DIK

Home > Preview

The flashcards below were created by user HerrTh on FreezingBlue Flashcards.


  1. 1. Was versteht man unter Nanoleakage bzw. Wie kann man das Problem bei Acetonbasierten Adhäsivsystemen vermeiden?
    • - Undichtigkeit der Kunstoff-Dentin-Klebung auf Molekülebene, z.B. durch fehlendes
    • Rewetting bei Aceton-basierten Adhäsivsystemen oder zu langer Dentinätzung
    • - führt zu Hypersensibilitäten
    • - fehlendes Rewetting nach Konditionierung → Dentin ist übertrocknet → freigelegtes
    • Kollagennetz kollabiert → das Adhäsiv kann das demineralisierte Kollagen nicht richtig
    • penetrieren → diese insuffiziente Penetration hat nanoskopische Undichtigkeiten zur Folge,
    • welche als „Nanoleakage“ bezeichnet werden → es kommt zu postoperativen
    • Hypersensibilitäten, da das kollabierte Kollagen eine Art „Feder-/Staucheffekt“ aufweist
  2. 2. Was sind Silane, wo kommen sie vor?
    • - Zwittermoleküle mit organischem und anorganischem Molekülanteil, bestehend aus einem
    • Siliziumgrundgerüst mit Wasserstoff
    • - Vorkommen:
    • → Verbundphase moderner Kompositwerkstoffe
    • → als Haftsilan in der Komposit-Verblendtechnik (Kunststoff-Metall-Verbund)
    • → Insertion/Konditionierung von Keramikinlays; also Monobond (im Variolink-System
    • für den Verbund Keramik/Komposit)
    • → zur Reparatur von Füllungen (CoJet)
    • - Silane mit niedrigem pH (4,0 und 4,5) zeigen etwas stärkere Verbundkräfte als solche mit
    • höherem pH (5,5 und 6,0)
  3. 3. Einteilung Adhäsivsysteme
    • Adhäsiv = Niedrigvisköse, amphiphile und hydrophobe Monomere
    • 1. Adhäsivsysteme mit selektiver Schmelzätzung (3-4 Schritte)
    • a) Schmelzkonditionierung → Dentinkonditionierung → Pimer → Adhäsiv (z.B. Gluma,
    • 3 Flaschen)
    • b) Schmelzkonditionierung → Dentinkonditionierung & Primer (dentinkonditionierender
    • „selfetching Primer“) → Adhäsiv (z.B. Prisma Universal Bond 3, 3 Flaschen)
    • c) Schmelzkonditionierung → Dentinkonditionierung & Primer (dentinkonditionierender
    • „selfetching Primer“) → 2x Adhäsiv (z.B. Syntac Classic, 3 Flaschen)
    • 2. Adhäsivsysteme für die Etch-and-Rinse-Technik (= total etch Technik) (2-3 Schritte)
    • a) Schmelz- & Dentinkonditionierung → Primer → Adhäsiv (z.B. Optibond FL)
    • b) Schmelz- & Dentinkonditionierung → Primer & Adhäsiv („self-priming Adhäsiv“) (2x
    • auftragen) (z.B. Prime and Bond NT, 1Flasche)
    • c) Schmelz- & Dentinkonditionierung → Primer & Adhäsiv („self-priming Adhäsiv“) (1x
    • auftragen) (z.B. One Step, 1Flasche)
    • 3. Adhäsivsysteme ohne separate Ätzung (1-2 Schritte)
    • a) Schmelz- & Dentinkonditionierung & Primer („selfetching Primer“ zum Anmischen, 2
    • Flaschen) → Adhäsiv (z.B. Clearfil Liner Bond 2V)
    • b) Schmelz- & Dentinkonditionierung & Primer („selfetching Primer“ gebrauchsfertig, 1
    • Flasche) → Adhäsiv (z.B. AdheSE Optibond Solo Plus)
    • c) Schmelz- & Dentinkonditionierung & Primer & Adhäsiv („self-etching/self-priming
    • Adhäsiv (zum Anmischen, 2 Flaschen) = „All-in-One“ Adhäsiv (z.B. Adper Prompt L-Pop
    • Une Up-Bond F)
    • d) Schmelz- & Dentinkonditionierung & Primer & Adhäsiv („self-etching/self-priming
    • Adhäsiv (gebrauchsfertig, 1 Flasche) = „All-in-One“ Adhäsiv (z.B. Xeno V i-Bond)
  4. 4. Moleküle in selbstätzenden Adhäsivsystemen?
    • - selbstätzende saure Designer-Monomere (Maleinsäure 4%)
    • - Co-Monomere
    • - Cross-Linker (Vernetzer)- Bis-Acrylaminde
    • - Photoinitiatoren
    • → Wo bleibt die Säure?
    • - Pufferung durch gelöste Mineralien
    • - Verbrauch der Säure
    • - Integration ins Polymerisationsnetzwerk/die Hybridschicht
    • - Verdunstung
    • → Wie sind die sauren Designer-Monomere aufgebaut?
    • - polymerisierbare Gruppe
    • - Spacer mit hydrophilen Seitengruppen
    • - saure Gruppe
  5. 5. Was sind Vor- und Nachteile selbstätzender Adhäsivsysteme?
    • Vorteile:
    • - kein Überätzen möglich
    • - kaum postoperative Hypersensibilitäten
    • - Ein- bis Zweiflaschensysteme:
    • → kein Durcheinanderkommen
    • → einfache Handhabung
    • → Zeitersparnis (v.a. bei Kindern vorteilhaft)
    • Nachteile:
    • - Studien weisen schlechtere Haftung (24 MPa bei Einflaschensystem, 41 MPa bei
    • Zweiflaschensystem) im Vgl. zu total-etch-Systemen (54 MPa) nach (nicht bei
    • Milchzähnen nachgewiesen) → z.B. geringer ausgeprägtes Ätzmuster
    • - „steter Tropfen höhlt den Stein“ → mangelnde Hydrolyse-Stabilität vieler
    • Komponenten im sauren Milieu
  6. 6. Warum benötige ich bei selbstätzenden Adhäsivsystemen kein Phosphorsäuregel bzw. Was für eine Stoffgruppe erlaubt es, auf Ätzgel zu verzichten?
    • „Self-etch-Primer (Primer mit z.B. 4%iger Maleinsäure) lösen die Schmierschicht auf
    • und besitzen genügend Azidität um auch das unter der Schmierschicht befindliche
    • Dentin oberflächlich zu demineralisieren.“ (→ übernehmen quasi selbst die Aufgabe der
    • Dentinkonditionierung, nämlich smear layer zu lösen und Kollagen/Dentintubuli freizulegen)
    • - saure Designer-Monomere
  7. 7. Lösungsmittel in Optibond FL
    - Wasser und Alkohol → Vorteil: kein Rewetting notwendig
  8. 8. Zahntrauma (kompliz. Kronenfraktur)
    • - komplizierte Kronenfraktur = Eröffnung der Pulpa
    • - Prof. Hannig:
    • → Weniger als 45 min offen: Desinfektion, direkte Überkappung (Schritte VL 4,
    • S.27ff) (Anästhesie, Kofferdam, Kavitätentoilette mit CHX und
    • Wattepellet/Blutstillung mit Kochsalzlösung möglich?, geringe Menge frisch
    • angerührtes Ca(OH)2 bzw. Suspension (Präparat muss direkten Kontakt zur Pulpa
    • haben, es darf sich kein Blutkoagulum zwischen Ca(OH)2 und Pulpa bilden,
    • Abtupfen überschüssiger Feuchtigkeit (Wattepellet)), erhärtendes Ca(OH)2 -
    • Präparat (Dycal/Kerr-life), Deckfüllung (Adhäsiv, Komposit / Aufbaumaterial, etc.)
    • → Länger als 60 min offen (bis zu 24 h): (partielle) Vitalamputation → Abtragen
    • von 1-2 mm Pulpengewebe mit sterilem Diamanten unter Kochsalzberieselung
    • wegen mikrobieller Infiltration der offenen Pulpa → Blutstillung mit NaCl als Indikator
    • (- Option MTA)
    • - Pulpa < 2 h exponiert → direkte Überkappung
    • - Pulpa < 48 h exponiert → partielle Pulpotomie (= Vitalamputation)
    • - Anästhesie, Kofferdam
    • - steriles Abtragen (steriler Birnendiamant/Martin-Access-Burr unter NaCl-
    • Lösungberieselung) des Pulpendaches und 1-2 mm der koronalen Pulpa → Blutung sollte
    • nach 5 min sistieren, falls nicht: totale Pulpotomie (Darstellung der Kanaleingänge,
    • Blutstillung mit sterilen Wattepellets)
    • - Applikation von MTA auf Pulpawunde, feuchtes Zellstoffstückchen drauf, prov. Verschluss
    • (bakteriendicht!) nach min. 4 h (besser nächster Tag): Entfernung Zellstoff, Überprüfung
    • MTA (durchgehärtet?) und definitive Versorgung
    • ODER Kalziumhydroxid zur Versorgung der Pulpawunde
    • - definitive Versorgung: bakteriendichter adhäsiver Verschluss (SÄT und Kompositaufbau)
    • - falls größeres Frakturfragment vorhanden: adhäsive Befestigung des Fragmentes
    • (Anprobe, ggf. Ausschleifen, SÄT Fragment und Zahn, Adhäsiv auf Fragment und Zahn,
    • Applikation Flowkomposit, Reposition des Fragments, Lichthärtung, Entfernung aller
    • Überschüsse)
    • - Sensitest nach 3, 6, 12 Monaten
    • - radiologische Kontrolle (Augenmerk auf Apex → Fortschreiten Wurzelwachstum am
    • jugendlichen Zahn? Parodontitis apicalis?)
  9. 9. Kariesdetektor
    • - zur Kontrolle nach vermeintlich vollständiger Kariesexcavation: Benetzen des Dentins mit
    • Detector → max. 10s Einwirkzeit → kräftig absprühen, denaturiertes Dentin bleibt angefärbt
    • → Entfernung mit Rosenbohrer (ggf. alles nochmal wiederholen)
    • - 1%ige Säurerotlösung („Sulforhodamin B“) in Propylenglykol
    • - färbt Zone der Nekrose und Penetration an, aber NICHT Zone der Demineralisation, dead
    • tracts, Zone der Sklerose und gesundes Dentin
    • - Cave: Reizdentin/Fibrodentin wird auch angefärbt
  10. 10. Diagnodent Prinzip
    • - Laserfluoreszenzmessung
    • - gepulstes Licht mit Wellenlänge 655nm (langwelliger Rotbereich), das 1mm tief in Zahn
    • eindringt → dort wird das Licht von veränderter ZHS fluoresziert (Karies fluoresziert stärker
    • als gesunde ZHS [„Porphyrinstrukturen“]) → damit ändert sich Wellenlänge und wird
    • zurückgeworfen (Werte zwischen 0-99)
    • - Werte 0-20: gesunder Zahnschmelz
    • 20-30: Kariesverdacht, entweder mit Füllungstherapie oder Prophylaxe zu
    • behandeln
    • > 30: Dentinkaries
    • - Oberfläche zuvor intensiv reinigen und trocknen, da Zahnstein und Plaque sonst Werte
    • verfälschen
    • - Anwendung, wenn Kariesverdacht, der visuell nicht 100%ig sicher abzuklären ist
    • - eher zur Verlaufskontrolle/Kariesmonitoring
    • - Sensitivität 0,17 – 0,87
    • Spezifität 0,72 – 0,98 → hohe Spezifität
  11. 11. Pulpitis DD Irre oder reversibel
    • Reversible Pulpitis:
    • - reizabhängige Schmerzsymptomatik (auf Stimulus, z.B. heiß, kalt, süß folgt
    • „Sekundenschmerz“)
    • - positiver Sensibilitätstest, meist mit folgendem „Sekundenschmerz“
    • - negativer Perkussionstest
    • - unauffälliger Röntgenbefund
    • → Verdachtsdiagnose reversible Pulpitis: CP-Behandlung und (in-)direkte Überkappung
    • (jedoch meist Kariesexcavation ohne Eröffnung der Pulpa), provisorischer Verschluss,
    • dann „Wait and See“ → über 90% erfolgreich! Bei Erfolg (schmerzfrei über x? Wochen):
    • definitive Versorgung
    • Irreversible Pulpitis:
    • - Spontanschmerz, meist langanhaltend („Minutenschmerz“) und pulsierend
    • - Sensibilitätstest positiv oder negativ
    • - oft wirkt Kälte lindernd
    • - Perkussionstest negativ oder positiv (positiv bei Parodontitis apicalis acuta)
    • - oft tiefe Dentinkaries mit (Pulpitis chronica aperta) oder ohne (Pulpitis chronica clausa)
    • Pulpabeteiligung
    • → Reizbeseitigung (Kariesexcavation)
    • → Pulpa aperta = WKB
    • → geschlossene Pulpa = expektative Pulpitisdiagnostik (persistierender Schmerz =
    • WKB; schmerzfrei und Sensi negativ = WKB; schmerzfrei und Sensi positiv = war
    • doch reversibel)
    • Progressive Pulpitis:
    • - keine oder nur geringe Schmerzen
    • - Dentinresorptionen oder Reizdentinbildung
    • - Folge ist die apikale Parodontitis
    • → WKB
  12. 12. Voraussetzungen und Hilfsmittel zur Kariesdiagnostik?
    • - ausreichend Beleuchtung der Mundhöhle
    • - adäquate Lagerung des Kopfes
    • - belagfreie, trockene Zahnoberfläche (Reinigung mit Nylonbürstchen und eventuell Paste),
    • Watterollen, Unikanüle
    • - systematische quadrantenweise Gebissuntersuchung
    • - visuelle Inspektion: scharfes Auge (ggf. Lupenbrille)
    • - keine spitze zahnärztliche Sonde! (Keimverschleppung, iatrogene Kavitation; Fissuren
    • NIEMALS mit spitzer Sonde (stumpfe PA-Sonde müsste aber okay sein, siehe dazu
    • Lehrbuch S. 92), Glattflächen sind okay mit spitzer Sonde) → Sonde aber wichtig für
    • Überprüfung der Suffizienz von Füllungs- und Kronenrändern
    • - Röntgenographie (Bissflügel, Zahnfilm) (OPG ist weniger geeignet)
    • - Faseroptiktransillumination („Foti“) (approximal)
    • - Laserfluoreszenzmessung („Diagnodent“) (Fissuren)
    • - elektrischer Widerstand („Kariesmeter“) (Fissuren)
    • - Kariesaktivitätsbestimmung
  13. 13. Kariesrisikobestimmung?
    • Parameter zum Abschätzen:
    • - Mundhygiene
    • - Ernährung
    • - Anzahl kariespathogener Keime im Biofilm (v.a. Approximalraum) – Plaquemenge
    • - Speichel → Fließrate und Pufferkapazität
    • - Fluoridzufuhr
    • - Zahnstatus (Staffelstellungen, Zahnmorphologien etc.)
    • - bisheriger Kariesbefall
    • - indirekte Faktoren (Stress, Lifestyle, Allgemeinerkrankungen, Medikamente)
    • → ganz objektiv: DMFT, QHI, Abstrich („ClinproCario-L-Pop“)
    • geringes Risiko:
    • - keine Karies feststellbar (gute Mundhygiene, Fluoridierung, adäquate Ernährung,
    • günstiges soziales Umfeld, günstige Familienanamnese)
    • moderates Risiko:
    • - ein oder zwei neue Läsionen pro Jahr
    • hohes Risiko:
    • - drei oder mehr neue Läsionen pro Jahr
  14. 14. 5 Säulen der Kariesprophylaxe?
    • - Mundhygiene (Zahnseide, Zahnbürste)
    • - regelmäßige Zahnärztliche Kontrolle
    • - Ernährungsberatung
    • - Fissurenversiegelung
    • - Fluoridierung
  15. 1. Initiale Schmelzmineralauflösung an Oberfläche und Repräzipitation eines CaFreichen
    • Niederschlags
    • - löst sich wieder auf und erhöht F- -Konzentration im Speichel bzw. Diffusion in Schmelz
    • und Adsorption an Kristall-Oberfläche
    • 2. Initiale Schmelzmineralauflösung an Oberfläche und Repräzipitation von fluoridiertem
    • Hydroxylapatit bzw. Fluorapatit
    • 3. Diffusion in den Zahnschmelz und spezifische Adsorption von F- -Ionen an freie
    • Bindungsstellen der Kristall-Oberfläche (OH-,Ca2+, HPO3
    • 2-), langfristige Integration ins
    • Kristallgitter
    • 4. Diffusion in den Zahnschmelz und unspezifische Bindung in wässriger Hülle um diese
    • Kristalle
    • Bei Monofluorphosphat (kovalent gebundenem F- ) andere Reaktion:
    • - MFP diffundiert in Zahnschmelz und wird gegen Phosphat getauscht
    • - MFP diffundiert langsamer als freies F- und bildet keine CaF-Deckschicht
    • - nach Hydrolyse des MFP durch Speichel- und Plaqueenzyme oder Säuren, gleiche
    • Reaktion wie ionische Fluoride
    • - an gesunder Zahnoberfläche diffundiert F- schnell wieder zurück in den Speichel
    • - demineralisierter Schmelz nimmt mehr F- auf (Art der Verbindung dabei nebensächlich)
    • - posteruptive, lokale Wirkung spielt größte Rolle (0,05mg F- /kg KG)
    • - Natriumflourid
    • - Zinnfluorid
    • - Aminfluorid
    • - Natriummonofluorphosphat)
  16. 16. Wann Fissurenversiegelung?
    • - so früh wie möglich nach Durchbruch der Zähne
    • - günstig: 6 Monate danach
    • - nicht mehr, wenn die Zähne bereits 2 Jahre kariesfrei sind
    • - auch nicht zwingend, wenn das Fissurenrelief sehr flach ist
    • Indikationen:
    • - kariesfreie aber stark gefährdete Fissuren und Grübchen (6er, 7er, auch buccale
    • Grübchen, Palatinalflächen der 2er)
    • - insbesondere bei Patienten mit hohem Kariesrisiko: festsitzende KFO-Apparaturen,
    • Xerostomie, behinderte Pat.
    • - Fissuren mit schmelzbegrenzter Initialläsion
    • Kontraindikationen:
    • - okklusale Dentinläsionen
    • - unvollständiger Zahndurchbruch (Trockenlegung, posteruptive Schmelzreifung)
    • - Milchmolaren vor Exfoliation
    • - Nachgewiesene Allergie
    • - schlechte Compliance
    • - flaches Fissurenrelief
    • - Zähne 4 Jahre kariesfrei
  17. 17. Kariesklassifizierung nach räumlicher Ausdehnung
    • C. initialis (intakte Schmelzoberfläche mit white spots)
    • C. superfizialis (Übergang von der Initialkaries in eine Kavitation des Schmelzes)
    • C. media (manifeste Dentinläsionen)
    • C. profunda (infiziertes erweichtes Dentin grenzt an das Pulpakavum)
    • C. penetrans (infiziertes Dentin hat Pulpa erreicht und „angesteckt“, quasi Verbindung
    • zwischen Mundhöhle und Pulpa)
  18. 18. Therapiekonzept bei Caries initialis und superfizialis
    • - C. initialis (Kreideflecken, D1-Läsion): nichtinvasive Kariestherapie
    • → Fluoridierung
    • → Ernährungsberatung
    • → Mundhygiene
    • → Beurteilung des persönlichen Kariesrisikos
    • → wiederholte Kontrollen
    • (wenn sich Initialkaries zurückentwickelt, nennt sich das „Caries reversal“)
    • - C. superfizialis
    • → füllungstherapeutische Versorgung unter maximaler Zahnhartsubstanzschonung
    • → grazile Kavität („minimalinvasiv“) – Befestigung mit adhäsiven Materialien
    • → erweiterte Fissurenversieglung
  19. 19. Restaurationstechniken von KlasseV wo lokalisiert und wie?
    • - Kl. V: Kavitäten der bukkalen und lingualen Glattflächen, meist im gingivalen Drittel der
    • Zahnfläche liegend (Ursachen: Erosionen, Abrasionen, Abfraktionen, Wurzelkaries
    • keilförmige Putzdefekte, Karies)
    • → A: rein schmelzlokalisiert
    • → B: lokalisiert an Schmelz-Dentin-Grenze
    • → C: lokalisiert an freiliegender Wurzeloberfläche
    • → D: Ausweitung der Kavität in den Approximalraum
    • - bei Erosionen und Keildefekten wird eine nicht-invasives Vorgehen angestrebt
    • - Cave: Nähe zur Pulpa!!!
  20. Vorgehen bei Klasse 5 und womit?
    • - Komposit:
    • → Abschrägung im Schmelzbereich
    • → bei allseitiger Schmelzbegrenzung (zervikal schmelzbegrenzt)
    • → wenn Dentinbegrenzung (beiderseits der Schmelz-Zement-Grenze):
    • Dentinadhäsiv
    • → Trockenlegung möglich? (absolut oder relativ [z.B. mit Retraktionsfaden],
    • „Zahnhalsmatrize“ als mögliche Alternative)
    • → Flowables gut geeignet
    • - Glasionomerzement: (Alternative, wenn keine absolute Trockenlegung möglich ist),
    • beiderseits der Schmelz-Zement-Grenze
    • - Sandwichtechnik: unten GIZ, drüber Komposit
    • - Kompomer: beiderseits der Schmelz-Zement-Grenze, Wurzeldentin
    • - Einlagefüllung aus Keramik oder Komposit: beiderseits der SZG
    • >< nicht zahnfarbene Alternativen: Goldhämmerfüllung, Amalgamfüllung
  21. 20. Wozu benötigt man Dentinhaftvermittler/Problem der dentinbegrenzten Kavitätenränder?
    • „Die chemische und strukturelle Zusammensetzung des Dentins (Dentinkanälchen
    • mit Dentinliquor, org. Bestandteile, Schmierschicht) lässt eine mikromechanische
    • Haftung eines hydrophoben Kompositmaterials nicht zu.“ → Randspaltbildung!
