Methoden

Card Set Information

Author:
Murphium
ID:
137832
Filename:
Methoden
Updated:
2012-02-29 04:51:30
Tags:
Methoden FU Berlin WiSe11 12 Vorlesung Klausur
Folders:

Description:
Vorbereitung für die Klausur der Methoden-Vorlesung der FU Berlin im WiSe11/12
Show Answers:

Home > Flashcards > Print Preview

The flashcards below were created by user Murphium on FreezingBlue Flashcards. What would you like to do?


  1. Nennen Sie mögliche Anwendungsfelder der Methoden empirischer Sozialforschung.
    • Politikwissenschaft
    • Wahlforschung
    • Soziologie
    • Rechtswissenschaft, Rechtssoziologie
    • Analyse der Bevölkerungsentwicklung (Demografie)
    • Kommunikationswissenschaft: Medienwirkungsanalyse
  2. Nennen Sie möglichen Nutzen der Methoden.
    • Plausibilität alleine kein Kriterium für Gültigkeit einer Annahme
    • Alltagswissen beruht oft auf selektiver Erfahrung
    • Alltagswissen in vielen Situationen widersprüchlich
    • Alltagsannahmen mögen teilweise zutreffen, wichtig unter welchen Bedingungen
    • Alltagshypothesen idR zu ungenau, häufig nur qualitativer Natur
  3. Nennen Sie konkrete Ziele empirischer Politikforschung.
    • Beschreibung und Diagnose: Schätzung von Häufigkeit, Anteilen, Durchschnittswerten von Aktivitäten, Einstellungen in der Bevölkerung.
    • Prüfen von Hypothesen, Kausalanalyse
    • Evaluation von Maßnahmen
    • Explorative Untersuchungen
  4. Was ist eine Aussage?
    Zeichenkombination, wenn sich die Frage stellen lässt, ob Zeichenkombination wahr oder falsch ist.
  5. Was ist Wahrheit im logischen Sinne?
    Aussage gilt als wahr, wenn sie nicht gegen logische Regeln verstößt.
  6. Was ist Wahrheit im normativen Sinne?
    Aussage ist wahr, wenn der Beurteilende die durch die Aussage vermittelten Werte für sich als gültig akzeptiert.
  7. Was ist Wahrheit im empirischen Sinne?
    Aussage gilt als empirisch wahr, wenn sie mit der empirischen Realität übereinstimmt
  8. Was ist das minimale Kriterium für Aussagen?
    Für alle Arten von Aussagen soll Widerspruchsfreiheit gelten.
  9. Wie können logische Aussagen sein?
    • immer wahr (analytisch wahr oder tautologisch)
    • immer falsch (widersprüchlich)
  10. Was sind Tautologien?
    Analytisch oder logisch wahre Aussagen.
  11. Was ist ein Unterfall von Tautologien und was gilt für sie?
    • Definitionen sind ein wichtiger Unterfall.
    • Definitionen können nicht falsch sein.
  12. Was ist das Gegenteil von Tautologien?
    Kontradiktionen, sie sind stehts falsche Aussagen
  13. Was versteht man unter einer empirischen Aussage?
    Objekte und Eigenschaften verweisen auf empirisch beobachtbare Sachverhalte
  14. Was versteht man als wahr im empirischen Sinne?
    Die Behauptung stimmt mit dem entsprechenden beobachtbaren Sachverhalt überein.
  15. Was sind singuläre empirische Aussagen?
    • Aussagen beziehen sich auf einzelne Ereignisse
    • sind raum-zeitlich fixiert
  16. Was sind hypothetische empirische Aussagen?
    nicht raum-zeitlich eingeschränkt
  17. Was sind metaphysische Aussagen?
    • zählen nicht zu analytischen Aussagen
    • zählen nicht zu den empirischen Aussagen
    • können nicht empirisch überprüft werden
  18. Was sind normative Aussagen?
    geben Anweisungen, was sein soll
  19. Wann ist eine normative Aussage gültig?
    Wenn wir einer übergeordneten Norm oder einem übergeordneten Wert zustimmen.
  20. Nennen Sie einen Unterfall von normativen Aussagen.
    Werturteil, wenn explizit oder klar erkennbare Wertung in normativen Aussagen enthalten
  21. Erklären Sie den Zusammenhang zwischen normativen Aussagen und empirischen Aussagen
    • normative Aussagen können nicht allein durch empirische Aussagen begründet werden, da kein empirisches Gehalt
    • zur Begründung normativer Aussagen wird aber häufig auf empirische Untersuchungen zurückgegriffen
  22. Was versteht Max Weber unter Wertungen?
    praktische Bewertungen einer durch unser Handeln beeinflussbaren Erscheinung als verwerflich oder billigenswert
  23. Was versteht Weber unter dem Prinzip der Freiheit einer Wissenschaft?
    Die Forderung nach der Freiheit einer Wissenschaft ist nicht, ob der Dozent sich zu seinen eigenen Wertungen bekennt.
  24. Was spricht nach Weber gegen die Professoren-Prophetie?
    • Zwangslage des Studenten
    • um weiter kommen zu können, muss er Lerhveranstaltungen/Universitäten besuchen
  25. Was spricht nach Weber gegen die Kathederwertung?
    Gewähr ist zu schaffen, das alle Parteiwertung Gelegenheit hat, sich auf dem Katheder Geltung zu verschaffen.
  26. Wie wird nach Weber wissenschaftliche Objektivität NICHT geschaffen?
    • verschiedene Wertungen gegeneinander abwägen und eine mittlere Linie vertreten
    • Mittelweg genau so wenig beweisbar, wie die extremsten Wertungen
  27. Was bedeutet nach Weber Wertfreiheit NICHT?
    • dass der gesamte Forschungsprozess frei von Wertungen sein könnte
    • Wertung schon in der Auswahl eines Stoffes enthalten
    • subjektive Wertungen von Menschen können nicht als Objekt behandelt werden
  28. Was fordert Weber im Sinne der Wertfreiheit?
    Forscher muss die Feststellung empirischer Tatsachen und seine bewertende Stellungnahme unbedingt auseinander halten, da es sich um heterogene Probleme handelt.
