Wirtschaft in Theorie und Praxis: Die Unternehmung (BWL)

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Author:
JohannesKollien
ID:
299918
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Wirtschaft in Theorie und Praxis: Die Unternehmung (BWL)
Updated:
2015-04-12 11:06:29
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Deutschland
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  1. Betrieb
    • Einheit zum Zwecke der Erstellung von Gütern und Dienstleitungen
    • Ein Betrieb ist eine örtlich, technisch und organisatorisch selbstständige Einheit zum Zweck der Erstellung von Gütern und Dienstleistungen mit sachlichen Mitteln und Arbeitnehmern.
  2. Unternehmen
    • Formales Merkmal ist in allen Fällen die Rechtsträgerschaft (z.B. GmbH, AG)
    • spezifischen Struktur erschafft Eigentümerverhältnisse
    • Zur Erreichung seines Unternehmenszwecks und seiner Unternehmensziele bedient sich das Unternehmen einem, mehrerer oder auch keiner (z.B. Holding) Betriebe.
  3. Werk
    Produktionsstätte (räumlich zusammenhängende Verwaltungseinheit innerhalb eines Unternehmens)
  4. Firma
    • Name, unter dem ein Kaufmann im Handel seine Geschäfte betreibt und die Unterschrift abgibt.
    • Der Begriff wird umgangssprachlich auch unter Kaufleuten meistens wesentlich weitergehend verwendet, womit das Unternehmen gemeint ist.
    • Unter der Firma hat der Kaufmann Ansprüche, geht Verpflichtungen ein, kann klagen (und verklagt werden)
  5. Wirtschaftlichkeitsprinzip
    • bestimmter Erfolg mit dem geringstmöglichen Mitteleinsatz (Minimalprinzip) 
    • bzw.: bestimmten Mitteleinsatz mit größtmögliche Erfolg (Maximalprinzip)
  6. Shareholder
    • Aktionär 
    • Unternehmen ist einzig und allein Eigentum der Aktionären, damit tragen das volle finanzielle Risiko
    • Shareholder wollen möglichst hohe Rendite, deshalb auf Profitmaximierung orientiert
  7. Stakeholder
    • Anspruchsträger
    • Aktionäre und andere Gruppen (mit berechtigtem Interesse an der Unternehmung, z.B. Management und die Mitarbeiter)
    • Je mächtiger eine Unternehmung ist, umso mehr Stakeholder-Interessen gibt es.
    • Ein Stakeholder-orientiertes Unternehmen, das seine gesellschaftliche Verantwortung wahrnimmt, erkennt auch Kunden, Lieferanten und Gläubiger, den Staat und die Gesellschaft als Anspruchsträger an.
  8. Harte Standortfaktoren
    • Verkehrsanbindung (Straße, Schiene, Wasser, Luft)
    • Arbeitsmarkt (qualitativ und quantitativ)
    • Flächenangebot (Größe, Zuschnitt des Grundstücks, Grundstückspreise und Altlasten)
    • Lage zu den Bezugs- und Absatzmärkten
    • Energie- und Umweltkosten
    • Lokale Steuern und Abgaben
    • Förderangebote (Subventionen, Befreiung von lokalen Steuern und Abgaben, Investitionszulagen).
  9. Weiche Standortfaktoren (unternehmensbezogen)
    • Wirtschaftsklima einer Stadt bzw. einer Region 
    • Stadt- und Regionsimage
    • Branchenkontakte 
    • Hochschul- und Forschungseinrichtungen
    • Innovatives Milieu
    • Leistungsfähigkeit der Wirtschaftsverbände
  10. Weiche Standortfaktoren (personenbezogen)
    • Qualität des Wohnens und Wohnumfeldes
    • Qualität von Schulen und anderen Ausbildungseinrichtungen
    • Qualität der sozialen Infrastruktur
    • Umweltqualität
    • Freizeitwert (kulturelles Angebot, Sport, etc.)
    • Reiz der Stadt und der Region.
