Schock.txt

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Author:
draltan
ID:
64750
Filename:
Schock.txt
Updated:
2011-02-07 16:55:26
Tags:
Chirurgie
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Chirurgie
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  1. Definition Schock
    Syndrom bzw. Symptomenkomplex unterschiedlicher Ätiologie und Pathogenese mit gemeinsamer Endstrecke = Störung der Mikrozirkulation
  2. Was ist die Folge der Störung der Mikrozirkulation ?
    Störung des Zellstoffwechsels und anhäufung von toxischen Metaboliten = hypoxischer Zelltod
  3. Was passiert als Folge des Abfalls des arteriellen Blutdrucks und Herzzeitvolumens bei den meisten Schockformen ?
    eine starke sympathoadrenerge Reaktion
  4. Wann beginnt das Stadium der Dekompensation des Schocks ?
    wenn Volumenverluste so gross sind, daß kein ausreichender Perfusionsdruck aufrechterhalten werden kann
  5. Was ist refraktärer Schock ?
    Schockzustand, der sich trotz aller Therapiemaßnahmen nicht beseitigen läßt
  6. Was ist Kreislaufkollaps bei vagovasaler Synkope ?
    • vorübergehende akute Störung der Blutzirkulation mit Blutdruckabfall und Bradykardie
    • tritt schlagartig auf
    • führt nicht zu hypoxiebedingten strukturellen Veränderungen
  7. Schockformen
    • Hypovolämischer Schock
    • Kardiogener Schock
    • Septischer Schock
    • Anaphylaktischer Schock
    • Neurogener Schock
    • Endokriner, metabolischer Schock
    • Toxischer Schock
  8. Regelgrößen der Hämadynamik (Makrozirkulationsstörung)
    • 1)Akute Verminderung des zirkulierenden Blutvolumens (hypovolämischer Schock)
    • 2)Akutes Versagen der Pumpleistung des Herzens (kardiogener Schock)
    • 3)Veränderungen des Gefäßtonus (neurogener Schock)
  9. Was ist absolute Hypovolämie ?
    Verlust nach außen
  10. Was ist relative Hypovolämie ?
    Verteilungsstörung = intravasaler Volumenmangel
  11. Was sind allgemeine Schockzeichen ?
    • Blutdruckabfall unter 90 mmHg systolisch oder unter 30-40% der Ausgangswerte
    • Tachykardei (>100/min), fadenförmiger Puls
    • Tachypnoe
    • +
    • Haut : Hautblässe, periphere Zyanose, Kaltschweißigkeit, verzögerte kapilläre Füllung
    • ZNS : ngst, Vrwirrtheit bs hin zum KOM
    • Nieren : verminderte Urinausscheidung (<0,5ml/kg/h) bis hin zur Anurie
  12. Einteilung “Hypovolämischer Schock”
    • Hämorrhagischer Schock
    • Nichthämorrhagischer Schock
  13. Definition “Hämiorrhagischer Schock”
    Akute Abnahm des zirkulierenden Blutvolumens durch Blutverluste
  14. Definition “Nichthämorrhagischer Schock”
    Plasma- oder Wasserverluste
  15. Ursachen für “Hämorrhagischer Schock”
    • akute äußere oder innere Blutungen nach :
    • Trauma
    • operative Eingriffe
    • gastrointestinale Blutungen
  16. Beispiele für Traumen
    • ausgedehnte Weichteilverletzungen (Skalpierungsverletzungen, Amputationen etc,)
    • multiple Frakturen bei polytraumatischen Patienten mit Verletzungen von Thorax und/oder Abdomen
  17. Blutverluste bei Frakturen
    • instabile Beckenringfraktur : >2000 ml
    • Femurfraktur : 1500 ml
    • Tibiafraktur : 800 ml
    • Humerusfraktur : 400-800 ml
    • Unterarmfraktur : 200-400 ml
  18. Ursachen für Plasmaverluste
    • schwere Verbrennungskrankheit
    • akute Pankreatitis
    • Ileus
    • Peritonitis
    • Exsudation in große Wundhöhlen
  19. Ursachen für Wasserverluste
    • akutes Abdomen mit Sequestrierung großer Flüssigkeitsmengen
    • massiver Erbrechen
    • massive Diarrhöö
    • renale Verluste bei Nierenerkrankungen oder unter Diuretika
  20. Definition “Kardiogener Schock”
    ungenügende Organperfusion durch Versagen der Pumpleistung des Herzens (Abfall von HZV) infolge kardialer oder extrakardialer Krankheiten
  21. Ursachen eines kardial bedingten Schocks
    • Myogen : Mayokardinfarkt, Myokarditis, Kardiomyopathie
    • Mechanisch : Herzklappenerkrankung, Septumdefekt, hypertrophe Kardiomyopathie
    • Rhythmogen : Brady- oder Tachykardien schweren Ausmaßes
  22. Ursachen eines extra-kardial bedingten Schocks
    • Obstruktiver Schock : Lungenembolie oder Aortendissektion
    • Kompressiver Schock : Perikardtamponade, Pericarditis constrictiva
    • Distributionsschock : Myokarddepression bei septischem oder anaphlaktischem Schock
  23. Wie wird ein septischer Schock ausgelöst ?
    im Zusammenhang mit einer lokalisierten Infektion (abszess, Pneumonie) durch Einschwemmung von bakteriellen Produkten
