Psych 03-05

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Author:
miriam86
ID:
65916
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Psych 03-05
Updated:
2011-02-13 17:55:48
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Psych
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Psych 03-05
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  1. affektive Störung
    - sind Störungen der Stimmung, der Emotionen, der Gefühle.

    - Affektive Erkrankungen treten episodisch (phasenhaft) auf, gewöhnlich mehrmals im Leben.

    - Hierzu gehören die Manie und die Depression
  2. paranoide psychose
    - ist eine ganz allgemeine Bezeichnung für eine Psychose, deren auffälligstes Symptom eine Wahnsymptomatik ist.

    • - Die Bezeichnung wird oft gebraucht, wenn eine
    • genauere diagnostische Einordnung des Krankheitsbildes (noch) nicht möglich ist.
  3. Depressive Episode
    • - Die depressive Episode wird je nach Schweregrad, d.h. wie viele der im ICD-10 vorgegebenen Diagnosekriterien sind erfüllt, eingeteilt in eine leichte,
    • mittlere oder schwere depressive Episode.

    - Die schwere Episode zeigt meist das gesamte Symptomspektrum und führt zu deutlichen Beeinträchtigungen im täglichen Leben.

    • Hauptsymptome:
    • - depressive Verstimmung
    • - Verlust von Freude und Interesse
    • - erhöhte Ermüdbarkeit
    • Weitere Symptome (u.a.):
    • - eingeschränktes Konzentrations- und Denkvermögen mit starker Denkhemmung und
    • Unfähigkeit, Zusammenhänge zu erfassen
    • - vermindertes Selbstwertgefühl und Schuldgefühle

    • - Zum dabei auftretenden "somatischen Syndrom" gehören u.a.: Verlust von Freude und Interesse
    • Gefühl der Gefühllosigkeit (mangelnde emotionale Schwingungsfähigkeit)
    • - Morgentief der Stimmung
    • - frühmorgendliches Erwachen
    • - Gewichtsverlust (> 5%/Monat)
  4. Tourette-Syndrom
    - Beim Tourette-Syndrom (Syn.: Gilles-de-la-Tourette-Syndrom) kommt es zu verschiedensten motorischen und auch verbalen "Tics".

    • - Als motorische Tics bezeichnet man das ständige Auftreten von gleichförmigen Muskelzuckungen,
    • die willkürlich nicht steuerbar sind, bei verbalen Tics kommt es zum unwillkürlichen, explosionsartigen Ausstoßen von Worten und Lauten.

    - Motorische Tics betreffen häufig die mimische Muskulatur, beim Tourette-Syndrom ist aber auch die Muskulatur des übrigen Körpers betroffen, zudem müssen zur Stellung dieser Diagnose auch verbale Tics vorliegen (s.o.).

    - Tritt die Symptomatik 12 Monate oder kürzer auf, so spricht man lediglich von einer "vorübergehenden Ticstörung".

    • - Das Tourette-Syndrom dauert definitionsgemäß
    • länger als ein Jahr, in dem fast täglich Tics auftreten und eine Remission von nicht mehr als zwei Monaten Dauer aufgetreten sein darf.

    - Tics manifestieren sich in der Regel nicht im Schlaf, durch Anspannung dagegen werden sie verstärkt.

    - Ätiologisch wird eine Unreife des extrapyramidalen Systems diskutiert, nach Zwillingsstudien ist ein hereditärer Faktor wahrscheinlich.

    - Ein Zusammenhang mit einer Infektionskrankheit, insbesondere Varizellen, ist nicht nachgewiesen.

    - Das Tourette-Syndrom beginnt fast immer im Kindesalter (2-15 Jahre), nie jenseits des 21. Lebensjahres.

    - Die Erkrankung ist nicht heilbar, die Behandlung ist symptomatisch mit Psychopharmaka und unterstützender Psychotherapie.

    - Zur Anwendung kommen Medikamente mit antidopaminerger Wirkung.

    - Bewährt haben sich hier Tiaprid und Pimozide.
  5. Asperger-Syndrom
    - ist eine Form des Autismus, einer Störung der Beziehungsfähigkeit, bei dem sich das Kind in eine eigene Gedanken- und Vorstellungswelt zurückzieht.

    - Häufig bestehen umschriebene Sonderinteressen und stereotype Vorlieben, gegen deren Einschränkung sich der Betroffene heftig wehrt.

    - In Spezialgebieten können sich überdurchschnittliche Leistungen zeigen (Savant-Syndrom).

    - Die Sprachentwicklung setzt selten verzögert, eher früh ein. Die Kinder sprechen, bevor sie laufen (im Gegensatz zum Autismus nach Kanner).

    - Die Intelligenz ist normal, sie kann sogar überdurchschnittlich sein.

    - Beim Asperger-Syndrom sind die Kinder motorisch ungeschickt und zeigen häufig motorische Automatismen.

    - Charakterisiert ist das Asperger-Syndrom auch durch mangelndes Einfühlungsvermögen (Empathie) und Egozentrismus.
  6. Rett-Syndrom
    • - Beim Rett-Syndrom kommt es, wie hier beschrieben, nach normaler Frühentwicklung ab dem 2. Lebensjahr bei Mädchen zu einem Stillstand oder
    • Rückschritt der psychomotorischen und Sprachentwicklung.

    - Es zeigen sich u.a. stereotype knetende Bewegungen, eine Rumpfataxie, sekundäre Mirkozephalie.

    • - Das Rett-Syndrom kann eine wichtige Differenzialdiagnose zum frühkindlichen Autismus
    • darstellen.
  7. frühkindliche Schizophrenie
    - Der Begriff frühkindliche Schizophrenie ist umstritten, die Abgrenzung gegen den frühkindlichen Autismus oft schwierig.

    - Besser spricht man von einer frühkindlichen Psychose, die in eine Schizophrenie mündet.

    • - Es kommt zu zunehmender Kontaktlosigkeit, Störungen der Motorik (z.B. Stereotypien) und der
    • Sprache bis hin zum Sprachabbau, Affektveränderungen, Störungen der Wahrnehmung
    • etc..
  8. Ganser-Syndrom
    - Das Ganser-Syndrom gehört zu den dissoziativen Störungen.

