Hörakustik Meisterkurs Fragenkatalog

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Author:
vibr0
ID:
211626
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Hörakustik Meisterkurs Fragenkatalog
Updated:
2013-05-24 03:26:37
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hearing aids
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Hörakustik
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  1. Was heißt Audiometrie?
    • Audio = hören
    • metire = messen
  2. Was bedeutet Akustik?
    Akustik: bedeutet hören und beschreibt die Lehre vom Schall und deren Ausbreitung und Entstehung.

    • Audio = hören
    • Das Wort stammt aus dem griechischen.

    Die Akustik befasst sich auch mit der Wahrnehmung und Beeinflussung des Schalls auf das menschliche Ohr
  3. warum nimmt die Schallgeschwindigkeit bei zunehmender Erwärmung zu?
    die Schallgeschwindigkeit ist abhängig von der Wärme und teilweise auch vom Medium.

    Je wärmer - desto dichter liegen die Luftmoleküle beisammen, wodurch sich die Geschwindigkeit erhöht
  4. definiere den Begriff "Schalldruck"  und wovon ist er abhängig?
    als Schalldruck bezeichnet man Druckschwankungen in einem kompressiven Medium (z.B. Luft).

    Er ist also abhängig vom Medium.

    P = F/A ... die Kraft die auf eine Fläche wirkt!
  5. definiere den Begriff "Schalldruckpegel" ?
    der Schalldruckpegel ist ein logartihmisches Verhältnismaß vom Schalldruck, angegeben in (dB-SPL).

    SPL = Schalldruckpegel  angegeben in dB bedeutet, dass es sich um einen Schalldruckpegel bezogen auf 20μPa handelt

    • 20μPa... ist der kleinste wahrnehmbare Schalldruck eines Sinustones bezogen auf 1000Hz
    • zur vereinfachten Darstellung der Hörschwelle-Schmerzschwelle wurde der Pegel in (dB-HL) angegeben.
  6. definiere den Begriff "Schallleistung"?
    Die Schallleistung ist definiert durch  P=I*A

    • I...Schallintensität
    • A...Fläche

    sie bezeichnet also die Schallintensität die pro Fläche wirksam ist. Je größer I - desto größer die Leistung!
  7. definiere den Begriff Schallstärke (Schallintensität)?
    I=P/A ... je größer I ist, desto größer muss die Schallleistung pro wirkende Fläche sein.
  8. definiere den Begriff "Resonanz"?
    alle schwingungsfähigen Körpers/Systeme haben eine Eigenfrequenz.

    wenn man durch Krafteinwirkung diesen Körper im richtigen Takt dauerhaft anregt - so dass der Körper mitschwingt, dann nennt man das Resonanz.

    Der Körper schwingt dann mit seiner Eigenfrequenz mit!
  9. was ist die Resonanzfrequenz?
    die Resonanzfrequenz ist die Eigenfrequenz mit der ein System/Körper frei schwingt.

    Wenn man einen Körper mit seiner Eigenfrequenz/Resonanzfrequenz in Schwingung versetzt, kann sich die Schwingung zu riesigen Werten "aufschaukeln"
  10. Erläutern sie den Vorgang der Interferenz?
    Interferenz = eine Überlagerung 2er Schallereignisse, wodurch sich die Amplituden addieren!
  11. Was versteht man unter Schallabsorption?
    Absorption bedeutet "verschlucken" bzw. dämpfen.

    Je höher der Absorptionsgrad eines Mediums ist - desto mehr wird dadurch an Schallenergie gedämpft.
  12. wobei ist die Nachhallzeit eine wichtige Komponente?
    sie hat erheblichen Einfluss auf den Klang der Musik und die deutlichkeit der Sprache!
  13. was versteht man unter Nachhallzeit?
    NHZ = jenes Zeitintervall in dem der Anfangspegel, genau um 60dB abfällt (Reduktion um den 1000Teil)
  14. was versteht man unter Hallradius?
    HR = eine raumspezifische Bestimmungsgröße in Abhängigkeit von Material und der Raumgröße (Fläche).

    sie gibt an wie weit entfernt der Schall noch zu hören ist.
  15. welche beiden Bedingungen müssen erfüllt sein, damit eine Schallwelle an einem Hindernis reflektiert wird?
    • Alpha = Beta
    • Einfallswinkel = Ausfallswinkel

    sowie, besimmtes refltierbares Material + Fläche
  16. warum kann im Weltall kein Knall hörbar sein?
    Im Weltall herrscht Vakuum!

    damit sich Schall ausbreiten kann und hörbar ist braucht es ein Medium Luft + Temperatur!
  17. was sind transversale und longitudinale Wellen und nennen sie ein Beispiel?
    • transversal:  Schwinung 90° zur Ausbreitung 
    • --> gebunden an Festkörper
    • Bsp.: Zug an einem Seil von beiden Richtungen

    lonigtudinal: Schwingung = gleich Ausbreitungsrichtung

    • -->gebunden an Flüssigkeiten und Gase
    • Bsp.: Kugelwelle
  18. was sind lineare und was nicht-lineare Verzerrungen?
    lineare Verzerrungen: sind gewünschte Verzerrungen, wo sich nur die Amplitude ändert und die Phasenverschiebung und Frequenz gleich bleibt.

    nicht-lineare Verzerrungen = Klirrfaktor, der das Maß der Verzerrung angibt:

    hier bleibt die Amplitude gleich, aber die Phase und die Frequenz ändern sich, wodurch ein ganz anderer Ton entsteht.

    • Klirrfaktor
    • <0,1   -  bereits hörbar
    • bis 1  -  bereits störend
    • >1     -  sehr störend
  19. nenne die verschiedenen Gradeinteilungen des Klirrfaktors?
    • < 0,1     - bereits hörbar
    •  bis 1     - bereits störend
    • >  1       - sehr störend
  20. wie bestimmst du den Schalldruck bei einem Pegel von 94 dB SPL? 
    (Rechenweg theoretisch)
    L=20*lg(p/p0)

    • L=94dB SPL --> umformen auf p
    • p0 = 20*10-6 Pa
  21. Die Gehörknöchelchen dienen der Impedanzanpassung.
    durch welche anatomischen (geometrischen) Größenverhältnisse wird diese erzielt?

    Wie groß ist die daraus resultierende Gesamtverstärkung des Schalldrucks?
    • Trommelfell:       Fläche: 55mm²
    • ovales Fenster:   Fläche: 3,2mm²

    vom TF über GKK zum ovalen Fenster wird verstärkt.

    • von TF zu ovalem Fenster ca. 17-fach
    • durch GKK ca. 1,3-fache Verstärkung durch Hebelwirkung.

