6. Sitzung

Card Set Information

Author:
fuck
ID:
291374
Filename:
6. Sitzung
Updated:
2014-12-12 12:22:49
Tags:
Relevanztheorie
Folders:
pragmatik
Description:
Prüfungsvorbereitung Pragmatik HS14
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  1. Relevanztheorie
    • Begründet von Sperber/Wilson (1986, 1995, 2004)
    • Zentraler Gedanke: Das menschliche kognitive Systemtendiert ständig zu Relevanzmaximierung
    • Pragmatik als Modul einer allgemeinen Theorie des Geistes
  2. Erstes oder kognitives Relevanzprinzip
    • Menschliche Wahrnehmung tendiert dazu, Relevanz zumaximieren
    • Relevanz = Funktion, die von zwei Faktoren bestimmt wird: Positive kognitive Effekte und Verarbeitungsaufwand
  3. Der „Relevanz-trade-off“
    • A. Wenn andere Dinge gleichwertig sind, so ist die Relevanz eines Inputs umso höher, desto mehr positive kognitive Effekte durch seine Verarbeitung zu einem bestimmtenZeitpunkt erreicht werden können.
    • B. Wenn andere Dinge gleichwertig sind, so ist die Relevanz eines Inputs umso tiefer, desto höher der Aufwand seinerVerarbeitung zu einem bestimmten Zeitpunkt ist.
  4. Drei Haupttypen kognitiver Effekte
    • (i) Kontextuelle Implikatur: Eine Schlussfolgerung, die aus einer neuen und einer alten Information zusammen abgeleitet werden kann und weder aus der neuen noch der alten Information abgeleitet werden kann
    • (ii) Bestärkung einer bestehenden Annahme
    • (iii) Widerlegung und Korrektur einer bestehenden Annahme
    • Beispiel: Busfahrer
  5. Verarbeitungsaufwand
    • Beispiel: Der chinesische Austauschstudent Xiaoming willwissen, ob Hugentoblers, seine Gastfamilie, Hunde haben
    • Mögliche Antworten:
    • A. Die Hugentoblers haben drei Hunde
    • B. Entweder haben die Hugentoblers drei Hunde oder Pekingist nicht die Hauptstadt von China
    • C. Die Hugentoblers haben drei Haustiere
    • -> Kognitives Relevanzprinzip = trade-off zwischen positivenEffekten und Verarbeitungsaufwand
  6. Kommunikatives Relevanzprinzip - Code-Modell vs. Inferenz-Modell der Kommunikation
    • Code-Modell: Unterdeterminierung.
    • Bsp.: „Fried eggs should be cooked properly and if there are frail or elderly people in the house, they should be hard-boiled.“
    • „Spiegeleier sollten richtig gekocht werden und wenn schwache oder ältere Personen im Haushalt sind, sollten sie hartgekocht werden.“
  7. Kommunikatives Relevanzprinzip
    • Inferenzmodell der Kommunikation: Kommunikation wird erreicht durch das Ausdrücken und erkennen von Intentionen.
    • Relevanztheorie: Inferentielle Kommunikation = Ostensiv-inferentielle Kommunikation
    • Ostensiv-inferentielle Kommunikation besteht aus: A. Informativer Intention -> Die Intention, eine Hörerschaft über etwas zu informieren und B. Kommunikativer Intention -> Die Intention, die Hörerschaft über die informative Intention zu informieren

    • Annahme optimaler Relevanz
    • A. Der ostensive Stimulus ist relevant genug, um den Verarbeitungsaufwand zu lohnen
    • B. Der ostensive Stimulus ist der relevanteste, der mit den Fähigkeiten und Präferenzen des Kommunikators vereinbar ist
    • -> Kommunikatives Relevanzprinzip: Jeder ostensive Stimulus (d.h. eine Äusserung) übermittelt eine Annahme seiner optimalen Relevanz
  8. Relevanztheoretisches Verstehensverfahren
    • A. Folge beim Berechnen kognitiver Effekte dem Weg des geringsten Aufwands. Prüfe Interpretationshypothesen (Disambiguierung, Referenzauflösung, Implikaturen, etc.) in der Reihenfolge ihrer Zugänglichkeit
    • B. Hör damit auf, wenn Deine Relevanzerwartungen befriedigt sind
  9. Explikatur
    • Entschlüsselung des expliziten Gehalts einer Äusserung
    • = inferentielle Entwicklung der unvollständigen logischenFormen in Äusserungen. Wird vorgenommen bei:
    • Disambiguierung
    • Auflösung von Referenzbezügen
    • Saturation
    • Freier Anreicherung
    • Ad-hoc-Konzeptbildung
  10. Implikatur
    • Relevanztheoretisch: kommunizierte Annahme, die nur durch pragmatische Inferenz abgeleitet werden kann
    • Zwei Arten von Implikaturen: (i) Implizierte Voraussetzung und (ii) Implikatierte Schlussfolgerung
  11. Implikatur Beispiel
    • - Autoverkäufer: Sind sie an einer Probefahrt mit einem Rolls-Royce interessiert?
    • - Kunde: Tut mir leid, ich bin nicht an Testfahrten mit irgendwelchen teuren Autos interessiert.
    • A. Ein Rolls-Royce ist ein teures Auto. = implizierte Voraussetzung
    • B. Der Kunde ist nicht an einer Testfahrt mit einem Rolls-Royce interessiert. = implikatierte Schlussfolgerung
  12. Grenzen der Analyse
    • Bsp.: Einige meiner Freunde sind Veganer.
    • A. implizierte Voraussetzung?
    • B. implikatierte Schlussfolgerung: Nicht alle meine Freunde sind Veganer
  13. Unteraufgaben des Verstehensprozesses
    • (i) Konstruktion einer angemessenen Hypothese über den expliziten Gehalt (Explikatur) durch Decodierung, Disambiguierung, Referenzauflösung und andere pragmatische Anreicherungsprozesse
    • (ii) Konstruktion einer angemessenen Hypothese über die intendierten kontextuellen Annahmen (implizierte Voraussetzungen)
    • (iii) Konstruktion einer angemessenen Hypothese über dieintendierten kontextuellen Implikationen (implikatierteSchlussfolgerungen)
  14. Konzeptuelle vs. prozedurale Bedeutung
    • Blakemore (1987, 2002, 2004)
    • Konzeptuelle Bedeutung: Trägt Konzepte zur logischen Form eines Satzes bei
    • Chinesen, essen, Hunde

    Prozedurale Bedeutung: Liefert die Hinweise auf die Art und Weise, wie pragmatische Inferenzen vorgenommen werden sollen.

    Bsp.: Wir wollen Frieden, aber sie wollen Krieg

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