    - Es kommt dabei zum so genannten Vorbeireden:

    • - Antworten auf die einfachsten Fragen werden
    • verdreht, obwohl die Frage an sich durchaus verstanden wurde. (Beispiel: "Welche Farbe hat der Himmel?" "Grün.").
  9. Hebephrenie
    - ist eine jugendliche Form der Schizophrenie mit Beginn in der Pubertät
  10. Hyperkinetische Störungen des Kindesalters
    - Die Hyperkinetische Störung ist eine kinder- und jugendpsychiatrische Erkrankung, die oft schon beim Kleinkind auffällt, in jedem Fall aber vor dem 7. Lebensjahr beginnt

    - Das charakteristische klinische Bild wird bestimmt durch:

    • - motorische Unruhe
    • - verminderte Aufmerksamkeit und Konzentrationsstörungen
    • - vorzeitiges Abbrechen von Aktivitäten und erhöhte Ablenkbarkeit
    • - mangelnde Verhaltenssteuerung mit Regelverletzungen und Störverhalten
    • - Affektstörungen: mangelnde emotionale Impulskontrolle mit mangelnder Empathie, raschem Stimmungswechsel, Wutanfällen etc.

    - Zwangshandlungen gehören nicht zur Hyperkinetischen Störung.
  11. Pavor nocturnus
    • - Der Pavor nocturnus zählt neben den nächtlichen Albträumen und dem Schlafwandeln zu den Parasomnien (Schlafstörungen, die keine primäre
    • Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus darstellen, aber den Schlafprozess unterbrechen).

    - Die Episoden beginnen mit plötzlichem Aufwachen mit Schreckensschrei und vegetativen Angstsymptomen (Herzklopfen, Schweißausbruch etc.).

    - Die Angst kann sich bis zur Panik steigern, wobei Zuspruch oder Beruhigung keinen Effekt zeigen

    • - Nach einer Dauer von mehreren Minuten legt
    • sich die Erregung in der Regel von selbst.

    - Am nächsten Morgen besteht für die Episode meist eine Erinnerungslücke (Amnesie)

    - Der Pavor nocturnus tritt wie das Schlafwandeln im ersten Nachtdrittel auf ist falsch, Albträume dagegen ereignen sich meist im letzten Nachtdrittel.
  12. frühkindliche Fütterungsstörung
    - Die frühkindlichen Fütterstörung bezeichnet eine mangelhafte Nahrungsaufnahme mit Abnahme des Körpergewichts oder fehlender Zunahme trotz Vorliegen eines angemessenen Nahrungsangebots und Betreuung durch eine einigermaßen kompetente Betreuungsperson.

    - Häufig liegt eine gestörte Beziehung zur Mutter oder eine intrafamiliäre Störung vor.

    • Symptomatik:
    • - Einzelne Speisen werden abgelehnt, andere bevorzugt.
    • - Die Kinder essen langsam, verweigern evtl. komplett (feste) Nahrung.
    • - Die Fütterstörung schließt nach ICD-10 die (begleitende) Rumination ein:

    - Teilweise verdaute Nahrung wird ohne Würgen wird wieder in den Mund gebracht, ausgespuckt, erneut gekaut oder geschluckt.

    - Abnahme des Körpergewichts oder fehlende Zunahme bis hin zum Untergewicht.

    - NICHT: PICA
  13. Pica
    - Die Pica gehört zu den Essstörungen des frühen und mittleren Kindesalters.

    - Der Ausdruck bezeichnet einen Drang, alle Dinge, insbesondere ungenießbare Stoffe, in den Mund zu nehmen und auch zu essen: z.B. Abfälle, Farben, Blätter, Textilstoffe.

    - Vorkommen häufig bei Psychosen, Minderbegabungen und Hospitalismus.

    Komplikation: Darmverschlüsse.
  14. Tic-Störungen
    • - Tritt eine Symptomatik mit Tics während 12 Monate oder weniger auf, so spricht man von einer "vorübergehenden Ticstörung" (Tourette-Syndrom >
    • 12 Monate).

    • - Pathologische Tics äußern sich häufig als motorische Tics:
    • - Es kommt zu einem ständigen Auftreten von gleichförmigen Muskelzuckungen, die willkürlich nicht
    • steuerbar sind.

    - Motorische Tics betreffen häufig die mimische Muskulatur mit Blinzeln und Grimassieren, aber auch die Muskulatur des übrigen Körpers kann betroffen sein (Kopschütteln oder Schluterzucken etc.)
  15. Koprophagie
    - bezeichnet man das Essen der eigenen Exkremente. Nicht zu verwechseln mit der

    - Koprolalie, einem unwillkürlichen, explosionsartigen Ausstoßen von meist unanständigen Wörtern und Lauten = verbaler Tic beim Tourette-Syndrom.
  16. SSPE
    - tritt bei Kindern nach Maserninfektion auf (die beschriebene Patientin ist zu alt).

    - Es kommt zu einer Demenz mit Nachlassen der Merkfähigkeit und Verarmung der Sprache.

    • - Im weiteren Verlauf zeigen sich Veränderungen des Affekts und des Verhaltens, komplexe motorische Störungen (u.a. Hyperkinesen) und vegetative
    • Störungen.

    - Das Krankheitsbild resultiert in einem apallischen Syndrom, es gibt keine Heilungsmöglichkeit
  17. Alzheimer-Demenz
    - ist die häufigste Demenzform.

    • - Die Diagnose kann erst gesichert werden durch eine
    • postmortale histologische Untersuchung des Gehirns.

    - Sowohl präsenile Demenzen (Beginn vor dem 65. Lj.) als auch Erkrankungen, die im höheren Alter beginnen, werden AD genannt.

    - Sie entwickelt sich schleichend und verläuft in der Regel langsam progredient.

    • - Nach einer unspezifischen Frühphase treten neuropsychologische Beeinträchtigungen in den Vordergrund: amnestische Störungen
    • fallen anfangs als Merkfähigkeitsstörungen auf (Neuerworbenes wird nur schlecht behalten, ältere Erinnerungen sind zunächst noch besser erhalten).

    - Hinzu kommen Störungen der Orientierung und apraktische Störungen.
  18. M. Fahr
    - ist eine idiopathische, nicht-artriosklerotische Verkalkung der kleinen Gefäße der Stammganglien und des Nucl. dentatus des Kleinhirns.

    • - Klinisch kommt es zu einem Parkinson-Syndrom, zu Athetosen, Dystonien, zerebellären Symptomen und
    • evtl. zu einer Demenz.

    - Die Erkrankung zeigt sich bereits im frühen Erwachsenenalter.
  19. M. Wilson
    - (hepatolentikuläre Degeneration)

    - beruht auf einer erblichen Störung des Kupferstoffwechsels.