  11. Kriterien zur Wahl der Rechtsform
    • Haftung
    • Leitungs- und Kontrollbefugnis
    • Gewinn- und Verlustverteilung
    • Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung
    • steuerliche Belastung
    • Publizitätsverpflichtung
    • Kosten der Rechtsform
    • Mitbestimmung der Arbeitnehmer
  12. Einzelunternehmen
    • häufigste Unternehmensform (Gründungsaufwand und -kosten sind gering)
    • ein Unternehmer (der Einzelunternehmer) hat das Gewerbe in alleinigem Besitz und führt die Geschäfte (trägt alleiniges Risiko)
    • Das Einzelunternehmen hängt somit stark am Inhaber.
    • Das Einzelunternehmen ist keine juristische Person
    • der Einzelunternehmer bezieht kein Gehalt, sondern lebt vom Gewinn bzw. von den Entnahmen
  13. Personengesellschaft (OHG / KG)
    • beteiligte Gesellschafter im Mittelpunkt
    • Gewinn im Wesentlichen nach Köpfen bzw. nach dem Beitrag des Gesellschafters
    • Gesellschafter im Handelsregister verzeichnet
    • Regelungen für nach Ausscheiden bzw. Tod eines Gesellschafters
  14. Kapitalgesellschaft (AG / GmbH)
    • Gewinn der Eigentümern entsprechend ihrer Kapitalanteile
    • Eigentümer in ihrer überwiegenden Zahl nicht im Unternehmen tätig bzw. das Unternehmen leiten
    • Kapitalgesellschaft durch Ausscheiden bzw. Tod von Gesellschaftern letztlich nicht berührt, sondern lebt als juristische Person selbständig weiter. (z.B. Vorstand, Aufsichtsrat, Hauptversammlung)
    • Eigentümer haben Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen
  15. Mischformen
    • kombinieren verschiedene Formen und ihre Vorteile
    • KGaA
    • GmbH & CoKG
  16. Genossenschaft
    • gemeinschaftlicher Geschäftsbetriebes nicht festgelegte Mitgliederzahl
    • Ziel: Förderung des Erwerbs oder der Wirtschaft ihrer Mitglieder oder deren soziale oder kulturelle Belange
    • seit Europäischen Genossenschaft nicht mehr nur auf wirtschaftliche Aktivitäten beschränkt
    • Rechtsgrundlage: Genossenschaftsgesetz
  17. Organe der AG
  18. Aufgaben der Hauptversammlung einer AG
    • Bestellung der Mitglieder des Aufsichtsrats, soweit es sich nicht um Arbeitnehmervertreter handelt
    • Gewinnverwendung
    • Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat
    • Bestellung der Abschlussprüfer
    • Satzungsänderungen
    • Maßnahmen der Kapitalbeschaffung und -herabsetzung
    • Bestellung von Prüfern für Sonderprüfung (Wirtschaftsprüfung)
    • Auflösung der AG
    • Über Fragen der Geschäftsführung kann die Hauptversammlung nur entscheiden, wenn der Vorstand es verlangt.
  19. Aufgaben der Aufsichtsrates einer AG
    • Überwachung der Geschäftsführung
    • Prüfung von Jahresabschluss und Lagebericht und Bericht darüber in der Hauptversammlung
    • Im Fall der sog. Führungslosigkeit der AG kommen auf den Aufsichtsrat weitergehende Aufgaben der Passivvertretung und ggf. Insolvenzantragstellungspflicht zu
  20. Aufgaben des Vorstandes einer AG
    • leitet die AG in eigener Verantwortung und vertritt sie gerichtlich und außergerichtlich
    • . Vertretungs- und Zeichnungsbefugnis regelt sich nach der Satzung, andernfalls können nur sämtliche Vorstandsmitglieder gemeinsam handeln und zeichnen.