  24. Aus welchen Phasen entsteht der septische Schock ?
    • hyperdyname Phase
    • hypodyname Phase
  25. Definition “Hyperdyname Phase”
    • sympathoadrenerge Reaktion mit :
    • 1)Tachykardie
    • 2)erhöhtem HZV
    • 3)Hypotonie
    • 4)erniedrigtem peripherem Widerstand
    • 5)Steigerung des venösen Rückflusses
  26. Weitere Merkmale der hyperdynamen Phase
    • gerötetes Gesicht
    • warme und rosige Haut (warmer Schock)
    • Fieber
    • Tachypnoe
    • verwirrtes Bewusstsein
  27. Definition “hypodyname Phase”
    • Hypotonie
    • vermindertes HZV
    • erhöhter peripherer Gefäßwiderstand
  28. Weitere Merkmale der hypodynamen Phase
    Zentralisation : blasse, kühle, marmorierte Haut (kalter Schock)
  29. Wodurch kommt es zur Dekompensation des Kreislaufs mit Abfall des HZVs ?
    • relative Hypovolämie aufgrund der exzessiven Flüssigkeitsverschiebungen in das Interstitium
    • Erniedrigung des Gefaßwiderstandes aufgrund der Vasodilatation
    • erhöhter pulmonalarterieller Widerstand bei septischem ARDS
    • verminderte Kontraktilität des Myokards
  30. Definition anaphylaktischer Schock
    Reaktion vom Soforttyp durch die Interaktion von Antigen und zirkulierenden Antikörpern auf Mastzellen und basophilen Granulozyten
  31. Was ist die Folge der Interaktion auf Mastzellen und basophilen Granulozyten ?
    Freisetzung von Histamin, Serotonin, Bradykinin etc.
  32. Allergene bei anaphylaktischem Schock
    • Antibiotika : Penicilline, Cephalosporine, Chinolone
    • Insekten- und Schlangengifte
    • Impfstoffe
    • Nahrungsmittel (Erdnüsse, Bohnen)
    • Latex
  33. Klinik des anaphylaktischen Schocks
    • prekapilläre Vasodilatation
    • postkapilläre Vasokonstrikton
    • Steigerung der Kapillarpermeabilität (Flüssigkeitsverlust in das Interstitium)
    • ⇒relative Hypovolämie
  34. Was ist neurogener Schock ?
    funktionelle oder organische Störungen des neurovegetativen Systems
  35. Spinaler Schock
    akutes Querschnittssyndrom
  36. Endokriner, metabolischer Schock
    akute Krisen bei verschiedenen Krankheiten : Phäochyromozytom, hypoglykämisches Koma, thyreotoxische Krise
  37. Toxischer Schock
    Überdoseirung bestimmter Substanzen bzw. Intoxikation : Barbiturate, Narkotika, Psychopharmaka
  38. Allgemeine Therapieprinzipien beim Schocksyndrom
    • Beseitigung der schockauslösenden Ursache
    • Wiederherstellung der ausreichenden Durchblutung der Mikrozirkulation
  39. Grundlage der Schocktherapie
    • Volumensubstitution, mit dem Ziel die Flüssigkeitsverluste zu ersetzen (isovolämische Hämodilution)
    • Die Vorlast des Herzens und das HZV erhöhen
    • O2-Versorgung der Gewebe verbessern (Intubation und künstliche Beamung)
  40. Was wird durch die isovolämische Hämodilution erzielt ?
    • dis Viskosität des Blutes nimmt ab
    • Kapillardurchblutung wird homogener
    • O2-Versorgung der Gewebe nimmt zu
  41. Was steht zur volumensubstution zur Verfügung ?
    • Vollblut
    • Blutderivate
    • kolloidale und kristalline Lösungen
  42. Therapie des Volumenmangels bei nichtseptischen Krankheitsbildern
    kolloidale und kristalline Lösungen
  43. Was ist dabei zu beachten ?
    Zur Erzieleung des gleichen Volumeneffekts mit kristallinen Lösungen muss bis zum Vierfache der Volumenmenge angeboten werden.
  44. Aufrechterhaltung der Homöistase bei septischen Verläufen
    mehrere Litern kristalliner Lösungen pro 24 Stunden
  45. Grund für mehrere Litern kristalliner Lösungen pro 24 Stunden bei septischen Verläufen
    das kapilläre Leck-Syndrom und die gleichmäßige Verteilung con Flüssigkeit im Intravasal- und Extrazellularraum
  46. Therapie beim massiven Blutverlust
    Substitution von Erythrozytenkonzentrationen
  47. Welcehn Hämatoktit- bzw. Hämoglobinwert tolerieren die Herz-Kreislauf-gesunde Patienten ?
    einen isovolämischen Abfall des Hämatokrits uaf 20% und einen Hämoglobinwert von 7g/dl
  48. Wann ist diezusätzliche Transfusion von Fresh-frozen-Plasma indiziert ?
    wenn mehr als 6-8 Erythrozytenkonzentrate transfundiert werden
  49. Therapie beim schweren Blutungsschock
    Einsatz von Katecholaminen (Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin) ergänzend zur Volumentherapie
  50. Was ist das Ziel des Einsatzes von Katecholaminen beim schweren Blutungsschock ?
    Erreichung eines ausreichenden Perfusionsdrucks für Herz, Niere und Gehirn
  51. Wie kann man die Effektivität der Volumensubstitution erkennen ?
    • Normalisierung der Herzfrequenz und Blutdruck
    • Weidereinsetzen und Normalisierung der Diurese
    • Anstieg des zentralen Venendrucks
    • Normalisierung des HZV

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