  29. Was können nach Weber empirische Wissenschaften aufzeigen, wenn es um Wertungen geht?
    • unvermeidliche Mittel
    • unvermeidliche Nebenerfolge
    • dadurch bedingte Konkurrenz mehrerer möglicher Konsequenzen miteinander in ihren praktischen Konsequenzen
  30. Welche Folgerungen lassen sich aus dem Postulat der Wertfreiheit ableiten?
    • empirische Aussagen unterliegen einem Entstehungs-, einem Begründungs- und einem Verwertungszusammenhang
    • Postulat bezieht sich allein auf den Begründungszusammenhang
    • Entstehungs- und Verwertungszusammenhang können und sollen nicht zur Gültigkeit einer empirischen Aussage beitragen
  31. Was ist ein Begriff?
    Zeichenkette deren Bedeutung im Sprachgebrauch eingeführt ist oder durch eine explizite Definition festgelegt wird
  32. Was versteht man unter einer Nominaldefintion?
    • Festlegung der Bedeutung einer Begriffs (Definiendums)
    • durch einen bereits bekannten Begriff (Definiens)
    • -> Tautologische Umformung
    • Bedeutung eines sprachlichen Ausdrucks unabhängig vom Sprachgebrauch allein nach Zwecksmäßigkeitsgesichtspunkten
  33. Worauf beruht die Gleichsetzung von Definiendum und Definiens?
    Beschluss
  34. Welche Kriterien sollte eine vollständige Definition erfüllen?
    • Eliminierbarkeit: Definiendum muss an allen Textsellen durch Definiens ersetzt werden können, ohne die Bedeutung zu ändern
    • Nichtkreativität: Wenn zwei Definitionen gleichgesetzt werden, erhalten wir eine empirische Aussage
    • Exaktheit:
    • Theoretische Fruchtbarkeit:
  35. Was wissen Sie über Zirkulatitäten?
    • bei Vorkommen ist das Prinzip der Eliminierbarkeit verletzt
    • identische Ausdrücke auf der linken und rechten Seite der Definition
  36. Was ist eine Ordinalskala?
    • Ausprägungen können in eine Rangordnung gebracht werden (Ordnen nach einem bestimmten Merkmal)
    • Rangordnung der Kategorien (empirisches Relativ) muss erhalten bleiben
  37. Was ist eine Ratioskala?
    • Absoluter Nullpunkt
    • Verhältnisse der den Ausprägungen eines Merkmals zugeordneten Zahlen sind interpretierbar
  38. Was ist eine Intervallskala?
    • Ordnung nach bestimmten Merkmal möglich UND
    • Abstände zwischen den Ausprägungen definiert und gleich
    • ab Intervallskalenniveau können elementare Rechenoperationen eingesetzt werden
  39. Wie können Sie Variablen klassifizieren?
    • nach dem Skalen- oder Messniveau
    • nach der Abzählbarkeit der Ausprägungen
    • nach der Direktheit bei der Erfassung
    • nach der Aggregationsebene
  40. Welche Skalen kennen Sie?
    • Nominalskala
    • Ordinalskala
    • Intervallskala
    • Ratioskala
  41. Was sind diskrete Variablen?
    haben eine abzählbare (endliche oder unendliche) Anzahl an Ausprägungen
  42. Was sind kontinuierliche Variablen?
    • stetige Variablen
    • Ausprägung nicht möglich abzuzählen
  43. Was sind manifeste Variablen?
    • beobachtabe Variablen
    • werden direkt gemessen oder sind direkt messbar
  44. Was sind latente Variablen?
    können nicht direkt erfasst werden (im GGSatz zu manifest)
  45. Nennen Sie Ihnen bekannte Merkmaltypen.
    • Individualmerkmale
    • Absolute Individualmerkmale
    • relationale Individualmerkmale
    • Kollektivmerkmale
    • Analytische Kollektivmerkmale
    • Strukturelle Kollektivmerkmale
    • Globale Kollektivmerkmale
  46. Was ist ein Kollektivmerkmal?
    • charakterisieren kollektive Merkmalsträger
    • wird in drei Arten unterschieden
    • - Analytische Kollektivmerkmale
    • - Strukturelle Kollektivmerkmale
    • - Globale Kollektivmerkmale
  47. Was verstehen Sie unter einem analytischen Kollektivmerkmal?
    beruhen auf der Aggregation (Anhäufung) absoluter Individualmerkmale nach einer vorgegebenen Regel
  48. Was verstehen Sie unter einem strukturellen Kollektivmerkmal?
    beruhen auf Aggregation (Anhäufung) relationaler Individualmerkmale
  49. Was verstehen Sie unter einem globalen Kollektivmerkmal?
    nicht durch Aggregation aus Individualmerkmalen konstruierbar, sondern genuine (echte) Merkmale des Kollektivs
  50. Was verstehen Sie unter einem Individualmerkmal?
    • charakterisieren individuelle Merkmalsträger
    • Unterscheidung in zwei Typen
    • - Absolute Individualmerkmale
    • - Relationale Individualmerkmal
  51. Was verstehen Sie unter einem absoluten Individualmerkmal?
    berücksichtigen nicht die Beziehungen zu anderen Merkmalsträgern
  52. Was verstehen Sie unter einem relationalen Individualmerkmal?
    Beziehungen zu anderen Merkmalsträgern sind konstitutiv (wesentlich)
  53. Was verstehen Sie unter einer Hypothese?
    • eine Aussage die einen Zusammenhang zwischen zwei oder mehr Variablen behauptet
