nat. & internat. Unternehmenspub buch 2

Home > Preview

The flashcards below were created by user huatieulans on FreezingBlue Flashcards.


  1. Fair Value Modell
    Dieses modell gibt eine Neubewertung mit dem beizulegenden Zeitwert zum Abschlussstichtag vor die zu Wertminderungen und –erhöhungen führen kann und zwar losgelöst von den originären ANschaffungs oder Herstellungskosten. Das Modell kommt für bestimmte finanzielle Vermögenswerte, für zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte in Betracht. Grundsätzlich ergebniswirksam, ausnahmsweise ist auch eine ergebnisneutrale erfassung angezeigt.
  2. Revaluation – Modell
    danach erfolgt eine NEubewertung zum beizulegenden Zeitwert im Zeitpunkt der Neubewertung. Neubewertungsbetrag in den Folgeperioden: um planmäßige ABschreibungen und außerplanmäßige Wertminderungen zu korrigieren oder unter bestimmte Voraussetzungen durch einen Neubewertungsbetrag zu ersetzen. Gelangt alternative zumKOstenmodell bei den SA, und den immateriellen Vermögenswerte zur Anwendung.
  3. Rechnungsabgrenzung – international Normen :
    nach dem Grundsatz der Periodenabgrenzung sind Aufwendungen und Erträge periodengerecht abzugrenzen. EIn transitorischer Abgrenzungsposten ist in einem IFRS- Abschluss immer dann anzusetzen, wenn dieser die Definition eines Vermögenswertes oder einer liabilitiy erfüllt.Das handelsrechtliche Erfordernis der “bestimmten Zeit” ist insofern nach internationalen Normen nicht relevant. Vielemehr stellt z.B. die Definition des Vermögenswertes auf den erwarteten wahrscheinlichen künftigen Nutzenfluss ab.
  4. Sonderfälle der Rechnungsabgrenzung
    - Zölle und Verbrauchsteuern: Als a,tive ABgrenzungsposten dürfen Zölle und Verbrauchsteuern ausgewiesen werden, soweit sie auf dam Abschlussstichtag auszuweisende Vermögensgegenstände des VOrratsvermögens entfallen. Es bezieht sich nur auf Zölle und Verbrauchsteuern, die nicht als Bestandteil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu klassifieren sind und die ansonsten aufwandswirksam zu erfassen wären. Nach IAS 2.11 sind nicht erstattungsfähige Zölle und Verbrauchsteuern als Teil der ANschaffungs- oder Herstellungskosten zu aktivieren; insofern besteht das nach §250 Abs.1 Nr.1HGB gegebene Wahlrecht zum Ausweis als aktiver Abgrenzungsposten nicht. -Erhaltene ANzalungen: sowohl nach deutschen GoB als auch international ist es möglich, die erhaltene ANzahlung mit dem Nettobetrag zu passivieren
  5. Unterschiedsbetrag zwischen Rückzahlung und Auszahlung einer Verbindlichkeit:
    ist der Rückzahlungsbetrag einer Verbindlichkeit höher als der Ausgabebetrag, so liegt ein Unterschiedsbetrag (Disagio) vor. Das Disagio darf im HGB-Abschluss in den aktiven Rap aufgenommen werden. Steuerrechtlich betsteht für solche Abgrenzungsposten (Darlehnsdisagio beim Schuldner) eine Aktivierungspflicht. International ist das zuvor angeprochene Darlehn zu forgeführten ANschaffungskosten zwingend unter Verwendung der Effektivzinsmethode zu bewerten. Grundgedanke dieser Methode ist die systematische Erfassung der Wertänderungen, die sich allein aus dem Verlauf der Zeit ergeben. Die ANwendung der Effektivzinsmethode ist zweistufig: zunächst einmal ist der Effektivzinssatz zu ermitteln und in einem zweiten Schrittt sind auf dieser Grundlage die fortgeführten Anschaffungskosten zu bestimmen.
  6. Steuerabgrenzung – AnsatzkonzepteTiming Konzept: dabei lassen sich drei Arten von Ergbnisdifferenzen unterscheiden:
    - zeitlich begrenzte Differenzen, die sic him Zeitablauf wieder ausgleichen (beispielweise gleichen sich die aus unterschiedlichen Abschreibungsmethoden resultierenden abweichenden Abschreibungsbeträge in der HAndels- und Steuerbilanz nach Ende der Nutzungsdauer wieder aus.

    -Permanente Differenzen: entstehen dadurch, dass bestimmte Ergebniskomponenten entweder unr in der Handels- oder nur in der Steuerbilanz berücksichtigt werden- Ein Umkehreffekt ergibt sich in der Zukunft nicht Beispielweise sind Investitionszulage steuerfrei; diese wirken jedoch handelsrechtlich ergbniserhöhend.

