Literaturdidaktik - Kapitel 06 - Epische Texte

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Author:
Honigbohne
ID:
260383
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Literaturdidaktik - Kapitel 06 - Epische Texte
Updated:
2014-02-05 12:49:03
Tags:
didaktik
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  1. Ziele: Epik als Gattung
    • durch Merkmal "erzählend" von anderen Texten abgegrenzt
    • dann erzählend, wenn Text eine durch einen Erzähler vermittelte Handlung darstellt
    • Merkmal "literarisch" -> Literarische Texte sind fiktionale und/oder poetische Texte im Medium der Sprache
    • sog. Mischformen, die mehreren Gattungen angehören (z. B. Ballade)
  2. Ziele: Untergattungen der Epik
    • Einfache Formen: Legende, Sage, Volksmärchen
    • Kunstformen: Lang-/Großformen (Epos, Roman) oder Kurz-/Kleinformen ( Fabel, Novelle, Kurzgeschichte,...)
    • fließende Übergänge
  3. Funktionen epischer Texte
    • offenbar Erfüllung eines Grundbedürfnisses -> können chaotisch erscheinender Wirklichkeit Sinn verleihen
    • wirklichkeitsverschleiernde Funktion (Leser kann neue Sichtweisen in bisherige Wahrnehmung integrieren -> Lebenswirklichkeit neu betrachten)
  4. Funktionen der Untergattungen
    • einfache epische Formen: (Märchen,...) Bewältigung von Konfliktsituation durch Helden
    • Epos/Roman: Versuch. mit Handlung eines Subjekts zugleich Totalität d. entsprechenden gesellschaftl. Wirklichkeit zu fassen
  5. Bezugskompetenz als Ziel
    • Bezugskompetenz damit SuS Texte überhaupt für sich nutzen können
    • SuS sollen sich neue Sichtweisen in Beziehung von Subjekt & Außenwelt aneignen & diese für eigene Lebenswirklichkeit nutzen
    • Ziele konkretisieren (Bedeutungspotenzial d. Textes, Interessen d. SuS beachten) -> verschiedene Sichtweisen möglich
    • weitere Ziele: Förderung d. Empathie & d. Lesemotivation
  6. Textauswahl
    • Lehrpläne -> Einschränkungen
    • soweit möglich Texte von Lehrer & SuS gemeinsam aussuchen 
    • Grundsätzliche Frage? mit welchen Texten erreicht SuS zentrale Ziele d. Literaturunterrichts?
  7. Textauswahl: Thematisches Interesse
    • als persönlich lohnend empfinden ( nicht der Fall nur weil Texte Alltagsnähe aufweisen -> großes Interesse an fantastischen Erzählungen)
    • das behandeln was für SuS von Bedeutung ist
    • "große Frage" nach Freundschaft, Liebe, Tod,.. -> Kaspar H. Spinner "anthropologische Grundfragen"
  8. Textauswahl: Angemessener Grad an Fremdheit
    • durch neue Sichtweisen herausfordern, nicht überfordern
    • keine Texte, die nur bereits bekannte pol. oder päd. Lehren darbieten
    • keine Texte, die Klischees darstellen & imaginäre Wunscherfüllung anbieten (Lernziele können nicht erreicht werden)
    • keine Texte mit möglichst ungewöhnlichen Sichtweisen, da an bisherige Schemata d. SuS nicht o. kaum anschlussfähig
  9. Textauswahl: Schwierigkeitsgrad d. Texerschließung
    • SuS selbst Texte erschließen -> Texte dürfen nicht zu schwer sein
    • welche Untergattungen für welche Klassenstufe? nur Tendenzen
    • Grundstufe -> Erzählungen, einfache Volksmärchen
    • 5./6. Klasse -> Fabeln, Märchen, Sagen
    • 7./8. Klasse -> Schwänke & Anekdoten
    • 9./10. Klasse -> Romane d. Jugend- & Unterhaltungsliteratur, Novellen, Parabeln,...