    • mind. vierteljährlich Bericht über den Gang der Geschäfte ggü. dem Aufsichtsrat
    • Sorgt für ordnungsmäßige Buchführung
    • Einberufung der Hauptversammlung bei Verlust des halben Aktienkapitals
    • Anwendung der Sorgfaltspflicht eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters
    • Bei Verletzung ihrer Pflichten: Verpflichtung zum Ersatz des entstehenden Schadens als Gesamtschuldner
  21. Dividende
    Gewinnanteil (Gewinn) je Aktie einer Aktiengesellschaft, der an den Aktionär ausgeschüttet wird
  22. Sperrminorität
    • Beteiligung am Grund- oder Stammkapital einer Kapitalgesellschaft, aufgrund derer Beschlüsse, die eine bestimmte Kapitalmehrheit erfordern (z. B. Fusion), verhindert werden können
    • Spezialfall eines Minoritätsrechts, mit der Beschlüsse einer Gesellschafterversammlung verhindert werden können
  23. qualifizierte/satzungsändernde Mehrheit
    • über die Hälfte der Stimmen hinausgehende Mehrheit
    • z.B. bei AG erfordert für wichtige Beschlüsse der Hauptversammlung wie etwa Satzungsänderungen oder die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern (Aufsichtsrat)
  24. Funktionale Organisation
    • Gliederung in Funktionsbereiche (Unternehmensleitung- Einkauf- Produktion- Verkauf- Verwaltung- Forschung)
    • weitere Untergliederung:
    • funktionale Aspekte (z.B. Untergliederung der Buchhaltung in Lohnbuchhaltung und        Bilanzbuchhaltung)
    • Produktaspekte (z.B. Untergliederung der Produktion in Bearbeitung und Montage)
    • Kundenaspekte (z.B. Untergliederung des Vertriebs nach Nord und Süd)
  25. Divisionale Organisation / Spartenorganisation
    • Gliederung nach Sparten/Divisionen bzw. Geschäftsbereichen
    • z.B.: Produkte, Produktgruppen, Kundengruppen oder Regionen
    • Vorteile: Anpassungsfähigkeit, Entlastung der Geschäftsleitung
    • Nachteile: "Spartenegoismus", Doppelarbeit
  26. Matrix-Organisation
    • Ausgleichen der jeweiligen Vor- und Nachteile anderer Organisationsformen
    • Hierarchische Strukturen abgelöst durch Netzwerk-Strukturen
  27. Betriebliche Grundfunktionen
    • Beschaffung - Logistik
    • Lagerhaltung - Produktion - Absatz
    • Marketing - Investition und Finanzierung
  28. Mitbestimmung des Betriebsrates
    • Arbeitszeit
    • betriebliche Lohngestaltung
    • Aufstellung allgemeiner Urlaubsgrundsätze und des Urlaubsplanes
    • technische Anlagen zur Überwachung von Leistung und Verhalten der Arbeitnehmer
    • Unfallverhütung
    • Gestaltung von betrieblichen Sozialeinrichtungen
    • Vergabe und Verwaltung betriebseigener Wohnungen sowie die Festlegung von Akkord- und Prämiensätzen
    • betriebliches Vorschlagswesen
    • bei Einschränkungen, Stilllegung und Verlagerung des Betriebes kann der Betriebsrat die Aufstellung eines Sozialplanes erzwingen, in dem die wirtschaftlichen Nachteile für die ArbeitnehmerInnen ausgeglichen oder abgemildert werden
    • Fragen der Berufsbildung im Betrieb
    • Überwachung der Ausbildung
    • Anhörungsrecht bei Kündigung
    • kann selbst Gestaltungsvorschläge machen
  29. Kündigungsschutz des Betriebsrates
    • Sonderkündigungsschutz
    • für furchtlose Ausübung der Arbeit bei Konflikt mit Arbeitgeber
    • aufgehoben bei Betriebsstilllegung oder Zustimmung des Betriebsrates
  30. Betriebsvereinbarung
    • vorrangiges Instrument zur Ausübung der betrieblichen Mitbestimmung
    • zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat geschlossen
    • wirkt unmittelbar auf die Arbeitsverhältnisse der Arbeitnehmer ein
    • Tarifvertrag geht einer Betriebsvereinbarung vor
    • arbeitsvertragliche Bedingungen dürfen durch Betriebsvereinbarung nur verschlechtert werden, wenn ein entsprechender Vorbehalt besteht.