    - Quasi permanente Differenzen: gleichen sich gewöhnlich erst am Ende der Lebenszeit des Unternehmens aus (weicht z.B die Zugangsbewertung (anschaffungskosten) bei einem Gründstück handels- und steuerrechtlich voneinander ab, kommt es erst dann zu einer Ergebnisumkehrung, wenn das U liquider oder das Grundstück veräußert wird)
  7. Temporary-Konzept gem. §274 HGB:
    • : ist bilanzorientiert- Demnach sind grundsätzlich alle temporäten Differenzen zwischen dem ANsatz in der Steuerbilanz und der IFRS-Bilanz, die künftig zu einer steuerlichen Be-oder Entlastung führen, in die Ermittlung der latenten Steuern einzubeziehen.
    • - Demnach führen nicht nur ergebniswirksame Wertänderungen, sondern auch ergebnisneutral gebuchte Wertänderungen (z.B Werterhöhung einer Sachanlage über die Buchung Vermögenswert an Neubewertungsrücklage) von Bilanzposten zu latenten Steuern- die temporären Differenzen umfasse die zeitlich begrenzten Differenzen und die quasi permanenten Differenzen. Für Ansantzdifferenzen zwischen IFRS- und Steuerbilanz, die bei ihrer Auflösung zu einer niedrigeren Steuerbelastung führen, besteht die Verpflichtung, einen Posten für active latent Steuern anzusetzen(IAS 12.24) Demnach liegt ein aktiver Unterschiedsbetrag grundsätzl dann vor, wenn gilt:
    • - Ansatz Vermögenswerte IFRS-Bilanz < Ansatz der korrespondierenden posiven WIrtschaftsgüter in der Steuerbilanz
    • - Ansatzschulden IFRS-Bilanz > Ansatz der korrespondierenden negative WIrtschaftsgüter in der Steuerbilanz  
    • Für entsprechende ANsatzdifferenzen sind passive latent Steuern anzusetzen (IAS 12.15), wenn gilt:
    • - Ansatz Vermögenswerte IFRS-Bilanz > Ansatz der korrespondierenden posiven WIrtschaftsgüter in der Steuerbilanz
    • - Ansatzschulden IFRS-Bilanz < Ansatz der korrespondierenden negative WIrtschaftsgüter in der Steuerbilanz
  8. Steuerabgrenzung – Ausweis:
    nach deutschen Normen sind für passive latent Steuern auf der Passivseite der Bilanz Rückstellung zu bilden. Aktive latent Steuern sind unter entsprechender Bezeichnung (zB aktivische Steuerabgrenzung) gesondert auszuweisen. In der GuV sind mit der Bildung und Auflösung latenter Steuern zusammenhängenden AUfwendungen und Erträge unter der Position “Steuern vom Einkommen und Ertrag” zu zeigen. NAch internationalen NOrmen sind latent Steuern in der Bilanz grundsätz. Getrennt von anderen Vermögenswerten und Schulden auszuweisen (IAS 1.54o), unter bestimmten Voraussetzungen, die eng gefasst sind, besteht jedoch eine Saldierungspflicht (IAS 12.74)
  9. Sachanlage
    Erstbewertung
    : Aktivierungsfähige SA sind bei der erstmaligen Erfassung normalerweise zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten anzusetzen (IAS 16.15; §255 iVm §253 HGB). Zum Verkauf bestimmte langfristige Vermögenswerte sind zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Verkaufskosten anzusetzen (IFRS 5.15)
  10. Sachanlagespezifische Besonderheiten:
    • Soweit mit der SA Rekultivierungs- oder Beseitigungsverpflichtungen verbunden sind, die zu einer Rückstellung zu erhöhen (IAS 16.16c, 16.18).Als Beispiele für solche Verpflichtungen sind zu nennen: die Inbetriebnahme eines Kraftwerkes führt zu künftigen Aufwendungen für die Entsorgung nach der Ausserbetriebnahme. Diesen Aufwendungen kann sich das U rechtlich oder faktisch nicht entziehen. Nach deutschen GoB sind in dem zuvor angesprochenen Fall gleichfalls Rückstellungen für Rekultivierungs- oder Beseitigungsverpflichtungen zu bilden- Eine Erhöhung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten um diese Verpflichtungen wird in der deutschsprachigen Literatur nur selten diskutiert. International ist jeder wesentliche Bestandteil einer SA gesondert zu erfassen (sog. Komponentenansatz), sofern die Ansatzkritierien gem. IAS 16.7 erfüllt sind. Idee ist es, dass komplexe SA regelmäßig aus mehreren Komponnenten bestehen, die zumeist unterneschiedliche Nutzungsdauern aufweisen und demnach bei der Folgebewertung mit unterschiedlichen Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern zu bewerten sind. Demnach sind wesentliche Bestandteile einer SA (z.B bei einem Flugzeug die TUrbinen, SItze, und Kordküchen) als eigenständige Vermögenswerte zu erfassen und über ihre eigene Nutzungsdauer abzuschreiben. EIne nationale Besonderheit ist die Festbewertung von SA gem. §§240, 256 HGB ALs Beispiele sind zu nennen: privat betriebene Bahnanlage (GLeisanlagen, Signale), Stanzen, Formen und Modelle, Mess- und Prüfgeräte sowie Werkzeuge. Eine Festbewertung ist dann zulässig, wenn die betreffenden SA u. a
    • -regelmäßig ersetzt werden,
    • - ihr gesamtwert für das U von nachrangiger Bedeutung ist und
    • - der Bestand im Wesentlichen unverändert bleibt.
  11. Sachanlage – Folgebewertung
    International ist für die Zwecke der Folgebewertung entweder das cost-Modell oder das revaluation- Modell anzuwenden. a.Costmodell: das cost-Modell gibt vor, dass in den Folgeperioden planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen sowie Wertaufholungen zu berücksichtigen sind. Das Abschreibungsvolumen ist auf systematischer Grundlage über die Nutzungsdauer der SA zu verteilen (IAS 16.50). Bei der Bestimmung der Abschreibungen sind neben der Restwertbestimmung zwie Entscheidungen zu treffen: Festlegung der Nutzungsdauer und Festlegung der Abschreibungsmethode. Neben den planmäßigen Abschreibungen sind ggf. Auch Wertminderungen bzw außerplanmäßige Abschreibungen zu berücksichtigen (IAS 16.63)Weiterhin ist im Rahmen der Folgebewertung zu berücksichtigen, dass in Bezug auf die Rekutierungs- oder Beseitigungsverpflichtungen Anpassungen erforderlich sind, sofern sich der erwartete Verpflichtungsbetrag oder der Diskontierungszinssatz geändert haben. Wertaufholungen sind nach IAS 36.117 zwingend.
  12. b. Revaluation-Modell:
    nach dem revaluation-Modell erfolt eine Neubewertung zum beizulegenden Zeitwert im Zeitpunkt der Neubewertung (Neubewertungsbetrag). Dieser Betrag ist in den Folgeperioden um (kumulierte) planmäßige Abschreibungen und (kum.) außerplanmäßige Wertminderungen zu korrigieren oder unter bestimmten Voraussetzungen durch einen NEubewertungsbetrag zu ersetzen. Sachanlagespezifische Konkretisierungen zum beizulegenen Zeitwert finden sich in IAS 16.32. Beispiel weise gilt für technische Anlage und BGA FOlgendes: - der beizulegende Zeitwert basiert normalerweise auf Schätzungen, die wiederum auf marktbasierten NAchweisen beruhen- Ist eine solche Schätzung nicht möglich, sind die Vermögenswerte zu fortgeführten Wiederbeschaffungskosten oder ertragsorientiert d.h heranzuziehen sind die diskontierten CF aus dem jeweiligen Vermögenswert zu bewerten. Neubewerungen sind in regelmäßigen ABständen durchzuführen. Die Häufigkeit der Vornahme von Neubewertungen hängt von den Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts der entsprechenden SA ab. Unterleigt dieser Wert keinen signifikanten Schwankungen, dürfte die Neubewertung alle drei bis fünf Jahre ausreichend sein. Wird eine SA neu bewertet, ist die gesamte Gruppe von SA nu zu bewerten (IAS 16.36)
