Mikroökonomie online

Card Set Information

Author:
huatieulans
ID:
303689
Filename:
Mikroökonomie online
Updated:
2015-06-26 14:59:15
Tags:
Klausur
Folders:
BWL
Description:
Klausurvorbereitung
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  1. Komparative Statik
    Geplant ist somit ein Vergleich der derzeitigen Gleichgewichtssituation mit einer hypothetischen neuen Gleichgewichtssituation nach Einführung der Steuer. Diesen Vergleich bezeichnet man als Komparative Statik, da zwei statische Zustände (die beiden Gleichgewichte) miteinander verglichen werden. Der Übergang vom einen in den anderen Zustand wird dabei nicht betrachtet. Die Modellierung der Übergangsphase wäre auch ungleich schwieriger zu bewerkstelligen und erforderte den Einsatz dynamischer Modelle.Die Störung des ursprünglichen Gleichgewichts, in unserem Fall die Einführung einer Steuer, bezeichnet man als exogenen Schock. Diese Störung erklärt sich nicht aus dem Marktmodell selbst, sondern wird sozusagen von außen (exogen) zugeführt. Weitere Beispiele für exogene Schocks auf dem Dingermarkt wären die Entdeckung eines neuen Produktionsverfahrens für Dinger, die Preisänderung bei einem Konkurrenzprodukt oder eine systematische Änderung im Einkommen der Dingerkonsumenten. Alle Faktoren, von denen wir vermuten können, dass sie sich (merklich) auf die Lage der Angebots- oder Nachfragefunktion auswirken oder das Marktgleichgewicht auf andere Art stören (z. B. staatlich administrierter Preis) werden als exogener Schock bezeichnet.
  2. Die Lage der Budgetgerade verändert sich, wenn sich das Einkommen oder einer der Preise verändert:
    Wenn ceteris paribus das Einkommen steigt, kann sich der Haushalt von beiden Gütern mehr leisten. Die Achsenabschnitte der Budgetgerade wandern nach außen. Da sich die Preise nicht verändert haben, bleibt die Steigung der Budgetgerade gleich. Eine Einkommenssteigerung führt somit zu einer parallelen Verschiebung der Budgetgerade nach außen. Entsprechend verschiebt eine Einkommensminderung die Budgetgerade nach innen.Wenn der Preis des Gutes X steigt, kann sich der Haushalt bei gleichem Einkommen weniger von Gut X leisten. Der Achsenabschnitt xmax in Abb. 1 wandert also in Richtung Ursprung. Der Budgetraum verkleinert sich. Die Menge ymax ist nicht betroffen, denn sie wird ausschließlich durch das Einkommen und den Preis des Gutes Y bestimmt. Die Steigung der Budgetgerade zeigt, auf welche Menge des einen Gutes der Haushalt verzichten muss, um sich eine (weitere) Einheit des anderen Gutes kaufen zu können. Die Steigung entspricht somit den Opportunitätskosten der Güter. Im Zahlenbeispiel zeigt der Wert 1,25 an, dass der Verzicht auf eine Einheit des Gutes X den zusätzlichen Konsum von 1,25 Einheiten Y ermöglicht.
  3. Budgetgerade
    • [1]      Ax + Ay = px + py = m
    • [2]   y=E/py - px/py*x  
    •  [2]      y = 250 - 1.25x
    • Die (absolute) Steigung der Budgetgerade entspricht dem Preisverhältnis der beiden Güter. Jeder Punkt auf der Budgetgerade zeigt ein Güterbündel, das sich der Haushalt von seinem Einkommen kaufen kann. Da unterstellt wird, dass der Haushalt sein Einkommen vollständig ausgibt, muss er sich auf der Budgetgerade befinden.
  4. Würde abweichend angenommen, das Einkommen E sei die maximal für Konsumausgaben zur Verfgung stehende Summe, dann ließe sich anstelle der Budgetgerade eine Budgetrestriktion formulieren:[3]    Ax +Ay = px+ py <= m
    Auf der Budgetgerade wäre die Gleichung erfüllt, unterhalb der Budgetgerade liegen Güterbündel für die der Haushalt sein Einkommen nicht vollständig ausgeben müsste. Die gelbe Fläche in Abb. 3 mit ihrem Rand zeigt den Budgetraum. Er enthält alle Güterbündel, die sich der Haushalt mit seinem Einkommen leisten könnte. Güterbündel außerhalb des Budgetraumes wie P, das die Mengen xP und yP enthält, sind bei gegebenem Einkommen und gegebenen Preisen für den Haushalt nicht erreichbar.
  5. realer Einkommen& nominaler Einkommen
    Dabei wird unter "Konstanthalten des realen Einkommens" verstanden, dass der Haushalt vor und nach der Preisänderung ein Einkommen bezieht, mit dem jeweils auf den Pfennig genau das Güterbündel P bezahlt werden kann. Er kann sich also die gleichen Mengen an "realen Gütern" kaufen. Das nominale Einkommen steigt durch die Kompensationszahlung.Eine Preisänderung bedeutet immer auch eine Änderung des realen Einkommens. Wenn ein Preis steigt, dann sinkt das reale Einkommen, da der Haushalt nicht mehr in der Lage ist, die gleichen Gütermengen wie vor der Preissteigerung zu erwerben (der Budgetraum verkleinert sich). Umgekehrt geht eine Preissenkung mit einer Steigerung des realen Einkommens einher. Preisänderungen lassen sich also nicht isoliert beobachten, da sich mit dem Preis eines Gutes immer auch das reale Einkommen verändert.
  6. giffen Gut
    Güter, die nach einer Preissteigerung vermehrt nachgefragt werden, heißen giffen Gut
  7. inferiore Güter
    Ein Gut heißt superior (inferior), wenn es infolge einer Einkommenssteigerung vermehrt (vermindert) nachgefragt wird.Ein Gut kann für einen Haushalt superior und zugleich für einen anderen inferior sein. Selbst innerhalb eines Haushalts kann das gleiche Gut in bestimmten Situationen superior, in anderen inferior sein. So ist es ohne weiteres möglich, dass ein Gut bei einem niedrigen Haushaltseinkommen superior und bei einem höheren Einkommen inferior ist
  8. Das Gut ist superior:
    • Preiseffekt: nachfrage sinkt
    • Einkommeneffekt: Realeinkommen sinkt => Nachfrage sinkt