    • bei nur zwei Variablen -> eine unabhängige und eine abhängige Variable
  54. Was verstehen Sie unter einer unabhängigen Variablen?
    Variable wird als ursächlich (kausal) für die abhängige Variable anerkannt
  55. Was verstehen Sie unter einer deterministischen Hypothese?
    • beanspruchen Gültigkeit für alle Objekte
    • Ausnahmen werden nicht zugelassen
    • Führen zur Widerlegung der Hypothese
  56. Was verstehen Sie unter einer statistischen (probabilistischen) Hypothese?
    • machen Aussagen über Wahrscheinlichkeitsverteilungen empirischer Ereignisse
    • a) Wahrscheinlichkeit mit der ein Ereignis eintritt, explizit angegeben
    • b) Wert der Wahrscheinlichkeit für ein bestimmtes Ereignis
  57. Was wissen Sie über die Wenn-Dann-Hypothese?
    • bei dichotomen Variablen ->
    • - unabhängige Variable als Wenn-Komponente
    • - abhängige Variable als Dann-Komponente
  58. Was sind dichotome Variablen?
    • unabhängige und abhängige Variable haben jeweils nur zwei Ausprägungen
    • X und non-X sowie Y und non-Y
  59. Was verstehen Sie unter der Implikationsbeziehung?
    • wenn es sich um eine deterministische Beziehung handelt
    • Wenn X, dann Y
    • Wenn non-X, dann Y oder non-Y
    • Ergebnis: wenn Kombi aus X und non-Y dann ist Hypothese falsifiziert, ansonsten bestätigt
  60. Was verstehen Sie unter der Äquivalenzbeziehung?
    • wenn es sich um eine deterministische Beziehung handelt
    • wenn X, dann Y
    • wenn non-X, dann non-Y
    • Ergebnis: wenn Kombi aus X und non-Y oder non-X und Y dann Hypothese falsifiziert, ansonsten bestätigt
  61. Was verstehen Sie unter der statistischen Variante einer Äquivalenzbeziehung?
    höhere Wahrscheinlichkeit des Eintretens von Y wenn X auftritt als wenn non-X
  62. Was verstehen Sie unter der Je-Desto-Hypothese?
    Beziehung zwischen zwei Variablen formuliert, wenn die Ausprägung Beider in eine Rangordnung gebracht werden kann
  63. Was verstehen Sie unter metrischen (quantitativen) Variablen?
    • diese haben mindestens Intervallskalenniveau
    • ermöglichen Berechnung einer exakten funktionalen Form einer Beziehung zweier Variablen (Je-Desto-Hypothese)
  64. Was verstehen Sie unter einer Kausalhypothese?
    • Wenn-Komponente als Ursache (oder Je-)
    • Dann-Komponente als Wirkung (oder Desto-)
  65. Wann verwendet man den Begriff der Merkmalsassoziation nicht?
    Wenn keine kausale Interpretation angestrebt wird
  66. Welche zwei besonderen Fälle der Merkmalsassoziationen sind Ihnen bekannt und wodurch sind sie gekennzeichnet?
    • Entwicklungshypothese
    • Trendhypothese
    • Zeit stellt die unabhängige Variable dar
    • Zeit per se nicht als Ursache
  67. Beschreiben Sie die Pearson-Korrelation.
    • -1 <gleich r <gleich 1
    • r=+1,0 (steiler, konstanter Graph nach oben (x2))
    • r=-1,0 (steiler, konstanter Graph nach unten)
  68. Was sind Aggregatsbeziehungen?
    Kollektive Regelmäßigkeiten
  69. Was verstehen Sie unter einer Kollektivhypothese?
    behauptet einen Zusammenhang zwischen zwei oder mehr Kollektivmerkmalen
  70. Was bedeutet Längsschnitt-Betrachtung?
    zeitliche Entwicklung
  71. Was verstehen Sie unter einer Individualhypothese?
    behauptet einen Zusammenhang zwischen zwei oder mehr Individualmerkmalen
  72. Was verstehen Sie unter dem Problem des ökologischen Fehlschlusses?
    wenn versucht wird mit Hilfe kollektiver Beziehungen etwas über individuelle Beziehungen auszusagen
  73. Was verstehen Sie unter einer Kontexthypothese?
    • Beziehung zwischen dem Kontext und dem individuellen Handeln
    • behauptet Zusammenhang zwischen einem Kollektivmerkmal und einem Individualmerkmal
    • Kollektivmerkmal als unabhängiges Merkmal
    • Individualmerkmal als abhängiges Merkmal
  74. Definieren Sie den Begriff des Informationsgehalts
    • Menge der Aussagen, die von dieser ausgeschlossen werden (Diekmann)
    • je größer die Möglichkeit, die empirische Aussage zu widerlegen - je größer die Anzahl potentieller Falsifikatoren - desto größer Informationsgehalt
    • Tautologien haben keinen Informationsgehalt
  75. Wovon hängt der Informationsgehalt einer Wenn-Dann-Hypothese ab?
    • - Wenn-Komponente
    • - Dann-Komponente
    • größer: je höher Informationsgehalt der Dann-Komponente
    • kleiner: je höher Informationsgehalt der Wenn-Komponente
  76. Was versteht Diekmann unter einer Theorie im weiteren Sinne?
    eine Menge miteinander verknüpfter Aussagen, von denen sich eine nicht-leere Teilmenge auf empirisch prüfbaren Zusammenhängen zwischen Variablen bezieht.
  77. Was versteht Diekmann unter dem Begriff der Theorie im engeren Sinne?
    • Grundannahmen der Theorie
    • a) Definitionen der grundlegenden Begriffe der Theorien
    • b) grundlegende Hypothesen der Theorie
    • Aus Grundannahmen können spezifischere Hypothesen abgeleitet werden -> Theoreme (-> empirische Überprüfung)
  78. Was verstehen Sie unter Axiomen und welchen Bedingungen müssen sie genügen?
    • sind die grundlegenden Hypothesen einer Theorie
    • oft sehr allgemein formuliert und daher schwer empirisch überprüfbar
    • müssen logisch voneinander unabhängig sein
    • dürfen sich nicht widersprechen
  79. Was tun die Messhypothese oder Korrespondenzregel?
    bestimmen die Regeln zur Messung der theoretischen Begriffe
  80. Wie gewinnt man Elementarsätze?
    • Theoretische relevante Tatsache
    • Indikatortatsache
    • Manifestation
    • Protokollsatz
    • Elementarsatz
    • Numerische Repräsentation
  81. Wie lautet die Nominaldefinition von sozialem Nutzen?
    Soziale Nutzen (politischer Information) ist um so größer, je größer die Bedeutung politischer Gespräche im sozialen Umfeld, je größer die politische Informiertheit im sozialen Umfeld, je größer das Bedrüfnis, über Politik im sozialen Umfeld mitreden zu können.