    - Die Symptomatik setzt bevorzugt zwischen dem 15. und 20. Lebensjahr ein.

    • - Es kommt zu extrapyramidalen Bewegunsstörungen, im weiteren Verlauf kommen zerebelläre Störungen wie Nystagmus und der so genannte "flapping
    • tremor" (Asterixis) dazu.

    • - Psychisch kommt es nach dem Auftreten von
    • Affektstörungen zu einer Demenz.
  20. transiente globale Aphasie
    • - (TGA)
    • - dabei kommt es zu Störungen der Merkfähigkeit und zu einer retrograden Amnesie, die Tage bis Wochen zurück reicht.

    - Sie tritt v.a. in der zweiten Lebenshälfte auf.

    . Die Betroffenen sind wach, wirken ratlos, können aber Routinetätigkeiten ausführen.

    • - Diese Episoden bilden sich nach Stunden, längstens
    • Tagen wieder zurück

    - Für die Dauer des krankhaften Zustandes bleibt eine Amnesie bestehen.

    - Ätiologisch ordnet man die TGA der Migräne zu.
  21. Korsakow-Syndrom
    - Das klassische Korsakow-Syndrom ist eine spezielle Ausprägung des organischen Psychosyndroms.

    • - Alkoholmissbrauch ist die charakteristische Ursache
    • .
    • - Neben dem klassischen persistierenden Korsakow-Syndrom gibt es auch ein sog. "akutes Korsakow-Syndrom", ein amnestisches Durchgangssyndrom, das potenziell reversibel ist.

    • - Es kommt zu folgender Trias:
    • Desorientiertheit zu Ort und Zeit
    • - Orientierung zur eigenen Person regelrecht,
    • - jedoch kann Unfähigkeit bestehen, persönliche
    • Gedächtnisinhalte in die richtige zeitliche Reihenfolge (Zeitgitter) zu bringen = Zeitgitterstörung
    • - Konfabulationen (Geschichtenerfinden), durch die der Betroffene seine Gedächtnislücken überspielt
    • - Merkfähigkeitsstörungen, v.a. des Kurzzeitgedächtnisses

    - Halluzinationen gehören nicht zum Korsakow-Syndrom.

    - Olfaktorische Halluzinationen kommen v.a. bei Tumoren oder als epileptische Aura vor.
  22. Wernicke-Encephalopathie
    - ist eine vor allem bei schwerem Alkoholismus vorkommende Erkrankung mit Blutungen in die Corpora mammilaria, Hypothalamus u.a. Hirnabschnitte.

    - Klinisch zeigen sich Augenmuskelparesen, ein meist horizontaler Nystagmus und eine ataktische Gangstörung.

    - Ursache ist ein Mangel an Thiamin (Vit.B1), der schnellstmöglich, am effizientesten durch eine venöse Gabe, zu beheben ist!!
  23. Anpassungsstörungen
    • - Bei den Anpassungsstörungen (früher "abnorme Erlebnisreaktion") handelt es sich um eine Störungsgruppe, bei der traumatisierende Ereignisse
    • zu einer über das Normalmaß hinausgehenden psychischen Reaktion führen.

    - Ein zeitlicher Kausalzusammenhang zwischen Ereignis und psychischer Reaktion wird diagnostisch gefordert

    • Formen:
    • - akute Belastungsreaktion ("Nervenzusammenbruch")
    • - depressive Anpassungsstörung (Auftreten nach Latenz)
    • - posttraumatische Belastungsstörung Symptome (u.a.):
    • - Angst
    • - depressive Symptome
    • - Kontaktstörungen und soziale Isolierung
    • - psychovegetative Störungen
    • - Schlafstörungen
  24. drop attacks
    - Als "drop attacks" bezeichnet man blitzartige atonische (totaler Verlust des Muskeltonus) Stürze ohne Ankündigung, meist ohne Bewusstseinsverlust.

    - Ursache: Insuffizienz der vertebrobasilären Hirnstammdurchblutung oder Läsionen der hinteren Schädelgrube.
  25. Panickstörung
    - Bei der Panikstörung tritt Angst anfallsartig in Form von Attacken auf, die mehrere Minuten dauern.

    • - Im Gegensatz zu den Phobien gibt es für die
    • Panikattacken bei der Panikstörung keinen sichtbaren Auslöser

    - Die häufigsten Beschwerden sind: Atemnot, Schwindel und subjektiv Herzrasen.

    • - Entfremdungserlebnisse (eher selten)
    • - Erwartungsangst und "Angst vor der Angst"
    • - Furcht, die Kontrolle zu verlieren, zu sterben oder verrückt zu werden
    • - Benommenheit oder das Gefühl ohnmächtig zu werden
    • - Zittern oder Beben, Schwitzen und Übelkeit
    • - Parästhesien
  26. Persönlichkeitsstörungen
    - Bei Persönlichkeitsstörungen (PS) weichen Charaktereigenschaften und -ausprägungen in Intensität, Inhalt und Dauer deutlich von der Norm ab.

    • - Die Betroffenen leiden darunter teils sehr, teils wirken sie störend auf die Umwelt.
    • Dazu zählen nach ICD-10:

    • - paranoide PS: misstrauisch, streitsüchtig,
    • überempfindlich

    • - Eine psychagoge Persönlichkeitsstörung gibt es nicht.
    • Der Begriff "Psychagogik" wird entweder allgemein für jede Art seelischer (therapeutischer) Führung verwendet oder speziell für die Resozialisierung
    • verhaltensgestörter Kinder.

    - schizoide PS: distanziert, freudlos, interessenlos, introvertiert, eingeschränktes Gespür für soziale Normen

    • - histrionische PS, die zu den emotiononal instabilen PS gehört:
    • dramatische Selbstdarstellung, erhöhte Suggestibilität, labiler Affekt, ständige Beschäftigung damit, äußerlich attraktiv zu sein etc..

    - ängstlich-vermeidende PS: Angst vor Kritik, unbeholfen und unentschlossen, andauerndes Gefühl von Anspannung und Besorgtheit etc..

