • Warum sagst du mir nie, dass..

    • sehen
    • Hast du gesehen, dass...

    • vergessen
    • Ich habe vergessen, dass...

    • verlangen von
    • Ich verlange von dir, dass...

    • vermuten
    • Es wird vermutet, dass...

    • versprechen
    • Er hat mir versprochen, dass...

    • wissen
    • Hast du gewusst, dass...

    • s. wünschen
    • Der Junge wünscht sich, dass...
  37. `dass`-Sätze als Präpositional-Ergänzungen
    In einem "dass"-Satz als Präpositional-Ergänzung ist die Präpositional-Ergänzung kein Nomen, sondern ein Nebensatz, der mit der Konjunktion "dass" eingeleitet wird.

    Ich freue mich darüber, dass du die Prüfung bestanden hast.

    Wir verlassen uns darauf, dass ihr uns helft.

    Die Präposition bleibt jedoch dem Hauptsatz erhalten. Aus diesem Grund muss man einen Bezug vom Nebensatz zur Präposition im Hauptsatz herstellen. Dies geschieht ...

    bei Sachen mit so genannten Präpositionaladverbien" wo(r) " und " da(r) + Präposition"

    Die Präpositionaladverbien wo(r) + Präposition fragen nach der Präpositional-Ergänzung:

    - Wofür interessierst du dich?

    Das "r" wird benutzt, wenn die Präposition mit einem Selbstlaut beginnt:

    - woran, worauf, woraus, worin, worüber, worum, worunter.

    Alle anderen Präpositionen ohne (r):

    - wobei, wofür, wogegen, womit, wovon, wovor, wozu.

    Die Präpositionaladverbien da(r) + Präposition werden benutzt wenn die Sache wiederholt wird und somit bekannt ist oder wenn die Sache in einem folgenden Nebensatz angegeben wird und bei Personen mit Präposition + wen / wem / Pronomen. Der Kasus ist dann von der benutzten Präposition abhängig.

    Auf wen kannst du dich immer verlassen? - Auf dich.

    Mit wem hast du getanzt? - Mit der Lehrerin.

    Anwendungsbeispiele mit Bezug auf Personen

    Wenn die Präpositional-Ergänzung eine Person ist, ist in der Regel kein dass-Satz als Präpositional-Ergänzung möglich, da die Personen entweder mit Namen oder Pronomen angegeben werden. Präpositionaladverbien werden nur gebraucht, wenn sich die Präpositional-Ergänzung auf Sachen oder Sachinhalte bezieht.

    • sich ärgern über + Akk
    • Über wen ärgerst du dich manchmal?
    • Ich ärgere mich täglich über meinen Chef.
    • Über ihn ärgere ich mich allerdings auch öfters.

    • sich beschäftigen mit + Dat
    • Warum beschäftigst du dich so selten
    • mit deinen Kindern?
    • Mit ihnen beschäftige ich mich täglich.

    • sich interessieren für + Akk
    • Ist dir auch schon aufgefallen, dass sich unser Sohn nur noch für Mädchen interessiert? Das stimmt so nicht.

    Anwendungsbeispiele mit Bezug auf Sachen

    • sich ärgern über + Akk
    • Worüber ärgerst du dich manchmal?
    • Ich ärgere mich täglich darüber,dass mein Kollege so faul ist.

    • (Ich ärgere mich täglich über die Faulheit meines Kollegen.)
    • Darüber ärgerst du dich?

    • sich verlassen auf + Akk
    • Worauf kann man sich heute noch verlassen?
    • Du kannst dich darauf verlassen,dass dir deine Freunde helfen.
    • Du kannst dich auf die Hilfe deiner Freunde verlassen.)

    • rechnen mit + Dat
    • Womit muss am Wochenende gerechnet werden?
    • Natürlich muss am Wochenende
    • damit gerechnet werden, dass es regnet.

    • (Natürlich muss am Wochenende
    • mit Regen gerechnet werden.)
    • Damit muss man in Deutschland immer rechnen.
  38. Infinitisätze
    In der deutschen Sprache enden die meisten Verben mit " -en ", (lachen, laufen, machen, ...). Die Grundform eines Verbs, also die nicht konjugierte Form eines Verbs, nennt man "Infinitiv". Verben im Wörterbuch stehen immer im Infinitiv. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch ein " Infinitiv " im Satz stehen. Dies ist oft der Fall, wenn 2 Verben im gleichen Satz stehen sollen.Als Verbform kann der Infinitiv mit oder ohne "zu" im Satz stehen.

    • Infinitiv ohne " zu ":
    • Ich kann die Prüfung schaffen.

    • Infinitiv mit " zu ":
    • Ich hoffe, die Prüfung zu schaffen.

    Sätze werden Infinitivsätze genannt, wenn der Infinitiv mit "zu" gebildet wird.

    In folgenden Fällen wird der Infinitiv ohne " zu " gebraucht:

    Beim Gebrauch der Modalverben (dürfen, können, müssen, ... ).

    • Man soll sich morgens und abends die Zähne putzen.
    • Jedes Lebewesen muss eines Tages sterben.

    Beim Gebrauch der Verben " bleiben "und " lassen ".

    • Sonntags bleibt meine Frau liebend gerne bis mittags im Bett liegen.
    • Seit Anfang des Monats lasse ich mir morgens die Brötchen an die Tür bringen.

    Bei der Bildung des Futur I mit dem Hilfsverb " werden ".

    Nächste Woche wird unser Chef für eine Woche nach Amsterdam fliegen.

    Bei der Bildung des Konjunktivs II mit dem Hilfsverb " würden ".

    Am liebsten würde ich jetzt ins Bett gehen.

    • Eine Infinitivkonstruktion mit "zu" ist ein
    • subjektloser Nebensatz, dem ein Hauptsatz vorausgeht. Das Subjekt wird im Hauptsatz bestimmt.

    • Bestehst du die Prüfung? - Ja, ich hoffe, die Prüfung zu bestehen.
    • Reparierst du das Auto? - Ja, ich versuche, selbst das Auto zu reparieren.

    • Infinitivkonstruktionen haben kein Subjekt.Es entfällt. Infinitivkonstruktionen können sich entweder auf eine Person oder Sache im Hauptsatz beziehen. Da Infinitivsätze kein Subjekt haben, können sie auch nicht konjugiert werden und stehen deshalb im Infinitiv. Der Infinitiv steht am Satzende der Infinitivkonstruktion.
    • " zu " + Infinitiv sind zwei Wörter, sie werden getrennt geschrieben.

    Handelt es sich um ein trennbares Verb,so steht " zu " zwischen Verbzusatz (Vorsilbe) und dem Verb. Der Infinitiv der trennbaren Verben wird demnach zusammengeschrieben.

    • Er versucht, das Fenster aufzumachen.
    • Er versucht, das Fenster wieder zuzumachen.

    Infinitivsätze und dass-Sätze gehören zu der Familie der Satzergänzungen. Sie sind also irgendwie miteinander verwandt. Bestimmte Verben können sowohl einen dass-Satz als auch eine Infinitivkonstruktion bilden. Bestimmte Verben bestimmen also, ob man einen Ergänzungssatz bilden kann oder nicht. "Hoffen" ist so ein Verb, das einen Ergänzungssatz einleiten kann. (Weitere Verben werden weiter unten vorgestellt.)

    Ich hoffe, dass ich meine Jugendliebe bald wiedersehe.

    Ich hoffe, meine Jugendliebe bald wiederzusehen.

    Ein dass-Satz ist jederzeit möglich, sofern das Verb im einleitenden Satz einen Ergänzungssatz zulässt.

    Wenn sich der einleitende Satz (Ich hoffe, ... ) und der folgende Ergänzungssatz (dass...) auf eine identische Person / Sache (ich) bezieht, kann eine Infinitivkonstruktionen gebildet werden.

    In einer Infinitivkonstruktion fällt das Subjekt (ich) sowie die Konjunktion (dass) weg. Der Infinitiv mit "zu" wird ans Satzende gestellt.

    Es wird empfohlen, die beiden Sätze mit einem Komma zu trennen, ist aber fakultativ.

    Nur bei identischen Personen ist eine Infinitivkonstruktion möglich!!!

    • Ich hoffe,
    • dass mein Sohn die schwierige Prüfung besteht.

    • Peter freut sich darüber,
    • dass seine Tochter die Fahrprüfung bestanden hat.

    In den Beispielen ist keine Infinitivkonstruktion möglich, da die Personen nicht identisch sind ( ich / mein Sohn /// Peter / seine Tochter ).

    Einige Verben bilden sehr häufig eine Infinitivkonstruktion. Einige ausgewählte Anwendungsbeispiele dazu:

    • an|bieten
    • Er hat mir angeboten, mir bei der schwierigen Arbeit behilflich zu sein.

    • an|fangen
    • Gleich fängt es an, zu regnen.

    • auf|hören
    • Hör doch endlich auf, den ganzen Tag an unserer Tochter rumzunörgeln.

    • beabsichtigen
    • Wir beabsichtigen, in den nächsten Jahren ein Haus zu bauen.

    • beginnen
    • Der Student beginnt, sich auf die schwierige Prüfung vorzubereiten.

    • s. bemühen
    • Bemüh dich darum, endlich auf eigenen Füßen zu stehen.

    • beschließen
    • Der Kanzler beschloss, die erneuerbaren Energien massiv auszubauen.

    • bitten
    • Ich bitte dich, die Türen leise zu schließen.

    • denken an
    • Denk bitte daran, morgen die Mülltonnen auf die Straße zu stellen.

    • s. entschließen
    • Er entschließt sich, sich von seiner untreuen Frau scheiden zu lassen.

    • erlauben
    • Mein Vater erlaubt mir, mit euch im Sommer nach Italien zu fahren.

    • gelingen
    • Gelingt es dir, die alte Waschmaschine zu reparieren?

    • glauben
    • Warum glaubst du, eines Tages steinreich zu sein?

    • helfen bei
    • Hilf mir doch dabei, den alten Schrank auf den Speicher zu tragen.

    • hoffen auf
    • Viele hoffen darauf, einmal das ganz große Geld zu gewinnen.

    • meinen
    • Warum meinst du, immer Recht haben zu müssen?

    • scheinen
    • Der Fremde scheint, kein einziges Wort zu verstehen.

    • verbieten
    • Ich verbiete dir, mit diesem faulen Taugenichts auszugehen.

    • vergessen
    • Er hat vergessen, seiner Frau zum Geburtstag zu gratulieren.

    • versprechen
    • Versprich mir, für immer und ewig treu zu bleiben.

    • versuchen
    • Versuch mal, diesen Kastanienbaum hochzuklettern.

    • vor|haben
    • Seppel hat vor, im nächsten Jahr nach Brasilien zu fliegen.

    • warnen vor
    • Ich warne dich davor, dich mit diesem miesen Typ anzulegen.

    • s. weigern
    • Er hat sich geweigert, die Tische in den Keller zu bringen.

    Darüber hinaus bilden einige Adjektive und Partizipien in Verbindung mit dem Verb "sein" sehr häufig eine Infinitivkonstruktion. Einige ausgewählte Anwendungsbeispiele dazu:

    • bereit sein zu
    • Er ist dazu bereit, dir endlich Paroli zu bieten.

    • entschlossen sein
    • Ich bin fest entschlossen, unserem Chef meine Meinung zu sagen.

    • erlaubt sein
    • Es ist nicht erlaubt, in öffentlichen Gebäuden zu rauchen.

    • erstaunt sein über
    • Wir sind darüber erstaunt, dich hier im Hofbräuhaus zu treffen.

    • falsch sein
    • Es war falsch von dir, das Auto zu verkaufen.

    • gesund sein
    • Es ist nicht gesund, stundenlang am Computer zu spielen.

    • gewohnt sein
    • Ich bin es gewohnt, täglich nur 4 Stunden zu schlafen.

    • gut sein
    • Es ist gut, sich auf Freunde verlassen zu können.

    • leicht sein
    • Es ist nicht leicht, viel Geld zu verdienen.

    • richtig sein
    • Es war richtig, den faulen Mitarbeiter zu entlassen.

    • überzeugt sein von
    • Wir sind davon überzeugt, die qualifiziertesten Mitarbeiter zu haben.

    • verboten sein
    • Es ist verboten, mit Schuhen eine Moschee zu betreten.

    • wichtig sein
    • Es war wichtig, den Kollegen das Problem zu erläutern.

    Zu guter Letzt bilden einige Nomen sehr häufig eine Infinitivkonstruktion. Einige ausgewählte Anwendungsbeispiele dazu:

    • die Absicht haben
    • Er hat die Absicht, nach Paris zu fahren.

    • Angst haben (vor)
    • Er hat Angst, zu versagen.

    • eine Freude sein
    • Es ist uns eine Freude, Sie hier begrüßen zu dürfen.

    • (keine) Lust haben
    • Hast du Lust, mit mir ins Kino zu gehen?

    • Problem haben
    • Sie hatte das Problem, zu viele falsche Freunde zu haben.

    • Spaß haben bei
    • Wir hatten Spaß dabei, Herrn Stoppa zu veräppeln.

    • (keine) Zeit haben
    • Ich habe keine Zeit, ständig mein Zimmer aufzuräumen.
  39. Indirekte Fragesätze
    Man unterscheidet zwei Fragesätze:

    • Ja-/Nein- Fragen (Entscheidungsfragen: (Verb = Position 1)
    • Liebst du deinen neuen Freund?

    Wollen die asiatischen Kunden Toilettenpapierrollen kaufen?

    Interessiert Frau Mutzke sich für den roten Sportwagen?

    Warten die Besucher auf Herrn Muckelschnuckel?

    • W-Fragen (Ergänzungsfragen):
    • (W-Frage = Position 1 und Verb = Position 2)
    • Woher kommt die attraktive Studentin?

    Was suchen Sie hier in meinem Büro?

    Worauf warten die europäischen Touristen?

    Welcher Wein schmeckt unseren Gästen besser?

    Bei den gezeigten Beispielen handelt es sich um direkte Fragen. Fragen können aber auch in Nebensätzen stehen. Steht eine Frage im Nebensatz, spricht man von einer indirekten Frage. Indirekte Fragen wirken höflicher.

    Bei Ja-/Nein- Fragen benutzt man die Konjunktion " ob " :

    Hauptsatz + Konj. + Mittelfeld + Verb

    Kannst du mir sagen, ob du deinen neuen Freund liebst.

    Wissen Sie, ob die asiatischen Kunden Toilettenpapierrollen kaufen wollen.

    Ich wüsste gern, ob sich Frau Mutzke für den roten Sportwagen interessiert.

    Können Sie uns sagen, ob die Besucher auf Herrn Muckelschnuckel warten.

    W-Fragen bleiben W-Fragen:

    Hauptsatz + Konjunktion + Mittelfeld + Verb

    Ich hätte gern gewusst, woher die attraktive Studentin kommt.

    Könnten Sie mir bitte sagen, was Sie hier in meinem Büro suchen.

    Niemand weiß, worauf die europäischen Touristenwarten.

    Unser Chef möchte wissen, welcher Wein unseren Gästen besser schmeckt.

    • Indirekte Fragesätze sind Nebensätze.
    • In Nebensätzen steht das konjugierte Verb am Satzende. Indirekte Fragesätze wirken höflicher.Die Konjunktion "ob" steht bei Ja-/Nein- Fragen und leitet einen Nebensatz ein.Eine W-Frage bleibt eine W-Frage, wird jedoch zum Nebensatz.
  40. Infinitivkonstruktionen
    Die Infinitivkonstruktionen "um ... zu", "ohne ... zu" und "anstatt ... zu" sind unabhängig von bestimmten Verben. Sie haben andere Funktionen. Sie haben allerdings gemein, dass das Verb im Infinitiv am Satzende steht und dass sie subjektlos sind.

    Die Studenten lernen Deutsch, um in Deutschland zu studieren.

    Helmut ging nach Hause, ohne sich zu verabschieden.

    Der Programmierer surft im Internet, anstatt zu arbeiten.

    Die Infinitivkonstruktionen "um ... zu","ohne ... zu" und"anstatt ... zu" sind unabhängig von bestimmten Verben. Sie haben andere Funktionen. Sie haben allerdings gemein, dass das Verb im Infinitiv am Satzende steht und dass sie subjektlos sind.

    Die Studenten lernen Deutsch, um in Deutschland zu studieren.

    Helmut ging nach Hause, ohne sich zu verabschieden.

    Der Programmierer surft im Internet, anstatt zu arbeiten.

    Hauptsatz + Konj. + Mittelfeld + zu + Infinitiv

    Ich lerne Deutsch, um in Deutschland studieren zu können.

    Ich lerne Deutsch, um mich besser mit Deutschen unterhalten zu können.

    Ich lerne Deutsch, um bessere Berufsaussichten zu haben.

    Ich lerne Deutsch, um die Deutschen besser verstehen zu können.

    "ohne ... zu".

    Die Konjunktion "ohne ... zu" kann anstelle einer Negation benutzt werden.

    Peter ist nach Hause gegangen. Er hat sich nicht verabschiedet.

    Er ist nach Hause gegangen, ohne sich zu verabschieden.

    Der Angler fischt am See. Er hat keinen Angelschein.

    Der Angler fischt am See, ohne einen Angelschein zu haben.

    "(an)statt ... zu".

    Die Konjunktion "(an)statt ... zu" benutzt man, wenn etwas anderes passiert, als die erwartete Situation.

    Hans bleibt lieber zu Hause, anstatt seinem Freund zu helfen.

    Herr Kost arbeitet lieber, anstatt zu Hause zu bleiben.
  41. Kleine Hilfen zur Artikelbestimmung (Genusbestimmung) - Maskulin
    bei folgenden Endungen maskulin (Maskulinum = der):

    • -ant
    • Emigrant, Fabrikant, Lieferant, Mandant, Repräsentant, Spekulant, ...

    • -ent
    • Absolvent, Agent, Dirigent, Interessent, Konkurrent, Patient, Präsident, Student, ...

    • -ich
    • Gänserich, Kranich, Pfirsich, Teppich, ...

    • -ling
    • Feigling, Lehrling, Pfifferling, Schmetterling, Zwilling, ...

    die meisten Nomen auf -er (Ausnahmen: die Butter, das Fenster, die Leiter, die Mutter)

    • -ismus
    • Alkoholismus, Atheismus, Faschismus, Nationalsozialismus, Rassismus, Realismus, Sexismus, Tourismus, ...

    • -ist
    • Artist, Jurist, Journalist, Optimist, Pessimist, Realist, Terrorist, Tourist, ...

    • -or
    • Autor, Direktor, Doktor, Katalysator, Moderator, Monitor, Motor, Reaktor, ...

    Folgende Nomen sind immer maskulin:

    • Tageszeiten, Jahreszeiten, Monate, Wochentage
    • Morgen, Mittag, Abend, Frühling, Sommer, Januar, Februar,
    • Montag, Dienstag, ...
    • (Ausnahmen: die Nacht, die Mitternacht)

    • Himmelsrichtungen
    • Süden, Westen, Norden, Osten, Südwesten, Nordosten, ...

    • Wetter, Niederschläge
    • Föhn, Hagel, Hurrikan, Monsun, Nebel, Regen, Schnee, Tornado, Wind, ...
    • (Ausnahmen: das Eis, die Hitze, die Kälte, die Wolke)

    • alkoholische Getränke
    • Cognac, Likör, Punsch, Rum, Schnaps, Sekt, Tequila, Wein, Wodka, ...
    • (Ausnahme: das Bier)

    • Automarken
    • Audi, Fiat, Ford, Mercedes, Toyota, VW, ...
  42. Kleine Hilfen zur Artikelbestimmung (Genusbestimmung) - Feminin
    bei folgenden Endungen feminin (Femininum = die):

    • -anz
    • Allianz, Arroganz, Bilanz, Distanz, Toleranz, ...

    • -ei
    • Bäckerei, Bücherei, Druckerei, Metzgerei, Reederei, Tischlerei, Schlägerei, ...

    • -enz
    • Existenz, Intelligenz, Konferenz, Prominenz, Tendenz, ...

    • -heit
    • Frechheit, Freiheit, Geborgenheit, Krankheit, Sicherheit, Trunkenheit, Wahrheit, ...

    • -ie
    • Demokratie, Energie, Fotografie, Linie, Ökonomie, Prämie, Studie, ...

    • -keit
    • Einigkeit, Einsamkeit, Geschwindigkeit, Heiterkeit, Müdigkeit, Sauberkeit, ...

    • -ik
    • Fabrik, Klinik, Politik, Statistik, Technik, ...

    • -in (weibliche Berufsbezeichnungen)
    • Ärztin, Hündin, Köchin, Sekretärin, Studentin, Türkin, ...

    • -ion
    • Aktion, Diskussion, Information, Nation, Position, Produktion, Region, Religion, ...

    • -ität
    • Aggressivität, Aktivität, Humanität, Objektivität, Passivität, Stabilität, ...

    • -schaft
    • Feindschaft, Freundschaft, Gesellschaft, Mannschaft, Meisterschaft, Partnerschaft,

    • -ung
    • Bewegung, Endung, Entfernung, Erziehung, Hoffnung, Umgehung, Zeitung, ...

    • -ur
    • Agentur, Diktatur, Natur, Rasur, Rezeptur, Tastatur, Zensur, ...

    • Folgende Nomen sind immer
    • feminin:

    • Motorradnamen
    • BMW, Honda, Kawasaki, Yamaha, ...

    • Schiffsnamen
    • Gorch Fock, Kaiser Wilhelm, Titanic, Queen Elizabeth, ...

    • Zigarettennamen
    • Camel, Havanna, Lord Extra, Marlboro, ...

    • Substantivierte Zahlen
    • Eins, Zwei, Dreizehn, Hundert, Tausend, Million, Milliarde, Billion, ...
  43. Kleine Hilfen zur Artikelbestimmung (Genusbestimmung) - Neutral
    bei folgenden Endungen neutral (Neutrum = das):

    • -chen
    • (Diminutive: -chen und -lein macht alles klein)
    • - Bäumchen, Bärchen, Häschen, Herzchen, Mädchen, Schätzchen, Stühlchen, ...

    • -lein
    • - Bächlein, Fräulein, Häuslein, Peterlein, Strümpflein, Stühllein, Tischlein, ...

    • -ment
    • - Argument, Dokument, Element, Instrument, Medikament, Statement, ...

    • -tum
    • - Brauchtum, Christentum, Eigentum, ... (Ausnahmen: der Irrtum, der Reichtum)

    • -um
    • - Datum, Publikum, Stadium, Universum, ...

    • Folgende Nomen sind immer
    • neutral

    • Farbnamen
    • Blau, Himmelblau, Rosarot, Rot, Schneeweiß, Weiß, ...

    • Substantivierte Verben
    • Essen, Lernen, Reisen, Trinken, ...
  44. Plural
    Bei der Pluralbildung lässt sich keine allgemeingültige Regel bestimmen. Die meisten Nomen jedoch bilden ihre Pluralform mit " (e)n " oder " e ". Einige bilden bei der Pluralbildung einen Umlaut ( ä / ö / ü ).

    Alle Nomen im Plural haben den Pluralartikel " die ".

    • Maskuline und neutrale Nomen, die auf
    • -er, -en, -el, -chen, -lein enden, haben keine Pluralendung! Maskuline Nomen
    • erhalten bei den Selbstlauten a, o, und u oft einen Umlaut.

    • das Fenster - die Fenster
    • der Fehler - die Fehler
    • der Apfel - die Äpfel
    • das Mädchen - die Mädchen
    • der Garten - die Gärten
    • der Vater - die Väter
    • das Männlein - die Männlein
    • das Zeichen - die Zeichen
    • der Vogel - die Vögel

    • Die meisten maskulinen und neutrale Nomen bilden ihre Pluralform mit -e.
    • Die maskulinen Nomen haben oft einen Umlaut, feminine Nomen dagegen immer.

    • der Ball - die Bälle
    • das Boot - die Boote
    • die Kuh - die Kühe
    • der Tag - die Tage
    • das Gedicht - die Gedichte
    • die Laus - die Läuse
    • der Tisch - die Tische
    • das Telefon - die Telefone
    • die Nacht - die Nächte

    Alle maskulinen Nomen der n-Deklination, die meisten femininen Nomen, viele Fremdwörter sowie einige neutrale Nomen bilden ihre Pluralform mit -(e)n. Die Pluralform wird in dieser Gruppe fast immer ohne Umlaut gebildet.

    • der Junge - die Jungen
    • das Auge - die Augen
    • die Frage - die Fragen
    • der Löwe - die Löwen
    • das Bett - die Betten
    • die Idee - die Ideen
    • der Student - die Studenten
    • das Ohr - die Ohren
    • die Straße - die Straßen

    Die meisten neutralen Nomen sowie einige maskuline Nomen bilden ihre Pluralform mit der Endung -er. In dieser Gruppe bilden die meisten Nomen mit den Selbstlauten a, o oder u einen Umlaut.

    • das Buch - die Bücher
    • das Land - die Länder
    • das Wort - die Wörter
    • das Haus - die Häuser
    • der Mann - die Männer
    • der Wald - die Wälder
    • das Bild - die Bilder
    • das Kind - die Kinder
    • das Licht - die Lichter

    • Nomen mit den Endungen a, i, o oder u,
    • Abkürzungen sowie Fremdwörter aus dem Englischen bilden ihre Pluralform mit -s.

    • das Foto - die Fotos
    • das Kino - die Kinos
    • das Taxi - die Taxis
    • das Sofa - die Sofas
    • die Oma - die Omas
    • der Opa - die Opas
    • der Lkw - die Lkws
    • der Pkw - die Pkws
    • das Team - die Teams

    • Nomen mit den Endungen -nis und
    • -in verdoppeln ihren Konsonanten.

    • das Ereignis - die Ereignisse
    • das Ergebnis - die Ergebnisse
    • die Ärztin - die Ärztinnen
    • die Lehrerin - die Lehrerinnen

    Fremdwörter behalten teilweise ihre ursprüngliche Pluralendung, andere übernehmen die deutsche Pluralendung -en. Einige ausgewählte Fremdwörter bilden ihre Pluralendung wie folgt:

    Pluralformen mit -en

    • das Album - die Alben
    • der Atlas - die Atlanten
    • das Datum - die Daten
    • die Firma - die Firmen
    • der Globus - die Globen
    • das Konto - die Konten
    • das Museum - die Museen
    • das Risiko - die Risiken
    • das Thema - die Themen

    Fremde Pluralendungen

    • der Index - die Indizes
    • das Komma - die Kommata
    • das Lexikon - die Lexika
    • das Praktikum - die Praktika
    • das Solo - die Soli
    • das Visum - die Visa

    Einige Nomen werden nur im Singular oder nur im Plural benutzt. Die wichtigsten davon werden in folgender Tabelle aufgeführt:

    Nur im Singular:

    das Alter, der Ärger, der Frieden, das Geld, die Geduld, das Glück, die Hitze, die Kälte, der Lärm, die Zeit

    Nur im Plural:

    die Alimente, die Einkünfte, die Eltern, die Ferien, die Gebrüder, die Geschwister, die Kosten, die Lebensmittel, die Leute, die Personalien

    Pluralformen im Dativ

    Wird eine Pluralform im Dativ benutzt, so erhält die Pluralform ein zusätzliches -n.

    Mit den Jahren hat sich Rolf stark verändert.

    Die Eltern haben ihren Kindern zu Weihnachten Fahrräder geschenkt.

    Wie geht es deinen Freunden?

    Seit Monaten hat es hier nicht mehr geregnet.

    Das Essen hat unseren Gästen sehr gut geschmeckt.

    Ausnahmen: Das Plural-n entfällt, wenn die Pluralform mit -s gebildet wird und..

    Mit diesen Fotos ist er weltberühmt geworden.

    Bei den Omas ist es manchmal am schönsten.

    wenn die Pluralendung bereits ein -n ist.

    Jochen hat gestern nur mit einem hübschen Mädchen getanzt.

    Auf den Straßen ist man sich heute nicht mehr sicher.
  45. Nomen Komposita
    Die Bildung von neuen Substantiven geschieht in der deutschen Sprache relativ häufig. In einem Kompositum (Plural: Komposita) werden verschiedene Wörter zu einem neuen Wort zusammengefügt. Ein Kompositum besteht aus mindestens zwei Wörtern. Ein Nomenkompositum kann auch aus vielen verschiedenen Wörtern bestehen.

    Manchmal ist ein Nomenkompositum aus vier, fünf, sechs und mehr Einzelwörtern zusammengesetzt (Beispiele dazu). In einem Nomenkompositum bestimmt das letzte Nomen das Genus und den Numerus.

    Ein Nomenkompositum kann sich zusammenstellen aus:

    • Nomen + Nomen
    • der Tisch + die Decke = die Tischdecke

    • Verb + Nomen
    • warten + das Zimmer = das Wartezimmer

    • Adjektiv + Nomen
    • alt + das Papier = das Altpapier

    • Adverb + Nomen
    • nicht + der Raucher = der Nichtraucher

    • Etwa bei 30 Prozent der Zusammensetzungen wird ein so genanntes " Fugenzeichen " eingefügt. Ein Fugenzeichen ist ein Verbindungslaut zwischen den beiden Wörtern, meist -e, -(e)s, -(e)n oder -er.
    • Leider gibt es keine festen Regeln für die Einfügung eines Fugenzeichens.

    Relativ häufig ist das " Fugen-s " anzutreffen. Meistens dienen die Fugenzeichen der Aussprache.

    Einige ausgewählte Beispiele:

    • Fugenzeichen -e
    • (seltener / oft Verb (-(e)n
    • vom Infinitiv fällt weg) + Nomen)

    • lesen + die Brille = die Lesebrille ///
    • baden + das Zimmer = das Badezimmer
    • schlafen + das Zimmer = das Schlafzimmer /// sprechen + die Stunde = die Sprechstunde

    Fugenzeichen -(e)s ( häufiger anzutreffen ) Oft bei Zusammensetzungen mit Wörtern auf -tum, -ling, -ion, -tät, -heit, -keit, -schaft, -sicht, und -ung anzutreffen.

    Fugenzeichen -er (meist die entsprechende Pluralform)

    • das Kind + das Zimmer = das Kinderzimmer
    • das Wort + das Buch = das Wörterbuch

    • die Geburt + der Tag + das Geschenk = das Geburtstagsgeschenk
    • die Gesundheit + der Minister = der Gesundheitsminister

    Fugenzeichen -(e)n (meist die entsprechende Pluralform)

    • der Student + der Ausweis = der Studentenausweis
    • die Straße + die Bahn = die Straßenbahn
    • der Rabe + die Mutter =
    • die Rabenmutter
  46. N-Deklination (schwache Nomen)
    Zu der Gruppe der N-Deklination gehören nur maskuline Nomen! Nomen der N-Deklination, auch schwache Nomen genannt, erhalten im Akkusativ, Dativ und Genitiv ein zusätzliches " -n ".

    ( 1 ) Können Sie mir bitte den Namen des Zeugen buchstabieren?

    ( 2 ) Können Sie mir bitte die Namen der Zeugen buchstabieren?

    ( 3 ) Das Mädchen hat mit dem Jungen aus der Nachbarschaft getanzt.

    ( 4 ) Das Mädchen hat mit den Jungen aus der Nachbarschaft getanzt.

    Die Nomen "der Junge, der Name und der Zeuge" sind schwache Nomen. Nomen, die zur N-Deklinationsgruppe gehören, erhalten im Singular Akkusativ, Dativ und Genitiv ein zusätzliches " -n ".

    In den Beispielen unter den Ziffern 1 und 3 stehen die Nomen im Singular. Dies kann man aber nur am Artikel erkennen.

    ( 1 ) den Namen = Akkusativ maskulin Singular

    ( 1 ) des Zeugen = Genitiv maskulin Singular

    ( 3 ) dem Jungen = Dativ maskulin Singular

    In den Beispielen unter den Ziffern 2 und 4 stehen die Nomen im Plural.

    Dies kann man aber nur am Artikel erkennen. N-Deklination und Pluralbildung ist beim Nomen identisch.

    • ( 2 ) die Namen = Akkusativ Plural
    • ( 2 ) der Zeugen = Genitiv Plural
    • ( 4 ) den Jungen = Dativ Plural

    Nur der deklinierte Artikel lässt eine Unterscheidung zwischen N-Deklination im Singular und Plural zu!

    Nur maskuline Nomen gehören zur N-Deklination!

    Die Zahl der Nomen, die zur Gruppe der N-Deklination gehören, ist relativ klein.

    • Schwache Nomen sind immer maskulin
    • enden immer auf -e. Zu dieser Gruppe gehören vor allem:

    • der Buchstabe, der Gedanke, der Name
    • ( diese 3 Nomen im Genitiv + -s = Namens ) und...

    • - Nationalitäten:
    • der Afghane, der Baske, der Brite, der Bulgare, der Chinese, der Däne, der Franzose, der Grieche, der Ire, der Jude, der Jugoslawe, der Kroate, der Kurde, der Mongole, der Pole, der Russe, der Schotte, der Türke,der Ungar.

    • - Personen:
    • der Angsthase, der Bote, der Bube, der Bursche, der Erbe, der Experte, der Gatte, der Heide,der Insasse, der Junge, der Junggeselle, der Knabe, der Kollege, der Kommilitone, der Komplize, der Kunde, der Laie, der Neffe, der Riese, der Sklave, der Zeuge.

    • - Tiere:
    • der Affe, der Bär, der Bulle, der Coyote, der Drache, der Hase, der Falke, der Fink, der Löwe, der Ochse, der Rabe, der Schimpanse.

    - enden auf -and, -ant, -ent ( meist Personen ) n-Deklination + -en = den Studenten:

    der Absolvent, der Agent, der Assistent, der Astronaut, der Demonstrant, der Diamant, der Dirigent, der Doktorand, der Elefant, der Emigrant, der Konsonant, der Konsument, der Lieferant, der Musikant, der Student, der Präsident, der Produzent.

    - enden auf -oge, -ad, -at ( meist Berufsbezeichnungen ) n-Deklination + en:

    der Automat, der Biologe, der Bürokrat, der Diplomat, der Gynäkologe, der Kamerad, der Kandidat, der Pädagoge, der Soldat, der Soziologe.

    - enden auf -ist ( Personen, Berufe ) n-Deklination + en:

    • der Autist, der Christ, der Egoist, der Idealist, der Journalist, der Kapitalist,
    • der Kommunist, der Polizist, der Sozialist, der Spezialist, der Terrorist, der Tourist

    • - und folgende Ausnahmen ( meist Personen oder Berufsbezeichnungen )
    • n-Deklination + en:

    der Architekt, der Bauer (+ n), der Chaot, der Depp, das Herz ( des Herzens ), der Held, der Favorit, der Fotograf, der Graf, der Herr (+ n), der Idiot, der Mensch, der Nachbar (+ n), der Narr, der Pilot, der Prinz.
  47. Genitiv
    Das Genitivattribut ist eine Nomen / Nomenkonstruktion ( Nomen + Nomen ), wobei ein Nomen im Genitiv steht.Das Nomen im Genitiv ( = Genitivattribut ) gibt häufig den Besitzer an.

    Das ist das Haus meines Vaters.

    Die Lehrerin korrigiert die Fehler des Kindes.

    Die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland ist Berlin.

    Bei der Konstruktion Nomen + Nomen steht das 2. Nomen im Genitiv.

    - das Haus meines Vaters /// die Fehler des Kindes, ...

    Fast alle maskuline und neutrale Nomen erhalten die Endung - s oder - es .

    - das Haus meines Vaters /// die Fehler des Kindes, ...

    Ausnahmen: Nomen der n-Deklination behalten ihre Form ( kein - (e)s ).

    - der Vater des Jungen /// die Frau des Präsidenten, ...

    Nomen im Plural sowie alle feminine Nomen bleiben im Genitiv unverändert.

    - das Auto der Frau, die Haare der Kellnerin, die Mütter der Kinder, ...

    Nomenbegleiter (Artikel, Possessiv etc.) werden ebenfalls im Genitiv dekliniert.

    Die W-Frage im Genitiv lautet Wessen?

    Wessen Auto ist das? - Das ist das Auto meiner Freundin.

    Wessen Buch ist das? - Das ist das Buch unserer Lehrerin.

    Im Genitiv wird ein -s angehängt, wenn..

    - das Nomen mehrere Silben hat:

    des Autos, des Büros, meines Fotos, des Königs, des Studiums, seines Vaters, ...

    - das Nomen auf ein unbetontes -e, - el, - er, - en, - chen, - lein und - ling endet:

    des Bratens, des Jünglings, des Mädchens, des Mädels, des Muskels, des Vogels, ...

    • Im Genitiv wird ein -es angehängt, wenn
    • das Nomen nur eine Silbe hat.

    des Bildes, des Jahres, des Kindes, eines Mannes, meines Sohnes, eines Tages, ...

    Ausnahmen: des Chefs, des Films

    - das Nomen auf - s, - ss, - ß, - tz, - x oder - z endet:

    meines Arztes, deines Glases, des Platzes, des Reflexes, des Schlusses, ...

    - das Nomen auf - nis, endet. (s wird verdoppelt!):

    des Ereignisses, des Ergebnisses, des Verhältnisses, meines Zeugnisses, ...

    Wird ein Eigenname ( Peter, Christine, Herr Maier, ...) benutzt, steht der Eigenname im Genitiv an erster Stelle. Die Eigennamen erhalten ein Genitiv -s:

    Das sind Petras Kinder.

    Stefans Frau ist schon wieder schwanger.

    Frau Meiers Auto ist in der Autowerkstatt.

    Endet der Eigenname auf - s, - tz, - x oder - z, wird in der Schriftsprache ein Apostroph ` angehängt:

    Ist das Hans` Auto?

    Fritz` neue Freundin heißt Siglinde.

    Alex` Vater liegt im Krankenhaus.

    In der gesprochenen Sprache ist diese Aussprache nicht möglich. Deshalb vermeidet man in der gesprochenen Sprache das Genitivattribut. Man verwendet die Form " von + Dativ ":

    Ist das das Auto von Hans?

    Die neue Freundin von Fritz heißt Sieglinde.

    Der Vater von Alex liegt im Krankenhaus.

    Alternativen zum Genitiv

    Nomen + Nomen (Genitivattribut) / W-Frage = Wessen?

    Wessen Auto ist das? - Das ist das Auto meines Bruders.

    Wessen Haus ist das? - Das ist das Haus meines Zahnarztes.

    Wessen Pass ist das? - Das ist der Pass eines Schülers.

    Namen (Genitivattribut) + Nomen / W-Frage = Wessen?

    Wessen Auto ist das? - Das ist Peters Auto.

    Wessen Haus ist das? - Das ist Herr Böckens Haus.

    Wessen Pass ist das? - Das ist Michaels Pass.

    Nomen + von + Nomen (Dativ)/ W-Frage = von wem?

    Von wem ist das Auto? - Das Auto ist von meinem Bruder.

