Arbeitswissenschaften - Kapitel 5

Card Set Information

Author:
Anonymous
ID:
268332
Filename:
Arbeitswissenschaften - Kapitel 5
Updated:
2014-03-30 08:55:01
Tags:
Kap
Folders:

Description:
Kapitel 5 Arbeitswissenschaften
Show Answers:

Home > Flashcards > Print Preview

The flashcards below were created by user Anonymous on FreezingBlue Flashcards. What would you like to do?


  1. Was sind sensumotorische Tätigkeiten
    • Tätigkeiten, die automatisiert ablaufen. "Vorprogrammierte Handlungen", also Muster.
    • Es gibt wenig bewusste Einflussmöglichkeit auf die Tätigkeit. Nachdenkung und Ablenkung können dazu führen, dass die Tätigkeit nicht mehr richtig ausgeführt werden kann.
    • Bsp. Sturz beim Skifahren durch Handyklingeln
    • Bsp. Tennisaufschlag reinrufen
    • Bsp. Klavierspielen, nachdenken

    Reiz -> Sensorik -> Kognition -> Motorik -> Handlung

    in der Sensumotorik ist die Kognition nicht vorhanden??? Nicht dominant???

    Bei Personen mit großer Übung passiert im Gehirn eine Kopplung der Areale für Sensorik und Motorik, beim Klavierspielen also z.B. eine Kopplung zwischen Ohr und Hand
  2. Was bedeutet vorwiegend körperliche und vorwiegend nicht-körperliche Arbeit?
    ???
  3. Was sind Formen menschlicher Arbeit?
    vorwiegend körperlich, vorwiegend geistig???
  4. Den menschlichen Handlungsapparat als Biomechanisches System erläutern können
    Der menschliche Handlungsapparat besteht aus einer Reihe von mechanischen Komponenten. Das Skelett wirkt als Balken oder Stäbe, Sehnen, Muskeln und Bänder wirken als Zugseile. (Die Bandscheibe dämpft. Muskeln, Bänder und sehnen federn.)

    Die Schwerpunkte des Menschen liegen in der Regel übereinander in einer Reihe. Dadurch lässt sich die Aufrechte Haltung etwa im Vergleich mit Affen bei sehr geringem muskulärem Aufwand halten.

    Am Oberkörper wirken auf der vorderen Seite Bauchmuskeln, auf der Rückseite eine Zuggurtung als Verspannungssystem.
  5. Wie ist das prinzipielle Funktionsprinzip eines Muskels
    Ein Muskel besteht aus Muskelfasern, Nerven und Blutgefäßen. Eine Muskelfaser setzt sich aus Muskelfibrillen zusammen. Dort sind die Eiweiße Myosin und Aktin miteinander verhakt. Bei starker Verhakung zieht sich der Muskel zusammen, bei schwacher verhakung ist der Muskel entspannt. Um ihn zu dehnen benötigt man eine Gegenkraft, meist ausgeführt durch einen auf der Gegenseite des Knochens angebrachen Zugmuskel. Einer der Muskeln beugt ein Gelenk, der andere streckt es.
  6. Was ist der Unterschied zwischen statischer und dynamischer Muskelarbeit?
    • dynamische Muskelarbeit:
    • Wechsel von Spannung und Anspannung des Muskels, hoher Blutbedarf, gute Durchblutung.
    • Bsp. Kurbeln
    • Anspannungszeit kleiner 5-7s

    • statische Muskelarbeit:
    • langanhaltender Kontrationszustand, mittlerer Blutbedarf, schlechte Durchblutung,
    • Bsp. Last halten
    • Anspannungszeit größer 5-7s

    • Matrix:
    •               Verkürzung   Verlängerung    konst. Länge

    • Anspannung
    • Entspannung


    konst. Spannung
  7. Was sind die Folgen ungünstiger Körperhaltungen?
    Folgen ungünstiger Körperhaltung:

    - vorzeitige Muskelermüdung durch mangelhafte Versorgung der Muskeln mit Blut

    - Entstehung von Muskelerhärtungen (Myogelose) durch unzureichende Milchsäureabfuhr

    - Erhöhter, unproduktiver Energieumsatz zur Aufrechterhaltung der ungünstigen Körperhaltung. Bsp.: Steharbeitstisch ist zu tief -> Herunterbeugen ist anstrengend und trägt nicht zur Produktivität bei

    - Vermehrte Kreislaufbeanspruchung infolge ungünstiger hydorstatischer Verhältnisse -> Blutzufuhr und Lymphfluss sind behindert?

