VKM 2 Kapitel 15: Abgas

Card Set Information

Author:
toebber
ID:
278142
Filename:
VKM 2 Kapitel 15: Abgas
Updated:
2014-07-07 07:52:40
Tags:
VKM
Folders:

Description:
VKM 2 Kapitel 15: Abgas
Show Answers:

Home > Flashcards > Print Preview

The flashcards below were created by user toebber on FreezingBlue Flashcards. What would you like to do?


  1. Welche Stoffe (gasförmig, Festkörper) finden sich im dieselmotorischen Abgas? Welche sind hiervon durch den Gesetzgeber reglementiert? Wie groß ist der prozentuale Anteil bei einem motorischen Betrieb von Lambda = 3?
    • N2 (ca. 74%)
    • H2O (ca. 9%)
    • O2 (ca. 9%)
    • CO2 (ca. 8%)
    • NOx (reglementiert)
    • CO (reglementiert)
    • HC (reglementiert)
    • Partikel (reglementiert)
    • SO2
    • (Schadstoffe zusammen ca. 0,2%)
  2. Was ist ein FID und wozu wird er benötigt?
    • Flammenionisationsdetektor:
    • kontinuierliche Messung von HC, Messsignal = Ionisationsstrom, abhängig vom C-Gehalt
  3. Mit welchem Messgerät wird die HC-Konzentration gemessen? Welches Gerät wird zur Erfassung der NOx-Konzentration eingesetzt?
    • HC Messung: Flammenionisationsdetektor FID, Ultrarot-Absorbtions-Analysator URAS, Gaschromatographie
    • NOx Messung: Chemolumineszenzdetektor CLD
  4. Wie sind die Konvertierungsraten beim 3-Wege-Katalysator für die vom Gesetzgeber reglementierten Komponenten in Abhängigkeit von Lambda? Erläutern sie die Verläufe. Welche Eigenschaft des Katalysators garantiert eine kontinuierliche Konvertierung auch beim Schwanken des Kraftstoff-Luft-Verhältnisses aufgrund der binären Lambdaregelung?
    • Fettes Gemisch: NOx kann gut konvertiert werden, da genügend HC und CO-Moleküle zur Reduktion vorhanden sind, geringe HC und CO-Konvertierung, da diese Komponenten im Überschuss vorhanden sind
    • Lambda=1: beste Konvertierung aller Schadstoffe, stöchiometrische Gemisch
    • Mageres Gemisch: NOx im Überfluss vorhanden, Konvertierung kaum möglich, HC und CO können durch Sauerstoffüberschuss gut oxidiert werden
    • Schwankendes Lambda: Katalysator besitzt Sauerstoffspeicherfähigkeit, in mageren Betriebsphasen wird Sauerstoff eingespeichert, in fetten Betriebsphasen wird dieser zur Oxidation von HC und CO wieder abgegeben
  5. Welche Abgaskomponenten sind vom Gesetzgeber reglementier? Wie entstehen diese im Rahmen der motorischen Verbrennung?
    • Kohlenmonoxid CO
    • - Ottomotor: unvollständige Verbrennung bei Sauerstoffmangel, anschließende Reaktion zu CO2 (Wassergasreaktion)
    • - Diesel: kaum Probleme mit CO, nur in Nähe des stöchiometrischen Luftverhältnisses

    • Kohlenwasserstoffe HC
    • - Zonen im Brennraum, die von der Verbrennung nicht erfasst wurden, vokalem im fetten Betrieb, Spalten, wandnahe Zonen (Quencheffekt), umverbrannte HC aus Motoröl (Unrichtigkeiten), gecrackte und teiloxidierte HC

    • Stickoxide NOx
    • - Brennstoff-NO: Stickstoff stammt aus Kraftstoff, Entstehung in der Flammenfront bei niedrigen Temperaturen (ca. 800°C), schnelle Reaktion
    • - Thermische NO: Stickstoff und Sauerstoff aus der Luft, entstehen in der Abgas/Nachreaktion, hohe Temperaturen erforderlich (Aktivierungsenergie), Maximum bei Lambda = 1,1, Diesel : thermisches NO stellt 95% der gesamten NOx-Emissionen dar
    • - promptes NO: Stickstoff aus Verbrennunsgsluft, Entstehung in der Flammenfront bei niedrigen Temperaturen, vorgemaischte Flammen (Otto) neigen eher zur Bildung von promptem NO