    Von wem ist das Haus? - Das Haus ist von meinem Zahnarzt.

    Von wem ist der Pass? - Der Pass ist von Michael.

    Verb: gehören(+ Dativ) / W-Frage = Wem?

    Wem gehört das Auto? - Das Auto gehört Peter.

    Wem gehört das Haus? - Das Haus gehört meinem Zahnarzt.

    Wem gehört der Pass? - Der Pass gehört einem Schüler.

    Possessivartikel

    Ist das Peters Auto? - Ja, das ist sein Auto.

    Gehört das Haus deinem Zahnarzt? - Ja, das ist sein Haus.

    Ist der Pass von Michael? - Ja, das ist sein Pass.

    Nomen + Verb

    Wann ist die Abfahrt des Zuges? - Der Zug fährt morgen um 10 Uhr ab.

    Wie lautete Utes Frage? - Ute fragte, wann die Pause endlich beginne.

    Wann kommt das Flugzeug an? - Die Ankunft des Flugzeuges ist noch ungewiss.

    Komposita

    Eine Motorschraube ist weg. - Wie bitte? Eine Schraube des Motors fehlt?

    Wann beginnt die Jagd der Hasen? - Die Hasenjagd beginnt schon morgen.

    Warum gefällt dir die Farbe der Wand nicht. - Ich finde die Wandfarbe schön.
  48. Adjektive und Partizipien als Nomen
    • Theoretisch können alle Adjektive und
    • Partizipien nominalisiert werden, das heißt, dass sie wie ein selbständiges Nomen gebraucht werden. In der Regel bezeichnen Nomen aus Adjektive und Partizipien Personen oder Abstrakta. Alle nominalisierten Adjektive und Partizipien sind zwar Nomen, werden aber wie Adjektive dekliniert.

    Artikel + Adjektiv / Partizip + Nomen.

    Gestern wurde ein toter Mann auf einer Parkbank gefunden.

    Zwei betrunkene Männer schliefen gleich neben ihm.

    Eine blinde Frau saß daneben und weinte.

    Ein obdachloser Spaziergänger benachrichtigte schließlich die Polizei.

    Werden Adjektive und Partizipien nominalisiert, bezeichnen sie oft Personen. Nominalisierte Adjektive und Partizipien sind Nomen und werden mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben, das ursprüngliche Nomen entfällt (Mann, ...):

    Adjektiv / Partizip als Nomen.

    Gestern wurde ein Toter auf einer Parkbank gefunden.

    Zwei Betrunkene schliefen gleich neben ihm.

    Eine Blinde saß daneben und weinte.

    Ein Obdachloser benachrichtigte schließlich die Polizei.

    "Deutsch" ist ein Adjektiv und gehört zu dieser Gruppe und nicht zur Gruppe der N-Deklination.

    Der deutsche Mann / die deutsche Frau /// ein deutscher Mann / eine deutsche Frau

    Der Deutsche / die Deutsche /// ein Deutscher / eine Deutsche

    Nominalisierte Adjektive und Partizipien bezeichnen Personen oder Abstrakta. Einige nominalisierte Adjektive werden sehr häufig gebraucht. Die gebräuchlichsten Adjektive zeigt folgende Tabelle auf:

    • alt - der Alte
    • arbeitslos - die Arbeitslose
    • arm - viele Arme
    • bekannt - ein Bekannter
    • blind - der Blinde
    • blond - die Blonde
    • böse - das Böse
    • deutsch - die meisten Deutschen
    • dumm - der Dumme
    • einheimisch - einen Einheiminschen
    • freiwillig - viele Freiwillige
    • fremd - die Fremden
    • gut - das Gute
    • homosexuell - einen Homosexuellen
    • klein - die Kleine
    • krank - vielen Kranken
    • kriminell - zu vielen Kriminellen
    • ledig - ein Lediger
    • nächste - den Nächsten
    • obdachlos - viele Obdachlose
    • schön - die Schönen
    • schwarz - der Schwarze
    • selbständig - die Selbständige
    • tot - ein Toter

    Folgende Partizipien I werden häufig als selbständiges Nomen gebraucht:

    • abwesend
    • Alle Abwesenden haben diese wichtige Information nicht erhalten.

    • anwesend
    • Alle Anwesenden haben die Prüfung bestanden.

    • ausbildend
    • Die Auszubildenden müssen einen Nachweis über die Ausbildung führen.

    • heranwachsend
    • Heranwachsende sind Personen, die ein Alter von 18 - 20 Jahren haben.

    • leidtragend
    • Bei einer Scheidung sind die Kinder immer die Leidtragenden.

    • mitwirkend
    • Allen Mitwirkenden an dieser Sendung gilt ein besonderer Dank.

    • reisend
    • Reisende soll man nicht aufhalten.

    • überlebend
    • Bei dem gestrigen Flugzeugabsturz gab es keine Überlebenden.

    • vorsitzend
    • Der Vorsitzende des Vereins stellt sein Amt zur Verfügung.

    Folgende Partizipien II werden sehr häufig als selbständiges Nomen gebraucht:

    Partizip II - Infinitiv..

    • abgeordnet - ab|ordnen
    • Abgeordnete sitzen z.B. im Bundestag.

    • angehörig - an|gehören
    • Sind Sie ein Angehöriger des Verstorbenen?

    • angeklagt - an|klagen
    • Der Angeklagte verweigerte seine Aussage.

    • angestellt - an|stellen
    • Angestellte haben bessere Tarifverträge als Arbeiter.

    • beamtet - beamten
    • Der Arbeitgeber aller Beamten ist der Staat.

    • betrogen - betrügen
    • Der Betrogene verschwieg zuerst seinen Schaden.

    • betrunken - betrinken
    • Hier in der Kneipe gibt es nur Betrunkene.

    • gefangen - fangen
    • Diese Gefangenen sitzen lebenslang hinter Gitter.

    • geliebt- lieben
    • Hans hat eine Geliebte und seine Frau weiß von nichts.

    • prostituiert - prostituieren
    • Die Prostituierte verkauft sich am Straßenrand.

    • verdächtigt - verdächtigen
    • Die Verdächtigten werden von der Polizei vernommen.

    • verheiratet - verheiraten
    • Sind Verheiratete wirklich glücklicher als Ledige?

    • verletzt - verletzen
    • Die Sanitäter konnten die Blutung des Verletzten stoppen.

    • verliebt - verlieben
    • Dieser idyllische Ort ist ein Treffpunkt für Verliebte.

    • vermisst - vermissen
    • Nach drei Monaten tauchte der Vermisste wieder auf.

    • verstorben - versterben
    • Die Verstorbene hinterließ dem Zoo ein großes Vermögen.

    • vorgesetzt - vor|setzen
    • Erich streitet sich andauernd mit seinem Vorgesetzten.
  49. Nomenbegleiter (Artikelwörter)
    Ein Nomen steht selten allein (Ausnahme: Nullartikel). Fast immer wird das Nomen durch Artikelwörter (Nomenbegleiter) begleitet. Das Artikelwort steht vor dem Nomen. Die Nomenbegleiter haben immer dasselbe Genus, denselben Kasus (Akk. Dativ Nom. Genitiv), und denselben Numerus (singular oder plural) wie das entsprechende Nomen.

    Übersicht der Nomenbegleiter.

    Folgende Artikelwörter können ein Nomen begleiten:

    Nullartikel

    Steht ein Nomen im Plural, entfällt oft der Artikel:

    In der heutigen Zeit braucht man Geld, Zeit und Geduld.

    bestimmter Artikel: der, den, dem, des, die, den

    Der bestimmte Artikel wird von allen Nomenbegleitern am häufigsten gebraucht.

    Hat der Lehrer auch den Liebesbrief gelesen?

    unbestimmter Artikel: ein, eine, einen, einem, einer, eines

    In einer Erzählung wird das Nomen mit dem unbestimmten Artikel eingeführt.

    Vor der Tür steht ein Mann mit einem Blumenstrauß in der Hand.

    Possessivartikel: mein, dein , sein, ihr, euer, Ihr, meinen, meinem, meiner, ...

    Possessivartikel geben eine Zugehörigkeit oder einen Besitz an.

    Warum hat dein Bruder meiner Schwester deinen Schlüssel gegeben?

    Demonstrativartikel: diese, dieser, diesem, jene, jener, jenem, derjenige, dieselbe, ...

    Demonstrativpronomen werden sprachlich stärker betont.

    Dieser Mann dort hat gestern meine Brieftasche gestohlen.

    Indefinitartikel: alle, einige, manche, ...

    Die meisten Indefinitartikel stehen dem bestimmten Artikel sehr nahe.

    Alle Lebewesen müssen irgendwann einmal sterben.

    Interrogativartikel: was für ein-, welch-

    Interrogativartikel sind welch- und was für ein-

    Welche positiven Eigenschaften haben Sie?
  50. Adjektiv Deklination - Nullartikel
    In einigen bestimmten Fällen benutzt man in der deutschen Sprache keinen Artikel. Wird kein Artikel benutzt, spricht man von einem Nullartikel.

    In den folgenden Beispielen haben die meisten Beispiele den Zusatz "ohne nähere Bestimmung ". Das bedeutet, sobald ein Nomen eine nähere Bestimmung erhält ( = Adjektiv- oder Genitivattribut / adverbiale Angabe / Relativsatz), muss ein Artikel benutzt werden:

    - ohne nähere Bestimmung = Nullartikel:

    Gerd ist in Gerda verliebt.

    Herr Schmitz ist Arzt.

    - nähere Bestimmung, durch die nähere Bestimmung erhält das Nomen einen bestimmten Artikel:

    Der schüchterne Gerd ist in die wunderschöne Gerda verliebt.

    Der Gerd aus dem Haus gegenüber ist in die Gerda des Nachbarhauses verliebt.

    Der Herr Schmitz von nebenan ist der Arzt von Frau Krankelbuttler.

    Der Arzt, der Frau Krankelbutter behandelt, ist der Mann von der Frau Schmitz.

    Anwendung des Nullartikels

    Das Nomen erhält keinen Artikel vor...

    Abstrakta, die allgemeine Eigenschaften und Gefühle ohne nähere Bestimmung bezeichnen. Die Abstrakta stehen im Akkusativ oder direkt nach einer Präposition.

    Wer Kinder haben will, der sollte viel Geld, Zeit und Geduld mitbringen.

    Weitere oft benutzte Abstrakta:

    Angst, Ausdauer, Dummheit, Durst, Ehrgeiz, Fleiß, Freude, Geduld, Glück, Hass, Hitze, Hunger, Intelligenz, Kälte, Kraft, Liebe, Musik, Mut, Neid, Pech, Ruhe, Seele, Treue, Verstand, Vertrauen, Würde, ...

    Anreden und Titeln ohne nähere Bestimmung

    • Guten Tag, Frau Klabautermann.
    • Auf Wiedersehen, Herr Professor Doktor Lauterbach.

    • Berufen ohne nähere Bestimmung
    • (+ Verben "sein" und "werden" und nach "als")

    • Thomas will Arzt werden.
    • Frau Simone-Schnotter ist Justizministerin.

    Eigennamen ohne nähere Bestimmung

    • Susi küsst Volker. Sandra liebt Berthold.
    • Frank ist Adrians Bruder. /// Frank ist der Bruder von Adrian.

    dem Plural des unbestimmten Artikels

    Dort steht ein Auto. Dort stehen Autos.

    Hast du einen Stift für mich? Hast du Stifte für mich?

    Nomen nach Maß-, Gewichts- und Mengenangaben

    Ich hätte gern eine Tasse Kaffee für meine Frau und für mich ein Glas Bier.

    • nicht zählbaren Stoffen oder Materialien
    • ohne nähere Bestimmung (etwas nicht zählen können)

    • Die Uhr des Professors ist aus reinem Gold.
    • Auf der Party gibt es Bier, Limo, Cola, Säfte, Mineralwasser und Wein.

    • Dazu gehören:
    • Alkohol, Benzin, Beton, Bier, Blei, Brot, Butter, Eisen, Erdöl, Fleisch, Geld, Glas, Gold, Holz, Kaffee, Kohle, Leder, Luft, Milch, Öl, Salz, Sand, Seide, Silber, Stahl, Tee, Wasser, Wein, Wolle, Zucker,...

    Nationalitäten ohne nähere Bestimmung

    • Pedro ist eingebürgert worden.
    • Endlich ist er Deutscher.

    Namen von Ländern, Städten und Kontinenten

    • Amerika ist ein großer Kontinent.
    • Ich war schon in Berlin.

    • Ausnahmen!: Einige Länder haben einen festen Artikel: die Dominikanische Republik, der Irak, der Iran, der Jemen, der Libanon, die Niederlande (Plural),
    • die Mongolei, die Schweiz, die Slowakei, der Sudan, die Türkei, die Tschechei, die USA (Plural)
    • Sprichwörtern

    Ohne Fleiß kein Preis. /// Arbeiten bringt Brot, faulenzen Hungersnot.
  51. Adjektiv Deklination - Bestimmter Artikel
    Der bestimmte Artikel, auch definiter Artikel genannt, wird von allen Nomenbegleitern am häufigsten gebraucht. Das Nomen selbst gibt nicht immer eine Information über sein Geschlecht (das Genus), Numerus (Singular, Plural) und Kasus (Nominativ, Dativ, ...) an. Diese Funktion übernimmt der bestimmte Artikel.

    Der bestimmte Artikel gibt somit als Nomenbegleiter folgende Informationen an Genus, Numerus, Kausus.

    Der bestimmte Artikel wird in folgenden Situationen benutzt...

    - Eine Sache oder eine Person ist bekannt:

    Das Baby schreit.

    - Eine Sache oder eine Person wurde vorher genannt:

    Dort steht ein Mann. Der Mann hat einen Hut. Der Hut ist schwarz.

    - Etwas ist einmalig (Flüsse, Gebirge, Länder mit Artikel, Namen, Seen, Planeten, ...):

    die Donau, die Elbe, der Main, die Mosel, der Neckar, der Rhein, die Weser, ...die Alpen, der Bayrische Wald, die Eifel, der Harz, der Schwarzwald, ...

    - Wenn der Superlativ gebildet wird:

    Frank ist der schnellste Schwimmer.

    - Bei Datumsangaben und Ordinalzahlen:

    Heute ist der zehnte August.

    • Der bestimmte Artikel zeigt den Kasus
    • des Nomens an. Das Nomen selbst gibt oft keine Information über seinen Kasus.
    • Daher übernimmt der bestimmte Artikel diese Funktion.

    • Nominative: der, die, das, die
    • Akkusative: den, die, das, die
    • Dativ: dem, der, dem, den
    • Genitiv: des, der, des, der

    (maskulin) Der Bruder des Kochs hat dem Nachbarn den alten Wagen verkauft.

    (feminin) Die Schwester der Köchin hat der Nachbarin die kaputte Lampe geschenkt.

    (neutral) Das Kind hat das Kleid des Mädchens verschmutzt.

    In einigen Fällen verschmilzt der bestimmte Artikel mit einer Präposition.

    • Akkusativ + Neutrum
    • an + das = ans

    • Akkusativ + Neutrum
    • in + das = ins

    • Dativ + Neutrum / Maskulinum
    • an + dem = am

    • Dativ + Neutrum / Maskulinum
    • bei + dem = beim

    • Dativ + Neutrum / Maskulinum
    • in + dem = im

    • Dativ + Neutrum / Maskulinum
    • von + dem = vom

    • Dativ + Neutrum / Maskulinum
    • zu + dem = zum

    • Dativ + Femininum
    • zu + der = zur
  52. Adjektiv Deklination - Unbestimmter Artikel
    Wird ein Nomen in einer Erzählung das erste Mal geäußert, wird es mit dem unbestimmten Artikel eingeführt. Demnach wird der unbestimmte Artikel benutzt, wenn eine Sache oder Person unbekannt oder nicht bestimmt ist oder keinen Namen hat. Wird die Sache oder die Person wiederholt, wird der bestimmte Artikel gebraucht.

    • Das Baby spielt mit einer Puppe.
    • einer Puppe = unbestimmter Artikel Das Baby = bestimmter Artikel

    • Die Babys spielen mit Puppen.
    • Im Plural entfällt der unbestimmte Artikel ( = Nullartikel ) !!!

    Wie beim bestimmten Artikel, zeigt auch der unbestimmte Artikel den Kasus des Nomens an, da das Nomen selbst oft keine Information über seinen Kasus gibt. Daher übernimmt auch der unbestimmte Artikel diese Funktion.

    • Nominativ: ein, eine, ein, -
    • Akkusativ: einen, eine, ein, -
    • Dativ: einem, einer, einem, -
    • Genitiv: eines, einer, eines, -

    (maskulin) Ein Freund eines Freundes von mir hat einem Hund einen Fußtritt gegeben.

    (feminin) Eine Freundin einer Freundin von mir hat einer Katze eine lebendige Maus gegeben.

    (neutral) Ein Kind aus der Schule hat einem anderen Kind ein Bilderbuch gestohlen.

    Der unbestimmte Artikel kann verneint werden. Dazu benutzt man einen Negativartikel. Der Negativartikel lautet kein-. Der Negativartikel wird wie der unbestimmte Artikel dekliniert.

    Ausnahme: Der Plural hat einen Negativartikel!!!

    • Nominativ: kein, keine, kein, keine
    • Akkusativ: keinen, keine, kein, keine
    • Dativ: keinem, keiner, keinem, keinen
    • Genitiv: keines, keiner, keines, keiner
  53. Adjektiv Deklination - Possessivartikel
    Das Possessivpronomen kann allein oder in Funktion eines Artikels auftreten. Tritt es in Funktion eines Artikels auf, spricht man von einem Possessivartikel. Possessivartikel gehören wie die unbestimmten und bestimmten Artikel zu den Begleitern eines Nomens und können nicht alleine stehen, sondern nur in Verbindung mit einem Nomen. Possessivartikel geben eine Zugehörigkeit oder einen Besitz an.

    • Genitiv:
    • Wessen Buch ist das? Das ist mein Buch.
    • Das Buch ist von mir.

    • Dativ:
    • Von wem ist das Buch? Das ist mein Buch. Das Buch ist von mir.

    • Dativ:
    • Wem gehört das Buch? Das ist mein Buch. Das Buch ist von mir.

    • Possessiv:
    • Ist das dein Buch? Ja, das ist mein Buch.
    • Ja, das Buch ist von mir.

    Die Form des Possessivartikels richtet sich nach der Person, auf die es sich bezieht.

    • 1. Pers. Sing. ich - mein
    • 2. Pers. Sing. du - dein
    • 3. Pers. Sing. er - sein
    • 3. Pers. Sing. sie - ihr
    • 3. Pers. Sing. es - sein
    • 1. Pers. Plural wir - unser
    • 2. Pers. Plural ihr - euer
    • 3. Pers. Plural sie - ihr
    • 3. Pers. Plural Sie - Ihr

    Die Person, auf die sich das Possessiv bezieht, kann in der 3. Person Singular ein Personalpronomen, ein Name oder ein Nomen bzw. eine Sache sein.

    • 3. Person maskulin
    • er = Sein Bruder ist nicht hier.
    • Theodor = Sein Vater wohnt in München.
    • der Hund = Wo ist sein Herrchen?

    • 3. Person feminin
    • sie = Weißt du, wo ihr Bruder studiert?
    • Susanne = Ihr Vater liegt schon seit drei Wochen im Krankenhaus.
    • die Sonne = Für unsere Augen ist ihr Licht zu stark .

    • 3. Person Singular neutral
    • es = Weißt du, wo sein Vater ist?
    • das Kind = Sein Vater ist sehr streng.
    • das Radio = Das Radio gefällt mir nicht. Sein Klang ist zu dumpf.

    • Die Deklination ist für alle Possessivartikel gleich (meinem, deinem, seinem, ihrem, unserem,...).
    • Possessivartikel werden wie die Negativartikel dekliniert (keiner / seiner, keine / meine, ...).

    • Nominativ: mein, meine, mein, meine
    • Akkusativ: meinen, meine, mein, meine
    • Dativ: meinem, meiner, meinem, meinen
    • Genitiv: meines, meiner, meines, meiner

    Die Deklination richtet sich nach dem Nomen, das hinter dem Possessivartikel steht. Die Bezugsperson zeigt das Possessiv an, nicht den Kasus, Genus und Numerus!

    Beispiele:

    "Hallo Ute. Das ist Peter. Seine Schwester ist meine beste Freundin."

    Peter = Bezugswort = maskulin = Possessiv = sein

    Schwester = Nomen der Deklination = feminin = Nominativ = Endung -e

    Sprecher = Bezugswort = 1. Person Singular ich = Possessiv = mein

    Freundin = Nomen der Deklination = feminin = Nominativ = Endung -e

    Meine Eltern haben meinem Bruder zu seinem Geburtstag ihr altes Auto geschenkt.

    Sprecher = Bezugswort = 1. Person Singular ich = Possessiv = mein

    • Eltern = Nomen der Deklination = Plural = Nominativ = Endung -e
    • (Satzanfang: großer Buchstabe!)

    Bruder = Nomen der Deklination = maskulin = Dativ = Endung em

    Bruder = Bezugswort = maskulin = Possessiv = sein

    Geburtstag = Nomen der Deklination = maskulin = Dativ = Endung -em

    Eltern = Bezugswort = Plural = Possessiv = ihr

    Auto = Nomen der Deklination = neutral = Akkusativ = keine Endung
  54. Adjektiv Deklination - Demonstrativartikel
    Demonstrativpronomen ordnen einer Person oder einer Sache im Kontext eine stärkere Betonung zu und heben eine gewisse Wichtigkeit der Person oder der Sache hervor. Demonstrativpronomen werden sprachlich stärker als der bestimmte Artikel betont. Das Demonstrativpronomen kann allein oder in Funktion eines Artikels auftreten. Tritt es in Funktion eines Artikels auf, spricht man von einem Demonstrativartikel. Demonstrativartikel gehören wie die bestimmten Artikel zu den Begleitern eines Nomens und können nicht alleine stehen, sondern nur in Verbindung mit einem Nomen. Demonstrativartikel stehen dem bestimmten Artikel sehr nahe. Demonstrativartikel haben die gleichen Endungen wie die bestimmten Artikel und werden auch gleich dekliniert.

    • Nominativ: dieser, diese, dieses, diese
    • Akkusativ: diesen, diese, dieses, diese
    • Dativ: diesem, dieser, diesem, diesen
    • Genitiv: dieses, dieser, dieses, dieser

    ebenso: jene-

    "Dies-" wird benutzt, wenn eine Person oder Sache vom Sprecher aus gesehen räumlich oder zeitlich näher ist.

    "Jene-" wird benutzt, wenn eine Person oder Sache vom Sprecher aus gesehen räumlich oder zeitlich weiter entfernt ist.

    Nimm dieses Buch. Jenes Buch ist ziemlich langweilig.

    Jener Mann da hinten hat das Handy gestohlen, nicht dieser Mann hier vorne.

    Die Demonstrativartikel "derjenige" und "derselbe" bestehen aus zwei Wortteilen. Der erste Wortteil entspricht dem bestimmten Artikel und wird wie dieser dekliniert. Der zweite Wortteil entspricht der Endung der Adjektivdeklination des bestimmten Artikels.

    Die Demonstrativartikel "derjenige, diejenige, etc." werden benutzt, wenn in einem anschließenden Relativsatz weitere Informationen folgen.

    Das ist derjenige Mann, der gestern nach Ihnen gefragt hat.

    Diejenigen Schüler, die durchgefallen sind, erhalten Nachhilfestunden.

    Die Demonstrativartikel "derselbe, dieselbe, etc." bezeichnen die Person oder die Sache, die mit einer vorher genannten Person oder Sache identisch ist.

    • Nominativ: derselbe, dieselbe, dasselbe, dieselben
    • Akkusativ: denselben, dieselbe, dasselbe, dieselben
    • Dativ: demselben, derselben, demselben, denselben
    • Genitiv: desselben, derselben, desselben, derselben

    Warum musst du immer dasselbe Hemd anziehen?

    Unser Sohn macht bei den Hausaufgaben schon wieder dasselbe Theater wie gestern.
  55. Adjektiv Deklination - Indefinitartikel
    • Die meisten Indefinitartikel stehen dem
    • bestimmten Artikel sehr nahe und werden wie die bestimmten Artikel dekliniert.

    • Ausnahmen: irgendein-, kein-
    • und was für ein-. (Deklination wie unbestimmter Artikel)

    Mit "Jeder" werden alle Elemente einer Gruppe angesprochen, in der es keine Ausnahmen gibt. Jeder wechselt im Plural zu "alle".

    • Nominativ: jeder, jede, jedes, alle
    • Akkusativ: jeden, jede, jedes, alle
    • Dativ: jedem, jeder, jedem, allen
    • Genitiv: jedes, jeder, jedes, allen

    "Manch-" bezeichnet eine Gruppe von unbestimmten Personen oder Sachen, deren Prozentzahl irgendwo zwischen 10% - 45% anzusiedeln ist.

    • Nominativ: mancher, manche, manches, manche
    • Akkusativ: manchen, manche, manches, manche
    • Dativ: manchem, mancher, manchem, manchen
    • Genitiv: manches, mancher, manches, mancher

    • Weitere Indefinitartikel:
    • "einige-": Bedeutung wie "manch-".

    "mehrere-": Bedeutung in etwa wie "manch". Existiert nur im Plural.

    • "all-": Bezeichnet eine Gesamtheit.
    • Bedeutung in etwa wie "jeder".
  56. Adjektiv Deklination - Interrogativartikel
    Interrogativartikel "welch-"

    "Welch-" fragt nach dem bestimmten Artikel und trifft eine Auswahl bekannter Personen, Sachen oder Dingen.

    • Nominativ: welcher, welche, welches, welche
    • Akkusativ: welchen, welche, welches, welche
    • Dativ: welchem, welcher, welchem, welchen
    • Genitiv: welches, welcher, welches, welcher

    "Was für ein-" fragt nach dem unbestimmten Artikel. Die Frage ist offen und fragt nach einem Adjektiv, das Auskunft über Beschaffenheit, Qualität oder Art gibt.

    • Nominativ: was für ein, was für eine, was für ein, was für -
    • Akkusativ: was für einen, was für eine, was für ein, was für -
    • Dativ: was für einem, was für einer, was für einem, was für -
    • Genitiv: was für eines, was für einer, was für eines, was für -
  57. Adjektivdeklination mit dem bestimmten Artikel
    Steht das Adjektiv vor dem Nomen, ist das Adjektiv Teil einer Nomengruppe und muss dekliniert werden. Das Adjektiv hat dann eine attributive Funktion. Adjektive als Nomenattribute charakterisieren oder definieren ein Nomen.

    Eine Nomengruppe besteht demnach aus:

    Artikel + Adjektiv + Nomen

    Wie das Adjektiv dekliniert wird, ist von 4 Faktoren abhängig:

    Form des Artikels (bestimmt, unbestimmt, Nullartikel)

    Numerus (Singular /Plural)

    Genus (maskulin, feminin, neutral)

    Kasus (Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv)

    Wenn das Adjektiv nach dem bestimmten Artikel dekliniert wird, spricht man von einer schwachen Deklination. Bei der schwachen Deklination sind nur zwei Endungen möglich: - e und - en.

    • Nominativ: -e, -e, -e, -en
    • Akkusativ: -en, -e, -e, -en
    • Dativ: -en, -en, -en, -en
    • Genitiv: -en, -en, -en, -en

    Darüber hinaus werden Adjektive im Singular nach folgenden Begleitern schwach dekliniert:

    • dieser
    • Mit diesen schmutzigen Schuhen gehst du nicht in die Schule.

    • jeder
    • Diese einfachen Aufgaben kann doch jedes beliebige Schulkind lösen.

    • jener
    • Jenes weiße Hemd passt besser zu den schwarzen Schuhen.

    • mancher
    • Mancher verliebte Mann hat schon Kopf und Verstand verloren.

    • welcher
    • Welcher blöde Idiot hat Salz in meine Bierflasche getan?

    ebenso nur im Plural: alle, diese, jene, manche, solche, welche?, keine,Possessiv

    Alle fleißigen Schüler haben die Prüfung bestanden. Meine jüngeren Geschwister sind schon verheiratet.
  58. Adjektivdeklination mit dem unbestimmten Artikel
    Die Adjektivdeklination mit dem unbestimmten Artikel ist schon etwas schwieriger. Singular und Plural werden hier getrennt betrachtet.

    Die Adjektivdeklination mit dem unbestimmten Artikel im Singular sieht wie folgt aus:

    • Nominativ: -er, -e, -es, -
    • Akkusativ: -en, -e, -es, -
    • Dativ: -en, -en, -en, -
    • Genitiv: -en, -en, -en, -

    Darüber hinaus werden Adjektive im Singular nach folgenden Begleitern ebenso dekliniert...

    - alle Possessivartikel:

    Hast du mein schwarzes Hemd gesehen?

    Warum gibst du deinem großen Bruder dein neues Motorrad nicht?

    Ihr neuer Freund hat ihrem älteren Bruder 100 Euro gestohlen.

    - Negationsartikel kein:

    In der Disko habe ich gestern keinen interessanten Mann gesehen.

    Fällt der unbestimmte Artikel im Plural weg (Nullartikel), wird das Adjektiv nach der Nullartikeldeklination dekliniert.

    Wird der Negativartikel oder ein Possessivartikel (mein, dein, sein, ihr, ...) benutzt, wird nach der Adjektivdeklination des bestimmten Artikels im Plural dekliniert (Adjektivendung immer -en).
  59. Adjektivdeklination Nullartikel
    • Wenn das Adjektiv nach dem Nullartikel
    • dekliniert wird, spricht man von einer starken Deklination. Das Artikelwort hat die Aufgabe, den Kasus anzuzeigen. Bei der Verwendung eines Nullartikels fehlt das Artikelwort und somit ein Kasussignal. Dieses Kasussignal übernimmt die Adjektivdeklination. Die Endung des Adjektivs zeigt Kasus und Genus an.

    • Nominativ: -er, -e, -es, -e
    • Akkusativ: -en, -e, -es, -e
    • Dativ: -em, -er, -em, -en
    • Genitiv: -es, -er, -en, -er

    Ausnahmen bilden der maskuline und der neutrale Genitiv. Die Adjektivendung lautet dann -en. In diesen beiden genannten Fällen zeigt das Nomen das Kasussignal.

    Im Singular findet der Nullartikel selten Verwendung, im Plural dagegen häufiger.

    Darüber hinaus werden Adjektive mit Nullartikeldeklination nach folgenden Begleitern stark dekliniert...

    - nach etwas und mehr:

    Eure Kinder sollten mehr frisches Obst essen.

    Mit etwas gutem Willen lassen sich sicherlich all deine Probleme lösen.

    - nach den endungslosen Indefinite manch, solch, viel, welch, wenig:

    Der Ozean verbirgt manch kostbare Perle.

    Solch dummes Zeug habe ich schon lange nicht mehr gehört.

    Hinter der Grenze zu Polen kann man viel billigere Schuhe kaufen als bei uns.

    Welch große Nase hat dieser Mann.

    Auf der Versammlung wurden nur wenig neue Fakten genannt.

    - nach endungslosen Zahladjektiven: zwei, drei, zehn, hundert, ...:

    Drei große und starke Männer haben der alten Frau beim Umzug geholfen.

    Das Leben bietet tausend schöne und spannende Dinge.
  60. Komparativ und Superlativ
    Der Komparativ vergleicht zwei Personen oder Sachen und zeigt einen Unterschied an:

    Peter ist groß (1,88 m), aber Hubert ist noch größer (1,92 m).

    Der Superlativ vergleicht mindestens drei oder mehr oder eine Gesamtheit von Personen oder Sachen und bezeichnet davon die einmalig höchste Stufe.

    Ute ist klein (1,62 m). Petra ist kleiner (1,60 m) und Martina ist die kleinste (1,58 m).

    Die Steigerungsformen eines Adjektivs können vor dem Nomen stehen, dann spricht man von einem attributiven Gebrauch des Adjektivs:

    Der Fabrikarbeiter will sich ein teures Auto kaufen.

    Sein Vorgesetzter hat sich ein teureres Auto gekauft.

    Der Direktor kann sich das teuerste Auto leisten.

    Die Steigerungsformen können sich auf ein Verb im Satz beziehen, dann spricht man von einer adverbialen Verwendung des Adjektivs:

    Europäerinnen sind sehr hübsch.

    Afrikanerinnen sind noch hübscher.

    Südamerikanerinnen sind am hübschesten.

    Beim Komparativ erhält die Adjektivendung ein -er.

    Den Superlativ bildet man mit am ...-(e)sten oder mit dem bestimmten Artikel + -(e)ste.

    faul - fauler - am faulsten - der, die, das faulste

    langsam - langsamer - am langsamsten - der, die, das langsamste

    Wenn der Superlativ mit dem bestimmten Artikel gebildet wird, zeigt der Artikel den Genus an.

    Das (e) dient als Aussprachehilfe bei Adjektiven, die mit -d, -ß, -sch, -t, -tz, -x oder -z enden.

    breit - breiter - am breitesten - der, die, das breiteste

    hübsch - hübscher - am hübschesten - der, die, das hübscheste

    süß - süßer - am süßesten - der, die, das süßeste

    weit - weiter - am weitesten - der, die, das weiteste

    • Weitere Adjektive sind:
    • blind, blöd, dicht, echt, fest, fett, feucht, fies, fix, glatt, heiß laut, leicht, leise, mies, mild, müde, nett, rasch, sanft, satt, schlecht, spät, spitz, stolz, weise, wild, zart.

    Einige Adjektive bilden ihre Steigerungsformen mit einem Umlaut:

    • alt - älter - am ältesten
    • arm - ärmer - am ärmsten
    • groß - größer - am größten
    • jung - jünger - am jüngsten
    • kalt - kälter - am kältesten
    • klug - klüger - am klügsten
    • kurz - kürzer - am kürzesten
    • lang - länger - am längsten

    Weitere Adjektive sind: dumm, gesund, grob, hart, krank, rot, scharf, stark, schwach, warm.

    Einige wenige Adjektive sind unregelmäßig. Dazu gehören:

    • dunkel - dunkler - am dunkelsten
    • edel - edler -am edelsten
    • gern - lieber - am liebsten
    • gut - besser - am besten
    • hoch - höher - am höchsten
    • nah - näher - am nächsten
    • teuer - teurer - am teuersten
    • viel / sehr - mehr - am meisten

    Die Steigerungsformen eines Adjektivs können auch als Attribut Verwendung finden. Das Adjektiv als Attribut steht dann vor dem Nomen und muss entsprechend dekliniert werden.

    • In Chile gibt es guten Wein.
    • Die Spanier sagen, dass es in Spanien einen besseren Wein gibt.
    • Mein Vater sagt aber, dass man den besten Wein an der Mosel kaufen kann.

    • Elfriede ist eine fleißige Schülerin.
    • Mathilde ist eine fleißigere Schülerin.
    • Beate ist die fleißigste Schülerin.

    Beim Komparativ gilt:

    Adjektiv + er + Adjektivdeklination

    Beim Superlativ gilt:

    Adjektiv + -(e)st + Adjektivdeklination

    Durch die Steigerungsmöglichkeit der Adjektive kann man Personen und Sachen vergleichen. Ein Vergleich lässt zwei Möglichkeiten zu:

    • Gleichheit
    • Eine Gleichheit drückt man durch "so + Adjektiv + wie" aus. Alternativen zu "so ... wie" sind: gleich ... wie, ebenso ... wie, genau so ... wie, doppelt so ... wie, ...

    Die beiden Personen / Sachen die verglichen werden, haben jeweils den gleichen Kasus:

    • Ludwig ist genau so stur wie sein Vater.
    • Die Tochter ist ebenso hübsch wie ihre Mutter.

    • Ungleichheit
    • Eine Ungleichheit drückt man entweder durch den "Komparativ + als", oder durch "nicht / kein- + so + Adjektiv + wie" aus. Die beiden Personen / Sachen die verglichen werden, haben jeweils den gleichen Kasus:

    Dein 13-jähriger Sohn ist schon viel größer als meine 16-jährige Tochter.

    Du hast zwar mehr Geld als ich, aber dafür habe ich viel mehr Freunde als du.

    Wer von uns kennt nicht schöne Plätze und Orte auf dieser Erde? Ein jeder kennt solch schöne Plätze. Welcher Ort ist denn nun der schönste auf Erden? Den Superlativ zu bilden, fällt hier schwer, weil es eben doch sehr viele schöne Plätze auf Erden gibt. Soll eine Person / Sache aus dieser Gruppe herausgehoben werden, benutzt man ein entsprechendes Indefinitpronomen + Genitivartikel im Plural:

    eine, einer, eines, ... + Genitivartikel Plural

    Ich war schon mal an einem der schönsten Orte dieser Welt.

    Torsten ist einer der fleißigsten Schüler in dieser Klasse.

    Unsere Lehrerin ist eine der hübschesten Lehrerinnen, die ich jemals gesehen habe.
  61. Partizipien als Adjektive
    Partizipien werden vom Verb abgeleitet. Man unterscheidet zwei Arten von Partizipien:

    • (Grundform = Infinitiv: bluten, laufen, singen, ...)
    • Partizip I: blutend, laufend, singend, ...
    • Partizip II: geblutet, gelaufen, gesungen, ...

    Das Partizip II wird gebraucht, um das Perfekt, das Passiv und das Plusquamperfekt zu bilden. In diesen Fällen ist das Partizip II Teil des Prädikats. Beide Partizipien, sowohl Partizip I als auch Partizip II, können auch wie ein Adjektiv benutzt werden.

    Verb + Partizip II (als Teil des Prädikats):

    Das Geschäft bleibt heute wegen Krankheit geschlossen.

    Das Fenster ist geöffnet.

    Das Haus ist komplett abgebrannt.

    Partizip II + Nomen (Adjektivfunktion):

    Das schwer verletzte Tier ist nach drei Tagen verstorben.

    Der abgetrennte Finger konnte wieder angenäht werden.

    Der verstorbene Mann hinterließ ein Millionenerbe.

    Das Partizip I bildet man mit dem Infinitiv + d:

    schreiend, schwimmend, wartend, ...

    Das Partizip II der regelmäßigen Verben bildet man nach den bekannten Regeln.

    Das Partizip II der unregelmäßigen Verben bildet man nach den bekannten Regeln.

    • Das Partizip I als Adjektiv drückt eine Gleichzeitigkeit oder eine nicht abgeschlossene Aktion aus. Gleichzeitigkeit bedeutet, dass zeitgleich zwei parallele Handlungen durchgeführt werden. Eine von beiden Handlungen wird untergeordnet und bildet das Partizip I,
    • die andere Handlung ist übergeordnet und bildet das Prädikat im Satz.

    Der Hund liegt vor seiner Hundehütte und knurrt.

    Der Hund liegt knurrend vor seiner Hundehütte.