    - Als Folge davon Flüssigkeitsstau in den untere Extremitäten mit Bildung von Varianzen und Ödemen

    - Veränderung von Bändern und Gelenken (Hüft-, Knie- und Fußgelenk) mit Deformationen der Füße

    - Unphysiologische Wirbelsäulenverkrümmung

    - Schmerzzustände als Folge der aufgeführten körperlichen Veränderungen

    - Nachlassen der Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft

    - Erhöhte Fehler- und Unfallgefahr durch Ermüdung

    • Die Bandscheibe wird beansprucht. Bei ungleichmäßiger Belastung der
    • Wirbelsäule verformen sich die Bandscheiben und können auf die Nerven
    • drücken. Im schlimmsten Fall kann die Bandscheibe einreißen und die
    • Flüssigkeit austreten sodass die dämpfende Wirkung der Bandscheibe nicht
    • mehr gegeben ist.Es ist günstiger für die Bandscheibe, wenn
    • Lasten körpernah getragen werde. Heben von Lasten nicht aus dem Rücken,
    • sondern aus den Knien. Es muss allerdings ein Gleichgewicht gefunden
    • werden, weil es sonst mit der Zeit auch zu Knieproblemen kommen kann.
  8. Wie lauten Leitregeln für die Körperhaltung?
    besser dynamische Arbeit als statische Arbeit

    Jede Körperhaltung ist eine erzwungene: Haltung häufig wechseln, Arbeit abwechslungsreich gestalten, Job rotation...

    Es ist sinnvoller, einen Wechsel der Körperhaltung schon in der Tätigkeit zu definieren, als den Ausführenden von sich aus die Haltung wechseln zu lassen, da es zu Zeitverlust führt

    Unnatürliche Haltungen (verdreht, gebückt) und längere zu Ermüdung führende Tätigkeiten sind zu vermeiden

    Wechsel der Körperhaltung ist zu ermöglichen

    Wechsel in der Arbeitsposition zwischen Stehen, Sitzen und Gehen

    Hauptarbeitsposition: Sitzen!

    Abstützungen für den Körper installieren, sodass unausgeglichene Körperhaltungen vermieden werden

    Die Körperhaltung muss mit den Kraftanforderungen übereinstimmen: Hilfsmittel da, wo große Lasten bewegt werden/große Hebel wirken
  9. Analysieren Sie statische Haltungsarbeit nach dem Belastungs-Beanspruchungskonzept!
    Belastungskenngrößen:

    • Gelenkstellung
    • Häufigkeit des Haltungswechsels
    • Einschränkung bei der Körperhaltung
    • Dauer einer bestimmten Körperhaltung

    Menschliche Leistungsbedingungen:

    • Muskelkräfte des Haltungsapparates (Rückentraining...)
    • Vorschädigung der Wirbelsäule
    • Körperbau (Eigengewicht)
    • Körpergröße (Momente)

    • Methode der Beanspruchungsmessung:
    • Messung der elektrischen Aktivität ausgewählter Muskelgruppen (EMG)
    • Subjektive Befragung

    • Typische Gestaltungsmaßnahmen:
    • Wechsel der Haupttätigkeiten
    • Sitzen als Haupthaltung
    • Sitz-/Stehhilfen
    • Abstützungen
  10. Was ist der Zusammenhang zwischen Haltekraft und Haltezeit bei statische Haltearbeit?
    Haltekraft über Haltezeit: Hyperbel

    -> Kleine Lasten lassen sich sehr lange halten, große Lasten lassen sich sehr kurz halten, mittlere Lasten lassen sich etwas weniger als mittellang halten

    Diagramm Abnahme der Maximalkraft bei statischer Haltearbeit ist unverständlich!!!!
  11. Erholzeitberechnung für statische Haltearbeit


    für 

    •     Erholungszuschlag in % von
    • t       Haltezeit in min
    • T       maximale Haltezeit in min
    • k       Haltekraft in kg
    • K      maximale Haltekraft in kg
  12. Was sind Varianten der Belastungsreduktion (Haltezeit vs. Haltekraft)?
    Die Belastung lässt sich verringern indem entweder Haltezeit oder Haltekraft verringert werden...?
  13. Analysieren Sie statische HALTEarbeit nach dem Belastung-Beanspruchungskonzept!
    Belastungskenngrößen:

