V28. Sinnestäuschungen

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  1. definition von sinnestäuschungen
    • in allen sinnesmodalitäten denkbar: sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen
    • gibt es eine reizquelle? ja -> illusionen (verkannt), nein: sinnestäuschungen = wahrnemungsstörungen = halluzinationen
    • fähigkeit zur realitätskontrolle? ja -> halluzinationen; nein : pseudo-halluzinationen
    • beschreibung: häufigkeit, intensität (leibhaftigkeit, deutlichkeit, komplexität), ausmass der subjektiven beeinträchtigung
  2. illusionen
    • die wahrnehmung wirklicher objekte ist verändert, dh es gibt eine reizquelle
    • wahrnehmungstäuschungen können alle wahrnehmungssinne betreffen
    • eine wahrnehmungs- oder sinnestäuschung liegt vor, wenn die subjektive wahrnehmung (perzept) von einer physikalischen erklärbaren und reproduzierbaren messung abweicht.
  3. optische täuschungen
    • können nahezu alle aspekte des sehens betreffen. tiefenillusionen, farbillusionen, geometrische, bewegungsillusionen und einige mehr.
    • in all diesen fällen scheint das sehsystem falsche annahmen über die natur des sehreizes zu treffen, wie sich unter zuhilfenahme weiterer sinne oder durch entfernen der auslösenden faktoren zeigen lässt.
    • am meisten. warum es so ist nicht genau bekannt. vielleicht weil es im kortex das grösste areal hat.
  4. top down vs bottom up
    erwartungshaltung und auf der anderen seite sensorische reize. sollte im gleichgewicht stehen. bei psychischen erkrankungen gestört. die top-down signale überwiegen.
  5. übergänge von illusionen zu halluzinationen
    ein stimulus ist da, pat hat eine andere sichtweise. für uns nicht nachvollziehbares verhalten. für ihre sicht richtiges verhalten. von anderen nicht geteilt. von der wahrnehmung der anderen nicht nachvollziehbar
  6. halluzinationen – unterschiedliche modalitäten
    • akustisch: verbal oder nicht verbal, häufige form, zb stimmenhören bei schizophrenie, hörbahn- und temporallappenschädigung
    • gustatorisch: sinnestäuschung des geschmack, meist unangenehem
    • haptisch / taktil / zoehaesthetisch (im körper): missempfindungen wie stiche, elektrisieren, bestrahlen, berührung usw. im bereich der hautsinne; va bei schizophrenie und vergiftungen
    • kinästhetisch: bewegungstäuschungen
    • olfaktiorisch: geruchstäuschungen, meist unangehm
    • optische/visuelle: von photopsien bis gegenständlichen szenarien; im delirium, epilepsien, migräne, nach erblindung (kann nicht mehr mit der realität abgleichen, verselbsständigt sich)
  7. halluzinationen bei gesunden
    • sind stimulierbar:
    • verlust des langjährigen lebenspartners
    • lebensbedrohliche situationen
    • schlafentzug, starke müdigkeit, im halbschlaf
    • extremer hunger oder durst
    • durchführung religiöser rituale
    • sensorische reizdeprivation
    • drogen
    • etc
  8. halluzinationen in nicht klinischen populationen
    • inzidenz (anzahl neuerkrankungen): 3%, prävalenz (häufigkeit): 5%.
    • risikofaktoren; entwicklungsstand, soziale faktoren, psychoaktive drogen, männliches geschlecht, migranten
    • nicht-klinische pop vs an schizophrenie erkrankte
    • erkrankungsalter: 12.4 J vs 21.4 j
    • emotionale valenz höher bei SZ
    • kontrollierbarkeit bei nicht-kl höher
  9. halluzinationen in der medizin
    • psychiatrische erkrankungen (schizophrenie)
    • verlust eines sinnesorgans (blindheit)
    • gehirnläsionen (akustische hörbahn)
    • neurologische erkrankungen (migraine; in epileptischen aura)
    • substanzgebunden (LSD)
    • veränderung der aussenwelt (sensorische deprivation)
  10. halluzinationen in der psychiatrie
    • schizophrenie
    • akute, vorübergehende psychosen
    • affektive erkrankungen (schwere psychotische depression / manie)
    • alkohol-halluzinose
    • substanzinduzierte halluzinationen
    • delirien
    • persönlichkeitsstörungen (borderline)
    • posttraumatische belastungssörung
  11. schizophrene halluzinationen
    • stimmenhören (phoneme): menschliche stimmen
    • andere akustische halluzinationen (akoasmen): knirschen, knacken, klopfen, klicken
    • die stimmen, die typisch für die schizophrenie sind, sind verbal, dh sie weisen eine nähe zu den verbalen gedanken, der inneren sprache auf
    • kommentierend, imperativ und dialogisierend
  12. struktur und funktion des gehirns
    in den gebieten die dafür zuständig sind, findet man veränderungen bei halluzinationen. durch funktionelle kernspintomographie (fMRT): messung der blutflussänderung. bei einer visuellen halluzinationen sind diese hirnanteile aktiv, die beim sehen aktiv sind. gesichtgebite aktiv, oder mehr geometrische: immer eine überaktivität in den entsprchenden gebieten. oder mit on-off design messbar (mit / ohne halluzinationen).
  13. innere sprache
    bei einem verkennen der inneren sprache ist der primäre hörcortex fälschlicherweise aktiviert und nicht inhibiert.
  14. translationele psychiatrie
    diagnostik, beratung und behandlung für pat mit chronischen, therapieresistenten halluzinationen mittel transkranieller magnetstimulation (TMS). gehirngewebe durch eine spule unterdrückend beeinflussen. magnetisches feld. nicht bei jedem patient erfolgreich. wo es sich verbessert hat: entsprechendes areal weniger durchblutet. nur bei akustischen halluzinationen (wegen der lage?)
  15. pathopysiologie halluzinationen
    • dysfunktionale verbindungen zw den sprachregionen
    • fronto-temporale übererregung: pathologische mit-aktivierung des primären cortex.
    • unfähigkeit, selbst-generierte gedanken von fremd-generierter sprache zu unterscheiden

Card Set Information

Author:
catfood
ID:
331439
Filename:
V28. Sinnestäuschungen
Updated:
2017-05-13 10:38:48
Tags:
28
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Description:
sinnestäuschungen
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