Architekturlexikon 3

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Author:
m.wd
ID:
118673
Filename:
Architekturlexikon 3
Updated:
2011-11-29 14:19:59
Tags:
Architekturlexikon
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Architekturlexikon für Kunstgeschichtsprüfung
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  1. Maßwerk „Gemessenes Werk“, ein geometrisch konstruiertes Bauornament zur Aufteilung des über der Kämpferlinie (grüne Linie) gelegenen Bogenfeldes (Couronnement – rote + grüne Linie) von Fenstern, später auch zur Gliederung von Wandflächen (Blendmaßwerk, Schleierwerk) und für Brüstungen eingesetzt.
  2. Opus...
    Opus … (lat. Werk) ist ein Sammelbegriff für fast alle Arbeitstechniken der römischen Antike. 1. Verschiedene Arten des antiken Mauerwerks tragen diese Bezeichnung, so opus latericium (Ziegelbau), opus italicum (Steinbau), opus romanum (Quaderbau), opus antiquum bzw. opus incertum (Bruchsteinbau), opus rusticum (Rustika), opus mixtum (gemischtes Mauerwerk) opus caementitium bzw. opus fusile (Gußmauerwerk), opus emplectum (Füllmauerwerk) und opus revinctum (Mauerwerk mit Eisenklammern). 2. Verschiedene Arten antiken Mauerwerks, wie opus gallicum bzw. opus diamictum (Läuferverband), opus isodomum (gleiche Schichthöhen) bzw. opus pseudoisodomum (verschiedene Schichthöhen), opus quadratum (quadratische Steine), opus figuratum (figurierter Verband), opus reticulatum (Netzverband) und opus spicatum (Ährenwerk). 3. Verschiedene Putz-bzw. Stuckarten, wie opus albarium, opus arenatum, opus tectorium, opus album, opus coronarium bzw. opus marmoratum. 4. Verschiedene Mosaik-und Plattenverkleidungen, wie opus musivum, opus alexandrinum, opus vermiculatum und opus sectile. 5. Verschiedene Fußbodenarten, wie opus signinum und opus tesselatum. 6. Verschiedene Gewölbearten, wie opus ogivale (Rippengewölbe). 7. Zimmermannsarbeit (opus fabrile) und andere Techniken wie opus anaglyphicum (Flachrelief).
  3. Pass Ein Kreisbogen, der durch Nasen getrennt und zu mehreren einem Kreis eingefügt ist: Liegender (unten eine Nase) oder stehender (unten ein Pass) Drei- oder Vierpass, auch Fünf-, Sechs-oder Vielpass. Besonders in der Spätromanik als Rundfenstergliederung und im gotischen Maßwerk vorkommend.
  4. Rundbogenfries Fries aus kleinen aneinandergereihten Rundbogen, die auch von Konsolen getragen werden können. Rundbogenfriese kommen vor allem an Gesimsen romanischer Bauten vor, als Rahmung von Wandflächen zwischen Lisenen, auch als steigender Rundbogenfries unter Giebelschrägen.
  5. Schichtenwechsel
    Wechsel von verschiedenfarbigen Steinschichten [z.B. Ziegel (rot) und Sandstein (weiß)].
  6. Strebewerk Das Strebewerk ist ein konstruktives Verspannungssystem zur Ableitung der Gewölbeschübe vor allem bei gotischen Basiliken. Strebepfeiler übernehmen die von den Strebebögen, die über den Seitenschiffgewölben frei ansteigen, übertragenen Gewölbeschübe und leiten sie auf die Fundamente ab. Die Strebebögen werden dabei möglichst leicht ausgebildet, die Strebepfeiler aber möglichst schwer und erhalten auch gewichtige Aufsätze in Form von Fialen oder Türmchen, um die statischen Verhältnisse zu verbessern.
  7. Stützenwechsel
    Wechsel von Peiler (P) und Säule (S) im Mittelschiff romanischer Basiliken, entweder in Abfolge P-S-P-S oder P-S-S-P.
  8. Travée Joch, im Unterschied zu diesem aber auch die gesamte Einheit aus einem Gewölbefeld des Mittelschiffs mit den derselben Querachse zugehörigen Stützen und ggf. dem zugehörigen äußeren Strebewerk.
  9. Triforium Ein Triforium (lat. dreifach geöffnet) ist ein Laufgang innerhalb der Mauerstärke (im Gegensatz zur Empore) unter der Fensterzone einer Basilika. Oft in dreifacher Bogenstellung geöffnet. Gliederungselement der Hochschiffwand in der Zone der Seitenschiffdächer.
  10. Unterschied Dom/Münster
    • Gotteshäuser mit unterschiedlichem Zweck: Dom (lat. domus) im 6./7. Jh. das Wohn-und Verwaltungshaus des Bischofs (domus episcopalis), davon auf das collegium canonicorum, das Domkapitel, übertragen; im 12./13. Jh. setzten die Kanoniker ihren Namen de domo zu; so bedeutet Dom eigentlich das Stiftskapitel, nicht der Bischof; heute werden allgemein Bischofskirchen als Dom bezeichnet, in Süddeutschland Münster, in Frankreich Kathedrale genannt.