    • Masse des zu haltenden Gewichtes
    • Haltedauer
    • Abstand des Gewichtes vom Körper -> Geometrische Bedingungen des Kraftangriffspunktes
    • Art des zu haltenden Gewichtes (Oberfläche, starr, beweglich)
    • Masse des mitzutragenden Körpergewichtes (z.B. Armmasse..)
    • Griffbedingungen (Griff, scharfe Kante..)

    • Menschliche Leistungsbedingungen:
    • Maximal- und Ausdauerkräfte für einzelne Muskeln und Muskelgruppen
    • Geübtheit

    • Methode der Beanspruchungsmessung:
    • Messen der Herzschlagfrequenz
    • EMG
    • Befragung

    • typische Gestaltungsmaßnahmen:
    • Pausen machen
    • wenig Masse lange halten oder viel Masse kurz
    • Lasten körpernah heben
    • Griffe, Oberfläche der Last
    • Last auf Muskelgruppen verteilen
    • Abstützhilfen, Abstützung von Körperteilen (Bsp. hochhebeln statt aus dem Rücken heben)
  14. Merksätze zur Gestaltung der Haltearbeit
    Besonders kräftige Muskelgruppen wählen, damit die erforderliche Belastung in Vielfachen der Dauerleistungsfähigkeit gering ist

    Optimale Gelenkstellung wählen (Überkopf nicht hinten sondern vorne halten)

    optimale Kraftrichtung für Bedienteil wählen (???)

    Optimale Arbeitsgeschwindigkeit wählen(???)

    Arbeitsformen mit erheblichen zusätzlichen statischen Belastungen vermeiden (Kniend, vornübergebeugt, überkopf...)

    Die Ermüdung des schwächsten Gliedes der Muskelkette bestimmt die Leistung (Wenn Greifen schwierig, weil die Oberfläche rutschig, kann man womöglich nicht mehr halten obwohl die Last nicht schwer ist)

    Die Muskelbelastung kann vermindert werden indem Körpergewicht oder Teile davon bei der Kraftwirkung mit eingesetzt werden (auf Bohrmaschine lehnen, im Stehen Fahrrad fahren, schwere Tür aufmachen, Teig kneten mit ausgestreckten Armen)

    Einsatz parallel geschalteter Muskelgruppen (Halten mit 4 Fingern statt mit einem)

    Verwendung von Einspann- und Aufhängevorrichtungen (beim schleifen, bohren...)

    Doppelbelastung von Haltungs- und Haltearbeit vermeiden

    hohe Kräfte nur kurzzeitig fordern

    geeignete Körperhaltung und stabiles Gleichgewicht

    geeignete Griffe und Stellteile in günstiger Griffhöhe und Anordnung (nicht zu weit auseinander, nicht zu nah beieinander) Griffabstand Männer: bis 110cm Frauen: bis 100cm

    günstige Bewegungsrichtung

    geringe Häufigkeit, kurze Haltedauer

    Einsatz mechanischer Hilfen

    Einsatz einer geeigneten Person

    Einsatz mehrerer Personen

    schwere Lasten rumpfnah heben

    bei geringer unterer Griffhöhe in die Hocke gehen
  15. Was ist der Unterschied zwischen schwerer und einseitig dynamischer Muskelarbeit?
    schwere dynamische Muskelarbeit:

    • mehr als 1/7 der Muskelmasse im Einsatz
    • Rumpf ist beteiligt
    • Beine sind beteiligt
  16. Was bedeutet Energieumsatz beim Menschen und wie wird er gemessen?
    Nahrung + Sauerstoff -> mechanische Arbeit + Kohlendioxid + Abfallstoffe + Wärmeenergie

    "Bei bekannten Verbrennungsgleichungen der Nahrungsmittel kann aus dem gemessenen Sauerstoffverbrauch direkt auf die umgesetzte Energiemenge geschlossen werden"

    Sauerstoff -> mechanische Arbeit

    Die Menge an Sauerstoff, die der Luft bei einer Tätigkeit durch Atmen entnommen wird.