    Der Chef ging aus dem Zimmer und lachte.

    Der Chef ging lachend aus dem Zimmer.

    Das Partizip I kann alleine stehen. In diesem Fall wird es nicht dekliniert.

    Die Hausfrau kocht Suppe und telefoniert dabei.

    Die telefonierende Hausfrau kocht Suppe.

    • Der Vogel saß auf einem Ast.
    • Dabei zwitscherte er.

    Der zwitschernde Vogel saß auf einem Ast.

    Steht das Partizip I vor dem Nomen als Adjektivattribut, gelten die allgemeinen Regeln zur Adjektivdeklination.

    Artikel + Partizip I + Adjektivdeklination + Nomen

    Das Partizip II als Adjektiv drückt meist eine passivische Handlung, ein Resultat oder etwas Abgeschlossenes aus. Die beiden Handlungen laufen nicht parallel, sondern zeitlich versetzt.

    Der Dieb fand den Schmuck nicht.

    Der Schmuck wurde versteckt.

    Der Dieb fand den versteckten Schmuck nicht.

    Herr Klatsch hat sich ein Auto gekauft.

    Sein neues Auto ist aber gebraucht.

    Herr Klatsch hat sich ein gebrauchtes Auto gekauft.

    Letzte Woche wurde mir mein Fahrrad gestohlen.

    Gestern wurde es wiedergefunden.

    Gestern wurde mein gestohlenes Fahrrad wiedergefunden.

    • Das Partizip II als Attribut steht zwischen dem Artikel und dem Nomen,
    • auf das es sich bezieht (der ... Schmuck, das ... Auto, das ...
    • Fahrrad). Steht das Partizip II vor dem Nomen als Adjektivattribut,
    • gelten die allgemeinen Regeln zur Adjektivdeklination.Artikel + Partizip II + Adjektivdeklination + Nomen

    Ein Partizip als Adjektivattribut lässt sich wie gesehen aus einem selbständigen Satz herleiten. Beziehen sich weitere Angaben auf ein Partizip, werden diese als Partizipbegleiter in die Umformung mitgenommen. In diesem Fall spricht man von einer Partizipialkonstruktion. Die Angaben der Partizipialkonstruktion stehen dann zwischen Artikel und dem Partizip:

    Beispiele zur Partizip I - Umformung (Gleichzeitigkeit - Aktivsatz):

    • Der Mann ging aus dem Zimmer.
    • Dabei lachte er laut.

    Der laut lachende Mann ging aus dem Zimmer.

    • Das Kind fürchtet sich stets im Dunkeln.
    • Es geht nachts immer ins Elternbett.

    Das sich stets im Dunkeln fürchtende Kind geht nachts immer ins Elternbett.

    Die Vögel, die fröhlich vor sich hinzwitschern, sitzen auf den Bäumen.

    Die fröhlich vor sich hinzwitschernden Vögel sitzen auf den Bäumen.

    Beispiele zur Partizip II - Umformung (Vorzeitigkeit - Passivsatz):

    Der Dieb fand den Schmuck nicht. Der Schmuck war in einem Tresor versteckt.

    Der Dieb fand den in einem Tresor versteckten Schmuck nicht.

    Das Kind gibt nur freche Antworten. Es ist sehr schlecht erzogen.

    Das sehr schlecht erzogene Kind gibt nur freche Antworten.

    Die Frau, die vor ein paar Stunden am Herzen operiert wurde, schläft noch ruhig.

    Die vor ein paar Stunden am Herzenoperierte Frau schläft noch ruhig.

    Partizipialkonstruktionen lassen sich auch in Relativsätze umformen:

    Der Mann, der laut lachte, ging aus dem Zimmer.

    • Das Kind, das sich stets fürchtet,
    • geht nachts immer ins Elternbett.

    Die Vögel, die fröhlich vor sich hinzwitschern, sitzen auf den Bäumen.

    Der Dieb fand den Schmuck nicht, der in einem Tresor versteckt war.

    Das Kind, das sehr schlecht erzogen ist, gibt nur freche Antworten.

    Die Frau, die vor ein paar Stunden am Herzen operiert wurde, schläft noch ruhig.

    Partizipialkonstruktionen gehören zum gehobenen Sprachgebrauch. Meist finden sie in juristischen oder wissenschaftlichen Texten Verwendung. In der Alltagssprache spielen die Partizipialkonstruktionen keine Rolle.
  62. Zahlwörter
    Zahlwörter können auf bestimmte W-Fragen eine Antwort geben.

    Mengenangaben // Wie viel? Wie viele?

    Wie viele Geschwister haben Sie? - Ich habe sieben Geschwister, davon sechs Schwestern, aber nur einen Bruder.

    Wie viel kostet das? - Zusammen sind es 12 Euro und 85 Cent.

    Wie viele Flaschen Wein hat er gekauft? - 10 Kisten mit je 12 Flaschen.

    Zeitangaben // Wann? Um wieviel Uhr?

    Wann ist die Party? - Am Freitag, den 12.08.

    Um wieviel Uhr beginnt sie? - Ab 20 Uhr sind die Gäste willkommen.

    Wie lange dauert sie? - Nur 6 Stunden oder bis maximal 2 Uhr.

    Man unterschiedet:

    Kardinalzahlen: eins, zwei, drei, zehn, (ein)hundert, dreitausend, eine Million, sechs Milliarden, ...

    Ordinalzahlen: 1., 2., 3., 4., ... / erste, zweite, dritte, vierte, fünfte, ...

    Bruchzahlen ein halb, eineinhalb, ein Drittel, zwei Fünftel, drei Zehntel, ...

    Multiplikationswörter: einfach, zweifach, doppelt, dreifach, fünffach, zwanzigfach, tausendfach, zigfach, ...

    Kardinalzahlen

    Die Zahl " 1 " ( gesprochen: eins )

    Wird die Zahl " 1 " als Zahlwort vor einem Nomen gebraucht,wird sie wie der unbestimmte Artikel dekliniert, aber etwas stärker betont:

    • Haben Sie Kinder?
    • Ohne Nomen: Ja, eins.
    • Mit Nomen: Ja, einen Sohn und eine Tochter.

    Ich liebe nur eine Frau und nicht zehn (Frauen)!

    Wird die Zahl " 1 " mit dem bestimmten Artikel gebraucht, wird sie wie ein Adjektiv dekliniert:

    Warum hören Sie der einen und nicht der anderen Frau zu?

    In dieser Firma weiß der eine nicht, was der andere tut.

    Die Zahlen " 2 " und " 3 " werden dagegen nur im Dativ und Genitiv dekliniert. Alle anderen Kardinalzahlen werden nicht dekliniert.

    Horst ist stolzer Vater dreier Kinder.

    Egon lässt sich bereits von seiner zweiten Frau scheiden.

    Folgende Zahlwörter sind Nomen: die Million, zwei Millionen /// die Milliarde, drei Milliarden /// die Billion, vier Billionen

    Ordinalzahlen

    • Ordinalzahlen können mit Ziffern geschrieben werden: 1. / 2. / 3. / 4. ....
    • Sie werden dann mit einem Punkt (" . ") abgeschlossen. Sie können aber auch geschrieben werden: erste, zweite, dritte, siebte, achte, ...

    Die Ordinalzahlen von 2 - 19 werden mit -t gebildet: viert-, fünft-, sechst-, neunt-, ... + Adjektivdeklination

    Die Ordinalzahlen ab 20, ... werden mit -st gebildet: zwanzigst-, zweiunddreißigst-, siebenundachtzigst-... + Adjektivdeklination

    Eine Reihe beginnt mit der/die/das erste und endet mit der/die/das letzte.

    Den ersten Platz hat wie immer Rainer belegt.

    Der letzte geht wie schon so oft nach Bielefeld.

    Es gibt nur sehr wenige irreguläre Ordinalzahlen: 1. = der erste // 3. der = dritte // der 7. = der siebte // der 8. = der achte16. = der sechzehnte // 17. = der siebzehnte

    Für die Ordinalzahlen gelten die Regeln der Adjektivdeklination.

    Die Zeitung schrieb, dass bereits jeder zehnte Internet-Nutzer ein Betrugsopfer sei.

    Heute wird der hundertste Geburtstag meiner Schwiegermutter gefeiert.

    Ordinalzahlen können als Nomen verwendet werden.

    Am nächsten Spieltag der 1. Bundesliga spielt der Erste gegen den Zweiten.

    Der Favorit kam nur als Vierter durch das Ziel.

    Datumsangaben

    Der wievielte ist heute? - Heute ist der 01.04.2007 // erste April zweitausendsieben.

    Den wievielten haben wir morgen? - Morgen haben wir den 02.04. // den zweiten April.

    Sonstiges

    Zahlwörter können unter anderem in Prozentzahlen, Bruchzahlen, Maßen, Gewichten etc. auftreten. Dabei unterscheidet sich die Schriftsprache mit der gesprochenen Sprache. Einige Zahlenangaben, die oft benutzt werden:

    • 60 % / sechzig Prozent
    • 0,2 ‰ / null Komma zwei Promille
    • ¼ / ein Viertel
    • ½ / ein Halb
    • ¾ / drei Viertel
    • 1½ kg / eineinhalb = anderthalb Kilogramm
    • 1 Pfd. / ein Pfund
    • 100 l / einhundert Liter
    • 100 km/h / einhundert Stundenkilometer
    • 15 m² / fünfzehn Quadratmeter
    • 20 m³ / zwanzig Kubikmeter
    • 15°C / fünfzehn Grad Celsius
    • - 13°C / minus dreizehn Grad / dreizehn grad unter null
    • Jahreszahlen 16.12.1976 / sechzehnten zwölften neunzehnhundertsechsundsiebzig
  63. Adjektivgruppen
    Das Adjektiv kann andere Wörter zu sich nehmen und eine Adjektivgruppe bilden. Es ist wichtig, dass man diese Beifügungen erkennt, denn die Beifügungen werden im Gegensatz zu den Adjektiven, sofern sie vor einem Nomen stehen, nicht mitdekliniert. Eine Beifügung kann dem Adjektiv unterschiedliche Grade zuordnen.

    • Beifügungen können ein Adjektiv verstärken (positive Graduierung):
    • Der gestrige Film war total spannend.
    • Ronaldinho ist ein außergewöhnlich guter Fußballspieler.

    • Beifügungen können ein Adjektiv abschwächen (negative Graduierung):
    • Ich finde dieses gebrauchte Auto recht teuer.
    • Na ja, ihr neues kurzes Kleid ist ja ganz hübsch, aber ziemlich gewagt.

    • Beifügungen können über das Normalmaß hinausgehen:
    • Für ihr Alter ist Sabine viel zu dick.
    • Sie hat doch bestimmt 25 kg Übergewicht.
    • Meine Mutter ist einfach zu gut für diese Welt.
    • Sie glaubt einfach alles.

    Eine kleine Zusammenstellung von häufig verwendeten Wörtern, die die Aussage eines Adjektivs verstärken:

    • absolut
    • Ich bin dieses Mal mit dir absolut gleicher Meinung.

    • außergewöhnlich
    • Barbara ist eine außergewöhnlich gut aussehende Frau.

    • außerordentlich
    • Die außerordentlich zuverlässige Sekretärin ist plötzlich schwanger.

    • äußerst
    • Der äußerst anspruchsvolle Mann sucht seit 10 Jahren eine Partnerin.

    • ausgesprochen
    • Unser Urlaub in der Karibik war ausgesprochen interessant.

    • besonders
    • Weißt du, was einen besonders guten Whiskey auszeichnet?

    • extrem
    • In diesem Restaurant gibt es einen extrem schlechten Service.

    • höchst
    • Am Wochenende hatten wir eine höchst interessante Weiterbildung.

    • sehr
    • Mama, ich hab dich sehr sehr lieb.

    • total
    • Der Autofahrer hat sich in der Linkskurve total überschätzt und flog raus.

    • überaus
    • Nächste Woche muss ich eine überaus wichtige Klausur schreiben.

    • ungemein
    • Wir sind ungemein stolz auf unseren Sohn.

    • ungewöhnlich
    • In diesem Jahr hatten wir einen ungewöhnlich milden Winter.

    Eine kleine Zusammenstellung von häufig verwendeten Wörtern, die die Aussage eines Adjektivs abschwächen:

    • beinahe
    • Bei einem Freund von mir endete ein guter Rat beinahe tödlich.

    • einigermaßen
    • Mit meinem neuen Job bin ich so einigermaßen zufrieden.

    • etwas
    • Der Frisör hätte dir die Haare ruhig etwas kürzer schneiden können.

    • ganz
    • Der Löwe sieht doch ganz harmlos aus.

    • halbwegs
    • Wenn du nur halbwegs ehrlich bist, sagst du mir jetzt die Wahrheit.

    • kaum
    • Er war drei Stunden bei mir, aber er hat kaum etwas gesagt.

    • recht
    • Da hast du aber bei einem recht teuren Angebot zugeschlagen.

    • relativ
    • Karsten treffe ich relativ häufig in der Mensa.

    • vergleichsweise
    • Mit anderen Geräten ist dieser Staubsauger vergleichsweise leise.

    • völlig
    • Hannes hat sich gestern auf der Party völlig daneben benommen.

    • ziemlich
    • Vor einer Prüfung bin ich meistens ziemlich nervös.
  64. Adverbien/Umstandswort
    Adverbien, auch Umstandswörter genannt, sind unveränderlich, das heißt, dass man sie nicht deklinieren kann. Adverbien bezeichnen die Umstände eines einzelnen Wortes oder eines ganzen Satzes näher. Ein Umstand kann sich beziehen auf:

    • Örtliche Umstände.
    • Sie geben Auskunft über einen Ort.
    • Auf dem Hügel dort hinten steht ein großes Holzkreuz.Der Mann dort hat keine Schuhe an.Auf dem Dach da oben sitzen zwei Tauben.

    • Zeitliche Umstände.
    • Sie geben Auskunft über ein zeitliches Geschehen.
    • Man sollte sich morgens und abends die Zähne putzen.
    • Komm sofort zu mir!Hast du den Blitz gesehen? Gleich wird es donnern.

    • Modale Umstände.
    • Sie geben Auskunft über die Art und Weise.
    • Abends trinkt mein Mann gern eine Flasche Bier.
    • Das haben Sie sehr gut gemacht.Auf Herbert wartest du heute vergebens.
    • Er liegt im Bett und hat eine starke Grippe.

    Ein Adverb kann auch als Attribut verwendet werden:

    Als Attribut kann es vor einem Adjektiv oder einem anderen Adverb stehen.

    • Das Neugeborene hat so kleine Fingerchen.
    • Die Vorlesung war heute sehr interessant.
    • Der Unterricht bei Frau Wunderlich ist immer ziemlich langweilig.

    • Als Nomenattribut steht es hinter dem Nomen
    • Der Mann da hinten schaut immer zu uns herüber.
    • Sie suchen den Bahnhof? Dann nehmen sie gleich hier die nächste Straße links.
    • Das Auto hier vorn gehört unserem Direktor.

    Adverbien treten sehr häufig stellvertretend für eine Substantivgruppe auf. Dabei verschmelzen sie mit einer Präposition (womit / damit, wofür / dafür, ...) In diesen Fällen spricht man vonPräpositionaladverbien:

    sich ärgern über + Akk

    • Worüber ärgerst du dich manchmal?
    • Ich ärgere mich täglich darüber, dass mein Kollege so faul ist.
    • (Ich ärgere mich täglich über die Faulheit meines Kollegen.)
    • Darüber ärgerst du dich? (Über seine Faulheit ärgerst du dich?)
  65. Lokaladverbien
    Lokaladverbien (lokale Adverbien), auch Ortsadverbien (Adverbien des Ortes) genannt, geben eine Antwort auf die Fragen "wo", "wohin" und "woher". Dementsprechend werden die Adverbien auch unterschieden:

    Das Fragewort " wo " bezeichnet eine Lage.

    • Wo ist das Telefonbuch? - Da vorne liegt es.
    • Wo ist Peter? - Er ist draußen im Hof.

    Das Fragewort " wohin " gibt eine Richtung vom Sprecher weg an.

    • Wohin soll ich das Telefonbuch legen? - Leg es einfach dahin.
    • Wohin soll ich die Leiter stellen? - Stell sie nach draußen.

    Die Frage " woher " gibt eine Richtung zum Sprecher hin oder eine Herkunft an.

    • Woher ist das Auto gekommen? - Es kam von links.
    • Woher hast du den Stein? - Von draußen natürlich.

    Auf eine "wo-", "wohin-" und "woher-" Frage kann entweder mit einer lokalen Präposition oder eben mit einem Adverb geantwortet werden.

    Wo ist dein Bruder? - Im Keller. Wo ist dein Bruder? - Unten. Wohin geht dein Bruder? - In den Keller. Wohin geht dein Bruder? - Nach unten. Woher kommst du gerade? - Aus dem Keller. Woher kommst du gerade? - Von unten.

    Eine Antwort mit einer Präposition gibt einen genau definierten nicht veränderlichen Ort wieder (im Keller). Eine Antwort mit einem Adverb gibt einen subjektiven räumlichen Umstand des Sprechers wieder (unten). Wenn zum Beispiel mein Bruder unten (im Keller) ist, bin ich für ihn oben (in der Wohnung). Was für einen Sprecher links ist, ist dem zuhörenden egenüber rechts usw. Adverbien geben dem Sprecher eine subjektive lokale Beschreibung Ort des Sprechers aus gesehen.

    Einige häufig benutzte Lokaladverbien im Vergleich.

    • wo - da, dort, draussen, drinnen, links, oben
    • wohin - dahin, dorthin, nach draussen, nach drinnen, nach links, nach oben
    • woher - daher (von da), dorther (von dort), von draussen, raus, von links, von, oben

    Folgende Adverbien können eine Aussage mit "wo" geben:

    • Anderswo wirst du es auch nicht billiger bekommen.
    • Unsere Mannschaft muss jetzt zweimal hintereinander auswärts spielen.
    • Die Fenster müssen dringend von draußen gestrichen werden.
    • Mama schau mal, da ist ein Heißluftballon am Himmel.
    • Wo ist mein Hut? - Der liegt doch dort.
    • Draußen schneit und stürmt es.Hier drinnen ist es schön mollig warm.
    • Drüben ist mal wieder die Hölle los.
    • Hier werden sie wie ein König bedient.
    • Das Buch muss hinten im Auto liegen."Außen Topics, innen Geschmack", lautet ein bekannter Werbeslogan.
    • Hier muss irgendwo mein Schlüssel liegen.
    • Links kann man den Rhein sehen.
    • Nebenan wohnt eine schreckliche Familie.
    • Ich kann nirgends mein Handy finden. Hast du es vielleicht gesehen?
    • Ich habe dein Handy auch nirgendwo gesehen.
    • Wo ist Thomas? - Oben auf dem Speicher.
    • Rechts neben dir läuft eine Spinne.
    • Überall auf der Welt kann man Armut sehen.
    • Unten im Keller haben wir noch eine Flasche Rotwein.
    • Von vorne sieht dieses Auto sehr gut aus.

    Folgende Adverbien können eine Aussage mit "wohin? / woher?" geben:

    • abwärts = rauf / aufwärts = runter
    • bergauf / bergab
    • dahin = nach da / daher = von da
    • dorthin = nach dort / dorther = von dort
    • flussabwärts / flussaufwärts
    • irgendwohin / irgendwoher
    • nirgendwoher / nirgendwohin
    • rückwärts / vorwärts
    • nach links / von links
    • nach rechts / von links
    • nach vorn = vorwärts / von vorn(e)
    • nach hinten / von hinten
    • nach oben = aufwärts = rauf / von oben
    • nach unten = abwärts = runter / von unten
    • nach draußen = raus / von draußen
    • nach drinnen = rein / von drinnennach drüben = rüber / von drüben

    und viele Kombinationen mit hin- und her-

    hin und her.

    Das Adverb "hin" gibt eine Richtung an, die sich vom Sprecher wegbewegt.

    Das Adverb "her" gibt eine Richtung an, die sich zum Sprecher hinbewegt.

    • Die beiden Fragwörter "wohin" und "woher" fragen nach der entsprechenden Richtung.
    • Sie können zusammen oder getrennt geschrieben werden:

    • Zusammen: Wohin gehst du jetzt?
    • Getrennt: Wo gehst du jetzt hin?

    • Zusammen: Woher kommst du gerade?
    • Getrennt: Wo kommst du gerade her?

    Die Adverbien "hin" und "her" gehen sehr oft eine Verbindung mit einem Bewegungsverb ein und werden dadurch zu einem Präfix eines trennbaren Verbs. Die Zusammenfügung macht Sinn, denn das Präfix gibt dadurch die Richtung an, ob sich jemand / etwas vom Sprecher weg oder zum Sprecher hin bewegt.

    • Wo findet denn die Party statt?
    • Wie kommt man denn zur Party hin?
    • Komm mal schnell her! Hier ist eine riesige Spinne.
    • Kannst du bitte mal die Teller zu Mutti in die Küche hinbringen?
    • Peter, kannst du mir mal bitte die Zange herbringen?

    Alle Bewegungsverben lassen sich mit "hin" und "her" kombinieren und können dadurch eine genaue Richtung anzeigen:

    bringen, fahren, fallen, fliegen, gehen, klettern, kommen, laufen, schauen, schwimmen, springen, ...

    Durch eine hinzugefügte Präposition lässt sich die Richtung noch genauer bezeichnen:

    • Zuerst musst du den Berg hinaufklettern und dann musst du ihn wieder herunterklettern.
    • Elke kam ins Zimmer herein und ging sofort wieder hinaus.
    • Er ging die Straße hinüber um sogleich wieder herüber zu kommen.
    • Hans zog sein Geld heraus und steckte es sogleich wieder hinein.
    • Ich will hinüberschwimmen, muss dann aber auch wieder herüberschwimmen.
    • Geld kommt daher und geht auch leider wieder dahin.

    Es gibt auch Kurzformen, die sich ebenso mit Verben kombinieren lassen:

    raus = hinaus / heraus raus|gehen, raus|kommen, raus|laufen, raus|schwimmen, ...

    rein = hinein / heraus rein|gehen, rein|laufen, rein|tragen, rein|schauen, ...

    rauf = hinauf / herauf rauf|gehen, rauf|klettern, rauf|fahren, ...

    runter = hinunter / herunter runter|bringen, runter|gehen, runter|fahren, runter|tragen, ...

    rüber = hinüber / herüber rüber|bringen, rüber|gehen, rüber|klettern, rüber|sehen, ...
  66. Temporaladverbien
    Temporaladverbien (temporale Adverbien) geben über ein zeitliches Geschehen Auskunft. Sie können Informationen über einen Zeitpunkt, einen Zeitraum, eine Zeitdauer, zeitliche Wiederholungen, eine zeitliche Häufigkeit etc. geben. Die verschiedenen Zeitfunktionen lassen sich durch entsprechende Fragewörtererfragen:

    • Wann kommt deine Schwiegermutter zu Besuch? - Morgen.
    • Wann hast du Ute gesehen? - Gestern in der Disko.

    anfangs, augenblicklich, bald, damals, danach, dann, demnächst, eben, endlich, gerade, gestern, heute, heutzutage, inzwischen, jetzt, mittlerweile, nie, niemals, nun, schließlich, seitdem, sofort, später, vorerst, vorgestern, vorhin, zuerst, zuletzt, ...

    • Ab wann sind Sie in Urlaub? - Ab übermorgen.
    • Ab wann sollst du diese Tabletten nehmen? - Ab sofort.

    ab dann, ab jetzt, ab nun, ab morgen, ab übermorgen, ab sofort

    • Seit wann haben Sie diese Schmerzen? - Seit gestern.
    • Seit wann ist Egon verliebt? - Seit vorgestern. Er hat sie beim Tanzen kennen gelernt.

    seit damals, seit eben, seit gestern, seit vorgestern, seit vorhin, schon immer

    • Bis wann haben Sie Zeit? - Leider nur bis morgen.
    • Bis wann hat der Patient geschlafen? - Bis vorhin. Er ist erst seit fünf Minuten wach.

    bis bald, bis dann, bis eben, bis gleich, bis jetzt, bis morgen, bis später, bis übermorgen, bis ...

    • Wie lange sind Sie schon in Deutschland? - Seit vorgestern.
    • Wie lange lernen die Kinder schon Deutsch? - Zeitlebens. Deutsch ist ihre Muttersprache.

    seit eben, seit damals, seit gestern, immer, immer noch, nie, niemals, noch, seit vorgestern, zeitlebens

    • Wie oft gehst du ins Kino? - Sehr selten.
    • Wie oft putzt Hartmut sich die Zähne? - Mehrmals am Tag.

    bisweilen, häufig, manchmal, mehrmals, oft, seltenmorgens, vormittags, mittags, nachmittags, abends, nachtsmontags, dienstags, mittwochs, donnerstags, ..., wochenendseinmal, zweimal, dreimal, zehnmal, hundertmal, ...

    Die Temporaladverbien werden im geeigneten Tempus verwendet:

    Vergangenheit

    anfangs, bereits, damals, eben, einmal, früher, gestern, neulich, seither, soeben, vorgestern, vorhin

    Gegenwart

    augenblicklich, gegenwärtig, gerade, heute, heutzutage, jetzt, nun, sofort

    Zukunft

    bald, demnächst, morgen, übermorgen, später
  67. Modaladverbien
    Modaladverbien geben Auskunft über:

    Art und Weise Das Fragewort lautet "Wie?": anders, genauso, gern, irgendwie, lieber, am liebsten, so, vergebens

    • - Dein Mann verhält sich in der letzten Zeit irgendwie anders.
    • - Wie siehst du das?
    • - Das sehe ich genauso.
    • - Ich habe ihn aber immer noch sehr gern.
    • - Am liebsten würde ich ihn zur Rede stellen.
    • - Ich hoffe so sehr, dass er bald wieder vernünftig wird.
    • - Ich hoffe für dich, dass du nicht vergebens darauf wartest.

    Grad und Maß: Äußerst, einigermaßen, größtenteils, haufenweise, kaum, sehr, überaus

    • - Wie sind denn mit Ihren Mitarbeitern zufrieden?
    • - Manchmal bin ich mit ihnen äußerst zufrieden.
    • - Freitags bin ich mit ihnen einigermaßen zufrieden.
    • - Sie sind dann kaum noch zu motivieren und denken nur noch ans Wochenende.
    • - Montags sind dann alle wieder überaus motiviert.

    Erweiterung: auch, außerdem, ebenfalls, sonsterstens, zweitens, drittens, viertens, siebtens, ...

    • - Wie können Sie sich die 3:0 Niederlage Ihrer Mannschaft erklären?
    • - Wir waren einfach zu passiv. Außerdem haben wir den Gegner stark gemacht.
    • - War es nicht auch spielerisches Unvermögen?
    • - Das kommt leider ebenfalls dazu.
    • - Wir sind erstens ein kleiner Verein und haben zweitens keine Millionen,um Stars kaufen zu können.
    • - Ansonsten müssen wir uns als Aufsteiger gegen erstklassige Gegner messen.
    • - Sonst kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie haben gekämpft.

    Einschränkung: allerdings, doch, hingegen, jedoch, nur, wenigstens, zumindest

    • - Wird Ihre Mannschaft die Liga erhalten oder steigen sie wieder ab?
    • - Wir werden die Liga nur erhalten bleiben, wenn wir die Defensive stärken können.
    • - Es gibt jedoch noch Mannschaften, die weniger Punkte haben als wir.
    • - Zumindest sind uns schon zu Hause einige Siege gelungen.
    • - Allerdings stehen noch schwere Spiele auf dem Programm.
    • - Wir werden jedoch nicht absteigen. Dessen bin ich mir sicher.
  68. Partikeln
    Partikeln sind Signalwörter, die eine gesprochene Sprache lebendiger machen. Sie wecken beim Zuhörenden ein Interesse oder machen ihn neugierig.

    Ein gesprochener Text kann mit Partikeln positiv oder negativ bewertet werden. Partikeln sind unveränderlich, nicht deklinierbar und können nicht erfragt werden. Man unterscheidet:

    Gradpartikeln, Fokuspartikeln, Modalpartikeln

    Gradpartikeln stehen vor einem Adjektiv oder Adverb und geben diesem Wort eine schwache, eine hohe oder sehr hohe Intensität.

    • Das Auto ist außergewöhnlich billig.
    • Sie werden wohl kaum ein günstigeres Auto bekommen.
    • Das Auto ist recht günstig.
    • Das Auto ist nicht gerade billig.
    • Das Auto ist etwas teuer.
    • Das Auto ist sehr teuer.
    • Das Auto ist ziemlich teuer.
    • Das Auto ist zu teuer.
    • Das Auto ist viel zu teuer.
    • Das Auto ist total überteuert.

    Folgende Gradpartikeln werden in der gesprochenen Sprache häufiger benutzt:

    absolut, außergewöhnlich, einigermaßen, etwas, extrem, ganz, kaum, komplett, nicht gerade, recht, sehr, total, überaus, ungewöhnlich, völlig, weit, ziemlich, zu

    Fokuspartikeln beziehen sich auf eine wichtige Aussage in einem Satz und stellen dazu einen Bezug her.

    • Der Film gestern war echt klasse. Mir haben besonders die Actionszenen gefallen.
    • Wir mieten die Wohnung nicht. Vor allem hat uns die Gegend nicht gefallen.
    • Wie bitte, Sie können das nicht? Sogar mein 5-jähriger Sohn kann das.
    • Beim Kauf eines Handys können wir Ihnen auch einen Rabatt geben.
    • Der Wagen hat Totalschaden. - Wenigstens ist dir nichts passiert.

    Folgende Fokuspartikeln werden in der gesprochenen Sprache häufiger benutzt:

    allenfalls, auch, ausgerechnet, besonders, bestenfalls, bloß, erst, lediglich, mindestens, nur, selbst, sogar, vor allem, wenigstens, zumindest

    Modalpartikeln, auch Abtönungspartikeln genannt, werden in einem Gespräch relativ häufig benutzt. Sie geben dem Sprecher die Möglichkeit, das Gesprochene für den Zuhörenden interessanter zu gestalten. Sie können beispielsweise das Interesse des Zuhörers wecken, etwas einschränken, eine Aussage verstärken, den Zuhörer in Erstaunen versetzen oder aber einen Sachverhalt zustimmen oder ablehnen. Abtönungspartikeln stehen in der Regel in der Satzmitte, das heißt, hinter dem Verb und dem Pronomen. "aber", "ja" und "auch" drücken eine Überraschung aus

    • Das freut mich aber, dass du wieder gesund bist.
    • Du bist ja gar nicht krank.(Ich habe gedacht, dass du krank bist.)
    • Du bist ja auch auf der Party.(Was machst du denn hier?)
    • "bloß", "ja" und "nur" sprechen eine Warnung aus (Imperativ)

    • Lass das ja sein. (Mach das nicht.)
    • Leg das bloß wieder hin. (Nimm das nicht mit!)
    • Werde "nur" nicht gegenüber deinem Vater frech! (Überlege dir gut, was du sagst!)

    "denn / eigentlich": 1. macht eine Frage freundlicher /// 2. negative Überraschung

    • Wie heißt deine neue Freundin eigentlich?
    • Wie viel Uhr haben wir denn eigentlich (Ist es denn schon spät?)
    • Was hast du denn da gemacht?
    • Was soll das denn eigentlich? (Das Kind hat wieder Unfug gemacht.)

    "doch" hat viele Verwendungsmöglichkeiten:

    1. Vorwurf: Hör doch auf mich. Das habe ich dir doch vorher schon gesagt!

    2. freundliche Bitte: Komm doch einfach mal vorbei. (Komm mich besuchen.)

    3. Unsicherheit: Du liebst mich doch noch, oder?

    4. etwas Bekanntes: Es ist doch jedem bekannt, dass er nicht gewinnen kann.

    "eben" und "halt" drücken eine Resignation aus

    Das Leben ist nicht gerade einfach. - Ja, das ist halt so.

    "eigentlich" in Aussagesätzen drückt eine Kritik oder ein Erstaunen aus.

    • Eigentlich ist er ein guter Schüler, aber diese Klausur hat er verhauen.
    • Mein Mann kommt eigentlich immer zu spät.

    "mal" macht eine Fragestellung oder den Imperativ freundlicher.

    Können Sie mir bitte mal helfen?Hilf mir doch mal.

    "ruhig" und "schon" drücken eine Ermunterung aus

    • Das wird schon werden. (Das Leben geht weiter, Probleme kommen und gehen).
    • Du kannst ruhig gehen.
    • Wir kommen ohne dich klar.

    "vielleicht" drückt eine Verärgerung aus

    Das ist vielleicht eine Zumutung.

    "wohl" drückt eine Vermutung aus

    Wo ist Karl? - Der wird wohl nach Hause gegangen sein.
  69. Pronomen
    Pronomen, auf Deutsch "Fürwörter" genannt, sind selbständige Satzglieder,die stellvertretend für ein Nomen oder eine Nomengruppe eingesetzt werden. In einer Aussage muss zuerst das Nomen (Bezugswort) genannt oder bestimmt werden, bevor im weiten Schritt das Pronomen als Stellvertreter im Satz Verwendung finden kann.

    • Hast du meinen Schlüssel gesehen? - Ich glaube, der liegt auf dem Küchentisch.
    • Erich hat sich ein neues Motorrad gekauft. Es soll mehr als 250 km/h fahren können.
    • Martina hat heute Geburtstag. Endlich ist sie volljährig.

    Pronomen haben die Aufgabe, den jeweiligen Kasus anzuzeigen und müssen daher dekliniert werden.

    • Joseph liebt Annemarie. Er schenkt ihr täglich Blumen. Aber sie liebt ihn nicht. Sie liebt einen anderen.
    • Der Lehrer fragt den Schüler. Aber dieser antwortet ihm nicht.

    Pronomen, insbesondere die Possessiv-, Demonstrativ- und Indefinitpronomen, können auch als Artikelwörter eingesetzt erden. In diesen Fällen sind sie Nomenbegleiter und werden teilweise anders dekliniert.

    Artikelwörter sind Nomenbegleiter vs. Pronomen sind Stellvertreter eines Nomens!

    • Artikelwort + Nomen
    • Pronomen

    • Herbert hat keine Freundin.
    • Sein Freund Knut sucht auch eine.
    • Gustav hat kein Auto.
    • Sein Freund Simon hat leider auch keins.
    • Das Mädchen isst einen Apfel.
    • Der Junge ist auch hungrig. Er möchte auch einen.

    Pronomen können sich auf einen ganzen Satz beziehen. Dies ist insbesondere bei den Relativpronomen sowie bei den beiden Pronomen "es" und "das" der Fall.

    Gestern sind wir aus der Dominikanischen Republik zurückgekommen.Es hat uns dort sehr gut gefallen.Das war der schönste Urlaub, den ich jemals hatte.
  70. Personalpronomen
    Die Personalpronomen, auch persönliche Fürwörter genannt, werden unterschieden nach:

    • Personen:
    • ich, du, er, sie, es, wir, ihr, Sie, sie

    • Numerus:
    • Singular und Plural

    • Kasus:
    • Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv

    In der 3. Person Singular kann das Personalpronomen zudem stellvertretend für ein Nomen stehen und zeigt dann den entsprechenden Genus (maskulin, feminin, neutral) an.

    • Maskulinum:
    • Hast du einen neuen Tisch? - Ja, er war recht preiswert.

    • Femininum:
    • Hast du eine neue Vase? - Ja, meine Mutter hat sie mir geschenkt.

    • Neutrum:
    • Hast du ein neues Buch? - Ja, es ist total spannend.

    Soll die Person oder die Sache stärker hervorgehoben werden, geschieht dies mit einem betonten Pronomen. Das betonte Pronomen wird oft an Position 1 gestellt.

    • Hast du einen neuen Mantel? - Den habe ich schon lange.
    • Hast du eine neue Bluse? - Die habe ich mir gestern gekauft.
    • Hast du ein neues Kleid? - Das hat mir eine Freundin geliehen.

    Man unterscheidet:

    Singular und Plural Anredepronomen: du = Familie, Freunde / ihr = Plural von du / Sie = Höflichkeitsform

    Die 3. Person Singular unterscheidet den Genus: maskulin, feminin, neutral

    • 1. Person Singular - ich
    • 2. Person Singular - du
    • 3. Person Singular M - er
    • 3. Person Singular F - sie
    • 3. Person Sigular N - es
    • 1. Person Plural - wir
    • 2. Person Plural - ihr
    • 3. Person Plural/Höflichkeitsform - sie/Sie

    1. Person Singular: ich

    Die 1. Person Singular bezeichnet einen Sprecher oder einen Schreiber.

    2. Person Singular: du = Anredepronomen

    Die 2. Person Singular bezeichnet den Angesprochenen, den Zuhörenden oder den Leser. Der Angesprochene ist in den meisten Fällen eine vertraute Person des Sprechers wie z. B. ein Familienmitglied, ein Freund, oder ein Jugendlicher. Auch unter Arbeitskollegen wird die Du-Form immer häufiger benutzt.

    3. Person Singular: er / sie / es / man

    • Die 3. Person Singular bezieht sich auf eine Person oder eine Sache, über die gesprochen wird. Dabei stehen die Personalpronomen stellvertretend für ein Nomen. Die Pronomen geben das jeweilige Geschlecht (Genus) an. Das
    • Pronomen "es" hat darüber hinaus noch einige andere Funktionen, die gesondert beschrieben werden. "Man" ist ein unpersönliches Pronomen, das generelle Aussagen tätigt.

    1. Person Plural: wir

    Die 1. Person Plural bezeichnet gleichzeitig mehrere Personen inklusive des Sprechers.

    2. Person Plural: ihr = Anredepronomen

    Die 2. Person Plural bezieht sich gleich auf mehrere Zuhörer und entspricht dem Plural von "du".

    3. Person Plural: sie

    Die 3. Person Singular bezieht sich auf Personen oder Sachen, über die gesprochen wird und entspricht der Pluralform der 3. Person Singular.

    3. Person Plural: Sie = Anredepronomen

    Die Höflichkeitsform wird immer mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben und wird vor allem dann benutzt, wenn man mit fremden Personen spricht. Es können eine oder mehrere Personen gleichzeitig höflich angesprochen werden.

    Deklination der Personalpronomen

    Nominativ: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie / Sie

    Akkusativ: mich, dich, ihn, sie, es, uns, euch, sie / Sie

    • Dativ: mir, dir, ihm, ihr, ihm, uns, euch,
    • ihnen/Ihnen

    Genitiv: *meiner, deiner, seiner, ihrer, seiner, unser, euer, ihrer / Ihrer

    * Im Genitiv werden die Personalpronomen äußerst selten gebraucht.

    Hilfst du mir? - Ja, ich helfe dir.

    Braucht Herr Ludger heute das Auto? - Ja, er braucht es heute.

    Wann kommt Heiner? - Er kommt gleich.