  13. Fair value-Modell
    Zum Verkauf bestimmte langfristige Vermögenswerte sind in den Folgeperioden zum fortgeführten Buchwert oder zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Verkaufskosten anzusetzen IFRS 5.15 ; planmäßige Abschreibungen sind unzulässig.  Angabepflichten: Angabepflichten sind die sachanlagespezifischen ANgabepflichten gem. IAS 16.73 ff zu beachten. Nach deuschen Normen sind die Angabepflichten weniger umfangreich. Eine besonders bedeutsame Angabepflicht betrifft den Anlagespiegel. Nach deutschen Normen haben kapitalgesellschaften und haftungsbeschränkte Personengesellschaften nach §268 Abs.2 HGB in der Bilanz ode rim Anhang einen Anlagespielgel zu erstellen
  14. Vorräte FOlgebewertung:
    Vorräte sind grundsätzlich mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu bewerten. ISt der Nettoveräußerungswert niedriger als die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, ist zwingend der niedrigere Wert anzusetzen (IAS 2.9). Der Nettoveräußerungswert ist definiert als der geschätzte Verkaufpreis im gewöhnlichen Geschäftsverkehr abzüglich geschätzter Fertigstellungskosten und der geschätzten notwendigen Verkaufkosten (IAS 2.6). Maßgeblich ist demnach der Absatzmarkt.
  15. Positionbezogen:
    - Bei fertigen und unfertigen Erzeugnissen (kein Fremdbezug möglich) sowie für Überbestände an Roh-, Hilfs- und Betriebstoffen sind die Verhältnisse am Absatzmarkt maßgeblich -> gilt auch nah IAS 2.9 i.V.m IAS 2.6- Bei Roh-, Hilfs, und Betriebstoffen ist aufgrund der größeren Nähe zum BEschaffungsmarkt der Wert vom Beschaffungsmarkt zu ermitteln. Nach IAS 2.32 keine Abschreibungen wegen niedrigerer Beschaffungsmarktpreise erforderlich, solange Endprodukte ohne Verlust veräußerbar sind (verlustfreie Veräußerung). Für Waren und Überbestände an fertigen und unfertigen Erzeugnissen ist nach deutschen GoB zumeist der niedrigere Wert auf dem Absatz- oder Beschaffungsmarkt maßgeblich (dopplete Maßgeblichkeit als besonderer Ausdruck der Vorsicht). Nach IAS 2.9 iVm IAS 2.6 ist dagen allein der ABsatzmarkt relevant. Ähnlich der handelsrechtlichen Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert ist steuerrechtlich auf den niedrigeren steuerlichen Teilwert abzuschreiben; Teilabschreibung setzt zum einen eine dauerhafte Wertminderung voraus und zum anderen ist es bei einer am Absatzmakrt orientierten retrogarden Gewinnermittlung möglich, vom voraussichtilichen Verkaufserlös einen durchschnittlichen Rohgewinnaufschlag abzuziehn. Nach IAS 2.33 besteht eine Wertaufholungspflicht.Die Schätzung des Nettoveräßerungswertes hat möglichst zuverlässig zu erfolgen. Berücksichtigungspflichtige Ereignisse, die Vorgänge erhellen, die bereits am Abschlussstichtag bestanden, sind zu berücksichtigen IAS 2.30.
  16. Immaterielle Vermögenposten
    IAS 38.8 definiert einen immateriellen Vermögenswert als einen identifizierbaren nicht monetären Vermögensposten ohne physische Substanz. Beispiele hierfür sind Software, Patente, Copyrights, Filme, Kundenliste, Importquoten, Franchiserechte, Kunden- oder Liefrrantenbeziehungen, Kundenloyalität sowie Marktanteile (IAS 38.9)ALs anwendbare REchnungslegungsnormen sind zu nennen: - international bedeutsam sind IAS 36 und IAS 38 sowie in Zusamenhang mit der Entwicklung von Webseiten SIC-32 Bei der Behandlung von Unternehmenszusammenschlüssen ist auch IFRS 3 relevant. - Besonders relevante deutsche Normen sind §§248,266
  17. Immaterielle Vermögenposten – Ansatz und AUsweis
    • NAch IAS 38.18 ist ein selbst geschaffener (originärer) oder erworbener (derivative) immaterieller Vermögenswert dann anzusetzen, wenn die Voraussetzungen in IAS 38.8-17 und die Ansatzkriterien in IAS 38.21-23 gegeben sind:
    • - Identifizierbarkeit (IAS 38.11 f.) : Der Vermögenswert muss sichh eindeutig von einem Goodwill unterscheiden, der dann anzusetzen ist, wenn im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses mehr bezahlt würde als der Zeitwert der Vermögenswerte abzüglich der Schulden (IAS 38.11)
    • - Kontrolle (IAS 38.13 ff) : ist gegeben, wenn das U die Macht hat, den wirtschaftlichen NUtzen aus dem Vermögenswert zu ziehen und seine Verwendung durch Dritte zu beschränken. Dagegen wird z.B eine Kontrolle über den künftigen wirtschaftlichen Nutzen von besonders gut ausgebildetem Personal für ausgeschlossen gehalten (IAS 38.15)
    • - künftiger Nutzenzufluss ( IAS 38.17): künftiger wirtschaftlicher NUtzen kann durch den Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen aber auch durch Kosteneinsparungen oder andere Vorteile, die aus der Nutzung des Vermögenswertes resultieren, entstehen.
    • - Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Nutzenzuflusses (IAS 38.21a) :
    • - Zuverlässige Ermittelbarkeit der Kosten (IAS 38.21b)
  18. Bei den selbst geschaffenen Vermögenswerten handelt es sich zumeist um Produkte oder Verfahren sowie um Software
    Dabei unterscheiden IAS 38.8 und 38.54ff Ausgaben, die in der Forschungsphase und in der Entwicklungsphase getätigt wurden.- FOrschund ist definiert als eigenständige und planmäßige Such emit der Aussicht zu neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen zu gelangen (IAS 38.8)- Entwicklung ist die Anwendung von Forschungsergebnissen oder von anderem Wissen auf einen Plan oder einen Entwurf für die Produktion von neuen oder beträchtlich verbesserten Materialien, Vorrichtungen, Produkten, Verfahren, Sytemen oder Dienstleistungen. Die Entwicklugn findet dabei vor Aufnahme der kommerziellen Produktion oder Nutzung statt (IAS 38.8) Entwicklungsausgaben sind dann zu aktivieren, wen nein U die folgende Nachweise kumulativ erbringen kann (IAS 38.57): die technische Realisierbarkeitm den imm. Vermögenswert fertig zu stellen / die Absicht, das Projekt zu vollenden und den imm VW zu verkaufen oder zu nutzen / die Fähigkeit des U, den im. VW zu nutzen / künftiger NUtzen des im. VW muss gegeben sien / verfügbarkeit der RessourcenAb dem Zeitpunkt, an dem die NAchweise kumulativ erbracht wurden, sind alle Auszahlungen zu aktivieren ; es besteht ein Nachaktivierungsverbot für als Aufwand verrechnete Ausgaben (IAS 38.71)