    • Messung: Sack auf dem Rücken in den ausgeatmet wird (Douglas-Sack)
    • Gasuhr

    • Grundumsatz: Energieumsatz zum Erhalt lebenswichtiger Funktionen
    • Freizeit-Energieumsatz
    • Arbeits-Energieumsatz
    • Dauerleistungsgrenze im Jahresmittel nicht zu überschreiten: 13kJ/min (Frauen???), 17,5kJ/min (Männer???)

    • Rechnerische Bestimmung des Energieumsatzes (Summe einzelner Tätigkeiten, statisch/dynamisch aus):
    • Dauer [min] x Energieumsatz laut Energieumsatztafel [kJ/min]
  17. Beziehung zwischen Pulsfrequenz und Belastung skizzieren
    S.91-96!!!

    • Arbeits-Herzschlagfrequenz über Arbeitsenergieumsatz: Parabeln, die auf Winkelhalbierender liegen
    • -> statische Arbeit: geringer Energieumsatz, geringer Ausgangspuls, bei höherer Last steigt der Puls
    • -> kleine Muskelgruppen: höherer Energieumsatz, höherer Puls
    • -> große Muskelgruppen, zu hohe oder niedrige Geschwindigkeit (auch zu niedrige Geschwindigkeit kann anstrengend sein)
    • -> große Muskelgruppen, optimale Geschwindigkeit

    Arbeitspulsfrequenz über Arbeitsdauer

    • Anfänglich starker Anstieg, dann Erreichen eines konstanten Arbeitspulses. Bei höherer Belastung, z.B. schnelleres Laufen: höherer Puls.
    • Ist die Belastung zu groß stellt sich kein konstanter Puls mehr ein, sondern er steigt immer weiter. Passiert dann, wenn die Muskulatur nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden kann

    Erholungspulssumme: Anzahl der Pulse, die benötigt wird, um wieder auf den Ruhepuls zurückzukommen

    Wurde die Muskulatur vorher ermüdet, so ist die Erholungspulssummer überproportional höher als bei Beanspruchung unterhalb der Dauerleistungsgrenze. Die Pause sollte so lang sein, dass sich über mehrere Zyklen keine Erhöhung des Spitzenpulses einstellt
  18. Kurzpausenregel bei körperlicher Arbeit
    Die Erholung ist direkt nach körperlicher Arbeit am wirksamsten. Nach einiger Zeit erholt sich der Körper nur noch langsam. Bei sehr hoher Beanspruchung benötigt der Körper daher deutlich länger, um auf den absolut (nicht relativ) gemessenen Ruhepuls zu kommen. Es ist daher sinnvoller, die Muskel nur für kurze Zeit und weniger stark, zu belasten und viele kurze Pausen zu machen in denen die Steigung der Erholung noch groß ist. So wird eine Dauerleistungsfähigkeit ohne längerfristige Steigerung der Herzschlagfrequenz erreicht.
  19. Schwere dynamische Muskelarbeit nach dem Belastungs-Beanspruchungskonzept analysieren können
    Belastungskenngrößen:

    • Bewegungsfrequenz
    • Masse bewegter Lasten
    • Geometrische Bedigungen der Bewegungsbahn (Länge des Weges, Steigung)
    • Leistungsabgabe
    • Enrgieverbrauch
    • Bewegungsdauer

    • Menschliche Leistungsbedingungen:
    • Geübtheit
    • Muskelkraft
    • Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems

    • Methode der Beanspruchungsmessung:
    • EKG
    • EMG
    • subjektive Befragung
    • Messung der Atemfequenz
    • Messung der Körperkerntemperatur
    • Messung der Schweißabgabe

    typische Gestaltungsmaßnahmen:

    • Hebe- und Tragehilfen
    • Änderung der geometrischen Bedingungen der Tätigkeitsausführung (Verkürzung des Weges...)
    • Kürzere Bewegungsdauer
  20. Merksätze für die Gestaltung von schwerer dynamischer Muskelarbeit
    • Wahl einer kräftigen Muskelgruppe
    • Wahl einer optimalen Gelenkstellung
    • Wahl einer optimalen Kraftrichtung
    • Wahl einer optimalen Arbeitsgeschwindigkeit
    • zusätzliche statische Haltearbeit vermeiden-> Haltevorrichtungen
    • Einsatz des Körpergewichts bei Kraftwirkgung
    • Einsatz beider Arme statt eines Armes
    • Planmäßiger Wechsel der Muskelgruppe
  21. Einseitig dynamische Muskelarbeit
    • weniger als 1/7 der Muskeln im Einsatz
    • Messung durch EMG
    • Maximalkraftmessung als Referenz -> weniger als das, was in Gefahr abgegeben wird
    • Engpass in Muskeln, nicht in Herz-Kreislaufsystem
  22. Einfluss der Betätigungskraft, Bewegungsfrequenz und Dauer einseitig dynamischer Tätigkeiten auf die Beanspruchung!
    • K: Kraftaufwand
    • F: Frequenz
    • D: Dauer

    • Beanspruchung klein für (1 zu 2):
    • K:groß      F:tief       D:klein
    • K:mittel    F: hoch    D:klein
    • K:klein      F:tief       D:groß


    Beanspruchung groß für (2 zu 1):

    • K:klein      F:hoch       D:groß
    • K:groß      F:klein       D:groß
    • K:groß      F:hoch        D:klein
  23. Belastungs-Beanspruchungskonzept für einseitig dynamische Muskelarbeit
    Belastungskenngrößen:

    • Bewegungsfrequenz
    • Betätigungskraft
    • geometrische Bedingungen der Bewegungsbahn
    • Bewegungsdauer

    Menschliche Leistungsbedingungen

    • Geübtkeit
    • Muskelkräfte
    • Koordinierungsfähigkeit

    • Methode der Beanspruchungsmessung:
    • EMG
    • Messung von Leistungskennwerten, z.B. produzierte Stück/Zeit
    • subjektive Befragung

    • typische Gestaltungsmaßnahmen:
    • häufiger Wechsel der Muskeln
    • Einsatz größerer Muskelgruppen
    • Reduktion von Frequenz, Dauer oder Kraft
  24. Prinzip der Bewegungssteuerung
    S.117!!!

    • Auge nimmt Reiz von außen auf, also z.B. Ball fliegt auf mich zu. Im Sensorikbereich des Hirnes wird dieser Reiz in eine Information an die Motorik weitergegeben. Gleichzeitig sendet die Hand ein Signal, wo sie gerade ist. Das nennt man Kinästhetik. Mit den Informationen über Ball und Hand kann die Motorik der Hand befehlen, wo sie hinzugehen hat.
    • Bei bewussten Tätigkeiten wird dieser lange weg eingeschlagen. Bei Sensumotorischen Tätigkeiten wird dagegen ein kürzerer Weg gegangen. Es ist ein Muster vorhanden, das genau beschreibt, was die Hand zu tu hat, wenn der Ball mit einer bestimmten Geschwindigkeit aus einem bestimmten Winkel auf den Menschen zufliegt. Dieses Programm sammelt vor dem Fangen die Informationen des Auges und der Hand und befiehlt der Hand direkt, was sie tun soll, ohne den Umweg über Sensorik und Motorik zu machen.
  25. Belastungs-Beanspruchungskonzept für sensumotorische Tätigkeiten
    • Belastungskenngrößen:
    • Komplexität (viele Input- und Outputgrößen miteinander verknüpfen)
    • Kompliziertheit (Exaktheit erfordert)
    • Bewegungslänge
    • Genauigkeitsanforderungen
    • Sensorische Störungen während der Ausführung (Bsp. Skifahrerin+Handy)
    • Häufigkeit der Bewegungsausführung (Gewöhnung, Training-> einseitig-dynamische Muskelarbeit ist genau andersrum: dort ist oftmalige Ausführung schlecht)
    • Zeitdruck

    • menschliche Leistungsbedingungen:
    • Fertigkeiten
    • Übungsgrad
    • Übungstransfer (Bsp. Saxophon -> Klarinette)
    • Motivation (intrinsisch, extrinsisch, Spielen weil die Eltern es wollen oder man selbst...)