  82. Was versteht man unter Operationalisierung?
    • Verbinden eines theoretischen Begriff mit einem empirischen Sachverhalt
    • besteht aus Anweisungen, den Korrespondenzregeln
    • diese ordnen einem theoretischen Begriff beobachtbare Sachverhalte zu
  83. Was verstehen Sie unter Korrespondenzregeln?
    • ordnen einem theoretischen Begriff beobachtbare Sachverhalte zu
    • anderes Wort für Operationalisierungen
    • sind keine Definitionen
    • wenn wir Untersuchungseinheiten, latente Fehler zuweisen, können Fehler auftreten
  84. Was verstehen Schnell/Hill/Esser unter Operationalisierung?
    Operationalisierung eines theoretischen Begriffs besteht aus der Angabe einer Anweisung, wie Objekten mit Eigenschaften (Merkmalen), die der theoretische Begriff bezeichnet, beobachtbare Sachverhalte zugeordnet werden können.
  85. Was versteht Diekmann unter dem Begriff der Operationalisierung?
    • Operationalisierung einer Variableals Menge hinreichend genauer Anweisungen, nach denen Untersuchungseinheiten den Kategorien einer Variable zugewiesen werden.
    • Operationalisierung von Variablen setzt nicht unbedingt die Verwendung von Zahlen oder numerischen Operationen voraus.
  86. Worin besteht das Korrespondenzproblem?
    im Ermitteln, auf welche Weise wir den theoretischen Begriffen empirisch beobachtbare und erfassbare Indikatoren zuordnen können.
  87. Als was sollten Operationalisierungen angesehen werden?
    • als empirische Hypothesen (Messhypothesen)
    • ob und inwieweit diese zutreffen kann und sollte geprüft werden
  88. Was verstehen Sie unter einer Messung im allgemeinen Sinne?
    • im allgemeineren Sinne
    • - Operationalisierung eines theoretischen Begriffs
  89. Was verstehen Sie unter Messung im engeren Sinne?
    • Messung im engeren Sinne
    • - Verfahren durch das die beobachteten Ausprägungen der Indikatoren in ein Zahlensystem abgebildet werden
    • - systematische Zuordnung einer Menge von Zahlen zu den Ausprägungen einer Variablen so dass die Relationen unter den Zahlenwerten den Relationen unter den Objekten entsprechen
    • -> Messen als strukturtreue Abbildung eines empirischen relationalen Systems in ein numerisches relationales System
  90. Was verstehen Sie unter einer Nominalskala?
    • Untersuchungseinheiten werden als gleich oder ungleich klassifiziert
    • Kategorien müssen vollständig sein
    • Kategorien müssen sich gegenseitig ausschließen
    • Dafür können Zahlen benutzt werden, die aber nicht zur Berechnung statistischer Maßzahlen verwendet werden
  91. Was sind metrische Merkmale?
    Intervall- und ratioskalierte Merkmale
  92. Was verstehen Sie unter einer Ratioskala?
    • spezieller Fall der Intervallskala
    • auch Verhältnisskala genannt
    • mit einem absoluten, unveränderlichen Nullpunkt
    • ermöglicht Quotienten (Verhätlnisse) zweiter Ausprägungen sinnvoll zu interpretieren
  93. Nennen Sie mögliche Transformationen für die einzelnen Skalen.
    • Nominalskala: Symmetrische Transformationen, bei denen die Klassenbezeichnung geändert wird
    • Ordinalskala: Monotone Transformationen. Rangordnung muss erhalten bleiben. Wenn x1 > x2, dann auch x1' > x2'
    • Intervallskala: Lineare Transformationen x'=ax + b (a>0) Gleichheit der Abstände zwischen den Ausprägungen muss erhalten bleiben
    • Ratioskala: x'=ax (a>0) Die Gleichheit der Verhältnisse zweier Ausprägungen muss erhalten bleiben
  94. Nennen Sie Gütekriterien für eine Messung.
    • gut, wenn das gemessen wird, was auch tatsächlich gemessen werden soll
    • wenn diese Messung gut reproduzierbar ist
  95. Was wissen Sie über Validität?
    • zentrale und umfassende Gütekriterium für Messungen
    • steht für das Ausmaß in dem ein Instrument das misst, was es messen soll
    • drei Varianten
    • a) Inhaltsvalidität
    • b) Kriteriumsvalidität
    • c) Konstruktvalidität
  96. Was verstehen Sie unter Inhaltsvalididtät?
    • 'logische Gültigkeit'
    • Überlegung ob alle theoretisch relevanten Aspekte durch die Messung erfasst wurden
    • eventuell Vorstellung eines hypothetischen Universums
  97. Was verstehen Sie unter Kriteriumsvalidität?
    • Prüfung ob Testergebnis mit einem bereits validierten Testerbenis zusammenhängt (andere Test soll das selbe Kriterium messen)
    • Außenkriteren müssen unabhängig mit anderen Messinstrumenten erhoben worden sein
    • wird mit einem statistischen Zusammenhangsmaß erfasst
  98. Welche zwei Typen von Kriteriumsvalidität gibt es und wodurch unterscheiden sie sich?
    • Übereinstimmungsvalidität (concurrent validity)
    • Vorhersagevalidität (predictive validity)
    • Unterscheidung nach Außenkriterium ob gleichzeitig erhoben oder vorhergesagt wird
  99. Was verstehen Sie unter Konstruktvalidität?
    • Prüfung, ob Testergebnis mit anderen Merkmalen zusammenhängt, die aufgrund theoretischer Überlegungen zum Testmerkmal in Bezug stehen sollen
    • geht nicht um den Zusammenhang zu einem Außenkriterium, sonder wie gut eine Reihe theoretisch begründeter Beziehungen zwischen Testmerkmalen und anderen Merkmalen empirisch bestätigt wird
    • Problem: findet sich keine oder nur geringe Bestätigung, eventuell durch falsche Hypothese, Operationalisierung könnte dennoch gelungen sein