    => Gesamteffekt:Nachfrage sinkt
  9. Das Gut ist inferior:
    • Preiseffekt: nachfrage sinkt 
    • Einkommeneffekt: Realeinkommen sinkt => Nachfrage steigt

    => Gesamteffekt: fraglich
  10. Dennoch müssen wir uns mit zwei wichtigen Eigenschaften von Nutzenfunktionen vertraut machen, die eng miteinander zusammenhängen.
    • 1. Zu jeder Präferenzordnung gibt es unendlich viele Nutzenfunktionen.
    • 2. Nutzenfunktionen messen keinen Nutzen.Wenn die erste Behauptung richtig ist, dann muss sie ja auch für den oben betrachteten Haushalt mit der Nutzenfunktion U=KB gelten. Um nur einige Beispiele zu nennen:
    •   [6]    U1= a*k*B mit a> 0
    •   [7]    U2= K*B + 17,32
    •   [8]     U3= (K*B)c mit c>0

    Alle diese Funktionen erzeugen für die fünf alternativen Güterbündel eine Reihung der Ergebnisse, die mit der Präferenzordnung des Haushalts übereinstimmt. Tatsächlich lässt jede beliebige positive monotone Transformation der Nutzenfunktion die Ordnung, die durch sie erzeugt wird, intakt. Plastisch kann man sich das so vorstellen: Wenn man auf einem Gummiband mehrere Punkte markiert, dann kann man das Band an manchen Stellen stärker, an anderen schwächer dehnen - die Reihenfolge der Punkte auf dem Band ändert sich dadurch nichtDas erklärt eigentlich auch schon die zweite Aussage. Der absolute Wert, den die Nutzenfunktion liefert, hat keine Bedeutung. Wenn wir z. B. in [6] a = 2 setzen, würden wir jeweils den doppelten Wert unserer ursprünglichen Nutzenfunktion aus [4] erhalten. Die Nutzenfunktion bildet die Präferenzordnung ab, aber ihr Wert lässt sich nicht in "Nutzeneinheiten" interpretieren. Um dies deutlich zu machen, spricht man auch von ordinalen Nutzenfunktionen.
  11. kardinale nutzen
    Nutzenfunktionen, deren Wert als "Nutzeneinheiten" interpretiert wird, heißen kardinale Nutzenfunktionen.
  12. Indiffirenzkurve
    Indifferenzkurven sind die grafischen Darstellungen von Nutzenfunktionen. Da Nutzenfunktionen Präferenzordnungen abbilden, geben Indifferenzkurven auch Auskunft über die Präferenzen eines Wirtschaftssubjekts. Man kann sagen, Indifferenzkurven sind das Bild der Präferenzen eines Wirtschaftssubjektes.
  13. Eigenschaft Indifferenzkurve
    Indifferenzkurven zeigen Güterbündel, die dem Haushalt gleichen Nutzen stiften. 