    • Methoden der Beanspruchungsmessung:
    • Messung der elektrischen Aktivität der geübten Muskelgruppen (geringe Anstrengung bei großer Virtuosität)
    • Tremormessung (bei großer Anstrengung)
    • Flimmerverschmelzungsfrequenz (Frequenz, bei der man kein Flimmern mehr wahrnimmt -> bei Erschöpfung niedriger???)
    • Herzschlagarrhythmie (regelmäßiger bei Anstrengung)
    • Hautleitfähigkeit
    • Subjektive Befragung

    • Typische Gestaltungsmaßnahmen:
    • Bewegungsverdichtung (???)
    • Anordnung von Bedienelementen(???)
    • Trainingsprogramm
  26. Leitregeln für Bewegungen
    Bewegungen es Körpers oder von Körperteilen nach natürlichem Bewegungsrhythmus und natürlichen Bewegungsbahnen

    Keine häfigen oder länfer andauernden Bewegungen bei extremen Gelenkwinkeln

    Zwangshaltung vermeiden

    sich wiederholende (identische) Bewegungsabläufe, die zu Beeinträchtigungen, Krankheit oder Verletzungen führen können, vermeiden

    Bewegungsabläufe mit hohen Präzisions- und Genauigkeitsanforderungen stets mit geringem Kraftaufwand

    fir die manuelle Handhabung mit hohen Genauigkeitsanforderungen Hilfsmittel (z.B. Hebezeuge, Führungen, Anschläge) vorsehen. Im Arbeitsbereich muss ausreichend Platz für derartige Hilfsmittel vorhanden sein

    Krafteinsatz, bei dem Drehbewegungen oder extreme Stellungen der Hand- und Armgelenke erforderlich sind vermeiden
  27. Merksätze zur Gestaltung effizienter Bewegung
    Armbewegungen sollten symmetrisch und zeitlich synchron verlaufen. Der Kraftaufwand sollte dabei für beide Hände möglichst gleich sein. Keine starken Beschleunigungen, sehr hohe oder sehr niedrige Geschwindigkeiten. Fließender Übergang zwischen aufeinanderfolgenden Bewegungen möglich

    Statische Anteile vermeiden

    Höherer Wirkungsgrad durch optimale Geschwindigkeit und durch Übung. Pendelbewegungen, die der Eigenfrequenz des bewegten Körperteils entsprechen, erfordern weniger Kraftaufwand

    Eine harmonische Bewegung ist in der Regel auch eine effiziente Bewegung. Ein bestimmter Rhythmus ist Vorraussetzung für die automatisierte Ausführung von Bewegungen. Eine derart eingelernte Bewegung kann quasi als Unterprogramm abgerufen werden und verringert die Inanstpruchnahme höherer Bewusstseinszentren
  28. Modell menschlicher Informationsverarbeitung nach WELFORD
    S.140!!!

    außerhalb des Kastens: Umwelt (physikalisch, sozial)

    •         ____________Antriebe_____________
    •         I                                                   I
    • Erkennung    -    Entscheidung    -    Handung
    • I.-Aufnahme    I.-Verarbeitung       I.-Ausgabe
    •         I______________I________________I
    •                                 II
    •                Steuerung und Gedächtnis
  29. Das menschliche System zur Informationsverarbeitung
    S.141!!!
  30. Das vereinfachte Reiz-Reaktionsmodellmenschlicher Informationsverarbeitung
    S.142!!!

    Reiz -> {Wahrnehmung: Entdecken -> Erkennen} -> Entscheiden -> Handeln -> Reaktion

    • Kognition: Erkennen + Entscheiden
    • Gedächtnis wirkt mit Erkennen und Entscheiden

    • Bsp.: Rote Ampel:
    • Reiz: rote Ampel, Entdecken: Auge sieht rotes Licht. Erkennen: Ah. Ampel. Gedächtnis: Heißt man soll anhalten. Entscheiden: machichbessermal. Handeln: Fuß auf Bremse. Reaktion: Auto wird langsamer
  31. Ebenenmodell nach Rasmussen wichtig???
    Rasmussen ist nicht geeignet, um die Beanspruchung zu ermitteln
  32. Gliederungsform informatorischer Arbeit nach dem engpaßbezogenen Organsystem
    • IV: Informationsverarbeitung
    • AT: Arbeitstypologien