    Papa, liebt die Oma den Opa? - Natürlich liebt sie ihn und er liebt sie auch.

    Satzstellung der Pronomen bei Verben mit Akkusativ- und Dativ-Ergänzung.

    Es können folgenden Kombinationen auftreten:

    • der Chef / er = Nominativ (Position 1 oder 3)
    • rot = Dativergänzung( der Person )
    • blau = Akkusativergänzung ( der Sache )

    • Der Chef gibt der Sekretärin den Brief.
    • Der Chef gibt ihn ihr.

    • Bei zwei Nomen gilt: zuerst Dativ (der Person) und dann Akkusativ (der Sache) Bei Personalpronomen und Nomen gilt: zuerst Personalpronomen und dann NomenBei zwei Personalpronomen gilt: zuerst Akkusativ (der Sache) und dann
    • Dativ (der Person)
  71. Demonstrativpronomen
    Demonstrativpronomen, auch hinweisende Fürwörter genannt, ordnen einer Person oder einer Sache im Kontext eine stärkere Betonung zu und heben eine gewisse Wichtigkeit der Person oder der Sache hervor. Demonstrativpronomen werden sprachlich stärker betont als die Artikelwörter. Zur stärkeren Betonung stehen sie meist auf Position 1.

    • Das Demonstrativpronomen kann in Funktion eines Artikels oder als
    • Stellvertreter eines Nomens auftreten. Man darf das Demonstrativpronomen
    • als Stellvertreter eines Nomens nicht mit einem Demonstrativartikel
    • verwechseln, da es zum Teil anders dekliniert wird. Die wichtigsten
    • Demonstrativpronomen sind:

    • der, die, das, ...
    • Kennst du diesen Mann dort? Den habe ich hier bei uns noch nie gesehen.

    • dieser, jener, ...
    • Hast du schon das Buch hier gelesen? -
    • Nein, dieses kenne ich noch nicht,aber jenes.

    • derjenige, diejenige, ...
    • Diejenigen, die etwas sagen wollen, sagen es jetzt oder schweigen für immer.

    • derselbe, dieselbe, ...
    • Das ist derselbe, der gestern auch schon mal nach Ihnen gefragt hat.

    • selbst, selber
    • Du bist selbst dran schuld, dass du dir weh getan hast.

    Die Demonstrativpronomen "der, die, das, ..." werden benutzt, um Wiederholungen zu vermeiden. Es kann stellvertretend für eine Person, eine Sache oder einen ganzen Satzinhalt stehen. Demonstrativpronomen ersetzen ein Nomen und dürfen nicht mit den bestimmten Artikeln vertauscht werden. Ihre Deklination ist teilweise verschieden:

    • Nominativ: der, die, das, die
    • Akkusativ: den, die, das, die
    • Dativ: dem, der, dem, denen
    • Genitiv: dessen, deren, dessen, deren/derer

    Diese Demonstrativpronomen werden oft dazu gebraucht, um eine Person oder Sache stärker zu betonten (im Gegensatz zu den Personalpronomen, die nicht betont werden!) "Betonte Pronomen" werden meist auf Position 1 gestellt.

    Wo hast du denn das Tischchen her? - Das habe ich auf dem Flohmarkt gekauft.

    Bist du nicht mehr mit Heiko zusammen? - Dem habe ich den Laufpass gegeben.

    Wie findest du die Schuhe? - Die finde sehr hübsch, aber viel zu teuer.

    Was hältst du von Peter und Mike? - Mit denen will ich nichts zu tun haben.

    • Der Chef gibt der Sekretärin den Brief.
    • - Der Chef gibt den der Sekretärin.
    • - Er gibt ihr den.
    • - Den gibt er ihr.

    " Das " in Verbindung mit dem Verb "sein" verweist auf eine Person, eine Sache oder einen Gegenstand und wird oft zusätzlich mit den Adverbien hier, da und dort kombiniert.

    Mama, was ist das hier? - Das ist eine Taschenlampe, mein Sohn.

    Wer ist die Frau dort? - Das ist Frau Axt, unsere neue Nachbarin.

    Wem gehört die Uhr / der Hut / das Handy hier? - Das ist meine / meiner / meins.

    Wem gehören diese Bücher dort? - Das sind meine. (Plural bleibt Plural!)

    " Das " kann sich auch auf einen ganzen Satzinhalt beziehen, wobei " das " als Nominativ- oder Akkusativergänzung stehen kann.

    Viele Leute schmeißen ihren Müll einfach auf die Straße. Das kann nicht sein.

    Frau Hansen will sich scheiden lassen. - Das habe ich auch schon gehört.

    Ich kann das Radio nicht mehr reparieren. - Das hätte ich dir gleich sagen können.

    Die beiden Genitivformen im Plural deren und derer haben verschiedene Bedeutungen. Deren weist auf etwas hin, was zurückweist.Derer weist auf etwas hin, was vorausweist.

    Am Wochenende fuhren wir mit unseren Freunden und deren Kinder zum Kölner Zoo.

    Die Zahl derer, die durch die hiesigen Prüfungen fallen, ist äußerst gering.

    Wie alle Pronomen können auch "dieser, diese, ..." und "jener, jene, ..." als Nomenbegleiter oder als Stellvertreter für ein Nomen stehen.

    "Dies-" wird benutzt, wenn eine Person oder Sache vom Sprecher aus gesehen räumlich oder zeitlich näher ist.

    "Jene-" wird benutzt, wenn eine Person oder Sache vom Sprecher aus gesehen räumlich oder zeitlich weiter entfernt ist.

    Werden beide Pronomen in einem Satz gebraucht, dient es einer Unterscheidung bzw. einer Gegenüberstellung zweier Personen oder Sachen. Beide Pronomen werden gleich dekliniert (Endungen wie bestimmter Artikel).

    • Nominativ: dieser, diese, dieses, diese
    • Akkusativ: diesen, diese, dieses, diese
    • Dativ: diesem, dieser, diesem, diesen
    • Genitiv: dieses, dieser, dieses, dieser

    ebenso: jene-

    • Kennst du diesen Mann auf dem Foto? - Diesen kenne ich nicht , aber jenen.
    • Wie findest du die roten Schuhe? - Diese finde ich nicht schön, aber jene sind hübsch.
    • Magst du noch ein Glas Wein? - Ja gern, aber nicht mehr von diesem.

    Die Kurzform dies wird vor allem dann benutzt, wenn "dies" für einen ganzen Satzinhalt steht.

    • Man sollte die Studiengebühren wieder abschaffen. - Dies finde ich allerdings auch.
    • Warum hast du zu Ulli gesagt, dass ich dumm bin? - Dies habe ich nicht gesagt.

    Die Demonstrativpronomen "derjenige, diejenige, ..." bestehen aus zwei Wortteilen. Der erste Wortteil entspricht dem bestimmten Artikel und wird wie dieser dekliniert. Der zweite Wortteil entspricht der Endung der Adjektivdeklination des bestimmten Artikels.

    Die Demonstrativpronomen "derjenige, diejenige, ..." werden benutzt, wenn in einem anschließenden Relativsatz weitere Informationen folgen.

    • Wenn ich denjenigen erwische, der mein Geld genommen hat, bekommt etwas zu hören.
    • Diejenigen, die schon gestern anwesend waren, können jetzt mit den Übungen beginnen.
    • Wir gratulieren denjenigen, die die Prüfung mit "sehr gut" bestanden haben.

    • Nominativ: derjenige, diejenige, dasjenige, diejenigen
    • Akkusativ: denjenigen, diejenige, dasjenige, diejenigen
    • Dativ: demjenigen, derjenigen, demjenigen, denjenigen
    • Genitiv: desjenigen, derjenigen, desjenigen, derjenigen

    Auch die Demonstrativpronomen "derselbe, dieselbe, ..." bestehen aus zwei Wortteilen. Der erste Wortteil entspricht dem bestimmten Artikel und wird wie dieser dekliniert. Der zweite Wortteil entspricht der Endung der Adjektivdeklination des bestimmten Artikels.

    Die Demonstrativpronomen "derselbe, dieselbe, etc." bezeichnen die Person oder die Sache, die mit einer vorher genannten Person oder Sache übereinstimmt.

    • Nominativ: derselbe, dieselbe, dasselbe, dieselben
    • Akkusativ: denselben, dieselbe, dasselbe, diselben
    • Dativ: demselben, derselben, demselben, denselben
    • Genitiv: desselben, derselben, desselben, derselben

    "Selbst" und "selber" haben im Grunde genommen die gleiche Bedeutung, wobei "selbst" mehr der Standartsprache und "selber" mehr der Umgangssprache angehören. Beide sind unveränderlich, werden also nicht dekliniert. Sie können sich auf ein Nomen, ein Personalpronomen oder ein Reflexivpronomen beziehen und werden hinter dem Bezugswort gestellt. "Selbst" und "selber" bezieht sich nur auf das Bezugswort, alle anderen Personen oder Sachen werden ausgeschlossen.

    • Niemand wollte ihm helfen, sodass er sich selbst helfen musste. In einem Selbsterfahrungskurs kann man sehr viel über sich selbst lernen. Mein Mann hat selbst das Radio repariert. Dass du dir weh getan hast, bist du selber schuld.
    • Das schlechte Ergebnis haben wir uns selber zuzuschreiben.

    • Warum fragst du mich jeden Tag dasselbe?
    • Ein Freund sagt: "Alle Frauen sind dieselben."
    • Der Mann mit Hut war schon wieder hier.
    • Es war derselbe, der schon gestern nach Ihnen gefragt hat.
  72. Indefinitpronomen
    Indefinitpronomen, auch unbestimmte Fürwörter genannt, können in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein Nomen auftreten.

    Indefinitpronomen als Stellvertreter für ein Nomen können für eine unbestimmte Menge einer Person oder einer Sache stehen. Die Person oder Sache ist entweder unbekannt oder ihre Menge ist nicht näher bestimmt.

    • Es gibt eine Vielzahl von verschiedensten Indefinitpronomen, teils bleiben sie unverändert, teils werden sie dekliniert.
    • Sie können entweder nur für Personen oder Sachen, für beides oder nur im Singular oder Plural stehen. Die wichtigsten Indefinitpronomen unterscheiden wir wie folgt:

    • Indefinitpronomen nur für Personen
    • Indefinitpronomen nur für Sachen
    • Indefinitpronomen für Personen und Sachen

    Die Indefinitpronomen man, jemand und niemand werden nur für Personen gebraucht. Diese Pronomen können alleinig im Singular gebraucht werden, eine Pluralform für diese Pronomen existiert nicht. Die genannten Pronomen haben folgende Deklinationsformen:

    • Nominativ: man, jemand, niemand
    • Akkusativ: einen, (irgend)jemand(en), niemand(en)
    • Dativ: einem, (irgend)jemand(em), niemand(en)

    Das unpersönliche Pronomen "man" kann für eine oder mehrere unbestimmte Personen stehen. Die Form "man" gibt es nur im Nominativ und wird mit der 3. Person Singular dekliniert!

    • Im Akkusativ und Dativ ändert sich die Form.
    • Vorsicht: das unpersönliche Pronomen "man"≠ der Mann ↔ die Frau

    • Darf man hier rauchen?Hier in der Firma muss man einem alles zweimal sagen.
    • Als Fußballspieler muss man täglich trainieren.
    • Können Sie mir vielleicht sagen, wo man hier Briefmarken kaufen kann?

    Die Pronomen jemand und niemand können ebenfalls nur im Singular benutzt werden. Jemand bezieht sich auf eine unbestimmte Person und ist geschlechtslos. Jemand kann mit "(irgend)" kombiniert werden, wodurch die Unbestimmtheit verstärkt wird. Das Pronomen "niemand" verneint "jemand". Die Deklinationsendungen (en) und (em) werden umgangssprachlich auch weggelassen.

    • "Ist hier jemand?", fragte er vorsichtig. "Niemand", war die Antwort, die er hörte.
    • Irgendjemand muss diese Arbeit tun, aber niemand findet sich dazu bereit.
    • Wenn man Geld hat, ist man jemand. Wenn man kein Geld hat, ist man niemand.
    • Wenn man jemanden braucht, ist niemand da.

    Die Indefinitpronomen etwas, nichts, alles und welch- werden nur für Sachen gebraucht.

    Das Indefinitpronomen "etwas" kann in Funktion eines Artikels oder Stellvertreter für ein Nomen auftreten. Es ist unveränderlich und kann in allen vier Fällen (Kasus) stehen. "Etwas" steht stellvertretend für eine unbestimmte Sache oder einen unbestimmten Sachverhalt. "Irgendetwas" verstärkt die Unbestimmtheit. In der Umgangssprache wird "etwas" oft auch auf "was" verkürzt.

    • Pssst, sei ruhig. Da ist irgendetwas.
    • Wenn jemand etwas sehr gut kann, sagt man oft: "Der kann das aus dem Effeff".
    • Der Professor hat wohl in seiner Aufgabenstellung was durcheinander gebracht.

    * "Etwas" hat auch eine zweite Bedeutung im Sinne von "ein wenig" , "ein bisschen": Hast du noch etwas / ein bisschen / ein wenig Zeit für mich?

    Das Indefinitpronomen nichts verneint "etwas". Es ist ebenfalls unveränderlich.

    • Hörst du etwas? - Nein, ich höre nichts.
    • Möchten Sie noch etwas essen? - Nein, danke. Ich möchte nichts mehr.
    • Er kam rein, hat nichts gesagt und ging wieder hinaus.

    Das Indefinitpronomen alles hat eine verallgemeinernde Bedeutung.

    • Manche Leute wollen alles oder nichts.
    • Ich soll immer alles alleine machen.
    • Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei Enden.

    Das Indefinitpronomen welch- als Stellvertreter für ein Nomen wird nur in der Umgangssprache benutzt und kann im Singular nur für Sachen stehen.

    "Welch-" hat in etwa die Bedeutung von "etwas", "ein wenig", "ein bisschen" und "einige(s)". "Welch-" wird dekliniert: (Der Gebrauch im Plural ist auch für Personen zulässig. Der Gebrauch des Dativs und Genitivs gilt als "unschön" und soll vermieden werden.)

    • Nominativ: welcher, welche, welches, welche
    • Akkusativ: welchen, welche, welches, welche

    • Die Trauben sind aber sehr lecker. Hast du noch welche?
    • Im Kühlschrank ist kein Käse mehr. Haben wir noch welchen?
    • Schau mal in der Vorratskammer nach. Da müsste noch welcher sein. (der Käse)

    Folgende Indefinitpronomen können sowohl für Personen als auch für Sachen benutzt werden.

    • all-
    • Das Indefinitpronomen "all-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein Nomen auftreten.
    • Es gibt eine Gesamtmenge an. "All-" wird wie folgt dekliniert:

    • Nominativ: aller, alle, alles, alle
    • Akkusativ: allen, alle, alles, alle
    • Dativ: allem, aller, allem, allen
    • Genitiv: allen, aller, allen, aller

    Alle wollen den neuen Film von Harald Plotter sehen. Unser Vorgesetzter ist mit allem unzufrieden.Unsere Gäste haben alles aufgegessen.Es liegt im Interesse aller, das Problem schnellstens zu lösen.

    • einige
    • Das Indefinitpronomen "einige" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein Nomen auftreten. Es gibt eine unbestimmte Menge an, die je nachdem kleiner oder größer sein kann. "Einige" wird wie folgt dekliniert:

    • Nominativ: einiger, einige, einiges, einige
    • Akkusativ: einigen, einige, einiges, einige
    • Dativ: einigem, einiger, einigem, einigen
    • Genitiv: einigen, einiger, einigen, einiger

    • Von den Geschäftspraktiken dieser Firma hat man schon so einiges gehört. (das)
    • Scheinbar haben einige von euch den Ernst der Lage noch nicht verstanden.
    • Bis morgen muss ich noch mit einigen ein ernstes Wörtchen reden.

    jede-

    • Das Indefinitpronomen "jede-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein Nomen auftreten.
    • Mit "jeder" werden alle Elemente einer Gruppe angesprochen, in der es keine Ausnahmen gibt. Jeder wechselt im Plural zu "alle".

    • Nominativ: jeder, jede, jedes, alle
    • Akkusativ: jeden, jede, jedes, alle
    • Dativ: jedem, jeder, jedem, allem
    • Genitiv: jedes, jeder, jedes, allen

    • Mein 6-jähriger Sohn gibt mir immer die Antwort: "Das weiß doch jeder."
    • Jeder von euch entschuldigt sich auf der Stelle.
    • Alle müssen irgendwann einmal sterben.

    ein- / kein-

    Das Indefinitpronomen "ein-" findet nur als Stellvertreter eines Nomens Anwendung. Es vertritt eine bereits bekannte unbestimmte Person oder Sache. Die Negativform von "ein-" ist "kein-". Das Pronomen "ein-" ändert im Plural seine Form auf "welch-", "kein" behält im Plural seine Form. "Ein-" und "kein-" werden wie folgt dekliniert:

    • Nominativ: einer / keiner, eine / keine, eins / keins, welche / keine
    • Akkusativ: einen / keinen, eine / keine, eins / keins, welche / keine
    • Dativ: einem / keinem, einer / keiner, einem / keinem, welchen / keinen
    • Genitiv: eines / keines, einer / keiner, eines / keines, welcher / keiner
    • Mein Freund hat ein schönes Auto. Hat deiner auch eins?
    • Du hast doch noch viele Bonbons. Gibst du mir eins ab? - Nein, du bekommst keins.
    • Es ist doch immer wieder dasselbe. Ist etwas wichtig, weiß keiner Bescheid.

    manch-

    Das Indefinitpronomen "manch-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein Nomen auftreten. "Manch-" hat etwa die Bedeutung wie "einige".

    • Nominativ: mancher, manche, manches, manche
    • Akkusativ: manchen, manche, manches, manche
    • Dativ: manchem, mancher, manchem, manchen
    • Genitiv: manches, mancher, manches, mancher

    • Heute habe ich im Unterricht so manches nicht verstanden.
    • Manche glauben, perfekt zu sein. Aber ein jeder hat Fehler.
    • Heute würde ich so manches anders machen.

    mehrere-

    • Das Indefinitpronomen "mehrere-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein Nomen auftreten.
    • "Mehrere-" hat in etwa die Bedeutung wie "manch" und "einige". Dieses Pronomen existiert nur im Plural.

    • Nominativ: mehrere
    • Akkusativ: mehrere
    • Dativ: mehreren
    • Genitiv: mehrerer

    • Das Spiel war grottenschlecht. Mehrere verließen vorzeitig das Stadion.
    • Bei der gestrigen Demonstration wurden mehrere festgenommen.
  73. Relativpronomen
    Relativpronomen werden gebraucht, um Relativsätze einzuleiten. Relativsätze sind Nebensätze, das konjugierte Verb wird ans Satzende gestellt.

    Relativsätze gehören zu den Rechtsattributen eines Nomens, stehen also hinter dem Nomen. Nomenattribute geben dem Nomen eine zusätzliche Erklärung oder eine weitere Information. Relativsätze beziehen sich in der Regel auf ein Nomen, das so genannte Bezugswort, und werden in der Regel direkt dahinter gestellt. Daher können sie mitten im Satz oder am Ende eines Satzes gestellt werden. Relativpronomen werden wie folgt dekliniert:

    • Nominativ: der, die, das, die
    • Akkusativ: den, die, das, die
    • Dativ: dem, der, dem, denen
    • Genitiv: dessen, deren, dessen, deren

    Um Relativsätze richtig bilden zu können, muss zuerst das Relativpronomen bestimmt werden. Das Relativpronomen wird durch zwei verschiedene Faktoren bestimmt:

    Das Bezugswort gibt den Numerus (Singular oder Plural) und den Genus (maskulin, feminin, neutral an.

    Der Kasus des Relativpronomens ergibt sich aus den Nebensatzinformationen:

    Steht das Bezugswort im Nebensatz im Nominativ, so steht auch das Relativpronomen im Nominativ. Steht das Bezugswort im Nebensatz im Akkusativ, so steht auch das Relativpronomen im Akkusativ.Steht das Bezugswort im Nebensatz im Dativ, so steht auch das relativpronomen im Dativ, usw.

    Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen im Nominativ.

    Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)

    Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Nominativ

    Der Mann heißt Erwin Knuddelbär. Er kommt aus Bremen.

    • Der Mann, der aus Bremen kommt, heißt Erwin Knuddelbär.
    • HS: Bezugswort = der Mann = maskulin /// NS: Er kommt = Nominativ

    Die Frau heißt Gertrude Nimmersatt. Sie kommt aus Hannover.

    • Die Frau, die aus Hannover kommt, heißt Gertrude Nimmersatt.
    • HS: Bezugswort = die Frau = feminin /// Sie kommt = Nominativ

    Das Kind heißt Torsten. Es kommt aus Lübeck.

    • Das Kind, das aus Lübeck kommt, heißt Torsten.
    • Bezugswort = das Kind = neutral /// Es kommt = Nominativ

    Die Leute sind Wissenschaftler. Sie kommen aus Berlin.

    • Die Leute, die aus Berlin kommen, sind Wissenschaftler.
    • Bezugswort = die Leute = Plural /// Sie kommen = Nominativ

    Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen im Akkusativ.

    Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)

    Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Akkusativ

    Der Tisch war sehr teuer. Mein Mann hat ihn letzte Woche gekauft.

    • Der Tisch, den mein Mann letzte Woche gekauft hat, war sehr teuer.
    • Bezugswort = der Tisch = maskulin /// Er hat ihn gekauft = Akkusativ

    Die Fotos sind echt gut geworden. Ich habe sie in Paris gemacht.

    • Die Fotos, die ich in Paris gemacht habe,sind echt gut geworden.
    • Bezugswort = die Fotos = Plural /// Ich habe sie gemacht = Akkusativ

    Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen im Dativ.

    Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)

    Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Dativ

    Herr Schmal hat neuerdings Geldprobleme. Ihm gehören mehrere Häuser.

    • Herr Schmal, dem mehrere Häuser gehören, hat neuerdings Geldprobleme.
    • Bezugswort = Herr Schmal = maskulin /// Ihm gehören mehrere Häuser = Dativ

    Unsere Gäste sind zufrieden. Das Büfett hat ihnen sehr gut geschmeckt.

    Unsere Gäste, denen das Büfett sehr gut geschmeckt hat, sind zufrieden. Bezugswort = unsere Gäste = Plural /// Es hat ihnen geschmeckt = Dativ

    Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen im Genitiv.

    Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)

    Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Genitiv

    Eine Genitivkonstruktion kann man wie folgt erkennen:

    Nomen + Nomen (des Bezugswortes) oder Possessiv (des Bezugswortes) + Nomen

    Vergleiche: Possessivpronomen

    • Das Kind muss sofort operiert werden.
    • Der Vater des Kindes ist nicht zu erreichen.

    • Das Kind, dessen Vater nicht zu erreichen ist, muss sofort operiert werden.
    • Bezugswort = das Kind = neutral /// der Vater des Kindes = Genitiv

    Das ist Herr Gans. Seine Frau hat neulich im Lotto viel Geld gewonnen.

    • Das ist Herr Gans, dessen Frau neulich im Lotto viel Geld gewonnen hat.
    • Bezugswort = Herr Gans = maskulin /// Seine Frau = Possessiv = Genitiv

    Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen nach einer Präposition.

    Steht das Bezugswort im Nebensatz nach einer Präposition, so bestimmt die jeweilige Präposition den Kasus des Relativpronomens. Die Präposition steht im Relativsatz vor dem Relativpronomen.

    Endlich kommt der Zug an. Wir mussten so lange auf ihn warten.

    • Endlich kommt der Zug an, auf den wir so lange warten mussten.
    • Bezugswort = der Zug = maskulin /// wir warten auf den Zug = Akkusativ

    Das ist Gerda. Mit ihr habe ich gestern den ganzen Abend getanzt.

    • Das ist Gerda, mit der ich gestern den ganzen Abend getanzt habe.
    • Bezugswort = Gerda = feminin /// tanzen mit Gerda = Dativ

    Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen im Genitiv nach einer Präposition.

    Eine weitere Variante ist, dass das Relativpronomen zwar im Genitiv steht,aber eine Präposition den Kasus des Nomens hinter dem Relativpronomen bestimmt. Auch in diesen Fällen steht die Präposition im Relativsatz vor dem Relativpronomen im Genitiv.

    Erika will heiraten. Max ist seit langem in ihre Schwester verliebt.

    • Erika, in deren Schwester Max seit langem verliebt ist, will heiraten.
    • Bezugswort = Erika = feminin /// ihre Schwester = Possessiv = Genitiv /// verliebt sein in die Schwester = Akkusativ

    Das ist Ihr neuer Kollege. Von seiner Tüchtigkeit sind wir alle überzeugt.

    • Das ist Ihr neuer Kollege, von dessen Tüchtigkeit wir alle überzeugt sind.
    • Bezugswort = Kollege = maskulin /// seiner = Possessiv = Genitiv /// überzeugt sein von der Tüchtigkeit = Dativ

    Die Bildung von Relativsätzen mit "wo" und "wohin".

    Drückt das Bezugswort etwas Räumliches oder Zeitliches aus, kann alternativ zu einer Präposition das Relativadverb "wo" benutzt werden. Drückt das Bezugswort einen Ortswechsel aus, kann alternativ zu einer Präposition das Relativadverb "wohin" benutzt werden.

    Lasst uns zum Baggersee fahren. Dort kann man wunderbar baden.

    Lasst uns zum Baggersee fahren, in dem man wunderbar baden kann. Lasst uns zum Baggersee fahren, wo man wunderbar baden kann.

    Frank studiert an der RWTH Aachen. Sein Vater hat auch dort studiert.

    Frank studiert an der RWTH Aachen, an der auch sein Vater studiert hat. Frank studiert an der RWTH Aachen, wo auch sein Vater studiert hat.

    Endlich haben wir im Lotto gewonnen. Jetzt sind unsere finanziellen Probleme gelöst.

    Jetzt, wo wir im Lotto gewonnen haben, sind unsere finanziellen Probleme gelöst.

    Udo will nach Südafrika fahren. Sein Freund ist auch schon dorthin gereist.

    Udo will nach Südafrika fahren, wohin sein Freund auch schon gereist ist.

    Relativsätze, die sich auf ein Pronomen beziehen.

    Relativsätze können auch gebildet werden, wenn das Bezugswort ein sächliches Demonstrativ- oder Indefinitpronomen ist, wie zum Beispiel die Pronomen alles, das, dasjenige, dasselbe; etwas, manches, nichts, vieles usw.

    Wenn sich das Relativpronomen auf ein Bezugswort bezieht, das selbst ein Pronomen ist, steht das Pronomen im Hauptsatz für einen ganzen Satzinhalt. Bezieht sich das Relativpronomen auf einen ganzen Satzinhalt, so gebraucht man das Pronomen "was".

    Alles, was sie gesagt haben, war erstunken und erlogen. Das, was du gesagt hast, entspricht nicht der Wahrheit. Wir gratulieren denjenigen, die die Prüfung mit "sehr gut" bestanden haben. Da ist etwas, was ich nicht verstehe. Warum willst du ihn nicht heiraten? Die Studenten haben so manches, was der Professor gesagt hat, nicht verstanden.

    Relativsätze können auch nach einem substantivierten Superlativ stehen:

    • Das ist das Hübscheste, was mir jemals geschenkt wurde. Das ist das Schlimmste, was ihm passieren konnte.
    • Das war das Schönste, was ich je gemacht habe.

    Relativsätze, die sich auf einen ganzen Satz beziehen.

    Bezieht sich das Relativpronomen auf einen ganzen Satz, so gebraucht man das Pronomen " was ".

    Einige Kollegen machen eine viel zu lange Pause, was unseren Chef sehr ärgert.Andere Kollegen machen bereitwillig Überstunden, was ihm wiederum sehr gefällt.Manch ein Kollege feiert oft krank, was der schweren Arbeit zuzuschreiben ist.

    • Steht das Relativpronomen als Ergänzung nach einer Präposition, so gebraucht man "wo(r)- + Präposition".
    • (sich ärgern über = worüber; womit; woran; usw.)

    • Sie haben mir soeben das Leben gerettet, wofür ich mich sehr bei Ihnen bedanken möchte.
    • Kurt schenkte Hilde zum Geburtstag einen Ring, worüber sie sich sehr freute.
    • Krebs ist eine Krankheit, woran schon viele Menschen gestorben sind.
  74. Pronomen `es`
    Das Pronomen "es" hat viele verschiedene Funktionen. "Es" kann entweder als Pronomen für ein einzelnes Wort (Nomen im Nominativ oder Akkusativ, Adjektiv, Partizip), für ein Satzteil oder gleich für einen ganzen Satz stehen. In einigen Fällen muss das Pronomen "es" auf Position 1 oder 3 stehen. Manchmal ist ein Gebrauch obligatorisch, manchmal fakultativ.

    Obligatorisch ist das Pronomen " es " als:

    Pronomen (Nomenersatz) im Nominativ oder Akkusativ

    • Wie findest du das Bild? - Ich finde es nicht gerade schön.
    • Helga, weißt du, wo mein Handy ist? - Ich glaube, es liegt in der Küche.

    unpersönliches Subjekt

    Jetzt fängt es schon wieder an zu regnen. Wie geht es Ihrer Frau? - Ihr geht es schon viel besser.

    unpersönliches Objekt

    • Man hat es im Leben nicht immer leicht.
    • Mama, Karl möchte mich heiraten. Ich glaube, er meint es ernst.

    Fakultativ ist das Pronomen "es" als:

    Platzhalter für ein Subjekt. (Subjekt von Position 1 auf Position 3)

    • Jemand steht vor der Tür. = Es steht jemand vor der Tür.
    • Ihnen wird geholfen. = Es wird ihnen geholfen.

    Repräsentant für Nebensätze

    • Es tut mir Leid, dass dein Vater tot ist. = Dass dein Vater tot ist, tut mir Leid.
    • Es ist nicht sicher, ob er kommen kann. = Ob er kommen kann, ist nicht sicher.

    stärkere Betonung eines Subjekts

    • Heutzutage lassen sich viele scheiden. = Es lassen sich heutzutage viele scheiden.
    • Leider haben viele Leute Geldprobleme. = Es haben leider viele Leute Geldprobleme.

    "Es" als Pronomen.

    • Das "es" als Personalpronomen, muss obligatorisch benutzt werden, da es stellvertretend für ein Nomen steht und das neutrale Geschlecht (Genus) angibt.
    • "Es" kann nur im Nominativ oder Akkusativ stehen. Steht "es" im Akkusativ, kann es nicht auf Position 1 stehen. Das Pronomen "es" muss dann auf Position 3 (oder Position 4, sofern Position 1 anderweitig belegt wird) stehen.

    • Nominativ:
    • Ich habe mir ein neues Hemd gekauft. Es hat 84 Euro gekostet.

    • Akkusativ:
    • Wo hast du es denn gekauft? - Ich habe es in der Einkaufspassage gekauft.

    "Es" muss obligatorisch benutzt werden, wenn es stellvertretend für ein Adjektiv oder ein Partizip steht. Auch in diesen Fällen kann es nicht auf Position 1 stehen, sondern muss auf Position 3 (sowohl hinter dem Verb als auch hinter dem Subjekt) stehen:

    • Dein Lehrer ist so hilfsbereit. Meiner ist es leider nicht.
    • Warum ist dein Mann immer so fleißig? Mein Mann ist es leider nicht.
    • Ist dein neuer Freund sportlich? - Natürlich ist er es.

    • "Es" muss obligatorisch benutzt werden, wenn es stellvertretend für ein Satzteil oder einen ganzen Satz steht.
    • Auch in diesen Fällen kann es nicht auf Position 1 stehen, sondern muss auf Position 3 (sowohl hinter dem Verb als auch hinter dem Subjekt) stehen:

    • Mein Sohn, du hast ja schon wieder geraucht. - Ich habe es dir doch verboten.
    • Hast du Susi zum Geburtstag gratuliert? - Ach du lieber Gott, ich habe es ganz vergessen.
    • Man müsste nochmals den Keller aufräumen. - Aber ich mache es überhaupt nicht gern.

    "Es" als Begleiter bei unpersönlichen Verben.

    Fast alle Verben können in allen drei Personen, Singular wie Plural, gebraucht werden. Man nennt diese Verben auch "persönliche Verben".

    • Ich liebe dich.Und du liebst mich.
    • Er / Sie / Es liebt Kirscheis.

    Einige wenige Verben können nur in der 3. Person Singular und nur mit dem unpersönlichen "es" gebraucht werden. Ein Satz mit den Pronomen ich, du, er, sie sowie die Bildung des Plurals ist dabei nicht möglich. (Ich regne. Du regnest. Er regnet) Zu diesen Verben gehören die "unpersönlichen Verben". "Es" übernimmt dabei die Ersatzfunktion einer Nominativ- oder Akkusativ-Ergänzung. Das "es" ist bei unpersönlichen Verben obligatorisch.

    Zu den unpersönlichen Verben gehören:

    Verben, die Sinneseindrücke oder ein persönliches Befinden wiedergeben

    • Wie geht es deiner Mutter? - Ihr geht es blendend.
    • Schmeckt es dir? - Natürlich schmeckt es mir.

    brennen, duften, gut / schlecht gehen, gefallen, jucken, kalt sein, kratzen, kribbeln, riechen, schmecken, stinken, warm sein

    Verben, die Geräusche ausdrücken

    • Kannst du bitte mal die Tür öffnen? Es hat jemand an der Tür geklopft.
    • In alten Häusern knarrt und knirscht es in allen Ecken.

    blasen, klingeln, klopfen, knacken, knarren, knirschen, krachen, läuten,pfeifen, rascheln, rauschen, scheppern, summen

    Verben, die das Wetter / die Witterung beschreiben

    Bei dem gestrigen Gewitter hat es geblitzt und gedonnert. Dabei hat es in Strömen geschüttet.

    blitzen, dämmern, donnern, frieren, gewittern, gießen, hageln, nieseln, regnen, scheinen, schneien, in Strömen schütten, tauen, tröpfeln

    Verben, die Themen einleiten

    • Ich muss mit Ihnen sprechen - Worum geht es? - Es geht um den Mietvertrag.
    • Es gibt nicht wenige Frauen, die klüger sind als die klügsten Männer.

    es dreht sich um, es geht um, es gibt, es handelt sich um, es heißt, es kommt darauf an, es scheint

    Verben mit Zeitbegriffen

    • Wie viel Uhr ist es jetzt? - Es ist schon spät, es ist schon 18 Uhr durch.
    • Es dämmert schon. Es geht gleich die Sonne auf.
    • Es war im Sommer. / Es ist gleich Feierabend. / Es ist noch früh. / etc.

    Als Akkusativobjekt auf Position 3 bei festen Redewendungen

    • Viele Leute haben es immer sehr eilig.
    • Er hat es im Leben weit gebracht.
    • Ich meine es doch nur gut mit dir.
    • Diese Aufgabe hat es in sich. Er hat es auf mich abgesehen.
    • Im Urlaub lasse ich es mir gut gehen. Dadurch macht er es sich nicht leichter.
    • Ich lasse es darauf ankommen.

    • Einige dieser Verben können sowohl persönlich als auch unpersönlich verwendet werden:
    • Die Tomatensuppe schmeckt mir nicht. / Es hat mir sehr gut geschmeckt.
    • Im Sommer scheint oft die Sonne. / Es hat den ganzen Tag die Sonne geschienen.
    • Der Fisch stinkt. / Hier stinkt es nach Fisch.

    "Es" als Korrelat für einen Nebensatz.

    In Nebensätzen wird "es" als Korrelat (Repräsentant) für einen Nebensatz eingesetzt. Der Gebrauch ist allerdings fakultativ. Es gilt:

    • Steht der Hauptsatz (HS) vor dem Nebensatz (NS), wird in den meisten Fällen ein "es" als Korrelat eingesetzt.
    • (Bei einigen Verben ist die Erstellung von "es" allerdings nicht üblich.)

    • Stimmt es, dass Gerd eine neue Arbeitsstelle hat?
    • Ich bin es leid, von dem Geld meines Mannes leben zu müssen. Ich will arbeiten.

    Steht der Nebensatz vor dem Hauptsatz, entfällt "es" als Korrelat.

    • Ja, dass Gerd eine neue Arbeitsstelle hat, stimmt.
    • Von dem Geld meines Mannes leben zu müssen, bin ich leid. Ich will arbeiten.

    Diese Regeln gelten für folgende Nebensätze:

    "Es" als Korrelat für dass-Sätze

    • Es ist schön, dass du gewonnen hast. / Dass du gewonnen hast, ist schön.
    • Es ist schade, dass du jetzt gehst. / Dass du jetzt gehst, ist schade.
    • Es ärgert mich, dass Toni faul ist. / Dass Toni faul ist, ärgert mich.

    "Es" als Korrelat für indirekte Fragesätze

    • Noch ist es nicht sicher, wer absteigt. / Wer absteigt, ist noch nicht sicher.
    • Es ist fraglich, ob er die Prüfung besteht. / Ob er die Prüfung besteht, ist fraglich.
    • Es ist unwichtig, ob du kommst oder nicht. / Ob du kommst oder nicht, ist unwichtig.

    "Es" als Korrelat für Infinitivsätze

    • Es ist unmöglich, die Brücke zu reparieren. / Die Brücke zu reparieren, ist unmöglich.
    • Ich finde es toll, mit euch zu fahren. / Mit euch in Urlaub zu fahren, finde ich toll.
    • Ist es wichtig, morgen dabei zu sein? / Morgen dabei zu sein, ist sehr wichtig.
  75. Präpositionen
    Präpositionen, auch Verhältniswörter genannt, gehören zu den Partikeln und sind daher in ihrer Form unveränderlich. Der Gebrauch der Präpositionen ist nicht einfach, da sie in verschiedenster Weise auftreten können. Daher macht eine Übersetzung einer einzelnen Präposition keinen Sinn, denn je nach Verwendungszweck erhält sie eine völlig neue Bedeutung. Man sollte also gezielt eine Präpositionalgruppe (Präposition + Bezugswort) übersetzen.

    Man kann Präpositionen nach ihrem Gebrauch unterscheiden:

    Lokale Präpositionen / Fragewörter: wo, wohin, woher

    • Wo wohnen Sie? - In Coesfeld.
    • Wohin geht Herr Janusch? - Zum Arzt.
    • Woher hast du das Buch? - Aus der Bibliothek.

    Temporale Präpositionen / Fragewörter: wann, um wie viel Uhr, bis wann, seit wann ...

    • Wann ist das Pokalendspiel? - Am kommenden Sonntag.
    • Um wie viel Uhr beginnt der Film? - Um 20:15 Uhr.
    • Seit wann lernst du Deutsch? - Seit vier Monaten.

    Modale, kausale, finale, konzessive Präpositionen, / Fragewörter: wie, warum, wozu, ...