    • Weitere PS nach ICD-10: dissoziale PS, emotional instabile PS (dazu gehören impulsive PS, Borderline PS und die o.g. histrionische PS), zwanghafte PS,
    • asthenische PS.
  27. Metamorphopsie
    • - Mit dem Überbegriff Metamorphopsie bezeichnet man eine veränderte Größen- und Gestaltwahrnehmung.
    • Dazu gehören:

    - Dysmorphopsie = verzerrte Wahrnehmung von Gegenständen

    - Makropsie = Gegenstände erscheinen größer als sie sind

    - Mikropsie = Gegenstände erscheinen kleiner als sie sind

    - Solche einfachen Wahrnehmungsstörungen können bei allen psychiatrischen Erkrankungen vorkommen.
  28. Haptische Halluzinationen
    - Haptische Halluzinationen beziehen sich auf Hautempfindungen.

    - Die Betroffenen fühlen sich festgehalten, angeblasen etc.. Vorkommen v.a. bei Älteren mit körperlich begründbaren Psychosen.
  29. Anosognosie
    - bezeichnet die Unfähigkeit zur Selbstwahrnehmung einer Erkrankung.

    - So gibt es erblindete Menschen, die behaupten zu sehen.

    • - Möglicherweise haben diese besonders lebhafte, spontane, bildliche Vorstellungen, die sie für wirkliche
    • Wahrnehmungen halten.
  30. chronisch taktile Halluzination
    • - Bei der chronisch taktilen Halluzinose (Syn.: Dermatozoenwahn) ist der Patient davon überzeugt, dass auf oder unter seiner Haut ständig kleine Tiere
    • (Würmer, Käfer) krabbeln, die eine Hautkrankheit hervorrufen.


    • - Als chronische Symptomatik hat der Dermatozoenwahn die höchste Prävalenz bei
    • älteren Menschen (> 60 Jahre), insbesondere bei organischen Psychosen.

    - Frauen sind vom Dermatozoenwahn deutlich häufiger betroffen.

    - In der Regel besteht keine, schon gar keine schwere, Bewusstseinsstörung.

    - Im Rahmen zusätzlicher Erkrankungen und Symptome kann diese bei älteren Patienten vorkommen.
  31. Tolosa-Hunt Syndrom
    - dabei besteht ein einseitiger Schmerz hinter dem Auge mit Protrusio bulbi, konjunktivaler Injektion und nachfolgender Augenmuskelparese.

    - Ätiologisch liegt eine granulomatöse Entzündung in der Fissura orbitalis vor.

    - Eine Demenz gehört nicht hierzu.
  32. FSME
    - wird durch das über Zecken übertragene FSME-Virus ausgelöst.

    - Nach einem grippalen Vorstadium zeigen sich meningoenzephalitische, myelitische, vereinzelt auch polyomyelitische und radikuläre Symptome.

    - Zu einer Defektheilung kommt es bei 10% der Patienten, wobei auch eine demenzielle Symptomatik auf dem Boden der Enzephalitis vorkommen kann.
  33. Chorea Huntington
    - wird autosomal-dominant vererbt, es kommt zu einer Degeneration GABAerger und cholinerger Neurone im Striatum mit einem Übergewicht von Dopamin.

    • - Klinisch zeigen sich hypoton-hyperkinetische Bewegungsstörungen (ausfahrende Bewegungen,
    • Unruhe beim Sitzen, Grimassieren etc.) und organischen Wesensänderungen.

    - Im Endstadium kommt es bei bis zu 70% der Patienten zu einer schweren irreversiblen Demenz (unter den hier Genannten also am häufigsten).
  34. Kiloh-Nevin- Syndrom
    - bezeichnet man ein Nervenkompressionssyndrom des N. interosseus anterior, einem Ast des N. medianus am volaren Unterarm, mit Parese der Beugemuskeln des Daumens und Zeigefingerendgliedes.

    • - Zudem können diffuse, teils reißende Schmerzen
    • bestehen.
  35. PTBS
    • - Sie tritt innerhalb der ersten 6 Monate nach einem belastendes Ereignis oder einer Situation außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmaßes auf (Stressorkriterium: z.B. Naturkatastrophen, Unfälle, Kampfhandlungen,
    • Vergewaltigung)

    - Die Frage nach dem Einfluss einer vor der Erkrankung bestehenden Primärpersönlichkeit auf die Genese einer Posttraumatischen Belastungsstörung kann bisher nicht sicher beantwortet werden.

    • - Gezeigt wurde, dass das Risiko, überhaupt ein Trauma zu erleben, bei psychisch Kranken erhöht
    • ist.

    - Weiterhin kann die Symptomatik der PTBS im Verlauf zu Persönlichkeitsveränderungen führen.

    - Das Ereignis wird durch sich aufdrängende Erinnerungen immer wieder durchlebt ("Flash-backs").

    - Der Patient hat das Gefühl, sich selbst als gefühllos (emotional abgestumpft) oder abwesend zu empfinden.

    - Weiterhin kommt es zu einer erhöhten vegetativen Erregbarkeit mit Ein- und Durchschlafstörungen, Hypervigilanz, erhöhter Schreckhaftigkeit u.a..

    • - Bei einer "komplexen PTBS" mit wiederholten Traumata über einen längeren Zeitraum können auch Symptome der Affektregulation, wie z.B chronische
    • Suizidgedanken, Selbstverletzung oder Wut, auftreten.
  36. Gedankenlautwerden
    - Hier wird das Gedankenlautwerden beschrieben, das Erlebnis, die eigenen Gedanken würden laut und evtl. sogar für andere hörbar.

    • - Das Gedankenlautwerden kann man den Ich-Störungen zurechnen, K. Schneider zählt es als
    • Wahrnehmungsstörung zu den Symptomen 1. Ranges der Schizophrenie
  37. Gedankenausbreitung
    - meint der Patient, andere Menschen könnten seine Gedanken lesen und an ihnen teilhaben.

    - Sie zählt als Ich-Störung zu den Symptomen 1. Ranges der Schizophrenie nach K. Schneider
  38. Zönaestesien
    - Zönästhesien (Leibempfindungsstörungen) sind Störungen der eigenen Leibempfindung (Körper ist versteinert, leer) und erlebte Leibentstellungen (Körper schrumpft, wächst).

    • - Sie zählen zu den Symptomen 2. Ranges der
    • Schizophrenie nach K. Schneider.
  39. Ideenflucht
    - gehört zu den formalen Denkstörungen.

    - Die Denkinhalte wechseln ständig, plötzliche Assoziationen unterbrechen den Gedankengang und lenken ihn ab.

    - Der Denkablauf scheint beschleunigt, ist aber vom Beobachter noch nachzuvollziehen.