    • Partikel
    • Ruß, Asche, HC, Sulfate, Metallabrieb
    • Rußentstehung bei lokalem Luftmangel und hohen Temperaturen
  6. Welche Abgaskomponenten sind vom Gesetzgeber reglementiert? Zeichnen sie den Verlauf der jeweiligen Abgaskomponenten über dem Luftverhältnis für einen Dieselmotor. Wie ist der Verlauf der Kurven hinter Oxi-Kat?
    Oxi-Kat senkt HC- und CO-Emissionen um ca 70% und kann auch Partikelemissionen senken
  7. Wodurch wird beim Dieselmotor die Bildung von HC maßgeblich beeinflusst?
    • DI-Diesel weisen höhere HC-Werte auf als Vorkammerdiesel
    • Beeinflussung durch Einspritzdüse (sitzgebohrt statt Sackloch)
    • Brennverfahren/Brennraumform, Brennraumwandtemperatur (gut: hohe Temperaturen -> geringerer Quench-Effekt)
    • HC bei Diesel weniger problematisch als bei Otto
  8. Skizzieren sie den Verlauf der HC-Konzentration bei Annäherung an die Brennraumwand im Vergleich zum Mittelwert des Abgases. erläutern sie den Verlauf. Wie wird der Effekt gennant?
    Quench-Effekt: In wandnahen, kalten Zonen erlischt die Flamme vor erreichen des Brennstoffs
  9. Wie ist die qualitative Abhängigkeit der Schadstoffemissionen vom Luftverhältnis beim Ottomotor (mit/ohne Kat) und beim Dieselmotor? Wie ist die Partikelreduktion beim Dieselmotor mit Hilfe des Oxikats möglich?
    • Otto:
    • Diesel:
    • Der Oxikat oxidiert die an den Partikeln angelagerten Kohlenwasserstoffe, dies ist nur bei einer Temperatur zwischen 200°C und 350°C möglich. Bei höheren Temperaturen wird der im Kraftstoff enthaltene Schwefel oxidiert, über Sulfatbildung lagert sich dieser an die Partikel an, wodurch es eine Steigerung der Partikelemission gibt.
  10. Welche Maßnahmen zur Verringerung der Emissionen können wir vor (im / nach) dem Motor getroffen werden?
    • Vor Motor:
    • Beeinflussung Luftverhältnis, Gemischbildung
    • Minimum HC und Co = Maximum NOx (Lambda ca. 1,1)
    • CO lässt sich fast nur über Luftverhältnis bestimmen -> leicht mageres Gemisch
    • Gemischaufbereitung: homogen, feine Zerstäubung (ideal: Gasbetrieb)

    • Im Motor - Otto:
    • Reduzierung von Box und HC möglich
    • HC_Reduzierung: Verminderung Quenchzonen
    • Absenkung Temperaturniveau mindert NOx
    • Geschichtetes Gemisch: NOx-Bildung in fetten und mageren Zonen erschwert
    • Verdichtungsverhältnis: Verringerung = Temperaturverringerung = NOx-Minderung = Wirkungsgradverschlechterung
    • Brennraumform: kompakter Brennraum, Quetschflächen gut für Turbulenzen, aber schlecht für HC-Emissionen, Quenchflächen klein halten
    • ZZP, Zündenergie: ZZP spät -> sinkende NOx-Emissionen (geringes T, p), steigender Verbrauch, magere Gemische erfordern höhere Zündenergie
    • Gemischanreicherung: senkt Spitzentemperatur (Innenkühlung), damit geringere NOx-Emissionen, Wirkungsgrad sinkt, CO steigt
    • AGR: Verringerung der NOx-Emissionen, Abgas = Inertgas, zusätzliche Verstärkung durch Abgaskühlung, AGR nur im Teillastbereich sinnvoll
    • Ventilüberschneidung: innere AGR, Reduzierung Box und HC (aus Quenchzonen werden gegen Ende ausgeschnoben und wieder angesaugt)
    • Gemischschichtung: zusätzliches Einlassventil und zusätzlicher Ansaugkanal, Entflammung von fettem Gemisch in Vorkammer, Hauptbrennraum durch Turbulenzen von Verbrennung erfasst, Box gering (mageres und fettes Gemisch stört NOx-Bildung)
    • DI-Motor mit geschichtetem Betrieb: Ausnutzung Luftzahlabhängigkeit von NOx, Reduzierung durch Inertgaswirkung der Luft (mageres Gemisch), Problem = Partikel