    • Warum bist du gestern nicht mitgekommen? - Wegen des schlechten Wetters.
    • Wozu lernen Sie Deutsch? - Für meine berufliche Karriere.
    • Wann können Sie schlecht schlafen? - Bei Vollmond.

    • Verben mit Präpositional-Ergänzung: /
    • Fragewörter: womit, worauf, wozu, ...

    • sich interessieren für:
    • Wofür interessiert sich Jochen? - Nur für Autos.

    • lachen über:
    • Worüber lachst du? -Über seinen Witz.

    • leben von:
    • Wovon lebt der Student? - Ich glaube, Von dem Geld seines Vaters.

    Adjektive mit Präpositionen:

    • bereit sein zu:
    • Wozu bist du noch nicht bereit? - Zum Heiraten.

    • böse sein auf:
    • Auf wen kannst du niemals böse sein? - Auf meine Kinder.

    • fähig sein zu:
    • Wozu ist er nicht fähig? - Zum Arbeiten.

    Nomengefüge

    • in Ordnung bringen:
    • Bring das sofort wieder in Ordnung!

    • in Ruhe lassen:
    • Lassen Sie mich bitte in Ruhe.

    • zu Ende gehen:
    • Alles geht irgendwann einmal zu Ende.

    Eine Präposition steht niemals alleine. Bis auf sehr wenige Ausnahmen wird sie vor ein Bezugswort gestellt. Das Bezugswort ist in der Regel ein Nomen oder Pronomen. Ist das Bezugswort ein Nomen, hat es in der Regel so genannte Nomenbegleiter bei sich, wie .B. Artikel und Attribute. Präposition + Nomen + eventuelle Begleiter bilden zusammen eine neue Wortgruppe. Diese Wortgruppe kennt man auch Präpositionalgruppe. Sie ist von der Präposition abhängig. Da die Präposition einen bestimmten Kasus vorgibt, werden das Bezugswort und die dazugehörigen Begleiter entsprechend dekliniert. Man unterscheidet:

    • Präpositionen mit Akkusativ:
    • bis, durch, für, gegen, ohne, um

    • Präpositionen mit Dativ:
    • ab, aus, bei, mit, nach, seit, von, zu

    • Wechselpräpositionen:
    • an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen

    • Präpositionen mit Genitiv:
    • außerhalb, innerhalb, trotz, während, wegen

    • Steht eine Präposition allein am Satzende, handelt es sich allerdings nicht um eine Präposition, sondern um ein Präfix eines trennbaren Verbs.
    • Präfixe geben keine Kasusinformation!

    • Warum machst du denn immer das Fenster zu?
    • Einige Schüler schreiben während der Prüfung vom Nachbarn ab.
    • Kommst du heute Abend um 22:00 Uhr ins Konzert der Toten Hosen mit?

    • Einige Präpositionen können mit einem bestimmten Artikel eine Verbindung eingehen, sie "verschmelzen" ineinander.
    • Die häufigsten Verschmelzungen sind:

    • an:
    • (Dativ/dem) am
    • (Akk/das) ans

    • bei:
    • (Dativ/dem) beim

    • in:
    • (Dativ/dem) im
    • (Akk/das) ins

    • von:
    • (Dativ/dem) vom

    • zu:
    • (Dativ/dem) zum
    • (Dativ/der) zur

    • auf:
    • (Akk/das) aufs

    • durch:
    • (Akk/das) durchs

    • für:
    • (Akk/das) fürs

    • hinter:
    • (Akk/den) hintern
    • (Dativ/dem) hinterm
    • (Akk/das) hinters

    • über:
    • (Akk/den) übern
    • (Dativ/den) überm
    • (Akk/das) übers

    • um:
    • (Akk/das) ums

    • unter:
    • (Akk/den) untern
    • (Dativ/dem) unterm
    • (Akk/das) unters

    • vor:
    • (Dativ/dem) vorm
    • (Akk/das) vors
  76. Präpositionen mit Akkusativ
    • Folgende Präpositionen fordern den Akkusativ:
    • bis, durch, für, gegen, ohne, um, entlang*

    • bis
    • Einsatz: lokale und temporale Angaben, Zahlenangaben, auch vor Adverbien

    • Der Zug fährt nur bis Aachen.
    • Die Vorlesung dauert bis 17:00 Uhr.

    • durch
    • Einsatz: lokale Angaben, und Passivsätze

    • Durch ständiges Rauchen wird das Krebsrisiko stark erhöht.
    • Durch Sprechen in Alltagssituationen wird der allgemeine Wortschatz gefestigt.

    • für
    • Einsatz: Zeitraum, Preisangaben, Vergleiche, für wen ist etwas?

    • Herr Pauli ist für drei Tage in die USA geflogen.
    • Ich habe etwas für dich mitgebracht.

    • gegen
    • Einsatz: Bewegung mit Berührung, ungefähre Zeit- und Zahlenangaben

    • Frau Klimbim wird gegen 17:00 Uhr eine Pressekonferenz geben.
    • Das Auto müsste gegen 3.000 Euro zu verkaufen sein.

    • ohne
    • Einsatz: Gegenteil von "mit"

    • Herr Lieberknecht kommt heute Abend ohne seine Frau zum Geschäftsessen.
    • Ohne Uhr fühle ich mich nicht wohl.

    • um
    • Einsatz: lokale und temporale Angaben, Zahlenangaben

    • Fahren Sie um den Stau herum, dann sparen Sie viel Zeit.
    • Der Unterricht beginnt morgen ausnahmsweise schon um 8:30 Uhr.

    • entlang*
    • Parallelität * das Nomen steht vor der Präposition (inverse Struktur)

    • Gestern sind wir stundenlang den Rhein entlang gegangen.
    • Gehen Sie immer diesen Weg entlang. Nach 5 km erreichen Sie schon das nächste Dorf.
  77. Präpositionen mit Dativ
    • Folgende Präpositionen fordern den Dativ:
    • ab, aus, bei, mit, nach, seit, von, zu

    • ab
    • Einsatz: lokale und temporale Angaben
    • Ab dem 01. September ändern sich unsere Preise.
    • Die günstigen Sommerfahrkarten sind ab Montag bundesweit gültig.

    • aus
    • Einsatz: lokale und temporale Angaben, Materialangaben, Verhaltensweisen

    • Um wie viel Uhr kommt Martina aus der Schule?
    • Der Ring ist aus reinem Gold. Er stammt aus dem 12. Jahrhundert.

    • bei
    • Einsatz: lokale Angaben, Gleichzeitigkeit, Redewendungen
    • Ihr Mann verschwand bei Nacht und Nebel.
    • Gestern war ich bei Herrn Mauser. Unsere Mitarbeiterin Frau Saum war auch bei ihm.

    • mit
    • Einsatz: Gegenteil von "ohne", Angabe eines Zusammenhangs, - einer Art und Weise, - eines Mittels

    • Diese Arbeit kann man nur mit viel Geduld und Spucke schaffen.
    • Diese Häuser werden mit Gas beheizt.

    • nach
    • Einsatz: lokale und temporale Angaben, auch nach Adverbien

    • Nach dem Unterricht gehen alle gemeinsam in die Mensa.
    • Die Möllers fahren im Urlaub mal wieder nach Spanien.

    • seit
    • Einsatz: temporale Angaben
    • Seit seiner Hochzeit mit Ludwina ist Georg nicht wieder zu erkennen.
    • Seit seiner Ankunft in Deutschland ist der Student auf Wohnungssuche.

    • von
    • Einsatz: lokale und temporale Angaben, anstelle eines Genitivattributs Sylvia kommt soeben vom Zahnarzt.
    • Ist das Michaels Auto oder ist es von Peter?

    • zu
    • Einsatz: lokale und temporale Angaben, Zahlenangaben, feste Wendungen, Finalsätze
    • Schalke hat gegen Köln 0:2 verloren. (null zu zwei).
    • Du siehst sehr krank aus. Geh lieber schnell zum Arzt.
  78. Wechselpräpositionen
    Wechselpräpositionen fordern manchmal den Dativ, manchmal den Akkusativ.

    Der Akkusativ wird verlangt, wenn das Verb eine Orts- bzw. Richtungsänderung anzeigt. Das Fragewort dazu lautet "wohin".

    Der Dativ wird verlangt, wenn das Verb eine Ergänzung mit lokaler Bedeutung hat, das nach einem Ort fragt. Das Fragewort dazu lautet "wo".

    Es gibt folgende Wechselpräpositionen:

    an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen

    • an
    • Peter hängt das Bild an die Wand. (Wohin/Akk)
    • Jetzt hängt das Bild an der Wand. (Wo/Dativ)

    • auf
    • Gerda legt das Buch auf den Tisch. (Wohin/Akk)
    • Jetzt liegt das Buch auf dem Tisch. (Wo/Akk)

    • hinter
    • Guido stellt sich hinter den Stuhl. (Wohin/Akk)
    • Jetzt steht Guido hinter dem Stuhl. (Wo/Dativ)

    • in
    • Kai steckt das Geld in die Tasche. (Wohin/Akk)
    • Das Geld ist jetzt in der Tasche. (Wo/Dativ)

    • neben
    • Klaus setzt sich neben Michaela. (Wohin/Akk)
    • Jetzt sitzt Klaus neben ihr. (Wo/Dativ)

    • über
    • Er hängt die Lampe über den Tisch. (Wohin/Akk)
    • Jetzt hängt sie über dem Tisch. (Wo/Dativ)

    • unter
    • Der Hund legt sich unter den Tisch. (Wohin/Akk)
    • Jetzt liegt der Hund unter dem Tisch. (Wo/Dativ)

    • vor
    • Luis stellt sich vor das Fenster. (Wohin/Akk)
    • Jetzt steht er vor dem Fenster. (Wo/Dativ)

    • zwischen
    • Er setzt sich zwischen zwei Frauen. (Wohin/Akk)
    • Jetzt sitzt er zwischen ihnen. (Wo/Dativ)

    Einige Wechselpräpositionen können auch temporale Angaben anzeigen. Das Fragewort dazu lautet "wann". Auf eine Frage mit "wann" folgt immer der Dativ.

    Folgende Wechselpräpositionen zeigen temporale Angaben an:

    • an
    • Am Montag sind die Ferien leider schon wieder zu Ende.

    • in
    • Im September wollen wir in die Dominikanische Republik fliegen.

    • unter
    • Mein Mann musste unter der Woche sehr viel arbeiten.

    • über
    • Über Weihnachten wollen wir in den Schwarzwald fahren.

    • vor
    • Vor dem Essen waschen sich alle Kinder die Hände.

    • zwischen
    • Zwischen den Monaten April und Juni muss noch viel gearbeitet werden.
  79. Präpositionen mit Genitiv
    Es gibt sehr viele Präpositionen mit Genitiv, von denen die meisten hauptsächlich in der Verwaltungssprache benutzt werden. Die gebräuchlichsten Präpositionen können nach ihrem Gebrauch wie folgt unterteilt werden:

    Temporale Angaben

    • Außerhalb der Sprechstunden wenden Sie sich bitte an den Notdienst.
    • Die Rechnung ist binnen der nächsten 10 Tage zu begleichen.
    • Die Kinder waren während der Sommerferien bei ihren Großeltern auf dem Land.
    • Viele Hausfrauen arbeiten zeit ihres Lebens für ihre Familien.

    Lokale Angaben

    • Abseits der Großstädte kann man eine wunderschöne Landschaft kennen lernen.
    • Der Schiedsrichter sah das Foulspiel außerhalb des Strafraums und gab daher keinen Elfmeter.Die Zuschauer sahen das Foulspiel innerhalb des Strafraums und pfiffen den Schiedsrichter aus.
    • Jenseits der Gebirgskette beginnt die Sandwüste.Oberhalb der Stadt steht eine alte Ruine aus dem Mittelalter.
    • Etwas unterhalb des Dorfes gibt es einen sehr schönen Mischwald.

    Kausale Angaben

    • Aufgrund mehrerer ihm nachgewiesenen Diebstähle erhielt der Mitarbeiter die fristlose Kündigung.
    • Infolge Trunkenheit am Steuer gab es im Beobachtungszeitraum erneut mehrere Verkehrsunfälle mit Todesfolge.
    • Kraft meines Amtes erkläre ich hiermit Herrn Johnson zu meinem Stellvertreter.
    • Die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren mangels Beweisen ein.
    • Gegen den Vorgesetzten wird wegen des Verdachts auf Körperverletzung ermittelt.

    Konzessive Angaben

    • Trotz der roten Zahlen blickt das Unternehmen zuversichtlich in die Zukunft.
    • Ungeachtet der aufkommenden Proteste will das Unternehmen ca. 10.000 Stellen auslagern.

    Alternative Angaben

    • Anstatt einer Haftstrafe erhielt der Angeklagte eine empfindliche Geldstrafe.
    • Anstelle des Krimis wird heute Abend eine Komödie mit Steve Miller gezeigt.
    • Statt einer kostenintensiven Renovierung wird ein kompletter Neubau vorgezogen.
  80. Lokale Präpositionen
    Lokale Präpositionen können eine Antwort auf die Fragen wo, wohin und woher geben. Die genannten drei W-Fragen hängen wiederum von bestimmten Verben ab.

    • Akkusativ:
    • Wohin? bis, durch, entlang, gegen, um
    • Wo? an ... entlang, um, um ... herum

    • Dativ:
    • Wohin? nach, zu
    • Wo? ab, bei, gegenüber, von ... aus, zu Hause
    • Woher? aus, von

    • Genitiv:
    • Wo? außerhalb, innerhalb

    • Für die Wechselpräpositionen gilt:
    • wohin + Akkusativ
    • wo + Dativ

    • Für die Präposition gegenüber gilt:
    • Bei Nomen kann "gegenüber" vor oder hinter dem Bezugswort stehen.

    • Gegenüber der Kirche ist ein Park.
    • Der Kirche gegenüber ist ein Park.

    Bei Pronomen muss "gegenüber" hinter dem Bezugswort stehen.

    Gestern saß Herr Melsungen mir gegenüber

    Die Präposition entlang steht hinter dem Bezugswort!

    Am Sonntag sind wir drei Stunden den Rhein entlang spaziert.

    Präpositionen, die auf die Frage "wohin" eine Antwort geben können.

    bis zeigt einen Endpunkt an. Wenn der Endpunkt mit Artikel benutzt wird, wird "bis" mit einer zweiten Präposition ergänzt. Diese zeigt dann den Kasus an.

    • Bis wohin fährt dieser Zug? - Dieser Zug fährt nur bis Dortmund.
    • Können Sie mich bis zum Bahnhof mitnehmen? - Ich fahre nur bis zur Kirche.
    • Wie weit ist es bis zur Post? - Bis zur Post sind es zu Fuß etwa 10 Minuten.
    • Wie weit ist es bis nach Hamburg? - Bis nach Hamburg sind es circa 200 km.
    • Wir wollen bis ans Ende der Welt fahren.

    durch gibt eine Bewegung durch "etwas" an.

    • Wodurch fährt der Zug? - Er fährt durch einen Tunnel.
    • Peterle zieht es vor, durchs Fenster zu klettern, statt durch die Tür zu gehen.
    • Deine Frau ist sehr neugierig. Sie schaut öfters durchs Schlüsselloch.

    entlang zeigt eine parallele Bewegung an und entspricht dem Verb "folgen". Entlang steht immer hinter dem Bezugswort.

    • Gehen Sie immer den Weg entlang bis zur Kreuzung. Dann gehen Sie rechts.
    • Sonntags laufen wir manchmal mehrere Stunden den Fluss entlang.
    • Fahren Sie die Straße entlang bis zur Ampel. Biegen Sie dann links ab.

    gegen schließt eine Bewegung mit einem Kontakt ab.

    • Der Autofahrer fuhr mit hoher Geschwindigkeit gegen eine Autobahnbrücke.
    • Wogegen hat er getreten? - Er hat immer gegen die Autotür getreten.
    • Der Betrunkene ist doch tatsächlich gegen einen Laternenpfahl gelaufen und hat sich dann noch dafür entschuldigt.

    um gibt eine kreisende Bewegung an.

    • Gehen Sie dahinten um die Ecke.
    • Da sehen Sie schon den Markt.Gestern habe ich 50 Runden um den Sportplatz gedreht.
    • Wir wollen morgen um den Rursee. Möchtest du mitkommen?

    nach benutzt man bei einem Ortswechsel bei: Städten, Ländern ohne Artikel, Kontinenten, Himmelsrichtungen,Richtungsangaben mit Adverbien

    • Die Belegschaft macht morgen einen Ausflug nach Heidelberg.
    • In den Sommerferien wollen unsere Kinder nach Spanien fahren.

    zu benutzt man bei einem Ortswechsel bei: Personen, Angaben eines Ziels, Plätzen und Ortsangaben mit Artikel, kurzfristige Erledigungen.

    • Heute Abend bin ich bei einem Arbeitskollegen eingeladen. Kommst du mit zu ihm?
    • Ich gehe zu Peter (zum Arzt, zum Bäcker, zum Chef, zum Friseur, zum Metzger, zu Dr. Hansen, zu einer Freundin, zu einem Freund, zu einem Mitschüler, ...)
    • Wie kommt man schnell zum Bahnhof (zur Bank, zur Kasse, zur Kirche, zum Markt, zur Polizei, zur Post, zum Rathaus, zum Schalter, zur Uni, zum Zug, ...).
    • Ich fahre / gehe / komme zu der Insel (zu dem Maiball, zu der Party, zur Taufe, ...).
    • Kommst du ... mit / Gehst du zum Essen (zum Baden, zum Tanzen, Fußball spielen?)

    an benutzt man für Reisen an ein Gewässer, Bewegungen mit einem natürlichen Ende

    • Wir gehen / fahren an den See (an den Atlantischen Ozean, an den Fluss, ans Meer, ans Mittelmeer, an die Mosel, an den Rhein, an die Ostsee, an den Strand...)
    • Stell die Leiter an die Wand (an den Baum, ans Fenster, an die Mauer).

    auf benutzt man für öffentliche Gebäude und Plätze, ländliche Regionen, Inseln / Inselgruppen

    • Ich gehe auf die Bank (auf den Bahnhof, auf den Balkon, auf den Berg, auf den Hof, auf ein Konzert, auf den Marktplatz, auf eine Party, auf die Post, aufs Rathaus, auf den Spielplatz, auf die Straße, auf die Terrasse).
    • Am Wochenende fahren wir immer aufs Land. Die Luft ist dort viel besser.
    • Wir fliegen / fahren auf die Bahamas (auf eine Insel).

    in benutzt man für regelmäßige oder längere Aufenthalte in einem Gebäude, Ortsangaben, Regionen, Landschaften, Gebirge, Länder mit Artikel, Bewegung in einen geschlossenen Raum hinein, Straßennamen

    • Ich gehe in die Schule (ins Büro, in die Bücherei, ins Café, in die Disko, in die Fabrik, ins Geschäft, ins Kino, in die Kirche, ins Krankenhaus, ins Museum, ins Restaurant, ins Theater, in die Uni, in die Vorlesung, in den Zoo,...).
    • Ich fahre in die Türkei, (in die Bundesrepublik Deutschland, in den Iran, in den Libanon, in die Niederlande, in die Schweiz, in die USA, ...).
    • Ich fahre ins Ausland (in die Alpen, in die Berge, ins Gebirge, in die Stadt, ...).
    • Ich gehe ins Haus (ins Bad, ins Bett, in den Garten, ins Hotel, in den Keller, in den Park, ins Zimmer,...).
    • Fahren Sie in die Merowingerstraße hinein und suchen sich dort einen Parkplatz.

    Präpositionen, die auf die Frage "wo" eine Antwort geben können.

    an ... entlang zeigt eine Längsrichtung neben einer Begrenzung an.

    • An dem Rhein entlang stehen viele Burgen aus dem Mittelalter.
    • An der Straße entlang wird ab September ein Radweg gebaut.

    um und um ... herum zeigt etwas rund um einen Gegenstand, Platz oder Ort an.

    • In vielen kleinen Dörfern wird am 1. Mai um den Maibaum herum getanzt.
    • Abends saßen wir in einem Kreis um einen alten Holztisch und spielten Karten.
    • Um das Schloss herum wurde nach seiner Fertigstellung ein Wassergraben angelegt.

    ab zeigt einen Ausgangspunkt an.

    Ab wo habt ihr die Reise gebucht? - Ab Frankfurt.

    bei benutzt man zur Ortsangabe bei: Angaben in der Nähe von, einem Aufenthalt bei Personen, Arbeitsplätzen

    • Die kleine Stadt Namens Garching liegt im Bundesstaat Bayern bei München.
    • Bei mir zuhause war gestern der Teufel los.
    • Gestern war ich beim Arzt. (beim Chef, bei dir / ihr / Ihnen, bei Peter / Petra, bei Herrn Nuss, beim Bäcker, bei einem Freund, beim Friseur, ... ).
    • Er arbeitet bei der Post. (bei Aldi, bei der Telekom, bei Siemens, ...)

    gegenüber kann bei einem Nomen vor oder hinter dem Bezugswort stehen. Ist das Bezugswort ein Pronomen, steht es dahinter.

    • Ihnen gegenüber sitzt Herr Schillerhaus aus Hintertupfingen.
    • Die Post liegt direkt gegenüber der Sparkasse.
    • Die Zugreise ist nicht inklusive.

    von ... aus gibt einen Beginn eines Ausgangspunktes an.

    • Von diesem Berg aus haben Sie einen wunderschönen Blick ins Tal.
    • Von wo aus kann man das Meer erblicken? -
    • Von der Düne dort aus.
    • Von der französischen Atlantikküste aus kann man England sehen.

    zu Haus(e) gibt den eigenen Wohnort / die eigene Wohnung oder das eigene Haus an.

    Am Wochenende bleibe ich bei diesem Wetter zu Hause.

    außerhalb und innerhalb gibt an, ob sich etwas in oder aus einem begrenzten Raum befindet.

    • Bei einem Foul außerhalb des Strafraums wird ein Freistoß gegeben.
    • Bei einem Foul innerhalb des Strafraums wird ein Strafstoß gegeben.

    an benutzt man für Ortsangaben an Gewässer, Plätze, natürliche Begrenzungen

    • Wir sind an einem See (an dem Atlantischen Ozean, an einem Fluss, am Meer, am Mittelmeer, an der Mosel, am Rhein, an der Ostsee, am Strand)
    • Die Leiter steht an der Wand (am Baum, am Fenster, an der Mauer, an der Tafel, ...).
    • Wir treffen uns am Kino. (an der Bushaltestelle, an der Ecke Leopoldstraße Heinrichsallee, am Markt, an der Schule, am Theater, ...)
    • Die Katze liegt am Fenster (an der Heizung, am Ofen, ...)

    auf benutzt man für öffentliche Gebäude und Plätze, eine ländliche Region, Inseln / Inselgruppen

    • Ich bin auf der Bank (auf dem Bahnhof, auf dem Balkon, auf dem Berg, auf dem Hof, auf einem Konzert, auf dem Marktplatz, auf einer Party, auf der Post, auf dem Rathaus, auf dem Spielplatz, auf der Straße, auf der Terrasse, ...).
    • Am Wochenende sind wir immer auf dem Land. Die Luft ist dort viel besser.
    • Wir sind auf den Bahamas (auf einer Insel, auf einer Inselgruppe).

    in benutzt man für regelmäßige oder längere Aufenthalte in einem Gebäude,Ortsangaben, Regionen, Landschaften, Gebirge, Länder mit Artikel, Bewegung in einen geschlossenen Raum hinein, Straßennamen

    • Ich bin in der Schule (im Büro, in der Bücherei, im Café, in der Disko, in einer Fabrik, im Geschäft, im Kino, in der Kirche, im Krankenhaus, im Museum, im Restaurant, im Theater, in der Uni, in der Vorlesung, im Zoo,...).
    • Ich bin in der Türkei (in der Bundesrepublik Deutschland, im Iran, im Libanon, in den Niederlanden, in der Schweiz, in den USA, ...).
    • Ich arbeite im Ausland (in den Alpen, in den Bergen, im Gebirge, in der Stadt, ...).
    • Ich bleibe im Haus (im Bad, im Bett, im Garten, im Hotel, im Keller, im Park, im Zimmer, im Zelt, ...).
    • Ich wohne in der Merowingerstraße.

    Präpositionen, die auf die Frage "woher" eine Antwort geben können.

    Auf die Frage "woher" gibt es nur zwei mögliche Präpositionen: Die Präposition aus wird benutzt, wenn man auf eine Wo-Frage mit "in" antworten kann.

    Die Präposition von wird benutzt, wenn man auf eine Wo-Frage mit "an, auf, bei, zu" antworten kann.

    aus gibt eine Herkunft oder eine Bewegung aus einem Raum (wo? = in) heraus an.

    • Woher kommt der Student? - Ich glaube, er kommt aus Korea. (Belgien, China, dem Iran, den Niederlanden, der Schweiz, Spanien, der Türkei, den USA, ...)
    • Wann kommt sie aus der Schule? (dem Bad, dem Garten, dem Kino, der Kirche, dem Konzert, dem Krankenhaus, der Küche, dem Theater, dem Zimmer, ...)
    • Die Fische kommen aus dem Meer, aber das Mädchen vom Meer.
    • Ein Neugeborenes kommt aus dem Mutterleib. Aber die Nase hat es vom Vater.

    von gibt einen Ausgangspunkt einer Bewegung an.

    • Ich komme gerade vom Strand. (vom Fluss, vom Meer, von der Donau, vom See, .)
    • Er kommt soeben von der Bank. (von der Polizei, von der Post, vom Rathaus, ...)
    • Wir kommen gerade vom Spielplatz. (vom Dachboden, von der Straße, von der Terrasse, ...)
    • Wann kommt ihr vom Schwimmen zurück? (von der Arbeit, vom Essen, vom Fußball spielen, vom Tanzen, ...)
    • Hans kommt soeben von Inge. (von einem Ausflug, vom Arzt, vom Bäcker, vom Chef, vom Friseur, vom Metzger, von seiner Mutter, ...)

    Soll statt eines Aufenthaltsortes ein Ausgangspunkt einer Bewegung stärker betont werden, wird "von" benutzt.

    • Woher kommt der Student? - Ich glaube, aus Bochum.
    • Woher kommst du gerade? - Ich komme soeben mit dem Auto von Bochum.
    • Woher sind die Tomaten? - Aus meinem Garten.
    • Komm bitte nicht so spät vom Garten zurück. Wir wollen rechtzeitig essen.
  81. Temporale Präpositionen
    Temporale Präpositionen können eine Antwort auf die Fragewörter wann, bis wann, seit wann, von wann bis wann, um wie viel Uhr und wie lange geben. Man unterscheidet:

    Zeitdauer

    Eine Zeitdauer gibt einen Zeitraum an, der einen Anfang und ein Ende hat. Die W-Fragen dazu lauten "bis wann", "seit wann", "von wann bis wann" oder "wie lange".

    Zeitpunkt

    Ein Zeitpunkt gibt eine genaue Zeit an. Die W-Fragen dazu lauten "wann" oder "um wie viel Uhr".

    Präp. (Kausus) - WFrage - Zeitdauer oder Zeitpunkt

    für (Akk) - für wie lange? - zukünftiger Zeitraum

    gegen (Akk) - wann? um wie viel uhr? - ungenaue Tageszeit oder Uhrzeit

    um (Akk) - wann? um wie viel uhr? - genaue Uhrzeit oder ungenaue Zeitangabe

    über (Akk) - wie lange? - Zeitraum

    ab, von...an (Dativ) - wann? ab wann? - Beginn in der Gegenwart oder Zukunft

    an (Dativ) - wann? - Datum, Tag, Tageszeit, Feiertag

    aus (Dativ) - wann? - zeitliche Herkunft

    bei (Dativ) - wann? wobei? - Gleichzeitigkeit

    bis(zu) (Dativ) - bis wann? - Endpunkt

    in (Dativ) - wann? - Tage, Woche, Monat, Jahreszeiten, Jahrhundert, zukünftige Zeiträume

    nach (Dativ) - wann? - etwas nach etwas anderem tun

    seit (Dativ) - seit wann? - Beginn in der Vergangenheit und Dauer bis zur Gegenwart

    von..bis (Dativ) - von wann? bis wann? - Beginn und Ende

    vor (Dativ) - wann? - etwas vor etwas anderem tun

    zwischen (Dativ) - wann? - Beginn und Ende

    ausserhalb (Genitiv) - wann? - Zeitraum

    innerhalb (Genitiv) - wann? - Zeitraum

    während (Genitiv) - wann? - Zeitraum

    Temporale Präpositionen, die eine Zeitdauer anzeigen.

    für (+ Akkusativ) gibt einen zukünftigen Zeitraum an. W-Frage = (für) wie lange?

    Wie lange bleiben Sie in Kiel? - Ich bleibe nur für drei Tage in Kiel.

    über (+ Akkusativ) gibt einen Zeitraum an. W-Frage = wann?

    Wir wollen übers Wochenende zu unseren Freunden nach Klagenfurt fahren.

    • ab und von ... ab (+ Dativ) gibt einen gegenwärtigen oder zukünftigen Zeitraum mit einem festgelegten Beginn an.
    • Das Ende bleibt dabei offen. W-Frage = ab wann

    • Ab kommender Woche ist Herr Hansel für drei Wochen nicht mehr zu erreichen.
    • Von kommenden Montag an gelten neue gesetzliche Regelungen im Erbschaftsrecht.

    bei (+ Dativ) gibt eine Gleichzeitigkeit an. W-Frage = wann?

    Beim Essen sollen die Kinder nicht schmatzen.

    bis (zu)gibt einen Endpunkt eines Zeitraums an. (bis + Akkusativ, wenn Nomen ohne Artikel, bis zu + Dativ, wenn Nomen mit Artikel) W-Frage = bis wann?

    • Die Abschlussfeier dauerte bis zum Morgengrauen. Unsere Gäste wollen nur noch bis Freitag bleiben.
    • Bis wann brauchst du den Wagen? - Ich brauche ihn bis einschließlich Freitag.

    seit (+ Dativ) gibt einen Zeitraum an, der in der Vergangenheit begonnen hat und bis zur Gegenwart andauert und wahrscheinlich noch länger andauern wird. Das Verb wird stets im Präsens gebraucht! W-Frage = seit wann? / wie lange

    Alfons hat seit dem Tod seiner Frau große Alkoholprobleme.

    von ... bis (zu) (+ Dativ) gibt einen Zeitraum mit genauem Beginn und Ende an. W-Frage = von wann bis wann?

    • Unsere Praxis bleibt in den Sommerferien vom 12.08. bis zum 05.09. geschlossen.
    • Unsere Sprechstunden sind donnerstags nur von 9:00 Uhr bis 12:30 Uhr.

    zwischen (+ Dativ) gibt einen Zeitraum mit Beginn und Ende an. W-Frage = wann?

    • Zwischen den Monaten Mai und August hat es in diesem Jahr kaum geregnet.
    • Wann kommt Ihr Mann nach Hause? - Er kommt gewöhnlich zwischen 6:00 Uhr und 7:00 Uhr nach Hause.
    • Zwischen dem 05.08. und dem 08.08. bleibt die Zahnarztpraxis geschlossen.

    außerhalb (+ Genitiv) W-Frage = wann

    • Außerhalb der Sprechzeiten wenden Sie sich bitte an den Notdienst.
    • Außerhalb der Saison trifft man hier nur wenige Touristen an.

    innerhalb (+ Genitiv) W-Frage = wann

    • Zahlen Sie bitte die Rechnung innerhalb eines Monats.
    • Innerhalb von nur einer Woche verursachte der Kraftfahrer vier Unfälle.

    während (+ Genitiv) w-Frage = wann

    • Das Kind sitzt während des ganzen Tages zu Hause vor dem Fernseher.
    • Während des ganzen Sommers gab es hier keine Niederschläge.

    Temporale Präpositionen, die einen Zeitpunkt anzeigen.

    gegen (+ Akkusativ) gibt einen ungenauen oder ungefähren Zeitpunkt an, oft ist es eine ungefähre Uhrzeit.

    Wann kommst du etwa wieder? - So gegen 20:00 Uhr.

    um (+ Akkusativ) gibt eine genaue Uhrzeit an und eine ungefähre Zeitangabe mit Jahreszahl.

    • Der Zug fährt um 17:34 Uhr vom Frankfurter Hauptbahnhof ab.
    • Um wie viel Uhr beginnt der Film? - Um 22:20 Uhr.

    an (+ Dativ) gebraucht man für Tage, Datum, Tageszeiten und Feiertage

    • Wann kommt Vater endlich von der Reise zurück? - Am kommenden Freitag.
    • Am wievielten ist Muttertag? - Muttertag ist am13.05.
    • Wann ist dein Vater geboren? - Er ist am 16.11.1955 geboren.
    • Fliegt ihr am Vormittag? - Nein, erst am Nachmittag gegen 16 Uhr.
    • Am Abend soll es laut Wettervorhersage schon wieder Dauerregen geben.
    • An Pfingsten nimmt unser Sohn an ein internationales Schwimmturnier teil.

    aus (+ Dativ) gibt eine zeitliche Herkunft an.

    • Das Schwert stammt aus dem 12. Jahrhundert.
    • Diese Knochen dürften aus dem Altpaläolitikum stammen.

    bei (+ Dativ) gibt eine Gleichzeitigkeit an

    • Bei Tagesanbruch kann man viele Vögel zwitschern hören.
    • Am liebsten gehe ich bei Sonnenuntergang spazieren.

    • in (+ Dativ) gibt einen unbestimmten Zeitpunkt in einem definierten Zeitraum an.
    • Dazu gehören Wochen, Monate, Jahreszeiten, Jahrzehnte, Zeiträume und zukünftiges.

    • Wir schreiben heute in einer Woche einen Grammatiktest.
    • Im September fliegen wir für vier Wochen nach Venezuela.
    • Im Sommer möchten unsere Kinder nach Spanien fahren.
    • In den 70er Jahren wurden viele Rockbands weltberühmt.
    • In den kommenden Wochen gibt es noch sehr viel zu tun.
    • In der letzten Zeit benimmt sich Benjamin sehr seltsam.

    nach (+ Dativ) gibt an, was nach einem Ereignis passiert.

    • Was machst du nach dem Unterricht? - Ich gehe in die Mensa.
    • Nach dem 2. Weltkrieg galt es, die politische Ordnung wieder herzustellen.

    vor (+ Dativ) gibt einen Zeitpunkt oder einen Beginn an, dessen Geschehen vor einem Ereignis passiert.

    • Vor dem Essen waschen sich alle Kinder die Hände.
    • Vor den Bundestagswahlen erhalten alle Wahlberichtigten einen Wahlschein.

    Zeitausdrücke als Angabe mit Akkusativ.

    Einige Zeitausdrücke können auch ohne Präposition gebraucht werden. Dabei handelt es sich um Angaben der Zeit, die im Akkusativ stehen.

    • Jahreszahlen
    • 1988 hat meine Tochter geheiratet.
    • 2002 wurde erstmals der Euro als Bargeld im Umlauf gebracht.

    Ausdrücke mit Anfang, Mitte, Ende

    • Die Schwimmbäder in der Region werden Anfang Mai geöffnet.
    • Elke und Fabio wollen Mitte des Jahres heiraten.
    • Ende der Woche wollen wir übers Wochenende nach Stuttgart fahren.

    Ausdrücke mit vorige, diese und nächste

    • Voriges Jahr hatte Herr Tiefenschnabel wegen Trunkenheit am Steuer einen schweren Verkehrsunfall verursacht.
    • Meine Tochter will noch diesen Monat ihren Führerschein machen.
    • Hoffentlich läuft es bei Ihnen nächstes Jahr finanziell besser.
  82. Fragewörter
    Wenn "etwas" unbekannt ist, so muss man danach fragen. Man kann nach einem ganzen Satzinhalt fragen oder nur nach einem bestimmten Satzteil. Demnach werden zwei Fragesätze unterschieden:

    In einer Entscheidungsfrage, auch Ja-/Nein-Frage genannt, möchte die fragende Person von seinem Gesprächspartner eine Zustimmung oder eine Ablehnung zu seiner Frage erhalten. Die Antwort lautet entweder ja, doch oder nein. In einer Ja-/Nein-Frage steht das Verb immer auf Position 1, das Subjekt auf Position 2.

    Liebst du mich? Ja, ich liebe dich.

    Die Ergänzungsfrage, auch W-Frage genannt, ist eine offene Frage, das heißt, dass die fragende Person Informationen zu einem Sachverhalt wünscht. Jede W-Frage fragt nach einem bestimmten Zweck. So können sie nach einer Ergänzung, einem Ort, einem Zeitpunkt, einer Zeitdauer, einem Zweck usw. fragen. In einer W-Frage steht das Fragewort immer auf Position 1, das Verb auf Position 2 und das Subjekt auf Position 3.

    Wie heissen Sie? Wo wohnen Sie? Was machen Sie hier?

    W-Fragen, die nach Kasus und Verbergänzungen fragen.

    • Nominativ: Wer...? Was...?
    • Akkusativ: Wen...? Was putzt du gerade?
    • Dativ: Wem...?
    • Genitiv: Wessen...?
    • Situativ: Wo...?
    • Directiv: Wohin...? Woher...?
    • Präpositional: Mit wem...? Woran denkst du?

    W-Fragen, die nach einer Handlung, einer Tätigkeit oder nach dem Verb fragen.

    • Tätigkeit: Was machst du gerade? Was hat sie dir angetan?
    • Sachverhalt: Was ist mit ihm loss?
    • Handlung: Was ist gestern passiert?
    • Interesse: Was interessiert Martin?

    W-Fragen, die nach dem Tempus fragen.

    • Temporal: Wann...? Wie lange...? Für wie lange...? Wie oft...? Ab wann...? Bis wann...? Seit wann...? Von wann bis wann...?
    • Uhrzeit: Wie viel Uhr...? Wie spät...? Um wie viel Uhr...?

    W-Fragen, die nach dem Grund, der Ursache oder dem Zweck fragen.

    • Kausal: Warum, Wieso, Weshalb, Weswegen, Aus welchem Grund...?
    • Final: Wozu...?

    Die Interrogativartikel

    • Auswahl: Welche Frau...? An welchem Kurs...? Mit welchem Auto...?
    • Qualität: Was für Autos...? Mit was für einem Auto...? An was für ein Geschenk...?

    Die Wie-Fragen.

    • Modal: Wie geht es ihrer Frau...?
    • Menge: Wie viel...?
    • Masse: Wie weit...wie tief...wie alt?
    • Gewichte: Wie schwer...?
    • Predikativ: Wie ist das Bett? Es ist bequem.
    • Adverbial: Wie singt er?
  83. Kausus / 4 Fälle
    Man unterscheidet in der deutschen Sprache 4 Fälle (= vier Kasus):

    Nominativ Akkusativ Dativ Genitiv

    Die verschiedenen Fälle haben die Aufgabe, verschiedene Satzglieder im Satz unterscheidbar zu machen. Einen Satz, der ohne einen Kasus zu nennen geäußert wird, kann man nur schwer oder gar nicht verstehen, wie folgendes Beispiel zeigt:

    Die Frau der Mann leihen die Tochter der Koch der Wagen der Bruder.