    - Die Ideenflucht ist typisch für die Manie, kommt aber auch bei der Schizophrenie vor.
  40. Schizophrenie
    - Symptome 1. Ranges nach Schneider -
    • Wahrnehmungsstörungen:
    • - akustische Halluzinationen mit dialogischen, imperativen, kommentierenden Stimmen; Gedankenlautwerden

    - leibliche Beeinflussungserlebnisse

    • Ich-Störung
    • - Gedankeneingebung, -entzug, -ausbreitung;
    • - Willensbeeinflussung

    • Inhaltliche Denkstörungen
    • - Wahnwahrnehmung (Personenverkennung)
  41. Schizophrenie
    - Symptome 2. Ranges
    • Wahrnehmungsstörungen
    • - optische, olfaktorische, gustatorische, taktile Halluzinationen
    • - sonstige akustische Halluzinationen
    • - Zönästhesien

    • Inhaltliche Denkstörungen
    • - Wahneinfall
  42. katatone Schizophrenien
    - 15% der Schizophrenien verlaufen als katatone Schizophrenien.

    - Dabei stehen klinisch insbesondere Störungen der Motorik und des Antriebs im Vordergrund.

    • Zu wenig Antrieb und Motorik:
    • - Katalepsie (Haltungsstereotypien): Der Patient verharrt über Stunden oder Tage in einer Körperhaltung, in die er passiv gebracht wurde
    • - katatoner Stupor, Sperrung und Mutismus
    • - Flexibilitas cerea (wächserne Biegsamkeit)

    • Negativismus und Ambivalenz
    • Zu viel Antrieb und Motorik:
    • - psychomotorische Erregung und Unruhe
    • - Bewegungs- und Sprachstereotypien (B)
    • - Befehlsautomatie (Echopraxie, Echolalie)
  43. Perniziöse Katatonie
    - Die perniziöse Katatonie ist eine lebensgefährliche Form der Katatonie, einer Störung des Antriebs und der Motorik (Stupor, Katalepsie, psychomotorische Erregung, Stereotypien).

    - Sie geht einher mit Fieber, Elektrolytstörungen, Exsikkose und Kreislaufstörungen.

    - Therapie der Wahl ist die Elektrokrampftherapie, evtl. auch die hoch dosierte Infusionstherapie mit dem Neuroleptikum Benperidol.
  44. malignes neuroleptisches Syndrom
    - ist eine lebensbedrohliche Nebenwirkung der Neuroleptika.

    • - Die verschiedenen Symptome der Neuroleptika-Nebenwirkungen treten dabei in Extremform auf, dazu
    • gehören u.a. auch Fieber, Exsikkose und Kreislaufstörungen, Akinese und Rigor,
    • weshalb die Abgrenzung zur Katatonie schwierig sein kann
  45. sensitiver Beziehungswahn
    - Mit dem Begriff "sensitiver Beziehungswahn" postulierte E. Kretschmer eine wahnhafte (paranoide) Art der Erlebnisverarbeitung bei sensitiv-asthenischen Persönlichkeiten.

    - Es kommt zu einer Wahnentwicklung bei einem gefühlszarten, schüchternen Charakter auf dem Boden eines beschämenden (moralischen) Erlebnisses.

    • - Die Kranken glauben, man sähe ihnen ihr Laster an
    • (z.B. Masturbation), sie fühlen sich beschämt, belächelt und missachtet
  46. bipolare zyklothyme (affektive) Psychose
    - beinhaltet depressive und manische Espisoden. Zu den 3 Kardinalsymptomen der Manie gehören die Ideenflucht, die Steigerung des Antriebs und die gehobene und leicht irritierbare Stimmung.

    • - Eine (paranoide) Wahnentwicklung gehört hier
    • nicht dazu.
  47. Transsexualität
    - Die Prävalenz der Transsexualität wird bei Mann-zu-Frau Transsexuellen mit 1:30.000 angegeben, bei Frau-zu-Mann Transsexuellen mit 1:100.000.

    - Die Aussage "bei einem erheblichen Teil der Fälle" ist also für Mann-zu-Frau-Transsexualismus durchaus zutreffend.

    - Der Unterschied in der Prävalenz kann soziokulturell zu erklären sein, da die Frauenrolle in der Gesellschaft flexibler ist (Frauen können sich männlich kleiden) und die Störung daher nur seltener diagnostiziert wird.

    • - Der Transvestismus gehört auch zu den Geschlechtsidentitätsstörungen.
    • - Jemand ohne Merkmale des anderen Geschlechts besitzt den Drang, Kleider des anderen Geschlechts anzuziehen, was für ihn sexuell erregend ist.

    - Der Transvestit hat also ein entgegengesetztes Sexualempfinden, ohne jedoch die beim Transsexualismus bestehende Überzeugung, dem anderen Geschlecht anzugehören.

    - Die Begriffe sind daher nicht synonym!

    - Im so genannten Transsexuellengesetz ist die Personenstandsänderung geregelt.

    - Für eine Personenstandsänderung wird gefordert, dass der Antragssteller nicht verheiratet ist, "dauerhaft fortpflanzungsunfähig" und sich einem "seine äußeren Geschlechtsmerkmale verändernden Eingriff" unterzogen hat.

    - Zwei unabhängige Gutachter müssen feststellen, dass der Antragssteller sich dem anderen Geschlecht als zugehörig empfindet

    - seit mind. 3 Jahren unter dem Zwang steht, seinen Vorstellungen entsprechend zu leben

    - nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft sich das Zugehörigkeitsgefühl zur anderen Geschlechterrolle nicht mehr ändert

    • - Versuche, das transsexuelle Syndrom psychotherapeutisch zu bearbeiten und
    • damit aufzulösen, scheitern fast immer.

    • - Psychotherapeutische Maßnahmen können
    • aber hilfreich sein, dysphorische und aggressive Stimmungen und suizidale Gedanken zu bearbeiten
    • . - Sie sind daher nicht kontraindiziert.

    • - Das therapeutische Vorgehen umfasst eine Kette von Maßnahmen:
    • - Betreuung und Beobachtung über 1 Jahr.
    • - Bleibt der transsexuelle Wunsch stabil?
    • - "Alltagstest": Der Betroffene lebt 1 Jahr in der angestrebten Geschlechterrolle

    gegengeschlechtliche Hormonmedikation

    • am Ende kann eine Transformationsoperation
    • stehen
  48. Psychoanalyse
    - gehört zu den aufdeckenden psychodynamischen Therapieverfahren, die darauf beruhen, unbewusste Konflikte während der Therapie aufzudecken, zu erkennen und emotional zu "durchleben".