  100. Was verstehen Sie unter Reliabilität?
    • Ausmaß, in dem wiederholte Messungen die gleichen Werte ergeben
    • hoch: wenn ein Messinstrument das, was es misst, gut misst
    • gut bezieht sich auf Reproduzierbarkeit
    • ist Voraussetzung (notwendige Bedingung) für das Vorliegen von Validität
    • gering: dann kann Validität nicht gleichzeitig hoch sein
    • wenn Reliabilität hoch, kann Validität gleichwohl gering sein
  101. Was wird mit der Test-Retest-Methode geprüft?
    • ob ein Messinstrument bei wiederholter Messung zu verschiedenen Zeitpunkten die gleichen Ergebnisse erbringt
    • Problem: betrachtete Merkmal muss langfristig stabil sein
    • Reliabilität kann über- oder auch unterschätzt werden
    • über: Probanden erinnern sich an erste Messung und versuchen konstant zu erscheinen
    • unter: Werte verändern sich über die Zeit hinweg
  102. Wann spricht man von einer intersubjektiven Stabilität von Messwerten (Objektivität)
    • Messinstrument wird zu einem Zeitpunkt von verschiedenen Forschern eingesetzt, dabei werden die gleichen Messergebnisse erzielt
    • dann objektiv oder intersubjektiv stabil
  103. Was verstehen Sie unter interinstrumenteller Stabilität von Messwerten?
    • theoretisches Merkmal kann mit verschiedenen Instrumenten gemessen werden
    • verschiedene Instrumente führen zu selbem Ergebnis
    • dann interinstrumentell stabil
  104. Was sind die Maße der internen Konsistenz und was geben sie an?
    • Indikatoren sollen alle eine bestimmte inhaltliche Dimension messen
    • geben an, wie stark die empirischen indikatoren untereinander zusammenhängen
  105. Was gibt Cronbachs a an?
    • Maß der internen Konsistenz
    • a= (k*r) / 1 + r*(k-1)
    • r - mittlere Korrelation der Einzelindikatoren
    • k - bezeichnet die Anzahl der Indikatoren
  106. Nennen Sie die fünf Eigenschaften des Partei-Identifikations-Konzeptes.
    • affektive Komponente
    • Komponente des Bezugsgruppeneinflusses
    • konative Komponente
    • Stabilitätskomponente
    • Komponente des individuellen Nutzens
  107. Was verstehen Sie unter der affektiven Komponente im Sinne des PI-Konzeptes?
    ist gekennzeichnet durch eine positive psychische Beziehung eines Individuums zu seiner Partei
  108. Was verstehen Sie unter einer Komponente des Bezugsgruppeneinflusses im Sinne des PI-Konzeptes?
    • gekennzeichnet durch ein Individuum dass die politischen Argumente der Partei übernimmt
    • entwickelt ein konsistentes und kohärentes Einstellungssystem, dieses ist positiv auf die Partei bezogen
  109. Was verstehen Sie unter der konativen Komponente im Sinne des PI-Konzeptes?
    besteht darin, dass das Individuum die Partei normalerweise wählt
  110. Was verstehen Sie unter der Stabilitätskomponente im Sinne des PI-Konzeptes?
    drückt die Dauerhaftigkeit der psychischen Beziehung aus
  111. Was verstehen Sie unter der Komponente des individuellen Nutzens im Sinne des PI-Konzeptes?
    erklärt die Notwendigkeit der Bezugsgruppenbeziehung mit der Senkung von Informationskosten für das Individuum
  112. Warum ist eine Messung mit mehreren Indikatoren besser?
    • Gewinn an theoretischer Relevanz
    • Fehlerausgleich durch mehrere Indikatoren
    • durch mehrere Indikatoren ist eine bessere Differenzierung möglich
  113. Was verstehen Sie unter einem Index?
    • Zusammenfassung mehrerer Einzelindikatoren zu einem Merkmal
    • 1) Frage welche Teildimensionen kombiniert werden sollen
    • 2) auf welche Weise soll dies geschehen?
  114. Was ist ein additiver Index?
    • Aufaddierung von Indikatorenwerten
    • Annahme a) Niedrige Werte eines Indikators können durch hohe Werte eines anderen ausgeglichen werden
    • Annahme b) Gleiche Gewichtung der Indikatoren
  115. Was verstehen Sie unter einem multiplikativen Index?
    • Einzeldimensionen sind in ihrem Effekt auf den Indexwert von den Ausprägungen der anderen Einzeldimensionen abhängig
    • T= Wert*P
    • T - Vorhersage
    • P - Wahrscheinlichkeit
  116. Was sind Skalierungsverfahren?
    • spezielle Methoden, um Messinstrumente zu konstruieren
    • Skalierung ist voraussetzungsvoller als Indexkonstruktion
    • bei Skalierung wird geprüft, ob einzelne Indikatoren Bestandteil der zu konstruierenden Skala sind
  117. Was ist die Likert-Skala?
    • Metheode des summierten Rankings
    • Bsp.: 1 stimme nicht zu ... 5 stimme voll zu
  118. Was folgt empirisch aus einem ähnlichen Verlauf der trace lines für ein bestimmtes Set von Liket-Items?
    • Zusammenhänge zwischen den Items: Items mit der selben latenten Variable hängen auch untereinander zusammen
    • Zusammenhänge zwischen einzelnen Items und der Gesamtskala
  119. Was verstehen Sie unter einem Trennschärfekoeffizienten?
    • Korrelation zwischen einem einzelnen Item und dem Gesamtwert für die Skala (Wert des Items wird nicht zur Gesamtskala gerechnet)
    • Gesamtwert der Skala kann ermittelt werden, indem man für jeden Befragten die Einzelwerte der Items addiert
  120. Wann kann die interne Kosistenz der Items als befriedigend angesehen werden?
    • wenn Cronbachs a groß genug ist
    • und kein Trennschärfekoeffizient nach unten abfälllt
  121. Was verstehen Sie unter der Guttman-Skala?
    • Unterstellung unterschiedlicher Grade der Schwierigkeit
    • Antwortverhalten der Probanden soll sich kumulativ verhalten
    • wenn schwieriges Item bejaht wird, sollen auch alle leichteren Items bejaht werden
  122. Was ist im Rahmen einer Guttman-Skalierung als Fehler zu verstehen, wann liegt ein Fehler vor?
    Vergleich der Zahl der Ja-Antworten einer Person mit der theoretisch richtigen Anzahl
  123. Wie berechnet man den Reproduzierbarkeitskoeffizienten Rep?
    Rep = 1 - Anzahl der Fehler / Anzahl der Messwerte (= Anzahl der Personen * Anzahl der Items)