    Der Kasus zeigt einem Nomen seine Funktion innerhalb eines Satzes. Das Nomen sowie seine Nomenbegleiter oder seine Stellvertreter (Pronomen) werden in den jeweiligen Funktionen dekliniert.

    • Nominativ + Genitiv:
    • Die Frau des Mannes

    • Prädikat:
    • leiht

    • Dativ + Genitiv:
    • der Tochter des Kochs

    • Akkusativ + Genitiv:
    • den Wagen des Bruders.

    Der Nominativ hebt das Subjekt hervor. Das Subjekt kann jedoch nicht alleine stehen und ist von einem Prädikat abhängig, das durch ein Verb ausgedrückt wird. Subjekt und Verb bilden zusammen eine Einheit und zeigen Genus (maskulin, feminin, neutral) und Numerus (Singular, Plural) an. Die W-Frage lautet "wer?" bei Personen und "was?" bei Sachen. Siehe auch:

    Verben, Nominativ-Ergänzung, Verbergänzung

    Der Akkusativ bezeichnet ein "Objekt". Das Objekt kann eine Person oder Sache sein. Die W-Frage lautet "wen?" bei Personen und "was?" bei Sachen. Den Akkusativ fordern:

    • -transitive Verben
    • - Verben mit Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung
    • - Verben mit Präpositional-Ergänzung + Akkusativ
    • - Präpositionen mit Akkusativ
    • - Wechselpräpositionen, die auf die Frage "wohin" eine Antwort geben
    • - Angaben der Zeit mit Akkusativ

    Der Dativ bezeichnet in den meisten Fällen eine Person, die an einem Geschehen beteiligt ist. Oft ist es ein Empfänger einer Sache. Es gibt nur wenige Verben mit einer Dativ-Ergänzung. Diese sollte man lernen. Die W-Frage lautet "wem?". Den Dativ fordern:

    • - intransitive Verben
    • - Verben mit Dativ- und Akkusativ-Ergänzung
    • - Verben mit Situativ-Ergänzung
    • - Verben mit Präpositional-Ergänzung + Dativ
    • - Wechselpräpositionen, die auf die Frage "wo" eine Antwort geben.
    • - Präpositionen mit Dativ
    • - Liste Kasusergänzungen
    • - Liste Verben mit Präpositional-Ergänzungen
    • - Liste Adjektive mit Präpositionen

    Der Genitiv tritt in einer Nomen- Nomen-Konstruktion auf und zeigt ein Besitzverhältnis an. Die W-Frage lautet "wessen?". Darüber hinaus gibt es Präpositionen mit Genitiv.

    • - Genitivattribut
    • - Präpositionen mit Genitiv
  84. Die Negation / Verneinung
    Die Negation verneint eine Aussage. Die Verneinung wird durch Negationswörter wie nicht, kein, weder ... noch,nichts, niemand usw. ausgedrückt. Grundsätzlich kann man eine Aussage verneinen oder bejahen:

    • Sind Sie Herr Peters? - Nein.
    • Sind Sie Herr Schulz? - Ja.

    Die Satznegation hingegen lautet nicht.

    • Sind Sie Herr Peters? - Nein, der bin ich nicht. Mein Name ist Otto, Karl Otto.
    • Sind Sie Herr Schulz? - Ja, ich bin Herr Schulz.

    Auf eine negative Frage lautet die positive Antwort doch. Die negative Antwort bleibt unverändert.

    • Sind Sie nicht Herr Peters? - Nein.
    • Sind Sie nicht Herr Schulz? - Doch. (Ich bin Herr Schulz.)

    Satznegation und Satzstellung von "nicht". "Nicht" kann entweder einen ganzen Satz, ein Verb oder ein Nomen mit dem bestimmten Artikel negieren. "Nicht" wird ans Satzende gestellt.

    • Schläfst du? - Nein, ich schlafe nicht.
    • Kaufst du die Schuhe? - Nein, ich kaufe die Schuhe nicht.
    • Leihst du mir morgen das Auto? - Nein, ich leihe dir morgen das Auto nicht.

    Steht ein Verb am Satzende, wird "nicht" vorgestellt. (trennbare Verben, Sätze mit Modalverben, Infinitiven, Perfekt, Prädikativen)

    • Rufst du Robert heute Abend an? - Nein, ich rufe ihn heute Abend nichtan.
    • Hat der Dieb auch den Schmuck gestohlen? - Nein, den hat er nicht gestohlen.
    • Könntest du die drei schweren Koffer tragen? - Nein, die kann ich leider nicht tragen.

    "Nicht" wird ebenfalls vor einer Präposition gestellt. (Präpositional-, Direktiv- und Situativ-Ergänzung)

    • Warten Sie auf den Zug nach Köln? - Nein, ich warte nicht auf den Zug nach Köln.
    • Liegt das Buch auf dem Tisch? - Nein, es liegt nicht auf dem Tisch.
    • Fährt Herr Maisenberg nach London? - Nein, er fährt nicht nach London.

    Steht die Präposition auf Position 1, wird "nicht" nicht vorgestellt, sondern steht wie gewohnt am Ende.

    Wortnegation mit "nicht".

    Manchmal kommt es vor, dass nicht der ganze Satz negiert werden soll, sondern nur ein bestimmter Satzteil (z.B.: Nominativ-, Akkusativ-, Dativ-Ergänzung oder Angaben). Das Negationswort "nicht" steht dann vor dem Satzteil, das verneint werden soll. Meist wird zum negierten Satzteil mit "sondern" die Alternative angeboten. Soll ein Satzteil negiert werden, wird "nicht sowie der negierte Satzteil" durch eine stärkere Betonung sprachlich hervorgehoben. In diesen speziellen Fällen kann "nicht" auch auf Position 1 stehen.

    • Nicht Carsten hat die Vase kaputt gemacht, sondern Michael. Kinder, ihr macht nicht nachher eure Hausaufgaben, sondern jetzt.
    • Nicht sein Auto hat Udo mir geliehen, sondern das Auto seiner Freundin. Er hat nicht eine Flasche Bier getrunken, sondern gleich einen ganzen Kasten. Ich schenke nicht dir die Blumen, sondern deiner Frau.
    • Du sollst die Heizung nicht ab-, sondern aufdrehen.

    • "Nicht" kann auch ein Adjektiv, ein Partizip oder eine ganze Adjektivgruppe negieren.
    • In diesen Fällen wird "nicht" ebenfalls vor das Adjektiv gestellt.

    • Der älteste Sohn von den Maiers hat sich in eine nicht eheliche Minderjährige verliebt.
    • Der nicht gerade sehr intelligente Hubert hat kürzlich mal wieder viel Pech gehabt.
    • Lieber Peter, willst du wirklich das nicht gebügelte weiße Hemd anziehen?

    "Nicht" als Adjektiv darf nicht auf Position 1 stehen!

    Negation mit "kein".

    Die Negation eines Nomens mit bestimmten Artikel lautet "nicht". Die Negation eines Nomens mit unbestimmten Artikel lautet "kein-". Die Negation eines Nomens mit Nullartikel lautet "kein-". Der unbestimmte Artikel wird demnach mit "kein-" verneint. Der Negationsartikel "kein-" wird wie der unbestimmte Artikel dekliniert.

    Achtung: Im Plural fällt der unbestimmte Artikel weg!! Der Plural hat jedoch einen Negativartikel!!!

    • Warten Sie auf den Zug nach Köln? - Nein, auf den warte ich nicht.
    • Liegt das Buch auf dem Tisch? - Nein, auf dem Tisch liegt es nicht.
    • Fährt Herr Maisenberg nach London? - Nein, nach London fährt er nicht.

    Ebenso wird "nicht" vor modalen Angaben gestellt.

    • Müssen Sie viel arbeiten? - Nein, ich muss nicht viel arbeiten.
    • Ich hoffe für dich, dass du nichtvergebens auf ihn wartest.
    • Mein Mann geht leider nicht gern tanzen.

    • Nominativ: kein, keine, kein, keine
    • Akkusativ: keinen, keine, kein, keine
    • Dativ: keinem, keiner, keinem, keinen
    • Genitiv: keines, keiner, keines, keiner

    • Ist das ein Tisch? - Nein, das ist kein Tisch, sondern eine Lampe.
    • Sind das _ Tische? - Nein, das sind keine Tische, sondern _ Stühle. ( Plural !!! )
    • Hat er eine Tochter? - Nein, er hat keine Tochter, sondern einen Sohn.

    Steht das Zahlwort "eins" (Zahlwörter = eins, zwei, drei, ...) vor einem Nomen, wird es wie der unbestimmte Artikel dekliniert. Das Zahlwort "eins" wird mit "nicht" negiert.

    • Der reiche Herr Pumpelpumpe hat nicht eine Freundin, sondern gleich drei.
    • Herbert hat nicht einen (zwei, drei, ...) Bruder (Brüder), sondern fünf.
    • Herr Duddelbrubbel hat nicht ein Glas Bier getrunken, sondern elf Flaschen.

    Andere Negationswörter

    Auch bei den Indefinitpronomen und Adverbien gibt es bestimmte Negationswörter, denen bejahende Begriffe gegenüberstehen.

    • Personen:
    • bejahend - jemand / verneinend - niemand

    • Sachen:
    • bejahend - etwas, alles / verneinend - nichts

    • Zeit:
    • bejahend - jemals, oft, immer, manchmal
    • verneinend - nie, niemals

    • Ort:
    • bejahend - überall, irgendwo
    • verneinend - nirgendwo, nirgends

    • Richtung:
    • bejahend - irgendwohin
    • verneinend - nirgendwohin

    Konjunktionen mit verneinenden Aussagen.

    Mit "weder ... noch" können zwei ganze Sätze oder zwei parallele Satzglieder verneint werden.

    • Der neue Freund von Martina ist nicht reich. Er ist auch nicht gut aussehend.
    • Der neue Freund von Martina ist weder reich noch (ist er) gut aussehend.

    • Sebastian hat keine Arbeit. Er hat auch kein Geld.
    • Sebastian hat weder Arbeit noch (hat er) Geld.

    • Der alte Mann kann nicht lesen. Er kann nicht schreiben.
    • Der alte Mann kann weder lesen noch schreiben.

    Ein Satz mit "ohne ... zu"ist subjektlos. Das Verb steht im Infinitiv am Satzende.

    • Gustav geht zur Arbeit. Er frühstückt nicht.
    • Gustav geht zur Arbeit ohne zu frühstücken.

    • Der Gast ist nach Hause gegangen. Er hat die Rechnung nicht bezahlt.
    • Der Gast ist nach Hause gegangen ohne die Rechnung zu bezahlen.

    Präpositionen mit verneinenden Aussagen.

    • Auch Präpositionen können dazu eingesetzt werden, Aussagen zu verneinen:
    • Dazu gehören:

    "ohne" + Akkusativ

    • Mein Mann trinkt den Kaffee immer schwarz. Er nimmt auch keinen Zucker.
    • Mein Mann trinkt den Kaffee immer ohne Milch und Zucker.

    • Die junge Frau sonnt sich. Sie trägt keinen Bikini.
    • Die junge Frau sonnt sich ohne Bikini.

    "außer" + Dativ

    • Fast alle Studenten haben die Prüfung bestanden. Nur Heiner nicht.
    • Alle Studenten außer Heiner haben die Prüfung bestanden.

    • Im Urlaub hatten wir nur schönes Wetter. Aber am letzten Tag nicht.
    • Im Urlaub hatten wir außer dem letzten Tag nur schönes Wetter.

    Präfixe und Suffixe mit verneinenden Aussagen.

    Präfixe, auch Vorsilben genannt, und Suffixe, auch Nachsilben genannt, dienen im Wesentlichen zur Wortbildung und werden an einen Wortstamm angefügt. Präfixe stehen vor dem Wortstamm (unsympathisch), Suffixe dahinter (fantasielos). Einige dieser Vor- bzw. Nachsilben verneinen Begriffe. Dazu gehören:

    Präfixe (alle Präfixe haben die Bedeutung "nicht"):

    apolitisch, asozial, atypisch

    Das Vogelmännchen verhält sich atypisch.

    desillusioniert, desinfiziert, desinteressiert, desorganisiert, desorientiert

    Der Schüler scheint heute so desinteressiert.

    indiskutabel, indiskret, inkompetent, instabil, intolerant

    Die Zuschauer pfiffen ihre Mannschaft nach der indiskutablen Leistung aus.

    Die politische Landschaft in der Krisenregion bleibt nach wie vor sehr instabil.

    irrational, irregulär, irreal, irrelevant, irreligiös, irreparabel

    Im Internet gibt es viele irreale Spiele.

    Das Radio ist total kaputt. Es ist irreparabel.

    unbeliebt, unbewusst, unehrlich, unfähig, unendlich, unfreundlich, ungeduldig, ungeeignet, ungerecht, unhöflich, unkompliziert, unsicher, unschön, unschuldig, unverständlich, unzufrieden, ...

    Herr Fischer ist bei allen Schülern äußerst unbeliebt.

    Das kleine Kind ist sich der Gefahren unbewusst.

    Diesen Bewerber hält der Personalchef für ungeeignet.

    In diesem Restaurant gibt es nur unhöfliches Personal.

    Suffixe:

    anspruchslos, arbeitslos, erfolglos, ergebnislos, freudlos, hilflos, humorlos, leblos, sinnlos, sprachlos, taktlos, verantwortungslos, ...

    Nach stundenlanger Tagung brach der Vorsitzende die Sitzung ergebnislos ab.

    Der Verletzte lag stundenlang hilflos am Berghang, bevor er gerettet wurde.

    Nach seiner fantasievollen Liebeserklärung blieb das schüchterne Mädchen sprachlos.

    Ich habe noch nie in meinem Leben so verantwortungslose Eltern gesehen.
  85. Attribute
    Attribute, auch Beifügungen genannt, bestimmen ein Bezugswort näher und geben ihm erweiterte Informationen. Attribute können nicht willkürlich geäußert werden, sondern haben feste Regeln. Wenn das Attribut links von einem Bezugswort steht, spricht man von einem Linksattribut, steht es rechts von einem Bezugswort, spricht man von einem Rechtsattribut. Attribute können folgende Wortarten als Bezugswort näher bestimmen:

    Pronomen, Adjektive und Partizipien, Adverbien, Nomen

    Rechtsattribute können bei Pronomen, Adverbien und Nomen stehen.

    Linksattribute können bei Adjektiven, Partizipien, Adverbien und Nomen stehen.

    Pronomen + Attribut.

    Attribute, die auf ein Pronomen folgen, gehören zu den Rechtsattributen, das heißt, dass sie hinter dem Pronomen (Bezugswort) stehen. Folgende Attribute können bei Pronomen sowie Kardinalzahlen stehen:

    Pronomen + Nomen im Genitiv

    • Einige meiner Schüler haben eine sehr gute Arbeit abgegeben.
    • Drei dieser Schüler erreichten sogar 100%.
    • Viele der gestellten Aufgaben waren nicht einfach zu lösen.

    Pronomen + Nomen mit "von + Dativ"

    • Einige von meinen alten Schulfreunden arbeiten erfolgreich in ihren Berufen.
    • Manche von meinen Kollegen sind ziemlich akribisch.
    • Welcher von deinen Freunden hat sich kürzlich das Leben genommen?

    Pronomen + Präposition

    • Jemand aus dieser Gruppe muss das Geld gestohlen haben.
    • Niemand aus meinem Haus will weder den Keller, noch das Treppenhaus putzen.
    • Alle aus meinem Bekanntenkreis sind bereits verheiratet und haben Kinder.

    Pronomen + lokale Adverbien

    • Diese dort gefällt mir am besten.
    • Mancher hier kann diese Aussagen bestätigen.
    • Alle hier Anwesenden bekommen die Gelegenheit, sich auszuzeichnen.

    Pronomen "etwas" und "nichts" sowie "viel" und "wenig" + erweiteter Infinitiv

    • Mama, hast du etwas zu trinken für mich?
    • Der Motor ist kaputt. Da ist nichts mehr zu machen.
    • Gut zu wissen, dass man sich auf dich verlassen kann.

    Attribute + Adjektive oder Partizipien.

    Attribute, die bei einem Adjektiv stehen, gehören zu den Linksattributen, das heißt, dass sie vor dem Bezugswort stehen. Während das Adjektiv selbst als Linksattribut vor einem Nomen stehen kann und dekliniert werden muss, bleibt das Linksattribut des Adjektivs in diesen Fällen unverändert. Folgende Attribute können bei Adjektiven stehen:

    Adverb als Attribut + Adjektiv

    • Herr Knuffelpickel hat drei sehr hübsche Töchter.
    • Unsere Kunden sind überaus zufriedene Kunden.
    • Der äußerst schwache Schiedsrichter wurde gnadenlos ausgepfiffen.

    Adjektiv oder Partizip als Attribut + Adjektiv

    • Kaum jemand verstand den leise sprechenden Moderator.
    • Gut erzogene Kinder werden überall gern gesehen.
    • Der neu gekaufte Computer ging schon nach ein paar Stunden kaputt.

    Präpositionen als Attribute + Adjektiv.

    • Niemand hörte die um Hilfe schreiende Frau.
    • Der auf Kritik gestoßene Politiker stellt sein Amt zur Verfügung.
    • Die nicht zu Wort gekommenen Demonstranten wurden anschließend gewalttätig.

    Nomen als Attribute + Adjektiv.

    • Die erst 15 Jahre alte Schülerin ist schon schwanger.
    • Der Angler hat nach hartem Kampf einen 8 Kilo schweren Fisch an Land gezogen.
    • Das 35 Meter hohe Gebäude ist in die Jahre gekommen und soll abgerissen werden.

    Adverbien + Attribute.

    Es kann sich bei den Attributen, die bei einem Adverb stehen, sowohl um ein Linksattribut als auch um ein Rechtsattribut handeln, das heißt, dass sie vor oder nach dem Bezugswort stehen können. Folgende Attribute können bei Adverbien stehen:

    Adverb als Attribut + Adverb (Linksattribut)

    • Herr Knaffelpuckel trinkt abends sehr gern eine Flasche Wein.
    • Die Belegschaft dieser Chemiefabrik feiert äußerst selten krank.
    • Meine Kinder essen nicht so gern Kassler mit Sauerkraut, eine typisch deutsche Spezialität.

    Adjektiv als Attribut + Adverb (Linksattribut, Adjektiv wird nicht dekliniert)

    • Die Geschichte spielte sich ganz anders ab, als von Ihnen geschildert.
    • Weit draußen auf dem Meer kann man noch vereinzelt Surfer sehen.
    • Hoch oben auf dem Berg weht ein sehr kräftiger Wind.

    Nomen als Attribut + Adverb (Linksattribut, Nomen + Begleiter stehen im Akkusativ)

    • Ich sah ihn noch lachen. Einen Moment später lag er blutüberströmt auf dem Boden.
    • Warum ist der Arzt nicht ein paar Minuten früher gekommen?
    • Der Küchenschrank müsste einen Meter länger sein.

    Adverb + Präposition als Attribut (Rechtsattribut).

    • Deine Brille liegt da hinter dirauf dem Tisch neben dem Grammatikbuch.
    • Damals vor seinem schweren Unfall war Herbert sehr sportlich.
    • Dort vor dem Hügel beginnt das Schongebiet.

    • Adverb + Nebensatz als Attribut (Rechtsattribut, oft als Relativsatz.
    • Hier, wo wir jetzt stehen, gab es vor langer Zeit eine römische Siedlung.
    • Dort unten, wo sich die beiden Flüsse vereinen, gibt es starke Strudel.
    • Damals, als Kurt noch verheiratet war, war er sportlich und schlank.

    Nomen + Attribute.

    Es kann sich bei den Attributen, die bei einem Nomen stehen, sowohl um ein Linksattribut als auch um ein Rechtsattribut handeln, das heißt, dass sie vor oder nach dem Bezugswort stehen können. Folgende Attribute können bei Nomen stehen:

    Adjektive und Partizipien als Attribute + Nomen (Linksattribut, Adjektiv wird dekliniert)

    • Herr Knickeldackel hat sich ein neues Auto gekauft.
    • Frau Pickeldeckel schenkt ihrer hübschen Tochter ihre alte Goldkette.
    • Das kleine Kind will die heiße Suppe nicht essen.

    Nomen + Nomen als Attribut (Genitivattribut, Links- oder Rechtsattribut)

    • Peters Auto muss in die Werkstatt.
    • Das Auto der Köchin hat einen Motorschaden.
    • Die Reifen Ihres Autos haben kaum noch Profil.

    Nomen + Adverb als Attribut (Rechtsattribut)

    • Der Mann dort hinten soll ein Verhältnis mit Frau Suppendorn haben.
    • Die Frau links daneben hat vorigen Monat die Scheidung eingereicht.
    • Die junge Frau da drüben hat anscheinend unserem Chef den Kopf verdreht.

    Nomen + Präposition als Attribut (Rechtsattribut)

    • Die Katze auf dem Sofa heißt Mutsch.
    • Der Kater am Fenster ist schon sieben Jahre alt.
    • Der große Hund unter dem Tisch mag die beiden Katzen nicht.

    Nomen + Apposition als Attribut (Rechtsattribut, steht im gleichen Kasus, wie das Bezugswort)

    • Der Matrose, ein wirklich netter junger Mann, fährt schon seit 3 Jahren zur See.
    • Petra liebt ihr Pferd, eine 4-jährige Stute.
    • Herr Holz hilft oft dem Fräulein Hinterhalt, seiner sehr hübschen Nachbarin.
    • Die Frau an seiner Seite kommt aus Tabay, einem venezolanischem Dorf.

    Nomen + Infinitivsatz als Attribut (Rechtsattribut)

    • Ihr Wunsch, einen reichen Mann zu heiraten, ging leider nicht in Erfüllung.
    • Unsere Bitte, schnell geholfen zu werden, wurde nicht nachgekommen.
    • Das Risiko, enttarnt zu werden, musste der Spion auf sich nehmen.

    • Nomen + Relativsatz als Attribut (Rechtsattribut)
    • Das Wochenendhaus, das wir über die Feiertage mieten wollten, ist belegt.
    • Die Betten, in denen wir geschlafen haben, waren sehr unbequem.
    • Alles, was teuer ist, muss nicht unbedingt gut sein.
  86. Der Satz / Satzbau / Satzlehre / Satzglieder / Prädikat / Angaben
    Was man über Sätze wissen sollte.

    Ein Satz kann aus vielen einzelnen Wörtern bestehen. Diese Wörter können aber nicht beliebig irgendwo im Satz stehen. Sie werden geordnet und in Satzgliedern zusammengefasst. Ein Satzglied kann also durchaus aus mehreren Wörtern bestehen, den so genannten Wortgruppen. Die einzelnen Satzglieder wiederum haben in einem Satz feste Regeln. Es werden drei Satzglieder unterschieden:

    Prädikat, Ergänzungen, Angaben

    Um einen vollständigen Satz bilden zu können, braucht man mindestens zwei Satzglieder:

    Subjekt + Prädikat

    • Das Baby + schläft.
    • Der Mann + telefoniert.

    Das Subjekt ist eine Nominativ-Ergänzung. Die Nominativ-Ergänzung ist ein obligatorisches Satzglied. Das Prädikat wird durch ein Verb ausgedrückt.

    • Akkusativ: Der Mann liebt das hübsche Mädchen.
    • Dativ: Die Lehrer helfen den schwachen Schülern.
    • Dativ + Akkusativ: Der Junge gibt der Mutter keinen Abschiedskuss.
    • Situativ: Das Buch liegt auf dem Tisch.
    • Akkusativ + Directiv: Mauricio legt das Buch auf den Tisch.
    • Directiv: Adrian fährt nach Stuttgart.
    • Präpositional: Janning wartet auf den Bus.

    Demnach kann ein Verb auch zwei oder drei Objekte (Akkusativ- + Dativ-, Akkusativ- + Direktiv-Ergänzung) oder eine Ergänzung beginnend mit einer Präposition (Situativ-, Direktiv-, Präpositional-Ergänzung) verlangen. Nicht alle Ergänzungen sind obligatorische Satzglieder. Gelegentlich können sie auch weggelassen werden.

    • Gerd liest (ein Buch).
    • Helga kocht (eine Suppe).
    • Sebastian lernt (Deutsch).

    Aussagesätze werden mit einem Punkt abgeschlossen. Der erste Buchstabe eines jeden neuen Satzes wird stets mit großem Buchstaben geschrieben.

    Tipp: Lerne jedes neue Verb mit seinen jeweiligen Ergänzungen:

    • lieben = Nominativ + Akkusativ
    • helfen = Nominativ + Dativ
    • geben = Nominativ + Dativ + Akkusativ
    • (sehe: Verbliste der Kasusergänzungen)

    Angaben.

    Das Verb gibt vor, welche Ergänzungen zu gebrauchen sind. Ergänzungen sind zum größten Teil obligatorisch, sie müssen in einem Satz gebraucht werden. Neben den Ergänzungen gibt es so genannte Angaben. Angaben werden nicht durch das Verb bestimmt. Angaben sind fakultativ und sind für einen Satz nicht notwendige Satzglieder.

    Bei den Angaben handelt es sich um freie Satzglieder, die einem Satz weitere Informationen geben können. Diese Angaben lassen sich unter anderem mit den W-Fragen "wann, warum, wozu, wie und wo" erfragen. Je nach Fragewort lassen sich die unterschiedlichsten Angaben unterscheiden. Die wichtigsten sind:

    Angabe + Verb + Subjekt + Objekte

    • Temporal:
    • Wann fährst du nach Bremen?
    • Morgen früh fahre ich dorthin.

    • Kausal:
    • Warum liebst du Bartholomus?
    • Wegen seines Geldes, liebe ich ihn.

    • Final:
    • Wozu brauchst du das Buch?
    • Zum lernen brauche ich es.

    • Modal:
    • Wie erreicht man viel?
    • Durch Fleiss erreicht man viel.

    • Lokal:
    • Wo machst du den Sprachkurs?
    • In Aachen mache ich ihn.

    Angaben sind nicht notwendige Satzglieder und werden nicht vom Verb bestimmt. Angaben geben freiwillige, weiterführende Informationen zu einem Satzinhalt. Angaben lassen sich mit bestimmten Fragewörtern erfragen: wann, warum, wozu, wie, wo.

    Die Beantwortung einer Angabe erfolgt meist entweder durch Adverbien (temporal, modal, lokal, ...) oder durch eine Präpositionalgruppe (temporal, modal, lokal, ...). Obwohl der Gebrauch der Angaben in einem Satzgefüge frei ist, gibt es im Satzbau bestimmte Regeln, die man beachten sollte.

    Das Prädikat.

    Das Prädikat steht im Mittelpunkt eines jeden Satzes. Das Prädikat wird durch ein Verb ausgedrückt. Das Verb wiederum bestimmt die jeweiligen Ergänzungen. Während die Ergänzungen und Angaben in einem Satz unterschiedliche Positionen einnehmen können, hat das Prädikat feste Positionen, die eingehalten werden müssen. Die Stellung des Prädikats ist auch von der Satzart abhängig, in denen das Prädikat unterschiedliche Positionen belegt.

    In einem Aussagesatz, der häufigsten Satzart, belegt das Prädikat immer Position 2. Die Nominativ-Ergänzung ist fest mit dem Verb verbunden und steht daher meist auf Position 1, kann aber auch auf Position 3 oder 4 stehen.

    Subjekt (Position 1) + Verb (Position 2) + Angaben / Ergänzungen (Satzende)

    Meine Mutter fährt am Wochenende nach Hamburg.

    Die Schüler machen jeden Tag ihre Hausaufgaben.

    Die Lehrerin gibt Johanna eine gute Note in Mathe.

    Das Verb kann sich wie alle Wortarten zu einer Verbgruppe vereinen. Man spricht dann von einem mehrteiligen Prädikat. Mehrteilige Prädikate werden beispielsweise dazu gebraucht, um das Perfekt oder das Passiv zu bilden. Andere Verben bestehen aus zwei Teilen, bilden eine Gruppe mit einem anderen Verb, beispielsweise einem Modalverb, oder haben eine prädikative Ergänzung. In all diesen genannten Fällen steht die Personalform auf Position 2. Die Personalform, das konjugierte Verb, zeigt die Zeitform sowie die Person an. Die übrigen Prädikatsteile (Infinitive oder Partizipien) werden ans Satzende gestellt. Das Subjekt steht wie beschrieben auf Position 1 oder 3.

    Angabe/Ergänzung (Position 1) + Verb 1 (Position 1) + Subjekt (Position 3) + Angabe/Ergänzung (Mittelfeld) + Verb 2 (Satzende)

    Trennbare Verb: Warum macht Theodore das Fenster auf?

    2. Verben: Am Sonntag gehen wir oft im Wald spazieren.

    Modalverben: Morgen muss ich wieder arbeiten gehen.

    Perfekt: Gestern hat Rolf die Betten gemacht.

    Perfekt/Modalverb: Abends haben wir früh zu Bett gehen müssen.

    Plusquamperfekt: Letztes Jahr hatte Georg im Lotto gewonnen.

    Futur I: Im Juni werden wir in den USA sein.

    Futur II: Im August werde ich das Studium beendet haben.

    Passiv: Wie immer wird das Auto vom Vater gewaschen.

    Konjunktiv II: Die Schuhe würde ich nicht kaufen.

    Satzglieder.

    Wie oben gesehen, werden drei Satzglieder unterschieden:

    • Prädikat (obligatorisch)
    • Ergänzungen (zum größten Teil obligatorisch)
    • Angaben (fakultativ)

    Die wichtigste Position im Satz belegt das Prädikat, das durch ein Verb ausgedrückt wird. Das Prädikat belegt in einem Aussagesatz immer die Position 2. Das Subjekt steht unmittelbar neben dem Verb, entweder davor oder dahinter (Position 1 oder 3).

    Alle anderen Angaben oder Ergänzungen können in ihren Positionen variieren. Steht das Subjekt auf Position 1, ist insbesondere bei den Ergänzungen eine relativ feste Position vorgegeben.

    • Position 1 wird oft für die wichtigste Information eines Satzes vergeben. In vielen Fällen ist es das Subjekt selbst. Um einen Text fließender zu gestalten werden oft satzverknüpfende Adverbien
    • auf Position 1 gestellt. Angaben oder Ergänzungen auf Position 1 vermitteln beim Leser / Zuhörenden eine erhöhte Aufmerksamkeit. Die Aussage erhält durch die Umstellung eine gewisse Wichtigkeit im Kontext. Aus diesem Grund wird die Antwort auf eine Ergänzungsfrage (wann, wo, was, etc.) meist auf Position 1 gelegt.

    Wird Position 1 anderweitig vergeben, verschiebt sich das Subjekt im Aussagesatz von Position 1 auf Position 3 *.

    Angabe / Erg. (Position 1) + Verb (Position 2) + Subjekt (Position 3) + Angabe / Erg.

    • Wann fährt deine Mutter nach Hamburg?
    • Am Wochenende fährt meine Mutter nach Hamburg.
    • Was machen die Schüler jeden Tag?
    • Ihre Hausaufgaben machen die Schüler jeden Tag.
    • Wem gibt die Lehrerin eine gute Note?
    • Johanna gibt die Lehrerin eine gute Note.

    * Handelt es sich um ein längeres Subjekt (Nomengruppe), können kleinere Wörter, wie z.B. die kurzen Pronomen, Adverbien, etc., vorgezogen werden. Die Nomengruppe als Subjekt belegt dann Position 4.

    Wortgruppen.

    Wir wissen bereits, dass man drei Satzglieder unterscheidet: Prädikat, Ergänzungen und Angaben. Ein einzelner Satz kann aus mehreren Satzgliedern bestehen. Das Verb "warten" hat beispielsweise 2 Ergänzungen (Nominativ- + Präpositional-Ergänzung):

    Petra (Subjekt) wartet (Verb) auf den Zug. (Ergänzung)

    Diese Aussage könnte man jetzt noch um 2 weitere Angaben erweitern (temporal, lokal).

    Jetzt (Angabe - Temporal) wartet (Verb) Petra (Subjekt) auf Gleis 3 (Angabe Lokal) auf den Zug. (Ergänzung)

    Unser Satz besteht nun aus einem Prädikat, 2 Ergänzungen und 2 Angaben. Prädikat, Subjekt und temporale Angabe bestehen im gezeigten Beispiel aus jeweils einem Wort. Wortgruppen entstehen, wenn mehrere Wörter einem Satzglied zugeordnet werden. Die lokale Angabe sowie die Präpositional-Ergänzung besteht beispielsweise aus drei Wörtern: einer Präposition, einem Nomenbegleiter (Artikel) und einem Nomen. Zusammen bilden sie aber nur ein Satzglied. Ein Nomen steht zum Beispiel selten allein. Es wird von einem Artikel begleitet und kann darüber hinaus Links- und Rechtsattribute mitführen, sodass ein Satzglied aus mehreren Wörtern, manchmal sogar inklusive eines Nebensatzes (Relativsatz), bestehen kann, wie folgendes Beispiel aufzeigt:

    • Eine halbe Stunde länger als vorgesehen (Angabe auf Position 1)
    • hat (Verb 1 auf Position 2)
    • die seit einem Jahr in Potsdam, einer Stadt in Ostdeutschland, als Abteilungsleiterin bei Kokodril, einem regional aufstrebenden Unternehmen mit derzeit 33 Arbeitsplätzen, arbeitende Petra, deren jüngere Schwester vor vier Tagen nach einer komplizierten Geburt gesunde eineiige Zwillinge, die von ihrer Mutter die Namen Mick und Muck erhalten haben, zur Welt gebracht hatte, (Subjekt auf Position 3)
    • auf dem erst vor kurzem komplett restaurierten Gleis 3 (Angabe im Mittelfeld)
    • auf den mal wieder zu spät gekommenen Schnellzug, in dem ihr geliebter Peter gesessen hatte, den sie vor zwei Jahren während eines geschäftlichen Aufenthalts in der Kaiserstadt Aachen bei einem Glas Hefeweißen in einem Restaurant am Marktplatz vor dem alten Rathaus kennen gelernt hatte, (Ergänzung im Mittelfeld)
    • warten müssen (Verb 2 an der Satzende)

    Im gezeigten Beispiel führen alle Wörter der zuvor genannten Satzglieder so genannte Attribute bei sich. Attribute geben einem Bezugswort erweiterte Informationen. Sie können rechts oder links vom Bezugswort stehen. Siehe auch (Attribute):

    Nomengruppe, Verbgruppe, Präpositionalgruppe, Adjektivgruppe, Pronomengruppe, Adverbialgruppe, Partizipialkonstruktionen

    Im Deutschen gibt es verschiedene Satzarten. Eine Unterscheidung der Satzarten ist notwendig, weil die Stellung des Prädikats je nach Satzart variiert.
  87. Satzarten
    Im Deutschen gibt es verschiedene Satzarten. Eine Unterscheidung der Satzarten ist notwendig, weil die Stellung des Prädikats je nach Satzart variiert. Folgende Satzarten werden unterschieden:

    Aussagesätze, Fragesätze, Aufforderungssätze, (Imperativ)Wunschsätze

    Des Weiteren unterscheidet man:

    Hauptsätze, Nebensätze, Infinitivsätze, Infinitivkonstruktionen

    Aussagesätze.

    Ein Aussagesatz ist die Satzart, die am häufigsten vorkommt. Aussagesätze enden stets mit einem Punkt. Das konjugierte Verb steht immer auf Position 2. Wenn das Verb aus zwei Teilen besteht (trennbare Verben) oder eine Verbindung mit anderen Verben eingeht (Modalverben, Perfekt, Passiv, ...) werden die restlichen Prädikatsteile ans Satzende gestellt:

    Verbgruppe: Angabe/Ergänzung oder Subjekt (Position 1) + Verb 1 (Pos. 2) + Angabe/Ergänzung oder Subjekt (Mittelfeld) + Verb 2 (Ende)

    • Verben: Martin liebt seine Familie.
    • Trennbare Verb: Täglich schliesst Dieter die Türen ab.
    • 2 Verben: Sonntags gehen viele Familien spazieren.
    • Modalverben: Suzanne soll jetzt Hausaufgaben machen.
    • Modalverb + Perfekt: Ulrich hat heute Überstunden machen müssen.
    • Präteritum + Modalverb: Annemarie musste heute sehr viel telefonieren.
    • Futur 1 + Modalverb: Morgen werden wir sehr früh aufstehen müssen.
    • Perfekt: Gestern ist Horst nach München gefahren.
    • Plusquamperfekt: Voher hatte Horst sehr viel Glück gehabt.
    • Futur I: Im Mai werde ich nach Kanada fahren.
    • Futur II: Im August werde ich die Prüfung bestanden haben.
    • Passiv: Im Februar wird im Rheinland Karneval gefeiert.
    • Konjunktiv II: Dieses Auto wurde ich nicht kaufen.

    Fragesätze.

    Es werden zwei Fragesätze unterschieden: Entscheidungsfragen und Ergänzungsfragen.

    In einer Entscheidungsfrage, auch Ja-/Nein-Frage genannt, möchte die fragende Person von seinem Gesprächspartner eine Zustimmung oder eine Ablehnung zu seiner Frage erhalten. Eine Entscheidungsfrage wird mit einem Fragezeichen abgeschlossen. In einer Ja-/Nein-Frage steht das Verb immer auf Position 1, das Subjekt auf Position 2. Weitere Prädikatsteile werden wie gehabt ans Satzende gestellt.

    Verb 1 (Position 1) + Subjekt (Position 2) + Angaben/Ergänzungen (Mittelfeld) + Verb 2 (Satzende)

    • Hast du heute Abend Zeit?
    • Hat Peter schon die Hausaufgaben gemacht?
    • Kannst du über den Bach springen?
    • Hat Mauricio über den Bach springen können?
    • Wird der Wagen heute noch repariert?
    • Mussten alle 188 Fenster an einem Tag geputzt werden?

    Der Antwortsatz auf eine Ja-/Nein-Frage entspricht einem Aussagesatz.

    Die Ergänzungsfrage, auch W-Frage genannt, ist eine offene Frage, das heißt, dass die fragende Person Informationen zu einem Sachverhalt wünscht. In einer W-Frage steht das Fragewort immer auf Position 1, das Verb auf Position 2 und das Subjekt auf Position 3. Weitere Prädikatsteile werden wie gehabt ans Satzende gestellt.

    W-Frage (Position1) + Verb 1 (Position 2) + Subjekt (Position 3) + Angabe/Ergänzung (Mittelfeld) + Verb 2 (Satzende)

    • Wohin fährt Papa jetzt?
    • Was hast du dir in der Stadt gekauft?
    • Warum soll ich mir die Hände waschen?
    • Wie oft wurden Ihre Haare bereits gefärbt?
    • Weshalb musste der Teppich so lange gereinigt werden?