    • - Freie Einfälle ("Assoziationen"), Fehlleistungen und
    • Träume sind das Material, um an unbewusste Konflikte zu gelangen.

    - Abstinenzregel = der Therapeut soll sich dabei möglichst passiv verhalten, seine eigenen Konflikte nicht thematisieren, keinen Kontakt zum Patienten außerhalb der Therapie pflegen etc..
  49. klientenzentrierte Psychotherapie
    - Der Begriff "klientenzentrierte Psychotherapie" wird in der Gesprächspsychotherapie benutzt, kann sogar synonym dazu benutzt werden.

    • - Je mehr der Patient den Therapeuten als real, empathisch und ihn akzeptierend erlebt, desto leichter wird er sich auf einen Zustand zubewegen, der durch
    • akzeptierendes Erleben verschiedener persönlicher Gefühle gekennzeichnet ist.

    • - Dieses Verfahren ist geeignet, Anpassungsschwierigkeiten nach einem belastenden
    • Ereignis zu bearbeiten
  50. Verhaltensmodifikation
    - beschreibt die Veränderung unerwünschten Verhaltens durch Einsatz von lernpsychologischen Methoden, z.B. im Rahmen einer Verhaltenstherapie.

    - Um eine Veränderung des Sozialverhaltens zu erreichen, ist sie gut einsetzbar.
  51. Gesprächspsychotherapie nach Rogers
    - Die Gesprächspsychotherapie nach Rogers wird besonders bei der Krisenintervention bei akuten Konflikten angewandt und hat zum Ziel, die Selbstakzeptanz und die "Selbstgestaltung" zu fördern.

    - Der Beziehung zwischen Patient und Therapeut wird eine sehr große Bedeutung beigemessen.

    - Folgende Bedingungen auf Seiten des Therapeuten, die dem Patienten auch vermittelt werden sollen, müssen gegeben sein:

    • - kongruente Beziehung
    • - unbedingte positive Zuwendung (mit Akzeptanz und positiver Wertschätzung)
    • - einfühlendes Verstehen
  52. Individualpsychotherapie nach Adler
    - ist eine wichtige tiefenpsychologische Weiterentwicklung der klassischen Psychoanalyse.

    - Neurotische Störungen entwickeln sich nach Adler aus der Abwehr gegen die Anforderungen und Erwartungen der Umwelt.

    - Zur Therapie gehört u.a. die Ausbildung einer tragfähigen Therapeut-Klient-Beziehung, ohne explizite Voraussetzungen.
  53. Verhaltenstherapie
    • - Die Verhaltenstherapie (VT) bedient sich lerntheoretischer Modelle, z.B. Lernen am Erfolg und Erlernen von Techniken, die zur Bedürfnisbefriedigung
    • führen.

    • Techniken:
    • - Gedankenstopp = Verfahren bei störenden Gedanken. Sobald solche Gedanken ins Bewusstsein des Patienten treten, ruft der Therapeut, später der Patient selbst, "Stopp"

    - Lernen am Modell = Erlernen durch Imitation und aktives Einüben

    - Selbstsicherheitstraining = Einüben sozialer Kompetenzen

    - Diskriminationslernen = ebenfalls ein Lernen am Modell, der Patient muss dabei komplexe Stimulusbedingungen auseinander halten und beurteilen

    • - Lernen am Erfolg
    • - systematische Desensibilisierung
    • - Reizüberflutung
  54. Hypnokatharsis
    - ist ein aufdeckendes psychotherapeutisches Verfahren, keine Methode der VT.

    • - Unter Hypnose werden weit zurückliegende, aus der Anamnese aber bekannte, traumatische Erlebnisse ins Bewusstsein gerufen und vom Patienten möglichst
    • ausführlich geschildert, wodurch es zu einem "Abreagieren" kommen soll.

    - Umstrittenes Verfahren
  55. Behandlung ängstlich agitierte major Depression
    - es wird ein Antidepressivum mit angstlösenden und sedierenden Eigenschaften gesucht

    - z.B:

    - Doxepin ist ein nicht selektiver Monoamin-Re-Uptake-Inhibitor, der über Wiederaufnahmehemmung der Monoamine Noradrenalin und Serotonin in die präsynaptischen Vesikel zur Stimmungsaufhellung durch Verstärkung der noradrenergen und serotinergen Übertragung im ZNS führt.

    - Doxepin im speziellen wirkt stark sedierend und anxiolytisch und ist deshalb bei einer Major-Depression mit ängstlich agitierten Symptomen v.a. zur Suizidprophylaxe sehr geeignet.

    • --> Desipramin ist ein Trizyklisches, dass angstlösend und antriebssteigernd wirkt
    • --> SSRIs sind ebenfalls antriebssteigernd
  56. affektive Störungen gemäß ICD-10
    • - manische Episode (Hypomanie bis Manie)
    • - bipolare affektive Störung (zum Diagnosezeitpunkt manische, depressive oder gemischte Episode)
    • - depressive Episode
    • - rezidivierende depressive Störung (leichte bis schwere Episode, mit oder ohne somatische oder psychotische Symptome)
    • - anhaltende affektive Störung (Zyklothymie, Dysthymie)
    • - andere affektive Störungen
    • - nicht näher bezeichnete affektive Störung
  57. psychotisch wahnhafte Depression
    - Eine depressive Episode kann auch mit Wahnsymptomatik als "psychotische (wahnhafte) Depression" verlaufen.

    -häufigsten Wahninhalte sind:

    - hypochondrischer Wahn: Überzeugung, unheilbar krank zu sein

    - nihilistischer Wahn: Überzeugung, innerlich tot zu sein

    - Verarmungswahn und Versündigungswahn

    • - Verkleinerungswahn: Überzeugung, körperlich zu
    • schrumpfen

    - Die übrigen genannten Wahninhalte sind weniger wahrscheinlich und treten eher bei der Schizophrenie
  58. Gestalttherapie
    - kommt aus dem Bereich der Gestaltpsychologie und gehört zu den non-verbalen, körperbezogenen Psychotherapieverfahren.

    - Die Therapie soll die Persönlichkeit in ihrer wahren Gestalt wieder herstellen und den Betroffenen in die Lage versetzen, diese eigene Persönlichkeit auch wahrzunehmen.

    - Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit Widerständen und Kontaktstörungen.
  59. expressive Sprachstörungen im Kindesalter
    - gesprochene Sprache dem Intelligenzniveau nicht angemessen

    - Dysgrammatismus mit syntaktischen Störungen der Wort- und Satzbildung: Fehler bei Deklination und Konjugation bis hin zu verbindungslosen Wortreihen und Agrammatismus (Einwortsätze)

    - eingeschränkter Wortschatz

    - begleitende emotionale und Verhaltensauffälligkeiten möglich

    Meist liegen Mischformen mit rezeptiven Sprachstörungen vor, isolierte Schwächen sind selten.
  60. rezeptive Sprachstörungen
    - Störungen des Sprachverständnisses, begleitende emotionale und Verhaltensauffälligkeiten möglich

    - Ursächlich dürften die Symptome weder neurologischen Veränderungen noch sensorischen Beeinträchtigungen, noch einer Intelligenzminderung oder Umweltfaktoren zugeordnet werden
  61. Debilität
    - bezeichnet eine Intelligenzminderung mit einem IQ von 50-69.
  62. enechetische Persönlichkeit
    • - Merkmal einer enechetischen Persönlichkeit ist das Anhaften und Sich-nicht-lösen-können von einer Handlung oder einem Gedanken, z.B. nicht enden
    • wollendes Händeschütteln.

    - Es hat mit der Hyperkinetischen Störung nichts zu tun
  63. Enkopresis
    - Mit dem Begriff Enkopresis bezeichnet man den wiederholten, unwillentlichen Stuhlabgang ohne organische Ursachen nach dem 3. Geburtstag.

    - Man unterscheidet - wie bei der Enuresis - eine primäre und eine sekundäre Enkopresis: Bei der primären Form war eine Stuhlkontinenz nie vorhanden, bei der sekundären Form kommt es zu einem "Rückfall".

    • - Nach Ausschluss einer organischen Ursache spielen bei nicht-oligophrenen Kindern emotionale Störungen
    • eine wichtige Rolle bei der Ätiologie (z.B. Stress durch Druck bei der Sauberkeitserziehung und durch intrafamiliäre Beziehungsstörungen).

    - Fast immer kommt es zum Einkoten in die Unterwäsche, die die Kinder dann versuchen zu verstecken.

    - Das Ausmaß reicht von leichten Schmutzspuren bis hin zu größeren, geformten Kotmassen.

    - Enkopresis und ausgeprägte emotionale Störungen, insbesondere aggressives und kontaktgestörtes Verhalten, gehen häufig miteinander einher.

    - Enkopresis kann als Zurückhalten des Stuhls mit nachfolgender Überlaufinkontinenz auftreten.

    - Die Rate der Kinder mit Enkopresis sinkt kontinuierlich von knapp 3% im Alter von 3 Jahren auf 1,5% im Alter von 7-8 Jahren ab.

    - Bis über das 16. Lebensjahr bleibt sie in der Regel nicht bestehen.

    • - Die Enkopresis ist insgesamt seltener - siehe Antwort - als die primäre Enuresis, von der im Alter von 5 Jahren etwa 15%, im Alter von 7 Jahren
    • etwa 7% aller Kinder betroffen sind.
  64. hebephrenen Form der schizophrenen Psychose
    - zeigt der Patient einen besonders läppischen Affekt. Er ist laut, enthemmt, ausgelassen und rücksichtslos
  65. Landau-Kleffner-Syndrom
    - ist eine erworbene Aphasie und Epilepsie des Kindesalters.

    - Nach zuvor normaler Sprachentwicklung kommt es zu einer evtl. vollständigen Sprachverständnisstörung, die Kinder erscheinen schwerhörig oder taub.

    - Epileptische Anfälle können hinzutreten.

    - Die Intelligenz bleibt gewöhnlich erhalten, die Prognose einer zumindest teilweisen Rückbildung der Symptomatik bis zur Pubertät ist recht gut.
  66. multiple Persönlichkeit
    - ist das Vorhandensein von zwei oder mehr verschiedenen Persönlichkeiten innerhalb eines Individuums.

    • - Dabei ist immer nur eine Persönlichkeit momentan
    • nachweisbar, die keinen Zugang zur Existenz oder Erinnerung der anderen hat.

    - Das Krankheitsbild ist heute umstritten, die Trennung von komplexen Persönlichkeitsstörungen ist schwierig.
  67. organische Psychosen
    - Als organische Psychosen bezeichnet man psychische Störungen, denen ein pathologisch-anatomisches Substrat zugrunde liegt.

    • - Ursache können Hirnschädigungen oder körperliche Allgemeinerkrankungen sein, die zu psychischen
    • Störungen als Symptom führen, z.B. Trauma, Infektion, Stoffwechselstörung, Intoxikation.

    - Hier wird eine akute schizophrenieforme (-artige) Psychose als Folge einer Hirnsubstanzschädigung beschrieben.

    - Klinisch zeigt die Patientin Zoenästhesien (Störungen des Leibempfindens, hier aufsteigende Missempfindungen), gustatorische Halluzinationen, Symptome einer zykloiden Psychose (Glücksgefühl/Angst) und akustische Halluzinationen.

    • - Diese Symptomatik passt prinzipiell zur Diagnose einer Schizophrenie, jedoch ist insbesondere bei
    • der Schizophrenie vor Stellung der Diagnose eine organische Genese immer sorgfältig auszuschließen.

    • - Der wichtigste Hinweis ist hier der EEG-Befund
    • mit Rhythmus- und Amplitudenunregelmäßigkeiten ("Dysrhythmie") über beiden Hirnhälften und eine umschriebene kortikale Funktionsstörung ("Herdbefund") links temporoparietal.

    • - Dies spricht für eine strukturelle Hirnläsion links
    • temporoparietal.

    • - Bei dieser Lokalisation ist das Fehlen neurologischer
    • Zusatzsymptomatik bei alleinigem Vorliegen psychischer Symptome durchaus möglich.

    - Ursache können u.a ein Tumor oder eine wachsende Gefäßmalformation sein.
  68. Zönästesien
    - sind Störungen des Körperempfindens, der Patient fühlt sich versteinert, vergoldet, vertrocknend oder wachsend, schrumpfend etc.