    Indifferenzkurven können sich nicht schneiden (Transitivitätsannahme).

    Indifferenzkurven haben fallenden Verlauf (Nichtsättigungsannahme).

    Höhere Indifferenzkurven zeigen höhere Nutzenindexwerte.

    • Eine weitere wichtige Eigenschaft von Indifferenzkuven werden wir im nächsten Abschnitt zur Grenzrate der Substitution kennen lernen: 
    • Indifferenzkurven sind konvex (Ausgewogenheitsannahme).
  14. 2.2.4  Die Grenzrate der Substitution
    • Lineare (fallende) Indifferenzkurven zeigen (für den betreffenden Haushalt) perfekte Substitute.bbildung 3 zeigt einen Grenzfall, der der Nichtsättigungsannahme widerspricht, nach der die Indifferenzkurven fallenden Verlauf zeigen müssen. (Um die Annahme aufrecht halten zu können, müsste man beide Teilbereiche der Kurve leicht neigen.) Wenn der Haushalt nur von einem Gut mehr erhält, erreicht er keinen höheren Nutzenindex. Das ist vorstellbar, wenn die Güter in einem festen Verwendungszusammenhang stehen, also strenge Komplementärgüter sind. Was nutzt das 5., 6. oder 7. Rad an einem vierrädrigen Handwagen? Was nutzt der zweite rechte Schuh?Der Grenzfall rechtwinkliger Indifferenzkurven zeigt streng komplementäre Güter.
    • Auch Abbildung 5 zeigt Indifferenzkurven, die auf den ersten Blick gegen die Nichtsättigungsannahme verstoßen. Wenn es sich bei X aber nicht um ein Gut, sondern um ein "Schlecht" ( Ungut) handelt, kann dieser Indifferenzkurvenverlauf Sinn machen. Beispiele für solche Ungüter wären Müll oder Arbeit. Von beidem ist weniger mehr, daher kommt der Haushalt auf niedrigere Nutzenindexwerte, wenn er sich in Pfeilrichtung von A nach B bewegt. Wenn X für Arbeitszeit und Y für Konsumgüter steht, dann zeigt A im Vergleich zu B bei gleichem Konsumniveau eine kürzere Arbeitszeit und somit eine bevorzugte Situation für den Haushalt.
    • Im Regelfall geht man von einer "typischen" Indifferenzkurvenschar. Die Güter sind begrenzt substituierbar. In Abbildung 6 ist dargestellt, welche Menge (dx) des Gutes X notwendig ist, den Nutzen des Haushalts konstant zu halten, wenn er eine Einheit (dy) des Gutes Y aufgibt. Das Verhältnis dieser beiden Mengen heißt Grenzrate der Substitution (dx/dy). Der Begriff Substitutionsrate wäre sicher sprechender, brächte er doch unmittelbar zum Ausdruck, in welcher Rate die Güter gegeneinander substituiert werden können. Der Wortteil "Grenz-" soll darauf hinweisen, dass nur kleine Änderungen in der Umgebung des jeweiligen Ausgangspunktes betrachtet werden. Wenn man sich von diesem Punkt entfernt, ändert sich die Rate (es gibt Ausnahmen, z. B. im Fall von Abb. 1).
  15. die Grenzrate der Substitution
    • Die Grenzrate der Substitution zeigt das Tauschverhältnis zweier Güter bei Indifferenz des Haushalts. Für die meisten Haushalte dürfte die Grenzrate der Substitution zwischen 100- und 10-Euro-Scheinen bei 10 liegen. Dabei geht man in der Regel recht nachlässig mit dem Begriff um. Auch den Kehrwert 1/10 hätte man akzeptiert, da - wenn man nicht auf die mathematische Formulierung zurückgreift - aus dem Gesagten oft nicht so recht klar wird, ob das Gut X durch das Gut Y oder das Gut Y durch das Gut X substituiert wird. Der Zusammenhang macht dies aber meist deutlich. Es dürfte klar sein, dass der Nutzen des Haushalts nicht konstant bleibt, wenn er für einen 10-Euro-Schein zehn 100-Euro-Scheine aufgibt.Die Grenzrate der Substitution entspricht dem negativen umgekehrten Verhältnis der Grenznutzen der beiden Güter.Um diese Aussage einsehen zu können, betrachten wir ein Kind, das bei Indifferenz fünf Stück Schokolade gegen drei Murmeln zu tauschen bereit ist. "Bei Indifferenz" bedeutet einen konstanten Nutzenindexwert: Der Wert der Nutzenfunktion ist vor und nach dem Tausch gleich, d. h. seine Veränderung ist null (mit dem Symbol d für Änderung: dU = 0).