  19. imm. VW
    Erstbewertung
    wird ein imm. VW einzeln erworben, lassen sich die Anschaffungskosten normalerweise zuverlässig ermitteln (IAS 38.26)- selbsterstellte immaterielle VW sind zu Herstellungskosten zu bewerten (IAS 38.65) Anzu setzen sind die Kosten, die ab dem Zeitpunkt anfallen, an dem der imm VW erstmal ansatzpflichtig ist - eine nachträgliche Aktivierung von Ausgaben, die bereits in den Vorperioden als Aufwand erfasst wurden, ist unzulässig (sog. Nachaktivierungsverbot) - von dem Ansatz selbst erstellter imm. VW ist die Behandlung von Entwicklungskosten im Rahmen der Herstellung z.B einer Sachanlage oder eines Produktes zu unterscheiden.
  20. imm. VW Folgebewertung
    Wahl zwischen Kostenmodell und Neubewertungsmodell - Beim Kostenmodell sind kumulierten planmäßigen ABschreibungen sowie die kumulierten außerplanmäßigen Wertminderungen IAS 38.74 zu berücksichtigen. In Bezug auf die planmäßigen ABschreibungen spircht IAS 38 in Zusammenhang mit den immateriellen Werten von amortization. Die Durchführung planmäßige Absc setzt eine bestimmte Nutzungsdauer voraus. Dabei ist der Restwert grundsätzlich mit 0 anzusezten IAS 38.97 und es ist im Zweifel die lineare ABschreibungsmethode zu wählen IAS 38.97. immaterielle Posten mit einer unbestimmten NUtzungsdauer sind nicht planmäßig abzuschreiben IAS 38.107. Es ist jährlich zu überprüfen, ob sich die Annahme einer unbestimmten Nutzungsdauer unverändert aufrechterhalten lässt (Überprüfung der Klassifierung) .IAS 38.74 schreibt weiterhin die Berücksichtigung von außerplanmäßigen Wertminderungen vor- Immaterielle VW mit einer unbestimmten Nutzuungsdauer sind gem. IAS 38.107 jährlich oder bei Vorliegen von Anzeichne für eine Wertbeeinträchtigung auch innerhalb des Geschäftjahres einem Wertminderungstest gem. IAS 36 zu unterziehen.
  21. imm VW
    Bei Anwendung des Neubewertungsmodells ist der Neubewertungsbetrag anzusetzen
    d.h der beizulegende Zeitwert im Zeitpunkt der Neubewertung (IAS 38.75). Voraussetzung für die Neubewertung ist das Vorliegen eines aktiven Marktes IAS 38.75 Satz 2. Hier sind die Bewertungsvorschrigen strenger als bei den SA, wo der Neubewertungsbetrag auch ein durch Schätzungen ermittelter vermuterter MArktwert sein kann. WIrtd ein im. VW zum Neubewertungesbetrag angesetzt, sind in den Folgeperioden in regelmäßigen Abständen weitere Neubewertungen durchzuführen, um zu vermeiden, dass sich der Buchwert nicht wesentlich von dem beizulegenden Zeitwert unterscheidet IAS 38.75 Satz 3
  22. SOnderproblem Geschäfts-oder Firmenwert
    Auch wenn §255 Abs.4 HGB von der Übernahme eines U spricht, ist die Vorschrift nicht auf jede Unternhemensübernahme anwendbar. Übernahmen iSv §255 Abs.4 Satz 1 HGB stellen nur sog- asset deals dar, bei denen die einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden auf einen neuen Rechtsträger übertragen werden. Vom asset deal ist der sog. Share deal zu unterscheiden, be idem ein U als Ganzes durch den Erwerb von Anteilen übernommen wird (Beiteiligungswerberb). Bei einem share deal sind ein Einzelabschluss und ggf. Auch ein Konzernabschluss zu erstellen.  EIne Wertaufholung für einen zuvor außerplanmäßig abgeschriebenen GoF kommt grundsätzlich nicht in Betracht. Nach §280 Abs.1 HGB muss einer Wertaufholung eine außerplanmäßige Abschreibung auf einen Vermögensgegenstand vorausgegangen sein. Beim derivative GoF handelt es sich jedoch nach h.M nicht um einen Vermögensgegenstand. Unterschreitet der Kaufpreis den Zeitwert der VG abzüglich Schulden, entsteht ein negative GoF. Die Behandlung eines negative Go Fist gesetzlich nicht geregelt- Aufgrund des Anschaffungskostenprinzips §255 Abs.1 HGB müssen in diesem Fall zunächst einmal die Zeitwerte der übernommenen VG so weit abgestockt werden, bis die negative Differenz ausgeglichen ist
  23. International Normen- Darstellung und Vergleich mit den deutschen GoB
    • Ein originärer GoF darf nicht aktiviert werden (IAS 38.48)Die Behandlung eines derivative Goodwills bei Unternehmenzusammenschlüssen regeld IFRS 3.
    • Berechnung: Gegenleistung dees erwerbenden U bewertet zum beizulegenden Zeitwert zu Erwerbszeitpunkt
    • (Kaufpreis
    • - Nettovermögen des erworbenen U bewertet zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt
    • + Wert der Anteile nicht-kontrollierender Gesellschafter (Minderheiten) bewertet zum beizulegenden Zeitwert oder dem anteiligen identifizierten Nettovermögen  
    • = Goodwill  
    • Für einen solchen Goodwill besteht eine Aktivierungspflicht. Der aktivierte Goodwill stellt zweifelsfrei ein asset dar.
    • - Bei Anwendung von IFRS 3 ist beachtlich, das erworbene Vermögenswerte, übernommene Schulden und ANteile nicht-kontrollierender Gesellschafter gesondert vom GoF anzusetzen sind.
    • - Weiterhin sind Eventualschulden anzusetzen, wenn diee aus einem verganegen Ereignis resultieren und der beizulegende Zeitwert zuverlässig bestimmt werden kann. In den Folgeperioden ist ein aktivierter Goodwill nicht planmäßig abzuschreuben. Es kommen nur außerplanmäßige Wertminderungen gem. IAS 36 in Betracht, d.h der Goodwill ist zu den Anschaffungskosten abzüglich außerplanmäßiger Wertminderungen anzu setzen .Eine Wertaufholung kommt bei einem GoF nicht in Betracht IAS 36.124
  24. Komponenten des EK
    Gezeichnetes Kapital: gezeichnete Kapital ist eine feste Eigenkapitalgröße. Hierbei handelt es sich um das Kapital “ auf die Haftung der Gesellschafter für die Verb. Der Kapitalgesellschaft ggü den Gläubigern beschränkt ist “ (§272 Abs.1 Satz 1 HGB). Das gezeichnete Kapital wird bei einer AG als “Grundkapital” und bei einer GmbH als “Stammkapital” bezeichnet. Das Kapital ist zum Nennbetrag anzusetzen.(§283 HGB) Der Mindestnennbetrag beträgt eine AG 50T€ und bei einer GmbH 25T€. Der Begriff “gezeichnetes Kapital” soll zum Ausdruck bringen, dass es sich nicht notwendigerweise um das eingezahlte Kapital handeln muss. Ein Viertel des gezeichneten Kapitals muss bar eingezahlt sein. Ist das Kapital noch nicht voll einbezahlt, kommt es zu einer Differenz, die als ausstehende Einlage in der Bilanz zu zeigen ist.
  25. Nach IFRS ist der Ausweis von einer ausstehenden Einlage nicht expliziert geregelt. Jedoch alle Eigenkapitalposten grundsätzlich passivisch auszuweisen. Nach der Art des verbrieften ANteils am Grundkapital lassen sich Nennbetragsaktien und Stückaktien unterscheiden :
    • - Der Nennbetrag einer Aktien beträgt mindestens 1€
    • - Nennwertlose Stückaktien sind zu gleichen Teilen am Grundkapital beteiligt; der Wert einer Stückaktie darf 1€ nicht unterschreiten. 