    • - hydrophiles Dentin >< hydrophobes Komposit
    • - schwierige Haftung durch smear layer
    • - Konditionierung/SÄT: Freilegung des Kollagennetzwerkes und der Dentintubuli →
    • mikroretentives Relief entsteht, in dem sich später die „Tags“ (retentive Kunststoffzotten,
    • die durch Penetration des Bondings in 30-50 μm Rauhtiefen des Dentins entstehen)
    • einlagern können
    • - Primer: hydrophil/amphiphile Monomere, hydrophiles Lösungsmittel (Wasser/Alkohol),
    • HEMA/TEGDMA; Primermonomere infiltrieren Dentintubuli und Kollagennetzwerk →
    • chemo-mikroretentive Verbindung der Kunststoffzotten (tags) zum hydrophob
    • umgestimmten Dentin → Vorbereitung für die Aufnahme des Dentinadhäsivs
    • - Adhäsiv: amphiphil und hydrophobe Monomere, anorganische Füllkörper
    • → nach Lichthärtung wird dieses gesamte System stabilisiert → Hybridschicht aus
    • Kollagen, Primer und Adhäsiv → jetzt ist eine Applikation des hydrophoben Komposits
    • möglich
  22. 21. Indikationen und Kontraindikationen für Komposit im Seitenzahnbereich
    • Indikationen:
    • - absolute Trockenlegung möglich –KOFFERDAM!!!
    • - cervikale Dentinbegrenzung keine Kontraindikation!
    • - anatomische Gestaltung im Approximalraum setzt der Indikation Grenzen (dann auf
    • Inlay zurückgreifen)
    • - Klasse I, II, V - Kavitäten
    • - Ersatz einzelner Höcker bei Einzelzahnversorgungen möglich
    • - Quadrantensanierungen?
    • - Kompositfüllung im Seitenzahnbereich darf okklusionstragend sein
    • - Primärversorgungen
    • Kontraindikationen:
    • - Allergie
    • - keine adäquate Trockenlegung möglich
    • (- große Kavitäten der Klasse I (okklusionstragende Füllung), sehr breite Defekte
    • - keine anatomische Gestaltung des approximalen Kontaktpunktes möglich)
  23. 22. Minimierung der Polymerisationsschrumpfung?
    • - 1,6-7% Polymerisationsschrumpfung (Folge: Spannungen, Randspaltbildung, Risse,
    • Füllungsverlust)
    • - schichtweise Applikation und Polymerisation: horizontale, vertikale oder diagonale
    • Schichten
    • - okklusale Überkonturierung
    • - Schichtdicke 1-2 mm
    • - Beachtung des C-Faktors!!! (= Verhältnis gebundener zu ungebundener Oberfläche des
    • Füllungsmaterials (Hellwig/Klimek/Attin, S.213ff) → Höhe der Schrumpfungskraft ist
    • abhängig vom Verhältnis der gebundenen zu den freien Kompositoberflächen → je mehr
    • gebundene Oberflächen vorhanden sind, desto größer wird der C-Faktor → je größer der
    • C-Faktor, desto höher die Gefahr des Adhäsionsverlustes/der Randspaltbildung
  24. 23. Womit bearbeiten Sie Amalgamfüllungen und was ist dabei zu beachten?
    • - Kondensation:
    • → kavitätenformgerechte Stopfinstrumente
    • → max. Adaptation an Kavitätenränder und –boden unter Vermeidung von
    • Lufteinschlüssen
    • → schichtweises senkrechtes Stopfen mit Überschuss in trockene Kavität
    • → Herstellung Approximalkontakt
    • → Stopfdruck > 1-2 MPa
    • → Aufgabe der Kondensation: Verdichtung des Amalgams,Verhinderung von
    • Randimperfektionen, Verringerung des Quecksilbergehaltes, Erhöhung der
    • Amalgamendhärte
    • - Oberflächenbearbeitung:
    • → Amalgamschnitzinstrumente (nach Frahm, Universalinstrument nach Sprengel,
    • Scaler)
    • → vereinfachte anatomische Verhältnisse zur Funktionserhaltung
    • → Entfernung von Überschüssen
    • → Glättung mir Brünierer → Verminderung der Korrosion, Herabsetzen der
    • Quecksilbergehaltes, Erleichterung der späteren Politur
    • → Okklusionskontrolle, Vorkontakte beseitigen
    • - mindestens 24 h später!!
    • → Finieren: mitteltourig unter Wasserkühlung, Hartmetallfinierer (1:86)
    • → Politur (=Verkleinerung, verdichten und Glätten der Oberfläche → weniger
    • Plaqueakkumulation, weniger Korrosion): niedertourig mit mäßigem Druck unter
    • Wasserkühlung mit Gummispitzen/-kelchen (1:169), Filzpolierern, Polierpasten,
    • ZnO-Pasten (1:625) (approximal mehrfach genommene Zahnseide und ZnO-Pulver
    • mit Wasser vermischt)
    • → dran denken! Amalgamfüllungen sollte man regelmäßig warten (aufpolieren,
    • rekonturieren, reparieren)
  25. 24. Indirekte Überkappung?
    • DGZMK: CP-Behandlung ist die Versorgung einer bis in das pulpennahe Dentin
    • reichenenden Kavität zum Schutz des vitalen Zahnmarks nach Entfernung einer tiefen
    • Karies mit dem Ziel, die Pulpa vor exogenen Noxen zu schützen und sie gesund zu
    • erhalten oder die Voraussetzung für die Heilung einer reversiblen Entzündung zu
    • schaffen
    • Ziel:
    • - Heilung einer reversiblen Entzündung
    • - Induktion weiterer Reizdentinbildung
    • - Abdeckung von Dentinbezirken, die nach vollständiger Kariesexcavation besonders
    • durchlässig sind
    • Kontraindikation: starke spontane Schmerzen, Perkussionsempfindlichkeit, alle eitrigen
    • Pulpitiden, avitale Pulpa, röntgenologische Veränderungen
    • Indikationen: Pulpa vital&unsymptomatisch, keine Restkaries nach Excavation, Pulpa
    • nicht eröffnet (Kavitätenboden und Pulpa trennt eine dünne Dentinschicht)
    • → 1. C. profunda
    • - bei klinisch hartem und geschlossenem Kavitätenboden
    • - bei kleinflächigen erweichten Dentinarealen im Rahmen der schrittweisen
    • Kariesentfernung vorzugsweise bei jugendlichen bleibenden Zähnen mit nicht
    • abgeschlossenem Wurzelwachstum
    • → 2. reversible Pulpitis
    • - nach exspektativem Vorgehen (indifferenter Verschluss der Kavität oder Ca(OH)2
    • bei hartem und geschlossenem Kavitätenboden
    • → 3. unkomplizierte Kronenfraktur
    • → 4. pulpanahe Kavitäten- und Kronenpräparation
    • → 5. schrittweise Kariesexcavation
    • Vorgehen:
    • → 1. Testung der Sensibilität und Perkussion
    • → 2. Röntgenaufnahme
    • → 3. Lokalanästhesie, Kofferdam
    • → 4. Aufziehen der Kavität und vollständige Exkavation des kariösen Dentins
    • → 5. Auswaschen (incl. CHX) und Trocknen der Kavität
    • → 6. Auftragen eines erhärtenden Ca(OH)2-Präparates) (Dycal)
    • → 7. Adhäsiv, Deckfüllung oder: Unterfüllung, AGF
  26. 25. Direkte Überkappung?
    • = Abdeckung einer minimal akzidentiell eröffneten Pulpa
    • - direkter Wundverband, der die Pulpa anregen soll die Eröffnungsstelle mit Tertiärdentin zu
    • verschließen
    • Indikationen:
    • → Pulpa minimal (<2mm) eröffnet
    • → artifizielle Eröffnung der Pulpa in der kariesfreien Kavität (Pulpaeröffnung muss vom
    • gesunden Dentin umgeben sein)
    • → traumatische Eröffnung der Pulpa im gesunden Dentin < 45min eröffnet
    • → reversible Pulpitis oder klinisch gesunde Pulpa (Blutung kommt zum Stillstand; kein
    • Spontanschmerz, reizinduzierter Schmerz (süß, heiß, kalt), absolute Trockenlegung,
    • dichte Deckfüllung möglich)
    • Kontraindikationen:
    • → spontane Schmerzen, irreversible Pulpitis
    • → breitflächige Eröffnung der Pulpa → Fläche/ Größe: relativ – mehr als 2mm
    • Durchmesser (Ausnahme: Trauma)
    • → starke Blutung aus der Pulpaexponation, Blutung nicht mit NaCl stillbar
    • → seröses oder eitriges Sekret aus der Pulpa
    • → radiologisch intrapulpale / apikale Veränderungen
    • → Eröffnung im kariösen Dentin
    • → Trockenlegung eingeschränkt
    • → (keine dichte Deckfüllung möglich)
    • → Milchzähne
    • Vorgehen:
    • → 1. Eröffnung der Kavität (Diamant: Umriss-, Widerstands-, Retentionsform)
    • → 2. Exkavation des erweichten Dentins (Rosenbohrer: zuerst pulpafern, danach zentral!)
    • → 3. Kavitätentoilette (CHX und Wattepellet, Blutstillung mit Kochsalzlösung möglich?)
    • → 4. Kariesexkavation auf Vollständigkeit überprüfen (Auge, (Sonde, Kariesdetektor))
    • → 5. Geringe Menge frisch angerührtes Ca(OH)2 bzw. Suspension (Calxyl)
    • Cave: Präparat muss direkten Kontakt zur Pulpa haben, es darf sich kein Blutkoagulum
    • zwischen Ca(OH)2 und Pulpa bilden, Abtupfen überschüssiger Feuchtigkeit (Wattepellet)
    • → 6. erhärtendes Ca(OH)2- Präparat (Dycal/Kerr-life)
    • → 7. Deckfüllung (Adhäsiv, Komposit / Aufbaumaterial, etc.)
  27. 26. Klassifizierung der Pulpaerkrankungen pathomorphologisch und klinisch:
    • - pathomorphologisch:
    • A. Pulpitis acuta serosa partialis (coronalis)
    • B. Pulpitis acuta serosa totalis (radicularis)
    • C. Pulpitis acuta purulenta partialis (coronalis)
    • D. Pulpitis acuta purulenta totalis (radicularis)
    • E. Pulpits chronica clausa
    • a. purulenta
    • b. granulomatosa
    • F. Pulpitis chronica aperta
    • a. ulcerosa
    • b. granulomatosa
    • G. Pulpanekrose
    • - Klinisch:
    • I. gesunde Pulpa (Sensi+, keine Beschwerden)
    • II. tote Pulpa (Pulpanekrose)
    • III. erkrankte Pulpa
    • A. Pulpitis acuta
    • a. coronalis
    • b. radikularis
    • B. Pulpitis chronica aperta
    • a. ulcerosa
    • b. Granulomatosa
  28. 27. Klinische Symptome der irreversiblen Pulpitis
    • - Spontanschmerz, meist langanhaltend („Minutenschmerz“) und pulsierend
    • - Sensibilitätstest positiv oder negativ
    • - oft wirkt Kälte lindernd (Wärmereaktion jedoch meist gesteigert)
    • - Perkussionstest negativ oder positiv (+ bei Parodontitis apicalis acuta)
    • - oft tiefe Dentinkaries mit (Pulpitis chronica aperta) oder ohne (Pulpitis chronica clausa)
    • Pulpabeteiligung
    • - Kavitätenboden offen + weich
    • - Kältereaktion herabgesetzt
    • - Wärmereaktion gesteigert
  29. 28. Klinische Symptome einer reversiblen Pulpitis
    • - reizabhängige Schmerzsymptomatik (auf Stimulus, z.B. heiß, kalt, süß folgt
    • „Sekundenschmerz“)
    • - Kavitätenboden geschlossen + hart
    • - Kältereaktion gesteigert ( positiver Sensibilitätstest, meist mit folgendem
    • „Sekundenschmerz“)
    • - Schmerzen seit kurzem
    • - Perkussion negativ
    • - unauffälliger Röntgenbefund
  30. 29. expektative Reaktionsbestimmung
    • - reversible oder irreversible Pulpitis? → exp. Reaktionsbestimmung dient der Sicherung
    • der vorläufigen Diagnose
    • → Verdachtsdiagnose reversible Pulpitis: CP-Behandlung (Entfernung der gesamten
    • Karies, Kavitätentoilette) und indirekte Überkappung provisorischer Verschluss
    • ((Wattebausch, Cavit, GIZ) OHNE ZnO-Einlage (wirkt anästhesierend und könnte Ergebnis
    • verfälschen) → dann „Wait and See“ 24-48h warten, ob Schmerzsymptome verschwinden
    • → über 90% erfolgreich! Bei Erfolg: Diagnose gesichert (reversible Pulpitis), definitive
    • Versorgung
  31. 30. Was versteht man unter Erhaltungsfähigkeit und Erhaltungswürdigkeit eines Zahnes?
    • → „Die konservierende Behandlung sollte ursachengerecht, zahnsubstanzschonend und
    • präventionsorientiert erfolgen. Jeder Zahn, der erhaltungsfähig und erhaltungswürdig
    • ist, soll erhalten werden." ... „In der Regel ist die Entfernung eines Zahnes angezeigt,
    • wenn er nach den in diesen Richtlinien beschriebenen Kriterien nicht erhaltungsfähig ist.
    • Ein Zahn, der nach diesen Richtlinien nicht erhaltungswürdig ist, soll entfernt werden.
    • Eine andere Behandlung von nicht erhaltungswürdigen Zähnen ist kein Bestandteil der
    • vertragszahnärztlichen Versorgung."
    • → Erhaltungswürdig: Zähne, die für Funktion und Ästhetik bedeutsam sind und eine
    • ausreichend gute Prognose haben
    • → Erhaltungsfähig: Durchführbarkeit einer Therapiemaßnahme zum Erhalt des Zahnes
  32. 31. Pathomorphologische Einteilung der Parodontits apicalis
    • A. Parodontitis apicalis acuta
    • - Periodontale Phase (Hyperämie + seröses Exsudat)
    • - Enostale Phase (Leukodiapedese + enostaler Abszess)
    • - Subperiostale Phase (periostaler Abszess)
    • - Submuköse Phase (submuköser Abszess – kann ins Vestibulum oris durchbrechen
    • + Kollateralödem)
    • B. Parodontitis apicalis chronica
    • a. fibrosa
    • b. granulomatosa localistica
    • c. cysto-granulomatosa
    • d. radikuläre Zyste
    • nicht abgegrenzt:
    • e. granulomatoser diffusa
    • f. granulomatoser progressiva (Fistelung)
    • g. sclerosa
  33. 32. Welche Arbeitsschritte folgen dem Stopfen einer Amalgamfüllung?
    • - Ausarbeitung Okklusalfläche, Randleiste einrunden/ausformen, → Amalgam muss schon
    • eine gewisse Härte haben → Keile entfernen → Matrizenhalter lösen → erst mesial, dann
    • distal Matrizenblech vorsichtig herausziehen → einmal mit Zahnseide durchgehen, diese
    • jedoch nicht nach koronal zurückziehen
    • - Oberflächenbearbeitung:
    • → Amalgamschnitzinstrumente (nach Frahm, Universalinstrument nach Sprengel)
    • → vereinfachte anatomische Verhältnisse zur Funktionserhaltung
    • → Entfernung von Überschüssen
    • → Glättung mir Brünierer → Verminderung der Korrosion
    • - mindestens 24 h später!!
    • → Finieren: mitteltourig unter Wasserkühlung, Hartmetallfinierer
    • → Politur: niedertourig mit mäßigem Druck unter Wasserkühlung mit
    • Gummispitzen/-kelchen, Filzpolierern, Polierpasten, ZnO-Pasten
  34. 33. Wozu dienen die Holzkeile bei der Amalgamfüllungstherapie?
    • - Separation der Zähne (minimal um Matrizenbandstärke) → später fester
    • Approximalkontakt
    • - Verkeilung/Befestigung des Matrizenbandes (kein Amalgamüberstand in den
    • Approximalraum)
    • - Erzielen eines dichten, stopfdruckresistenten zervikalen Anliegens der Matrize (kein
    • Überstopfen)
  35. 34. Durch welche Grundsätze oder Hilfsmittel bei der Präparation und Füllung verhindern die sie die nachfolgend genannten Fehler beim Legen einer Klasse IIKompositfüllung?
    • a. fehlender Kontaktpunkt
    • → „behandlerfreundliche“ große Keile verwenden
    • → Matrizenband richtig adaptieren und andängeln (große Kugel)
    • b. approximal unvollständige Polymerisation
    • → Schichttechnik anwenden und auch untere Schichten gut aushärten
    • → nach Entfernung der Matrize Lichtleiter approximal noch mal draufhalten
    • c. Randspalt an der zervikalen Stufe
    • → ausreichend abschrägen
    • → Matrize gut adaptieren
    • → Flowable verwenden
    • → Komposit richtig „stopfen“, ausreichenden Anpressdruck verwenden
    • d. Pulpairritation beim Ätzen
    • → vorgegebene Ätzzeiten nicht überschreiten (bleibende Dentition: 30s Schmelz,
    • 15s Dentin)
    • → gründliches Abspülen des Phosphorsäuregels (mind. 20 Sekunden)
  36. 35. Nennen sie aufgrund seiner Eigenschaften zwei Anwendungen und eine Kontraindikation für ZnO-Eugenol- Zement?
    • - „Klassiker“ der provisorischen Zemente (provisorische Insertion von Gussteilchen;
    • Insertion von Provisorien)
    • - Eigenschaften:
    • → als provisorische Füllung primär dicht, aber nach wenigen Tagen insuffizient
    • → pulpasedierend/pulpentoxisch, evt. zyto- und neurotoxisch
    • → bakterizide Wirkung
    • - Kontraindikationen:
    • → Allergie (kann Kontaktallergien erzeugen)
    • → nicht bei Adhäsivtechnik!! (behindert die adhäsive Abbindereaktion),also wenn
    • z.B. eine keramische definitive Versorgung geplant ist
    • → nicht zur Versorgung der Pulpa aperta/nicht für direkte Überkappung!!!
    • (pulpasedierend)
  37. 36. Welche Unterschiede gibt es bei der Präparation einer Klasse II- Kavität für ein Keramikinlay im Vergleich zu einer Gussfüllung?
    • - Klasse II-Kavität: Kavitäten im Bereich approximaler Flächen im Seitenzahnbereich
    • Gussfüllung:
    • - 2-4° Konuswinkel (Diamant: Zylinder rund) (→ Retention!)
    • - kastenförmige Schwalbenschwanzpräparation → okklusale Retentionsform
    • - approximale Abschrägung (okklusal bei Inlay NICHT!) (in Abhängigkeit von der
    • Höckerneigung (20- 40°))
    • - Winkel zwischen Approximalwänden und approximaler Zahnwölbung (40°),
    • - okklusaler Kasten mindestens 1,5mm tief
    • Keramikinlay:
    • - 6-8° Konuswinkel (konischer Diamantschleifer mit abgerundeter Kante)
    • - ohne Schwalbenschwanzpräparation
    • - ohne Abschrägen der Kavitätenränder (weder approximal noch okklusal)
    • - Übergangswinkel Approximalfläche des Inlays – approximale Wand: 70-90°
    • - okklusaler Kasten mindestens 1,5mm tief und breit
  38. 37. Nennen sie 3 Methoden der Vitalerhaltung der Pulpa und ihre Indikationen!
    • indirekte Überkappung
    • → 1. C. profunda
    • - bei klinisch hartem und geschlossenem Kavitätenboden
    • - bei kleinflächigen erweichten Dentinarealen im Rahmen der schrittweisen
    • Kariesentfernung vorzugsweise bei jugendlichen bleibenden Zähnen mit nicht
    • abgeschlossenem Wurzelwachstum
    • → 2. reversible Pulpitis
    • - nach exspektativem Vorgehen (indifferenter Verschluss der Kavität oder Ca(OH)2
    • bei hartem und geschlossenem Kavitätenboden
    • → 3. unkomplizierte Kronenfraktur
    • → 4. pulpanahe Kavitäten- und Kronenpräparation
    • → 5. schrittweise Kariesexcavation
    • direkte Überkappung
    • → Pulpa minimal (<2mm) eröffnet
    • → artifizielle Eröffnung der Pulpa in der kariesfreien Kavität (Pulpaeröffnung muss vom
    • gesunden Dentin umgeben sein)
    • → traumatische Eröffnung der Pulpa im gesunden Dentin <45min eröffnet
    • → reversible Pulpitis oder klinisch gesunde Pulpa (Blutung kommt zum Stillstand; kein
    • Spontanschmerz, reizinduzierter Schmerz (süß, heiß, kalt), absolute Trockenlegung,
    • dichte Deckfüllung möglich)
    • partielle/totale Polpotomie
    • → partiell:
    • 1. komplizierte Kronenfraktur an jugendlich bleibenden Zähnen mit nicht
    • abgeschlossenem Wurzelwachstum 2-48 h nach dem Trauma
    • 2. komplizierte Kronenfraktur an bleibenden Zähnen mit abgeschlossenem
    • Wurzelwachstum unter den gleichen zeitlichen Voraussetzungen
    • → total:
    • - jugendlicher bleibender Zahn mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum
    • - wenn andere Vitalerhaltungsverfahren nicht mehr in Frage kommen
    • 1. großflächige iatrogene/ traumatische Pulpaeröffnung und nicht stillbare Blutung
    • nach partieller Pulpotomie
    • 2. C. profunda mit großflächiger kariöser Durchweichung des Kavitätenbodens bis
    • zur Pulpa
    • 3. partiell- irreperable Pulpitis in Form eines Pulpaulkus und -polypen
    • 4. Notfallmaßnahme vor definitiver WKB bei bleibenden Zähnen
  39. 38. Häusliche und professionelle Prophylaxemaßnahmen bei Patienten mit erhöhtem Kariesrisiko?