  31. Tarifautonomie
    • Recht der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände, Löhne, Gehälter und andere Arbeitsbedingungen selbstständig und unabhängig zu regeln - ohne staatliche Einflussnahme
    • Durch das Grundgesetz (Artikel 9, Abs. 3) geschützt
  32. Arten der Tarifverträge
    • Branchen- / Flächentarifverträge
    • Lohn- und Gehaltstarifverträge / Entgelt-Tarifverträge
    • Rahmentarifverträge (Beschreibung von Tätigkeits- und Qualifikationsmerkmalen)
    • Manteltarifverträge (konkreten Arbeitsbedingungen)
    • Firmentarifverträge
    • Anschlusstarifverträge (an alten Vertrag)
    • Paralleltarifverträge
    • Notlagen- oder Sanierungstarifverträge
    • Allgemeinverbindliche Tarifverträge
  33. Ablauf von Tarifverhandlungen
    Grafik:Ablauf von Tarifverhandlungen
  34. Aussperrung
    • Zutrittsverweigerung zu der Arbeitsstätte der  Arbeitnehmern durch die Arbeitgeber
    • Druck auf den Verhandlungspartner (Abschluss eines Tarifvertrages)
    • Gewerkschaften zahlen während der Aussperrungsphase Streikgeld
  35. Öffnungsklausel
    • Abweichung von grundsätzlichen, vertraglich vereinbarten Regelungen für eine oder beide Vertragsparteien unter bestimmten Voraussetzungen
    • auf betrieblicher Ebene
    • z.B.: Krisenzeiten - Verzicht auf Teile der Entlohnung für bedingten Kündigungsschutz (Härteklauseln)
  36. Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen
    • Erstrecken eines Tarifvertrag auch auf nicht tarifgebundene Arbeitgeber und Arbeitnehmer
    • mind. 50 Prozent Beschäftigung im Geltungsbereich
  37. Unterschiede zwischen Lohnsteuer & Einkommensteuer
    • Lohnsteuer eine Untergruppe der Einkommenssteuer
    • Lohnsteuer auf Einkommen durch eine unselbstständige Tätigkeit als Arbeitnehmer (alle)
    • Einkommenssteuer auf Einkünfte als abhängig Beschäftigter, andere Einkünfte (Vermietung/Verpachtung oder Kapitalgewinne)
  38. Lohnnebenkosten
    • gesetzlichen Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung:
    • 9,45 Prozent für die Rentenversicherung
    • 7,3 Prozent für die Krankenversicherung
    • 1,6 Prozent für die Unfallversicherung
    • 1,5 Prozent für die Arbeitslosenversicherung
    • 1,025 Prozent für die Pflegeversicherung
    • 0,04 Prozent an Umlage für das Insolvenzgeld
  39. Arbeitszeitgesetz – kurz ArbZG
    • meisten relevanten gesetzlichen Regelungen zur Arbeitszeit
    • für die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer (nicht unter 18, öffentlicher Dienst, ...)
    • rechtliche Umsetzung der Europäischen Richtlinien
    • Zeitspanne, in welcher der Arbeitnehmer dem jeweiligen Arbeitgeber seine Arbeitskraft zur Verfügung stellt
    • Schutz von Gesundheit und Sicherheit
    • durchschnittlich max. 8 Stunden (+ ab 6 Stunden Pause 30 min, ab 9 Pause 45 min) dann min 10-11 Stunden Ruhezeit
  40. Arbeitszeitmodelle und Arbeitsmodelle
    • Teilzeit
    • Gleitzeit
    • Telearbeit / Home Office
    • Arbeitszeitkonten (Lebensarbeitskonto / Langzeitarbeitskonto)
    • Baukastensystem
    • Nacht-/Schichtarbeit
    • Sabbatical
    • Job-Sharing
    • Minijob
    • Familienpflegezeit

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