    Gesamt = ca. 22-fach was einen Pegel von 27dB ausmacht!! (bezogen auf Umrechnung in Abhängigkeit vom Druck) L=20log (p/p0)
  22. um wieviel ändert sich die Resonanzfrequenz bei Vernachlässigung der Mündungskorrektur?
    um das 0,5 fache   (D/2)
  23. was versteht man in der Akustik unter Dynamik?
    Dynamik = Bandbreite bzw. Spielraum

    • unter Dynamikbreite versteht man den Bereich zw. Hörschwelle und Schmerzschwelle.
    • je größer dieser Dynamikbereich ist - desto mehr Chance hat mein bei einer HG-Versorgung natürliches hören  wieder herstellen zu können und das Sprachverstehen zu verbessern!

    je kleiner dieser Bereich ist desto mehr muss man Sprache komprimieren - was meist bei endocochleären (altersbedingten HV) der Fall ist, da hier ein positives Rekruitment herrscht!
  24. normallaute Sprache erzielt in einem Abstand von 1m einen Schalldruck von ca.?
    65 dB
  25. welche Nachhallzeit wird vorraussichtlich in einem Schulzimmer die beste Sprachverständlichkeit gewährleisten?
    a) 0sec (reflexionsarm)
    b) 0,6s
    c) 1,9s
    d) 5,7s
    b) 0,6s

    da ein Hallradius unter 1s meist angestrebt wird!
  26. Warum kommt es in einem Schallkanal zu Resonanzen?
    Nenne 2 Möglichkeiten um diese zu reduzieren!
    durch die Überlagerung von Schallwellen - es entsteht ein Wiederhall bzw. Schwingung.

    • durch Filtersysteme im Winkel   (Resonanzspitzen)
    • Rückkopplungsmanager
  27. Was ist Schallgeschwindigkeit und was ist Schallschnelle?
    Schallgeschwindigkeit: gibt an wie schnell sich Schallwellen in einem Medium fortpflanzen.

    Schallschnelle: ist die Momentangeschwindigkeit mit der sich die einzelnen Teilchen in einem Medium fortbewegen.
  28. Wie kommt man zur Diagnose Tinnitus?
    durch Untersuchung nach: Art & Häufigkeit, Hörtest, Prüfung der Verdeckbarkeit

    sowie weiteren Messungen durch: Blutdruckmessung, Tympanogramm bzw. Stapediusreflex
  29. Wie wird ein subakuter/chronischer Tinnitus therapiert?
    • Infusionen mit Zuckerlösungen
    • oder Kombination aus Kochsalzlösung + Glukokortikoiden
  30. Teilen sie den Tinnitus nach Schweregraden ein und erklären sie diese genauer?
    • Kompensiert:
    • GRAD 1: kein Leidensdruck
    • GRAD 2: Ohrgeräusch vorwiegend in Stille und störend bei Belastung

    • Dekompensiert:
    • GRAD 3: Störung im emotionalen kognitiven Bereich
    • GRAD 4: Berufsunfähigkeit
  31. Gibt es Tinnitusprophylaxe?
    • NEIN, da Tinnitus meist bzw. oft im Zusammenhang mit Lärm und deren Auswirkungen auftritt.
    • Zusätzlich kann Tinnitus oft durch Stress verursacht werden.

    --> meiden!!!
  32. Welche Bevölkerungsgruppen sind besonders von Tinnitus betroffen?
    ca. 4% (inzwischen sicher mehr!!) der Erwachsenen --> eher Frauen

    Jugendliche + Junge Erwachsene bis zum 30LJ. wegen Lärm
  33. Nennen sie die Ursachen des Tinnitus?
    Ursache können sein:

    Gehörgang: durch Verschluss, Cerumen, Fremdkörper (z.B.Watte),...

    Mittelohr: TF-Defekt-Riss-Loch, Paukenerguss, MOE, TF-Beweglichkeit, TFS (Tubenfunktionsstörung)

    Inneohr: Lärmbedingt: Knall, Lärmtrauma, Hörsturz, Morbus Meniére, presbyakusis, starker BLutdruckabfall (Minderdurchblutung des IO)

    zentrale/unklare Lokalisation: Hirnhautentzündung, Hirntumoren, Akustikusneurinom, Bluthochdruck, zu niedriger Blutdruck, Multiple Sklerose (MS)

    Emotionale Belastung: Stress, Überforderung, Angst
  34. Wie nennt man Ohrgeräusche in der Fachsprache?
    Tinnitus - Tinnitus aurium
  35. Was versteht man unter "zentralem Tinnitus"?
    die Nervenfasern die vom Gehirn kommen übermitteln Botschaften an das IO (Haarzellen) und umgekehrt (afferent/efferent)

    werden diese Infos durch einen Tinnitus (durch Ursache Hörnerv) vom Gehirn falsch verstanden  --> wird durch diese Fehlinformationen ein nicht vorhandener Ton/Geräusch erzeugt!

       --> zeitlich veränderte Impulswiedergabe!
  36. Was geht vor sich, wenn der Tinnitus im Hörnerv entsteht?
    Normalzustand: es entstehen in den Nervenfasern spontane elektrische Impulse, die nicht wahrgenommen werden.

    Diese Impulse nennt man  Spontanaktivität   Sie ändert sich bei Beschallung des Ohres und enthält die Information des Schallreizes in verschlüsselter Form.

    Sie leitet diese an das Schallzentrum im Gehirn weiter.

    • krankhafter Zustand: die Spontanaktivität ist vermindert oder in ihrer zeitlichen Abfolge verändert. Man vermutet, dass Abweichungen vom Normalzustand der Spontanaktivität zur Wahrnehmung eines
    • Höreindrucks führen, was den Tinnitus verursacht.

       --> zeitlich veränderte Impulswiedergabe!
  37. Wie ist der Verlauf der Tinnituserkrankung?
    1. Man kann ihn nicht immer beseitigen: hängt von der Kompensation ab:dekompensiert, kompensiert!

    2. Man muss lernen damit umzugehen und sollte Situationen meiden in denen er verstärkt wird!
  38. Warum kann Stress einen Tinnitus auslösen?
    Ein Stessreiz löst im Organismus eine Fülle an Reaktionen aus:

    z.B. vermehrte Ausschüttung des Stresshormons (kortisol = Kortison), wodurch Blutgefäße verengt werden und somit eine schlechtere Blutzirkulation im IO herrscht!
  39. Welche Folge kann ein Tinnitus für die Betroffenen haben?
    im schlimmsten Fall: Isolation +Abschottung

    psychische Belastung, Leidensdruck, Arbeitsunfähigkeit,....
  40. Welche Tinnitusformen können unterschieden werden?
    • Akut:  bis 3 Monate
    • subakut:  3-12 Monate
    • chronisch:  größer 12 Monate
  41. Wie wird ein akuter Tinnitus therapiert?
    Infusionen mit Zuckerlösungen oder Kombination aus Kochsalzlösung + Glukokortikoiden

    --> zur schnellen Reaktivierung der Sinneszellen!!!
  42. Wo liegt der Auslöser für die Ohrgeräusche?
    Hörnerv + zentralen Hörbahn + Nerven-Weiterleitung
  43. Was kann der Betroffene selbst tun um der Erkrankung entgegen zu wirken?
    • zu viel Lärm meiden
    • möglichst stressfrei leben
  44. Worauf weist der Zusatz SPL bei dB SPL hin?
    • SPL = Schalldruckpegel 
    • dB SPL = bedeutet, dass es sich um einen Schalldruckpegel bezogen auf 20μPa handelt