    • Häuslich:
    • - Verwendung von fluoridiertem Speisesalz
    • - regelmäßige Anwendung von Elmex-Gelee nach dem Putzen
    • - Interdentalhygiene
    • - Ernährungsumstellung
    • Professionell:
    • - regelmäßige Zahnarztbesuche
    • - regelmäßige PZR
    • - Mundhygienetraining – Motivation des Patienten
    • - Fissurenversiegelung
    • - Ernährungsberatung
    • - Auftragen von Fluoridgelen und –lacken
  40. 39. Kontraindikationen Amalgam
    • RKI 2007 zum vorbeugenden Gesundheitsschutz:
    • - im Milchgebiss
    • - während der Schwangerschaft und Stillzeit
    • - bei Patienten mit Niereninsuffizienz
    • - bei festgestellter Allergie (Typ IV) gegenüber Amalgam
    • - im direkten Kontakt anderer metallischer Zahnwerkstoffe mit den (zu legenden)
    • Amalgamfüllungen
    • - bei der Diagnose lichenoider Reaktionen im Mundbereich
    • - bei avitalen Zähnen
    • (- retrograde WK-Füllung
    • - Applikation in der Nähe von Operations- und Extraktionswunden
    • - Stumpfaufbauten unter Kronen und Inlays
    • - Füllungsmaterial in Gusskronen
    • - bei oralem Missempfinden (Metallgeschmack)
    • - bei starkem Bruxismus
    • - bei beruflicher Quecksilberexposition)
  41. 40. Schmelz-Dentin-Haftung der Komposite
    • - für eine gute Füllung ist die Schmelz-Dentin-Haftung wesentlich wichtiger als das
    • verwendete Komposit → Komposit geht keine chemische Verbindung mit der ZHS
    • ein → Konditionierung notwendig
    • - Ätzung von Schmelz und Dentin → Ziele Konditionierung:
    • - retentives Ätzmuster
    • - Oberflächenvergrößerung
    • - reaktive Oberfläche
    • - bessere Benetzbarkeit (bis 400%)
    • - erhöhte Oberflächenenergie
    • - Schmelzhaftung:
    • → mikroretentives Ätzrelief durch unterschiedliche Auflösung von Schmelzprismen
    • und zwischenprismatischer Substanz
    • → geometrische und rheologische Effekte, d.h Eindringen des Bondings in Spalten
    • und Furchen und Aufschrumpfen des Adhäsivs auf Schmelzzotten
    • - Dentinhaftung:
    • → Auflösung der Schmierschicht, Demineralisation der Dentintubuli, Freilegung des
    • Kollagens durch Säuresätzung
    • → Bildung einer Hybridschicht aus hydrophilen Monomeren und Kollagen
    • - amphiphile Monomere in Primer und Adhäsiv sorgen für einen chemischen Verbund
    • zwischen hydrophiler ZHS und hydrophoben Komposit
    • - Schritte für einen optimalen Verbund: Reinigung (Entfernung anorg. und organ.
    • Auflagerungen) → Abschrägung (Entfernung gelockerter Schmelzprismen und des
    • aprismatischen Schmelzes; schräges Anschneiden der Schmelzprismen, größere und
    • energiereichere Oberfläche/Oberflächenvergrößerung) → Trockenlegung (Vermeidung der
    • Kontamination mit Speichel/Blut) → Konditionierung (s.o.) → Absprayen und trocken →
    • Primer und Adhäsiv
  42. 41. minimalinvasive Füllungstherapie
    • „ Behandlungstherapie unter größtmöglicher Schonung nicht erkrankter Gebiete“
    • (bedeutet zum Beispiel auch, dass Initialläsionen noninvasiv, sondern mit
    • Prophylaxe-Maßnahmen behandelt werden)
    • - erweiterte Fissurenversieglung + adhäsive Füllung (Komposit) (fließfähige Komposits)
    • - vertikaler Slot (kleiner senkrechter Schlitz in die approximale Randwulst, vorsichtiges
    • Entfernung der Lamelle)
    • - Tunnelpräparation: Entfernung okklusaler Füllung, von okklusal wird ein Tunnel bis
    • zum mit Stahlmatritze geschützten Nachbarzahn präpariert, fließfähiges Komposit
    • (kontrovers diskutiertes minimalinvasives Verfahren, besonders zur Versorgung kleiner
    • approximaler Defekte)
    • (- moderne "Minimalinvasive Laserablation [MiLaDi ] und Diagnose von oralem
    • Hartgewebe"; noch in der Forschung befindliches Projekt (2011) Projekt zur
    • Kariesbehandlung mittels ultrakurzgepulstem Laser. Normalerweise ist ein Laser, der
    • besonders gut Karies entfernt, nicht dafür geeignet, altes Füllungsmaterial abzutragen oder
    • die Aussparung für ein Inlay in den Zahn zu präparieren, da jedes Material eine andere
    • Laserfrequenz (Lichtfarbe) benötigt. Aufgrund der hohen Leistungsdichte von MiLaDi soll
    • beinahe jedes Material bearbeitet werden können.)
  43. 42. Voraussetzung und Vorgehen bei der schrittweisen Kariesentferung
    • Idee: Vermeidung der Wurzelkanalbehandlung bzw. der Pulpa aperta bei Caries profunda
    • Vorgehen:
    • erster Termin
    • 1. Röntgenaufnahme
    • 2. fast vollständige Kariesexcavation (von peripher nach zentral), lediglich pulpennah
    • Belassen einer geringen Menge Karies
    • 3. Einbringen eines Calciumhydroxidpäpartes (Applikation von Calciumhydroxidsuspension
    • (biolog. Wirksamkeit) und Calciumhydroxidzement)
    • 4. Unterfüllung und Amalgamfüllung (gezielte Entfernung ohne Zahnhartsubstanzverlust)
    • → Hartgewebsbildung (Reizdentin)
    • → nach 6 Monaten Austausch der Füllung
    • zweiter Termin
    • 1. Vitalitätstest
    • 2. Entfernung der Füllung
    • 3. Vollständige Excavation
    • 4. Calciumhydroxidzement auf Salicylatbasis (Dycal)
    • 5. definitive Füllung
    • Probleme:
    • - Frage der Compliance –Gefahr des Kariesrezidivs
    • - Problematik des bakteriendichten, provisorischen Verschlusses
    • - Reizung des Zahnes durch mehrmaliges Aufbohren
    • Voraussetzung:
    • - jugendlich bleibender Zahn (großlumige Pulpa, z.T. offenes Foramen apicale, gleichzeitig
    • sehr hohe Regenerationsfähigkeit der sehr gut vaskularisierten Pulpa, ausgeprägte
    • physiologische Zahnhartgewebsbildung)
    • - Syptomlosigkeit der Zähne
    • - gute Compliance
    • Wirkung des CaOH2-Präparates:
    • - Abtötung verbliebener Mikroorganismen (antibakterielle Wirkung)
    • - Neutralisation von Kariessäuren (alkalisierende Wirkung)
    • - Härtung und Austrocknung des erweichten Dentins
    • - Anregung der Reiz-/Tertiärdentinbildung
    • - bei dünnen Dentinschichten wirkt es auf die Pulpa (scharf begrenzte Gewebsnekrose)
    • → Bildung Tertiärdentin bei indirekter Überkappung: Restdentin> 500μm: 348μm
    • Tertiärdentin (nach 17 Wochen), Restdentin< 500μm: 217-219μm
  44. 43. Calxyl auf gesunde Pulpa → Gewebsreaktion der Pulpa
    • - Ca(OH)2 ist stark alkalisch (pH12-13) → Freisetzung von OH-Ionen → scharf begrenzte
    • Gewebsnekrose (lokalisierte Pulpanekrose)
    • - nur oberflächliche Gewebsnekrose, da sich eine Membran aus Calcit bildet (Bicarbonat-
    • Puffer), die das CaOH2 umgibt, inaktiviert und die Pulpa vor weiterem Hineindiffundieren
    • der Hydroxylionen abschirmt
    • - regt die Pulpa zur Dentinbildung an → Tertiärdentin („Bridging“)
    • - wirkt antibakteriell
  45. 44. Welche Maßnahmen und Behandlungsschritte benötigt man beim Eingliedern eines Keramikinlays?
    • * Anätzen des Inlays:
    • - Entfetten mit Ethanol
    • - LABOR: 60s Ätzen mit Flusssäuregel (Schutzbrille) → Beschichtung der Inlayunterseite,
    • Befestigung mit Peripheri-Wachs, gründliches Abspülen mit Leitungswasser
    • (Ultraschallbad) → nicht mehr mit Fingern kontaminieren!!!
    • * Silanisierung des Inlays: (Monobond für 60 Sekunden)
    • - Applikation des Silan-Primers auf die Innenfläche der Restauration
    • - Einwirkzeit: 1min
    • - trocknen
    • * intraoral:
    • - absolute Trockenlegung mit Kofferdam
    • - Anlage von Matrizen & Keilen (Schutz der Nachbarzähne, kein Verkleben der
    • Approximalräume, Verhinderung, dass Komposit nach apikal abfließt)
    • * Reinigung/ Schmelzkonditionierung
    • - CHX
    • - selektive Schmelzätzung/total etch??? mit Phosphorsäuregel und gründliches Absprayen
    • * Applikation des Haftvermittlers (alle Lampen aus!!!)
    • - Syntac Primer auf Zahn applizieren und 15s lang auf freiliegender Dentinoberfläche
    • verteilen, dann ausblasen (Flüssigkeitsrest mit Luftbläser trocknen, es dürfen keine
    • „Pfützen“ verbleiben)
    • - Syntac Adhäsiv auf Zahn applizieren und 20s lang auf freiliegender Dentinoberfläche
    • verteilen, dünn verblasen und trocknen!
    • - keine Lichthärtung!!!!
    • - Heliobond auf Zahn UND Inlay applizieren, 20s einwirken lassen, dann dünn verblasen
    • und Inlay abdecken (z.B. mit Bondingschalendeckel)
    • * Einsetzen
    • - mit dualhärtendem Befestigungskomposit → Variolink 1:1 anrühren → dünne Schicht auf
    • Inlayinnenfläche
    • - einsetzen und fest adaptieren (z.B. mit sauberen Kugelstopfer)
    • - Entfernung Überschüsse mit Schaumstoffpellet
    • - schrittweise Lichtpolymerisation von zervikal (Leuchtkeil), oral und vestibulär nach
    • okklusal
    • - Airblockgel (Glyceringel) (entfernt die Sauerstoffinhibitionsschicht)
    • - Härtezeit: 60 sec/ Abschnitt
    • - Ausarbeitung und Fluoridierung
  46. 45. Nennen sie die Methoden der Füllungstherapie mit dem jeweiligen Prinzip der Verankerung!
    • - Amalgam → mechanische Retention/Verkeilung, „makroretentiv“
    • - Komposite → „adhäsiv“ Mikroretention durch Schmelzätzung (Konditionierung) und
    • Adhäsion durch Primer und Adhäsive (sekundär chemische Kräfte)
    • - GIZ → „chemisch“ polare + ionische Bindung an Schmelz und Dentin
    • - Gussfüllung → mechanische Retention (Kavitätengeometrie) → Verkeilung
    • - Kompositinlay → „adhäsiv“ Mikroretention durch Ätzung – Haftvermittler – Komposit als
    • Einsetzmaterial (Silan- Komposit- Adhäsiv- Schmelz- Verbund)
  47. 46. Bei welchen Füllungsmaterialien Schmelzkonditionierung?
    • - Ätzen von Schmelz um Mikroretention für Komposit zu schaffen (retentives Ätzmuster,
    • Oberflächenvergrößerung, reaktive Oberfläche, bessere Benetzbarkeit (bis 400%), erhöhte
    • Oberflächenenergie)
    • - Komposit, Keramik, Kompomer
  48. 47. Woraus können sie klinisch und röntgenographisch auf einen Erfolg der direkten Überkappung schließen?
    • - Schmerzfreiheit
    • - positiver Sensibilitätstest
    • - Dentinbrücke im Röntgenbild
    • - Apex röntgenologisch unauffällig
  49. 48. Partielle und totale Pulpotomie
    • Kontraindikationen für Pulpotomien:
    • - nicht erhaltungsfähiger/-würdiger Zahn
    • - Zahn vor physiologischer Exfoliation
    • - Zeichen periapikaler/furkaler Läsionen
    • - Pulpanekrose
    • - Pulpa mit serröser/purulenter Sekretion
    • - Zahn mit Fistel
    • Partiell:
    • - Entfernung eines Teils der Kronenpulpa, der an die Eröffnungsstelle grenzt
    • Indikation:
    • → 1. komplizierte Kronenfraktur an jugendlich bleibenden Zähnen mit nicht
    • abgeschlossenem Wurzelwachstum
    • - 2-48 h nach dem Trauma
    • → 2. komplizierte Kronenfraktur an bleibenden Zähnen mit abgeschlossenem
    • Wurzelwachstum unter den gleichen zeitlichen Voraussetzungen
    • Systematik:
    • steriles Abtragen (steriler Birnendiamant/Martin-Access-Burr unter NaCl-
    • Lösungberieselung) des Pulpendaches und 1-2 mm der koronalen Pulpa → Blutung sollte
    • nach 5 min sistieren, falls nicht: totale Pulpotomie (Darstellung der Kanaleingänge,
    • Blutstillung mit sterilen Wattepellets), dann Applikation von MTA auf Pulpawunde, feuchtes
    • Zellstoffstückchen drauf, prov. Verschluss (bakteriendicht!) nach min. 4 h (besser
    • nächster Tag): Entfernung Zellstoff, Überprüfung MTA (durchgehärtet?) und definitive
    • Versorgung
    • ODER Kalziumhydroxid zur Versorgung der Pulpawunde
    • → schonende Präparation einer 2mm großen Hilfskavität zur Aufnahme des
    • Wundverbandes bei gleichzeitiger hochtouriger Teilamputation der Kronenpulpa
    • unter ausreichender Kühlung mit NaCl-Lösung
    • → Blutstillung
    • → Trocknung
    • → Wundverband: wässrige Na(OH)-Suspension, Wattepellet, Ca(OH)2Zement
    • Totale:
    • - vollständige Vitalamputation = Entfernung der gesamten Kronenpulpa in Höhe des
    • Zahnhalses → Ziel: Erhaltung der Wurzelpulpa, Beschwerdefreiheit
    • Indikation:
    • - jugendlicher bleibender Zahn mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum
    • - wenn andere Vitalerhaltungsverfahren nicht mehr in Frage kommen
    • 1. großflächige iatrogene/ traumatische Pulpaeröffnung und nicht stillbare Blutung
    • nach partieller Pulpotomie
    • 2. C. profunda mit großflächiger kariöser Durchweichung des Kavitätenbodens bis
    • zur Pulpa
    • 3. partiell- irreperable Pulpitis in Form eines Pulpaulkus und -polypen
    • 4. Notfallmaßnahme vor definitiver WKB bei bleibenden Zähnen
    • Systematik:
    • - siehe partielle Pulpotomie, nur hier gesamte Kronenpulpa entfernen
  50. 49. Erosion, Attrition, Abrasion
    • Erosion = ZHS-Abtrag durch häufige direkte Säureeinwirkung
    • Die Erosion des Schmelzes entsteht durch alimentären oder professionellen Säureangriff, der zur
    • superfiziellen Demineralisation in unterschiedlichen Mustern führt. Dabei werden sowohl
    • Prismenkern-Auflösungen (Honigwaben-muster) als auch Prismenperipherie-Auflösungen
    • beobachtet.
    • Attrition = Abrieb der ZHS durch direkten Kontakt antagonistischer und benachbarter
    • Zähne (auch wenn diese z.B. mit Keramikkronen versorgt sind), physiologisch oder
    • pathologisch (Knirschen/Pressen)
    • Die Attrition ist der tribologische Reibungsverlust am inzisalen, okklusalen und approximalen
    • Schmelz. Sie ist umso ausgeprägter, je intensiver die Kauleistungen sind. Bei häufig dramatisch
    • reduzierter Kauleistung, die keine Einebnung der Okklusal- und Approximalflächen ermöglicht,
    • besteht ein hohes Risiko der Kariesprogression. Allerdings sind pathologische Attritionsformen in
    • Folge von Parafunktionen und Bruxismus häufiger geworden.
    • Abrasion = ZHS-Verlust durch Fremdkörperabrieb, Demastikation (Nahrungsmittel),
    • Stäube, Zahnpasten
    • Die Abrasion ist der kontinuierliche geringe Verlust von Schmelz, der durch das omnivore
    • biologische Ernährungsmuster vorgegeben ist. Durch die moderne Ernährung ist die biologische
    • Abrasion meist stark eingeschränkt oder bleibt ganz aus.Dafür sind pathologische Abrasionsfolgen
    • z. B. In Form von Zahnputzdefekten häufiger geworden.
  51. 50. Externe und interne Faktoren für Erosionen
    • Extern:
    • - alimentär (saurer pH von Getränken, Fruchtsäuren, Fruchtbonbons etc.)
    • - professionär (Schwimmer, Chemieindustrie (industriell bedingte Säuredämpfe) etc.)
    • Intern:
    • - häufiges Erbrechen (Bulimie, Schwangerschaft, Alkoholismus)
    • - Refluxerkrankungen
  52. 51. Was ist die Pellikel und woraus besteht sie?
    • Pellikel ( VL 22, S. 18ff) = bakterienfreie Schicht aus adsorbierten Proteinen,
    • Glykoproteinen und anderen Makromolekülen aus dem Speichel → selektive Adsorption
    • von Speichelbestandteilen
    • - Strukturkomponenten: Glycoproteine (Muzine (MG 1, 2)), s Ig A, Proteine (Histatin,
    • Prolin-reiche Proteine, Statherin, Lactoferrin, Fibronectin, Fibrinogen, Agglutinin),
    • Enzyme (Amylase, Lysozym…), 23% Lipide in der Trockenmasse
    • - elektrostatische Interaktionen mit Kalzium und Phosphat
    • - hydrophobe Wechselwirkungen
    • - van der Waalskräfte
    • - Wasserstoffbrückenbindung
    • - protektive Eigenschaften!!!
    • → Lubrikant (erworbenes Schmelzoberhäutchen)
    • → Diffusionsbarriere/Schutz des Schmelzes vor Demineralisation
    • → antibakterielle Eigenschaften
  53. Definition Biofilm!
    • Biofilm (VL 22, S. 15) = räumlich organisierte Gemeinschaft von Mikroorganismen, welche
    • mit einer Oberfläche verbunden und in einer extrazellulären Matrix eingebettet sind (Matrix
    • enthält Bestandteile sowohl von den Mikroben, als auch aus der Umgebung stammend)
    • - geschützte Form des mikrobiellen Wachstums, welche Überlebensfähigkeit von
    • Mikroorganismen in einem ungünstigen Milieu erhöht und ihr Zusammenleben in einer
    • komplizierten, aber sehr effizienten Art ermöglicht
    • - die Fähigkeit zahlreicher Mikroorganismen sich anzuheften, eine klebrige
    • extrazelluläre Matrix zu bilden und zu wachsen, stellt einen im Laufe der Evolution
    • gewonnenen Selektionsvorteil dar und ist kaum überwindbar. Die Grenzflächen des
    • menschlichen Körpers sind immer der Besiedlung durch Mikroorganismen ausgesetzt.
    • - Wo? → Zahnoberfläche, Schleimhaut, Zunge, Gingiva...
  54. Definition Plaque!
    • Plaque (VL 22, S. 33) =
    • - auf Zahnoberfläche haftende, strukturierte Bakterienaggregation, bestehend aus
    • Mikrooganismen, eingebettet in eine organische Matrix aus hauptsächlich von
    • Mikroorganismen gebildeten extrazellulären Polysacchariden
    • - Matrix dient als Gerüst und Nahrungsspeicher
  55. 52. Zementarten – Wo?
    • - wird zeitlebens gebildet und aufgelagert (Zementoblasten)
    • - 65% anorgan. (Apatit und Ca-Phosphat), 23% organ.(Kollagen), 12% Wasser
    • Azelluläres, fibrilläres Zement (Fremdfaserzement) in den beiden koronalen Dritteln
    • - enthält keine Zellen, viele kollagene Fibrillen (Insertion von Sharpey-Fasern)
    • - stärker mineralisierte OF
    • - dicke unstrukturierte Zone liegt auf (Zementoid, evtl. mit Zementoblasten)
    • - dient der Zahnverankerung → DAS Verankerungszement
    • - von Fibroblasten gebildet
    • Zellulär, fibrilläres Zement (Eigenfaserzement)
    • - abwechselnd schwach und stark mineralisierte Bereiche
    • - Zementozyten in Lakunen, Fortsätze strahlen in alle Richtungen aus
    • - Kollagen-Eigenfasern
    • - dient der Adaptation und Reparation
    • - von Zementoblasten gebildet
    • Azelluläres, afibrilläres Zement
    • - auf Schmelz in Form von Inseln, wenn nach Kronen-Entwicklung Schmelz in
    • Kontakt mit BGW kommt
    • - homogene Matrix, keine Zellen, keine Fasern
    • - an Schmelz-Zement-Grenze auf Schmelz
    • - Funktion unbekannt
    • Zelluläres Gemischtfaserzement
    • - aus Fremdfaserzement und Eigenfaserzement
    • - apikales Drittel und interradikulär (Furkationsbereich)
    • - dient der funktionellen Anpassung und Verankerung
    • Hyperzementose bei Mb. Paget generalisiert
    • bei chron. Entzündung, KFO und retinierten Zähnen lokalisiert
  56. 53. Was sind Glykosyltransferasen, was ist die Bedeutung für die Kariesentstehung? Welche Bedeutung haben sie bei Bioadhäsionsprozessen?
    • - extrazelluläres, bakterielles Enzym
    • - Virulenzfaktor von Streptokokken
    • - mit Hilfe von GTF werden aus Saccharose extrazelluläre, H2O-unlösliche Polysaccharide
    • gebildet
    • - diese Glucane begünstigen bakterielle Adhärenz/Biofilmbildung
    • - Isoformen GTF B, C, D
    • Phasen der intraoralen Bioadhäsion:
    • 1. Proteinadsorption: Pellikelbildung
    • 2. initiale bakterielle Adhäsion
    • 3. bakterielle Biofilmbildung und -reifung → wird begünstigt von Glykosyltransferasen!!!
    • Glykosyltransferasen bilden EPS (extrazelluläre Polysaccharide), welche als
    • Lebensraum und Nahrungsgrundlage kariogener Bakterien dienen.
  57. 54. Streptokokkus mutans, Merkmale, Virulenz
    • - Bildung wasserunlöslicher EPS (extrazellulärer Polysaccharide) mit Hilfe von
    • Glykosyltransferasen
    • - durch anaerobe Glykolyse bildet S. mutans organische Säuren (Laktat, Pyruvat)
    • - Bildung intrazellulärer Polysaccharide als Speicherkohlenhydrate (langes Überleben ohne
    • Substrat)
    • - multiple Adhärenzmechanismen
    • - initial am Pellikel
    • - glukanvermittelt
    • - interbakteriell
    • - saccharoseabhängig
    • - extrem azidur (säuretolerant), Abfall des pH-Wertes ist Selektionsvorteil
    • - azidogen (säureproduzierend)
    • - Bildung intrazellulärer Fruktopolysaccharide (S. mutans-Stämme mit hoher IPS-Bildung
    • sind hyperkariogen)
  58. 55. OK 6er zeichen okklusal
  59. 56. Eigenschaften des idealen Komposits?
