Literaturdidaktik - Kapitel 09 - Literaturgeschichte & Kanon

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Author:
Honigbohne
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260544
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Literaturdidaktik - Kapitel 09 - Literaturgeschichte & Kanon
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2014-02-06 09:23:46
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  1. Warum ältere Texte? Bestandaufnahme & Ziele: Schwierigkeiten
    • schwindende Bedeutung in Gesellschaft
    • pluralistische Gesellschaft mit individuellen Stil- Geschmackspräferenzen -> Kanon muss begründet werden!
    • Audiovisuelle & digitale Medien
    • Deutschunterricht soll Bedingungen des globalen Wettbewerbs untergeordnet werden
    • Texte nicht altersgerecht (komplex; fremd in Sprache, Form, Thema & Weltansicht)
    • Kein schnelles Lesevergnügen wie bei Trivialliteratur
    • Gidion -> "Erkenntnisaltruismus" (Frage nach Sinngehalt zunächst zurückstellen)
  2. Warum ältere Texte? Bestandaufnahme & Ziele: : Bildungspläne
    • Texte vor 1900 im historischen Kentext erschließen -> Beschluss v. Kultusministerkonferenz
    • Einheitliche Prüfungsanforderung in Abiturprüfung:
    •   1. Fundierte, breit angelegte "literaturgeschichtliche Grundbildung", Fähigkeit zur kontextbezogenen Interpretation
    •   2. Grundlage zu gesellschaflichem Diskurs sowie Tradierung & Förderung eines kulturellen Gedächtnisses
    •   3. Aktive Auseinandersetzung mit Literatur & Sprache
  3. Warum ältere Texte? Bestandaufnahme & Ziele: Traditionwahrung
    Beitrag zur Weltkultur, Enkulturation & Identitätsentwicklung der Heranwachsenden
  4. Warum ältere Texte? Bestandaufnahme & Ziele: Kommunikation
    • Kultur erhält sich mit "gemeinsamen Geschichten"
    • bietet gemeinsame Verständigungsmöglichkeit
  5. Warum ältere Texte? Bestandaufnahme & Ziele: historisches Bewusstsein
    • wird durch realistisch-anschauliche Bilder der Vergangenheit gefördert (Schiller-Kabale & Liebe und Fontanes Berliner Gesellschaftsromane)
    • durch künsterisch verdichtete & exemplarische Geschichten über Leben und Leiden von Figuren wird subjektive Vorstellung von Vergangenheit gefördert
  6. Warum ältere Texte? Bestandaufnahme & Ziele: Erkenntnis durch Vergleich
    • Vergleich eigener Befindlichkeiten, Lebensweisen, Erfahrungen & Einstellungen mit literarischer Gestaltung anderer Zeiten
    • Hüppauf -> "Beschäftigung mit der Vergangenheit aus Engagement für die Gegenwart
    • Müller-Michaels -> "Bedeutung anthropologischer Grundfragen" (Werte & Normen, Liebe & Partnerschaft, Krieg, Tod, etc)
    • Horizonterweiterung für Leser
  7. Warum ältere Texte? Bestandaufnahme & Ziele: das ästethisch Vortreffliche
    • Begegnung mit literaturgeschichtlich relevanten Texten = Begegnung mit vortrefflich Gelungenem
    • Gernhard -> "Gut gefühlt/gut gefügt/gut gedacht/gut gemacht"
  8. Warum ältere Texte? Bestandaufnahme & Ziele: Personale Bglaubigung
    • Enge literturgeschichtliche Grundbildung muss gelebt werden, damit diese beglaubigt ist & der nächsten Generation weitergegeben wird
    • Heine -> Die Literaturgeschichte is "die große Morgue wo jeder seine Toten aufsucht,die er liebt und womit er verwandt ist."
    • Lehrer sollen zeigen, dass Literaturgeschichte nicht oll von unbedeutenden Toten ist
  9. Kanon und Textauswahl
    • Zusammenstellung als exemplarisch ausgezeichneter und besonders ehrwürdig gehaltener Texte
    • Kenntnis gilt für eine Nation o. Kulturkreis als Ausweis v. lit. Bildung
    • Verpflichtender Charakter
    • Gibt Beratung, Orientierung & Hilfestellung
    • Unterliegt ständiger Revision (Änderung/Überarbeitung)
  10. Schulkanon
    • Entwicklung war abhängig von gesellschaftl. Tendenzen
    • Seit Mitte 19. Jhd glaubte man dass sich in Entwicklung dt. Eigenart zeige (Goethe, Schiller, Lessing, Klopstock,...)
    • Anfang 20. Jhd Hölderin, Kleist
    • Nach 1945 Kafka; Mitte 1960 Brecht
    • Heute kein festgeschriebener Kanon (Ausnahme Goethes Faust 1)
    • Funktioneller Kanon dominiert 
    • Lektüre soll exemplarisch, wirkungsmächtig, lebensweltlich sein
    • Goethes Werter & Romane Fontanes meist Abiturvorbereitung
  11. Lernziel-Kontextbezug
    • Bildungsstandard für mittleren Schulabschluss: Zusammenhang v. Text, Entstehungszeit, Autor bei Arbeiten an gegenwärtigen & vergangenen Texten herstellen)
    • Im Abitur (EPA): historischer Kontext, Entstehungszeit, Autorenbiografie, Epochen, Motivgeschichte, geistesgeschichtlicher Zusammenhang
    • Eibli -> Texte = Problemformulierungen ihrer Zeit (manchmal bieten sie Lösungsversuche)
  12. Notwendigkeit Kotextuierung
    • Situationsabhängig (Je näher Text am Weltbezug d. Lesers, desto weniger Kontextuierung notwendig)
    • Oftmals müssen erst Probleme einer bestimmten Zeit erschlossen werden, bevor Text verstanden werden kann (Gryphius - Thränen des Vaterlandes)
    • Hist. Verstehenskompetenz muss beginnend in Sek 1 über Jahre ausgearbeitet werden
    • Bsp. Brecht- Böser Morgen (1953): 1) hist. Zeitpunkt Juli/Aug 1953 nach Volksaufstand in DDR; 2) Brechts pol. Haltung & Bejahung d. Sozialismus; 3) Brechts Verstörung über Ereignisse; 4)All dies einbeziehen in Gedichtsinterpretation
  13. Literaturgeschichtliches Überwissen: Epoche
    • Titzmann -> "Epoche ist Teil-Zeitraum d. Literaturgeschichte"
    • Gemeinsamkeiten dieser Räume unterscheiden sich von anderen "Teil-Zeiträumen"
    • Gemeinsamkeiten = Auswahl & Auffassung v. Themen, Darstellungsweise, Kunstverständnis
    • z.B. Barock, Aufklärung, Sturm & Drang, Romantik
  14. Literaturgeschichtliches Überwissen: Wechselseitige Erhellung
    • Wissen über Epoche hilft Text besser zu verstehen
    • Text hilft zeitliche Themen d. Epoche zu verstehen
  15. Literaturgeschichtliches Überwissen: Orientierung
    • Orientierung über Entwicklung dt. Literatur
    • Spinner -> (Kompetenzkatalog 11 Aspekte lit. Lernens) Kompetenz Literarische Texte sind Reaktion auf Vorangegangenes WICHTIGER ans Aneingung v. Epochenmerkmalen
    • Korte -> weitere Kritik -> ohne Reflexion fragwürdige Periodisierungen und Epochenbegriffe als geschichtlich real ausgegeben; Oft Erkenntnislosigkeit & zusätzlicher Lernstoff
    • Epochenbegriffe & deren Wichtigkeit bleiben jedoch erhalten: 1. problemorientierte Texte werden in Unterricht aufgenommen; 2. Epochenumbrüche zeigen, dass Phänomene, Autoren & Werke nicht eindeutig zugeordnet werden können; 3. Epochenbegriffe= Wegweisen zum Erschließen v. Texten (Form, Welt- & Menschenbilder)
  16. Literaturgeschichtliches Überwissen: EPA Maximalkatalog verlangt
    • 1. fundierte, breit angelegte Grundbildung als Orientierungswissen über dt. Sprache & Literatur
    • 2. Kenntnis d. Literatur in Bezug auf Gattungen, Epochen & hist. Kontext
    • 3. Verständnis über Verankerung in europ. Kultur- & Geistesgeschichte
    • 4. Epochenkenntnis über Mittelalter, Barock, Aufklärung, Klassik, Romantik, Realismus, ausgehendes 19. Jhd., 20. Jhd, Gegenwart sowie Antike & Weltliteratur