    • Nach der REchten der Aktieninhaber lassen sich Stamm- und Vorzugsaktien unterscheiden:
    • - Die Stammaktie gewährt Stimm- und Dividendenrechte, einen Anteil am Liquidationserlös sowie Bezugsrechte auf neue Aktien
    • - Vorzugsaktien gewähren einen besonderen Vorzug ggü den Stammaktien. Dieser Vorzug besteht regelmäßig in einem zusätzlichen Anspruch auf Dividende

    •  Nach dem Grad der Übertragbarkeit des Eigentums von Aktien ist zwischen Namens- und Inhaberaktien zu unterscheiden:
    • - Bei Namenaktien kann die Übertragung nicht formlos geschehen. Sie erfolgt vielmehr durch Einigung, Umschreibung im Aktien buch. Bei vinkulierten Namensaktien ist die Übertragung zusätzlich an die Zustimmung der Gesellschaft gebunden.Die Vinkulierung soll verhindern, dass einzelne Aktionäre ihre Anteile an der Gesellschaft in nicht erwünschtem Maße erhöhen (vermindern)
  26. Kapitalerhöhung und –herabsetzung:
    • Die Erhöhung des gezeichneten Kapitals wird als Kapitalerhöhung und die Verminderung des gezeichneten Kapitals als Kapitalherabsezung bezeichnet. Bei einer AG setzt eine Kapitalerhöhung eine Dreiviertelmehrheit des auf der Hauptverssammlung vertretenen Grundkapitals voraus. Bei der Kapitalerhöhung gegen Einlagen wird der Nennwert des Grundkapitals einer AG durch die Ausgabe neuer AKtien gegen eine Bar- oder eine Sacheinlage erhäht.
    • - bedingte Kapitalerhöhung bedeutet, dass die Hauptversammlung kann beschließen, dass das Grundkapital nur insoweit erhöht werden soll, wie von einem unentziehbaren Umtausch- oder Bezugsrecht auf neue Aktien (sog. Bezugsaktien) Gebrauch gemacht wird.
    • - Die Bedingte Kapitalerhöhung und die KApitalerhöhung gegen Einlagen sind häufig nicht geignet, um rasch auf die Bedürfnisse der Gesellschaft nach Eigenkapital und auf günstige Kapitalmarktbedingung zu reagieren, da e simmer eines Beschlusses der Hauptversammlung bedarf. Um gem entgegenzuwirken, wurde vom Gesetzgeber das Instrument des genehmigten Kapitals eingeführt.
    • - Bei einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln wird das Grundkapital nicht durch Einlagen, sondern durch eine Umwandlung von Kapital- und /oder Gewinnrücklagen in Grundkapital erhöht. Bilanziell handelt es sihc hier um einen Umbuchungsvorgang d.h der Nennbetrag des gezeichneten Kapitals erhöht sich um den Betrag der Kapitalerhöhung, während die Rücklagen entsprechend gemindert werden.
  27. Rücklagen
    Während das gezeichnete Kapital das feste Eigenkapital einer Kapitalgesellschaft zeigt, gehören die Rücklagen zu den variable Eiegnkapitalkonten. Rücklagen bilden im allgemeinen Sprachgebrauch “Reserven für schlechte Zeiten”. Ebenso bilden bilanzielle Rücklagen als variable Puffer zum Ausgleich von Verlusten, bevor das gezeichnete Kapital gemindert wird.Rücklagen erhöhen die Haftungsbasis des U und geben den Gläubigern zusätzliche Sicherheit. Rücklage sind nicht als Zahlungsmittel oder Zahlungsmitteläqualente zu interpretieren, da die dort ausgewiesenen Beträge bei Bedarf nicht entnommen werden können.
  28. Kapitalrücklage:
    - die Kapitalrücklage umfasst das von den Anteilseignern stammende EK, welches über das gezeichnete Kapital hinausgeht. Diese Rücklagen sind gem IAS 1.78e in der Bilanz oder den notes zu zeigen. Einstellungen in die Kapitalrücklage sind für die folgenden Posten vorzunehmen: + Agio bei der Ausgabe von Anteilen sowie von Schuldverschreibungen für Wandlungsrechte und Optionsrechte. Angesprochen ist der Betrag (Agio), der bei der Ausgabe von Anteilen über den Nennbetrag hinaus erzielt wurde.  Einstellungen in und Entnahmen aus der Kapitalrücklage sind bereits bei der Aufstellung der Bilanz vorzunehmen. Einstellungen in die Kapitalrücklagen berühren auch nicht die Ergebnisverwendungsrechnung

