Medien und Gesellschaft/Öffentlichkeit

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Author:
JohannesKollien
ID:
300556
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Medien und Gesellschaft/Öffentlichkeit
Updated:
2015-04-13 07:59:23
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  1. Aufgabe und Funktion von Massenmedien
    • Erweiterung des Wissens (Vermittlung von wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen und politischen Zusammenhänge)
    • Ermöglicht Persönlichkeitsbildung und Austausch mit Anderen (Urteils- und Meinungsbildung)
    • Sozialisationsfunktion (Vermittlung von Handlungsmuster, Rollenverhalten, Normen und gesellschaftliche Werte -> Integrationsfunktion Identifikation mit der Gesellschaft)
    • Regenerationsfunktion (Erholung, Unterhaltung, Entspannung -> bessere Arbeiter)
    • Kommerzielle Funktion (Werbeträger, Informieren, Kaufen; Arbeitsplätze)
    • Legitimierung und Propagierung desgesellschaftlichen Organisationsprinzips (Familienbindung, etc.)
    • Herstellen von Öffentlichkeit (Austausch zwischen Parteien, Institutionen und den Bürgern - Artikulationsfunktion)
    • Politische Sozialisationsfunktion (Teilnahme von Bürgern am politischen System - Agendasetting)
    • Kritik- und Kontrollfunktion (an Politik, etc.)
  2. Chancen und Probleme von Massenmedien
    • Wandel von Angebot und Vielfalt der Massenmedien durch das Internet
    • Menge und Schnelligkeit von Informationen stark zugenommen
    • wirtschaftlicher Druck auf Redaktionen durch Gratisangebote im Internet und den Rückgang der Zeitungsverkäufe
    • Bewältigung von Informationsflut zu -> Einschätzen von Zuverlässigkeit und Wertigkeit der Informationen (Vollständigkeit, Objektivität, Verständlichkeit, Diversität)
  3. Struktur und Organisation der Medien
    --> Presse
    • älteste Medium (Absatz Mittelfeld in Europa)
    • (Tages-)Zeitung - allgemeine Unterrichtung
    • Zeitschrift - Unterhaltung & fachliche Informationen
    • lokale/regionale Abonnementzeitung (am verbreitetsten), nationale Zeitungen, Straßenverkaufszeitungen
  4. Struktur und Organisation der Medien
    --> öffentlich-rechtliche Rundfunk
    • Rundfunk (Hörfunk und Fernsehen)
    • 1945
    • Rundfunkrat - Programmkontrolle (Zusammensetzung aus Parteien, Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Verbände und Bildungseinrichtungen)
    • Programmauftrag --> Information, Unterhaltung und Bildung
    • Finanzierung über Gebühren (begrenzt auch Werbung)
    • Kritik: Staatseinfluss, politischer Ausgewogenheit, Umgang mit Gebührengeldern, wachsenden Kommerzialisierung, Marktmacht
  5. Struktur und Organisation der Medien
    --> privaten Rundfunksender
    • Mitte der 1970er-Jahre durch neue Übertragungstechniken
    • Beibehaltung des öffentlich-rechtlichen Systems nicht möglich, durch im Grundgesetz (neben der Meinungs- und Pressefreiheit) garantierten Rundfunkfreiheit
  6. Struktur und Organisation der Medien
    --> duales Rundfunksystem
    • 1984 - 1.  Zulassung eines privaten Rundfunks
    • Segmentierung des Publikums
    • Junge Menschen präferieren Programme der privaten Anbieter, ältere die der öffentlich-rechtlichen Anstalten
  7. Struktur und Organisation der Medien
    --> Telemedien und Online-Medien
    • Vielzahl elektronischer Informations- und Kommunikationsdienste
    • Basierend auf dem Internet
    • Solange kein Rundfunk - Zulassungsbedürftig und wirtschaftlich betreibbar
    • zahlreichen unternehmerischen Neugründungen – "Start ups"
  8. Meinungs- und Pressefreiheit
    • "Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten […]. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt."