    • Im Motor - Diesel:
    • Förderbeginn: geringe Auswirkungen auf NOx, späterer Förderbeginn = geringere Temperaturen, aber schlechterer Wirkungsgrad
    • AGR: Verringerung der NOx-Emissionen, Abgas = Inertgas, zusätzliche Verstärkung durch Abgaskühlung, AGR nur im Teillastbereich sinnvoll, Erhöhung der Rußbildung durch lokalen Sauerstoffmangel
    • Kraftstoff-Wasseremulsion: Reduzierung NOx, Umsetzung aufwendig (ständige Mischung oder Dosierung aus 2. Tank), Gemischheizwert sinkt, Beeinträchtigung der Beuteilschmierung

    • Nach Motor:
    • Abgsanachbehandlung (3-Wege-Kat,NOx-Speicherkat, Diesel-Oxikat, SCR-Kat, Rußpartikelfilter)
  11. Wie ist der zeitliche Verlauf der HC-Emissionen beim plötzlichen Schließen der Drosselklappe und in der Folge (Ottomotor, vor Kat)? Wie ist dieser Verlauf zu erklären?
    • Erhöhung der HC-Emission durch Abdampfen des Kraftstofffilms von der Saugrohr Wand (plötzlicher Unterdruck im Saugrohr), Berücksichtigung dessen durch Wandfilmmodelle, Drosselklappenschließdämpfer verhindre plötzlichen Druckabfall
  12. Skizzieren sie den Zusammenhang der NOx-Emission (y) mit dem spezifischen Kraftstoffverbrauch (x) bei unterschiedlichem Zündwinkel, variierender AGR-Menge und Gemischanreicherung.
    • Früher Zündzeitpunkt verbrauchsoptimal, aber höhe Drücke und Temperaturen fördern NOx-Bildung

    Abgas wirkt als Inertgas und behindert Verbrennung, senkt damit die Spitzentemperatur, Wirkungsgrad sinkt ebenfalls, AGR nur in Teillast sinnvoll (Volllast - Leistungseinbusse, Leerlauf - Aussetzer)