    Nach folgende Ausführungen konzentrieren sich auf das Agio bei der Ausgabe von Schuldverschreibungen für Wandlungsrechte und Optionsrechte. EIne Wandelsverschreibung ist ein festverzinsliches Wertpapier, das während einer Wandlungsfrist zu einem festgelegten Verhältnis in Aktien eingetauscht werden kann. Die Schuldverschreibungen räumen dem Inhaber nach Ablauf einer bestimmten Sperrfrist das Recht ein, das Gläubigerverhältnis in ein Beteiligungsverhältnis umzuwandeln.
  29. Gewinnrücklagen
    Gewinnrücklagen werden aus dem Jahresergebnis gebildet und sind gesondert auszuweisen. Als Gewinnrücklagen kommen die gesetzliche Rücklage, die Rücklage für eigene Anteile, die satzungsmäßige Rücklage sowie andere Gewinnrücklagen in Betracht. Der Begriff Gewinnnrücklagen soll zum Ausdruck bringen, dass es sich hierbei um Rüclagen aus dem erwirtschafteten Jahresergenis handelt, d.h. die Rücklagenbildung erfolgt aus dem U heraus.
  30. Gesetzliche Rücklagen
    • - Die Bildung einer gesetzlichen Rücklage ist für Aktiengesellschaften zum Schutz der Gläubiger zwingend vorgeschrieben. :
    • + 5% des um einen eventuellen Verlustvortrag bereinigten JÜ einzustellen
    • + bis die gesetzliche Rücklage und die Kapitalrücklagen zusammen 10% oder den in der Stazung bestimmten höheren Teil des Grundkapitals noch nicht erreicht haben. Die Gesetzliche Rücklage unterliegt hinsichtliche ihrer Auflösung den geseetzlichen Bedingungen. Dabei lassen sich 2 Fälle unterscheiden, die besonders strengen Auflösungsvoraussetzungen sowie die etwas weniger strengen Auflösungsvoraussetzungen.