    • - gute physikalische Eigenschaften:
    • - geringe Polymerisationsschrumpfung
    • - hohe Abrasionsresistenz
    • - gute Ästhetik, variable Farben
    • - gute Polierbarkeit (langanhaltender Glanz)
    • - gutes Handling, nicht klebrig
    • - Fluoridfreisetzung
    • - Radioopazität
    • - wenig bakterielle Adhärenz
  60. 57. Füllerarten im Komposit
    • - Megafüller (>100μm)
    • - Quarze
    • - Gläser
    • - Keramiken
    • - Makrofüller (10-100μm)
    • - Midifüller (1-10μm)
    • - Minifüller, Submikrometerfüllkörper (0,1-1μm)
    • - Mikrofüller (0,01-0,1μm)
    • - hochdisperse Kieselsäuren (Siliziumoxid)
    • - Nanofüller (0,005-0,01μm)
    • → daraus folgt eine Einteilung der Komposite in Makrofüllerkomposite (heute nicht mehr
    • verwendet), Mikrofüllerkomposite (im Frontzahnbereich favorisiert) und
    • Hybridkomposite (Mischvariante aus 85-90% Makro- und 10-15% Mikrofüller),
    • Nanokomposite und nanooptimierte Hybridkomposite.
    • - Mikrofüller:
    • - ästhetisch anspruchsvolle, aber mechanisch nicht stark belastete Bereiche
    • - nicht röntgenopak
    • - Hybridkomposit:
    • - ästhetisch anspruchsvolle und mechanisch stark belastete Bereiche
    • - Feinpartikelhybridkomposite/Feinstpartikelhybridkomposite
    • - Nanokompostite:
    • - freie Mikrofüller in der Matrix und Nanofüller-Cluster
    • - entspricht Mikrofüllerkomposit, ist jedoch höher gefüllt (Filtek Supreme)
  61. 58. Bestandteile des Kompositmatrix
    • - Kompositmatrix ist die organische Phase eines Komposits
    • - Monomere (Diacrylatmonomere) (Bis-GMA, TEGDMA)
    • - Initiatoren
    • → chemisch – Redoxreaktion aus der Radikale hervorgehen (z.B. Benzolperoxid,
    • das durch Akzelerator (tertiäres Amin) aktiviert wird)
    • → lichthärtend - Kampherchinon und Reaktionsagens tertiäres Amin (Diketon mit
    • Absorptionsmaximum bei 468nm Wellenlänge → geht angeregt durch Lichtenergie
    • mit aliphatischem Amin eine Reaktion ein, Entstehung eines angeregten Komplexes,
    • der in Radikale zerfällt)
    • → weiterer Fotoinitiator ist Lucerin TPO (370-380nm)
    • → Benzoinmethyläther bei UV-Lichthärtung
    • - Stabilisiatoren (Hydrochinon)
    • - Farbstoffe/Pigmente (Titanoxid, Eisenoxid)
    • - Additiva (Lichtschutzmittel, Weichmacher)
  62. 59. Faktoren mit Einfluss auf die Polymerisation bei lichthärtenden Kompositen?
    • - Lichthärtedauer, Schichtdicke, Farbe
    • - Leistung der Lichtquelle (regelmäßige Kontrolle und Wartung)
    • - Abstimmung auf Wellenlänge der Fotoinitiators
    • - Richtung und Abstand der Lichtquelle
    • - Sauerstoff ist Inhibitor, auch Bestandteile aus Unterfüllungsmaterialien o.a. (Eugenol,
    • H2O2)
  63. 60. Markennamen der Komposite, die in der KONS verwendet werden
    • - Venus Diamond
    • - Quixfil
    • - Rebilda white/blue/dentin
    • - Ceram X Duo
    • - SDR
  64. 61. Kavitätenpräparation bei Insertion von Kompositfüllungen?
    • - prinzipiell: defektorientiert!
    • Primärpräparation (Präparation des Zugangs zur Karies, substanzschonende Darstellung
    • eines kariesfreien Randes)
    • Kariesexcavation (unter Sicht, von peripher nach zentral, niedrigtourig)
    • Sekundärpräparation (Finieren/Glätten, Abschrägen (keine okklusale Abschrägung!) mit
    • feinkörnigen Diamanten)
  65. 62. Ausarbeitung und Politur von Kompositen
    • - IMMER polieren, damit Sauerstoffinhibitionsschicht entfernt wird
    • - Scaler, um Überhänge/Primerreste wegzusprengen und Randleisten einzurunden
    • - Hartmetallfinierer für Randkorrekturen und Okklusionsanpassung
    • - Soflex-Finierscheiben (auf Mandrel)
    • - für konvexe Flächen
    • - enthalten Aluminiumoxidschleifkörper
    • - 4 farbcodierte Körnungen (grob, mittel, fein, superfein)
    • - 2 Durchmesser (9, 13 mm)
    • - blaues Winkelstück ohne Wasser (5.000 U/min)
    • → nach jedem Körnungswechsel absprühen und trocknen!
    • - Soflex-Finierstreifen
    • - belegt mit Aluminiumoxidschleifkörnern (mittig frei)
    • - 4 farbcodierte Körnungen (grob, mittel, fein, superfein)
    • - nur für approximale Überhänge/Adaptation der Füllung an Zahn, nicht für die
    • approximale Bearbeitung geeignet, weil: dort, wo Matrize lag, ist keine
    • Sauerstoffinhibitionsschicht, mögliche Destruktion des Approximalkontakts
    • → nach jedem Körnungswechsel absprühen und trocknen!
    • - Silkonpolierer
    • - blaues Winkelstück mit Wasser (10.000 U/min)
    • - Vorpolierer (brownie, greenie)
    • - Hochglanzpolierer (supergreenie, whitey)
    • - Okklubrush (diamantiertes Polierbürstchen)
    • - enthält Siliziumcarbid als Polierkörper
    • - blaues Winkelstück mit/ohne Wasser, max. (!) 5.000 U/min
  66. 63. Hybridschicht?
    • „Mischzone aus demineralisiertem Dentin und ungefülltem Kunststoff“
    • - Primer infiltriert in Kollagengeflecht des Dentins und bildet die Hybridschicht zwischen
    • hydrophobem Komposit und hydrophilem Kollagen (Hybridschicht aus Kollagen, Primer und
    • Adhäsiv)
    • - Schlüsselfaktor für erfolgreiches Dentinbonding
  67. 64. Optibond Fl – Zusammensetzung und Anwendung
    • - für Kompositfüllungen und Aufbaufüllungen
    • - gefülltes, röntgenopakes Adhäsiv (niedrigvisköse Adhäsive)
    • - saure Komponenten im Primer
    • - kompatibel mit Autopolymerisaten
    • - HEMA (hydrophiler, amphiphiler Primer), Wasser und Alkohol als Lösungsmittel
    • - Anwendung:
    • - Schmelz- und Dentinkonditionierung mit 37%iger Phosphorsäure (mit Schmelz
    • beginnend, nach spät. 30s auch Dentin ätzen (10s - max. 15s) → insgesamt ca. 40s)
    • - mindestens 20s absprühen
    • - gut trocknen!!! (Schmelz opak, Dentin feucht [„moist bonding“])
    • - Primer 30s auf Schmelz und Dentin einreiben
    • - sanfter Luftstrom 5-10s
    • - Adhäsiv auf Schmelz und Dentin einreiben
    • - eventuell sanfter Luftstrom
    • - 30s Lichthärtung/Polymerisation
  68. 65. GIZ (Bestandteile, Reaktionsmechanismus/Abbinderaktion)
    • - chemisch-härtend oder lichthärtend
    • - Typen:
    • 1 Befestigungsmaterial
    • 2a ästhetisches Füllungsmaterial
    • 2b verstärktes Füllungsmaterial
    • 3 Unterfüllungsmaterial, Liner, Fissurenversiegler
    • - Bestandteile der chemisch- härtenden:
    • - Flüssigkeit: Polycarbonsäuren
    • - Pulver: Grundbestandteil: Quarz (SiO2)
    • Flussmittel: Kryolit, Flussspat, Aluminiumtrioxid, Aluminiumphosphat
    • Röntgenopazität: Sn, Yb, La, Zr, Ag, Zn
    • Abbindeverzögerer: Weinsäure
  69. Reaktionsmechanismus GIZ?
    • - Reaktionsmechanismus:
    • 1. Initialer Säureangriff (Anmischen) → Herauslösen von Kalzium- und
    • Aluminiumionen
    • 2. Vernetzung der Polyacrylsäuren → mit Kalzium (5-10min,
    • feuchtigkeitsempfindliche Reaktion) → reagiert zu Ca-Polycarboxylat
    • 3. Einlagerung von Aluminium in das Gel → bis 24h, Reaktion, bei der Austrocknung
    • unerwünscht ist (durch Wassereinlagerung wird das Gefüge stabilisiert)
    • → es entsteht ein wasserunlösliches Ca-Al-Karboxylat-Gel
    • - GIZ bildet chemische Verbindung mit ZHS
    • - ionische und kovalente Bindungen zwischen Karboxylatgruppen und anorganischen
    • Anteilen von Schmelz und Dentin
    • - Haftung an Schmelz (ca. 5 MPa) größer als an Dentin
    • - initial hohe Fluoridfreisetzung
    • - wiederaufladbar mit Fluorid
    • - schlechte mechanische Eigenschaften
    • - 2-5 Vol.% Aushärteschrumpfung
    • → eingeschränkte Eignung als Füllungsmaterial
  70. 66. Indikation Amalgamfüllungen?
    • - Kl. I und II im Seitenzahnbereich
    • - Kl. II: maximale Breiten
    • - Prämolaren: 2 mm
    • - Molaren: 2.5 mm (nach Motsch)
    • - soziale Indikation/ Wunschindikation
    • - plastische Füllungen im Seitenzahn-Bereich, bei denen eine Trockenlegung nicht möglich
    • ist
    • - Ausnahme: Zahnhals
    • - Füllungen an Weisheitszähnen
  71. 67. Vorkommen Amalgam, wann am giftigsten?
    • - organische Quecksilber-Verbindungen (werden oft mit Nahrung aufgenommen)
    • - Einatmen der Dämpfe!!! ist stark toxisch
    • (- Erdkruste, Müllverbrennung, Energiesparlampen)
  72. 68. Prinzipielle Abbindereaktion gamma2freier Amalgame, Vorteile gegenüber Gamma2-Amalgame?
    • - Ag3Sn + Cu3Sn + Hg → Ag5Hg6 + Cu6Sn5 (Bronze)
    • γ + ε+ Hg → γ1 + η´
    • „Gamma 2-freie Amalgame sind weniger korrosionsanfällig, polierbeständiger, sie
    • weisen eine geringere oder keine merkuroskopische Expansion auf und sind somit
    • randdichter.“ (durch Erhöhung des Kupfergehalts auf 12% (vergleiche 6% bei Gamma-2-
    • haltigen Amalgamen) gelingt es, die Gamma2-Phase zu unterdrücken oder sie innerhalb
    • kurzer Zeit wieder aufzulösen)
    • - Gamma2-haltige Amalgame sind korrosionsanfälliger → dabei bilden sich an OF
    • unlösliche Zinkoxide → frei werdendes Hg diffundiert z.T. in Tiefe des Füllungs-Materials
    • und bildet zusammen mit Silber eine Gamma-1-Phase → dabei Expansion und
    • Ausdehnung der Füllung über den Kavitätenrand hinaus
  73. 69. Was ist die Gamma2-Phase und was macht sie werkstoffkundlich besonders?
    • - Sn8Hg
    • - die Gamma2-Phase reagiert zu SnO → dabei wird Hg freigesetzt → dieses reagiert mit
    • der noch in der Füllung verbliebenen Gamma-Phase zu Gamma-1-Phase → es kommt zur
    • merkuroskopischen Expansion
  74. 70. Was ist Merkuroskopische Expansion?
    • Ausdehnung einer Amalgamfüllung mit Gamma-2-Phase: Durch Korrosion wird aus
    • der HgSn-Komponente Quecksilber frei, dieses reagiert mit der noch in der Füllung
    • verbliebenen Gamma-Phase zu Gamma-1-Phase → es kommt zur
    • merkuroskopischen Expansion (= Füllungsausdehnung).
  75. 71. Maßnahmen zur Fluoridierung
    • - lokal: Zahncreme, Lacke, Gele, Lösungen, Tabletten, Trinkwasser, Kochsalz
    • - systemisch (präeruptiv): Tabletten, Trinkwasser, Kochsalz
  76. 72. Möglichkeiten der Diagnostik/okklusale Karies diagnostizieren (mindestens 4)
    • - „bewaffnetes Auge“ (Licht, Lupenbrille, Watterolle, Unikanüle, Spiegel)
    • - Diagnodont
    • - elektrischer Wiederstand
    • - Bissflügel (wenns schon ins Dentin reicht)
    • Cave mit der Sonde!!!! (Keimüberimpfung, iatrogene Kavitation)
  77. 73. Foti
    • - Faseroptiktransillumination
    • - v.a. für approximale Diagnostik, wenn die Anfertigung von RöBi nicht möglich ist oder als
    • ZUSÄTZLICHES (niemals alleiniges!) Hilfsmittel zur Diagnosesicherung
    • - „Durchleuchtung der Approximalkontakte“ → geringere Lichttransmission sowie stärkere
    • Absorption und Streuung an verfärbten kariösen Strukturen verglichen mit der gesunden
    • Zahnhartsubstanz (Problem: kariöse Stellen sind dadurch zwar zu sehen, aber auch, wenn
    • z.B. nur Verfärbungen o.a. → oft falsch positiv)
    • - Sensitivität 0,50 – 0,85
    • Spezifität > 0,95
  78. 74. Wie kann ich Approximalkaries röntgenologisch klassifizieren?
    • C0 - keine approximale Karies
    • C1 - Radioluzenz in äußerer Schmelzhälfte → Initialkaries
    • C2 - Radioluzenz in innerer Schmelzhälfte → fortgeschrittene initiale Läsion, Oberfläche
    • kann noch intakt sein
    • C3 - Radioluzenz in äußerer Dentinhälfte
    • C4 - Radioluzenz in innerer Dentinhälfte → Caries profunda
  79. 75. Was ist Calziumhydroxid? Wann wird es angewandt?
    • - Ca(OH)2
    • - gibt es als:
    • 1. wässrige Suspension (Ca(OH)2 + H2O/NaCl)
    • 2. Liner (Lack +Ca(OH)2, Erhärtung über Verdunstung des org. Lösungsmittels)
    • 3. Kitte (Öle + Ca(OH)2, Erhärtung über Verseifungsreaktion)
    • 4. Zemente (Säuren [z.B. Salizylsäure] + Ca(OH)2, Erhärtung über
    • Chelat-/Salzbildung)
    • 5. weitere Kombinationen (Kunststoffpräparate oder Kortikoid/AB + Ca(OH)2)
    • - Wirkung:
    • - Abtötung verbliebener Mikroorganismen (zerstört Bakterienzellmembranen)
    • (antibakterielle/bakterizide Wirkung)
    • - Neutralisation von Kariessäuren (alkalisierende Wirkung)
    • - Härtung und Austrocknung des erweichten Dentins
    • - Anregung der Reiz-/Tertiärdentinbildung
    • - bei dünnen Dentinschichten wirkt es auf die Pulpa (scharf begrenzte Gewebsnekrose)
    • - Ca(OH)2 ist stark alkalisch (pH 12-13) → Freisetzung von OH--Ionen → scharf
    • begrenzte Gewebsnekrose (lokalisierte Pulpanekrose)
    • - nur oberflächliche Gewebsnekrose, da sich eine Membran aus Calcit bildet
    • (Bicarbonat-Puffer), die das CaOH2 umgibt, inaktiviert und die Pulpa vor weiterem
    • Hineindiffundieren der Hydroxylionen abschirmt
    • - regt die Pulpa zur Dentinbildung an → Tertiärdentin („Bridging“)
    • KURZ: antibakteriell – bakterizid - basisch (Neutralisation von Kariessäuren) -
    • induziert Hartgewebsneubildung - setzt Hydroxylionen frei - denaturiert bakterielle
    • Proteine, DNA und Polysaccharide - Inaktivierung von Enzymen
    • - Verwendung:
    • - provisorisches Wurzelfüll-Material
    • - Medikament zur direkten und indirekten Überkappung
    • - Versorgung Pulpastümpfe nach Vitalamputation
  80. 76. Aspekte der Kariesexcavation (mindestens 4). Wann weiß man, dass alles weg ist?
    • - Sonde klirrt
    • - Rosenbohrer spant nicht mehr
    • - Kariesdetektor
    • - speckiger Glanz des Dentins
  81. 77. Schmelzabschrägung, wo schräge ich den Schmelz ab, wie gestalte ich die Abschrägung an Front- und Seitenzähnen? Warum?
    • - Entfernung gelockerter Schmelzprismen und aprismatischer Schmelz
    • - schräges Anschneiden der Schmelzprismen
    • → größere und energiereichere Oberfläche
    • - Approximal: 0,5 – 1mm (Optimierung Adhäsionsfläche & Retentionsmuster)
    • - Okklusal: 0,5 – 1mm (grazil, leichtes Brechen der Kante, nicht bei sehr breiten Defekten)
    • - Frontzähne: facial breiter, Klasse III: 0,5 – 1mm; Klasse IV: 1,0 – 2,0mm
    • - Zahnhals: Klasse V: 0,5mm nur im Schmelz!
  82. 78. Was versteht man unter Widerstandsform? Anhand eines Beispiels erläutern.
    • Alle Schmelzbereiche, die nicht genügend vom Schmelz unterstützt sind, müssen
    • entfernt werden, damit weder Zahn noch Füllung unter Kaubelastung frakturieren
    • bzw. übermäßig abradieren. (eine der 9 Black´schen Präparationsregeln)
    • Bsp.: Komposit, Amalgam
    • Vergleiche VL 3, S. 40 → Widersprüchlich!?
  83. 79. Was ist der C-Faktor?
    • Configuration-Faktor
    • = Verhältnis gebundener zu ungebundener Oberfläche des Füllungsmaterials → Höhe der
    • Schrumpfungskraft ist abhängig vom Verhältnis der gebundenen zu den freien
    • Kompositoberflächen → je mehr gebundene Oberflächen vorhanden sind, desto größer
    • wird der C-Faktor → je größer der C-Faktor, desto höher die Gefahr des
    • Adhäsionsverlustes/der Randspaltbildung
    • - Haftung umso besser, je kleiner C-Faktor
    • → man verringert den C-Faktor durch: Flow als „Stress-Breaker“, horizontale Schichtung
    • (schräge Schichtung ist allerdings schöner für Gestaltung Höcker-Fissuren-Relief-->
    • Kompromiss finden), kleine Inkremente!
  84. - Zahnhalsklammer (= Frontzahnklammer)
    • - Retraktionsfaden
    • - Cervikal-Matrize
  85. 81. Präparationsrichtlinien für Keramikinlays
    • - Aufbaufüllung nur auf Dentin begrenzen, um optimale Schmelzhaftung zu nutzen
    • - mikroretentiv → keine Retentionsform erforderlich!
    • - 6-8° Konuswinkel
    • - divergierende Kastenpräparation
    • - Kavitätenrand:
    • - Approximalkontakt gelöst
    • - keine Schmelznasen
    • - keine Abschrägung
    • - Stufe
    • - gut zugänglich
    • - Mindeststärke für die Keramik: 1,5mm
    • - Mindestbreite des Isthmus: 1,5-2mm
    • - Innere Boden-, Wandübergänge abgerundet, konisch
    • - Mindeststärke der verbleibenden Zahnsubstanz von 1,5 - 2mm beachten
    • - Winkel zwischen Innen- und Außenfläche beträgt 60-90°
    • - Glätten aller präparierten Flächen!!! (Finieren mit Gelbring-Diamanten)
  86. 82. Präparationsrichtlinien für eine Goldteilkrone/Goldinlay
    • - retentive Präparation!!
    • - Präparationsrichtung: in der Zahnachse
    • - Präparationswinkel, okklusal: 2°-4 ° → Retention !
    • - Extensionsflächen 40° zur äußeren Zahnwölbung
    • - Mindeststärke okklusal 1,5 mm
    • - Kavitätenboden plan
    • - abgerundete Innenkanten
    • - keine Abschrägung der okklusalen Kavität!!!
    • - kein Antagonistenkontakt auf dem Rand
    • - Approximalkontakt gelöst
    • - Inlay: Schwalbenschwanzpräparation (Retention!!!)
  87. 83. Indikationen und Kontraindikationen für Keramikinlays und -TK?
    • Indikationen:
    • - absolute Trockenlegung möglich (keine subgingivalen Präparationen/Defekte!)
    • - breite Defekte, deren Rekonstruktion mit direkten Techniken nicht oder nur schwer
    • umsetzbar ist
    • - Gestaltung des Approximalbereiches schwierig
    • - TK: umfangreicher Höckerersatz, endodontisch behandelte Zähne
    • - Sekundärversorgungen, Amalgamersatz
    • - zahnfarbene Versorgung gewünscht
    • Kontraindikationen:
    • - starke Parafunktionen/Bruxismus/Vorkontakte
    • - keine absolute Trockenlegung möglich
    • - Inlays bei WKB-Zähne
    • - Schichtstärke nicht erreichbar
    • - unzugänglicher zervikaler Rand (subgingival)
  88. 84. Indikationen für eine Goldteilkrone/-Inlay
    • - subgingival endende Defekte
    • - keine absolute Trockenlegung möglich
    • - rein okklusales Goldinlay obsolet
    • - Inlays nur bei vitalen Zähnen, sonst Teilkrone
    • - Inlay, wenn Front-Eckzahnführung gewährleistet ist
    • - Inlay bei Klasse II: nur, wenn Isthmus nicht breiter als 1/3 des Höckerabstandes
    • - bei Schmelzrissen: keine Inlays
    • - kein Inlay, wenn Schlifffacetten im Bereich der Kavitätenränder
    • - TK:
    • - breite mod-Defekte/ endodontisch behandelte Seitenzähne, deren bukkale und orale
    • Flächen noch stehen
    • - sehr breite und tiefe Kavitäten
    • - insuffiziente Front-Eckzahnführung
    • - Schmelzrisse
    • - Veränderungen der Vertikaldimension
    • - Option der modifizierten TK immer mit beachten!!!