    Der Antwortsatz auf eine Ergänzungsfrage entspricht einem Aussagesatz.

    Aufforderungssätze.

    In einem Aufforderungssatz (Imperativ)wird der Gesprächspartner dazu aufgefordert, etwas Bestimmtes zu tun. Das konjugierte Verb steht wie bei einer Ja-/Nein-Frage auf Position 1. Die Imperativformen haben besondere Konjugationsformen. Das Subjekt entfällt in der 2. Person, Singular wie Plural! Ein Aufforderungssatz endet mit einem Punkt oder mit einem Ausrufezeichen. Wird ein Ausrufezeichen gesetzt, erhält die Aufforderung einen stärkeren Nachdruck.

    Verb 1 (Position 1) + Subjekt falls nötig (Position 2) + Angabe/Ergänzung (Mittelfeld) + Verb 2 falls nötig (Satzende)

    Bring (kein Subjekt) mir mal den Hammer.

    Werden Sie noch heute Millionär!

    Steigen Sie sofort aus dem Bus aus!

    Ein Aufforderungssatz kann auch in der Form eines Aussagesatzes geäußert werden. Die Aufforderung erhält dadurch eine noch stärkere Befehlsform. Wird die Befehlsform benutzt, wird schneller und lauter gesprochen. Der Aussagesatz endet in diesen Fällen mit einem Ausrufezeichen.

    Subjekt (Position 1) + Verb 1 (Position 2) + Angabe/Ergänzung (Mittelfeld) + Verb 2 (Satzende)

    • Ihr sollt euch jetzt eure Zähne putzen!
    • Sie können jetzt nach Hause gehen!

    Hauptsätze und Nebensätze.

    Hauptsätze ( HS ) und Nebensätze ( NS ) unterscheiden sich in erster Linie durch die Stellung des konjugierten Verbs. In einem Hauptsatz steht das konjugierte Verb entweder auf Position 1 (Ja-/Nein-Frage und Imperativ) oder auf Position 2 (Aussagesätze und W-Fragen). Anderweitige Prädikatsteile werden im Infinitiv oder im Partizip II ans Satzende gestellt.

    In einem Nebensatz wird das konjugierte Verb (im Hauptsatz = Position 2) ans Satzende gestellt, also auch hinter anderweitigen Prädikatsteilen. Das Subjekt wird direkt hinter die Konjunktion gestellt, die den Nebensatz einleitet. Alle anderen Satzglieder bleiben unverändert und entsprechen den Satzgliedern eines Hauptsatzes. Nebensätze können nicht für sich allein stehen, sondern sind einem Hauptsatz untergeordnet. Sie sind von ihm in gewisser Weise abhängig. Nebensätze werden durch bestimmte einleitende Wörter bestimmte einleitende Wörter ( = Konjunktionen: dass, nachdem, ob, weil, ...) mit dem Hauptsatz verknüpft.

    ..Haupsatz.....Nebensatz(Konjunktion (Pos. 1) + Subjekt (Pos.2) + Angabe/Ergänzung (Mittelfeld) + Verb (Satzende)

    Ich liebe dich.

    Ich hoffe, dass(Konj.) du(Subjekt) mich auch(Ang./Erg.) liebst(Verb).

    Ich liebe dich, weil(Konj.) du(Subjekt) mir ein Kind(Ang./Erg.) schenken willst(Verb).

    Ich will dich heiraten, bevor(Konj.) du (Subjekt) es dir anders(Ang./Erg.) überlegst(Verb).

    Ich werde dich lieben, bis(Konj.) der Tod(Subjekt) uns(Ang./Erg.) scheidet(Verb).

    Infinitivsätze.

    Eine Sonderform bilden die Infinitivsätze. Infinitivsätze sind subjektlose Nebensätze, in denen das Verb im Infinitiv mit dem Zusatz " zu " ans Satzende gestellt wird. Nur bestimmte Verben im Hauptsatz können einen Infinitivsatz einleiten. Hauptsatz und Infinitivsatz sollten mit einem Komma getrennt werden, ist aber insbesondere bei kurzen Infinitivsätzen (bei nur einer Ergänzung + Infinitiv) fakultativ.

    ...Haupsatz...(Verb + Subjekt fällt weg)...Infinitivsatz (Angabe/Ergänzung (Mittelfeld) + Verb (Satzende))

    Ich verspreche dir, dich nie wieder(Ang./Erg.)zu belügen(zu+Infinitiv).

    Es ist wichtig, jeden Tag Deutsch(Ang./Erg) zu sprechen(zu+Infinitiv).

    Warum glaubst du, das Spiel gegen mich(Ang./Erg.) zu gewinnen(zu+Infinitiv)?

    Infinitivkonstruktionen.

    Eine ähnliche Form wie die Infinitivsätze bilden die Infinitivkonstruktionen. Infinitivkonstruktionen sind ebenfalls subjektlose Nebensätze, werden jedoch mit einer Konjunktion eingeleitet. Hauptsatz und Infinitivkonstruktion werden mit einem Komma getrennt.

    ...Haupsatz...Infinitivkonstruktion (Konjuktiv (Pos. 1) + Subjektlos (Pos. 2) + Angabe/Ergänzung (Mittelfeld) + zu/Infinitiv (Satzende))

    Ich lerne Deutsch, um(Konj.) in Deutschland(Ang./Erg.) studieren zu können(zu+Infinitiv).

    Ich bilde mich weiter, um(Konj.) bessere Berufsaussichten(Ang./Erg) zu bekommen(zu+Infinitiv).

    Holger fährt Auto, ohne(Konj.) einen Führerschein(Ang./Erg.) zu besitzen(zu+Infinitiv).

    Jochen geht in die Kneipe, anstatt(Konj.) sich für die Prüfung(Ang./Erg.) vorzubereiten(zu+Infinitiv).

    Wunschsätze.

    Wunschsätze zeigen das Gegenteil des Indikativs an. In Wunschsätzen steht das Verb im Konjunktiv II. Wunschsätze werden mit einem Ausrufezeichen abgeschlossen. Es gibt zwei Satzarten, mit denen man einen Wunschsatz äußern kann:

    als Aufforderungssatz (Verb Position 1)

    als Nebensatz (mit Konjunktion, konjugiertes Verb am Ende)

    • Als Aufforderungssatz:
    • Verb 1 (Pos.1) + Subjekt (Pos. 2) + Angabe/Ergänzung (Mittelfeld) + Verb 2 (Satzende)

    Wurdest du doch nur diese Prüfung bestehen!

    Könnte ich nur mir doch nur einen Porsche leisten!

    • Als Nebensatz:
    • Konjunktion (Pos. 1) + Subjekt (Pos. 2) + Angabe/Ergänzung (Mittelfeld) + Verben (Satzende)

    • Wenn ich doch bloss Millionärin wäre!
    • Wenn du doch nur diese Prüfung bestehen würdest!
  88. Konjunktionen
    Konjunktionen, auch Bindewörter genannt, haben die Aufgabe, Wörter, Wortgruppen, Satzglieder oder gleich ganze Sätze miteinander zu verbinden.

    Am häufigsten treten Konjunktionen bei Satzverbindungen auf. Je nach Satzverbindung (HS + HS, HS + NS) verhalten sie sich unterschiedlich. Daher werden zwei Arten von Konjunktionen unterschieden:

    Nebenordnende Konjunktionen (Position 0)

    Unterordnende Konjunktionen (Nebensatz)

    Des Weiteren unterscheidet man:

    Mehrteilige Konjunktionen

    Nebenordnende Konjunktionen. (Hauptsatz + Hauptsatz)

    Nebenordnende Konjunktionen haben die Aufgabe, gleichrangige Sätze (HS + HS, NS + NS), Satzglieder, Wortgruppen oder einzelne Wörter zu verbinden. Verbinden sie Hauptsätze, so steht die Konjunktion immer auf Position 0:

    • 1. Haupsatz: Iris ist schon 44,
    • 2. Haupsatz: aber (Iris) (ist) noch sehr attraktiv.

    • 1. Haupsatz: Wir gehen zu Fuß,
    • 2. Haupsatz: denn der Bus ist schon abgefahren.

    • 1. Haupsatz: Wir fahren in die Berge
    • 2. Haupsatz: oder (wir) (fahren) an die See.

    • 1. Haupsatz: Ich möchte keinen Kaffee,
    • 2. Haupsatz: sondern (ich) (möchte) ein Erdbeereis.

    • 1. Haupsatz: Kai hat einen Lamborghini
    • 2. Haupsatz: und (er) (hat) einen Maserati.

    Beide Hauptsätze bleiben in ihrer Satzstruktur unverändert. Es gelten die bekannten Regeln: Subjekt, Prädikat, Objekt.

    Der 1. Hauptsatz wird bei den Konjunktionen "aber" "denn" und "sondern" mit einem Komma abgeschlossen. Bei "und" und "oder" wird kein Komma gesetzt. Ist das Verb und / oder das Subjekt im 2. Hauptsatz gleich, können sie im zweiten Satz weggelassen werden. In den Beispielen sind sie mit einer Klammer (...) gekennzeichnet. (Diese Regel gilt nicht für die Konjunktion "denn".)

    • Alle genannten Konjunktionen stehen immer auf Position 0.
    • Die Konjunktionen "und" und "oder" können ebenso Nebensätze verbinden.
    • Die Regeln der Nebensätze bleiben bestehen (Verb am Satzende).

    Ich liebe dich, weil du gut aussiehst und (weil du) sehr viel Geld hast.

    Ich ärgere mich, dass du oft zu spät kommst und (dass du) so viel Geld ausgibst.

    Ebenso können die Konjunktionen "und", "aber", "sondern" und "oder" Satzglieder, Wortgruppen, einzelne Wörter oder gar Wortteile verbinden.

    Martin und ich wollen am Wochenende mit dem Fahrrad nach Monschau fahren.

    • Trinken Sie den Kaffee mit oder ohne Zucker? - Ohne Zucker, aber mit Milch.
    • Wollen Sie ein- oder aussteigen?
    • Liebst du mich oder Hans? - Dich und ihn liebe ich nicht, sondern ich liebe nur Fritzchen.

    Konjunktionen beinhalten bestimmte Information:

    Gegensatz/Einschränkung: Ich liebe ihn, aber ich werde ihn nicht heiraten.

    Grund: Ich kundige, denn ich habe einen besseren Job gefunden.

    Alternative: Ich studiere Medizin, oder (ich studiere) Biologie.

    Wiederspruch/Korrektur: Stefan war das nicht, sondern Udo hat das kaputt gemacht.

    Aufzählung: Hans-Georg ist dumm und (er ist) sehr faul.

    Unterordnende Konjunktionen. (Hauptsatz + Nebensatz)

    Unterordnende Konjunktionen haben die Aufgabe, einen Hauptsatz mit einem Nebensatz zu verbinden. In Nebensätzen werden weitere Informationen zu bestimmten Wörtern, Wortgruppen oder Satzgliedern im Hauptsatz gegeben. Ein Nebensatz wird stets mit einer unterordnenden Konjunktion eingeleitet (dass, weil, ...). In Nebensätzen wird das konjugierte Verb ans Satzende gestellt. HS und NS werden mit einem Komma voneinander getrennt.

    Es gibt sehr viele Möglichkeiten, Nebensätze zu bilden. Dementsprechend groß ist die Zahl der möglichen unterordnenden Konjunktionen.

    Einige ausgewählte Beispiele dazu:

    • Haupsatz: Ich weiss,
    • Nebensatz: dass(Konj.) du (Subj.) gestern viel Geld(Ang./Erg) verloren hast(Verb).

    • Haupsatz: Das ist Ottmar,
    • Nebensatz: von dem(Konj.) ich(Subj.) dir(Ang./Erg.) erzählt habe(Verb).

    • Haupsatz: Wasch dir die Hände,
    • Nebensatz: bevor du dich an den Tisch setzt.

    Doppelkonjunktionen.

    Doppelkonjunktionen, auch mehrteilige Konjunktionen genannt, gehören zu den nebenordnenden Konjunktionen. Sie bestehen aus mindestens zwei Teilen. Man kann sie folgendermaßen einteilen:

    doppelte aufzählung:

    • sowohl...als auch - Bernd war sowohl in der Schweiz als auch in Österreich.
    • nicht nur...sondern auch - Karl war nicht nur in Basel sondern auch in Innsbruck.

    doppelte negation:

    weder...noch - Aber er war weder in Bern noch in Wien.

    alternative:

    entweder...oder - Jan möchte entweder nach Italien oder nach Spanien fahren.

    gegensatz:

    zwar...aber - In der Schweiz ist es zwar schön, aber auch sehr teuer.
  89. Satzverbindende Adverbien
    Satzverbindende Adverbien haben wie die nebenordnenden Konjunktionen (Position 0) die Aufgabe, eine Beziehung (temporal, lokal, kausal, etc.) zwischen zwei Hauptsätzen herzustellen. Gleichzeitig leiten sie den zweiten Hauptsatz ein. Die beiden Hauptsätze werden entweder durch ein Komma oder durch einen Punkt voneinander getrennt. Satzverbindende Adverbien werden gewöhnlich auf Position 1 gestellt, können jedoch auch auf Position 3 oder 4 (seltener) stehen. Beispiele:

    • Karl liebt Annemarie. Deshalb lädt er sie täglich zu irgendetwas ein.
    • Karl liebt Annemarie. Er lädt sie deshalb täglich zu irgendetwas ein.
    • Die Kinder gehen zu Bett. Vorher putzen sie sich die Zähne.
    • Die Kinder gehen zu Bett. Sie putzen sich vorher die Zähne.
    • Meyers fahren an die Nordsee. Dort gefällt es ihnen am besten.
    • Meyers fahren an die Nordsee. Es gefällt ihnen dort am besten.
    • Es regnet in Strömen. Trotzdem geht der Mann ohne Regenschirm nach draußen.
    • Es regnet in Strömen. Der Mann geht trotzdem ohne Regenschirm nach draußen.

    Soll das satzverbindende Adverb nicht auf Position 1 stehen, wird es hinter dem Subjekt und dem Verb auf Position 3 gestellt. Werden im Satz weitere Pronomen gebraucht, so werden diese auf Position 3 gestellt, das satzverbindende Adverb verschiebt sich dann auf Position 4.

    Kausale Adverbien geben einen Grund an. Die entsprechenden Fragewörter lauten: Warum; Weshalb; Weswegen; Wieso; Aus welchem Grund:

    Warum hast du den Rasen nicht gemäht?- Der Rasenmäher ist kaputt gegangen, darum habe ich den Rasen nicht mähen können.

    Weshalb bist du nicht in der Schule? - Ich fühle mich nicht gut, deshalb bin ich heute nicht in die Schule gegangen.

    Weswegen hast du mich nicht angerufen?- Die Batterie meines Handys war leer, deswegen konnte ich dich nicht anrufen.

    Wieso steht mein Wagen nicht vor der Tür? - Dein Sohn holt damit seine Freundin ab, daher steht dein Wagen nicht dort.

    Sohn, aus welchem Grund hast du Geld aus meiner Brieftasche genommen? - Ich wollte meine Freundin ins Kino eingeladen, daher habe ich mir 20 Euro genommen.

    Konzessive Adverbien geben eine Einschränkung oder einen Gegengrund einer vorausgegangenen Aussage an.

    • Martina liebt Lukas über alles, trotzdem will sie ihn nicht heiraten.
    • Der Vater hat dem Sohn das Rauchen verboten, dennoch raucht der Sohn heimlich.
    • Bernhard ist ein grandioser Fußballer. Allerdings ist er im Training stets lauffaul.

    Das finale Adverb "dafür" gibt einen Zweck oder eine Absicht an. Das entsprechende Fragewort lautet "Wozu?":

    • Wozu brauchst du den Hammer? - Ich möchte einen Nagel in die Wand hauen. Dafür brauche ich einen Hammer.
    • Wozu brauchen Sie einen Kredit? - Ich möchte mir ein neues Auto kaufen. Dafür brauche ich noch etwas Geld.

    Das konditionale Adverb "dann" gibt eine Bedingung an, die erfüllt sein muss, damit eine Aussage realisiert werden kann.

    • Sie wollen arbeiten? Dann nehmen Sie den Besen hier und kehren die Straße. - Geben Sie mir 100 Euro dafür? Dann mache ich das auch.
    • Du willst von Beruf Sportler werden? Dann solltest du mehr trainieren.

    Konsekutive Adverbien geben die Folge einer Aussage an.

    • Das Kind hat seine Eltern belogen, folglich bekommt es eine Strafe.
    • Der Motor des Autos hat viel zu wenig Öl. Infolgedessen ist er kaputt gegangen.
    • Der Schüler macht keine Hausaufgaben. Demnach hat er mit Konsequenzen zu rechnen.
    • Das Motorrad blieb plötzlich stehen. Also war er gezwungen, es zu schieben.
    • Das junge Paar erwartet ihr erstes Baby. Insofern wird sich ihr Leben bald stark ändern.

    Das modale Adverb "so" fragt nach der Art und Weise. Das entsprechende Fragewort lautet "Wie?":

    • Wie kann ich Ilonas Herz erobern? - Lade Sie öfters zum Essen, ins Kino etc. ein.
    • So kannst du ihr Herz vielleicht gewinnen.

    Wie schaffe ich es nur, das Rauchen aufzugeben? - Werde Sportler und mache täglich drei Stunden Sport. So habe ich es auch geschafft.

    Lokale Adverbien geben Auskunft über eine Lage oder Richtung. Die entsprechenden Fragewörter lauten "Wo?, Wohin? und Woher?":

    • Morgen fahren wir an den Rursee. Dort ist es sehr schön.
    • Torsten ist mit seiner Familie auf Sylt. Da wollen wir nächstes Jahr auch hin.
    • Am Samstag fahren wir nach Monschau. Die Schmidts wollen auch dorthin fahren.

    Temporale Adverbien geben Auskunft über ein zeitliches Geschehen. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, temporale Adverbien einzusetzen. Die entsprechenden Fragewörter lauten "Wann?, Wie lange?, Wie oft?, Ab wann?, Bis wann? und Seit wann?":

    • Zuerst machst du deine Hausaufgaben. Dann darfst du mit deinen Freunden spielen.
    • Natürlich darfst du mit deinen Freunden spielen. Aber vorher räumst du dein Zimmer auf.
    • Um 12 Uhr geht Gerd in die Mensa. Danach hat er eine Vorlesung.
    • Bernd wechselt die Reifen. Anschließend will er sein Auto noch waschen.
  90. Angaben
    Im Gegensatz zu den Ergänzungen, die zum größten Teil obligatorisch sind, sind Angaben fakultativ und für einen Satz nicht notwendige Satzglieder. Angaben geben einem Satz weitere freiwillige Informationen. Diese Informationen können sich beispielsweise auf temporale (wann?), örtliche (wo) und kausale (warum?) Umstände eines Geschehens beziehen. Wie gesehen, lassen sich diese Umstände mit bestimmten W-Fragen erfragen.

    Folgende Angaben werden unterschieden:

    Temporale Angaben, Kausale Angaben, Modale Angaben, Lokale Angaben

    Angaben werden oft auf Position 1 gestellt, das Subjekt verschiebt sich dann auf Position 3. Durch die Umstellung wird eine Aussage für einen Zuhörenden interessanter gestaltet.

    Als Faustformel gilt: Die wichtigste Information im Satz sollte auf Position 1 stehen. Als die wichtigste Information im Satz gilt entweder ein satzverbindendes Adverb oder die Antwort auf eine zuvor gestellte W-Frage:

    • Heute Abend (Angabe) will er (Subjekt) die Party (Angabe/Ergänzung) geben.
    • Wegen seiner bestandenen Prüfung(Angabe) will er(Subjekt) heute Abend ein Party (Angabe/Ergänzung) geben.

    Angaben werden in den meisten Fällen entweder mit einem Adverb oder mit einer Präpositionalgruppe beantwortet.

    Mehrere Angaben im Satz.

    Wie gesehen, kann eine Angabe auf Position 1 gestellt werden. Sollen in einem Satz mehrere Angaben getätigt werden, kann (wenn gewünscht) eine der Angaben auf Position 1 stehen, alle weiteren Angaben stehen im Mittelfeld. Bei mehreren Angaben im Mittelfeld, sollte dabei eine bestimmte Reihenfolge beachtet werden. Die Angaben werden nach der alphabetischen Reihenfolge der W-Fragen festgelegt:

    Mittelfeld/Angaben:

    wann? + warum/welche bedingung? + wie? + wo/wohin?

    (oder - temporal + kausal / konzessiv / konditional + modal + lokal)

    Temporale Angaben können entweder mit einem temporalen Adverb oder mit einer temporalen Präposition beantwortet werden

    Kausale Angaben werden mit einer Präposition (wegen; aus; aufgrund; vor) eingeleitet.

    Konzessive Angaben werden mit einer Präposition (trotz; ungeachtet) eingeleitet.

    Konditionale Angaben werden mit einer Präposition (bei; mit; ohne) eingeleitet.

    Modale Angaben können entweder mit einem Adjektiv / Adverb oder mit einer Präposition (mit; durch) beantwortet werden.

    Lokale Angaben können entweder mit einem Adverb oder mit einer Präposition beantwortet werden.

    * Lokale Angaben dürfen nicht mit Verben mit bestimmten Ergänzungen (Situativ-, Akkusativ- und Direktiv- sowie Direktiv-Ergänzung) verwechselt werden, die ebenfalls auf die Fragen "wo", "wohin" und "woher" eine Antwort geben.

    Angaben sind fakultativ, Ergänzungen dagegen obligatorisch!

    ...wann?warum?wie?wohin?...

    Claudia(S) geht(V1) heute(Temporal) trotz des schlechten Wetters(Kaus.Konz.Kond.) lange(Modal) im Park(Lokal) spazieren(V2).

    Ralf(S) will(V1) jetzt(Temporal) aus langweile(Kaus.Konz.Kond.) mit Karin(Modal) ins Kino(Lokal) gehen(V2).

    Willi(S) darf(V1) nun(wann?) wegen seiner Zahnschmerzen(warum?) vorseitig(wie?) nach Hause(wo?) gehen(V2).

    Siglinde(S) hat(V1) eben(wann?) wegen ihres kranken Kindes(warum?) bitterlich(wie?) im Bett(wo?) geweint(v2).

    Mehrere Angaben + Ergänzungen im Mittelfeld.

    Wie bereits bekannt, steht auf Position 1 oft die wichtigste Information eines Satzes. Dies ist oft das Subjekt, kann aber auch eine andere Ergänzung (Dativ-, Akkusativ-, Situativ-, ...), ein satzverbindendes Adverb oder eine Angabe sein. Position 2 wird durch das Prädikat belegt. Das Satzende wird meist mit einem weiteren Prädikatsteil abgeschlossen. Somit sind wichtige Positionen im Satz belegt. Unser Satzgerüst sieht nun folgendermaßen aus:

    Subjekt(pos.1) + Verb1(pos.2) + Verb2(satzende)

    Alle Kinder haben geschlafen.

    Alle weiteren Satzinformationen, sowohl Angaben als auch weitere Verbergänzungen(Dativ- + Akkusativ-Ergänzung, ...), müssen daher im Mittelfeld stehen, also zwischen den beiden Prädikatsteilen und dem dazugehörenden Subjekt, sofern dieses auf Position 3 rutscht. Unsere beiden Satzgerüste sehen nun folgendermaßen aus:

    Subjekt(pos.1) + Verb1(pos.2) + Angabe/Ergänzung(mittelfeld) + Verb2(satzende)

    Alle Kinder haben gestern in der Holzhütte auf den Luftmatrazen geschlafen.

    oder

    Gestern (Angabe) haben alle Kinder in der Holzhütte auf den Luftmatrazen geschlafen.

    Stehen im Mittelfeld sowohl Ergänzungen als auch Angaben, unterliegen diese selbstverständlich einer bestimmten Ordnung:

    Mittelfeld: bestimmte Ergänzungen + Angaben + unbestimmte Ergänzungen + Negation + andere Ergänzungen

    Bestimmte Ergänzungen

    Dazu gehören:

    - alle Personalpronomen im Nominativ (falls nicht Position 1), Akkusativ und Dativ. Pronomen stehen im Allgemeinen direkt hinter dem konjugierten Verb auf Position 3. Werden mehrere Personalpronomen gebraucht, gilt: zuerst Nominativ, dann Akkusativ am Ende Dativ. Zur Stellung der Dativ- und Akkusativ-Ergänzung im Allgemeinen siehe unter: Verben mit Dativ- und Akkusativ-Ergänzung. Personalpronomen werden in der Regel immer vor dem Nomen gestellt.

    - Reflexivpronomen

    - Eigennamen und Nomen mit bestimmten Artikel

    - Nomen mit Possessivartikel

    Unbestimmte Ergänzungen

    Dazu gehören:

    - Nomen mit Nullartikel (ohne Eigennamen = best. Ergänzung)

    - Nomen mit unbestimmten Artikel "ein-"

    - Nomen mit Negativartikel "kein-"

    - Indefinitpronomen "ein- / kein-" als Stellvertreter für ein Nomen

    Andere Ergänzungen

    Dazu gehören:

    - Verben mit Situativ-Ergänzung

    - Verben mit Direktiv-Ergänzung

    - Verben mit Präpositional-Ergänzung

    - Prädikative Verwendung des Adjektivs

    Elke hat(Satzanfang) Johannes(best.Ergänzung) eben(Angabe) einen Kuss (unbest.Ergänzung) gegeben(Satzende).

    Raul möchte(Satzanfang) heute Abend(Angabe) nicht(Negation) ins Kino(andere Ergänzung) gehen(Satzende).

    Petra will(Satzanfang) am Samstag(Angabe) eine Party(unbest.Ergänzung) geben.
  91. Nebensätze
    Hauptsätze ( HS ) und Nebensätze ( NS ) unterscheiden sich in erster Linie durch die Satzstellung des konjugierten Verbs.

    In einem Hauptsatz steht das konjugierte Verb entweder auf Position 1 (Ja-/Nein-Fragen und Imperativ) oder auf Position 2 (Aussagesätze und W-Fragen. Anderweitige Prädikatsteile werden im Infinitiv oder im Partizip II ans Satzende gestellt.

    In einem Nebensatz wird das konjugierte Verb (im Hauptsatz = Position 2) ans Satzende gestellt, also auch hinter anderweitigen rädikatsteilen. Alle anderen Satzglieder bleiben unverändert und entsprechen den Satzgliedern eines Hauptsatzes. Nebensätze können nicht für sich allein stehen, sondern sind einem Hauptsatz untergeordnet. Sie sind von ihm in gewisser Weise abhängig. Nebensätze werden durch bestimmte einleitende Wörter ( = Konjunktionen: dass, nachdem, ob, weil, ...) mit dem Hauptsatz verknüpft. Die beiden Sätze werden mit einem "Komma" voneinander getrennt.

    Ein Nebensatz kann nach dem Hauptsatz stehen: HS + NS

    Ich esse nicht, weil ich Liebeskummer habe.

    Ein Nebensatz kann vor dem Hauptsatz stehen: NS + HS

    (Nebensatz=Pos.1vomHauptsatz)Weil ich Liebeskummer habe(Nebensatzende), esse(Pos.2) ich nicht(Satzende).

    • Steht der NS vor dem HS, steht der NS auf Position 1 des Hauptsatzes. Das konjugierte Verb des HS steht wie gewohnt auf Position 2.
    • Das konjugierte Verb des NS schließt den NS ab, sodass sich beide Verben
    • (Verb NS, Verb HS) berühren. In einem Nebensatz steht das Subjekt sofort hinter der Konjunktion. Der NS wird mit einem "Komma" vom HS getrennt.

    Mehrere Prädikatsteile im Nebensatz.

    Im Nebensatz gilt:

    Das konjugierte Verb steht am Ende des Nebensatzes. Dieser Grundsatz bleibt auch dann bestehen, wenn das Verb aus mehreren Prädikatsteilen besteht, beispielsweise in Sätzen mit Modalverben, Perfekt, trennbare Verben etc.

    • HS: Alexander macht das Fenster auf...
    • NS: Weil Alexander das Fenster aufmacht...

    • HS: Silke darf ins Kino gehen.
    • NS: ...ob Silke ins Kindo gehen darf...

    Ausnahmen.

    Bestimmte Konstruktionen verlangen im Perfekt das Hilfsverb "haben" + 2 Infinitive. Dies ist der Fall bei:

    • Perfekt + Modalverb
    • Plusquamperfekt + Modalverb
    • Passiv + Perfekt + Modalverb(= 4 Verben)
    • Passiv + Plusquamperfekt + Modalverb (= 4 Verben)

    Die Verben "hören", "sehen" und "lassen" werden im Perfekt / Plusquamperfekt ebenfalls wie die Modalverben mit 2 Infinitiven gebildet. Stehen die genannten Konstruktionen in einem Nebensatz, so steht das konjugierte Hilfsverb vor den beiden Infinitiven bzw. der Verbgruppe.

    • HS: Gabriel hat die Tür zumachen müssen.
    • NS: Weil Gabriel die Tür hat zumachen müssen...

    • HS: Gunther hat am See schwimmen gehen wollen.
    • NS: Weil Gunther am See hat schwimmen gehen wollen...

    • HS: Max hat den Zug kommen hören.
    • NS: Da Max den Zug hat kommen hören...

    • HS: Tina hat eine Spinne schwimmen sehen.
    • TS: Ob Tina eine Spinne hatte schwimmen sehen...
  92. Kausalsätze
    Kausalsätze geben einen Grund oder eine Ursache an. Die entsprechenden Fragewörter lauten: Warum; Weshalb; Weswegen; Wieso; Aus welchem Grund. Ein kausaler Nebensatz wird mit der Konjunktion " weil " oder " da " eingeleitet.

    Hauptsatz + Nebensatz

    Ich bin heute nicht in die Schule gegangen(HS), weil ich starke Kopfschmerzen hatte(NS).

    Nebensatz + Hauptsatz

    Da der Rasenmäher kaputt gegangen ist(NS), konnte ich den Rasen nicht mähen(HS).

    Nebensätze, die mit " weil " eingeleitet werden, können ausnahmsweise auch alleine (ohne HS) stehen, wenn die Situation (= W-Frage) deutlich ist.

    Warum gehst du schon ins Bett? Weil ich hundemüde bin.

    Die Konjunktion " da " ist gleichbedeutend mit "weil". "Da" wird aber häufiger benutzt, wenn der NS vor dem HS steht. Oft ist dabei die Handlung, über die gesprochen wird, bereits bekannt.

    • Da das Wetter heute viel schlechter als vorhergesagt ist, grillen wir nicht.
    • Da mein Auto kaputt ist, kann ich heute nicht in die Stadt fahren, um Getränke zu kaufen.
    • Da ich nächste Woche einen schwierigen Test schreibe, muss ich jetzt sehr viel lernen.

    Nominalisierung.

    Eine kausale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die passenden Präpositionen lauten: "wegen", "aufgrund", "aus" und "vor":

    Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als kausale Angabe

    Ich konnte den Rasen wegen des kaputt gegangenen Rasenmähers nicht mähen.

    Aufgrund starker Kopfschmerzen bin ich heute nicht in die Schule gegangen.

    Vor lauter Neid platzte ihr schließlich der Kragen.

    Sie freut sich so aufgrund ihrer bestandenen Prüfung.

    • Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen. Die Präpositionen wegen und aufgrund verlangen den Genitiv.
    • Die Präpositionen aus und vor (Wechselpräposition) verlangen den Dativ. "Aus" und "vor" werden vor allem bei Nomen mit Nullartikeln benutzt.

    Kausale Adverbien

    Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

    Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz

    Nominalstil = Hauptsatz.

    Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

    Kausale Adverbien verlangen eine bestimmte Satzstellung:

    "Denn" steht immer auf Position 0. Zwischen den beiden Hauptsätzen steht ein Komma. "Denn" gehört zu den nebenordnenden Konjunktionen.

    Karl geht heute nicht zur Arbeit, denn er ist sehr krank.

    • Konjunktionen: (verbal)
    • weil (HS + NS / NS + HS /NS)
    • da (NS + HS / HS + NS)
    • denn (= Position 0 / HS + HS)
    • nämlich (= Pos. 3 / HS + HS)

    • Adverbien = inverse struktur: (verbal)
    • weil (HS + NS / NS + HS /NS)
    • da (NS + HS / HS + NS)
    • denn (= Position 0 / HS + HS)
    • nämlich (= Pos. 3 / HS + HS)

    • Präpositionen: (nominal)
    • wegen (+ Genitiv)
    • aufgrund (+ Genitiv)
    • infolge (+ Genitiv)
    • aus (+ Dativ / Nullartikel)
    • vor (+ Dativ / Nullartikel)
    • "Nämlich" steht immer auf Position 3. Zwischen den beiden Hauptsätzen steht ein Punkt. "Deshalb, darum, deswegen" und "daher" stehen entweder auf Position 1 oder 3 und verlangen eine inverse Struktur der beiden Hauptsätze!!!
  93. Konzessivsätze
    • Konzessivsätze geben einen Gegengrund (Vergleiche: kausal = Grund), eine Einschränkung oder eine Einräumung an.
    • Der Nebensatz formuliert eine Bedingung, der Hauptsatz eine Folge, die aber nicht oder anders als erwartet eintritt (= nicht logische Folge).

    • Weil sie Peter über alles liebt, will sie ihn heiraten. (kausal = Grund = logische Folge)
    • Obwohl sie Peter über alles liebt, will sie ihn nicht heiraten. (konzessiv = Gegengrund, nicht logische Folge)

    Ein konzessiver Nebensatz wird mit der Konjunktion " obwohl " oder " obgleich " ("obschon" = veraltet) eingeleitet.

    Hauptsatz + Nebensatz

    Der Schauspieler bekommt keine neuen Rollen angeboten(HS), obwohl er weltweit sehr berühmt ist(NS).

    Der 8-jährige Tim kann noch nicht rechnen, obgleich er schon zwei Jahre die Schule besucht.

    Nebensatz + Hauptsatz

    Obgleich der Schauspieler weltweit berühmt ist(NS), bekommt er keine neuen Rollen angeboten(HS).

    Obwohl sich der Student wochenlang auf die Prüfung vorbereitet hatte(NS), ist er durchgefallen(HS).

    Nominalisierung

    Eine konzessive Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die passenden Präpositionen lauten: "trotz" und "ungeachtet" (beide + Genitiv):

    Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als konzessive Angabe

    Trotz seiner weltweiten Berühmtheit bekommt der Schauspieler keine neuen Rollen angeboten.

    Trotz deines zweijährigen Schulbesuchs kann Tim immer noch nicht rechnen.

    Der Mann fährt ungeachtet seines enormen Alkoholkonsums mit dem Auto nach Hause.

    Trotz seiner starken Erkältung geht der Angestellte heute arbeiten.

    • Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen. Die Präpositionen "trotz" und "ungeachtet" verlangen den
    • Genitiv.

    Konzessive Adverbien

    Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

    Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz

    Karl geht zur Arbeit, obwohl er sehr erkältet ist.

    Nominalstil = Hauptsatz

    Karl geht trotz einer starken Erkältung zur Arbeit.

    Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz (inverse Struktur)

    Obgleich Karl sehr erkältet ist, geht er zur Arbeit.

    Konzessive Adverbien stehen entweder auf Position 1 oder 3. Die beiden Hauptsätze werden mit einem Punkt voneinander getrennt:

    Die konzessiven Adverbien "trotzdem, dennoch" und "allerdings" verlangen eine inverse Struktur der beiden Hauptsätze!!!

    Karl ist stark erkältet. Trotzdem geht er zur Arbeit.

    "zwar ... aber" (keine inverse Struktur!!!) ist eine Doppelkonjunktion und stellt ebenfalls eine Verbindung zwischen zwei Hauptsätzen her.

    Die Konjunktionen "zwar" kann sowohl auf Position 1 als auch auf Position 3 stehen, die Konjunktionen "aber" auf Position O oder auf Position 3 (oder Pos. 4, sofern andere Pronomen hinter dem Verb gestellt werden.)

    Zwar geht Karl zur Arbeit, aber(Pos.0) er ist stark erkältet.

    Karl geht zwar zur Arbeit, (er) ist aber(Pos.3) stark erkältet.

    Gleiche Satzglieder (Verb oder Subjekt) werden in der Regel weggelassen.

    • Konjunktionen: (verbal)
    • obwohl (HS + NS / NS + HS)
    • obgleich (NS + HS / HS + NS)
    • zwar (1 / 3)... aber (0 / 3) (HS + HS)

    • Adverbien = inverse struktur:(verbal)
    • trotzdem (HS + HS)
    • dennoch (HS + HS)
    • allerdings (HS + HS)
    • alle Adverbien Pos. 1 oder 3

    • Präpositional:(nominal)
    • trotz
    • ungeachtet
    • beide + Genitiv
  94. Finalsätze
    Finalsätze geben eine Absicht, einen Zweck oder ein Ziel an. Die entsprechenden Fragewörter lauten: Wozu?; Zu welchem Zweck?; Mit welcher Absicht?.

    Es gibt zwei Möglichkeiten, Finalsätze auszudrücken:

    Infinitivkonstruktion

    Ist das Subjekt im Beziehungssatz (=Hauptsatz) mit dem Nebensatz identisch, wird die Konjunktion " um ... zu " benutzt. In der Infinitivkonstruktion entfällt das Subjekt. Der Infinitiv steht oft am Ende des Satzes, kann aber auch im Mittelfeld oder am Satzanfang stehen. " Um " leitet die Infinitivkonstruktion ein, "zu + Infinitiv " schließt den Satz ab. Beide Sätze sollten mit einem Komma voneinander getrennt werden.

    Wozu braucht man Geld?

    Man braucht Geld, um sich etwas Schönes kaufen zu können.

    Man braucht Geld, um es an Hilfsbedürftige verschenken zu können.

    Die Modalverben "möchten", "sollen" und "wollen" haben eine finale Bedeutung und können daher nicht in einem Finalsatz stehen. Sie werden gegen das Modalverb "können" eingetauscht. "Können" kann aber auch weggelassen werden, ohne das sich die finale Bedeutung ändert.

    Ein Infinitivsatz kann auch auf Position 1 gestellt werden:

    Um sich etwas Schönes kaufen zu können, braucht man Geld.

    Nebensatz

    Ist das Subjekt im Beziehungssatz (=Hauptsatz) nicht mit dem Nebensatz identisch, muss die Konjunktion "damit" benutzt werden. Es folgt ein Nebensatz (mit Subjekt). Ein Finalsatz mit "damit" kann immer gebildet werden, auch wenn die Subjekte identisch sind. Finalsätze stehen gewöhnlich hinter dem HS, können aber auch vorgestellt werden. HS und NS werden mit einem Komma voneinander getrennt.