  124. Nach welcher Faustregel liegt keine Guttman-Skala vor?
    Rep > 0,9
  125. Was soll der Reproduzierbarkeitskoeffizient ausdrücken?
    • gibt an, inwieweit eine vorliegende Itembatterie sich einer perfekt kumulativen Guttman-Skala annähert
    • ermittelt Kumulativität einer Skala
  126. Welche Untertypen von Grundgesamtheiten einer Untersuchung werden unterschieden?
    • angestrebter Grundgesamtheit ggüber Auswahlgesamtheit
    • müssen nicht übereinstimmer
  127. Was verstehen Sie unter undercoverage?
    Fehlen von Elemten in der Liste aller Mitglieder der Grundgesamtheit
  128. Was verstehen Sie unter einer Wahrscheinlichkeitsauswahl?
    • Zufallsstichprobe
    • echter Zufallsprozess entscheider ob ein Element der Grundgesamtheit in Stichprobe gelangt
    • für jedes Element der Grundgesamtheit gilt Wahrscheinlichkeit > 0
    • einfache Wahrscheinlichkeitsauswahl: wenn jedes Element die gleiche Wahrscheinlichkeit besitzt, ausgewählt zu werden
  129. Welche Vorzüge haben Wahrscheinlichkeitsauswahlen ggüber bewussten und willkürlichen Auswahlen?
    • Zufallsfehler kann exakt angegeben werden, damit klares Maß für die Güte der Stichprobe
    • Darstellung eines verkleinerten Abbilds der Grundgesamtheit
  130. Nennen Sie spezielle Varianten von Wahrscheinlichkeitsauswahlen.
    • Einfache Wahrscheinlichkeitsauswahl
    • Geschichtete Wahrscheinlichkeitsauswahl
    • Mehrstufige Wahrscheinlichkeitsauswahl
  131. Erläutern Sie die Einfache Wahrscheinlichkeitsauswahl.
    • Modellvorstellung: Urnenmodell, Ziehung der Lottozahlen
    • Voraussetzung: Vollständige Auflistung aller Untersuchungseinheiten der Grundgesamtheit
    • Vorteil: einfache Ermittlungen des Zufallsfehlers
    • Nachteil: bringt häufig hohe Erhebungskosten mit sich
  132. Erläutern Sie die geschichtete Wahrscheinlichkeitsauswahl.
    • Einteilung der Grundgesamtheit in Teilmengen
    • dann einfache Wahrscheinlichkeitsauswahlen aus den einzelnen Schichten
    • Vorteil a) präzisere Schätzungen (Schichtungseffekt)
    • Vorteil b) durch disproportionale Schichtung wird Analyse bestimmter Teilgruppen oft erst möglich
  133. Erläutern Sie die Mehrstufige Wahrscheinlichkeitsauswahl.
    • Zufallsauswahlen über mehrere Stufen hinweg
    • auf einer Stufe gezogene Zufallsstichprobe ist dann die Auswahlgrundlage für die folgende Zufallsstichprobe
    • 1) Flächenstichprobe (probability proportional to size)
    • 2) Auswahl von Haushalten (Random Walk)
    • 3) Zufallsauswahl innerhalb eines Haushalts (Schwedenschlüssel)
    • Vorteil a) Zufallsstichprobe auch dann wenn keine Auflistung aller Einheiter der Grundgesamtheit vorhanden
    • Vorteil b) Niedrigere Kosten im Vergleich zu einfachen Wahrscheinlichkeitsauswahl
    • Nachteil) wenn Primäreinheiten sehr unterschiedlich -> unpräzisere Schätzungen (Designeffekt)
  134. Beschreiben Sie die Quotenauswahl.
    • jedem Interviewer werden Quotenvorgaben zugewiesen
    • beinhalten wieviele Personen mit welchen Merkmalen oder Kombinationen von Merkmalen zu befragen sind
  135. Erläutern Sie das Problem von "Non Response".
    • geringe Bereitschaft potentieller Probanden, an Erhebung teilzunehmen
    • bestimmte Bevölkerungsgruppen sind schwer zu erreichen
  136. Wie soll man auswählen, wenn nur wenige Untersuchungseinheiten ausgewählt werden können?
    • bei kleinen Fallzahlen kann eine Zufallsauswahl zu Verzerrungen führen
    • bewusste Auswahl kann in diesem Fall besser sein
    • Frage des Selection bias vermeiden, Variation der abhängigen Variable sollte eingeschränkt werden
    • Auswahl anhand der unabhängigen Variable, so dass ihre Variation maximal ist
  137. Was bezeichnet man als Untersuchungsanordnung oder Untersuchungsdesign?
    • Gesamtheit der Entscheidungen in einem Forschungsvorhaben
    • wann auf welche Weise
    • wie oft Messungen
    • an welchen Untersuchungseinheiten erfolgen
  138. Wann wird eine Untersuchungsanordnung besser?
    Je eher sie in die Lage versetzt, mit möglichst hoher Sicherheit zu klären, ob eine bestimmte Variable X tatsächlich kausal für eine andere Variable Y ist
  139. Nennen Sie empirische Bedingungen für Kausalität.
    • - die als kausal betrachtete Variable x muss der als Wirkung betrachteten Variablen Y zeitlich vorausgehen
    • - X muss mit Y zusammenhängen, wenn für alle in Frage kommenden Drittvariablen Z, kontrolliert ist
    • - Zusammenhang zwischen X und Y (bei Konrolle aller Z-Variablen sollte zeitlich stabil sein)
    • - bei der Messung von X und Y dürfen keine systematischen Fehler auftreten
  140. Was ist die Prozentsatzdifferenz?
    Differenz von Spaltenprozentsätzen
  141. Welche Bedingungen müssen für ein experimentelles Design erfüllt sein?
    • a) mindestens zwei Gruppen werden gebildet, eine Experimentgruppe und eine Kontrollgruppe
    • b) den beiden (oder mehr) Gruppen werden die Untersuchungseinheiten nach einem Zufallsverfahren zugewiesen (Randomisierung, random assignment)
    • c) die unabhängige Variable wird gezielt durch den Forscher verändert (Treatment)
  142. Was bewirkt die Randomisierung?
    Einfluss aller möglichen Drittvariablen wird ausgeschaltet
  143. Nennen Sie Vorteile des experimentellen Designs.
    • a) Ursache wird manipuliert und geht damit der Wirklung zeitlich voraus
    • b) bei Randomisierung werden die Einflüsse von Drittvariablen ausgeschaltet
    • c) im Ergebnis kommt so dem Experiment eine hohe interne Validität zu
  144. Nennen Sie Nachteile des experimentellen Design.
    • a) Problem der Übertragbarkeit der experimentell gewonnenen Ergebnisse
    • b) Problem der Reaktivität
    • c) hohe Aufwand bei der Ürüfung komplexer Kausalhypothesen
    • d) Randomisierung ist aufgrund praktischer oder ethischer Erwägungen häufig nicht möglich
  145. Wann erfolgt die Kontrolle der Drittvariablen und Einteilung der Vergleichsgruppen bei einem nicht-experimentellen Design?