    • steht nicht Textverstehen als Lernziel im Vordergrund, sondern Vermittlung von Wissen -> Trivial- & Unterhaltungsliteratur einsetzen
  10. Kategorien für Textanalyse
    • Große Bedeutung
    • Ebenen d. Textanalyse -> Handlungs- & Darstellungsebenen stehen in Beziehung zueinander
  11. Kategorien für Textanalyse: Handlungsebene
    • gewinnt an Bedeutung
    • häufig auf Figurenanalyse beschränkt
    • Ungeeignet zum erfassen dynamischer Strukturen von Handlungen
    • Komplikationsmodell nach Jörn Stückrath -> konkrete Abfolge von Handlungselementen in einem Text lässt sich auf Handlungsmuster zurückführen, die für alle Erzähltexte grundlegend ist
    • a) Komplikation:
    •   - stets an eine Figur geknüpft, welcher ein Gut besonders wichtig ist (materiell, personal, ideell)
    •   - Grund -> Person kann ihr Gut nicht ungestört genießen
    •     - Gut noch nicht besitzend (Mangelsituation)
    •     - Gut verloren o. Gefahr es zu verlieren (Schädigungssituation) 
    • b) Auflösung:
    •   - negative o. positive Auflösung d. Komplikation -igur gewinnt gut (zurück) oder nicht
    • c) Faktoren für Komplikation & Auflösung:
    •   - versch. Faktoren sind maßgeblich (Natur, Gesellschaft, Schicksal)
    •   - Eigenschaften d. Figuren (soziale, geistige o. moralische) sind für Komplikationshandlung entscheidend
    •     -> starke Verbindung von Handlungs- & Figuenanalyse
    •     - Grundlegendes Instrumentarium: Ein/ Mehrdimensionalität, dynamisch/statisch, Figur = Held/Gegenspieler/Helfer
  12. Kategorien für Textanalyse: Darstellungsebene
    • stets berücksichtigt, gilt jedoch fachwissenschaftlich als überholt (F. Stanzel definierte die auktoriale, personale und Ich-Erzählsituation)
    • Besser: Modell von J. Petersen: Ich- & Er-Form
    • Modell von G. Genette: Perspektivierung, Erzähler, Zeit
    • -> Modelle werden kaum miteinander vermischt und terminologisch uneinheitlich benannt
    • Aspekte der Perspektivierung: Außensicht & Innensicht (Erzähler sagt mehr/weniger/genau was eine der Figuren weiß)
    • Aspekte d. Erzählers: Erzählerkommentar, Beteiligung d. Erzählers an der Handlung
    • Aspekte d. Zeit: chronologische Erzählweise, Zeitdeckend, Zeitraffend
    • Weitere Aspekte: Abfolge, Erzählgeschwindigkeit, einmalige/mehrfache Darstellung, Abstand d. Erzählers zu Handlung, Ebene d. Erzählens, vom Erzähler entworfener Adressat, (un-)zuverlässigkeit des Erzählers
  13. Zeitpunkt d. Erwerbens
    • Abfolge d. Erwerbens von Kategorien: SuS sollen am Ende der Sek 1 über grundlegendes Instrumentarium zur Erzähltextanalyse verfügen
    • Handluchs- bzw Figurenanalyse: Beginn in Primarstufe der Sek 1 mit Benutzung anderer Fachtermini (Lage/Problem + Lösung + Ursachen)
    • Darstellungsanalyse: Beginn in Sek 1 mit Außen-/Innensicht, Rückwendung/Vorausdeutung -> Ab 7. Jgs mit Perspektivierung, Erzählkommentar und Ich-/Er-Erzählung -> Ab Oberstufe Einführung d. Rede-/Gedankenwiedergabe & Erfassung d. Zeitgestaltung & d. Erzählens
  14. Methodische Gestaltung von Unterricht
    • Angemessene Auswahl von Methoden für Textverstehen und Zielerreichung der SuS ausschlaggebend
    • Textanalyse
    • Handlungs- & produktionsorientierte Methode
    • Wirklichkeitsbezug
  15. Methodische Gestaltung von Unterricht: Textanalyse
    • Textanalyse durchführen zum Erkennen von Figureneigenschaften ( mit Handlungsanalyse verbinden)  -> durch hypothesengeleitete Vorgaben erleichtern
    • Darstellungsanalyse danach
  16. Methodische Gestaltung von Unterricht: Handlungs- & produktionsorientierte Methode
    • SuS sollen Geschichte aus Sicht einer d. Figuren neu erzählen
    • Für Fabeln, Märchen & Sagen weniger geeignet, da den eindimensionalen Figuren keine Gedanken- & Gefühlswelt zusteht
    • Mit Hilfe d. Unterrichtsgesprächs vergleichen & auswerten
    • Kann helfen Sichtweise zu relativieren & erkennen d. versch. Sichtweisen
    • Zentrale Methode für Interpretation v.a. Gesamtinterpretation v. epischen Texten
  17. Methodische Gestaltung von Unterricht: Wirklichkeitsbezug
    • nicht für alle epischen Texte notwendig
    • bietet sich für Fabeln an
    • Für sonstige Texte HPLU wie Figureninterview besser geeignet als explizite Überlegungen
  18. Methodische Gestaltung von Unterricht: Weitere Methoden
    • Textnahes Lesen
    • produktionsorientierte Verfahren
    • emotionale Beteiligung am Text

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