    • IV: Entdecken -> AT: sensorische Arbeit
    • IV: Erkennen  -> AT: Diskriminatorische Arbeit
    • IV: Entscheiden -> AT: Kombinatorische Arbeit
    • IV: Handlung   -> AT: Sensumotorische Arbeit

    • Bsp.: Prüfarbeit von Tachoskalen
    • sensorisch: Lichtbrechung, Haptik -> Engpass: Blickrichtung, Auflösungsvermögen
    • diskriminatorisch: Das ist ein Kratzer, das nicht -> Engpass: Fehler als solchen erkennen
    • kombinatorisch: Der Kratzer geht noch -> DEFINITION eines Fehlers nötig
    • sensumotorisch???
  33. Analyse der Teilbelastung durch sensorische Tätigkeiten nach dem Belastungs-Beanspruchungskonzept
    • Belastungskenngrößen:
    • Modalität (visuell, auditiv, haptisch, olfaktorisch, propriozeptiv)
    • Reizstärke
    • Reizdauer
    • zeitliche Folge der Reize

    Menschliche Leistungsbedingungen:

    • Sehfähigkeit
    • Hörfähigkeit
    • Tastempfinden
    • Bewegungsempfinden
    • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit

    Methoden der Beanspruchungsmessung:

    • Allgemein: Reizempfindlichkeit vorher/nachher -> bei Beanspruchung nimmt Empfindlichkeit ab
    • Blickbewegungsanalyse
    • Flimmerverschmelzungsfrequenz -> Auflösungsvermögen von Blitzen
    • Lidschlussfrequenz -> Blinzeln, viel=anstrengend ???
    • Herzschlagfrequenz -> ZEITDRUCK, hoch=anstrengend
    • Reaktionstest
    • Subjektive Befragung


    typische Gestaltungsmaßnahmen:

    • Hilfsgeräte (Lupe...)
    • Wichtige visuelle Anzeigen in den optimalen Sichtbereich
    • Informationen redundant darbieten (visuell und haptisch..)
    • Ausreichend Zeit für Signalentdeckung vorsehen


    • Angesprochene Simmesdimensionen:
    • Auge: Struktur, Muster, Farbe, Form, Größe, örtliche Lage, Quantität, Geschwindigkeit

    Ohr: Tonhöhe, Geräuschmuster, Richtung des Geräusches

    Tastsinn: Oberflächenbeschaffenheit, geometrische Formen, Weichheit und Härte, Rauhigkeit und Glätte, Feuchtigkeit und Trockenheit

    Gesichtssinn: Größe, Form, örtl. Lage

    • Gehörsinn: Lautstärke, Tonhöhe, Timbre, örtl. Lage, Geschwindigkeit, zeitl. Regel
    • Propriorezeptoren/Bewegungssinn: Gewicht, Stärke, Zug/Druck, Lage, Geschwindigkeit, zeitl. Regel

    Tast- und Klimasinn: Ausdehnung, Rauhigkeit, Kontakt, Vibration, Temperatur, zeitl. Regel

    Geruchs- und Geschmackssinn: Grundgeruch (blumig, fruchtig, faulig, würzig,...), Grundgeschmack (bitter, süß, salzig, sauer)
  34. Analyse der Teilbelastung durch diskriminatorische Arbeit nach dem Belastungs-Beanspruchungskonzept
    • diskriminatorische Arbeit:
    • Identifizieren, aufgrund festgelegter Art und Bedeutung klassifizieren und aufgrund von Vergleichsmustern Begriffsinhalten zuordnen

    Belastungskenngrößen:


    • Modalität (visuell, auditiv, haptisch, olfaktorisch, propriozeptiv)
    • Anzahl der zu unterscheidenden Signale
    • Darbietungszeit der Signale
    • Bekanntheitsgrad der Signale
    • zeitliche Folge
    • Eindeutigkeit

    Besondere menschliche Leistungsbedingungen:

    • Sehfähigkeit
    • Hörfähigkeit
    • Tastempfinden
    • Bewegungsempfinden
    • Konzentrations- und Aufmerksamsfähigkeit
    • Erfahrung
    • Übung

    Methoden der Beanspruchungsmessung:

    • Allgemein: Reizempfindlichkeit vorher/nachher
    • Blickbewegungsanalyse
    • Lidschlussfrequenz
    • Reaktionstest
    • Herzschlagfrequenz
    • Tonuslage ausgewählter Muskelgruppen???
    • Subjektive Befragung

    typische Gestaltungsmaßnahmen:

    • Bezugsinformation anbiegen (z.B. Nulllinie)
    • Anzahl zu unterscheidender Informationen begrenzen
    • Information multimodal darbieten (Anzeige + Piepton)
    • Gegebenenfalls auf gängige Signalmuster zurückgreifen???
  35. Analyse der Teilbelastungen durch kombinatorische Arbeit nach dem Belastungs-Beanspruchungskonzept
    • kombinatorische Arbeit:
    • Entscheidungen unter einer Vielzahl von Informationen, Randbedingungen und Verknüpfungsregeln fällen

    Belastungskenngrößen:


    • Anzahl der Entscheidungen pro Zeiteinheit (Zeitdruck) -> je mehr umso schwieriger
    • Parallelisierungsgrad (Bsp. Topmanager: viele Baustellen nebeneinander, die alle Entscheidungen erfordern)
    • Bekanntheitsgrad der Situation (beim ersten mal am schwierigsten)
    • Verantwortung (Bsp. Fluglotse hat mehrere hundert Menschenleben zu verantworten)

    Besondere menschliche Leistungsbedingungen:

    • Ausbildung
    • Erfahrung
    • Übung
    • Persönlichkeitsmerkmale (z.B. Risikofreudigkeit)
    • Motivation

    Methoden der Beanspruchungsmessung:

    • Hautleitfähigkeit
    • Tonuslage ausgewählter Muskelgruppen???
    • Blutdruckmessung
    • Reaktionstest
    • Herzschlagfrequenz
    • Subjektive Befragung

    typische Gestaltungsmerkmale:

    • Automatisierung
    • Einsatz von Maschinen zur Überwachung menschlicher Handlungen, Entscheidungsunterstützung (im Auto)
    • Ausreichend Zeit zur Problemlösung vorsehen
    • Gegebenenfalls Entscheidungsmöglichkeiten reduzieren (Spitzenpolitiker muss nur noch zwischen 3 Varianten auswählen)
    • Verbesserung der Geübtheit (In Spitzenpositionen nur Routiniers einsetzen)
  36. Analyse der Teilbelastungen durch sensumotorische Tätigkeiten nach dem Belastungs-Beanspruchungskonzept
    Belastungskenngrößen:

    • Komplexität der Bewegung (z.B. Anzahl zu koordinierender Körperteile, Anzahl unterschiedlicher Informationseingänge)
    • Kompliziertheit der auszuführenden Bewegung
    • Bewegungslänge
    • Genauigkeitsanforderungen
    • sensorische Störung während der Bewegungsausführung (Bsp. Ski+Handy)
    • Zeitdruck

    besondere meschliche Leistungsbedingungen:

    • Fertigkeiten
    • Übungsgrad
    • Übungstransfer
    • Motivation

    Methoden der Beanspruchungsmessung:

    • Herzschlagfrequenz
    • Muskelaktivität ausgewählter Muskelgruppen (der geübten) -> EMG
    • Tremormessung (Zittern bei Anstrengung)
    • Flimmerverschmelzungsfrequenz
    • Herzschlagarrhythmie
    • Hautleitfähigkeit
    • subjektive Befragung

    typische Gestaltungsmaßnahmen:

    • Bewegungsverdichtung
    • Anordnung von Bedienelementen möglichst natürlich
    • Trainingsprogramm
  37. Was sind Auswirkungen emotionaler Tätigkeitsanteile?
    emotionale Anteile sind stark personenabhängig, haben z.T. großen Einfluss auf die Erfüllung der Tätigkeit

    Messung: Der Puls geht hoch (EKG)


    Bsp.: Sozialarbeiter, Ärzte, Berufsmusiker(Lampenfieber), Doktorprüfung(Messung mit EKG)
  38. Abschätzung der Kapazitätenauslastung
    Es werden zwei Tätigkeiten durchgeführt. Die zu untersuchende Tätigkeit soll zu 100% erfüllt werden, für die andere ist der Erfüllungsgrad genormt oder leichter zu identifizieren. Je leichter die Hauptaufgabe ist, umso besser wird die Nebenaufgabe erfüllt.

What would you like to do?

Home > Flashcards > Print Preview