5. Sitzung

Card Set Information

Author:
fuck
ID:
291371
Filename:
5. Sitzung
Updated:
2014-12-12 11:59:09
Tags:
Grice
Folders:
pragmatik
Description:
Prüfungsvorbereitung Pragmatik HS14
Show Answers:

Home > Flashcards > Print Preview

The flashcards below were created by user fuck on FreezingBlue Flashcards. What would you like to do?


  1. Herbert Paul Grice
    • ♦Englischer Sprachphilosoph
    • ♦Oxford, Harvard, Barkeley

    ♦1967 "William James-Vorlesungen" in Harvard

    ♦Ziel: Systematische, philosophisch inspirierte pragmatische Theorie des Sprachgebrauchs
  2. Grice'sche Bedeutungstheorie ↦ Bedeutung n (natürliche Bedeutung)
    • Bsp.: die schwarzen Wolken da bedeuten Regen
    • =natürliches Indiz
  3. Grice'sche Bedeutungstheorie ↦ Bedeutung nn (nicht-natürliche Bedeutung)
    • Diese Bedeutung entspricht bei Grice der intentional kommunizierten Bedeutung.
    • S meinte-nn z durch die Äusserung U genau dann, wenn:
    • (i) S beabsichtigte, dass U (=Äussern eines sprachlichen / nicht-sprachl. Tokens) in Empfänger H eine Wirkung z hervorruft
    • (ii) S beabsichtigte, dass (i) einfach dadurch erreicht wird, dass H die Absicht (i) erkennt
    • Die nicht-natürliche Bedeutung kann gesagt oder impliziert bzw. implikiert werden
  4. Reduktive Analyse für Bedeutung nn
    • S meint (nn) p durch die Äusserung U dann und nur dann wenn S beabsichtigt:
    • (i) dass H p denken soll
    • (ii) dass H erkennt, dass S (i) beabsichtigt, und
    • (iii) dass H's erkenntnis der Intetion von S verursacht, dass H p denkt
  5. Kommunikation
    • Kommunikation ist eine komplexe Absicht, die genau dadurc herreicht wird, dass man sie erkennt
    • Eine kommunikative Intetion mutiert zum wechselseitigen Wissen
    • ↳Mechanismus: S weiss, dass H weiss, dass S weiss, Dass H weiss, dass S weiss, dass H weiss das S weiss, usw.
  6. Grice'sche Implikaturtheorie
    • Enger Zusammenhang mit der Theorie der nicht natürlichen Bedeutung
    • Bedeutungstheorie als Kommunikationstheorie kannKommunikation ohne die konventionellen Mittel erklären.
    • Implikaturtheorie: Möglichkeit der Übermittlung nichtkonventionellerSchlussfolgerungen unter gleichzeitigerErfüllung des Kommunikationskriteriums
  7. Kooperationsprinzip
    Mache deinen Gesprächsbeitrag jeweils so, wie es von demakzeptierten Zweck oder der akzeptierten Richtung desGesprächs, an dem du teilnimmst, gerade verlangt wird

  8. Welche Maxime gibt es?
    • Maxime der...
    • ...Qualität
    • ...Quantität
    • ...Relevanz
    • ...Modalität
  9. Maxime der Qualität
    • Versuche, deinen Gesprächsbeitrag so zu gestalten, dass er wahr ist – genauer:
    • (i) Sage nichts, von dessen Wahrheit du nicht überzeugt bist
    • (ii) Sage nichts, wofür du keine hinreichenden Beweise hast
  10. Maxime der Quantität
    • (i) Mache deinen Gesprächsbeitrag so informativ wie (für die augenblicklichen Gesprächszwecke) nötig
    • (ii) Mache deinen Gesprächsbeitrag nicht informativer als nötig
  11. Maxime der Relevanz
    Mache deine Gesprächsbeiträge relevant
  12. Maxime der Modalität
    • Sei verständlich – genauer:
    • (i) Vermeide Unklarheit im Ausdruck
    • (ii) Vermeide Mehrdeutigkeit
    • (iii) Fasse dich kurz
    • (iv) Sei methodisch/geordnet
  13. Was kann ein Sprecher mit den Maximen tun?
    • 1. Sich grundsätzlich an sie halten -> Grice falsch verstanden
    • 2. Sie missbrauchen -> Bsp. Lügen
    • 3. Sie aufheben -> Heckenausdrücke
    • 4. Sie ausbeuten -> Implikaturen hervorrufen
  14. Implikatur
    • Beispiel:
    • A: Wo ist Ernest?
    • B: In Rio ist ein Germanisten-Kongress.
    • Schlussfolgerungen von A = konversationelle Implikatur
    • Implikatur entsteht durch scheinbare, oberflächliche Maximenverletzung. A versucht, so zu interpretieren, dass das Kooperationsprinzip nicht verletzt wird.
  15. konversationelle Implikatur
    • Die „konversationelle Implikatur“ wird dadurch realisiert, dass die wörtliche Bedeutung einer Äusserung diesen Maximen widerspricht, sodass kooperative RezipientInnen aus ihrem allgemeinen oder besonderen Weltwissen Wissenselemente beisteuern, die zur erfolgreichen Erschliessung der von der Autorin oder vom Autor einer Äusserung gemeinten Bedeutung führen. Je nach dem, ob die Rezipierenden bei der Interpretation der Äusserung aus ihrem speziellen oder allgemeinen Weltwissen schöpfen, handelt es sich um
    • „verallgemeinerte konversationelle Implikaturen“: bei ihnen ist keinbesonderes Kontextwissen erforderlich, z. B. „Ich betrat ein Haus“ Es ist nicht mein Haus.
    • oder „partikularisierte konversationelle Implikaturen“: bei ihnen ist ein besonderes Kontextwissen erforderlich, z. B. „Der Hund schaut glücklich.“ Vielleicht hat er den Braten gefressen.
  16. Varianten vom Implikaturen
    • Implikatur durch Maximenbefolgung:
    • A: (zu einem Passanten) Mir ist gerade der Sprit ausgegangen.
    • B: Da vorne um die Ecke ist eine Tankstelle.

    • Implikatur durch Maximenverletzung bzw. –ausbeutung:
    • A: Kaufen wir was für die Kinder.
    • B: Gut, aber kein E-I-S.
  17. Alltägliche Standard-Implikatiererei
    • Beispiele:
    • „Peter hat zwei Doktortitel.“
    • +> Ich glaube das + habe hinreichende Beweise dafür.

    • „Hat Dein Porsche über 500 PS?“
    • +> Ich weiss nicht, ob es so ist + will wissen, ob es so ist

What would you like to do?

Home > Flashcards > Print Preview