    Nach der Erhebung der Daten
  146. Welche drei methodischen Probleme kann ein nicht-experimentelles Design aufwerfen?
    • - Streuung der unabhängigen Variablen
    • - Problem der Drittvariablenkontrolle
    • - Problem der kausalen Reihenfolge
  147. Erklären Sie das methodische Problem der Streuung der unabhängigen Variablen.
    • kann sein, dass die unabhängige Variable X überhaupt keine oder nur sehr wenig Streuung aufweist
    • keine Prüfung möglich ob X kausal für Y
  148. Erklären Sie das methodische Problem der Drittvariablenkontrolle.
    • Drittvariable Z könnte gemeinsame Ursache der unabhängigen Variable X und der abnhängigen Y sein (Modell der gemeinsamen Ursache)
    • Z könnte auch zwischen X und Y intervenieren (Modell der Interventionsbeziehung)
  149. Erklären Sie das methodische Problem der kausalen Reihenfolge.
    ob die Ursache X der Wirkung Y zeitlich voraus geht kann bei einem nicht-experimentellen Design nicht oder nur sehr unsicher geprüft werden
  150. Erklären Sie das Kohortendesign.
    • es werden Teilgruppen gebildet
    • in der Regel nach Geburtsjahr
  151. Wie erfolgt eine Kohortenanalyse?
    • Kohorten werden verglichen
    • ihre Entwicklung über längeren Zeitraum wird beobachtet
    • Versuch herauszufinden, worauf Unterschiede zwischen Kohorten zu einem bestimmten Zeitpunkt beruhen
  152. Welche drei möglichen Erklärungen für Unterschiede zwischen Gruppen gibt es?
    • a) Kohorten-/Generationeneffekt
    • b) Lebenszykluseffekt (Reifungseffekt)
    • c) Periodeneffekt ("Zeitgeisteffekt")
  153. Erklären Sie den Umgang mit der unabhängigen Variablen im Vignettendesign.
    • - Forscher legt fest, welche Ausprägungen die unabhängigen Variablen haben
    • - damit kann auch festgelegt werden, welche Streuung die unabhängigen Variablen haben und wie stark diese untereinander zusammenhängen
    • - die zu befragenden Personen bewerten, sodann eine Reihe von Objekten für die der Forscher die Eigenschaften festgelegt hat
  154. Nennen Sie Vorteile des Vignettendesigns.
    • - Entscheidungssituationen können realistisch simuliert werden
    • - Entscheidung kann durch Variablen unterschiedlicher Ebenen erklärt werden durch
    • a) Eigenschaften der zu bewertenden Objekte
    • b) Merkmale der Befragten
  155. Was sind mögliche Kosten einer Befragungs-Teilnahme?
    • Zeitaufwand/verlust
    • Furcht vor Datenmissbrauch
    • Vermeidung einer Prüfungssituation
  156. Was wird als rationale Entscheidung verstanden?
    • Teilnahme an einer sozialwissenschaftlichen Befragung
    • sowohl Entscheidung überhaupt teilzunehmen, als auch auf welche Weise
  157. Nennen Sie möglichen Nutzen der Teilnahme.
    • Abwechslung
    • Selbstdarstellung
  158. Was sind mögliche Kosten bei der Beantwortung einer Befragung?
    • Mühe beim Finden der Antwort
    • Scham, Nichtwissen einzugestehen
    • Scham, eine unpopuläre Antwort zu geben
  159. Was wird als Informationsverarbeitung verstanden?
    • alla Prozesse, die zwischen der Vorstellung der Fragestimulus und dem Antworten drauf stattfinden
    • (Kognitionspsychologisches Verständnis)
  160. Nennen Sie die Schritte bei der Informationsverarbeitung.
    • Frageverständnis
    • Informationsbeschaffung
    • Urteilsbildung
    • Antwort
  161. Was versteht man unter dem Problem der Meinungslosigkeit?
    Tatsache, dass ein Teil der Befragten auch dann eine Meinung äußern, wenn die zu bewertenden Objekte dem Befragten unbekannt oder überhaupt nicht existent sind
  162. Welche Fragen sind besonders anfällig für Non-Attitude-Problems?
    • wenn komplizierte und abstrakte Themengebiete behandelt werden
    • wenn Nichtwissen des Befragten vorliegt
  163. Was verstehen Sie unter sozialer Erwünschtheit?
    • Tendenz seine Verhaltens-/Meinungsäußerungen an den Wünschen und Erwartungen der sozial Umwelt auszurichten
    • auch wenn dies im Widersoruch zur eigenen Überzeugung steht
  164. In welchen Formen kann soziale Erwünschtheit auftreten?
    • stark situational (Anpassung an die vermutete Einstellung des Interviewers)
    • Persönlichkeitsmerkmal
    • Form der kulturellen sozialen Erwünschtheit (Anpassung an verinnerlichte soziale Normen)
  165. Wie können die Formen sozialer Erwünschtheit diagnostiziert werden?
    • Situationale: Ermittlung von Interviewereffekten
    • Persönlichkeitsmerkmal: Merkmal über empirische Indikatoren erfassen
    • kulturelle Norm: Versuchen, die relevanten kulturellen Normen zu erfassen
  166. Was bezeichnet man als Antwort-Set?
    • systematische Antwortmuster von Befragten, unabhängig vom inhalt der Frage
    • z.B. Zustimmungstendenz, Frage ohne Bezug zum Frageninhalt zustimmen
  167. Wie kann Zustimmungstendenz diagnostiziert werden?
    Items im Hinblick auf die zu messende Zieldimension sowohl in negativer als auch in positiver Richtung polen
  168. Nennen Sie mögliche Fehlerquellen bei Befragungen.
    • Negativ- oder Positivsymbole
    • Suggestivformulierungen
    • Unterschiedliches Antwortverhalten bei Verwendung logischer äquivalenter Begriffe (forbid vs not-allow)
    • Ausbalancierung vs einseitige Formulierung
    • Berücksichtigung des Non-Attitude-Problems
    • Mittelkategorie
  169. Erklären Sie den Reihenfolgeeffekt.
    • Es macht einen Unterschied, an welcher Stelle im Fragebogen ein Item platziert ist.