    20μPa... ist der kleinste wahrnehmbare Schalldruck eines Sinustones bezogen auf 1000Hz
  45. wie und mit was können Unter- und Überdrücke erzeugt werden, damit Luftschall entsteht?
    • durch mechanische Schwingungen von Festkörpern (z.B. Stimmbändern, Seiten, Gehäuseblech)
    • .....oder
    • durch Unterbrechung eines Luftstromes 

    werden Unter- und Überdrücke erzeugt, die sich als Schallwellen in Luft mit einer (v) von ca. 344m/s ausbreiten.
  46. was ist bei Luftschall dem atmosphärischen Luftdruck überlagert?
    Luftschall (Schall) sind Luftdruckschwankungen, die dem atmosphärischen Luftdruck überlagert sind
  47. Welche Art von Schwingungen können von Musikinstrumenten erzeugt werden, damit Schalle entstehen, die wir als Klang oder Ton empfinden?
    periodische Schwingungen können durch Musikinstrumente erzeugt werden, welche wir dann als Klang oder Ton wahrnehmen können!
  48. In welchen 2 unterschiedlichen Medien breitet sich Schall in Form von Longitudinalwellen aus?
    • Luft
    • Flüssigkeiten
  49. Was wird im Isophonendiagramm dargestellt?
    Kurven gleicher Lautstärke
  50. In welcher Norm ist das Isophonendiagramm enthalten?
    DIN 45630  bzw ISO 226
  51. Wie lautet die Achsenbeschriftung des Isophonendiagramms?
    • y-Achse:  Schalldruckpegel [SPL]
    • x-Achse:  Frequenz [Hz]
  52. Was ist die Einheit der Isophonenkurven und welche Kurve stellt die Hörschwelle dar?
    • Einheit: phon
    • die unterste Kurve  (4phon-Kurve), stellt die Hörschwelle dar - wo bei 1kHz - 4phon = 4dB
  53. Was bedeutet Isophon?
    • Iso = gleich
    • phon = Lautstärkeempfinden

    Kurven gleicher Lautstärke bzw. gleichen Lautstärkeempfindens
  54. Wie ist der Verlauf der Isophonenkurven über die unterschiedlichen Frequenzen?
    Es sind sehr viele unterschiedliche Schalldruckpegel zur Wahrnehmung notwendig!!

    bei 1kHz entspricht  phon gleich dB

    im tiefen Bereich ist ein viel größerer Schalldruckpegel notwendig als im hochen Bereich. d.h. ein Tiefer Ton muss viel lauter dargeboten werden als ein hoher Ton um die gleiche Empfindung hervorrufen zu können

    im tiefen und Hohen Bereich wird jedoch eine Lautstärkeerhöhung schneller als unangenehm empfunden als zw. 1-4kHz
  55. Wann wird ein Ton (bezogen auf das Isophonendiagramm) als doppelt so laut bzw. halb so laut empfunden als der vorhergehende?
    • 4x so laut
    • ...................+10phon
    • 2x so laut
    • ...................+10phon
    • phon
    • ...................-10phon
    • halb so laut
    • ...................-10phon
    • viertel so laut

    • Alle Werte bezogen auf einen 1kHz Ton wo dB/phon entspricht.
    • Im tiefen Bereich, reicht bereits eine geringere Anhebung der phon-Werte für eine subjektive Verdoppelung der Lautstärke.
    • Ebenso im Hochen Bereich, wo die Anhebung von phon ein Vielfaches an subjektiver Lautheit im Gegensatz zu 1kHz darstellt.
    • Am empfindlichsten ist man in den tiefen Bereich von 60-125Hz
  56. Welche Schutzeinrichtungen des äußeren Ohres kennen Sie?
    • Tragi (Haare im GG)
    • Cerumen (Ohrenschmalz)

    Tragi: fangen Staub, Schmutz ab

    Cerumen: wird durch die Tagldrüsen als Sekret produziert und sorgt dafür, dass das Ohr gereinigt wird. Cerumen dient als Schutz vor Insekten, befeuchtet die Haut und hat eine antibakterielle Wirkung!
  57. Wie ist der meatus acusticus externus aufgebaut und wie beträgt seine ungefähre Lüänge?
    er ist unterteilt in den knorpeligen & knöchernen Gehörgang!

    • knorpeligen Teil befindet sich die 1.Krümmung und die 2.Krümmung (auch Istmus - Engstelle) genannt zw. knorpeligen und knöchernen Anteil.
    • Im Knorpeligen Anteil befinden sich die Schutzhaare (Tragi), sowie die Talgdrüsen, für die Cerumenproduktion, welche beide zum Schutz beitragen!Länge beträgt ca. 2,5cm mit einem Durchmesser von ca 7mm.Die Schicht über dem Knorpel nennt man Knorpelhaut (periost).

    knöchernen Teil befindet sich nur eine dünne Knochenhaut (periost) über dem Knochen. der knöcherne Teil ist sehr empfindlich da auch einige Nerven (z.B. der n.vagus) über dem GG verlaufen!
  58. Welcher Nerv ist verantwortlich, dass man bei den Abdrucknahmen hustet?
    Wofür ist er noch zuständig?
    nervus vagus (X.Hirnnerv)

    er regelt Teile des vegetativen und Teile des motorischen Systems in umseren Körper.

    z.B. im Rachen- und Nasenraum, Geschmacksbereiche auf der Zunge sowie große Teile im bereich des Bauchregion, usw...
  59. Zählen sie die Bestandteile von Cerumen auf?
    Schmutz, abgestorbene Haare und Hautschuppen, Talg (Fett)
  60. Welche Funktion hat die Eustachische Röhre?
    1. sie dient dem Druckausgleich zw. äußerem Atmosphärendruck und dem Paukenraum und gleicht diese Verhältnisse aus.

    2. durch die Luftzufuhr wird die Belüftung der Schleimhäute gewährleistet.Im Falle einer Erkrankung kann die Tube als Sekrettransport dienen. Im Umgekehrten Sinne können auch Bakterien durch sie ins MO vordringen - sofern eine Disfunktion herrscht.
  61. Nenne sie mindestens 4 Nachbarschaftsstrukturen des Mittelohres?
    das Mittelohr liegt im Paukenmittelraum (MESOTYMPANON) und besteht aus 4 verschiedenen Wänden

    • seitliche Wand: mit TF und Gehörgang
    • vordere Wand: mit eustachischer Röhre, Nasen-Rachenraum
    • hintere Wand: pneumatischen Räume, p.mastoideus (Warzenfortsatz), n.facialis
    • mittlere Wand: Trennung zur Cochlea, Vestibularapperat

    über dem MO befindet sich noch die Paukenkuppel (EPITYMPANON) mit der oberen Paukenniesche und der mittleren Schädelgrube

    unterhalb des MO befindet sich der Paukenkeller (HYPOTYMPANON)
  62. Welche sind die Hauptfunktionen des Mittelohres?
    Welche Faktoren spielen hierbei eine Rolle?
    • 1.) Impedanzanpassung
    • 2.) Druckausgleich
    • 3.) Schutz- und Dämpfungsfunktion

