Architekturlexikon 1

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Author:
Anonymous
ID:
118668
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Architekturlexikon 1
Updated:
2011-11-23 05:53:38
Tags:
kunstgeschichte
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architekturbegriffe für kunstgeschichtsprüfung
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  1. Dreikonchenchor Eine Kirche mit drei etwa gleichgroßen, halbrunden oder polygonalen Konchen (griech. Trikonchos, Trichorum, Cella trichora), die im Gegensatz zum Dreiapsidenchor nach drei Richtungen weisen, so dass sich ein zentralisierender Abschluss in der Form eines regelmäßigen Kleeblattes ergibt, meist als Chor an Basiliken, aber auch als Kapelle mit wesentlich kleinerem Rechtecksaal. Die Dreikonchenanlagen kommen vereinzelt auch mit einem um alle Konchen herumgeführten Umgang vor.
  2. Zwergengalerie, ein von kleinen Säulen gegeliederter Laubgang unter dem Dachgesims einer Kirche, vorwiegend an der Apsis. Nur bei einigen wenigen Bauten (Ferrata, Kathedrale; Seyer, Dom) umzieht sie das ganze Bauwerk. Die Zwerggalerie kommt hauptsächlich in der romanischen Baukunst Oberitaliens und des Rheinlandes vor.
    • Blendbogen
    • ein Bogen, der keine Maueröffnung überbrückt, sondern der geschlossenen Wand nur vorgeblendet ist, d.h. aufgelegt ist. Der Blendbogen ist bes. in der roman. und got. Baukunst ein beliebtes Mittel zur Wandgliederung.
    • Krypta
    • (griechisch "überdeckter Gang"), Gruft, aus unterird. Grab- und Reliquienkapellen, über denen der Altar errichtet war, hervorgegangen. Sie liegt unter dem Chor einer Kirche und kann sich bis unter das Querschiff erstrecken. Frühe Krypten sind manchmal stollenförmig. Später werden mehrschiffige Krypten (Hallenkrypen) bevorzugt, die oft sehr weiträumig und säulenreich werden (Speyer). Da die Krypen oft nicht ganz versenkt angelegt sind, sind Chorboden und Altar beträchtlich über das Niveau des Langhauses erhöht. Die Folge sind wirkungsvolle Stufenanlagen.
    • gebundenes System
    • ein quatrat., auf das Vierungsquadrat zurückgehender Schematismus, der dem gesamten Grundriss einer gewölbten roman. Basilika zugrunde liegt: einem Quadrat im Mittelschiff entsprechen in den beiden Seitenschiffen je zwei Quadrate von halber Seitenlänge. Diese Ausbildung ist durch die Gewölbeform bedingt: alle Gurt- und Schildbogen können halbkreisförmig ausgebildet werden.
  3. Joch
    Gewölbefeld eines Bauwerkes, das in der Richtung der Längsachse gezählt wird, im Gegensatz zu den Schiffen, deren Anzahl in der Querachse feststellbar ist.
    • Vierung
    • der Raumteil einer Kirchem der aus der Durchdringung von Langhaus und Querhaus entsteht. Diese sind in der Regel gleich breit, daher bildet sich ein Quadrat (Vierungsquadrat). Die quadrat. V. ist die Vorlage für das quadrat. Schema des gebundenen Systems.
    • ausgeschiedene Vierung
    • Vierung, deren Deckenfeld durch vier auf den Vierungspfeilern aufliegende Bogen begrenzt wird.
    • Staffelchor
    • Chor mit gestaffelt angeordneten Apsiden, wobei auch die Querhausapsiden einbezogen werden können.
  4. Tympanon
  5. 1. Giebelfeld eines antiken Tempels, meist mit Bauplastik geschmückt;
    2. Fläche über einem Portal innerhalb des Bogenfeldes
    • Architrav
    • in der antiken Baukunst und den vorn ihr beeinflussten Baustilen der waagrechte, den Oberhaus tragende Hauptbalken; da er beim griech. Tempel meist auf den Säulen ruht, auch Epistyl genannt. Der Seinerne A., von einer säulenachse zur anderen in Blöcke unterteilt, ist in der Dorischen Ordnung glatt und hat oben eine Abschlussleiste, an der unterhalb kleine Leisten mit "Tropfen" angebracht sind. Im ion. und korinth. Stil ist der A. durch zwei oder drei übereinanderliegende horizontale Streifen von gleicher und verschiedener Breite gegliedert und mit einer mehrfach unterteilten Leistenbekrönung versehen - beides eine Erinnerung an die übereinander liegenden Balken des Holzbaus.
  6. Nimbus
  7. Archivolten (von ital. achivolto : Ober-, Vorderbogen), 1. aus der ital. Renaissance stammende Bezeichnung für die bandartige, von der Mauerwand abgesetzte Einfassung eines Rundbogens. Als selbstständiges Bauglied auch Stirnbogen genannt. Die häufige ornamentierte A. wurde in der röm.- under der hellenist. Baukunst als Element an Triumphbogen, Stadttoren u. dergl. verwendet und von der Renaissance übernommen.2. Als A. werden daher auch die Bogenläufe im Gewände roman. und got. Portale bezeichnet, die hier die Fortsetzung der Gewändegliederung bilden und häufig mit Skulpturen (Archivoltenfiguren) besetzt sind.