    • - und Kontraindikationen:
    • - optimale Mundhygiene ist nicht gewährleistet
    • - zirkuläre Zahnhalsdefekte
    • - Xerostomie
    • - keine ausreichende Retention präparierbar (zu kurze klinische Krone, abradierte
    • Zähne, zu großer kariöser Defekt)
    • - gravierende Funktionsstörungen
  89. 85. Was ist zu beachten bei Patienten mit Kreuzbiss und Teilkrone?
    • - Teilkronen sollen den tragenden Höcker einfassen:
    • - bei Eugnathie: OK: palatinaler Höcker, UK: bukkaler Höcker
    • - bei Kreuzbiss: OK: bukkaler Höcker, UK: lingualer Höcker
  90. 86. Pulpa punktförmig eröffnet, was tun und womit?
    • - falls nicht im kariösen Dentin eröffnet: direkte Überkappung mit Calziumhydroxid,
    • provisorischer Verschluss und abwarten, ob alles ruhig bleibt, dann: definitive Versorgung
    • - falls im kariösen Dentin eröffnet: Pulpotomie/WKB
    • (- Eröffnung der Pulpa im infizierten Dentin? → Entfernung des infizierten Dentins →
    • +Applikation eines Lokalanästhetikums (getränkter Wattebausch) → dichter Verschluss →
    • Ziel: kurzfristige Beschwerdefreiheit (1-2 T) bis zur endodontischen Therapie; Medikament:
    • Lidocainhydrochlorid / Ethanol / Myrrhentinktur / Glycerol)
  91. 87. Was versteht man unter Primärdentin, Sekundärdentin und Reizdentin? Wie ist Reizdentin histologisch beschaffen?
    • Primärdentin:
    • - wird vor Abschluss des Wurzelwachstums gebildet
    • Sekundärdentin:
    • - wird regulär nach Abschluss des Wurzelwachstums gebildet
    • Reizdentin:
    • - (früher: „Tertiärdentin“)
    • - Entstehung als Abwehrbarriere ausschließlich nach pathogener Reizeinwirkung, aber:
    • kein primärer Abwehrschritt!!
    • - irreguläre Bildung von Dentin → mehr oder weniger irreguläre Tubuliverläufe
    • → Reize: Karies, thermische Gegebenheiten, Traumata
    • - gebildet von primären Odontoblasten, aber auch von Hartsubstanz bildenden
    • Ersatzzellen (sekundären Odontoblasten) der Pulpa
    • - Formierung, Infektion und Auflösung spielen in der Pathogenese der Karies eine
    • wichtige Rolle
    • - Resultat der Unterlegenheit zellulärer und humoraler Abwehr
    • - Reizdentin ist nach Zusammensetzung, Mineralisation und Permeabilität immer ein
    • schlechterer Schutz des Zahnes als die Aufrechterhaltung der normalen
    • Sekundärdentinbildung!!!
  92. 88. Was für histologische Zonen gibt es in der Dentinkaries, welche müssen bei der Kariesexcavation entfernt werden?
    • - von Kavitation Richtung Pulpa:
    • Zone der Nekrose
    • Zone der Penetration
    • Zone der Demineralisation
    • Dead tracts
    • Zone der Sklerose
    • (ggf. dünne Schicht normales Dentin)
    • ggf. Tertiärdentin
    • - ohne Kavitation fehlen Zone der Nekrose und Zone der Penetration (stattdessen ggf.
    • pseudointakte Oberfläche und Zone der Schmelzkaries)
    • - entfernt werden müssen:
    • Zonen mit Bakterienverseuchung (also Nekrose und Penetration)
    • alle Zonen mit denaturiertem Kollagen
    • NICHT Demineralisationen!!! (kann belassen werden, ebenso Sklerosierungen,
    • Tertiärdentin)
    • was ist mit dead tracts?
  93. 89. Was sind Dentikel, wovon werden sie gebildet?
    • - sind Pulpasteine
    • - können mit Dentinwand verwachsen (adhärend), von Dentin eingebettet (interstitiell) oder
    • frei vorkommen
    • - häufiger in Kronen- als in Wurzelpulpa
    • - meist asymptomatisch, aber problematisch bei WKB
    • Echte Dentikel:
    • - selten, überwiegend in apikalem Bereich der WK
    • - strukturell dem Primärdentin ähnlich
    • - durch dislozierte Zellnester der Hertwig-Epithelscheide (→ odontogene Potenz!)
    • gebildet
    • Falsche Dentikel:
    • - häufig und vorwiegend in Kronenpulpa
    • - Ablagerung verkalkten Gewebes in degeneriertem Pulpagewebe
  94. 90. Wie funktioniert die Reizleitung des Dentins?
    • Hydrodynamische Theorie: Reizübertragung mit Hilfe von Flüssigkeitsbewegung
    • (Dentinliquor) aufgrund thermischer oder osmotischer Reize auf Odontoblastefortsatz
    • (- andere Theorien, die aber obsolet sind:
    • Transduktionstheorie: Odontoblastenfortsatz übernimmt Reizleitungvon der Dentinperipherie bis
    • zur pulpanahen Nervenendigung (stimmt nicht, weil: keine direkten Axon-Odontoblastenkontakte)
    • Direkte Konduktionstheorie: pulpale Nervenendigungen direkt angesprochen (stimmt nicht, weil:
    • größte Empfindlichkeit aber an Schmelz-Dentin-Grenze))
  95. 91. Warum haften die Inkremente einer Kompositfüllung aneinander?
    • - Sauerstoffinhibitionsschicht an ausgehärteter Kompositoberfläche (25-100 μm) enthält
    • nicht vollständig umgesetzte Monomerbestandteile
    • (Wikipedia: Die Sauerstoffinhibitionsschicht bzw. die Dispersionschicht ist ein Phänomen bei der
    • Verarbeitung von Komposit (Kunststoff) als Zahnfüllungsmaterial: Wo der Kunststoff dem
    • Luftsauerstoff ausgesetzt ist, härtet die oberste Schicht eben aufgrund des Sauerstoffzutrittes nicht
    • vollständig aus. Sie polymerisiert erst aus, wenn die nächste Schicht von Kunststoff aufgetragen
    • wird, da dann kein Sauerstoff mehr herankommt. Die oberste Dispersionsschicht wird beim
    • Ausarbeiten entfernt. Kunststoff muss also immer im Überschuss gestopft werden. Ohne eine
    • Dispersionsschicht wäre Kunststoff nicht nachlegbar, das heißt: Nacheinander aufgebrachte
    • Kunststoffschichten würden sich nicht miteinander verbinden, und die Incrementtechnik (=
    • Schichttechnik) wäre nicht möglich.)
    • - Umsatzrate (Konversion) von C=C-Doppelbindungen lediglich im Bereich von 60-80% der
    • eingesetzten Doppelbindungen
    • → Chemische Ankoppelung des nachfolgenden Inkrements durch kovalente Atombindung
  96. 92. Was sind Merkmale einer Funktionsstörung vom Typ der Limitation?
    • - begrenzte Kieferöffnung
    • - meist Patienten über 35
    • - längere Anamnese
    • - Verlust der vertikalen Dimension
    • - terminale Deflektion oder Scharnierbewegung
    • - Hypomobilität
    • - zentrische Parafunktionen
    • - Hypervalenz der Adduktoren
    • - SKD reduziert
  97. 93. Was sind Merkmale einer Funktionsstörung vom Typ der Dyskoordination?
    • - Hypermobilität des Unterkiefers
    • - Schneidekantendistanz 4-7.5 cm
    • - Alter: 25-35
    • - S-förmige Deviation
    • - Terminales Knacken
    • - Subluxation einseitig/ beidseitig
    • - Hypervalenz der Protraktoren
    • - exzentrische Parafunktionen
  98. 1. Ernährungsberatung bei Erosionen – Was empfehlen Sie?
    • 1. Ursachenforschung: Nahrung (z.B. Vegetarier/Veganer)? Getränke (z.B. viel Cola, Saft,
    • Soft drinks)? Beruf/Hobby (z.B. Schwimmer, Chemiker, Weinverkoster)? Sucht (z.B.
    • Bulimie, Alkohol)? Speichelbeschaffenheit (z.B. Xerostomie, Pufferkapazität)? usw.
    • → Nahrung als Ursache festgestellt:
    • - Ernährungstagebuch, um Ursachen genau zu identifizieren
    • - Zähneputzen vor dem Frühstück oder 1h danach (wenn Obst, Säfte zum Frühstück
    • gehören)
    • - Obst und Softdrinks nur zum Essen/als Nachtisch, nicht zwischendrin immer mal
    • „Naschen“, damit pH nicht immer wieder ins Saure geht
    • - „schneller“ Konsum saurer Getränke, nicht mit Strohhalm, nicht im Mund hin- und herverteilen
    • - optimalerweile ganz auf Softdrinks verzichten
  99. 2. Was sind typische Pionierkeime bei der supragingivalen Biofilmbildung?
    • - Streptokokken (S. sanguinis, S. mitis, S. oralis)
    • - Actinomyceten (A. naeslundi, A. viscosus)
  100. 3. Horst ist 4. Was empfehlen Sie seiner Mutter zur häuslichen Kariesprophylaxe?
    • - Mundhygiene:
    • - eigene Kinderzahnbürste mit großem, handlichen Griff (schön rund) und weichen
    • Borsten
    • - 2-3 mal täglich putzen, davon 2 mal mit erbsengroßer Menge Kinderzahncreme
    • (500ppm)
    • - Nachputzen durch die Eltern
    • - fluoridiertes Speisesalz
    • - keine zusätzlichen Maßnahmen zur Fluoridierung notwendig
  101. 4. Was für Fluoridtypen kennen Sie?
    • - Natriumflourid
    • - Zinnfluorid
    • - Aminfluorid
    • - Natriummonofluorphosphat
  102. 5. Was versteht man unter Stephankurve?
    • - ist ein Diagramm, das den pH-Wert-Abfall in der Plaque nach Konsum von Glukoselösung
    • darstellt
    • - innerhalb kurzer Zeit (ca. 5 Min.) sinkt der pH-Wert des Speichels auf unter 5,5
    • - Puffersysteme des Speichels sorgen für eine Stabilisierung des pH-Wertes, benötigen
    • jedoch 35 - 40 Minuten, um den Ausgangswert (zwischen pH 6 und 7, umso höher je
    • geringer die Kariesaktivität) wieder zu erreichen
    • - der Kurvenverlauf ist u.a. auch abhängig von der Zuckerdiffusionsgeschwindigkeit, der
    • Säureproduktion in der Plaque und der Säurediffusionsgeschwindigkeit.
  103. 6. Was sind Zuckeraustauschstoffe und Zuckerersatzstoffe? Nennen Sie drei Beispiele und erläutern Sie typische Eigenschaften!
    • Zuckeraustauschstoffe:
    • - kalorische Süßungsmittel → liefern dem Körper Energie
    • - häufig Zuckeralkohole
    • - kann Diarrhö verursachen (weil´s nur teilweise im GIT absorbiert wird)
    • - neue Studien weisen antikariogene Wirksamkeit nach! (z.B. Xylit senkt S. mutans-Zahlen
    • im Speichel)
    • - Sorbit, Xylit, Mannit, Lactit, Maltit
    • Zuckerersatzstoffe:
    • - nichtkalorische Süßungsmittel
    • - häufig synthetische Stoffe mit extrem hoher Süßungskraft
    • - gesundheitsgefährdende Eigenschaften? Wird diskutiert! (Cyclamat in USA verboten)
    • - Saccharin, Aspartam (Phenylalanin), Cyclamat
  104. 7. Empfehlen Sie Fluoridtabletten? Bitte kurz begründen!
    • - nein
    • - Gefahr, dass das Kind an „Tabletten gegen Karies“ glaubt → soll aber lieber an Zahnpasta
    • gegen Karies glauben
    • - bessere Variante: Putzen mit Kinderzahnpasta
    • - Durchbruch 1 Milchzahn bis 2 LJ: 1x täglich mit Erbsenmenge Kinderzahnpasta putzen
    • - 2-6 LJ (also bis Durchbruch bleibender Zähne): 2 x täglich mit Erbsenmenge
    • Kinderzahnpasta putzen
    • - zusätzlich regelmäßige Verwendung von fluoridiertem Speisesalz
  105. 8. Phasen der Biofilmentstehung?
    • 1. Proteinadsorption: Pellikelbildung (aus Speichelproteinen, sofort nach Zähneputzen)
    • 2. initiale bakterielle Adhäsion (unspezifisch, reversibel, 0-24h)
    • 3. bakterielle Biofilmbildung und -reifung
    • (andere Ausarbeitung sagt:
    • - Pellikel aus Speichelproteinen (sofort nach dem Zähneputzen)
    • - unspezifische, reversible Bakterienadhärenz (0-24h)
    • - spezifische, irreversible Interaktion zwischen Bakterien und Pellikel (4-24h)
    • - Teilung der Bakterien und weitere Adhärenz (1-7d)
    • - Produktion extrazellulärer Polysaccharide
    • - Wachstum des Biofilms und Reifung)
    • - bzw. Stadien der Plaquereifung: (VL 22, S. 32)
    • 1. Anlagerung einzelner Mikroorganismen an die Pellikel
    • 2. Etablierung der sog. Primärflora (2-6 Stunden) Streptokokken (S. sanguinis , S. mitis,
    • S. oralis, 80%) und Aktinomyceten (A. naeslundi, A. viscosus, 10%)
    • 3. Keimvermehrung, mehrschichtiges Wachstum (12-24 h)
    • 4. sekundär Etablieren kariogener Keime (Strept. mutans und S. sobrinus) (24 h),
    • weitere Aktinomyceten, Veillonellen
    • 5. Ausreifung, Stabilisierung der Matrix durch extrazelluläre Polysaccharide
    • (GLYCOSYLTRANSFERASEN)
    • Erstbesidler: gram-pos. Kokken und Actinomyceten
    • dann: weitere Streptokokken, Veillonellen, Prevotellea und Fusobakterien
    • 7 Tage: Stäbchen und Filamente zunehmend anaerob
  106. 9. Aufgaben des Speichels?
    • - Mineralisationsgleichgewicht (Übersättigung mit Calcium und Phosphat zur
    • Remineralisation)
    • - Wirtsreaktion zur Abwehr der Karies- und Gingivitisinfektion
    • - Spül- und Puffereffekte/Verdünnung und Clearance
    • - Schmelzreifung nach Zahndurchbruch
    • - Pellikelbildung
    • - bakterielle Agglutination
    • - antibakterielle Funktion
    • - Andauung der Nahrung
  107. 10. Schlüsselereignisse bei der Kariesentstehung
    • - pH-Abfall unter 5,5 (Selektionsvorteil für Kariespathogene)
    • - Glykane (Saccharose und Glykosyltransferase wird zu diesem extrazellulären
    • Polysaccharid)
    • - intrazelluläre Glucose (Fructopolysaccharide)
    • - Glycolyse von Lactat
    • - Zitat VL:
    • „Schlüsselereignis bei der Kariesentstehung ist das rasche Überwachsen der
    • Kariesprädilektionsstellen durch Streptococcus mutans. Dieses Phänomen wird verursacht
    • durch häufigen Zuckerverzehr mit nachfolgender Säurebildung (Abfall des pH-Wertes),
    • welche für S. mutans einen Selektionsvorteil darstellt.“
  108. 11. Karies ist eine...
    • … alimentär modifizierte, polybakterielle, unspezifische, chronische Infektionskrankheit mit
    • multifaktorieller Genese, die zur Destruktion der Zahnhartsubstanz führt.
  109. 12. Gründe für Kariesanfälligkeit in den Fissuren?
    • - geringe Schmelzdicke im Fissurenfundus
    • - fehlende posteruptive Reifung des Schmelzes (dauert mindestens 6 Monate)
    • - aprismatischer Schmelz
    • - Fissurenanatomie (v.a. gefährdet I-, IK-, V-Form, U-Form weniger) → 5μm schmal,
    • Zahnbürstenborste jedoch 160μm → Zahnbürste kann dort gar nicht reinigen
    • - „bis zur endgültigen Okklusionsfindung ist in den Fissuren eine erhöhte
    • Plaqueakkumulation zu beobachten“ (VL 20, S. 12)
  110. 13. Was ist Cavit?
    • - Material für provisorischen Verschluss eines Zahnes während WKB-Behandlung (mehrere
    • Sitzungen)
    • - „Ein dichter provisorischer Verschluss der Zugangskavität ist notwendig, um
    • sicherzustellen, dass es zu keiner Reinfektion des gesäuberten Wurzelkanals kommen
    • oder eindringende Mundflüssigkeit als Substrat für verbliebene Bakterien dienen kann.“
    • - aus Kalziumsulfat, Zinkoxid, Zinksulfat, Glykolacetat, Polyvenylacetat und Triäthanolanin
    • - leicht applizierbar, erhärtet rasch unter Feuchtigkeitszutritt, leicht entfernbar (US)
    • - Undurchlässigkeit für 2-3 Wochen gewährleistet bei 3mm Schichtstärke
  111. 14. Was ist MTA?
    • - Mineraltrioxidaggregat
    • - Derivat aus Portlandzement (75%) und Wismutoxid (20% für Röntgenopazität)
    • - oft Alternative für Ca(OH)2 in der Endodontie (z.B. bei Pulpotomie, Überkappung...)
    • - verwendet für:
    • → Verschluss Wurzelperforationen
    • → apikales WF-Material
    • → retrogrades WF-Material
    • → Apexifikation
    • → Verschluss einer Via falsa
    • → Behandlung von Wurzelresorptionen
    • → Überkappung der vitalen Pulpa bzw. bei Pulpotomie auf die Pulpenstümpfe
    • - Eigenschaften:
    • → wasserunlöslich
    • → inert
    • → sehr gut biokompatibel
    • → Verarbeitungsdauer ca. 5 Min.
    • → spezifische Dichte: 4-4,5
    • → ca. 70 MPa Druckfestigkeit
    • → härtet über Gelphase in Anwesenheit von Feuchtigkeit aus (ca. 3h) → dabei pH von
    • 10 auf 12,5
    • → bildet amorphen, harten Zement
    • → induziert Hartsubstanzbildung
    • → teuer, schwieriges Handling, spezielles Instrumentarium
    • → gute Dentinhaftung
  112. 15. Ablauf vom internen Bleaching, was sind Nebenwirkungen und wie kann man gegen sie vorgehen?
    • - Indikation: avitale endodontisch suffizient versorgte Zähne
    • - Voruntersuchung:
    • - Röntgenbild
    • - suff. WF?
    • - Schmelzrisse?
    • - Restzahnsubstanz?
    • - undichte Füllungen?
    • - Karies?
    • - Resorptionen?
    • - Ablauf:
    • - Kofferdamanlage
    • - Retrepanation bis 2 mm unter Schmelz-Zement-Grenze (Rosenbohrer)
    • - Entfernen von Ko-Faktoren (d.h. Füllungsresten, Sealerresten → Verfärbtes Dentin
    • wird belassen)
    • - Reinigung der Kavität mit NaOCl und Ethanol 70%
    • - Abdichten der WF mit GIZ, Zement oder Phosphatzement (damit Material nicht an WF
    • vorbei nach apikal läuft → apikale Aufhellungen/Resorptionen)
    • - ggf. SÄT für provisorischen Verschluss
    • - Einbringen des Bleichmittels (Gemisch aus Perborat und Wasser)
    • - Applikation eines mit Bonding getränkten Wattepellets (Optibond Fl. 2) → Lichthärtung
    • - Komposit-Provi
    • - Einlage mindestens 4-6 Tage im Zahn belassen
    • - evtl. Wiederholung der Einlage
    • - vor endgültiger Restauration: Zwischeneinlage mit Ca(OH)2 (Neutralisation eventuell
    • verbliebener Peroxidreste)
    • - def. adhäsive Restauration erst nach 10- 14 Tagen (weil reduzierte Haftwerte durch
    • Restperoxid)
    • - definitiver Verschluss der Trepanationsöffnung mit Komposit in Adhäsivtechnik zur
    • Vermeidung einer Reinfektion
    • - Einlage:
    • - 10-35% Natriumperborat
    • - Wirkung von H2O2: Aufspaltung ungesättigter chemischer Doppelbindungen von
    • Chromogenen, Öffnung farbgebender Ringmoleküle
    • - Komplikationen:
    • - Resorptionen
    • → Prävention durch Calciumhydroxideinlage nach dem Bleichen/vor dem definitiven
    • Verschluss!!! und ausführliche Voruntersuchung auf Schmelzrisse etc.
    • - Überbleichen
    • - Bleichmittel in der Mundhöhle → dichter Kofferdam
  113. - fotokatalyt. Aktivierung (Laser-, Halogen- oder Plasmalampenlicht)
    • - chemische Aktivierung (pH-Anhebung)
    • - Herstellung von Tiefziehschienen für späteres Home-Bleaching
    • - In-Office-Bleaching mit 30-35% Carbamidperoxid für 30-60 Minuten
    • - meist anschließendes Home-Bleaching
    • - Powerbleaching: Isolation der Zahnkronen mit Kofferdam bzw. Silikon, Applikation von
    • 30-38% H2O2 für 10-15 Minuten
    • Home-Bleaching:
    • - niedrigere Konzentrationen (ca. 10%ig)
    • - häufigere Anwendung
    • - individuelle Schiene mit Bleichgel 10-18% Carbamidperoxid
    • - konfektionierte Schiene mit Bleichgel
    • - Paint-on-Präparate
    • - Whitestrips (5,3% H2O2)
  114. 17. Was ist SDR?