    Fettes Gemisch = Absenkung der Temperatur durch Innenkühlung, aber Verschlechterung des Wirkungsgrades, Anstieg CO, HC
  13. Wie ist der Einfluss der Einspritzmenge auf die NOx-Emission, die Partikel und den Verbrauch beim Dieselmotor?
    Später Föderbeginn bedingt niedrige Spitzentemperatur und damit auch niedrigere NOx-Emissionen. Für die Reduzierung des Verbrauchs und der Partikelemission ist ein Früher Förderbeginn und damit höhere Temperatur besser
  14. Wie ist die NOx- und die Partikelemission, wenn im Vergleich zum verbrauchsoptimalen Punkt beim Dieselmotor später eingespritzt wird? Skizzieren sie die entsprechenden Verläufe.
    • Später Föderbeginn bedingt niedrige Spitzentemperatur und damit auch niedrigere NOx-Emissionen. Für die Reduzierung des Verbrauchs und der Partikelemission ist ein Früher Förderbeginn und damit höhere Temperatur besser
  15. Welche chemischen Reaktionen laufen im 3-Wege-Kat ab?
  16. Bei welcher Temperatur beginnt der Katalysator zu wirken? Wann nach einem 20°C-Kaltstart im MVEG wir eine erste Konvertierung messbar?
    Wirkung des Katalysators ab Light-Off-Temperatur (50% Konvertierung der Schadstoffe), ca. 250°C, Konvertierung im NEDC messbar nach ca. 15s
  17. In welchem Temperaturfenster liegt der optimale Arbeitsbereich eines 3-Wege-Kats? Wann nach einem 20°C-Kaltstart erreicht der Katalysator bei einem modernen Motormanagement diesen Wert? Welche Temperaturen sollen nicht überschritten werden?
    • Wirkung des Katalysators ab Light-Off-Temperatur ca. 250°C, Konvertierung im NEDC messbar nach ca. 15s
    • Optimaler Arbeitsbereich liegt zwischen 250°C und 800°C, ab 800°C beginnt der Übergangsbereich, bei ca. 1000°C beginnt die thermische Zerstörung des Katalysators (Sintern der Edelmetalle, Verringerung der wirksamen Oberfläche), darüber kommt es zum Ablösen des Washcoats und Schmelzen des Trägermaterials
  18. Welches Lambda wird beim Kaltstart angestrebt? Wie entwickeln sich die reglementierten Abgaskomponenten unter diesen Bedingungen?
    Fettes Gemisch, Lambda < 1 (runder Motorlauf, Katalysatorheizung durch Sekundärlufteinblasung), dadurch hohe HC und CO-Emissionen (umverbrannter Kraftstoff, Luftmangel), niedrige NOx-Emissionen (niedrige Temperaturen)
  19. Was sind die Vor- und Nachteile von Metallkats?
    • Vorteile: geringerer Abgasgegendruck, schnelles Aufheizen bei Kaltstart, kein Mantel erforderlich (Träger und Gehäuse haben gleiche Wärmedehnung), unempfindlich gegen Stöße, kleinerer Bauraum, Gefahr des Schmelzens geringer
    • Nachteile: Kosten, schnellere Auskühlen (z.B. Stop & Go), Heißkorrosion (ab 1100°C)
  20. Wie ist der Aufbau eines klassischen Keramik-Katalysators? Gehen sie auf die verschiedenen Materialien ein. Beschreiben sie, welche Edelmetalle bevorzugt für welche Reaktion eingesetzt werden.
    • Keramik-Monolith (Mg-Al-Silikat) in Gehäuse, wegen Wärmedämmung und Schutz vor Stößen durch Mantel zwischen Monolith und Gehäuse umgeben (Glasfaser, Drahtgeflecht)
    • Auf Monolith aufgebracht: Washcoat (Metalloxide), vergrößert die wirksame Oberfläche des Katalysators
    • Edelmetalle sind in Washcoat direkt eingearbeitet oder werden separat aufgebracht
    • Platin, Palladium -> Oxidation
    • Rhodium -> Reduktion
    • Verhältnis = Platin:Rhodium=5:1
    • Edelmetallmasse Pkw ca. 1-3g
  21. Wie ist der Konvertierungsverlauf eines Diesel-Oxikats über der Temperatur?
  22. Was versteht man unter NOx-Speicherkatalysatoren? Wie arbeiten diese?
    Wie ist der NOx-Umsatz eines Box-Speicherkats in Abhängigkeit von der Temperatur?
    • NOx-Speicherkatalysatoren werden für Magermotokonzepte eingesetzt, es handelt sich um ein diskontinuierliches Abgasnachbehandlungssystem. Die dabei entstehende NOx-Moleküle werden im Katalysator eingespeichert (stark alkalische Katalysatorbeschichtung). Sind alle Speicherplätze belegt, steigt der NOx-Ausstoß und es wird eine Regeneration des Speicherkats eingeleitet. Dazu muss der Motor im fetten Bereich betrieben werden. Die NOx-Moleküle werden aus dem Katalysator durch Temperaturerhöhung herausgelöst und durch den Sauerstoffmangel mit den im fetten Betrieb entstehenden HC- und CO-Molekülen reduziert. Ein Zyklus hat eine Dauer von etwa 30-60s.