    • 1.)Impedanzanpassung
    • da Flüssigkeiten eine höhere Impedanz besitzen als Luft muss beim Menschen eine Impedanzanpassung erfolgen, d.h. der Schalldurck muss über das AO-MO eine Verstärkung erhalten, damit die Weiterleitung ans IO funktioniert.
    • 1.Flächentransformation
    • über die Flächentransformation von (TF 55mm2 und dem ovalen Fenster 3,2mm2) -> hierbei ensteht eine 17fache Verstärkung

    • 2.Hebelwirkung
    • über die Helebwirkung der GKK (1,3fach) Gesamt ergibt das ca.22fache Verstärkung, was umgerechnet in dB (über Druck) L=20lg(p/po) ca.27dB ergibt
    • (p=22 mit MO), (po=1 ohne MO)

    • 2.)Druckausgleich
    • der Druckausgleich findet über die Tube statt. Sie gleicht ständig den Druck zw. äußerem Atmosphären Druck und dem des MO aus, und garantiert somti die Sauerstoffzufuhr für die atmungsaktiven Schleimhäute im MO und hält das System im Gleichgewicht.

    Sofern eine Disfunktion vorliegt, kann kein reger Sauerstoff-Druckausgleich mehr stattfinden und die MO-Verstärkungsfunktion ist gestört oder trägt sogar einen Schaden davon.

    • Druckausgleich kann ebenso selbst erfolgen über
    • VALSALVA-Verusch (Druckaufbau über Nase)
    • Politzer-Versuch (Luftdusche von Arzt, während "Kuckuck, Klara, Coca-Cola" gesagt wird)

    • 3.) Schutz- und Dämpfungsfunktion 
    • 1. das TF schützt in erster Linie davor das die Schwellen direkt auf das runde Fenster ins IO treffen.
    • 2. zusätzlich haben sowohl der m.tensor tympani (TF-Spanner), als auch der m.stapedius (Stapdiusmuskel) dämpfende Wirkungen. 

    der Stapdiusmuskel löst in Verbindung mit dem Stapdiusreflex, der ab ca. 70-90dB beidseits auslösen kann. Er schützt sozusagen vor zu lauten Pegeln. Begleitend vermutet man das TF-Spanner ab 105dB mit auslöst und eine Dämpfungswirkung hat.Somit zieht der m.stapedius den Steigbügel vom ovalen Fenster ins MO, während de TF-Spanner die GKK ins MO zieht.

    zusätzlich dämpfen diese Muskeln beim Sprechen die eignen Laute der Stimme (Vokalisationsreflex) und verhindern somit Schäden.

    weiters sind sie unterstützend bei der verzerrungsfreien Übertragung von Signalen.

    • Zusammenfassend
    • 1. Schutz vor Lärm
    • 2. Dämpfung der eignenen Stimme
    • 3. Dämpfung von Verzerrungsanteilen
  63. Aus wievielen Schichten besteht das membrana tympani? (TF)
    • aus 3 Schichten:
    • 1.Schicht: Außenhaut des GG (mehrschichtig verhorntes Plattenepithel
    • 2.Schicht: Membran (kollagenes Bindegewebe)
    • 3.Schicht: Schleimhautschicht des MO (einschicht unverhorntes Plattenepithel
  64. Welche Fläche besitzt das Trommelfell?
    Zähle die typischen Bestandteile des Trommelfells auf?
    Fläche: 85mm2, wobei nur 55mm2 effektiv Schwingungen übertragen können (85mm2 = die Fläche inklusive Knorpelfaserring um das TF)

    • Anteile:
    • meist oval
    • zart durchscheinend
    • leicht gräulich
    • LR im vorderen unteren Bereich
    • tricherförmiger Verlauf ins MO (bei Umbo tiefster Punkt)

    •       I...vorne oben                IV      I
    •       II..vorne unte                    x
    •       III..hinten unten          III     II
    •       IV..hinten oben
  65. Wieso haben landlebende Säuger (z.B. Menschen) ein Trommelfell und ein Mittelohr, im Wasser lebende Säuger (wie z.B. Wale) aber nicht?
    • Um die Größenunterschiede, also Impedanzunetrschiede von Wasser zu Luft ausgleichen zu können, benötigen am Land lebende Lebewesen einen schwingungsfähigen Körper + ein Verstärkungssystem damit wir hören können.
    • (Impedanz von Wasser ist viel größer als die von Luft)

    • Werden die Schalldrücke nicht zuvor durch das TF+MO (über Impedanzanpassung ca 27dB verstärkt) kann auch kein Signal im IO ankommen, da es viel zu Schwach wäre.
    • Bei Wasserlebewesen fällt diese Notwendigkeit weck!!
  66. Um welche Muskeln handelt es sich bei den Binnenohrmuskeln und welche Eigenschaften haben sie?
    quergestreifte Muskeln

    • Eigenschaften:
    • schnell kontrahierbar, ermüden jedoch auch schneller als längestreifte Muskeln


    • Musculus tensor tympani
    • Musculus stapedius
  67. Wie ist der Aufbau der äußeren und inneren Haarsinneszellen?
    • 3. Reihen äußere HZ zu rund 15000 Stück
    • 1. Reihe innere HZ zu rund 3000 Stück

    die Haarzellen an sich sind wiederum mit sogenannten Stereozellen versehen. Jede Haarzelle hat ungefähr 100 Stereozellen die durch Tiplinks bei Anregung Ioneneinströme und einfach gesagt elektrische Impulse erzeugen, welche dann afferent weitergeleitet werden.
  68. Beschreibe die Funktion der äußeren Haarzellen.
    Was ist die besondere Funktion der ÄHZ?
    ÄHZ: wirken wie ein nicht-linearer cochleärer Verstärker und können sowohl Signale abschwächen als auch verstärken.

    Das können sie über die "Länge" beeinflussen, da die ÄHZ aktiv bewegbar sind und somit die Schwingungen an der Basilarmembran durch ihre Längenbeeinflussung dämpfen oder verstärken können. (hierbei können Frequenzen bis zu 100kHz beeinflusst werden).