    • - schrumpfungs- und stressarmer, glasgefüllter struktureller Kunststoff, der als
    • Kavitätenliner im Seitenzahngebiet verwendet werden kann
    • - geordneter Ablauf der radikalischen Polymerisation, langsamer Aufbau des E-Moduls,
    • weniger Polymerisationsstress → „chemische Softstart-Polymerisation“
    • - dickere Schichten möglich, jedoch nicht wie Hersteller angibt 4mm (1,5mm sicher)
    • - Urethandimethacrylat
    • - radikalische Softstartreaktion
  115. 18. Was ist Cariosolv?
    • - chemomechanische Methode zur Entfernung von Dentinkaries
    • - Gel greift durch Karies angegriffenes Kollagengerüst an
    • - keine Übertragung der Schmerzsensationen bei Exkavation durch Druck, Wärme und
    • Kälte
    • - Aminosäuren, Farbstoff und Natriumhydroxid sowie Natriumhypochlorit
    • - Abschaben der vorbehandelten Region
    • - Nachteil: zeitaufwendig, Compliance bei Angstpatienten fraglich
  116. 19. Ursachen für Pulpitis und Pulpanekrose?
    • - normalerweise: Schmelz und Zement = Schutz vor Noxen (chemisch, physikalisch,
    • mikrobiell)
    • → potentielle Eintrittspforten für Noxen: Schmelz-/Dentinsprünge, Foramen apikale, Pulpodemsodontale
    • Seitenkanäle, eröffnetes Pulpenkavum (Trauma, iatrogen), freiliegende
    • Dentintubuli (Trauma, Karies)
    • Mikrobielle Ursachen:
    • - Karies (häufigste Ursache)
    • - akutes Zahntrauma
    • - weitere Pulpaverletzungen
    • - chronisches Zahntrauma (Abrasion, Attrition...)
    • - Zahnanomalien (Dens invaginatus/envaginatus)
    • - hämatogene Infektion
    • Physikalische Ursachen:
    • - Luxation und Avulsion
    • - Präparationstrauma
    • - Dehydratation
    • - andere (Laser, WSR, Scaling...)
    • Chemische Ursachen:
    • - Konditionierung
    • - Kavitätendesinfektion und -trocknung
    • - temporärer Kavitätenverschluss
    • - Dentinadhäsive
    • - Kavitätenliner
    • - Füllungsmaterialien
    • - Unterfüllungs- und Befestigungsmaterialien
  117. 20. Halitosis, Halitophobie
    • - Überbegriff für Mundgeruch
    • - oft bei PA-Patienten
    • - meiste verursacht durch flüchtige Schwefelverbindungen „volatile sulfur compounds“
    • (VSC) → gramnegative Bakterien!!!
    • - bakterielle Zahnbeläge, Zungenbelag, systemische Erkrankungen (dann „Foeter ex ore“
    • genannt), Medikamente, Rauchen, Hungerphasen, Stress, reduzierter Speichelfluss,
    • Tonsillitis, Sinusitis, Nahrungsmittel
    • - temporäre Halitosis: morgendlicher Mundgeruch
    • - objektive Messung durch Halimeter
    • - Therapie:
    • - in Dt. leider unzureichend
    • - zinkhaltige Präparate (flüchtige Schwefelverbindungen werden mit Zink zu
    • unflüchtigen)
    • - PZR, MH (inklusive Zungenreinigung)
    • - antibakterielle Gele (CHX), Mundspülungen mit Zink als Inhaltsstoff
    • - Systemerkrankung behandeln
    • - Halitopobie/Pseudo-Halitosis: „Stark im Zunehmen begriffen ist in jüngster Zeit ein vom
    • Patienten geäußerter, aber subjektiv nicht feststellbarer Mundgeruch. Dieses Phänomen
    • wird als Pseudo-Halitosis (Beschwerden bessern sich, nachdem der Patient entsprechend
    • aufgeklärt wurde) oder in schweren Fällen als Halitophobie (auch eine noch so gründliche
    • Aufklärung kann den Patienten nicht von seiner Fehleinschätzung abbringen) bezeichnet.
    • Die Ursachen sind im psychischen Bereich und Umfeld des Patienten zu suchen (falsche
    • Interpretationen von Abwehrreaktion von Mitmenschen gegenüber dem Betroffenen usw.).“
  118. 21. Xerostomie
    • - Mundtrockenheit
    • - Objektiv: Speichelfließrate in Ruhe und unter Stimulation < 0,1 ml/min
    • - mögliche Ursachen:
    • - Hauptursache: Medikamente (v.a. die mit atropinartiger Wirkung, Antikonvulsiva,
    • Antidepressiva)
    • - post Radiatio
    • - Alter
    • - Facialislähmung
    • - Drogen (z.B. Parasympatholytika wie Cannabis oder Amphetamine) (weil:
    • Parasympathikus erhöht Speichelfluss)
    • - Speichelsteine
    • - Speicheldrüsentumore
    • - Sjörgen-Syndrom
    • - endogene Depression
    • - usw.
  119. 22. Zahnstein
    • - mineralisierte, supragingivale Beläge (Plaque) → Mineralisation über Speichel, da dieser
    • kalziumübersättigte Lösung ist
    • - tote Bakterien
    • - Mineralsalze
    • - begünstigt Kolonisation von Plaquebakterien
    • - Lokalisation: v.a. im Bereich der Ausführungsgänge der großen Speicheldrüsen
    • - Zusammensetzung:
    • → 15-25% organische Substanzen (Schleim, Exsudat, Mikroorganismen,
    • Mukopolysaccharide, Glykoproteine, Fette)
    • → 75-85% anorganische Substanzen (CaPO4, MgPO4, FeO2/SiO2)
    • - entsteht durch Einlagerung anorganischer Substanzen in die Plaque
    • - periodische Bildung, daher lamellenförmige Struktur
    • - oft mit Plaque bedeckt
    • - Bildung von Kalziumphosphat-Kristalliten (Brushit CaHPO4 x 2H2O) beginnt meist in
    • Plaquematrix durch Ausfällung
    • - später Verkalkung auch der Bakterienzelle
    • - in jungem Zustand Oktakalziumphosphat (Ca8(HPO4)2(PO4)4, was sich z.T aus Brushit
    • bildet
    • - auch Whitlockit möglich (Ca3(PO4))
    • - OKP und WL können sich in Apatit umwandeln
  120. 23. Tetrazykline in der Zahnmedizin
    • - Breitspektrum-AB gegen grampositive und -negative Bakterien durch Hemmung der
    • Proteinsynthese → bakteriostatisch
    • - z.B. Doxyzyklin, Minozyklin (Antiobiose subgingivaler Bakterien → Anwendung in PATherapie,
    • nach Zahnextrusion)
    • - Anwendung:
    • Endo: Ledermix (Cortison-Derivat + Breitspektrum-AB Demeclocyclin) zur
    • Schmerzbehandlung/Trauma
    • PA-Therapie: Periostat (Doxycyclinhyclat 20mg) adjuvant zur PA-Therapie, auch lokal
    • Zahnerhaltung: Zahnrettungsbox (Doxycyclin gegen vorzeitige Resorption bei Avulsion
    • + trockener Lagerung < 1h)
    • - Gabe während präeruptiver Zahnmineralisation führt zu Zahnverfärbungen
    • - Kontraindikationen: Schwangerschaft/Stillzeit, Kinder bis zum 8. LJ
  121. 24. CHKM → Chlorphenol-Kamper-Menthol
    • - Chlorphenol-Kampher-Menthol-Gemische
    • - Behandlung infizierter Wurzelkanäle → Komtamination versch. bakterienabtötender und
    • schmerzstillender Mittel → relativ schnelle Schmerzfreiheit des entzündeten Wurzelkanals
    • → Kriecheffekt bis hinein in kleinste Verzweigungen des Wurzelkanalsystems
    • - denaturiend, zytotoxisch, antibakteriell
    • - Menthol lokal anästhesierend
    • - Wirkung auch über Apex hinaus möglich (Gewebeschädigung)
    • → obsolet!!! heute nicht mehr indiziert, da Ca(OH)2 eine bessere Alternative darstellt
  122. 25. CoJet
    • - Gerät zum Silitaktisierungsverfahren bei Reparaturfüllung von Legierung und Keramik
    • - intraorales Abstrahlgerät
    • - siliziumbeschichtete Aluminiumoxidpartikel für 15sec mit Druck von 30-40psi auf OF
    • gestrahlt
    • - dann Ätzung der ZHS und Silanisierung der Metall-OF (bzw. nur Silanisierung bei
    • Keramik)
    • - Komposit und Amalgam werden mit Al-Oxid abgestrahlt (kein CoJet)
  123. 26. Silikatisierung und Silanisierung
    • - intraorale Füllungsreparatur/Reparatur indirekter Arbeiten
    • - Indikationen:
    • - Kariesfreiheit ist sichergestellt
    • - Füllung kann sicher gelegt werden unter (absoluter) Trockenlegung
    • - Indikationen für einfache Reparaturen bei Milchzahnfüllungen, sehr alten Patienten,
    • Schwerkranken wesentlich großzügiger stellen, ggf. auch GIZ, Teilexkavation
    • - Silikatisierung:
    • - Aufbringen einer Silikatschicht durch Abstrahlen mit Siliziumoxidpartikeln
    • - durch punktuell hohe Energie der Strahlpartikel beim Auftreffen auf der Oberfläche
    • wird Silikatschicht fest verankert (tribochemische Silikatisierung)
    • - Bsp.: CoJet intraoral, Rocatec Plus zahntechnisch
    • - Silanisierung:
    • - Aufbringen eines Haftsilans auf die silikatisierte Oberfläche
    • - Silane sind aus Siliziumatomen mit siliziumfunktionellen und organofunktionellen
    • Gruppen
    • - durch Kondensationsreaktion entsteht Si-O-Si-Bindung zwischen Silikatschicht auf
    • vorbehandelter Oberfläche und Silan
    • - organofunktionellen Gruppen können durch ungesättige Doppelbindung eine PMReaktion
    • mit Kunststoffmolekülen eingehen
    • - Allgemeine Reihenfolge:
    • 1. Abstrahlen
    • 2. Ätzen
    • 3. Silan/ Alloy-Primer
    • 4. Komponenten des Adhäsivsystems
    • 5. wenn mit Opaker gearbeitet wird: 2 min Polymerisation (Reparatur von
    • Verblendungen) –besser: baseliner weiß!
    • - Weitere Hinweise: Abstrahlen mit Kofferdam und Schutzbrille für Patient, kleine
    • Defekte: Alloy-Primer, große Defekte ohne Makro-Retention: Abstrahlen
  124. 27. Was ist Phylogenese?
    • „Stammesentwicklung, engl.: phylogeny; Lehre von der Weiterentwicklung und Anpassung
    • der Arten im Laufe der Evolution. Ein Beispiel dafür ist in der ZHK die Gebissreduktion als
    • Anpassung an veränderte Kau- und Lebensgewohnheiten.“
  125. 28. CMD
    • - „Craniomandibuläre Dysfunktion“
    • - chronische orofaziale Schmerzzustände (KG und/oder Muskulatur)
    • - Kennzeichen:
    • - Schmerz
    • - eingeschränkte Funktion
    • - psychische Beeinträchtigung (möglich)
    • - Komponenten:
    • - okklusale Verhältnisse
    • - Kiefergelenk
    • - körperlicher Allgemeinzustand
    • - Gesichts-/Kopf und Halsmuskulatur
    • - Stresslevel/Psyche
    • - Therapie:
    • - Physiotherapie
    • - Psychotherapie
    • - Schiene
    • - Selbstkontrolle, Selbstmassage
  126. 29. Was ist Myogelose, was Muskelverhärtung?
    • - Myogelose „[...] umschriebene tastbare, meist druckschmerzhafte Verdickung eines
    • Muskels mit kontraktilen Muskelbündeln sowie Knoten- oder Wulstbildung. Im Gegensatz
    • zum Hartspann bestehen sie auch unter einer Narkose. Histologisch können in den
    • betroffenen Muskelabschnitten strukturelle Veränderungen nachgewiesen werden. Die
    • Myogelose ist ein häufiger Befund bei chronischen Schmerzzuständen in vielen Bereichen
    • der Medizin.“
    • - Eine Muskelverhärtung entsteht durch eine Verspannung der Muskulatur, d. h. durch
    • eine ununterbrochene Anspannung derselben. Ursache für diese Verspannung ist meist
    • eine Überbelastung beim Sport oder eine psychosomatische (z. B. bei Stress) oder
    • zweckbedingte (z. B. bei der Erwerbsarbeit) häufig eingenommene Fehlhaltung
  127. 30. Was können sie tun, wenn der Patient überempfindliche Zahnhälse hat?
    • - Fluoridierung (zahnärztlich und häuslich, Duraphat, Elmexgelee...)
    • - Abdecken mit Primer und Adhäsiv
    • - dünne Kompositschicht (Flow)
    • - Zahnpasta für empfindliche Zahnhälse (mit geringem Putzkörperanteil) (z.B. Biorepair,
    • Elmex Sensitiv, Sensodyne...)
    • - NICHT invasiv! Nicht überkronen!
  128. 31. Max 27,komplizierten Kronenfraktur11,Frakturlinie supragingival, 4mm² Pulpa liegen frei,nach 5h zu Ihnen, abgebrochene Fragment in Milch, Wie versorgen Sie den Zahn?
    • - Zahnfragment in Rettungsbox umlagern
    • - Pulpa länger 1h offen, aber kürzer 24h → Vitalamputation (Abtragen von 1-2 mm
    • Pulpengewebe mit sterilem Diamanten unter Kochsalzberieselung wegen mikrobieller
    • Infiltration der offenen Pulpa, Blutstillung mit NaCl als Indikator) → Überkappung mit
    • CaOH2
    • - adhäsive Befestigung des Fragmentes (Anprobe, ggf. Ausschleifen, SÄT Fragment und
    • Zahn, Adhäsiv auf Fragment und Zahn, Applikation Flowkomposit, Reposition des
    • Fragments, Lichthärtung, Entfernung aller Überschusse)
    • - Sensitest nach 3, 6, 12 Monaten
    • - Rö-Kontrolle bei Auffälligkeiten
  129. 32. Keilfömiger Defekt:
    • - häufig vestibulär am Zahnhals lokalisierter ZHS-Defekt (hart, glatt poliert)
    • - oft an prominent stehenden Zähnen wie Eckzahn und Prämolar
    • - Beginn mit rillenförmigen Usuren [Usur = Abnutzung] an Schmelz-Zement-Grenze
    • - häufig steht koronal-inzisaler Anteil des Defekts senkrecht zur Zahnachse, gingival 45°
    • Neigung
    • - keine makroskopischen Anzeichen für Karies
    • - multifaktorielles Geschehen:
    • - harte Borsten, horizontales Schrubben, abrasive Zahncreme (→ abrasiv)
    • - unphysiologische Belastung durch z.B Frühkontakte (→ okklusaltraumatisch)
    • - säurebedingte Progredienz (→ erosiv)
    • - Überlagerung mit Karies beschleunigt den Prozess (→ kariös)
    • - Prävention:
    • - Mundhygieneinstruktion
    • - Ernährungsumstellung
    • - Verhinderung okklusaler Fehlbelastungen
    • - Therapie:
    • - nicht invasiv!!! (es sei denn: Karies)
    • - Touchierung gegen Hypersensibilität
    • - Füllung, Überkronung bei starker Tiefe oder vestibulärer Klammerverankerung
  130. 33. Aufbau Schmelz
    • - anorgan. 95%, organ. 2%, Wasser 2%
    • - Hauptbestandteile: Kalzium, Phosphor, Karbonat, Magnesium, Natrium
    • - hexagonale Apatitkristalle (160nm lang, 40nm breit aus (Ca10(PO4)6(OH)2)
    • - 100 Kristalle bilden ein Schmelzprisma
    • - Zusammenlagerung der Prismen im wellenförmigen Verlauf
    • - Kristalle besitzen Hydrationsschale und sind von Schicht aus Lipiden und Proteinen
    • umgeben
    • - Prismen sind in zwischenprismatische Substanz eingebettet (ungeordnete
    • Schmelzkristalle)
    • - verschiedene Prismenverbände (Schlüsselloch, Pferdehuf, Zylinder)
    • - prismenfreier Schmelz auf Milchzähnen, in Fissuren und im Zervikalbereich Erwachsener
    • Hunter-Schreger-Faserstreifung:
    • - polarisationsoptisches Phänomen bei Zahnschliffen
    • - abwechselnd dunkle und helle Streifen, wegen Verlaufsrichtung der Prismen
    • Perikymatien:
    • - Vertiefungen an Zahnoberfläche im Längsschnitt, insbesondere bei Jugendlichen
    • - approximal ungünstig, da „micro pits“ entstehen Prädiliktionsstelle)
    • Retzius-Streifen:
    • - im Durchlichtmikroskop erkennbar
    • - Ausdruck periodischer Ruhephasen der Ameloblasten
    • - meistens hypomineralisierte Bereiche
    • - frisch durchgebrochener Zahn hat 0,1-0,5ηm dicke Membran (prim.
    • Schmelzoberhäutchen), wird schnell abradiert und durch Pellikel ersetzt
  131. 34. Aufbau Dentin
    • - größter Teil des menschlichen Zahnes
    • - lebendes, weniger stark mineralisiertes Gewebe, dadurch hochelastisch und verformbar
    • - 70% anorgan.(Phosphat und Kalzium), 20% organ.(Kollagen), 10% Wasser
    • - Kristalle im Dentin kleiner (20nm lang, 20nm breit) und nicht in Prismenform
    • - wird von Odontoblasten gebildet (Odontoblastenkörper in Pulpa)
    • - Odontoblastenfortsätze in Dentinkanälchen umgeben von Flüssigkeit und organischen
    • Elementen
    • - Dentinkanälchen sind koronal s-förmig gekrümmt, apikal geradlinig (Durchmesser
    • altersabhängig)
    • - Dentinschichten:
    • - Prädentin (an Grenze zu Pulpa)
    • - Zwischendentin (Zone der Mineralisation)
    • - zirkumpulpales Dentin
    • - Manteldentin (weniger mineralisiert an Grenze zu Schmelz)
    • - peritubuläres Dentin umgibt Dentinkanälchen (homogen, dicht, stark mineralisiert)
    • - intertubuläres Dentin trennt Dentinkanälchen voneinander (geringer mineralisiert)
    • - Primärdentin bis Abschluss des Wurzelwachstums
    • - Sekundärdentin wird anschließend regulär gebildet
    • - Tertiärdentin als Abwehrbarriere nach Reizeinwirkung gebildet
    • - Ebner-Linien:
    • - hypomineralisierte Bereiche, die Ruhephasen der Odontoblasten widerspiegeln
    • - parallel zu Schmelz-Zement-Grenze
    • - Owen-Linien:
    • - verbreiterte, stärker hypomineralisierte Wachstumslinien durch
    • Allgemeinerkrankungen im Kindesalter
    • - Neonatallinie:
    • - koronal am ersten Molaren durch Ruhepause der Odontoblasten von 15 Tagen
  132. 35. Aufbau Pulpa
    • - gut vaskualisiertes, innerviertes Bindegewebe
    • - kommuniziert durch Foramen apikale, Seitenkanäle, akzessorische Kanäle und
    • Pulpaperiodontalkanäle mit Parodontium
    • - gelartige Konsistenz aus Glykosaminoglykanen bzw. Proteoglykanen als Matrix für Zellen,
    • Fasern, und Blutgefäße
    • - Zellen: Odontoblasten, Fibroblasten, Ersatzzellen, Abwehrzellen
    • - Pulpaschichten:
    • - Odontoblasten bedecken Prädentin mit Zellkörper (säulenförmig, basaler Zellkern)
    • - kernarme Weilzone mit zytoplasmatischen Fortsätzen der Fibroblasten
    • - bipolare Zone mit Raschkow-Plexus (kernreich durch Fibroblasten,auch starke
    • Verzweigungen des zentralen Nervenbündels)
    • - Funktionen:
    • - nutritiv (→ Nährstoffe und Sauerstoff über Kapillarplexus)
    • - formativ (→ Dentinbildung durch Odontoblasten –Kollagen I und III)
    • - sensorisch (→ A-Delta Faser aus N. V sind myelinisiert und von Schwannzellen
    • umgeben, größter Durchm., höchste Leitungsgeschwindigkeit, Dentinempfindlichkeit
    • durch Flüssigkeitsverschiebung!; C-Fasern sind nicht myelinisiert, dünn, langsame
    • Leitung, für thermische, mechanische und chemische Reize, Pulpaschmerz!
    • - defensiv (→ Reizdentinbildung)
  133. 37. Beschreiben Sie die Anwendung von Syntac Classic ausführlich.
    • - Dentinkonditionierende Adhäsive
    • - a) Schmelzkonditionierung → selektives Ätzen der Schmelzränder mit 37%iger Phosphorsäure für
    • 30-40 Sekunden (Dentin nicht ätzen, da Dentinkonditionierung anschließend mit selbstätzendem
    • Dentinprimer)
    • - b) Dentinkonditionierung + Dentin-Priming mit Syntatic Primer, 4%ige Maleinsäure löst durch
    • Komplexbildung temporär Smearlayer und öffnet die Dentintubuli, milde Demineralisation, Reste
    • der Schmierschicht beseitigen (verhindert Liquorexsudation (entzündlich bedingte
    • Absonderung)), Kollagen freigelegt, dünne Hybridschicht, Optimierung der Haftung durch
    • total etch!
    • - c) Adhäsiv → Syntatic Adhäsiv, Vermittler zwischen hydrophilen Dentin und dem hydrophoben
    • Komposit, enthält Methacrylate und Glutaraldehyd als Fixierungsmittel, danach noch Heliobond
    • (ungefüllt, niedrigvisköses Monomergemisch
  134. 39.Kontraindikationen für eine direkte Überkappung. (4)
    • Indikation Kontraindikation
    • - reversible Pulpitis
    • - kein Spontanschmerz
    • - irreversible Pulpitis
    • - Spontanschmerz
    • - Reizinduzierter Schmerz (süß, kalt, heiß)
    • - kariesfreie Kavität
    • - absolute Trockenlegung
    • - Fläche/Größe: relativ 2 mm
    • - Restkaries
    • - Trockenlegung eingeschränkt
    • - keine dichte Deckfüllung möglich
    • - Fläche/Größe: relativ mehr als 2 mm
    • - keine Blutstillung mit Kochsalzlösung möglich
  135. 40. Was ist der Provokationstest?