    • Ermüdungseffekt
    • Eingewöhnungseffekt
  170. Nennen und Beschreiben Sie Routineeffekte.
    • Ermüdungseffekt: Fragen am Ende werden weniger sorgfältig beantwortet
    • Eingewöhnungseffekt: Nach Eingewöhnungsphase, Tendenz auch sensiblere Fragen eher zu beantworten
  171. Nennen und Beschreiben Sie mögliche Ausstrahlungseffekte.
    • Konsistenzeffekte: Befragte antwortet konsistenter um ggüber dem Interviewer ein subjektiv stimmiges Antwortverhalten zu zeigen
    • Konstrasteffekte
    • Bedeutungstransfer: Bsp. Lebenszufriedenheit vor Job-Zufriedenheit gefragt, kann maßgeblich beeinflussen
  172. Welche Effekte bei der Reihenfolge der Antwortkategorien gibt es?
    Primacy und Recency Effekte (Reihenfolge der Antworten)
  173. Wovon hängt es ab, wie bedeutsam Interviewereffekte sind?
    • Grad der Sensibilisierung der Fragen
    • Soziale Distanz zwischen Interviewer und Befragtem
    • Befragungsmodus: bei Telefoninterviews tendenziell weniger häufig
    • Anzahl der Interviewer (je Interview)
  174. Welche Informationen will man bei einer Befragung erhalten?
    • a) Einstellungen und Bewertungen (attitudes and judgement)
    • b) Überzeugungen (beliefs)
    • c) Verhalten (behavior)
    • d) sozialstatistische Merkmale
  175. Welche Form können Items haben?
    • a) geschlossene (Antworten sind vorgegeben) vs offene Frage
    • b) Statements ggüber Forced Choice
    • c) Rating (Bewerten) vs Ranking (Reihenfolge bilden)
  176. Nennen Sie Regeln zur Fragenformulierung.
    • a) kurze, verständliche und präzise Formulierungen
    • b) keine doppelten Verneinungen
    • c) Klar unterscheidbare Antwortkategorien
    • d) Möglichst keine wertbesetzten Begriffe
    • e) Keine mehrdimensionalen Fragen
    • f) Keine Suggestivformulierungen
    • g) Fragen formal ausbalancieren
  177. Nennen Sie Regeln für die "Weiß-Nicht-Kategorie".
    • je komplizierter, der Frageinhalt, desto wichtiger ist es, "weiß nicht" explizit zuzulassen
    • oder gar eine Filterfrage vorschalten
  178. Nennen Sie Regeln für die "Mittelkategorie"
    • wenn es als legitime Antwortmöglichkeit gilt, dann zulassen (steigen, gleichbleibend, sinken)
    • bei Zahlen-Antwortskalen muss eine ungerade Zahl genutzt werden
  179. Nennen Sie Formen der Befragung.
    • Face-toFace Interview
    • Telefoninterview
    • schriftliche Befragung
    • Online-Befragung
  180. Was verstehen Sie unter einem standardisiertem Interview?
    • stark strukturierte Befragungssituation
    • z.B. Vorgabe festgelegter Fragen und Antwortkategorien
  181. Nennen Sie VOrteile des Telefoninterviews ggüber dem face-to-face-Interview.
    • Filterführung: in beliebiger Komplexität gestaltet
    • Konsistenzprüfung: wärend des Interviews möglich, sofortige Nachfragen stellen, um mögliche Missverständnisse zu klären
    • Dateneingabe: Daten stehen im Prinzip sofort zur Verfügung
    • Fälschung: bei Einsatz von CATI-Systems besser kontrollierbar
    • Geringere Kosten: ?
  182. Was ist ein CATI-Systems
    Computer Assisted Telefon Interviews
  183. Nennen Sie mögliche Nachteile des Telefoninterviews.
    • Fragen, Antwortkategorien erreichen nicht die Komplexität wie bei face-to-face oder postalischen Befragungen
    • Fragen mit Visualisierungen nicht möglich
    • Zukunft bei größer werdender Bedeutung ausschließlicher Nutzung von Mobiltelefonen fraglich
  184. Nennen Sie Vorteil der postalischen Befragung.
    • Antworten können länger bedacht werden
    • Kein Einfluss durch Interviewer (aber auch keine Hilfe möglich)
    • Geringere Kosten?
  185. Nennen Sie Nachteile der postalischen Befragung.
    • Fragebogen muss selbsterklärend sein
    • bei Verständnisproblemen keine Hilfe möglich
    • Unklar wer wann den Fragebogen ausfüllt
    • Problem des Rücklaufs
  186. Nennen Sie Typen einer Online-Befragung.
    • Email-Befragung
    • Web-Survey
  187. Nennen Sie mögliche Vorteil der Online-Befragung.
    • viele Möglichkeiten der Visualisierung, der anschaulichen Gestaltung von Befragungsinstrumenten
    • Geringere Kosten
  188. Nennen Sie den zentralen Nachteil einer Online-Befragung und einen Lösungsansatz.
    • Problem der Stichprobenziehung und der Selbstselektion der zu befragenden Personen
    • Access-Panels als bislang beste Lösung des Problems der Stichprobenziehung und der Selbstselektion
  189. Nenne Sie Probleme qualitativer Methoden.
    • Auswahl der Stichprobe
    • Validität und Reliabilität der angstrebten Messungen
    • Auswertung der Daten
  190. Nennen Sie die Kritik die herrscht an der quantitativ ausgerichteten, standardisierten Methode der Befragung.
    Subjektperspektive der Befragten wird fast vollständig ausgeblendet, zudem sei die vollständig strukturierte Befragungssituation zu starr

What would you like to do?

Home > Flashcards > Print Preview