    • 1.Fall: sofern die gesetzliche Rücklage und die KApitalrücklage 10% des Grundkapitals nicht übersteigen, dürfen diese gem. §150 Abs.3 AktG nur verwandt werden
    • - zum Ausgleich eines Jahresfehlbetrag, sofern er nicht durch einen Gewinnvortrag aus dem Vorjahr gedeckt ist und nicht durch Auflösung anderer Gewinnrücklagen ausgeglichen werden kann
    • - zum Ausgleich eines Verlusvortrags aus dem Vorahr, soweit er nicht durhc einen JÜ gedeckt ist und nicht durch Auflösung anderer Gewinnrücklagen ausgeglichen werden kann.

    2.Fall: soweit die genannte Rücklagen 10% des Grundkapitals übersteilgen, sind die Auflösungsvoraussetzungen weniger streng….
  31. RÜcklage für eigene Anteile
    Der Rücklauf einer Aktien hat in der Praxis an Bedeuteung gewonnen. Gründe für den Erwerb eigener Aktien können sein: die Ausgabe von Belegschaftsaktien, um vereinbarte stock options-Pläne zu erfüllen, die An,age von finanziellen Mitteln bei hoher Liquidität im U, die Abwehr von Übernahmeversuchen sowie die Börsenkurspflege.
  32. Neubewertungsrücklage und andere Eigenkapitalkomponenten
    Die Neubewertungsrücklage ist nur nach IFRS zu bilden. Hier sind vor allem Beträge einzustellen, die aus Werterhöhungen resultieren, die über die ursprünglichen bzw fortgeführten Anschafftungs oder Herstellungskosten hinausgehen und die nicht auf Transaktionen mit den Eigenkapitalgebern beruhen. Zu nennen sind Neubewertungen des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte. In die Neubewertungsrücklage einzustellende Beträge können auch aus der Umrechnung nicht monetärer Fremdwährungsposten in die inländische Währung resultieren. Die in die Neubewertungsrücklage eingestellten Beträge sind aus dem other comprehensive income net of tax, der Bilanz und der Eigenkapitalveränderungsrechnung ersichtlich. Die Implementierungsrichtlinien zu IAS 1 zeigen in Paragraph IG6 in der Bilanz den Posten “Neubewertungsrücklage” und den Posten “andere Eigenkapitalkomponenten”.
  33. Sonderposten mit Rücklageanteil
    Nach §247 Abs.3 HGB besteht ein Wahlrecht, bestimmte Posten, die in der Steuerbilanz aufgrund rein steuerrechtlicher Vorschriften gebildet werden, in der Handelsbilanz als Sonderposten mit Rücklageanteil gleichfalls zu passivieren.
  34. Rückstellungen
    Abzubildender Sachverhalt, Definitionen und anzuwendende Rechnungslegungsnormen
    • Rückstellungen bzw provisions sind Passivposten, mit denen künftige oder gegenwärtige Verpflichtungen eines U, die zu Vermögensabgängen führen können, oder Aufwendungsüberschüsse erfasst werden.Dabei entscheidet die nach deutschen GoB sowie nach IFRS vorzunehmende Periodisierung über Ansatz und Höhe einer Rückstellung :
    • - nach deutschen GoB dominiert bei der Rückstellungsbildung das Vorsichtsprinzip , da untertellt wird, eine vorsichtige Bilanzierung se idem Gläubigerschutz dienlich.
    • - nach IFRS sind die Rückstellungen grundsätzlich in einer Höhe zu bilden, welchen dem Abschlussadressaten entscheidungsnützliche Informationen liefert.  Rückstellungen unterscheidnen sich von den Verbindlichkeiten dadurch, dass bei einer Verbindlichkeit sowohl der Verpflichtungsgrund als die Höhe der Verpflichtung festestehen. Der Zeitpunkt der Fälligkeit ist ohne Belang Rückstellung sind abzugrenzen von den Rücklagen: Rücklagen sind Teile des EK, die vor allem einen Puffer zum Ausgleich für künftige Verluste bilden. Rücklagen können aus dem JÜ gebildet werden (Innenfinanzierung).  International sind auf der Passivseite das EK und die Schulden anzusetzen. IASB Framework 49b definiert eine liability al seine gegenwärtige Verpflichtung eines U, die aufgrund eines vergangenen ereignisses entstanden ist und deren Erfüllung zu einem Abfluss von Ressourcen führt, die einen wirtschaftlichen Nutzen beinhalten IAS 37.10 wiederholt diese Definition.
  35. Die Bildung von Rückstellungen ist sowohl nach deutschen GOB als auch nach IFRS ergebniswirksam.
    In den Folgeperioden können sich die folgenden Behandlungsweisen ergeben:
    • -Rückstellungen sind in den Folgeperioden stets an den neuen ERkenntnisstand anzupassen; ggf. Sind aufgrund solcher Schätzänderungen weitere Beträge ergebnismindernd in die Rückstellung einzustellen oder Teilbeträge ergeniserhöhend aufzulösen
    • - Die Rückstellung ist aufzulösen, wenn die Kriterien für die Rückstellungsbildung nicht mehr vorliegen.
    • - Eine Rückstellung gilt als verbraucht, wenn das U die Verpflichtung für welche die Rückstellung gebildet wurde, begleicht IAS 37.61
  36. Rückstellungen – Ansatz und Ausweis Deutsche Gob und Steuerecht:
    nach deutschen GoB gibt der Passivierungsgrundsatz vor, welche Sachverhalte als Schuld zu passivieren und somit auch passivierungspflichtig sind (abstrakte Passivierungsfähigkeit), soferm dem keine gesetzlichen Vorschiften entgegenstehen (konkrete Passivierungsfähigkeit). Dabei reicht eine konkrete Passivierungsfähigkeit aus, um einen Posten zu passivieren.
  37. Rückstellung IFRS
    • Passivierungspflichtige und angabapflichtige Schulden passivierungspflichtigen Schulden unterteilen sich wiederum in RÜckstellungen und sonstige Schulden
    • a1.Rückstellungen : sind Schulden, die bezüglich ihrer Fälligkeit und/oder Höhe ungewiss sind (IAS 37.10). Die nachstehenden Ausführungen konzentrieren sich auf die standardspezifischen Ansatzkriterien in IAS37.14, wonach eine Rückstellung dann anzusetzen ist, wenn die folgenden Bedingungen kumulativ erfüllt sind:
    • - Es besteht eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenden Ereignis (IAS 37.15-22). Die Verpflichtung muss entweder rechtlich oder faktische durchsetzbar sein, sodas das U die Verpflichtung nicht entziehen kann. Eine faktische Verpflichtung liegt gem. IAS37.10 vor, wen nein U durch früheres Verhalten, die bisherige Politik oder eine Bekanntmachung seine Bereitschaft zur Übernahme bestimmter Verpflichtungen signalisiert hat und das U dadurch bei anderen Parteien die begründete Erwartung geweckt hat dass diese Verpflichtungen nachkommen wird. Des weiteren muss ein Ereignis der Vergangenheit zu einer gegenwärtigen Verpflichtung führen. Ein solches Ereignis bezeichnet IAS37.17 als verpflichtendes der Ereignis => verpflichtendes Ereignis -> wenn das U sich der durch das Ereignis entstandenen Verpflichtung nicht entziehen kann / gem. 37.19 Verpflichtung unabhängig von der künftigen Geschäftstätigkeit besteht- Der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichen Nutzen muss wahrscheinlich sein IAS37.23f. Die Wahrscheinlichkiet, dass das ereingnis eintritt, ist größer als die Wkeit, dass es nicht eintritt.Das IASB orientiert sich offensichtlich an subjektiven Wkeiten. Dabei handelt sich um eine subjective quantitative Schätzung der Wkeit, die auf Erfahrungswissen, Indizen und Anhaltspunkte gestüzt wird.
  38. a2. Sonstige Schulden
    • gem. IAS37.11 zählen dazu die abgegrenzte Schulden sowie Verbindlichkeiten, die dem Grunde und ihrer Höhe nach feststehen.
    • - Bei den abgegrenzten Schuldn steht die Existenz der liability dem Grunde nach fest, jedoch bestehen hinsichtliche der Höhe und des Zeitpunkts der Verpflichtung Unsicherheiten. Der Grad der Unsicherheit ist insgesamt niedriger als bei einer Rückstellung - Zu den sonstigen Schulden zählen weiterhin Verbindlichkeiten, die dem Grunde und ihrer Höhe nach feststehen. Unsicherheiten bestehen hier lediglich im Hinblick auf den Zeitpunkt der Zahlung; insofern kann man hier von sicheren Verbindlichkeiten sprechen.Angesprochen sind hier die Verb. aus LuL und sonstige Verb, die in der Bilanz gesondert zu zeigen sind IAS 37.11a
  39. a3. Angabepflichtige Schulden
    • Eventualschulden sind grundsätzlich nicht in der Bilanz anzusetzen IAS 37.27. Vielmehr sind zu jeder Gruppe von Eventualschulden ausführliche Angaben in den notes zu tätigen IAS37.28Eventualschulden sind unter verschiedenenVoraussetzung anzugeben:
    • - mögliche Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis unter dem VOrbehalt des Eintretens künftiger Ereignisse: dabei hängt das Bestehen der Verpflichtung von dem Eintreten oder NIchteintreten eines oder mehrere unsicherer künftiger Ereignisse ab, die nicht unter der Kontrolle des U stehen IAS 37.10; Begriffsabgrenzung Eventualschuld
    • - anzugeben ist weiterhin der Teil einer gesamtschuldnerischen Haftung, der voraussichtlich von einem anderen Gesamtschuldner beglichen wird IAS 37.29.Das Pendant zu den Eventualschulden bilden die gleichfalls in IAS 37 normierten Eventualforderungen (contigent assets). Dabei handel es sich IAS 37.10 um mögliche Vermögenswerte aus einem vergangenen Ereignis, deren Existenz noch von einem oder mehrer unsicheren zukünftigen Ereignissen abhängt, die nicht vollständig unter der Kontrolle des U stehen.
  40. Ergänzende Deteilbetrachtungen
    b1. Drohverlustrückstellungen
    • Nach IAS 37.66 sind Rückstellungen aus belastenden Verträgen (onerous contracts) zu bilden. Dabei handel es sich um drohende Verluste aus schwebende Geschäften. Bei den schwebenden Geschäften kann es sich um ABsatz- oder Beschaffungsgeschäfte handeln
    • -> Übereinstimmung mit der in §249 Abs 1 Satz 1Ein belastender Vertrag ist ein Vertrag, be idem die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtung höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen. Ist eine Vertragsstrafe niedriger als der Verlust, darf nur die niedrigere Vertragstrafe als Rückstellung passiviert werden. Der Verpflichtungsüberhang ist als Rückstellung anzusetzen und zu bewerten (IAS 37.68)
  41. b2. Restrukturierungsrückstellungen
    IAS 37.10 definiert Restrukturierungsmaßnahmen als von der Unternehmensleitung geplante und kontrollierte Programme , wechle den Umfang oder die Art der Geschäftstätikgkeit wesentlich verändern. Als Beispiele nennt IAS 37.70 u.a den Verkauf oder die Aufgabe von Geschäftszweigen, die Stillegung oder Verlagerung von Standorten sowie grundsätzliche Umorganisationen. Nach IAS 37.71 gelten für die Bilden einer Restrukturierungsrückstellung die in IAS 37.14 genannten standardspezifischen Ansatzkriterien. Als zusätzliches Ansatzkriterium muss ein detaillierter formaler Restrukturierungsplan vorliegen, welcher bestimmten Mindesinhalten genügt und der bei den Betroffenen eine begründete Erwartungshaltung weckt, das die Restrukturierung auch tatsächlich durchgeführt wird IAS 37.72. In eine Restrukturierungsrückstellung dürfen gem. IAS 37.80 nur die direkt in ZUsammenhang mit der Restrukturierung stehenden Ausgaben einbezogen werden (z.B Gehälter für MA, die mit der Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen betraut sind sowie Kosten für die vorzeitige Beendigung von Leasingsverträgen)Die Behandlung von Restrukturierungsmaßnahmen ist nach detuschen Normen nicht explizit geregelt. Daher ist für jede einzelne Maßnahme der Restrukturierung zu prüfen, ob der Ansatz einer Rückstellung gem. §249 HGB in Betracht kommt.
  42. b3. Steuerrückstellungen
    Nach internationalen Normen sind die tatsächlihen Steuern (current tax) für die laufende und frühere Perioden in dem Umfang, in dem si noch nicht bezahlt sind, gesondert als Steuerschuld (liabilities for current tax) auszuweisen (IAS 12.12). Nach deutschen Normen sind die Steuerrückstellungen (als Rückstellung für ungewisse Verb) gem §266 Abs.3 B.2.HGB gesondert auszuweisen. Die Steuerrückstellungen umfassen alle Steuerschulden einer Gesellschaft, soweit diese nicht dem Grunde und der Höhe nach feststehen.
  43. Bewertung – deutsche GoB
    die gesetzliche deutsche GoB geben für die Bewertung von Rückstellungen keine spezifischen Regeln vor. Nach §253 Abs.1 Satz 2 HGB sind “Rückstellungen nur in Höhe des Betrags anzusetzen, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist “.. bei der Bestimmung eines konkreten Wertes ist vor allem der Grundsatz der Vorischt zu beachten. . Bei VOrliegen einer Schätzbandbreite möglicher Werte gebietet es das Vorsichtsprinzip, im Zweifel eher den pessimistischeren als den wahrscheinlichtsten Wert zu wählen. Als Daumenregel erscheint es vertretbar, einen Wert zu passivieren, der nur noch mit einer Wkeit von etwa 20% überschritten wird. . dabei kann sich der Bilanziende an Erfahrungswerten der Vergangenheit orietieren. Die Bewertung von Rückstellungen in der Steuerbilanz erfolgt aufgrund der Maßgeblichkeit der Handels- für die Steuerbilanz in ähnlicher Weise. Bei der Bildung von Rückstellungen sind sämtliche Ausgaben zu berücksichtigen, die belastend wirken. Dem Sinn und Zweck der Rückstellungsbildung entspricht es zB die Rückstellungen für drohende Verluste aus einem Absatzgeschäft nicht nur zu Teilkosten, sondern stezts zu Vollkosten anzusetzen. EIne ABzinsung von Rückstellungen kommt gem. §253 Abs.1 Satz 2 HGB nur dann in Betracht, wenn die der Rückstellung zugrunde liegende Verpflichtung einen Zinsanteil enthält. Dies setzt ein verdecktes Kreditgeschäft voraus Rückstellung sind grds einzeln zu bewerte, d.h jede Verpflichtung ist einzeln zu erfassen und zu bewerten. Im Zusammenhang mit dem Grundsantz der Einzelbewertung stellt sich auch die Frage nach der Behandlung von Rückgriffansprüchen.  Es kann vorkommen, dass die Verpflichtung zur Bildung einer Rückstellung in einer bestimmten Periode bereits entstanden ist, die Belastung aus dieser Verpflichtung indes wirtschaftlich mehreren Perioden zuzurechnen ist. In diesen Fällen ist zu fragenm ob die Rückstellung vollständig in der Periode des Entstehens der rechtlichen Verpflichtung zu passivieren ist ode rob die Rückstellung ratierlich bis zum Eintritt der Belastung anzusammeln ist (Ansammlungsrückstellung)
  44. Bewertung – internationalen Normen
    International regelt IAS 37.36-58 due Bewertung von Rückstellungen. Nach Paragraf 36 ist eine Rückstellung mit dem Betrag anzusetzen, der nach einer bestmöglichen Schätzung erforderlich is, um die gegenwärtige Verpflichtung am Bilanzstichtag zu erfüllen-