    - Schliffflächen in Kontakt bringen, isometrische Kontraktion über 60 s → Muskelbeschwerden?#
  136. 41. Wie verfahren Sie mit einer Kapule, die im Mund des Pat. war?
    - Kapule offen lassen (Deckel nicht aufsetzen), desinfizieren
  137. 1. Was muss man beachten bei Trepanation der unteren Schneidezähne?
    • - Cave mit bukkaler Wand!
    • - öfter auch zwei Kanäle
    • - Trepanationswinkel sehr steil senkrecht! (der Zahnachse entsprechend)
  138. 2. NaOCL Wirkungen
    • - Spüllösung der 1. Wahl
    • - sehr gute antimikrobielle Wirkung
    • - löst nekrotisches und vitales Gewebe auf
    • - neutralisiert bakterielle Lipopolysaccharide
    • - durch Wärme aktivierbar
    • - reaktive Oxidationsmittel: freies Chlor → gewebsauflösend, antibakteriell
    • - in H2O gelöst: klare bis gelbgrüne Flüssigkeit
    • - pH 12-13
    • - mit steigender Konzentration zunehmend gewebetoxisch, auch Auflösung von gesundem
    • Dentin
    • - stark bleichend (CAVE mit Klamotten der Patienten)
    • - stark oxidierend, metallkorrodierend
    • - zerfällt bei höheren Temperaturen → erst während Anwendung aktivieren, kühl und
    • dunkel lagern
    • - Nachteile:
    • → Potenz der Schädigung von periradikulärem Gewebe (Nekrosen, Parästhesien,
    • Emphyseme) und Schleimhäuten
    • → Auflösung von gesunden ZHS (Dentin)
    • → Bleichwirkung (auch auf Kleidungsstücke)
    • → bei Verschlucken Übelkeit, Erbrechen, Ösophagusschädigung
    • - Maßnahmen:
    • → Schutz vor Extrusion von NaOCl in das periapkale Gewebe durch
    • - Verwendung von Spülkanülen mit seitlicher Austrittsöffnung
    • - permanente Bewegung der Spülkanüle im WK (keine Verblockung)
    • - moderaten Druck während der Applikation
    • - Kofferdam! Patientenschürze! Schutzbrille!
    • - gewebeauflösende Wirkung abhängig von Applikationsmenge, Applikationsdauer,
    • Konzentration, Temperatur
  139. 3. WK-Revision (Indikationen)
    • - röntgenologische Symptome einer persistierenden oder neu entstandenen, endodontisch
    • bedingten Parodontitis apicalis
    • - klinische Symptome einer endodontisch bedingten Parodontitis apicalis
    • - röntgengraphisch oder klinisch insuffiziente WF ohne klinische oder röntgenographische
    • Anzeichen einer Parodontitis apicalis
    • - nicht behandelter WK
    • - WF mit Exposition zum Mundhöhlenmilieu
    • - wurzelbehandelte Zähne mit progressiv verlaufenden, externen entzündlichen
    • Resorptionen
  140. 4. Arbeitslängenbestimmung bei der Wurzelkanalbehandlung
    • - 3 Varianten:
    • → digital-taktil
    • → elektrisch (endometrische Impedanzmessung)
    • → röntgenologisch
    • (meist Kombination aller Verfahren)
    • digital-taktil:
    • - Ertasten des „gefühlten apikalen Stopps“
    • - sehr ungenau!
    • - „Paper-Point“-Methode mittels Papierspitze (Ist PS trocken? Feucht? Blutig?)
    • röntgenologisch:
    • - mit im WK positioniertem Instrument von mind. ISO 15
    • a) Programm zur AL-Bestimmung (Kalibrieren mir tatsächlicher Instrumentenlänge,
    • Markierung der zu bestimmenden AL, Ablesung der AL)
    • b) Berechnung via Formel:
    • AL= reale Zahnlänge - 1mm
    • reale Zahnlänge = (reale Instrumentenlänge x röntgenologische Zahnlänge) :
    • röntgenologische Instrumentenlänge
    • Endometrie („Raypex)
    • - Endometrie mittels Impedanzgradientenmethode, gibt KEINE metrischen Werte aus!
    • - Relativmessung anhand zwei oder mehr Messfrequenzen zwischen Desmodont und
    • Mundschleimhaut
    • - Gerät ermittelt Wechselstromwiderstand zwischen Instrumentenspitze und der
    • umgebenden Flüssigkeit → Widerstand ist im Bereich der apikalen Konstriktion am
    • größten, und jenseits der Konstriktion am kleinsten
    • - Vorgehen: Spülung Kanal, Trocknen der Zugangskavität mit Schaumstoffpellet →
    • Einhängen Lippenclip in Mundwinkel des Patienten → Einführen eines WK-Instruments in
    • den Kanal → Verfolgen der Anzeige, bis Gerät größten Widerstand anzeigt (kontinuierliche
    • Messung) → Positionierung des Stops und Messen der Intrumentenlänge
  141. 5. Therapeutische Trias der WK-Behandlung?
    • CLEAN - SHAPE – PACK
    • → Reinigung/Desinfektion des Wurzelkanalsystems
    • → Kanalaufbereitung/ Formgebung des Wurzelkanalsystems
    • → bakteriendichte WF und dichter koronaler Verschluss
  142. 6. Wie viele Röntgenaufnahmen mindestens bei einer Behandlung eines infizierten WKs?
    • - 4:
    • 1. Ausgangsaufnahme/Diagnoseaufnahme
    • 2. Messaufnahme
    • 3. Masterpointaufnahme
    • 4. Kontrollaufnahme der definitiven WF
  143. 7. Welche Instrumente und Materialien benötigen sie für die laterale Kondensation?
    • - Spreader in diversen ISO-Größen (absteigende Größe, beginnend mit ISO-Größe des
    • Masterpoints-1)
    • - Guttaperchastifte (Masterpoint + Gesellenstifte in diversen ISO-Größen (absteigende
    • Größe)
    • - Sealer (z.B. AH-Plus) + Block & Spatel zum Anrühren
    • - Flamme + Streichhölzer
    • - Löffelexcavator & Plugger/Kugel (beide schwarzcodiert)
  144. 8. Zeichnen sie die Lage der WKs folgender Zähne: 14,25,46,26!
    • OK/UK Frontzähne à zentral
    • 1. OK-Prämolar: bukkal –lingual
    • 2. OK-PM: zentral
    • 1. OK-Molar: distobukkal – mesiobukkal -mesiopalatinal – palatinal
    • 2. OK-Molar: distobukkal – mesiobukkal – palatinal
    • 1.UK-PM: zentral
    • 2.UK-PM: zenral
    • 1.UK-Molar: 2mesiale – 2distale (oder bandförmiger Kanal)
    • 2.UK-Molar: 2mesiale – distal
  145. 9. Nennen sie 4 Ziele der WK-Aufbereitung!
    • - Reinigung des Wurzelkanalsystems von entzündetem oder nekrotischen Gewebsresten,
    • Mikroorganismen, Bakterientoxinen, infiziertem Wanddentin, (und bei Revision:
    • kontaminiertem WF-Material)
    • - Präparation einer Kanalform, die Desinfektion mittels chem. Spüllösungen erlaubt
    • - Präparation einer Kanalform, die wandständige und dichte, dauerhaften WK-Füllung
    • erlaubt
    • - möglichst viel ZHS soll erhalten bleiben und die originäre Kanalform möglichst
    • beibehalten werden, keine Überinstrumentierung!
  146. 10. Wie groß ist die Arbeitslänge des WKs im folgenden Bsp.?
    • - tatsächl. Instrumentenlänge bis zum Stopp: 16mm
    • Wurzellänge vom Stopp bis zur Wurzelspitze im Rö-Bild: 10mm
    • Instrumentenlänge bis zum Stopp im Rö-Bild: 8mm
    • → Tatsächliche Wurzellänge vom Stopp bis zur Wurzelspitze =
    • (tatsächliche Instrumentenlänge x Länge vom Stopp bis zur Wurzelspitze im Rö-Bild) :
    • Instrumentenlänge bis zum Stopp im Rö-Bild
    • = (16mm x 10mm) : 8mm = 20mm
    • → AL ist 1mm kürzer!!!!! also 19mm!
  147. 11. Was verstehen sie unter Zip- und Elbow-Effekt? Mit welchen Maßnahmen versuchen sie diese zu verhindern?
    • → „[...] bei der Instrumentierung gekrümmter Kanäle. Die Verwendung nicht
    • genügend flexibler oder nicht vorgebogener Instrumente führt dazu, dass nahe dem
    • Apex ein Trichter (Zip) entsteht und nach diesem eine Einengung (Elbow).“
    • - nicht beabsichtigte Stufe beim Aufbereiten eines Wurzelkanals in der Nähe der
    • Wurzelspitze. Ausgelöst durch einen abgekrümmten Wurzelkanal und/oder nicht biegsame
    • Wurzelkanalinstrumente. Kann in der Konsequenz zu einer tiefen "Via falsa" führen
    • - Verwendung von nicht schneidenden Instrumenten mir Batt-Spitze
    • - Verwendung von flexiblen Feilen
    • - Vorbiegen der Feile und anticurvative filing
    • - vorsichtiges systematisches Vorgehen
  148. 12. Aus welchen Gründen und bei welcher Art von WKs wird die Balance-force-Technik angewandt? Welche Arbeitsbewegung des Instruments führt zu einem Substanzabtrag am WK-Dentin?
    • - Balance-force-Technik:
    • → schrittweise manuelle Erweiterung des WKs auf Arbeitslänge bei Erhaltung der
    • apikalen Konstriktion und der Form des apikalen Wurzelkanaldrittels bis zur ISO 35
    • unter Verwendung von Instrumenten mit Batt Spitze und Zwischengrößen
    • → leichter nach apikal ausgeübter Druck( ¼ nach rechts → Positionierung) und leichte
    • Rotation des Instruments entgegen dem Uhrzeigersinn (1/2 nach links → Dentinabtrag)
    • → Positionierung und Substanzabtrag
    • → Standardaufbereitung gekrümmter Kanäle
    • - Substanzabtrag:
    • → leichte Rotation des Instruments entgegen dem Uhrzeigersinn (1/2 nach links ->
    • Dentinabtrag)
  149. 13. Erklären Sie: AL, apikale Masterfeile, Masterpoint, Rekapitulation
    • - Arbeitslänge:
    • → Distanz zwischen definiertem koronalen Referenzpunkt und apikalem Endpunkt von
    • Präparation und Füllung des WK (Länge bis zu der der Wurzelkanal aufbereitet werden
    • soll, Endpunkt = apikale Konstriktion (physiologisches Foramen) ca. 1mm vom
    • röntgenographischen Apex entfernt)
    • - apikale Masterfeile:
    • → Aufbereitung des Kanals bis zu 3-4 ISO ab der Initialfeile, letztes Instrument, das auf
    • volle AL gebracht wird
    • - Masterpoint:
    • → genormter Guttaperchastift, der der ISO Größe der Masterfeile entspricht
    • → volle AL, apikale Friktion
    • - Rekapitulation:
    • → während der Step-back-Technik intermittierendes Erreichen der Arbeitslänge mit 1-2 ISO
    • Größen kleineren Instrumenten (bzw. mit der apikalen Masterfeile) zur Verhinderung der
    • apikalen Dentinblockade
  150. 14. Komplexe Schritte der WK-Behandlung
    • → Eröffnen → Erkennen → Erschließen/Erkunden → Erweitern/ Reinigen/ Desinfizieren /
    • Formen → Verschließen
    • 1. Diagnostik, präoperative Aufnahme
    • 2. Aufbau/ Kariesexcavation
    • 3. Trepanation
    • 4. Kanaldarstellung, Exploration
    • 5. Vorbereitung Rö-Mess, bei gekrümmten Kanälen zunächst Aufbereitung der koronalen
    • 2/3, dann Rö-Mess
    • 6. Aufbereitung (Clean-Shape)
    • 7. Medikamentöse Einlage
    • 8. Masterpoints anpassen
    • 9. Masterpointaufnahme
    • 10. WF (Pack)
    • 11. Rö-Kontrolle
    • 12. Adhäsiver Verschluss
    • 13. definitive Versorgung nach 2-6 Monaten möglichst in der Zahnerhaltung
    • 15. Voraussetzung des Erfolgs endodontischer Behandlung (VL 16, S. 10)
    • - Erfolg = keine klinische Symptomatik und keine röntgenologischen Veränderungen (keine
    • Schmerzen, keine Parodontitis apicalis) nach ca. 4 Jahren (beginnende Ausheilung idR erst
    • 6 Monate nach WKB)
    • - dichte WF und dichte Restauration! (homogene/dichte/vollständige Wurzelfüllung,
    • bakteriendichter Verschluss/adäquater Aufbau)
    • - vollständige Aufbereitung und ausreichende Reinigung und Desinfektion ALLER Kanäle!
    • OHNE Via falsa
    • (- Beachtung individueller anatomischer Gegebenheiten
    • - substanzschonender Abtrag
    • - Aufbereitung bis zur apikalen Konstriktion
    • - schonungsvoll mit dosierter Kraft)
  151. 19. Ursachen für Pulpitis und Pulpanekrose?
    • = Pulpa ist vital und entzündet
    • - infektiöse Pulpitis (bakterielle Kontamination der Pulpa/Besiedlung der Pulpakammer →
    • Karies, Trauma, freigelegte Dentinkanälchen)
    • - iatrogene Pulpitis (chem-physikal. Reize, z.B. beim Präparieren)
    • - traumatische Pulpitis (z.B. nach Intrusion)
  152. 17. Nennen sie die Konzentration von NaOCl-, EDTA- und CHX-Lösungen zur WKSpülung und charakterisieren sie das Wirkungsprinzip!
    • - NaOCL: 3%
    • → Spüllösung erster Wahl!
    • → löst nekrotisches (und vitales!) Gewebe auf
    • → sehr gute antimikrobielle Wirkung
    • → neutralisiert bakterielle LPS
    • → zytotoxischer Effekt
    • → aktivierbar durch Wärme
    • - CHX: 0,5%
    • → Zusatzspülung
    • → antimikrobielle Wirkung (großes Wirkspektrum auf grampos. und -neg. Bakterien
    • [z.B. Enterococcus faecalis], Hefen, Pilze)
    • → hohe Substantivität am Dentin (grenzflächenaktive Wirkung)
    • → gering toxisch, gut bioverträglich
    • → keine Neutralisierung von LPS und Endotoxinen
    • → inaktiviert bakterielle Enzyme
    • → nicht gewebeauflösend!
    • → fällt mit NaOCl braun aus, deswegen Zwischenspülung mit NaCl
    • → Spülung nach Masterpoint
    • - EDTA: 17%
    • → kaum antimikrobielle Wirkung
    • → entfernt Schmierschicht
    • → Chelator, bindet Ca2+
    • → Nachspülung mit NaOCl oder CHX (Cave! An NaCl-Zwischenspülung denken!)
    • → Inaktiviert NaOCl
    • → nach Kanalaufbereitung verwenden bzw. während maschineller Aufbereitung
    • - Aufgaben der Spülung:
    • → Ausschwemmen von Dentinspänen
    • → Auflösen organischer und anorganischer Kanalinhalt (smear layer, nekrotisches
    • oder entzündetes Gewebe, Kanalwanddentin)
    • → antibakterielle Wirkung (Reduktion Keime und bakterielle Toxine)
    • - Anforderungen an die Spüllösungen:
    • → Desinfektion
    • → biolog. Verträglichkeit
    • → gewebeauflösende Wirkung
    • → einfache Applikation
  153. 18. Welche Medikamente eigenen sich als Einlage zur Desinfektion eines WKs, welche Liegedauer können sie haben?
    • - Ca(OH)2 für 7-21 Tage
    • - Ledermix für 7-10 Tage
  154. 19. Indikation Pulpektomie (Vitalexstirpation)
    • - irreversible Pulpitis
    • - partielle Pulpanekrose (abgestorbene Kronenpulpa bei Restvitalität in einem oder
    • mehreren Wurzelkanälen)
    • - partiell- irreversible Pulpitis bei abgeschlossenem Wurzelwachstum
    • - komplizierte Kronenfraktur mit Beeinträchtigung der Wurzelpulpa
    • - stets nach Sondierung mit einem WK-Instrument!
    • (- Notwendigkeit der Retention von Restaurationen im WK)
  155. 20. Welche Eigenschaften sollte ein WK-Füllmaterial haben?
    • - Dimensionsstabilität
    • - Abbindung (Härtung)
    • - Wasserunlöslichkeit
    • - Gewebeverträglichkeit
    • - Röntgenopazität
    • - leichte Einführbarkeit
    • - leichte Entfernbarkeit
    • - Autosterilität
    • - Bakteriostase oder fehlende mikrobielle Wachstumsförderung
    • - Unresorbierbarkeit
    • - keine Mutagenität und Kanzerogenität
  156. 21. Beschreiben Sie die Lage der Kanaleingänge!
    • Schneidzähne:
    • - gleichschenkliges Dreieck (mir abgerundeten Ecken) mit Basis parallel zur
    • Schneidekante,
    • - trichterförmig gestaltet,
    • - meist auch elliptisch
    • Eckzähne:
    • - elliptisch
    • Prämolar:
    • - Elliptische Zugangskavität schaffen
    • - Hauptachse in bukko-oraler Richtung
    • OK Molaren:
    • - Trapezoid (längere Seite nach bukkal) → erfasst 4 WK-Eingänge
    • UK Molare:
    • - Trapezoid (3) oder Quadrat (4)
  157. 22. Was ist ein Isthmus und welche Bedeutung hat er für die WK-Behandlung?
    • Synonym: laterale Verbindung, transversale Anastomose
    • - enge bandförmige Verbindung zwischen 2 WKs, die Pulpa oder von der Pulpa generiertes
    • Gewebe enthält
    • - meistens wenn 2 WKs eine Wurzel durchziehen
    • - dieses Gebiet muss ebenfalls von infiziertem Gewebe befreit werden, sonst verbleiben
    • trotz guter WF weiterhin Bakterien im Kanalsystem
  158. 23. Ni-Ti-Instrumente
    • - Legierung: 55% (60%) Nickel + 45% (40%) Titan, gefräst (E-modul: ca.1/5 von Edelstahl)
    • - Memory-effect:pseudo-elastisch, Instrumente werden nicht irreversibel deformiert
    • - geringere Schneidleistung und Verschleißfestigkeit als Edelstahlinstumente
    • - Ni-Ti-Instrumente sind frakturanfällig (Ursachen: zu starke Friktion, Änderung der
    • Geschwindigkeit, falscher Insertionswinkel, zu starkes manuelles Forcieren,
    • Nichtbeseitigung vorgeschädigter Instrumente) → computergestütze,
    • drehmomentbegrenzte Rotation; untersetzte, drehzahlreduzierte Winkelstücke)
    • - maschinelle NiTi-Instrumente:
    • → Reamer-artiger Instrumententyp
    • → die verschiedenen Systeme arbeiten nach jeweils eigenem Präparationskonzept
    • → Systemspezifische Umdrehungszahlen
    • → kein zirkumferentes Feilen möglich
    • → Frakturanfälligkeit bei Handhabungsfehlern
    • → Batt-Spitze
    • → variierende Konizitäten
    • → verkürzte Aufbereitungszeit
    • → NiTi-Instrumente respektieren den originären Kanalverlauf
    • → Apikalpräparation gekrümmter Kanäle ohne Zip und Elbow, Erhalt der
    • Kanalkrümmung
    • → gut zentrierter Kanal, runder Querschnitt
    • → selten Längenverlust, selten apikale Blockaden,
    • → selten apikale Extrusion von Debris
    • - nicht geeignet für:
    • → weitlumige Kanäle
    • → ovaler WK-Querschnitt
    • → bei geraden WK keine Vorteile gegenüber Handinstrumenten
    • → Stufen in Kanalwand
    • → obliterierten/nicht sondierbaren WK (Frakturgefahr!!)
    • - Hinweise zur Nutzung:
    • (Darstellung und Erweiterung des Kanaleinganges mit Gates-Bohrern oder der Intro-file
    • → Crown-Down-Technik: Aufbereitung der koronalen 2/3 – ¾ des Wurzelkanals mit
    • abnehmender Konizität → Messaufnahme → Aufbereitung der apikalen Region)
    • → Instrumente immer rotierend in den Kanal ein-und ausbringen
    • → kein Starten oder Stoppen im Kanal
    • → spezifische Drehzahl beachten
    • → Winkelstück nicht kippen
    • → Dokumentation über die Benutzungshäufigkeit
    • → Pecking motion/ Wischbewegung
    • → Kanal muss mit ISO 15 exploriert sein (15 er K-Feile)
    • → nur explorierte/ gängige Areale bearbeiten
    • → keine Gewalt/ passiv arbeiten lassen
    • → Instrument darf nicht klemmen
    • → Strichliste
    • → EDTA-Gel → feuchter Kanal
  159. 24. Wie kann man die Wirkung von NaOCl optimieren?
    • - NaOCl ist durch Wärme aktivierbar
    • - mittels Ultraschallaktivierung
  160. 25. Prinzip der Asepsis bei einer WKB erklären
    • - in den Wurzelkanal sollen während der WKB keine „Keime“ (Mikroorganismen und
    • Endotoxine) kommen, alle im WKB befindlichen Keime sollen entfernt werden
    • - Kofferdam
    • - Entfernung der alten Füllung
    • - vollständige Kariesexcavation
    • - durch suffiziente adhäsive Restaurationen und nicht kariös unterminierte Kronen kann
    • direkt trepaniert werden
    • - adhäsive Aufbaufüllung, dual härtendes, fließfähiges Material (weiß/ blau)
    • - Desinfektion des Kofferdams
    • - chemomechanische Aufbereitung
    • - Elimination von pulpalen Gewebsresten und Mikroorganismen
    • - Unterstützung durch die gezielte intrakanaläre Anwendung antimikrobiell wirkender
    • Medikamente
    • - provisorischer Verschluss zur Vermeidung einer Reinfektion
  161. 26. Ziele der Endodontolgie
    • - Vitalerhaltung der Pulpa!!! (Pulpotomien, Überkappungen)
    • - Erhaltung eines erkrankten Zahnes
    • - Beseitigung von Schmerzen und deren Ursachen
    • - Behandlung pathogener Zustände (z.B. Parodontitis apikalis)
  162. 28. Guttaperchastifte, was sind die (2) Hauptbestandteile?