    ÄHZ: erhalten ihre Signale efferent vom Hirnstamm, also nachdem sie von den IHZ afferent ans Hirn weitergeleitet wurden.
  69. Beschreiben sie die Aufgaben und Funktionsweise der inneren Haarzellen?
    • IHZ: leitet die ankommen Signale (einfach gesagt) afferent an den Hirnstamm weiter, wodurch dieser efferent ein Signal an die ÄHZ senden kann - welche dann die Schwingungen der Basilarmembran aktiv dämpfen oder verstärken.
    • genauer: die IHZ besitzen viele Stereozellen welche sogenannte IONENKANÄLE besitzen.Werden diese Stereozellen angeregt, also durch Tip-Links an den Zellen untereinander, kommt es zu einem Ioneneinstrom (durch Kalium), was elektrische Potentiale/Impulse verursacht, die wiederum als Signalinformant gelten  und über den Hörnerv zum Gehirn und dann zur Hörrinde weitergeleitet werden
  70. Was wissen sie über Endolymphe?
    Endolymphe = Kaliumreich und befindet sich im ductus cochlearis im Cortischen Organ sowie im Vestibalrapperat. jeweils im HÄUTIGEN LABYRINTH.
  71. Was versteht man unter dem Begriff Tonotopie?
    Auf der gesammten Länge der Basilarmembran (32mm) können wir ca 640 Frequenzen, anhand ihrere Tonhöhen unterscheiden. (das funktioniert bereits bei einer Verschiebung von 50 μm)

    dieses Frequenzunterscheidunsgvermögen, bzw. die Stufen der Hörauflösung finden vom Schneckeneingang bis zum Helicotrema statt!
  72. wie nennt man Nervenfasern die Informationen in Richtung Gehirn leiten und jene die sie vom Gehirn weck leiten?
    • afferente Neuronen = zum Gehirn hin
    • efferente Neuronen = vom Gehirn weck
  73. Beschreibe den Begriff "Pathologie"?
    • Pathos = Leid
    • Logie = Lehre

    Pathologie, beschreibt die Lehre des Zustandes und der Vorgänge des menschlichen Körpers und deren Ursachen

    oder: Leidensforschung des Krankheitsverlaufes
  74. Was versteht man unter einem "Ringerohr"?
    Ringerohr auch Blumenkohlohr = ein Othämatom (Bluterguss) zw. Perichondrium (Knorpelhaut) und dem Knorpel am Ohr.

    Ursache: kann eine abscherende oder stumpfe Gewalt sein.

    Therapie: Punktion (Incision), damit Blut abrinnen kann und evt. Druckverband

    Folgen: gelangt durch die Punktion ein Erreger in den Blutkreislauf, kann es zur Perichondritits ausarten!
  75. Wie kann ich erkennen das ein Kunde täglich seine Ohren mit Wattestäbchen reinigt?
    • eventuelle Cerumenablagerung kurz vor dem TF (durch hineinschieben),
    • mögliche Rötung oder im schlimmsten Fall Entzündung
  76. Was ist das Pendred-Syndrom?
    • ist ein vererbte Erkrankung meist
    • einhergehend mit einer:
    • schweren SE-SH
    • Hypoplasie (unzureichende Zellbildung) der Hörschnecke
    • späteren Unterfunktion der Schilddrüse
  77. Was sind Exostosen und wie können sie bei der HG-Versorgung stören?
    • Exostosen sind Knochengewächse (gebilde) die vorlalem dann gerne entstehen wenn man sich sehr viel und über längeren Zeitraum (oft Monate, Jahre) in kalten Gewässern aufhällt.
    • z.B. bei Surfern, Tauchern, Segeln usw...

    Exostosen entstehen im äußeren GG und behindern deshalb eine HG-Versorgung ungemein.

    • Es treten dadurch:
    • Rückkopplungsprobleme
    • Verstärkungsproblem
    • Platzprobleme bei der Otoplastik oder IdO
    • auch die Stützfunktion kann beinträchtigt werden
    • der Kunde muss höchstwahrschl. öfter die Ohren spühlen, da das Cerumen nicht entweichen kann (mti HG noch extremer)
  78. Was versteht man unter Otalgie?
    Otalgie = sind Ohrenschmerzen verschiedener Ursachen.

    Man bezeichnet die Otalgie als Leitsymptom entzündlicher Erkankungen im Bereich des Mittel- und Äußeren Ohres

    • otitis media (akut, chronisch)
    • otitis externa (akut, chronisch)
    • mastoititis
  79. was versteht man unter einer otitis externa necroticans?
    otitis externa necroticans = eine invasiv übergreifende Entzündung des Gehörgangs auf das umliegen Gewebe (Schäfenbein)

    meist eine Entzündung des Schläfenbeins und in starker Form dann umliegende Bereiche!
  80. Was ist eine "Radikalhöhle" und welche Probleme können in diesem Zusammenhang auf den Hörakustiker zukommen?
    • RH = eine Aushöhlung des Knochen.
    • In den meisten Fällen kommt nur dann eine RH zustande wenn es sich um ein ausgedehntes Cholesteatom handelt und nur noch eine OP hilft.

    Dabei wird dann eine Höhle im Bereich des GG, des Warzenfortsatzes und des MO Kuppelraums (Raum über Paukenmittelraum - Epitympanon) angelegt.

    Dadurch hat der Arzt dann besseren Zugriff und kann laufend Reinigungen durchführen, da das Ohr durch die Entnahme des Knochens keine Selbstreinigungsfunktion mehr aufweist.

    Im Idealfall kann durch eine Tympanoplastik im späteren Verlauf eine bessere Hörfunktion wieder hergestellt werden.

    • Probleme für den Akustiker:
    • Abdrucknahme erschwert
    • Sitz und Halterung von IdO und Otoplastik erschwert.
    • wesentliche größeres Restvolumen - veränderte Verstärkungswirkung
    • Klangverhältnisse sind gestört durch RV
    • Infektionsgefahr ist größer, da Ohr nicht reinigend ist und mehr Platz für Bakterienbildung
    • allgemein schwerer zu versorgen
    • Anpassung schwierig, veränderte OEG, oder keine! -> Insitu
  81. Wie ist der typische Verlauf einer SL-SH bei einer Otosklerose und wie ist der Verlauf der Erkrankung?
    • typische Verlauf:
    • im TT-Bereich zw. 125-1kHz liegt in etwa ein HV von 30-40dB vor.
    • zw.2-3kHz ist kaum ein Defizit aufgrund der Eigenfrequenz des (schwingenden Systems)
    • über 3kHz ist wiederum eine Senke bis zu 30dB

    • im Bereich um 2-3kHz ist jedoch des öfteren eine Senk der KL-Schwelle vorhanden! (Carhart-Senke - kommt jedoch nicht immer vor)
    • Verlauf der Erkrankung:
    • die Otosklerose beginnt zu 90% am Fuß der Steigbügelplatte. Dort findet eine Verknöcherung der Platte mit dem ovalen Fenster statt, was die bekannte SL-SH zur Folge hat. (von der GKK bis hin zum TF, je nach Ausmaß). Oftmals ist auch eine SE-SH vorhanden, sofern die Bereiche der cochlea mitbetroffen sind.
  82. Wie therapiert man die Otosklerose?
    Je nach Stadium Dauer und Ausmaß wählt man eine Operation oder auch nicht:

    • 1.) Stapedotomie
    • hier wird nur der vordere Teil des Stapes entfernt, durch die Stapesfußplatte, welche nicht beweglich ist wird mit einem Laser ein Loch gemacht und darin ein Stempel (Platin oder Titan) verankert und der Stapes daran aufgehängt.

    • 2.) Stapesplastik
    • Der Stapes wird mitsamt Schenkeln und Fußplatte entfernt. Die Verbindung von MO zu IO wird durch Bindegewebe wiederhergestellt. Die Stapedektomie wird mit einer Stapesplastik kombiniert, bei der ein Stahldraht zwischen Incus und bindegewebigem Verschluss des
    • ovalen Fensters eingespannt wird.