    •  Die Konkretisierung der bestmöglichen Schätzung hängt davon ab, ob die Rückstellung für einen einelnen Sachverhalt oder eine größere Anzahl von Positionen zu bilden ist.
    • .Liegt eine Bandbreite gleichwahrscheinlicher Werte vor (z.B jeweils eine 25%ige Wkeit für eine künftige Belastung iHv 10T€, 50T€,60T€ sowie 80T€)        
    • - ist die Rückstellung gem. IAS 37.39 grds. mit dem Mittelpunkt der Bandbreite anzusezen.
    • . Liegt eine Bandbreite nicht gleichwahrscheinlicher Werte vor, ist der statistische Erwartungswert anzusetzen
  45. Bei der BIldung von Rückstellungen sind die Vollkosten zu berücksichtigen. (einzelkosten + Gemeinkosten)
    • Analog zu den wertaufhellenden Ereignissen nach deutschen NOrmen sind berücksichtigungspflichtige Ereignisse nach dem Bilanzstichtag zu beachten, die weiteren Aufschluss über die Bewertung am Bilanzstichtag geben (IAS 37.38). Darüberhinaus sind auch künftige Ereignisse bei der Bewertung zu berücksichtigenm sofern es ausreichende objekive Substanzielle Hinweise für deren Eintritt gibt (IAS 37.48
    • Die Abzinsung von Rückstellungen ist zwingend, sofern der Effekt der Abzinsung wesentlich ist (IAS 37.45)-

    Nach IAS 37.53 sind Rückgriffsansprüche, die so gut wie sicher sind, getrennt zu aktivieren
  46. Angabenpflichten
    NAch internationalen NOrmen sind für jede Gruppe von Rückstellungen die Angabepflichten gem. IAS 37.84 zu tötigen. Darüberhinaus ist die Entwicklung der einzelnen Rückstellungsgruppten unter Beachtung der in IAS 37.84 geforderten Angaben dazustellen- Diese Angaben können zweckmäßigerweise in einem tabellarischen RÜckstellungsspiegel erfolgen.

Card Set Information

Author:
huatieulans
ID:
313509
Filename:
nat. & internat. Unternehmenspub buch 2
Updated:
2016-01-27 19:45:31
Tags:
Klausur
Folders:
Ruhnke
Description:
Klausurvorbereitung
Show Answers:

Home > Flashcards > Print Preview