  8. Portal (lat.) monumentales Tor, meist mit besonderer architekton. Rahmung, wie Gewände, Archivolten, Tympanon, Wimperg, Atlanten, Karyatiden, Dreiecksgiebel, Segmentgiebel, Pilaster, Wandsäule (Säulenp., Stufenp.), Bauplastik (Säulenfigurenp.), Baukeramik u. dergl. Das P. kann bei größerer Breite duch einen Mittelpfosten geteilt sein, auch können zwei oder drei Öffnungen zu einem Portal zusammen gefasst werden. Manchmal wird das Portal durch einen Vorbau (P.vorhalle) oder einen bekröhnenden Baldachin (P.baldachin) geschützt. Manchmal ist es ein eigener Baukörper von oft beträchtlichen Ausmaßen. Man unterscheidet Haupt- und Seitenp.
  9. Wimperg, giebelartige Bekrönung got. Portale und Fenster, die oft Maßwerkschmuck zeigen. Der W. wird von Krabben und Fialen gerahmt und von der Kreuzblume abgeschlossen und ist als Relikt (Giebelansicht) eines Vordaches zu verstehen. Der W. ist oft in der Gotik architekturbestimmend, da er alle horizontalen Gesimse überschneidet.
  10. Atlant, aus der ital. Renaissance stammende Bezeichnunge für eine meist überlebensgroße männliche Gestalt, auch Telamon oder Gigant genannt (im Gegensatz uu den weiblichen Karyatiden), die anstelle einer tekton. Stütze das Gebälk trägt, so benannt nach dem Titanen Atlas der griechisch. Mythologie, der das Himmelgewölbe tragen musste. A. kommen schon in der Antike als Bauplastik vor, finden sich vereinzelt auch in der kirchl. Baukunst des MA. als (bekleidete) Träger von Konsolen, Wasserspeiern u. dergl. und sind besonders häufig am Außenbau und in Innenräumen (Treppenhäusern) des Barocks und an barockisierenden öffentl. und privaten Bauten des 19. Jh. anzutreffen.
  11. Tonnengewölbe
  12. Karyatiden
  13. Kreuzgradgewölbe
  14. Portikus
  15. Trumeaupfeiler
  16. Kreuzrippengewölbe
  17. Obergaden, Gaden, Lichtgaden, der über die Seitenschiffdächer erhöhte Teil (Obergadenwand) des Mittelschiffes einer Basilika, in dem die Hochschifffenster (Obergadenfester) liegen.
  18. Eine Arkade (mittellat. arcata von lat. arcus: Bogen) bezeichnet in der Architektur eine Bogenstellung, d.h. ein von Stützgliedern (Pfeilern, Säulen) ruhender Bogen. Auch eine fortlaufende Reihe von Bogenstellungen (Arkatur: Gesamtheit der Arkaden eines Gebäudes oder Gebäudeteils) wird Arkade genannt, ebenso wie ein Gang, dessen eine Seite von offenen Bogenstellungen begrenzt wird. Die Arkade wurde in der Antike besonders von den Römern häufig verwendet (Aquädukte, Stadttore, …), weil der Rundbogen weitere Abstände überbrücken kann und eine größere Tragfähigkeit besitzt, als der Architrav.
  19. Apsis, Apside, Abside (griech. Rundung, Bogen; Mz. Apsiden), in spätröm. Zeit aufgekommene Bezeichnung für einen halbkreisförmigen, mit einer Halbkuppel überwölbten Raum, der einem ihm übergeordneten Hauptraum ein-oder angebaut ist und sich meist in seiner vollen Breite und Höhe zu diesem öffnet, zumeist im Osten einer Kirche mit dem Altar oder als Teil des Chors.
  20. Blendtriforium Gliederung der Hochschiffwand zwischen den Seitenschiffarkaden und den Fenstern in der Form eines Triforiums, aber ohne dahinter liegendem Laufgang.
    • Rechteckschor
    • (Romanik)
    • Grundriss von Fontenay (ehemalige Zisterzienserabtei)
  21. Dreizellenchor Grundriss von Maria Laach.
  22. Umgangschor mit Kapellenkranz Grundriss von Fontevrault (ehemalige Benediktinerabteikirche). und Cluny III
  23. Polygonalchor
  24. Dienst Viertel-, Halb-oder Dreiviertelsäule, die einem tragenden Element (Pfeiler, Mauer) vorgebaut ist und sich in die Rippen des Gewölbes hinein fortsetzt, dessen Last der Dienst eigentlich trägt.
    • Dreiblatt Aus drei gleich großen Spitzbogen bestehende Einzelfigur des gotischen Maßwerks.
    • (Dreiblatt; liegend)
  25. Dreikonchenanlage Eine Kirche mit drei etwa gleichgroßen, halbrunden oder polygonalen Konchen (griech. Trikonchos, Trichorum, Cella trichora), die im Gegensatz zum Dreiapsidenchor nach drei Richtungen weisen, so dass sich ein zentralisierender Abschluss in der Form eines regelmäßigen Kleeblattes ergibt, meist als Chor an Basiliken, aber auch als Kapelle mit wesentlich kleinerem Rechtecksaal. Die Dreikonchenanlagen kommen vereinzelt auch mit einem um alle Konchen herumgeführten Umgang vor. Grundriss von St. Maria im Kapitol, Köln.

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