    • Bei der Stapedotomie entfällt die
    • Rekonstruktion der Fußplatte. Kombiniert mit einer Stapesplastik durch einem Titan- bzw. Platinstift wird die Stapedotomie der Stapedektomie vorgezogen.

    • 3.) Betrifft der Schaden bereits einen großen teil des MO, oder sogar den ganzen GKK-Apparat, inkls. TF, so muss eine komplette Ektomie erfolgen und der Apparat wird durch eine Tympanoplastik (Myringoplastik+ GKK-Apparat) ersetzt.
    • d.h. sofern nicht bereits eine Ertaubung eingetreteten IST!!
  83. Was ist der typische audiologische Bedunf von Morbus Menière und was macht die HG-versorgung bei dieser Erkrankung unter Umständen schwierig?
    • MM ist charakteristisch für:
    • Schwindel und Drehschwindelattacken
    • Tinnitus
    • TT-Schwerhörigkeit
    • Druck und Völlegefühl im Ohr
    • häufig auch Diplakusis (Ton in 1 Ohr normal, im anderen höher empfunden)

    • MM geht meist einher mit plötzlichen Drehschwindelanfällen, welche Übelkeit und Erbrechen zur Folge haben können. 
    • Begleitend kann man eine einseitige sensorineurale TT-SH und Tinnitus feststellen. Nicht selten spührt der Betroffene ein Druck- und Völlegefühl im Ohr!

    • Was geht vor sich:
    • Bei MM entsteht im ductus cochlearis ein Hydrops der Endolymphflüssigkeit. Der Hydrops drückt den ductus cochlearis an die Reißner Membran richtung scala vestibuli und kann eine Vermischung von Perilymphe mit Endolymphe zur Folge haben - was die Symptomatik auslöst!
    • Die Beweglichkeit der Basilarmembran ist ebenfalls eingeschränkt!

    • Probleme bei der HG-Versorgung
    • durch die Symptomatik des Drehschwindel, Tinnitus und flukturierenden Hörverlustes ist eine HG-Anpassung eventuell erschwert. Je nach Ausmaß und Schwankungsbreite der Hörkurve lässt sich keine zielgerechte Einstellung vornehmen. Hinzu kommen die Möglichen Problem beim Tragen der HG durch die Schwindelattacken. Alles in Allem also eine Frage der Symptomatik!
  84. Was versteht man unter Menièrsche Trias?
    • Damit sind die 3 Hauptsymptomatiken:
    • Dreschwindel
    • Sensorineurale einseitige Hörstörung (TT-Bereich -->Apicochleäre TT-SH)
    • Tinnitus ...gemeint!
  85. Was versteht man unter "fötide otorrhö?
    Ist eine Symptomatik z.B. des Cholesteatoms: stinkend übelriechender Ohrabfluss (Sekretion)
  86. Erläutern sie die Funktion der Gerhörknöchelchen, sowie eine mögliche Störung mit der entsprechenden Auswirkung?
    • Gehörknöchelchen-Funktion:
    • 1) Impedanzanpassung (mit TF)
    • 2) Schutz und Dämpfung (mit den Muskeln)

    • 1) Impedanzanpassung
    • Dadurch, dass Die Impedanz von Flüssigkeiten viel größer ist als die von Luft muss im MO ein Abgleich erfolgen, der die Druckverhältnisse (von klein - auf groß) und die Pegelwerte (Amplitude von groß auf klein) anpasst, damit sie am ovalen Fenster vom IO aufgenommen werden können.

    Würde hier keine Anpassung erfolgen, also wäre z.B. die Kette "steif und nicht beweglich" oder nicht vorhanden,  so wäre ca 98% des ankommenden Luftschalls unbrauchbar. Durch die Anpassung werden ca 98% weitergeleitet ans IO.

    Die IA- ist vom TF auf ovales Fenster ca. 1,3fach, durch Hebelwirkung GKK ca.17fach --> gesamt also ca. 22fach (umgerechnet in dB bezogen auf Druck 27dB)

    • 2.) Schutz und Dämpfung
    • erfolgt durch die GKK in Zusammenhang mit dem stapidiusreflex und auch mit dem m. tensor tympani.

    • der m.t.tympani dämpft zb. durch Kontraktion im Zus. mit der GKK die eigene Stimme und wie man vermutet auch ab Pegeln von 105dB.
    • der stapedius reflex löst ab ca. 70-90dB sowohl kontra- als auch ipsilateral aus und dient als Schutzfunktion für das IO vor zu lauten Pegeln.

    • Gehörknöchelchen-mögliche Störung:
    • wenn z.B. durch eine Erkrankung wie Otosklerose die Beweglichkeit der Fußplatte am ovalen Fenster beinträchtigt ist, so ergibt sich eine Störung bei dieser Anpassung, was zur Folge hat, das sowohl der Hörgrad, als auch die Überleitung ins IO geschädigt sind.
    • Es ergibt sich ca ein Hördefizit von 30-40dB von 125-1kHz, zw. 2-3kHz bleibt die LL nahezu unberüht und ab 3kHz dentiert sie wieder Richtung 30-40dB Abfall.
    • Nicht immer, aber des Öfteren ist zusätzlich eien Carhart-Senke im Bereich von 2-3kHz-KL festzustellen die sich um die 5-10dB bewegen kann.

    Durch die Otosklerose allgemein ist die Übertragungsfunktion geschwächt. Je nach Grad und Ausbreitung bzw. Entwicklungsstatium können auch größere Teile als nur der stapes oder die Fußlatte betroffen sein. Behoben werden kann das Ganze nur operativ durch Ersatz, oder -Plastik vom betroffenen Teil!
  87. Nennen sie Krankheiten die zur retrocochleären SH führen kann:
    • multiple Sklerose (MS)
    • Akustikusneurinom (vestibularisschwannom)
    • Hirnabszess, Hirninfarkte, Tumoren im Hirnstammbereich, Meningitis

    • Akustikusneurinom
    • ist ein gutartiger Tumor der meist im Bereich des inneren Gehörgangs oder im Bereich des Kleinhirnbrückenwinkels sitzt. Im inneren Gehörgang ist die Symptomatik meist eine größere, da dort schneller Komplikationen auftreten können, wobei ein Tumor im KHBW oftmals einige "cm" groß sein muss bevor etwaige Schäden auftreten.

    • Seinen Namen: vestibularisschwannon, verdankt der Tumor seinem Ursprungsort.
    • Er bildet sich meist im vestibulären Teil des Hör- und Gleichgewichtsnervs (VIII.HN - vestibulocochlearis) in den den schwann´schen Zellen des Nervs und geht einher mit einseitiger sensoneuraler SH, Tinnitus, und eventuellen vestibulärem Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Facialisparese (Lähmung des Muskels durch den beeinträchtigten Nerv)

    Therapie: Entfernung durch Operation = taub
  88. Nennen sie die typischen klinischen und audiologischen Befunde einer Otosklerose?
    • audiologisch:
    • SL-SH, allerdings im Bereich zw. 2-3kHz kaum, KL-Bereich genau in diesem Bereich aber leicht abgesenkt (Carhart-Senke).CS, ist nicht immer vorhanden!
    • Otoskopie ist unauffällig
    • Stapediusreflex nicht auslösbar

    • Klinisch:
    • Begleitend oft Tinnitus (tief)
    • zunhemende SH, nach längerer Zeit
    • besseres Sprachverstehen im Lärm
  89. Welche Befunde hat ein HG-Träger mit einer akuten, diffusen Gehörgangsentzündung?
    • akute Gehörgangsentzündung/Ekzem
    • Ursache: meist bakteriell (pseudonomas aeruginosa). Ursachen können auch Pilze, Allergien, Exostosen, falsche GG-Reinigung (Wattestäbchen) udg. sein. Primär durch unsauberes Wasser, beim schwimmen, baden bakteriell verursacht.