    • Menschrecht (GG und EU Charta)
    • Meinungsfreiheit (Entwicklung einer Persönlichkeit und Meinungsaustausch)
    • Pressefreiheit (Staat kein Einfluss, muss Bestehen ermöglichen, Beiträge durch Verfassung geschützt)
    • Zensurverbot (Verbot jeglicher Einschränkung, keine Vorzensur)
  9. Das BVerfG und die Meinungsfreiheit
    • Stärkung des Schutzes der Meinungsfreiheit durch Rechtsprechungen
    • Verfassungsordnung als Wertordnung
    • Wechselwirkung (Stärkt Gehalt der Grundrechte + eigene Position als Hüter der Verfassung)
    • allgemein: Betonung und Absicherung der Meinungsfreiheit
  10. Stellung Meinungsfreiheit zu den allgemeinen Gesetzen
    • keinen absoluten Vorrang der Meinungsfreiheit gegenüber anderen Grundrechten
    • Grenzen: Jugendschutz, Recht der persönlichen Ehre, Kritik an höchsten Staatsvertretern, öffentliche Sicherheit, Wettbewerbsverzerrung
  11. Meinungsfreiheit als Voraussetzung der Demokratie
    • „Doppelbegründung“: individuelle Entfaltung + gemeinschaftliche Entwicklung (Meinungsbildung + Meinungsaustausch)
    • Grundlage: Informations- und Pressefreiheit, Religionsfreiheit, künstlerische Freiheit
  12. Wandel der politischen Kommunikation
    • Mediatisierung der Politik (Pressemitteilungen und Pressekonferenzen)
    • symbolische Politik (Inszenierung von "Events")
    • Skandalisierung (öffentliche Thematisierung von Verfehlungen des politischen Gegners)
    • Boulevardisierung (sensationeller Aufmachung von [Presse]informationen)
    • Personalisierung (Sympathien)
    • Visualisierung politischer Prozesse (Verständnis)
  13. Grundversorgung
    • umfassenden Programmangebot in den Bereichen Information, Bildung, Unterhaltung und Kultur
    • von den öffentlich-rechtlichen Anstalten
    • Grundversorgung ≠ Minimalversorgung
    • gegenständlich und zeitlich offen sowie dynamisch (Bestands- und Entwicklungsgarantie)
  14. Vollprogramm
    • ein Rundfunkprogramm mit vielfältigen Inhalten, in welchem Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung einen wesentlichen Teil des Gesamtprogramms bilden
    • Hauptnutzungszeiten jeden Tag eigenständige Programmangebote
  15. Spartenprogramm
    ein Rundfunkprogramm mit im wesentlichen gleichartigen Inhalten
  16. Binnenpluralismus
    inhaltliche Vollständigkeit und Ausgewogenheit der Meinungen und Interessen für das Gesamtangebot aller privaten Rundfunkprogramme
  17. Programmauftrag
    • Sache der Allgemeinheit und als Medium und Faktor der freien Meinungsbildung
    • nformation, Bildung und Unterhaltung gleichermaßen
    • Unabhängigkeit von staatlichen Eingriffen sowie der inneren und äußeren Pressefreiheit
    • Mitwirkende je nach Bundesland
  18. rechtliche Stellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
    • Art. 5 GG
    • Ländermediengesetze
    • Staatsverträge
    • Rundfunkgesetze (-urteile - BVerfG)
    • Rundfunk-Satzung
    • Rundfunkstaatsvertrag
    • Programmgrundsätze
    • Grundversorgung
    • Datenschutz
    • Jugendschutz
  19. Aufgaben des Rundfunkrates/Fernsehrates
    • Wahl und Beratung des Intendanten (dieser ist für Programmplanung zuständig - Rat nur Beratung)
    • Überwachung der Einhaltung der gesetzlich normierten Programmgrundsätze (Sendeauftrag)
    • Offenheit des Zugangs (aller Gruppen) zum Programm garantieren
    • Wahl von Mitgliedern des Verwaltungsrates
    • Genehmigung des Haushalts sowie des Jahresberichts
  20. Zusammensetzung des Rundfunkrates/Fernsehrates