    • Der Ideale Arbeitsbereich für den NOx-Speicherkat liegt zwischen 250 und 350°C, darunter ist die Reaktionskinetik zu langsam, darüber speichert sich NO" schnell ein
  23. Was versteht man unter einem SCR-Katalysator? Wo wird dieser eingesetzt? Welche Schadstoffkomponenten werden beeinflusst? Wie ist das Funktionsprinzip? Was sind die Vor- und Nachteile dieser Technologie? Wie ist der Umsatz über Katalysatortemperatur?
    • Reduktion von NOx mithilfe von Harnstoffeindüsung (Ammoniak), Einsatz erfolgt in Diesel-Nutzfahrzeugen serienmäßig, teilweise in Diesel-Pkw
    • SCR = Selective Catalytic Reduction
    • Harnstoff wird bedarfsgerecht in das Abgas eingedüst, durch vorgeschalteten Oxikat wird NO zu NO2 oxidiert so das Verhältnis NO:NO2=1:1, da so eine bessere Konvertierung möglich ist
    • Vorteile: Einsatz über Birtes Motorkennfeld, hoher Umsatz von NOx
    • Nachteile: Aufwendig, genaue Dosierung notwendig, zusätzlicher Betriebsstoff
  24. Skizzieren sie schematisch die Anordnung der verschiedenen Katalysatoren und der Harnstoffeindüsung bei einem komplett ausgestatteten SCR-System. Welche Funktion haben jeweils die Katalysatoren?
    • Oxikat: Oxidation von HC und CO sowie Oxidation von NO zu NO2
    • SCR: Reduktion von NOX mithilfe von Ammoniak
    • Oxikat: Oxidation des überflüssigen Ammoniaks
  25. Skizzieren sie den Zusammenhang zwischen Feed-Verhältnis (x, max 1-2) und NOx-Konvertierung für ein gutes SCR-System. Zeigen sie auf einer weigern y-Achse die NH3-Konzentraion hinter SCR. Erläutern sie den Zusammenhang zwischen NOx-Konvertierung und NH3-Konzentration hinter SCR.
    • Feedverhältnis = n(Reduktionsmittel)/(NOx)ein
    • [n = Anzahl der pro Molekül in reduzierter Form enthaltenen N-Atome, (NOx)ein = Mohlzahl der vorhanden Stickoxide]
    • Feedverhältnis steigt mit zugeführter Harnstoffmenge an, ab Sättigungspunkt entsteht Durchbruch von NH3 (wird nicht zur Reduktion der Stickoxide benötigt)
  26. Wie arbeitet ein Rußfilter?
    • Unterscheidung zwischen Nebenstrom- und Wall-Flow-Filtern
    • Wall-Flow: hat parallel verlaufende Kanäle, welche zu einer Seite hin verschlossen sind. Das Abgas strömt in die zum Motor hin offenen Kanäle und muss die poröse Wand durchströmen, um den Filter durch den zum Endschalldämpfer offenen Kanal zu verlassen. Die Partikel bleiben in der porösen Wand hängen. Durch die angesammelten Partikel steigt der Abgasgegendruck mit der Zeit an, sodass ein Freibrennen des Partikelfilters erforderlich wird. Hierzu ist eine Abgastemperatur von mehr als 600°C notwendig, welche durch eine späte Haupteinspritzung oder Nacheinspritzung erreicht wird (dadurch steigender Kraftstoffverbrauch). Im Filter befindliche Asche kann nicht abgebrannt werden (stammt aus Metallabrieb, Motoröl etc.), was nach einer gewissen Lebensdauer eine mechanische Reinigung oder den Austausch des Filters notwendig macht.
    • Nebenstromfilter: Die Kanäle des Nebenstromfilters sind zu beiden Seiten offen, im Inneren verfügen sie über Metall-Umlenkbleche, welche einen Teil des Abgases durch die Filterwand leiten, wobei Partikel abgeschieden werden. Die Regenerationsstrategien können in aktive und passive Regeneration unterschieden werden (aktiv: Additivsystem, Nacheinspritzung + Oxikat, Anhebung Abgastemperatur; passi: Continous Regenerating Trapp = Oxidation mit NO2 oder O2, katalytisch beschichtete Filter CDPF)
  27. Welche Möglichkeiten zur Bestimmung der Abgastrübung gibt es? Welche Methode wird vom Gesetzgeber vorgeschrieben?
    • Opazität: Messung der Trübung des Abgases durch Lichtabsorption, lösliche Bestandteile werden nur bedingt erfasst
    • Fotoakustik: Bestrahlung der Partikel mit modularem Licht, schwingend angeregte Partikel emittieren Schallwellen
    • Schwärzungsmessung nach Bosch: Abgas wird durch Filterpapier geleitet, Messung der Schwärzung mittels optischem Messkopf, Schwärzungszahl 0 = weiß, 10 = schwarz, Nur unlösliche Bestandteile werden erfasst
    • Gravimetrie: Abgas wird durch Filterpapier geleitet (verdünntes Abgas), Gewichtszunahme des Filterpapiers wird gemessen, Erfassung von löslichen und unlöslichen Bestandteilen, Geringe Partikelemissionen erschweren die Messung, gesetzlich vorgeschrieben zur Zertifizierung von Dieselmotoren