    -> Ansprüche & Formulierungen schlichtweg unrealistisch
  17. Literaturgeschichtliches Überwissen: 2 Modelle d. Reduktion von literaturgeschichtlichem Wissen
    • 1. Epochendurchgang
    • breit angelegt aber nicht fundiert

    • 2. Exemplarische Querschnitte
    • fundiert aber nicht breit angelegt
  18. Literaturgeschichtliches Überwissen: 2 Modelle d. Reduktion von literaturgeschichtlichem Wissen: Epochendurchgang
    • Beginn etwa Klasse 10
    • Chronologische Abfolge d. Epochen
    • Literaturgeschichtliches Wissen & exemplarische Lektüre werden verbunden
    • Epochenbegriffe tragen zu Textverständnis bei
    • -> Wechselbeziehung
  19. Literaturgeschichtliches Überwissen: 2 Modelle d. Reduktion von literaturgeschichtlichem Wissen: Exemplarische Querschnitte
    • Konzentration auf 1 o. 2 vertiefende Erkundungen literaturgeschichtlicher Umbrüche
    • Lit. Texte werden in kultur- o. sozialgeschichtliche Kontexte eingebettet
    • Seit 1980er Jahre Ordnungsprinzip d. thematisch orientierten Unterrichtsvorhaben (Themen wie Liebe, Krieg, Familie, Recht, werden verglichen & hist. Kontext untersucht

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