    • Ein Münster (lat. monasterium: Kloster, Münster, Dom) ist ursprünglich eine klösterliche Niederlassung gewesen. Ursprünglich wurde jedes Kloster, dann auch andere größere Kirchen (Bischhofskirchen) Münster genannt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde „Münster“ zu einem gebräuchlichen Ausdruck für größere gotische Kirchen benutzt, wenn sie keine Kathedral-oder Domkirchen waren.
  11. Westwerk
    Selbstständiger Vorbau im W einiger karolingischer, ottonischer und romanischer Basiliken. Sein mächtiger, manchmal von zwei Treppentürmen flankierter Mittelturm dient im Untergeschoss als Tauf-und Pfarrkirche. Vom Obergeschoss aus, das zum Langhaus geöffnet ist und Durchblick auf den Altar der Basilika gewährt, wohnen Herrscher und Gefolge dem Gottesdienst bei.
  12. Königsgalerie, Folge von Statuen in einer Galerie, in Nischen oder unter Baldachinen. Die K. bildet den oberen Abschluss einer got. Kathedralfassade in Frankreich (Reims), kann aber auch über der Portalzone angeordnet sein (Paris, Notre Dame). Ob die Bezeichnung von den königlichen Vorfahren Christi oder von den franzöischen Königen kommt ist ungewiss.
  13. Fiale (von griech. phiale: Gefäß), typ. architekton. Zierform der Gotik, eine schlanke, spitze Pyramide, die bes. häufig als Bekrönung von Strebepfeilern und (paarweise) als seitliche Begrenzung von Wimpergen auftritt. Der untere Teil der F., ihr meist vier- oder achtseitiger "Leib", ist in der Regel mit Maßwerk verziert und über jede Seite mit einem Giebel versehen. Darüber erhebt sich der pyramidenförmige Helm oder "Riese", der an den Kanten meist mit Krabben besetzt und von einer Kreuzblume bekrönt ist.
  14. Schleierwerk
    eine Sonderform des Maßwerkes, das im Gegensatz zum Blendmaßwerk frei einer geschlossenen Wand, einem Giebel oder einer Öffnung mit kleinerem Querschnitt vorgeblendet ist. Das bekannteste Schleierwerk findet sich an der Westfassade des Straßburger Münsters.
  15. Schneuß, Fischblase, Sonderform des Maßwerks, die besonders in der Spätgotik anzutreffen und der Form der Fischblase nachgebildet ist. (Abb. Fünfschneuß)
  16. Strebepfeiler, zur Verstärkung der Außenmauer quer vorstehende Mauerzunge am Widerlager des Gewölbes. Die S. können außen vorstringen oder auch in das Innere des Gebäudes einbezogen sein (einbezogene Streben), so dass zwischen diesen Einsatzkapellen angeordnet werden können. Bei basilikalen Anlagen stehen die S. an dem Umfassungsmauern der Seitenschiffe. Der Gewölbeschub des Hochschiffes wird durch frei über das Seitenschiffgewölbe hinweggeführte Strebebogen auf die S. über den Stützen zwischen den Seitenschiffen notwendig.
  17. Dachreiter, schlankes, meist hölzernes Türmchen, das auf dem Dachfirst zu reiten scheint, tätsächlich aber mittels Pfosten auf der Konstruktion des Dachstuhls fußt. D. sind häufig über der Vierung angeordnet und dienen als Glockenstuhl. D. aus Holz imd Stein, oft mit reichem Strebewerk, gewannen im 13. Jh. besondere Bedeutung bei den im übrigen turmlosen Kirchen der Zisterzienser und Bettelorden, denen nur zwei Glocken gestattet waren, kommen aber auch auf Kathentralen vor. Auf Profanbauten ( Rathäusern, Tortürmen, Spitälern) finden sich D. seitdem 15. Jh., mitunter über einem Giebel (Giebelreiter) oder in desen Nähe.
  18. Baldachin, ursprünglich ein Traghimmel aus einem Baldakin (von arab. balaqu: Bagdad) genannten Seidenstoff, in der Baukunst ein dachartigerr Aufbau über einer geweihten Stätte, einem Kultgegenstand oder einer Statue zu deren Schutz bzw. bes. Hervorgebung. In frühchristl. Zeit wurden B. über Altären errichtet (Ziborium, Tabernakel), im MA auch über Gräbern (Baldachingrabmal). Am häufigsten ist der an der Wand angelehnte B. über einer stehenden oder sitzenden Figur, der schon in roman. Zeit vorkommt und meist Architekturformen nachahmt. In der Gotik ist der Figurenb. pyramidenförmig und oft von Stützen getragen, die zugleich als seitliche Rahmung der auf einer Konsole stehenden Figur dienen. Dabei kann die Unterseite des B. wie ein kleines Gewölbe gebildet sein, während der obere Abschluss aus Fialen, Verstrebungen und von Kreuzblumen bekrönten Spitzpyramiden bestehen.
  19. Tabernakel
    (lat.)1. Gehäuse als Verwaltungsort für Hostien auf einem Altar. 2. von Stützen getragener Überbau (Ziborium, Baldachin) eines Altars, Grabes oder dergl.

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