    Hauptsatz + Nebensatz

    Man baut Fabriken, damit neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

    Man sollte neue Straßen bauen, damit der Verkehr schneller fließen kann.

    Nebensatz + Hauptsatz

    Damit neue Arbeitsplätze geschaffen werden, baut man Fabriken.

    Damit der Verkehr schneller fließen kann, sollte man neue Straßen bauen.

    Nominalisierung

    Eine finale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die passenden Präpositionen lauten: "zu ", " für ", und " zwecks ":

    Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als finale Angabe

    Zwecks Schaffung neuer Arbeitsplätze baut man Fabriken.

    Zur schnelleren Fortbewegung werden Autos gebaut.

    Für einen schnelleren Verkehrsfluss sollte man neue Straßen bauen.

    Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.

    Die Präposition zwecks verlangt den Genitiv, zu den Dativ und für den Akkusativ.

    Finale Adverbien

    Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

    • Verbalstil
    • um ... zu = Hauptsatz + Infinitivsatz / Infinitivsatz + Hauptsatz

    damit = Hauptsatz + Nebensatz / Nebensatz + Hauptsatz

    Nominalstil = Hauptsatz.

    Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

    Die beiden finalen Adverbien lauten "dazu" und "dafür". Sie stehen entweder auf Position 1 oder 3 und verlangen eine inverse Struktur der beiden Hauptsätze!!!

    Wir müssen uns schneller fortbewegen. Dazu werden Autos gebaut.

    Der Verkehr soll schneller fließen. Man sollte dafür neue Straßen bauen.

    Die Modalverben "möchten", "sollen" und "wollen" haben eine finale Bedeutung und können daher nicht in einem Finalsatz (Infinitivsatz oder NS + damit) stehen. Anders verhält es sich, wenn ein satzverbindendes Adverb zwei Hauptsätze miteinander verbindet. In diesen Fällen gilt diese Regel nicht.

    • Konjunktionen: (verbal)
    • damit (HS + NS / NS + HS)
    • um ... zu (Infinitivsatz)
    • damit (HS + NS / NS + HS)
    • um ... zu (Infinitivsatz)

    • Adverbien = inverse Struktur (verbal)
    • dafür (HS + HS)
    • dazu (HS + HS)
    • alle Adverbien Position 1 oder 3

    • Präpositionen: (nominal)
    • zwecks (+ Genitiv)
    • zu (+ Dativ)
    • für (+ Akkusativ)
  95. Adversativesätze
    Adversativsätze geben einen Gegensatz oder eine Einschränkung an. Die mögliche Konjunktion lautet: während

    • Seine Frau ist sehr fleißig, während er selbst sehr faul ist.
    • Petra ist ziemlich klein, während ihre Kinder sehr groß sind.

    Nominalisierung.

    Eine adversative Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die passenden Präpositionen lauten: "entgegen" (+ Dativ / Sachen) oder "im Gegensatz zu" (+ Dativ / Personen)

    Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als adversative Angabe

    Im Gegensatz zu seiner Schwester sitzt er nur zu Hause am Computer.

    Entgegen der allgemeingültigen Meinung ist das für mich kein Problem.

    Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.

    Adversative Adverbien

    Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

    Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz

    Nominalstil = Hauptsatz.

    Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

    Die möglichen Adverbien lauten:

    "(zwar) ... aber" = Doppelkonjunktion oder allein / Position 0 (oder 3)

    "doch" = Position 0

    "sondern" im vorhergehenden HS muss eine Negation oder Einschränkung stehen / Position 0

    "dagegen" (Gegensatz),"jedoch" (Einschränkung) oder "hingegen" (Gegensatz) = Position 1 oder 3

    Rosemarie ist (zwar) hübsch (HS), aber(Pos.0) (sie) (ist) nicht besonders intelligent.

    Rosemarie ist bildhübsch (HS), doch(Pos.0)leider ist sie nicht so intelligent.

    Rosemarie ist nicht hübsch, sondern(Pos.0) (sie) (ist) bildhübsch.

    Rosemarie ist bildhübsch, dagegen(Pos.1) ist ihre Schwester hässlich.

    • Zwar ist Rosemarie hübsch, sie ist aber (Pos.3) nicht so intelligent. (Doppelkonjunktion)
    • Rosemarie ist bildhübsch, jedoch(Pos.1) (ist) (sie) nich sehr intelligen.

    • Konjuktionen: (verbal)
    • während
    • (HS + NS / NS + HS)

    • Adverbien: (verbal)
    • aber (Pos. 0 / 3)
    • zwar ..., aber (Doppelkonj.)
    • doch (Pos. 0)
    • sondern (Pos. 0 + Negation)
    • dagegen (1 / 3 / HS + HS)
    • jedoch (1 / 3 / HS + HS)
    • hingegen (1 / 3 / HS + HS)

    • Präpositionen: (nominal)
    • entgegen (+ Dativ)
    • Im Gegensatz zu (+ Dativ)
  96. Modalsätze
    Modalsätze geben Auskunft über die Art und Weise, wie / wodurch / auf welche Art oder auf welche Weise etwas passiert. Die möglichen Konjunktionen lauten indem und dadurch, dass...:

    Hauptsatz + Nebensatz/Infinitivkonstruktion

    • Man kann das Herz einer Frau erobern, indem man ihr täglich Komplimente macht.
    • Man kann ihr Herz dadurch erobern, dass man ihre Neugier weckt.

    Nominalisierung

    Eine modale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die passenden Präpositionen lauten: "durch" (+ Akkusativ), "unter" (+ Akkusativ), "mit" (+ Dativ) und "mittels"(+ Genitiv).

    Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als konditionale Angabe

    Vielleicht kann man das Herz einer schönen Frau durch tägliche Komplimente erobern.

    Mit dem wecken ihre Neugier kann man bestimmt ihr Herz erobern.

    Man erobert es mit großer Sicherheit mittels stundenlangen interessierten Zuhörens.

    Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.

    Modale Adverbien

    Im Kapitel"Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:


    Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz

    Nominalstil = Hauptsatz.

    Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

    Die möglichen Adverbien lauten "dabei", "dadurch", "damit" und "so".Sie stehen entweder auf Position 1 oder 3. Diese Adverbien fordern eine inverse Struktur.

    • (HS1)Man sollte ihr täglich Komplimente machen.
    • (HS2)Dadurch(Pos.1) könnte man ihr Herz vielleicht erobern.
    • (HS1)Man sollte ihre Neugier wecken.
    • (HS2)Damit könnteman es unter Umständen erobern.
    • (HS1)Man muss ihr stundenlang interessiert zuhören. (HS2)Man wird es dabei(Pos.3) mit ziemlicher Sicherheit erobern können.

    Konjunktionen: (verbal) indem (HS + NS) dadurch, dass (HS + NS)

    • Adverbien: (verbal)
    • dadurch
    • damit
    • damit
    • so
    • Position 1 oder 3 (HS + HS / invers)

    • Präpositionen: (nominal)
    • durch (+ Akk)
    • unter (+ Akk)
    • mit (+ Dat)
    • mittels (+ Gen)
  97. Temporalsätze mit wenn und als
    Temporalsätze mit "wenn" und "als" drücken eine Gleichzeitigkeit zweier Handlungen zu einem Zeitpunkt aus. Das passende Fragewort lautet "Wann"? Die Konjunktion "wenn" benutzt man für eine gleichzeitige Handlung in der Zukunft und in der Gegenwart sowie für eine wiederholte Handlung in der Vergangenheit. Die Konjunktion "als" wird nur für eine einmalige Handlung in der Vergangenheit benutzt.

    • Zukunft:
    • Wann? - Konjunktion = wenn/immer (wenn), jedes mal wenn (einmalige oder mehrmalige handlungen)

    • Gegenwart:
    • Wann? - Konjunktion = (immer) wenn, (jedes mal) wenn (mehrmalige handlungen)

    • Vergangenheit:
    • Wann? - Konjunktion = (immer) wenn, (jedes mal) wenn (mehrmalige handlungen)

    • Vergangenheit:
    • Wann? - Konjunktion = als (einmalige handlung)

    Hauptsatz + Nebensatz

    • Wann kommst du nach Hause?
    • Ich komme nach Hause, wenn die Dämmerung beginnt.

    • Wann sind Simons Eltern gestorben?
    • Simons Eltern sind gestorben, als er noch ein kleiner Junge war.

    Nebensatz + Hauptsatz

    • Wenn die Dämmerung beginnt, komme ich nach Hause.
    • Als Simon noch ein kleiner Junge war, sind seine Eltern gestorben.

    Nominalisierung.

    Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die passenden Präpositionen lauten: "an", "bei", "in" und "mit":

    Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als temporale Angabe

    Bei Beginn der Dämmerung komme ich nach Hause.

    Bei Omas Besuchen ist das Kind immer glücklich.

    Rolf ist mit 28 Jahren ausgewandert.

    Simons Eltern sind bereits in seiner Kindheit gestorben.

    Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen. Alle Präpositionen verlangen den Dativ.

    Adverbien

    Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

    Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz

    Nominalstil = Hauptsatz.

    Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

    Alternativ können die temporalen Adverbien "damals" oder "da" verwendet werden. Sie werden allerdings nur in der Vergangenheit benutzt und stehen meist auf Position 1, seltener auf Position 3. Sie verlangen eine inverse Struktur.

    • Rolf war erst 28 Jahre alt. Da(mals)(Pos.1)ist er ausgewandert.
    • Simon war noch ein kleiner Junge. Da(Pos.1) sind seine Eltern gestorben.

    • NS / HS
    • Als Simon noch ein kleiner junge war, sind seine Eltern gestorben.

    • HS / NS
    • Simons Eltern sind gestorben, als er noch ein kleiner Junge war.

    • HS
    • In Simons Kindheit sind seine Eltern gestorben.

    • Konjunktionen: (verbal)
    • wenn (HS + NS / NS + HS)
    • (für Zukunft, Gegenwart, Wiederholung in der Vergangenheit)
    • als (NS + HS / HS + NS)
    • (nur für einmal in der Vergangenheit)

    • Adverbien: (verbal)
    • da (HS + HS)
    • damals (HS + HS)
    • Position 1 / nur in der Vergangenheit

    • Präpositionen: (nominal)
    • an (+ Dativ)
    • bei (+ Dativ)
    • in (+ Dativ)
    • mit (+ Dativ)
  98. Temporalsätze mit während und solange
    Temporalsätze mit "während" und "solange" drücken eine Gleichzeitigkeit zweier Handlungen zu einem Zeitpunkt aus. Dabei laufen zwei Vorgänge parallel zueinander. Beide Konjunktionen können in allen Zeiten (Gegenwart, Zukunft, Vergangenheit) benutzt werden.

    Hauptsatz + Nebensatz

    Jochen hat fünf Flaschen Bier getrunken, während er in der Badewanne gesessen hat.

    Die Hausfrau bringt die Küche in Ordnung, während die Kinder ihre Hausaufgaben machen.

    Nebensatz + Hauptsatz

    Während Jochen in der Badewanne gesessen hat, hat er fünf Flaschen Bier getrunken.

    Solange die Kinder ihre Hausaufgaben machen, bringt die Mutter die Küche in Ordnung.

    Nominalisierung.

    Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die passende Präposition lautet: "während"

    Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als temporale Angabe

    Während der Fußballübertragung stopft seine Frau die Socken.

    Jochen hat während des Badens fünf Flaschen Bier getrunken.

    Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen. Die Präposition "während" verlangt den Genitiv.

    Temporale Adverbien

    Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

    Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz

    Nominalstil = Hauptsatz

    Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

    Alternativ können die temporalen Adverbien "währenddessen" oder "solange" verwendet werden. Eine inverse Struktur ist nicht zwingend notwendig, da beide Handlungen parallel verlaufen. Meist stehen diese Adverbien auf Position 1, können aber auch auf Position 3 gestellt werden.

    (HS1)Der Mann sieht sich die Fußballübertragung an. (HS2) Solange (Pos.1) stopft seine Frau die Socken.

    Jochen hat in der Badewanne gesessen. Währenddessen hat er fünf Flaschen Bier getrunken.

    • NS / HS
    • Während Heike kochte, telefonierte sie ständig.

    • HS / NS
    • Heike telefonierte ständig, während sie kochte.

    • HS
    • Während des Kochens telefonierte Heike ständig.

    • Konjunktionen: (verbal)
    • während (HS + NS / NS + HS)
    • solange (NS + HS / HS + NS)

    • Adverbien = Inverse Struktur: (verbal)
    • währenddessen (HS + HS)
    • solange (HS + HS) meist Position 1 (oder 3)

    • Präpositionen: (nominal)
    • während (+ Genitiv)
  99. Temporalsätze mit bevor und ehe
    Temporalsätze mit "bevor" und "ehe" drücken eine Ungleichzeitigkeit zweier Handlungen aus. Die Handlung des Hauptsatzes tritt dabei zuerst ein, die Handlung des Nebensatzes folgt nach dem Hauptsatz. Beide Verben, sowohl der HS als auch der NS, haben bei diesen Konjunktionen das gleiche Tempus.

    Hauptsatz + Nebensatz

    • Das Kind muss seine Hausaufgaben machen, ehe es mit seinen Freunden spielen darf.
    • Doris las das Buch aus, bevor sie sich schlafen legte.

    Nebensatz + Hauptsatz

    Bevor das Kind mit seinen Freunden spielen darf, muss es seine Hausaufgaben machen.

    Ehe Doris sich schlafen legte, las sie das Buch aus.

    Nominalisierung.

    Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die passende Präposition lautet: "vor"

    Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als temporale Angabe

    • Wasch dir vor dem Hinsetzen (an den Tisch) deine Hände.
    • Vor dem ersten Kuss überlegte Hugo noch kurz.
    • Das Kind muss vor dem Spielen mit seinen Freunden seine Hausaufgaben machen.
    • Vor dem Schlafen las Doris das Buch noch aus.

    Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.

    Die Präposition "vor" verlangt den Dativ.

    Temporale Adverbien

    Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

    Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz

    Nominalstil = Hauptsatz

    Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

    Alternativ können die temporalen Adverbien "davor", "vorher" oder "zuvor" verwendet werden. Diese Adverbien verlangen eine inverse Struktur. Sie können auf Position 1 oder 3 gestellt werden.

    Hugo küsste sie das erste Mal. Zuvor überlegte er jedoch noch kurz.

    Das Kind darf mit seinen Freunden spielen. Davor muss es aber seine Hausaufgaben machen.

    Doris legte sich endlich schlafen. Vorher las sie allerdings das Buch noch aus.

    • NS / HS
    • Bevor du dich an den Tisch setzt, wasch dir deine Hände.

    • HS / NS
    • Du sollst dir deine Hände waschen, bevor du dich an den Tisch setzt.

    • HS
    • Wasch dir vor dem Hinsetzen deine Hände.

    • Konjunktionen: (verbal)
    • bevor (HS + NS / NS + HS)
    • ehe (NS + HS / HS + NS)

    • Adverbien = Inverse Struktur (verbal)
    • zuvor (HS + HS)
    • vorher (HS + HS)
    • davor (HS + HS)
    • Position 1 oder 3

    • Präpositionen: (nominal)
    • vor (+ Dativ)
  100. Temporalsätze mit nachdem
    Temporalsätze mit "nachdem" drücken eine Ungleichzeitigkeit zweier Handlungen aus. Die Handlung des Nebensatzes tritt dabei zuerst ein, die Handlung des Hauptsatzes folgt nach dem Nebensatz (invers zu der Konjunktion bevor). Das Verb des Nebensatzes steht dabei eine Zeitstufe vor dem Verb des Hauptsatzes. Es gilt:

    Hauptsatz + Nebensatz

    Zukunft + Vergangenheit*

    Gegenwart + Vergangenheit*

    Vergangenheit* + Plusquamperfekt

    *Vergangenheit: Sowohl das Präsens als auch das Präteritum bilden die gleiche Zeitstufe! Der Unterschied liegt alleinig in ihrer Verwendung. Vergleiche: Präteritum, Perfekt sowie Plusquamperfekt.

    Hauptsatz + Nebensatz

    • Du setzt dich erst an den Tisch, nachdem du dir deine Hände gewaschen hast.
    • Hugo küsste sie das erste Mal, nachdem er kurz überlegt hatte.
    • Das Kind darf mit seinen Freunden spielen, nachdem es seine Hausaufgaben gemacht hat.
    • Doris legte sich schlafen, nachdem sie das Buch ausgelesen hatte.

    Nebensatz + Hauptsatz

    Nachdem du dir deine Hände gewaschen hast, kannst du dich an den Tisch setzen.

    • Nachdem Hugo kurz überlegt hatte, küsste er sie das erste Mal.
    • Nachdem das Kind seine Hausaufgaben gemacht hat, darf es mit seinen Freunden spielen.
    • Nachdem Doris das Buch ausgelesen hatte, legte sie sich schlafen.

    Nominalisierung.

    • Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion formuliert werden. Die passende Präposition lautet:
    • "nach"

    Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als temporale Angabe

    • Setz dich erst nach dem Händewaschen an den Tisch.
    • Nach kurzem Überlegen küsste Hugo sie das erste Mal.
    • Das Kind darf nach den Hausaufgaben mit seinen Freunden spielen.
    • Nach dem Lesen legte sich Doris schlafen.

    Temporale Adverbien

    Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

    Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz

    Nominalstil = Hauptsatz

    Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

    Alternativ können die temporalen Adverbien "anschließend", "danach", "dann" oder "daraufhin" verwendet werden. Diese Adverbien verlangen eine inverse Struktur. Meist werden sie auf Position 1 gestellt. Position 3 ist möglich, aber seltener. Beide Hauptsätze haben das gleiche Tempus!

    • Zuerst wäschst du dir deine Hände. Dann darfst du dich an den Tisch setzen.
    • Zuerst überlegte Hugo kurz. Daraufhin küsste er sie das erste Mal.
    • Erst muss das Kind seine Hausaufgaben machen. Danach darf es mit seinen Freunden spielen.
    • Doris las zuerst das Buch aus. Daraufhin legte sie sich schlafen.

    • NS / HS
    • Nachdem du dir die Hände gewaschen hast, setz dich bitte an den Tisch.

    • HS / NS
    • Du kannst dich an den Tisch setzen, nachdem du dir die Hände gewaschen hast.

    • HS
    • Setz dich nach dem Händewaschen an den Tisch.

    • Konjunktionen: (verbal)
    • nachdem (HS + NS / NS + HS)
    • (Vorzeitigkeit)

    • Adverbien = Inverse Struktur: (verbal)
    • anschließend (HS + HS)
    • danach (HS + HS)
    • dann (HS + HS)
    • daraufhin (HS + HS)
    • Position 1 (oder 3)

    • Präpositionen: (nominal)
    • nach (+ Dativ)
  101. Temporalsätze mit seitdem
    Temporalsätze mit "seitdem" oder "seit" drücken eine Gleichzeitigkeit zweier Handlungen aus. Die Handlung des Nebensatzes beginnt in der Vergangenheit und dauert bis zur Gegenwart. Der Hauptsatz steht im Präsens. Das Fragewort lautet "Seit wann?" (oder "Wie lange?").

    Hauptsatz + Nebensatz

    • Seit wann arbeiten Sie schon in dieser Firma? Ich arbeite hier, seitdem ich verlobt bin.
    • Wie lange liegen Sie jetzt schon im Krankenhaus? Ich liege im Krankenhaus, seitdem ich den schweren Arbeitsunfall hatte.

    Nebensatz + Hauptsatz

    • Seitdem ich verlobt bin, arbeite ich in dieser Firma.
    • Seitdem ich den schweren Arbeitsunfall hatte, liege ich im Krankenhaus

    Nominalisierung.

    Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die passende Präposition lautet: "seit"

    Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als temporale Angabe

    • Ich lerne seit meiner Ankunft in Deutschland Deutsch.
    • Seit unserer ersten Begegnung liebe ich Susanne.
    • In dieser Firma arbeite ich schon seit meiner Verlobung.
    • Seit meinem schweren Arbeitsunfall muss ich im Krankenhaus liegen.

    Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen. Die Präposition "nach" verlangt den Dativ.

    Temporale Adverbien

    Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

    Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz

    Nominalstil = Hauptsatz

    Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

    Alternativ können die temporalen Adverbien "seitdem" oder "seither" verwendet werden. Diese Adverbien verlangen eine inverse Struktur. Sie werden auf Position 1 oder 3 gestellt.

    • Ich lebe seit 2 Jahren in Deutschland. Seitdem lerne ich Deutsch.
    • Ich bin Susanne das erst Mal auf einer Party begegnet. Seither liebe ich sie.
    • Wir haben uns am 04.04.02 verlobt. Seitdem arbeite ich auch in dieser Firma.
    • Anfang April hatte ich einen schweren Arbeitsunfall. Ich muss seither(Pos.3) im Krankenhaus liegen.

    • NS / HS
    • Seitdem ich ihr das erste Mal begegnet bin, liebe ich sie.

    • HS / NS
    • Ich liebe sie, seitdem ich ihr das erste Mal begegnet bin.

    • HS
    • Seit unserer ersten Begegnung liebe ich sie.

    • Konjunktionen: (verbal)
    • seitdem (HS + NS / NS + HS)
    • seit (NS + HS / HS + NS)

    • Adverbien = Inverse Struktur (verbal)
    • seitdem (HS + HS)
    • seither (HS + HS)
    • Position 1 (oder 3)

    • Präpositionen: (nominal)
    • seit (+ Dativ)
  102. Temporalsätze mit sobald
    • Temporalsätze mit "sobald" und "sowie" drücken eine Ungleichzeitigkeit zweier Handlungen aus und beschreiben eine unmittelbare Abfolge zweier Handlungen. Das Fragewort lautet "Wann?". Die Handlung des Nebensatzes ist beendet, bevor die Handlung des Hauptsatzes beginnt. Das Verb des Nebensatzes steht dabei eine Zeitstufe vor dem Verb des Hauptsatzes.
    • Es gilt:

    Hauptsatz + Nebensatz

    Zukunft + Vergangenheit*

    Gegenwart + Vergangenheit*

    Vergangenheit* + Plusquamperfekt

    *Vergangenheit: Sowohl das Präsens als auch das Präteritum bilden die gleiche Zeitstufe! Der Unterschied liegt alleinig in ihrer Verwendung. Vergleiche: Präteritum, Perfekt sowie Plusquamperfekt.

    Hauptsatz + Nebensatz

    Wann mähst du den Rasen? Ich mähe den Rasen, sobald ich den Wagen gewaschen habe.

    Wann sind Sie nach Deutschland gekommen? Ich bin nach Deutschland gekommen, sowie der Krieg ausgebrochen war.

    Nebensatz + Hauptsatz

    Sobald der Krieg ausgebrochen war, bin ich nach Deutschland gekommen.

    Sowie man den Schaden festgestellt hatte, wurde der Eigentümer benachrichtigt.

    Nominalisierung.

    Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die passenden Präpositionen lauteten: "gleich nach" oder "sofort nach"

    Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als temporale Angabe

    • Ich komme sofort nach der Arbeit nach Hause.
    • Gleich nach der Wagenwäsche mähe ich den Rasen.
    • Sofort nach dem Kriegsausbruch bin ich nach Deutschland gekommen.
    • Der Eigentümer wurde gleich nach Feststellung des Schadens benachrichtigt.

    Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen. Die Präpositionen "nach" und "gleich nach" verlangen den Dativ.

    Temporale Adverbien

    Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

    Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz

    Nominalstil = Hauptsatz

    Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz

    • Zuerst muss ich die Arbeit beenden. Erst dann kann ich nach Hause gehen.
    • Zuerst wasche ich den Wagen. Anschließend mähe ich gleich den Rasen.
    • Der Krieg war ausgebrochen. Danach ging er sofort nach Deutschland.
    • Der Schaden wurde festgestellt. Sofort danach wurde der Eigentümer benachrichtigt.

    Eine zeitliche Abfolge kann mit den temporalen Adverbien "zuerst", "erst", "anschließend" oder "dann" in Kombination mit "sofort" oder "gleich" wiedergegeben werden. Die Adverbien werden auf Position 1 oder 3 gestellt.

    • NS / HS
    • Sobald die Arbeit beendet ist, komme ich nach Hause.

    • HS / NS
    • Ich komme nach Hause, sobald die Arbeit beendet ist.

    • HS
    • Gleich nach der Arbeit komme ich nach Hause.

    • Konjunktionen: (verbal)
    • sobald (HS + NS / NS + HS)
    • sowie (NS + HS / HS + NS)

    • Adverbien: (verben)
    • erst (HS + HS)
    • zuerst (HS + HS)
    • anschließend (HS + HS)
    • danach (HS + HS)
    • dann (HS + HS)Position 1 oder 3
    • in Kombination mit "gleich" "sofort"

    • Präpositionen: (nominal)
    • gleich nach (+ Dativ)
    • sofort nach (+ Dativ)
  103. Temporalsätze mit solange
    Temporalsätze mit "solange" drücken eine Gleichzeitigkeit zweier Handlungen aus. Das Ende der Handlung ist zeitgleich. Das Fragewort lautet "Wie lange?".

    Hauptsatz + Nebensatz

    • Wie lange muss das Kind still sitzen bleiben? Das Kind muss still sitzen bleiben, solange der Frisör seine Haare schneidet.
    • Wie lange müssen wir noch im Stau stehen? Wir müssen im Stau stehen, solange die Autobahn gesperrt bleibt.

    Nebensatz + Hauptsatz

    Solange der Frisör die Haare schneidet, muss das Kind still sitzen bleiben.

    Solange die Autobahn gesperrt bleibt, müssen wir im Stau stehen bleiben.

    Nominalisierung

    Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die passenden Präpositionen lauteten: "während"

    Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als temporale Angabe

    Während des Haareschneidens muss das Kind still sitzen bleiben.

    Während der Autobahnsperrung müssen wir im Stau stehen bleiben.

    Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen. Die Präposition "während" verlangt den Genitiv.

    Temporale Adverbien

    Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

    Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz

    Nominalstil = Hauptsatz

    Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz

    Eine temporale Aussage kann mit dem temporalen Adverb "solange" wiedergegeben werden. Es wird auf Position 1 oder 3 gestellt. Das Adverb verlangt eine inverse Satzstruktur.

    • Der Frisör schneidet die Haare des Kindes. Es muss solange still sitzen bleiben.
    • Die Autobahn ist nach dem Unfall noch gesperrt. Solange müssen die Autofahrer im Stau stehen bleiben.

    • NS / HS
    • Solange der Winter bleibt, bleibt auch der Schnee liegen.

    • HS / NS
    • Der Schnee bleibt liegen, solange der Winter bleibt.

    • HS
    • Während des Winters bleibt der Schnee liegen.

    • Konjunktionen: (verbal)
    • solange (HS + NS / NS + HS)

    • Adverbien/Inverse: (verbal)
    • solange (HS + HS)
    • Position 1 oder 3

    • Präpositionen: (nominal)
    • während (+ Genitiv)
  104. Temporalsätze mit bis
    • Temporalsätze mit "bis" drücken eine Gleichzeitigkeit zweier Handlungen aus. Der Hauptsatz gibt eine laufende Handlung an.
    • Der Nebensatz gibt ein zweites Geschehen an und definiert zeitgleich einen Endpunkt beider Handlungen. Das Fragewort lautet "Bis wann?".

    Hauptsatz + Nebensatz

    • Bis wann hast du in Münster gewohnt?
    • Ich habe in Münster gewohnt, bis ich geheiratet habe.

    Bis wann sollen Kinder bei ihren Eltern wohnen? Kinder sollen bei ihren Eltern wohnen, bis sie finanziell unabhängig sind.

    Nebensatz + Hauptsatz

    • Bis ich geheiratet habe, habe ich in Münster gewohnt.
    • Bis die Kinder finanziell unabhängig sind, sollen sie bei ihren Eltern wohnen.

    Nominalisierung

    Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die passende Präposition lautetet: "bis zu"

    Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als temporale Angabe

    • Die Eltern von Hans haben ihn bis zu seiner Doktorarbeit finanziell unterstützt.
    • Bis zu meiner Hochzeit habe ich in Münster gewohnt.
    • Bis zur finanziellen Unabhängigkeit sollen die Kinder bei ihren Eltern wohnen.
    • Bis zum Ende der Badesaison hat das Freibad bis 20:00 Uhr geöffnet.

    Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.

    Die Präposition "bis (zu)" verlangt den Dativ.

    Temporale Adverbien

    Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

    Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz

    Nominalstil = Hauptsatz

    Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz

    Eine temporale Aussage kann mit dem temporalen Adverb "bis dahin" wiedergegeben werden. Es wird auf Position 1 oder 3 gestellt. Das Adverb verlangt eine inverse Satzstruktur.

    • Im September 2003 habe ich geheiratet.
    • Ich habe bis dahin in Münster gewohnt.

    Die Kinder werden bald finanziell unabhängig. Bis dahin sollen sie bei den Eltern wohnen bleiben.

    • NS / HS
    • Bis die Badesaison zu Ende geht, bleibt das Freibad geöffnet.

    • HS / NS
    • Das Freibad bleibt geöffnet, bis die Badesaison zu Ende geht.

    • HS
    • Bis zum Ende der Badesaison bleibt das Freibad geöffnet.

    • Konjunktionen: (verbal)
    • bis (HS + NS / NS + HS)

    • Adverbien/Inverse: (verbal)
    • bis dahin (HS + HS)
    • Position 1 oder 3

    • Präpositionen: (nominal)
    • bis zu (+ Dativ)
  105. Konditionalsätze
    Konditionalsätze geben eine Bedingung an. Die entsprechenden Fragewörter lauten: "Wann" und "Unter welcher Bedingung":

    • Unter welcher Bedingung heiratest du mich? - Wenn du Millionär bist.
    • Wann hilft Joachim Elke? - Wenn er Zeit hat.
    • Ein Bedingungssatz (= Konditionalsatz) ist ein Nebensatz, der mit "falls", "sofern", oder "wenn" eingeleitet wird (Fragewort = "wann", Konjunktion = "wenn" / Vokalwechsel a - e beachten!). Der Nebensatz formuliert die Bedingung, die erfüllt sein muss, damit die Folge, die im Hauptsatz angegeben wird, realisiert werden kann. Bedingungssätze können nicht in der Vergangenheit stehen!

    Hauptsatz + Nebensatz

    • Wann werden Mitarbeiter fristlos entlassen? Mitarbeiter werden fristlos entlassen, wenn sie Betriebseigentum entwenden.
    • Wann loben sie Ihre Mitarbeiter? Meine Mitarbeiter werden gelobt, falls sie sich besonders für die Firma eingesetzt haben.

    Nebensatz + Hauptsatz

    • Wenn die Mitarbeiter Betriebseigentum entwenden, werden sie fristlos entlassen.
    • Wenn sich meine Mitarbeiter besonders für die Firma eingesetzt haben, werden sie selbstverständlich gelobt.

    Die Konjunktion "wenn" kann auch weggelassen werden. In diesem Fall steht das konjugierte Verb auf Position 1:

    Verb Position 1 + Hauptsatz

    Verspäten sich meine Mitarbeiter, ärgere ich mich.

    Entwenden die Mitarbeiter Betriebseigentum, werden sie fristlos entlassen.

    • Haben sich meine Mitarbeiter besonders für die Firma eingesetzt, werden sie selbstverständlich gelobt.
    • Hat sich die Produktivität in unserem Unternehmen verbessert, könne man über Lohnerhöhungen nachdenken.

    Nominalisierung

    Eine konditionale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die passenden Präpositionen lauten: "bei" (+Dativ), "mit" (+ Dativ), "durch" (+ Akkusativ), "ohne" (+ Akkusativ), "im Falle" (+ Genitiv) sowie "im Falle von" (+ Dativ):

    Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als konditionale Angabe

    • Im Falle einer Verspätung meiner Mitarbeiter ärgere ich mich.
    • Bei Entwendung von Betriebseigentum werden die entsprechenden Mitarbeiter fristlos entlassen.
    • Bei besonderem Einsatz für die Firma werden die Mitarbeiter selbstverständlich gelobt.
    • Im Falle einer Verbesserung der Produktivität in unserem Unternehmen
    • könne man über Lohnerhöhungen nachdenken.
    • Ohne eine Verbesserung der Produktivität in unserem Unternehmen könne man nicht über Lohnerhöhungen nachdenken.

    Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen. Die Präposition "ohne" entspricht immer einer negativen Bedingung.

    Konditionale Adverbien

    Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

    Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz / Nebensatz + Hauptsatz

    Nominalstil = Hauptsatz

    Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

    Die beiden konditionalen Adverbien lauten "sonst" und "andernfalls". Sie stehen entweder auf Position 1 oder 3. Besonderheit: Einer von beiden Sätzen wird negiert.

    • Die Mitarbeiter dürfen sich nicht verspäten. (Sie müssen pünktlich sein.) Andernfalls ärgere ich mich.
    • Die Mitarbeiter sollten kein Betriebseigentum entwenden. (Sie dürfen nicht stehlen!) Sie werden sonst fristlos entlassen.
    • Die Mitarbeiter müssen sich für die Firma besonders einsetzen. Andernfalls werden sie nicht gelobt.

    Die Produktivität in unserem Unternehmen sollte sich verbessern. Andernfalls könne man nicht über Lohnerhöhungen nachdenken.

    • Konjunktionen: (verbal)
    • wenn (HS + NS / NS + HS)
    • falls (HS + NS / NS + HS)
    • sofern (HS + NS / NS + HS)

    • Adverbien (mit Negation);
    • andernfalls (HS + HS)
    • sonst (HS + HS)
    • alle Adverbien Position 1 oder 3
    • (+ Negation)

    • Präpositionen: (nominal)
    • bei (+ Dativ)
    • mit (+ Dativ)
    • durch (+ Akkusativ)
    • ohne (+ Akkusativ)
    • im Falle (+ Genitiv)
    • im Falle von (+ Dativ)
  106. Konsekutivsätze
  107. Konsekutivsätze geben eine
    Folge an, die sich aus einer vorangegangenen Handlung ergibt. Daher muss der Hauptsatz, in dem die Aussage steht, immer zuerst stehen. Hinter dem HS folgt der NS (=Konsekutivsatz). Die mögliche Konjunktion lautet: so dass*.

    • Es war so heiß, dass viele ältere Menschen starben.
    • Es gab viel zu wenig Wasser, so dass viele Pflanzen eingingen.
    • Es fielen keine Niederschläge, so dass es vielerorts zu Waldbränden kam.

    * Anmerkung: Laut der neuen Rechtschreibreform von 2006 sind beide Schreibweisen erlaubt: so dass oder sodass

    Die Konjunktion "so dass" leitet einen NS ein. "So" kann aber auch vor einem Adjektiv im HS stehen, dann genügt "dass" als Nebensatz einleitende Konjunktion.

    Nominalisierung

    Eine konsekutive Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die passenden Präpositionen lauten: "infolge" (+ Genitiv) oder "infolge von" (+ Dativ)

    Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als konditionale Angabe

    • Infolge der großen Hitze starben viele ältere Menschen.
    • Infolge des Wassermangels gingen viele Pflanzen ein.
    • Infolge mangelnder Niederschläge kam es vielerorts zu Waldbränden.
    • Viele Flüsse und Seen trockneten infolge der Trockenheit aus.

    Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.

    Konsekutive Adverbien

    Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

    Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz

    Nominalstil = Hauptsatz

    Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

    Die möglichen Adverbien lauten "also","daher", "darum", "deshalb", "deswegen", "folglich" und "infolgedessen".

    Sie stehen entweder auf Position 1 oder 3. Diese Adverbien haben keine inverse Struktur, weil die Aussage immer vor der Folge stehen muss.

    • Der Sommer war viel zu heiß. Infolgedessen starben viele ältere Menschen.
    • Es gab viel zu wenig Wasser. Viele Pflanzen gingen deshalb ein.
    • Es fielen keine Niederschläge. Folglich kam es vielerorts zu Waldbränden.
    • Der Sommer war sehr trocken. Daher trockneten viele Flüsse und Seen aus.

    • Konjunktionen: (verbal)
    • so dass (HS + NS)
    • so + Adj., dass (HS + NS)

    • Adverbien:
    • also
    • daher
    • darum
    • deshalb
    • deswegen
    • folglich
    • infolgedessen
    • alle Adverbien Position 1 oder 3 (HS + HS)

    • Präpositionen:
    • infolge (+ Genitiv)
    • infolge von (+ Dativ)
  108. Nominalisierung
    In der deutschen Sprache gibt es die Möglichkeit, Sachverhalte oder Vorgänge verbal oder nominal auszudrücken. Hinter dem Wort "verbal" versteckt sich das Wort "Verb". Verbale Sachverhalte oder Vorgänge werden folglich mit einem Verb ausgedrückt, entweder in einem Hauptsatz oder in einem Nebensatz.

    • Weil Thomas sehr viel Geld hat, liebt Erika ihn.
    • Obwohl Thomas sehr arm ist, liebt Erika ihn.
    • Als sie 17 Jahre alt war, verliebte sie sich in ihn.

    Die verbale Sprache gilt als Standardsprache und wird daher im täglichen Gebrauch als so genannte Umgangssprache benutzt.

    Hinter dem Wort "nominal" versteckt sich das Wort "Nomen". Nominale Sachverhalte oder Vorgänge werden folglich mit einem Nomen ausgedrückt. Dabei wird der Sachverhalt immer mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion formuliert. Diese Konstruktionen gehören zum gehobeneren Sprachgebrauch, in denen die grammatischen Strukturen erheblich schwieriger sind. In der Standardsprache findet der Nominalstil somit kaum Anwendung. Der Nominalstil wird ausschließlich in der Schriftsprache benutzt um komplizierte Aussagen und Sachverhalte insbesondere in politischen, bürokratischen oder wissenschaftlichen Texten zu formulieren. Daher gilt es besonders für Studienbewerber, sich mit den Umformungsübungen (Verbalisierung ↔ Nominalisierung) vertraut zu machen.

    • fahren - die Fahrt
    • arm sein - die Armut
    • küssen - der Kuss
    • studieren - das Studium

    • Wird ein Verb zu einem Nomen umgewandelt, spricht man von einer Nominalisierung. Umgekehrt spricht man von einer Verbalisierung, wenn das Nomen zu einem Verb umgewandelt wird. In der Praxis heißt das, dass Ergänzungssätzeund Angabesätze (temporal, kausal, ...) zu Präposition-Nomen-Konstruktionen
    • umgewandelt werden und umgekehrt.

    • Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz
    • Nominalstil = Hauptsatz

    • Verbal:
    • Weil Thomas viel Geld hat(NS-Nominalstil), liebt Erika ihn.

    • Nominal:
    • Wegen seines Geldes(NS-Nominalstil), liebt Erika Thomas.

    • Verbal:
    • Obwohl Thomas sehr arm ist, liebt Erika ihn.

    • Nominal:
    • Trotz seines Armut, liebt Erika Thomas.

    • Verbal:
    • Als sie 17 jahre alt war, verliebte sie sich in ihn.

    • Nominal;
    • Mit 17, verliebte sie sich in ihn.

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