    • Wenn die Grenzrate der Substitution stetig abnimmt, dann müssen die Indifferenzkurven einen konvexen Verlaufzeigen. Wenn sie das tun, dann kann man zwischen zwei beliebigen Punkten auf einer Indifferenzkurve wie A und D in Abbildung 8 eine Verbindungslinie ziehen, die immer oberhalb der Indifferenzkurve liegt. Genau auf halber Strecke der Verbindungslinie findet sich das Güterbündel P, das von beiden Gütern jeweils die durchschnittlichen Mengen der Güterbündel der Endpunkte A und D enthält (die beiden blauen und roten Pfeile sind jeweils gleich lang).* Das "ausgewogene" Güterbündel P liegt auf einer höheren Indifferenzkurve. Also bevorzugt der Haushalt ausgewogene zusammengesetzte Güterbündel gegenüber eher einseitig zusammengesetzten Güterbündeln, wenn das Gesetz von der abnehmenden Grenzrate der Substitution gilt.
  16. Einkommen-Konsum-Kurve
    Für jede Budgetgerade wird mit der tangierenden Indifferenzkurve das Haushaltsgleichgewicht bestimmt. Beim höchsten Einkommen, das hier angenommen wurde, erreicht der Haushalt sein Gleichgewicht in E. Wenn man sich den Einkommensanstieg nicht in Stufen, sondern stetig vorstellt, und alle sich ergebenden Haushaltsoptima verbindet, erhält man eine Einkommens-Konsum-Kurve. Bei anderen Preisverhältnissen der Güter hätten sich mit anderen Haushaltsgleichgewichten natürlich andere Einkommens-Konsum-Kurven ergeben. Die Lage der Einkommens-Konsum-Kurven wird also neben den Präferenzen auch durch das Güterpreisverhältnis bestimmt; m.a.W.: Güterpreise sind Lageparameter. Wie ihr Name sagt, zeigt die Einkommens-Konsum-Kurve für alternative Einkommen (bei gegebenen Preisen) den (gleichgewichtigen) Konsum des Haushalts an. Ob die Kurve gekrümmt oder gerade ist, hängt von den Präferenzen des Haushalts ab. Sie muss auch nicht - wie hier dargestellt - immer eine positive Steigung zeigen.
  17. Engel-Kurve
    Da sich im Diagramm nun die optimalen Mengen von X (und ebenso natürlich von Y) bei alternativen Einkommen ablesen lassen, liegt es nahe, in einem neuen Diagramm die nachgefragte Menge X in Abhängigkeit vom Einkommen darzustellen (vgl. Abb. 2). Hierbei handelt es sich um eine Nachfragefunktion mit dem Namen Engel-Kurve (allerdings nicht um die Nachfragefunktion, die ja den Zusammenhang zwischen nachgefragter Menge und Preis eines Gutes beschreibt).
  18. Elastizitätsbegriff
    Elastizitätswerte vermitteln Ökonomen Informationen, wie "heftig" oder "stark" eine Größe auf eine andere reagiert. Wenn sie sich unterhalten, müssen sie sich meistens gar nicht verständigen, von welcher der zahlreichen Elastizitäten sie gerade reden. Oft nennen sie auch keine exakten Werte, sondern formulieren solche Sätze wie "Die Nachfrage reagiert unelastisch".Das Ökonomendeutsch "Die Nachfrage reagiert unelastisch" heißt übersetzt: "Wenn der Preis des Gutes um ein Prozent steigt, wird die Nachfrage um weniger als ein Prozent zurückgehen." Eine ähnliche Aussage lässt sich für jede Elastizität y bzgl. x formulieren: Wenn der Wert der unabhängigen Variable x um ein Prozent steigt, ändert sich der Wert der abhängigen Variable y um soundsoviel Prozent.
  19. Einkommenselastizität