    • - 33 - 61,5% Zinkoxid (für Festigkeit)
    • - 19-45% Trans-Poly-Isopren (= Guttapercha in der Beta-Phase)
    • (außerdem Bariumsulfat für die Röntgenopazität, Wachse, Kunststoffe, Farbstoffe)
    • - Schmelzpunkt: 56-64°C
  163. 29. Gründe für WKB
    • Sensi +
    • → Pulpaeröffnung bei Kariesexcavation < 2mm²
    • → irreversible Pulpitis
    • → chronische (progressive) Pulpitis
    • → Paro-Endo-Läsion
    • Sensi -
    • → Pulpanekrose/-Gangrän
    • → Parodontitis apicalis chronica
    • → Parodontitis apicalis acuta
    • Revisionen
  164. 30. Was ist Calcinase?
    • - Handelsname von EDTA???
    • - Lösung oder Gel zum Auffinden und Aufbereiten des WK
    • - EDTA löst Calcium-Ionen unter Bildung eines Chelat-Komplexes aus WK-OF und erweicht
    • so den Untergrund bzw. entfernt smear-layer
    • - nicht bei EDTA-Allergie und weit offenem Foramen apikale
  165. 31. Aufgaben der medikamentösen Einlage?
    • - Desinfektion des Wurzelkanalsystems
    • - Desinfektion des angrenzenden Wurzeldentins
    • - Gewebeauflösung
    • - Neutralisierung von Endotoxinen
    • - temporäre Füllung
    • - Linderung von Beschwerden
  166. 32. Was ist Ledermix? Was sind die Inhaltsstoffe? Wann wende ich es an und warum?
    • - Medikament für Einlage in den WK
    • - in Problemfällen/Schmerzbehandlung, bzw. auch bei Resorptionen, nach Trauma
    • - für ca. 4-5 Tage belassen, danach durch Ca(OH)2 ersetzen
    • - Cortisonderivat (Triamcinolone 1%) mit Breitspektrumantibiotikum
    • (Demethylchlortetracyclin 3,12%)
    • - Kortikosteroid unterdrückt Entzündungsreaktion und verhindert Freisetzung von
    • Entzündungsmediatoren
    • → für die schnelle Schmerzlinderung!
    • - AB soll verhindern, dass die Inaktivierung der Immunabwehr (gewünscht, durch
    • Cortisonderivat) zu verstärktem Bakterienwachstum führt
    • - allerdings ist die antibakterielle Wirkung fraglich
  167. 33. Was bringt die Ultraschallaktivierung?
    • erst verwenden, wenn der Kanal optimal aufbereitet ist!!! Nur so werden keine Kerben in
    • die Kanalwand geschlagen
    • - US arbeitet passiv, Erzeugung hochfrequenter Schwingungen (25.000-40.000 Hz) (→
    • durch Lamellensystem, Piezokeramiken, Ferritstäbchen) → „akustisches
    • Strömungsphänomen“
    • - Entfernung von Debris und smear layer
    • - verbesserte Sauberkeit der Kanalwand
    • - optimierte Strömung des Agens
    • - optimierte Reinigungswirkung
    • - Erwärmung des NaOCl führt zu erhöhter Wirksamkeit
    • - Vergleich: mit US 70% der WK in einer Sitzung keimfrei, ohne US nur 50%
  168. 34. Aufbereitungstechniken (Balanced-force, Step-Back, koronal apikale Methoden)
    • - manuell vs. maschinell
    • manuell:
    • - apikal-koronale Aufbereitungstechnik
    • - koronal-apikale Aufbereitungstechnik
    • - kombinierte Aufbereitungstechnik
    • - Balanced-force-Technik:
    • → modifizierte Rotationstechnik
    • → K-Feile unter leichtem Druck nach apikal ¼ Umdrehung im Uhrzeigersinn (rechts) →
    • Positionierung
    • → halbe Linksdrehung (entgegen Uhrzeigersinn) → Dentinabtrag
    • → bis ISO 15, dann Rö-Mess, dann weiter bis mind. ISO 35 (letzte Feile = Masterfeile)
    • → Vorteil: schnell, weniger Materialüberpressung apikal
    • - Step-back-Technik:
    • → erfolgt nach der Masterfeile, um konische Kanalform zu erreichen
    • → apikal-koronale Methode
    • → Masterfeile, dann → weitere Aufbereitung mit den nachfolgenden 3 (-4) vollen ISOFeilengrößen
    • (ohne Golden Mediums) jeweils um 1 mm verkürzt
    • → ergibt konische Form des Wurzelkanals, erleichtert Wurzelfüllung, ermöglicht laterale
    • Kondensationstechniken
    • → „Schlussfeile“ (Final file) = letzte Step-Back-Feile
    • - Anticurvative Filing:
    • → Orientierung der Aufbereitung auf die Sicherheitszone, Schonung der Gefahrenzone
    • → Translationsbewegungen
    • → Vorbiegen der Aufbereitungsinstrumente
    • → Vermeidung eines übereifrigen Circumferential filing
    • → unkontrollierter Druck führt zu unerwünschten Präparationseffekten
    • - sonstige: Step-down-Technik, Crown-down-pressureless Technik, Double-flared-Technik,
    • Canal-Master-Technik
  169. 35. Was ist AH Plus?
    • - „Sealer“
    • - Wurzelfüllpaste auf Epoxidharzbasis
    • - gutes Abdichtungsvermögen
    • - Ausgleich von kleinen Unebenheiten der Kanalwand
    • - Verschluss lateraler Kanäle
    • - Versiegelung von Hohlräumen zwischen dem Kernmaterial (Guttapercha), dichte
    • Verbindung zwischen Stift und Kanalwand
    • - Verhinderung einer Passage von Flüssigkeiten, Mikroorgansimen und Bakterientoxinen
  170. 36. Was ist Thermafil?
    • - „thermoplastische Guttapercha auf einem harten Kern“/Obturationstechnik mit
    • Trägersystem
    • - externe Erwärmung der Guttapercha auf 115°C (im Ofen), Sealer mit Papierspitze
    • einbringen
    • - schnelle, zuverlässige WF-Methode vor allem bei langen, gekrümmten Kanälen (Übung)
    • - Gefahr der Überpressung (Reduzierung durch sorgfältige Längenmessung und
    • Obturatorwahl, geringe Sealermenge und geeignete Präparationsisometrie)
    • - Thermafil funktioniert gut bei:
    • - konischer, runder Aufbereitung
    • - standardisierter NiTi-Aufbereitung (z.B. ProTaper aber auch Flexmaster)
    • - Abstimmung auf Größe Verifier etc.
    • - Probleme:
    • - ovale oder sanduhrförmige Kanäle
    • - mangelnde Konizität der Aufbereitung
  171. 37. Warum werden avitale Zähne grau?
    • - Ursache sind konjugierte Doppelbindungen organischer Substanzen im Zahn
    • → unsachgemäße Trepanation
    • → Reste von Wurzelkanalfüllungsmaterial oder Medikamenten im Kavum
    • → Zerfall / Abbau nekrotischen Gewebes
    • → Zerfall der Erythrozyten und Freisetzung von Eisen
    • → Reaktion des Eisens mit von Bakterien gebildetem Schwefelwasserstoff zu FeS
    • - bei Pulpaverletzung wird durch Hämolyse Eisen aus Hämoglobin freigesetzt → Eisen wird
    • durch Schwefelwasserstoff aus Bakterien in Eisensulfit (schwarz) umgewandelt
    • - oder Zerfallsstoffe von Proteinen
  172. 38. Was ist Toxivit oder Depulpin?
    • - ein Mittel zur Abtötung der Pulpa → „Devitalisationsmittel auf Paraformaldehyd-Basis“
    • - wenn Mortalextirpation angezeigt ist (wenn VitE nicht möglich)
    • - wird auf offene Pulpa gelegt und mit einem dichten Provisorium verschlossen, nach 5
    • Tagen entfernt, Weiterbehandlung im Sinne einer Amputation oder WKB
    • - enthält Paraformaldehyd (gesundheitsschädlich), Lidocainhypochlorid, m-Cresol (toxisch),
    • Eugenol
    • - unspezifisch toxisch, also auch für körpereigene Gewebe
    • - kann periapikale Entzündungen hervorrufen
    • - rasche Perfusion jenseits des WK
    • → in den meisten Fällen obsolet!!!
  173. → Abstimmung auf Größe Verifier etc.
    • - Probleme:
    • → ovale oder sanduhrförmige Kanäle
    • → mangelnde Konizität der Aufbereitung
    • → mangelnde Konizität der Aufbereitung
    • Injektionstechniken im Hochtemperaturbereich:
    • - z.B. Obtura II -System, Beefill
    • - Zustand nach Apexifikation, weites Kanallumen, interne Resorptionen
    • - Guttapercha wird außerhalb des Mundes erwärmt und in plastischem Zustand mit
    • Injektionsspritze eingebracht
    • - kein Hinweis auf bessere klinische Ergebnisse im Vergleich zu lateraler Kondensation
    • Thermomechanische Kondensation:
    • - angepasster Guttaperchastift wird im Kanal durch Reibungswärme eines rotierenden
    • Kompaktors plastifiziert
    • - GP wird so nach apikal und an WK-Wand getrieben
    • - Gefahr der Überfüllung
    • Obsolete Techniken:
    • - Silberstifte
    • - Einstift-Füllungen (hoher Sealeranteil, Nachschieben nur eines genormten
    • Guttaperchastiftes → Nachteile: Inkongruenz zwischen Stift und WK-Anatomie,
    • schlechte Wurzelfülldichte)
    • - reine Sealer/ Zement-WF
    • - Materialien, die toxische Substanzen, Antibiotika etc. freisetzen oder der biolog.
    • Desintegration unterliegen
  174. 40. Was gibt es für Möglichkeiten, eine Guttapercha-WF zu revidieren?
    • - Entfernung des koronalen Guttaperchaanteils mit Gates-Glidden-Bohrern (trocken)
    • - Entfernung des apikalen Anteils der Guttapercha mit Hedström-Feilen: Vorsichtig ¼ bis ½
    • Drehung in die Guttapercha, anschließend Ziehen (Korkenzieherprinzip) - ISO 25/ 30
    • und größer!
    • - nach Erreichen der apikalen Konstriktion (Überprüfung mittels elektr. Längenbestimmung):
    • Erweiterung entsprechend der Primärbehandlung
    • - bei besonders dichten Wurzelkanalfüllungen und beigekrümmten Kanälen: ggf.
    • Eukalyptol, Bergamottöl als Lösungsmittel (kein Chloroform: V.a. Kanzerogenität), ggf.
    • erwärmtes Instrument
    • - Protaper-Revisionsfeilen
  175. 41. Sie erreichen bei der Aufbereitung mit Flexmaster bereits mit der 04/30er-Feile den Apex. Mit welchem Instrument setzen Sie sinnvollerweise die Aufbereitung fort?
    • - 02/35
    • → nach apikal abnehmende Konizität erwünscht (Crown-Down-Technik), aber apikale
    • Aufbereitung mit zunehmenden Isogrößen (Fritkion erwünscht)!
  176. 42. Warum versorgen Sie WKB-Zähne nicht mit einem Goldinlay?
    • - Kontraindikation!
    • - mind. Teilkrone nötig, da Höcker gefasst/überkuppelt werden sollen
    • - Studie:
    • → Verbiegen der Höcker um das 2-3-fache erhöht
    • → Verbiegen der Höcker bei Belastung von nur 100 N (max. Beißkraft: ca. 1200 N!) bis
    • zu 16,5 μm bei einer mod-Kavität bis zu 50 μm bei freistehenden Höckern
  177. 43. WKB-Zahn, Keramikteilkrone ist angezeigt. Wie lange warten Sie bis zur Realisierung der Teilkrone?
    • - früher: 6 Monate (nicht evidenzbasiert)
    • - heute: zeitnahe definitive Versorgung zur Vermeidung von koroalem Leakage und ZHSFraktur
    • - Provisorien nur so kurz wie möglich belassen (hohes Penetrationsrisiko für kontaminierte
    • Mundflüssigkeit)
    • - unmittelbar nach erfolgreichem Abschluss der WKB ist der bakteriendichte adhäsive
    • Aufbau des Zahnes mit oder ohne Wurzelkanalstift vorzunehmen (Minimierung Risiko
    • Reinfektion & ZHS-Fraktur)
  178. 44. Welche Farbe hat der Griff folgender Endo-Instrumente:
    • 15er K-Feile → weiß
    • 15er Reamer → weiß
    • 45er Headströmfeile → weiß
    • 10er K-Feile → lila
    • 50er Reamer → gelb
  179. 45. Warum legen Sie vor der Endobehandlung in vielen Fällen eine adhäsive Aufbaufüllung?
    • - um eine Anlage des Kofferdams zu ermöglichen und somit das Prinzip der Asepsis zu
    • gewährleisten
    • - außerdem: dadurch vollständige Kariesexcavation, was Erhaltungswürdigkeit/-fähigkeit
    • des Zahnes beurteilen lässt
  180. 46. Patient: dumpfer Schmerz, Sensibilität negativ, Amalgamfüllung mit sondierbaren Randspalt  diagnostisches Vorgehen und Behandlungsstrategien
    • - RöBi: apikales Geschehen → ja: WKB, nein: expektatives Vorgehen
    • - Kofferdamanlage und Entfernung Amalgamfüllung OHNE Anästhesie (eventuell ja doch
    • noch Reaktion?)
    • - wenn dann doch noch sensible Reaktion und alle Noxen entfernt (alte Füllung und
    • gesamte Karies) ohne Pulpaeröffnung: indirekte Überkappung mit CA(OH)2 (falls keine
    • Frakturen/Kavität unauffällig)
    • - wenn dann doch noch sensible Reaktion und Pulpa im kariösen Dentin eröffnet: WKB
    • - wenn keine sensible Reaktion bis alles entfernt ist: Zahn avital (Pulpanekrose) → WKB
    • - nach Entfernung AGF und Karies: Kavität auf Längsfrakturen/Haarrisse überprüfen
    • (Mikroskop, Lupenbrille) [eventuell alte AGF, die nicht gamma2-frei war → Frakturen nach
    • merkuroskopischer Expansion] → falls Frakturen: auf Lokalisation/eventuelle Entfernbarkeit
    • dieser untersuchen, falls das nicht möglich ist: WKB oder ggf. sogar Extraktion
  181. 47. Endokarditis-Prophylaxe?
    • - Indikation:
    • - Zustand nach proth. Ersatz einer Herzklappe
    • - eine bereits zuvor durchgemachte infektiöse Endokarditis
    • - eine kongenitale Herzerkrankung
    • - Empfänger von Herztransplantaten mit nachfolgend sich entwickelnder
    • Herzklappenproblematik
    • - Einmalige AB-Gabe 60 Min vor dem Eingriff mit 2g Amoxicillin (bei Penicillin-
    • Allergie Clindamycin 600mg)
  182. 48.Wann Offenlassen des Zahnes?
    • - aus allgemeinmedizinischen Gründen oder fehlender Mitarbeit eine Instrumentation nicht
    • möglich ist
    • - Ex des Zahnes angezeigt ist
    • - sehr starker Pusabfluss vorhanden (für ca. 24-48 Std.)
    • - dies dem ausdrücklichen Wunsch des Patienten entspricht
  183. 49. Smear layer?
    • - Dentinspäne
    • - Pulpareste
    • - Baktieren
    • - verblockt Dentintubuli und Seitenkanälchen
  184. 50. H2O2?
    • - neutralisiert NaOCl
    • - kaum antimikrobielle Wirkung
    • - Verwendung als Bleichmittel
  185. 51. chronische (peri)apikale Parodontitis?
    • - meist schmerzsymptomlos
    • - unklare oder negative Sensibilitat
    • - dumpfer Perkussionsschall und/oder “Wurzelschwirren“moglich(unsicher)
    • - Rontgenbefund: periapikale Aufhellung sichtbar
    • - meist unauffalliger Palpationsbefund (Ausnahme: große periapikale Resorption)
    • - Fistel moglich
    • - Therapie: WKB
  186. 52. akute (peri)apikale Parodontitis?
    • - Schmerzsymptomatik: hochschmerzhaft / Schmerzzunahme durch Warme, korperliche
    • Belastung
    • - (meist) negative Sensibilitat
    • - hohe Perkussionsempfindlichkeit “Zahnelongation“
    • - Rontgenbefund: meist periapikale Aufhellung sichtbar
    • - Palpationsbefund: lokalisierte bzw. diffuse Schwellung
    • - Rotung der Alveolarmukosa
    • - erhohte Temperatur und reduziertes Allgemein befinden moglich
    • - Therapie: Notfalltherapie / WKB
  187. 53. Reversible (akute) Pulpitis?
    • - reizabhangige Schmerzsymptomatik (kalt, warm, suß, nicht spontan, kurze Dauer)
    • - positiver Sensibilitatstest (evtl. nachwirkend)
    • - Perkussionstest ?
    • - Rontgenbefund: Pulpakammer, Wurzelkanal, Periapex unauffallig
    • - Therapie: CP-Behandlung, (in)direkte Überkappung
  188. 54. Irreversible (akute) Pulpitis?
    • - Schmerzsymptomatik nicht mehr reizabhangig, sondern spontan, intermittierend oder
    • kontinierlich
    • - positiver (häufig nachwirkender) Sensi-Test
    • - ohne / mit Perkussionsschmerz (Parodontitis apicalis acuta)
    • - oft fortgeschrittene Dentinkaries ohne / mit Pulpaeröffnung (Pulpitis clausa, Pulpitis
    • aperta)
    • - persistierender Schmerz nach exspektativer Pulpititsdiagnostik oder Umschlag in
    • schmerzsymptomlos mit neg Sensi (Nekrose)
    • - Therapie: WKB (Vitalexstirpation)
    • - notfallmäßige Schmerzausschaltung: (Langzeit-)Anästhesie, Infiltration, Leitung,
    • intrapulpal!
  189. 55. Pulpanekrose?
    • - Schmerzsymptomatik: nicht infizierte Nekrose (N.I.N) meist symptomlos (oft
    • Zufallsbefund) / infizierte Nekrose oft mit heftigem Perkussionsschmerz
    • - Rontgenbefund: -periapikal unauffallig moglich(meistbeiN.I.N) / verbreiteter
    • Parodontalspalt moglich / ausgepragte Parodontitis apicalis chronica moglich
    • - Palpationsbefund: oft symptomlos / infizierte Nekrose oft mit nachfolgender Schwellung
    • im apikalen Bereich
    • - Foetor ex ore (bei offener Form oder nach Trepanation)
    • - Zahnverfarbungen
    • - Therapie: WKB
  190. 56. Indikationen der Wurzelbehandlung?
    • Indikationen:
    • =grundsätzlich bei allen Patienten die auch andere zahnärztliche Maßnahmen tolerieren
    • spezifische Indikationen:
    • - irreversible Pulpitis / nekrotische Pulpa
    • - die intentionelle Devitalisation, um beispielsweise Wurzelstift zu verankern
    • - zweifelhafter Pulpazustand vor restaurativen Maßnahmen
    • - drohende Pulpaeröffnung während der Präparation eines Zahnes mit Fehlstellung
    • - geplante Wurzelresektion oder Hemisektion
    • Kontraindikationen der Wurzelbehandlung?
    • - ausgedehnte Wurzelkaries und Karies Furkationsbereich
    • - Längsfraktur der Wurzel
    • - stark fortgeschrittene Parodontitis
    • - ausgeprägte Wurzelresorptionen
    • - Zähne ohne funktionelle & ästhetische Bedeutung
    • - Dr.Garte Zusatz: mangelhaften Mundgesundheitszustand, Patienten die
    • Wurzelkanalbehandlung ablehnen, ersten 6 Monate nach Herzinfarkt
  191. 57.Welche Wurzelkanalfüllpasten gibt es?
    • - AH 26
    • - AH Plus
    • - Diaket
    • - auf Basis von Glasionomerzementen
    • - MTA - Mineral-Toxid-Aggregat
  192. 58. Vorgehen bei Trepanation?
    • - Präparation bis zur Pulpakammer (Diamant)
    • - Präparation der Umrißform
    • - Entfernung des Pulpakammerdachs (Rosenbohrer)
    • - Entfernung der Kronenpulpa (Excavator, Rosenbohrer)
    • - Lokalisation der Kanaleingänge (Sonde, Endosonde)
    • → geradliniger Zugang zu Wurzelkanälen
    • → niemals darf eine zu kleine gestaltete Trepanationsöffnung das Auffinden der
    • Kanaleingänge behindern
    • → Entfernung von Karies & insuffizienten Füllungen
    • → Klinisch: Kofferdam
    • → Aufbaufüllung an zerstörten Zähnen (Komposit)
  193. 59. Merkmale der Exploration in der Endo?
    • - mit stabilen Handinstrumenten kleiner Größe
    • - nach Eingangserweiterung!
    • - ISO 15 / ISO 10
    • - endometrische Kontrolle & präoperatives Röntgenbild
  194. 60. Merkmale der Hedström-Feilen?
    • - hohe Schneidleistung - Schneidewinkel 60-65°
    • - sehr effektiv
    • - Einsatz: unter Zugbewegung = lineares Feilen
    • - NIEMALS drehend anwenden!!
    • - kleiner Instrumentenkern = Frakturgefahr
  195. 61. Merkmale der K-Reamer?
    • - Schneidwinkel 10-30°
    • - großer Spannraum - hoher Vortrieb
    • - Einsatz: leichte Drehbewegung (1/2 - 1/4)
    • - besonders zur Erschließung geeignet
  196. 62. Merkmale der K-Feilen?
    • - Schneidewinkel 25-40°
    • - Batt-Spitze
    • - Einsatz: Dreh-Zugbewegung
    • - kleiner Spannraum - geringer Abtrag
    • - besonders zur Erschließung geeignet
    • - mehr Arbeitswindungen pro Längeneinheit als K-Reamer
  197. 63. Paro-Endo und Endo-Paro?
    • - Paro-Endo:Trepanation und Taschenbehandlung
    • - Endo-Paro:nur Trepanation

Card Set Information

Author:
HerrTh
ID:
320955
Filename:
DIK
Updated:
2016-08-09 11:50:15
Tags:
DIK
Folders:
DIK
Description:
DIK
Show Answers:

Home > Flashcards > Print Preview