  28. Skizzieren sie ein CRT-System. Was versteht man unter CRT? Wie arbeitet ein solches System?
    • CRT = Continious Regeneration Trap
    • Regeneration des Filters erfolgt kontinuierlich durch NO2 (entsteht durch vorgeschalteten Oxikat) oder O2 (Temperatur über 600°C, Anwendung hauptsächlich im Nutzfahrzeugbereich)
  29. Wie funktioniert ein Partikelfilter mit Additivsystem? Wo liegen die Vor- und Nachteile?
    • Additiv im Kraftstoff senkt die Rußzündtemperatur, sodass auch im normalen Betrieb Temperaturen erreicht werden, durch welche der Ruß ausgebrannt wird.
    • Vorteile: kontinuierliche Regeneration
    • Nachteile: zusätzlicher Betriebsstoff, Additiv lagert sich als Asche im Filter ab - mechanische Reinigung nach gewisser Zeit notwendig
  30. Wie sind der Aufbau und die Funktionsweise einer Lambdasonde?
    Abgasseite und Umgebungsluftseite, getrennt durch Membran. Die Lambdasonde misst den Sauerstoffgehalt im Abgas durch Vergleich mit dem Partialdruck des Sauerstoffs in der Umgebungsluft. Ist dieser unterschiedlich zu dem des Abgases, so erfolgt ein elektrolytischer Transport von Sauerstoffionen durch die Membran. Es entsteht eine Spannung, welche einen starken Sprung bei Lambda = 1 aufweist
  31. Wieso kann sich eine Gemischschichtung positiv auf die Abgasemissionen auswirken? Welche Komponenten sind jeweils betroffen? Welche können negativ beeinflusst werden?
    Ausnutzung der Luftzahlabhängikeit von NOx, Reduzierung durch Inertgaswirkung der Luft (mageres Gemisch), Problem: Partikel
  32. Wie ist der Zusammenhang zwischen dem spezifischen Verbrauch, den Stickoxiden und den Kohlenwasserstoffemissionen in Abhängigkeit der AGR-Menge? Erläutern sie den Kurven verlauf.
    Verringerung der NOx-Emissionen, Abgas = Inertgas (senkt Verbrennungstemperatur und Wirkungsgrad), zusätzliche Verstärkung durch Gasabkühlung. AGR nur im Teillastbereich sinnvoll, Verbrauch und HC-Emissionen steigen durch AGR an
  33. Skizzieren sie den Zusammenhang zwischen Zündzeitpunkt (x) und dem spezifischen Verbrauch, HC und NOx (y). Wie sind die Verläufe zu erklären?
    Früher Zündzeitpunkt verbrauchsoptimal, aber höhe Drücke und Temperaturen fördern die NOx-Bildung
  34. Welcher Fahrzyklus wird für Pkw in Europa vorgeschrieben? In welche Bereiche ist er unterteilt? Wie ist jeweils die maximale Geschwindigkeit?
    • NEDC/NEFZ=New European Driving Cycle / Neuer Europäische Fahrzyklus
    • 4* innerstädtischer Zyklus (v_max=50km/h), 1* Außerortszyklus (v_max=120km/h)
  35. Was versteht man unter Katalysatordeaktivierung? Was sind die Ursachen? Unterscheiden sie zwischen mechanischen, thermischen und chemischen Effekten.
    • Katalysatordeaktivierung = Nachlassen der Konvertierungsfähigkeit/Wirkung des Katalysators
    • Mechanisch: Bruch des Trägers, Zerstörung der Quellmatte, Ausfräsen des Trägers
    • Thermisch: Sintern der Edelmetalle und des Washcoats, Bildung inaktiver Phasen, Schmelzen des Trägers
    • Chemisch: Vergiftung durch Kraftstoff (Schwefel, Mangan, Blei), Vergiftung durch Öladditive, Vergiftung durch sonstiges
  36. Skizzieren sie den Zusammenhang zwischen dem Katalysator-Wirkungsgrad und der Kattemperatur für die drei Komponenten HC, CO und NOx.
  37. Was versteht man unter Sekundärlufteinblasung? Wann wird sie aktiviert und was soll sie bewirken? Beschreiben sie die gesamte Wirkkette.
    • Sekundärlufteinblasung = Zuführung von Frischluft in das Abgassystem
    • Sie wird beim Kaltstart eingesetzt und soll den Katalysator schneller aufheizen. Der Motor wird im Kaltstart im angefetteten Bereich betrieben, wodurch im Abgas ein Überschuss an HC und CO vorhanden ist. Durch Einblasung der Frischluft in das abgassystem werden diese nach oxidiert, wobei Wärme zum Aufheizen des Kats freigesetzt wird.
  38. Nennen sie Möglichkeiten zur Erfassung der nachfolgenden Abgasbestandteile.
    HC
    NOx
    CO
    CO2
    Sauerstoff
    Partikel
    • HC: Flammenionisationsdetektor FID
    • NOx: Chemolumineszenzdetektor CLD
    • CO: Ultrarot-Absorbtions-Analysator URAS
    • CO2: Ultrarot-Absorbtions-Analysator URAS
    • Sauerstoff: Magnetischer Sauerstoffanalysator MAGNOS
    • Partikel: Schwärzungszahl nach Bosch, Gravimetrie

What would you like to do?

Home > Flashcards > Print Preview