    Die Einkommenselastizität eines Gutes ist nichts anderes als die Elastizität der Engel-Kurve. Da man in der Regel nicht an der Einkommenselastizität eines einzelnen Haushalts interessiert ist, sondern an der durchschnittlichen Einkommenselastizität aller Haushalte (oder einer Gruppe von Haushalten), zieht man eine über die Haushalte aggregierte Engel-Kurve heran.
  20. elaszität von Luxusgütern und normalgütern
    Der Wert einer Einkommenselastizität von eins wird herangezogen, um zwischen Grundbedarfsgütern und Luxusgütern zu unterscheiden. Liegt die Elastizität über eins, handelt es sich um ein Luxusgut; liegt sie unter eins, um ein Grundbedarfsgut. Nun scheint es auf den ersten Blick so, als sei das hier betrachtete Gut X zugleich ein Grundbedarfs- und Luxusgut, denn die Engel-Kurve zeigt für dieses Gut ja Elastizitäten von über und unter eins. Es scheint nicht nur so, es ist auch so. "Zugleich" darf man allerdings nicht im Sinne von gleichzeitig interpretieren. Bei niedrigem Einkommensniveau kann ein Gut sehr wohl ein Luxusgut sein, das bei hohen Einkommen zum Grundbedarfsgut wird. Dahinter steht die Überlegung, dass bei geringen Einkommen zunächst die Grundbedürfnisse befriedigt werden. Mit steigendem Einkommen werden dann zunehmend auch Luxusbedürfnisse befriedigt. Daher geht der Anteil der Ausgaben für Grundbedarfsgüter mit steigendem Einkommen zurück*, während der Anteil der Ausgaben für Luxusgüter zunimmt.Güter mit positiver Einkommenselastizität heißen superior oder normal, solche mit negativer inferior. Der Regelfall ist der des superioren Gutes. Für inferiore Güter gibt es wenige Beispiele (z. B. Margarine). Gelegentlich werden Güter mit einer Einkommenselastizität zwischen null und eins als relativ inferior bezeichnet und zur besseren Unterscheidung Güter mit einer negativen Einkommenselastizität dann als absolut inferior. Relativ inferiore Güter verlieren mit steigendem Einkommen anteilsmäßig an den Ausgaben des Haushalts, weil die Nachfrage nach ihnen langsamer wächst als das Einkommen. Wie bei der Unterscheidung zwischen Grund- und Luxusbedarf gilt auch hier, dass ein und dasselbe Gut je nach den Rahmenbedingungen entweder superior oder inferior sein kann.
  21. Die direkte Preiselastizität
    Die direkte Preiselastizität der Nachfrage ist nichts anderes als die Elastizität der aggregierten Nachfragefunktion. Sie zeigt näherungsweise an, um wie viel Prozent die Nachfrage nach einem Gut sinkt, wenn der Preis um ein Prozent steigt. Sie ist bis auf den seltenen Ausnahmefall des Giffen-Gutes negativ, allerdings wird das in der Regel im ökonomischen Sprachgebrauch unterschlagen. Das verwirrt anfangs besonders dann, wenn von einer größeren oder steigenden Elastizität die Rede ist. Gemeint ist nämlich, dass der absolute Wert größer ist oder steigt. Der tatsächliche Wert einer größeren Elastizität ist kleiner.Wie sich später zeigen wird, kommt der direkten Preiselastizität der Nachfrage eine große Bedeutung zu. Von ihr hängt es z. B. ab, ob Preiserhöhungen zu Umsatzsteigerungen führen. Sie beeinflusst ganz wesentlich, wie stark Steuern auf das Produkt an die Konsumenten überwälzt werden können. Und sie bestimmt das Ausmaß, in dem marktbeherrschende Unternehmen die Konsumenten ausbeuten können (sog. Monopolgrad/-macht).Mit Hilfe der Preiselastizität kann zwischen normalen Gütern und Giffen-Gütern unterschieden werden. Letztere besitzen eine positive Elastizität. Grundbedarfsgüter zeigen tendenziell eine geringere Preiselastizität als Luxusgüter, da bei steigenden Preisen die Einschränkung des Konsums von Grundbedarfsgütern schwerer fällt als der Verzicht auf Luxusgüter.

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