    • Symptome:
    • akute Schwellung und Rötung im GG kann von Juckreiz (trockene Form), bis hin zur fötiden Eiterung/Sekretion (nässende Form) gehen

    • Therapie:
    • Antibiose (Abstrich mit Alkohol)
    • GG Reinigung

    • Folgen für HG-Träger:
    • im Akutfall kein tragen der HG sinnvoll
    • Abheilung durch Luftzufuhr benünstigt
    • im Akuten Tragebedarf, strikt auf Reinigung der Geräte achten
    • Bei Exostosen und Häufung der Entzündungen, Abklärung durch evt. ärztliche OP (Entfernung)
  90. Nennen sie 3 mögliche Ursachen eines Ekzems an der Ohrmuschel?
    Ekzem = Hautrötung, bzw Entzündung.

    • An der Ohrmuschel kommt diese durch eine entzündliche Reaktion der obersten Hautschicht zustande (=Lederhaut)
    • -> kann aber übergreifen auf Perichondritis sein

    • Ursachen:
    • Begleiterscheinung zu GG-Entzündung
    • Allergene Stoffe (z.B. Haarfärbemittel)
    • Piercings, Ohrringe (->Bakterieninfektion)
    • Bakterien allgemein
  91. Beschreibe das Audiogramm beim Vorliegen eines chronischen Tubemittelohrkatarrhs?
    • ch.TMOK:
    • hat zur Folge, dass durch oftmalige Infekte im Nasen-Rachen-Raum ein Übergriff auf die Tube (eustachische Röhre erfolgt). Dadurch wird die Nasen-Rachen-Raum Belüftung und somit auch die Belüftung des MO gestört.

    bei chronischem Vorliegen, kann es zu zäher Schleimhautverdickung bis hin zur Paukensklerose kommen, was audiologisch gesehen eine SL-SH zur folge hat. Durch das Unterdruckgefüge im MO, kann das TF nicht mehr richtig schwingen und sogleich kann auch keine exakte Übertragung ins IO durch die GKK erfolgen. Vorraussichtlich wird sich eine SL-SH (Summationstyp) abzeichnen.
  92. Welche Beschwerden können auftreten, wenn ein Ohr das eine chronische MO-Entzündung aufweist mit einem IdO-Gerät versorgt wird?
    Bei einem Entzündungsherd der bereits chronisch ist, ist immer ausreichende Luftzufuhr wichtig.

    • wird diese beeinflusst durch:
    • Verschluss durch Hörgerät, so können sich Bakterien noch besser vermehren
    • Ohrabfluss ist nicht möglich, die Keime können nicht entweichen
    • Beschädigung (2t-rangig) des Hörgerätes
    • eventueller Übergriff auf umliegende Bereiche wie (IO, Felsenbein, Mastoid, udg.-schwerwiegende Folgen!)
  93. Nenne min. 3 typische Ursachen einer sensorineuralen Hochtonschwerhörigkeit?
    sensorineurale HT-SH = basocochleär

    • Altersbedingt (presbyakusis)
    • toxische Medikamente (z.B. Antibiotika)
    • Lärm
    • Knalltrauma, Explosionstrauma
    • Schädelhirntrauma
  94. Nenne min. 3 typische Ursachen einer sensorineuralen Tieftonschwerhörigkeit?
    sensorineurale HT-SH = apicochleär

    • Tumor am Hörnerv (Akustikusneurinom od. Vestibularisschwannom)
    • Hörsturz
    • Röteln in der Schwangerschaft
    • Morbus Menière
  95. Nenne min.3 typische audiologische Befunde eines Patienten mit einem Akustikusneurinom?
    • einseitige Sensorinuelrae SH -->Apicochleäre TT-SH
    • Tinnitus  (im tiefen Bereich)
    • Schwindel
    • Gleichgewichtsstörungen
    • Facialisparese (Lämung des Gesichtsmuskels durch n.facialis)
  96. Nenne 3 typische Symptome des Morbus Menière?
    meniersche Trias: (typischen 3 Symptome)

    • Drehschwindel
    • Tinnitus
    • einseitige sensorineureal SH im TT-Bereich (Apicochleär)

    dabei oftmals Attacken in kurzen oder langen Schüben von Schwindel, Übelkeit, Erbrechen
  97. Was ist der ostetympanaler Knochenschall?
    Zur Diagnose welche Hörstörung ist er relevant und wie äußert sich dessen Wegfall audiometrisch?
    ostetympanaler Knochenschall ist im Gegensatz zum direkten Knochenschall (welcher direkt über die Laybrinthkapsel zum IO) geleitet wird, ein produzierter Schall durch den Weg vom GG, übers MO und zur Steigbügelfußplatte und dessen Fixation (Verbindung) zum ovalen Fenster.

    Der Anteil beträgt ca. 5-10dB bei 2-4kHz.

    • Im Falle der Erkrankung durch Otosklerose ist der Abfall in diesem Bereich oftmals erkennbar (Carhart-Senke). 
    • Durch Fixation mit einer Stapesplastik kann der osteotympanal Knochenschall allerdings wieder hergestellt werden!
  98. Nenne min.4 Uraschen für eine SL-SH und eine SE-SH?
    • SL-SH
    • Cerumenobturans
    • Versteifung des TF
    • Erschlaffung des TF oder der Bänder
    • Entzündung des MO
    • Unterdruck im MO
    • Otosklerose

    • SE-SH 
    • Hörsturz
    • Morbus Meniere
    • Röteln in der Schwangerschaft
    • Presbyakusis
    • Lärm
    • Knalltrauma
    • Schädeltrauma
  99. Was sind die häufigsten Kindererkrankungen in Verbindung mit dem Gehörgang?
    Welche gibts es sonst noch im Zusammenhang mit dem Hörorgan?
    • akuter Tubenmittelohrkatarrh (Paukenerguss)
    • akute MO-Entzündung
    • TF-Perforation

    • sonstige:
    • frühkindliche erworbene Hörstörung (z.B. Röteln in der Schwangerschaft, Alkohohl, toxische Medikamente)
    • genetisch bedingte Resthörigkeit oder Taubheit (-->CI)
  100. Erläutern sie, wodurch sich die passive Wanderwelle von der aktiven Wanderwelle unterscheidet.
    Gehen sie dabei insbesondere auf die physiologische Bedeutung der aktiven Prozesse im Innenohr für den Hörvorgang ein?
    • passive Wanderwelle, oder Wanderwellentheorie nach Békésy
    • Diese Theorie besagt, dass wir auf einer Länge von 32mm (der Basilarmembran) 640 Stufen der Frequenzunterscheidung wahrnehmen können. d.h. das bereits auf einer Längenverschiebung eines Schwingungsmaximums (sprich Auslenkung an der Basilarmembran) von 50μm eine Tonhöhenunterscheidung möglich ist.

    bei der passiven Wanderwelle (die nur an Toten untersucht wurde) ist jedoch das Schwingungsmaximum bei einer hohen Frequenzauflösung zu unpräzise/unscharf


    • aktive Wanderwelle bei der aktiven Wanderwelle (welche an der lebenden Cochlea erforscht wurde) wirken die ÄHZ mit.
    • die ÄHZ haben den Effekt durch ihre Längenverschiebung (die sie willkürlich beeinflussen können) zu Verstärken oder zu dämpfen. Das geschieht in dem sie durch die Längenveränderungen die Schwingungen der Basilarmembran abschwächen oder verstärken.