    • verschiedener gesellschaftlicher Gruppierungen und Organisationen
    • vertreten durch Funktionäre (z. B. der Gewerkschaften, Frauenverbände, Kirchen und Fraktionen)
    • "Querschnitt der Bevölkerung"
    • Staatsvertreter: 50%
  21. Rechtsprechungen des BVerfG
    • frei von staatlichen Einflüssen
    • Meinungsvielfalt
    • nicht dem freien Spiel der Kräfte ausgesetzt
    • Schaffung der Grundlage für duale Rundfunkordnung
    • „Grundversorgung“ (≠ Minimalversorgung, Entwicklungsgarantie)
    • Bestandsgarantie (Finanzierung und Ausstattung)
    • Mischfinanzierung (Gebühren > Werbung)
    • Möglichkeit zur Kooperation mit Privatem
    • Gebührenfestsetzung dreistufiges Verfahren (Bedarfsanmeldung der Rundfunkanstalten, fachliche Prüfung durch KEF, Gebührenfestsetzung durch Landta- ge)
  22. KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten)
    • 16 unabhängigen Sachverständigen
    • Anmeldungen fachlich überprüfen und den Finanzbedarf festzustellen (Rundfunkanstalten sind zu beteiligen)
    • im Rahmen des rechtlich umgrenzten Rundfunkauftrages
    • im Einklang mit den Grundsätzen von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit
    • Grundlage für eine Entscheidung der Landesregierungen und der Landesparlamente
  23. Rundfunkstaatsvertrag (Beispiel ARD)
    • das Recht auf unentgeltliche Kurzberichterstattung
    • Art und Umfang der Rundfunkwerbung
    • Sponsoring
    • die Finanzierung aus Rundfunkbeitrag und Werbung
    • die Veranstaltung von Satellitenfernsehprogrammen
    • die Zusammenarbeit bei der Gestaltung des Ersten Deutschen Fernsehens / Das Erste
    • die Herausgabe programmbezogener Druckwerke
    • der Umgang mit Telemedien
  24. Landesmedienanstalten
    • Zulassung, Programmaufsicht und Konzentrationskontrolle der privaten Rundfunkprogramme - ob kommerziell oder nichtkommerziell
    • Informations- und Meinungsaustausch mit Rundfunkveranstaltern
    • Behandlung gemeinsamer Angelegenheiten (Programm, Recht, Forschung, Medienkompetenz und Finanzierung)
    • Beobachtung und Analyse der Programmentwicklung (Stellungnahmen und Berichte)
  25. KEK (Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich)
    • Einhaltung der Bestimmungen zur Sicherung der Meinungsvielfalt im bundesweiten privaten Fernsehen zu prüfen und die entsprechenden Entscheidungen zu treffen
    • Beschlussorgan und Vermittlungsinstanz für alle Landesmedienanstalten
    • jährliche Programmliste
    • Konzentrations­bericht
  26. Grenzen der Pressefreiheit
    • Schutzinteresse von Betroffenen
    • Achtung der Wahrheit (gründliche Recherche, Richtigstellung)
    • Wahrung der Menschenwürde, Ehre (Schutz der Persönlichkeit)
    • Berufsgeheimnis
    • Diskriminierung, Sensationsberichterstattung, Jugendschutz, Vorurteile (Ermittlungsverfahren)
    • Trennung von redaktionellem Teil und Werbung
    • freiwilliges Selbstkontrollorgan, Rüge
  27. Neue Medien
    • Online-Medien (Informationsquelle)
    • für alle zugänglich
    • extreme Aktualität
    • keine Bindung an Ort und Zeit
    • Agendasetting
    • Angebotsauswahl durch den Nutzer
    • Kommentierfunktion (stärkere Partizipation, Gleichstellung - Hang zur Oberflächlichkeit)
    • Unterschiede im Zugang zu und der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie - abhängig von sozialen Faktoren ("digitale Kluft") --> wer Zugang hat, hat bessere Entwicklungschancen

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