    • Durch die Fähigkeit der "Verstärkung" und "Dämpfung" vor allem von leisen Schalldruckpegeln spricht man hier von einem nicht-linearen-cochleären Verstärker.
    • Dadurch ist die Frequenzauflösung bei einem Schwingungsmaximum für hohe Frequenzen wesentlich präziser/schärfer, da die ÄHZ aktiv mitwirken.

    Fällt diese Fähigkeit weck, da die ÄHZ geschädigt sind  z.B. durch eine Lärmschädigung, dann ist die Lautstärkeempfindung für leise Pegel gestört, was auf das Rekruitment Phänomen (Lautheitsausgleich)  hinweist!
  101. Beschreiben sie die retrocochleären Wege und Stationen - beginnend bei den Nerven, die von den inneren Haarzellen ausgehen, bis zum Nucleous cochlearis.
    Welche Aufgaben haben diese Strukturen (einschließlich dem N.Cochlearis)?
    • Afferente Fasern an den IHZ leiten Signale an zugehörige Nervenzellen im Ganglion spirale
    • Nervenweiterleitung über Hörnerv (N.cochlearis)
    • Nervenleitung durch inneren GG (meatus acusticus internus)
    • am Kleinhirnbrückenwinkel (KHBW) führt der Hör- und Gleichgewichtsnerv zum Hirnstammim Hirnstamm, genauer im Bereich der Cochleakerne teilen sich die Nervenfasern des 1.Neurons in 2 Kerngebiete auf. Die Olivenkerne sind sozusagen eine Verteilerstation für parallele Signalwege (Verbesserung der Frequenztrennung) - Nucleus cochlearis ventralis  -  Nucleus cochlearis darsalis
  102. Beschreiben sie das Phänomen der Gehörgangsresonanz und nennen sie deren Größe?
    Die GG-Resonanz auch (OEG) genannt, ist die Eigenresonanz des äußeren offenen Gehörgangs. d.h. (ohne das ein Ohrstöpsel oder eine Otoplastik eines HG`s im Ohr sitzt)

    Die Verstärkung ergibt sich aus der Resonanz durch die Länge des GG. Sie ist am stärksten im Bereich zw. 2-3kHz ausgeprägt, wo sie in etwa 20dB betragen kann
  103. Beschreiben sie die Vorgänge im MO, die zur Schallverstärkung dienen?
    Die Schallverstärkung im MO kommt durch die Impedanzanpassung zustande.

    Diese wird 1.mal durch die Flächentransformation durch das TF (~55mm2) auf das ovale Fenster (3,2mm2) - ca.1,3-fache Verstärkung, und 1.mal durch die Hebelwirkung der GKK, ca. 17-fache Verstärkung verwirklicht.

    Dadurch ergibt sich ca. eine 22-fache Verstärkung die durch Umrechnung unter Berücksichtigung des Druckes 27dB beträgt.

    Wäre keine Impedanzanpassung vorhanden, oder wäre die GKK steif dann würden ca. 98% des ankommenden Schalldrucks am runden Fenster reflektiert werden. (also nur 2% effektiv ins IO übertragen werden). Deshalb muss der Luftschall (atmosphären Druck) eine Anpassung an den Flüssigkeitsschall erfahren, da die hohen Pegel und geringen Drücke von Luft, auf die "notwendigen" geringen Pegel und hohen Drücke die für die Flüssigkeit im IO notwendig sind, angepasst werden müssen. Dadurch werden ca 98% der ankommenden Schalldrücke effektiv ans IO übertragen!
  104. Erläutern sie, in wieweit ein chronischer Tuben-MO-Katarrh das Hörvermögen des Menschen beeinflussen kann?
    • die Form des chronischen TMK entsteht, wenn im akuten Stadium keine Behandlung erfolgt.
    • Prinzipiell ist ein TMK eine Begleiterscheinung einer chronischen Tubenventilationsstörung - oftmals bedingt durch (Tumore, Schwellungen im Nasen-Rachen-Raum und durch Behinderung der Nasenatmung, Nebenhöhlenentzündung, nicht ausgeheilte MO-Entzündung)
    • Folgen bei fehlender Luftzufuhr/Druckausgleich:
    • Unterdruck im MO
    • Verdickung der Schleimhäute bis zur Paukensklerose
    • Flüssigkeitsansammlung im MO
    • TF-Retraktion (Einzug ins MO)
    • Unterdruck im MO

    • Symptome:
    • Rauschen im Ohr 
    • zunehmende SH

    durch den dauerhaften Unterdruck und die fehlende Belüftungs- und Druckausgleichsfunktion verändert sich die Beschaffenheit im MO. Die Schleimhäute verdicken und können bis zur Paukensklerose ausarten. Es kann sich Flüssigkeit ansammeln und durch entzündliche Prozesse Gewebe schädigen und auch auf umliegende Gebiete wie das IO übergreifen.

    Im Anfangsstadium wird sich eine SL-SH mit breitbandigem Verlauf abzeichnen, wobei im fortgeschrittenem Stadium durchaus IO-Befall möglich sein kann.
  105. Was versteht man unter einer Perzeptions-SH?
    Bei einer Perzeptions-SH, funktioniert alles ganz normal - ohne Beeinträchtigung, lediglich die Nervenweiterleitung ist verlangsamt!
  106. In welchem Bereich des Gehirns findet das erlernen von Sprache statt?
    nach dem Auditorischen Cortex befindet sich das sogenannte Wernicke Zentrum.

    Der Auditorische Cortex ist für das Bewusstsein zuständig, hingegen das Wernicke Zentrum für das erlernen von Sprache, es ist also das eigentliche Sprachzentrum!!
  107. Wie funktioniert die Analog-Digital-Umwandlung beim Menschen (in Zusammenhang mit dem Hörorgan)?
    Die Cochlea wandelt die vorhandenen mechanischen Inputs in neuronale Impulse um, die die Hörbahn entlang rasen und schlussendlich im Gehirn landen. Sozusagen werden aus mechanischen Informationen - elektrische Impulse die über die Nerven - neuronal weitergeleitet werden! (afferent/efferent)

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