    - Bei der schizodepressiven Störung können solche Symptome auftreten, der Begriff "zönästhetische Depression" ließ sich nicht finden.
  69. Opiat-Entzugserscheinungen
    • - Frieren, Temperaturanstieg und Schweißausbrüchen
    • - abdominellen Krämpfen, Übelkeit und Erbrechen
    • - Angst und Unruhe
    • - Muskelschmerzen
    • - Nasenlaufen
    • - Schlaflosigkeit
    • - Mydriasis
    • - Blutdruckanstieg
    • - selten psychotische Erscheinungen.
    • - Bei der Opiatintoxikation kommt es zu epileptischen Anfällen. Diese können auch als Entzugssymptom auftreten, die Entwicklung eines Status epilepticus ist
    • jedoch unwahrscheinlich!!
  70. dissoziative Amnesie
    • - Mit dem Begriff dissoziative Amnesie bezeichnet man ein selektives Vergessen traumatischer oder belastender Erinnerungen ohne organische Ursache,
    • also psychogen.

    - Sie gehört nach ICD 10 zu den dissoziativen Störungen, wie z.B. auch die dissoziative Fugue, der dissoziative Stupor, die multiple Persönlichkeit oder das Ganser-Syndrom (immer wieder IMPP-Fragen dazu).
  71. emotional instabile Persönlichkeit
    Zur emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung zählen nach ICD-10:

    • - Borderline-Typ (s.u.)
    • - impulsiver Typ (unerwartetes Handeln, Streitsucht, Wut- und Gewaltausbrüche, unbeständige Stimmung etc.)

    - histrionische Persönlichkeitsstörung (dramatische Selbstdarstellung, Suggestibilität, oberflächlicher Affekt, Geltungssucht etc.)

    Zur Diagnose des Borderline-Typs gehören:

    - unerwartetes Handeln ohne Berücksichtigung der Konsequenz, unbeständige und unberechenbare Stimmung

    - Tendenz zu Streitereien und Konflikten, Neigung zu Ausbrüchen von Wut und Gewalt mit Kontrollverlust

    - Schwierigkeiten, Handlungen beizubehalten

    - Störung und Unsicherheit bezüglich des Selbstbildes

    - anhaltendes Gefühl von Leere

    - Drohungen und Handlungen mit Selbstschädigung

    - Neigung, sich auf intensive, aber instabile Beziehungen einzulassen, oft mit der Folge emotionaler Krisen

    - übertriebene Versuche, Verlassenwerden zu verhindern
  72. depressiver Stupor
    - Ein durch hochgradige Denk- und Willenshemmung auftretender Stupor bei der endogenen Depression wird als "depressiver Stupor" bezeichnet.

    - Stupor = abnormer Zustand mit Fehlen jeglicher körperlicher oder psychischer Aktivität.

    - Der Stupor ist ein Symptom der Katatonie, einer Antriebsstörung bei der Schizophrenie
  73. hypnagoge Halluzination
    - Als hypnagoge Halluzinationen bezeichnet man Wahrnehmungsstörungen (Halluzinationen, Wahrnehmungsveränderungen), die beim Einschlafen oder Aufwachen bei jedem Menschen auftreten können.
  74. Gerstmann-Sträussler-Scheinker-Syndrom
    - Das Gerstmann-Sträussler-Scheinker-Syndrom ist autosomal vererbt, es finden sich im ZNS amyloide Plaques und eine Degeneration der grauen Substanz.

    - Die Erkrankung beginnt zwischen dem 40. und 50. Lj, zunächst mit motorischen Symptomen, zu einer dann irreversiblen, demenziellen Entwicklung kommt es erst spät.
  75. Delirium tremens
    - Optische, szenenhafte Halluzinationen sind typisch für das Alkoholdelir (Delirium tremens), das v.a. bei Alkoholentzug auftritt.

    - Sie können auch auftreten bei der LSD-Psychose und bei Läsionen des Okzipitallappens
  76. Alkoholhalluzinose
    - es stehen akustische Halluzinationen im Vordergrund.
  77. manischer Stupor
    - Beim manischen Stupor besteht trotz manisch gehobener Grundstimmung und Ideenflucht eine Bewegungslosigkeit infolge Willenshemmung. (Patient liegt im Bett, gibt keine Antwort, lächelt ohne Anlass oder nestelt herum.)

    - Halluzinationen gehören nicht hierzu.
  78. zentrale pontine Myelyse
    - Die zentrale pontine Myelinolyse ist eine Entmarkung zentraler Bereiche der Pons als Folge von chronischem Alkoholismus, Mangelernährung oder zu rascher Korrektur einer Hyponatriämie, die wiederum häufig bei Alkoholkranken und alten Menschen vorliegt.

    • - Von der Entmarkung betroffen sind insbesondere
    • die Bahnen der Hirnnervenkerne.

    • - Klinisch zeigt sich ein akut auftretendes
    • Bulbärhirnsyndrom mit den genannten Symptomen
  79. Marchiafava-Bignami-Syndrom
    - ist ein neuropsychiatrisches Krankheitsbild bei chronischem Alkoholismus.

    - Es kommt zu Intelligenzabbau, Wesensänderung, Sprach- und Bewegungsstörungen und epileptischen Anfällen.

    - Die Symptome treten allmählich auf.

    • - Neuropathologisch findet sich eine Degeneration des Corpus callosum (Balken) und eine laminäre
    • Hirnrindensklerose.
  80. alkoholische Myopathie
    - In der akuten Phase einer alkoholischen Myopathie kommt es zur Rhabdomyolyse mit starken Muskelschmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen der Extremitätenmuskulatur.

    - Augen- und Kopfmuskeln sind meist nicht betroffen, es besteht die Gefahr eines Nierenversagens.
  81. Zieve-Syndrom
    - Das Zieve-Syndrom tritt bei der Alkoholkrankheit auf und umfasst folgende

    - Trias: Hämolyse, Hyperlipidämie und alkoholtoxische Hepatopathie mit Ikterus
  82. Kearns-Sayre-Syndrom
    - Beim Kearns-Sayre-Syndrom (Ophthalmoplegia plus) kommt es zu einer externen Ophthalmoplegie aufgrund einer mitochondrialen Myopathie mit Ptose und Doppelbildern, weiterhin zu einer retinalen Degeneration und Reizleitungsstörungen des Herzens mit Adam-Stokes-Anfällen (zerebrale Hypoxie durch Herzrhythmusstörungen).

    - Erkrankungsbeginn vor dem 20. Lj.
  83. Wernicke-Encephalopathie
    - Die Wernicke-Enzephalopathie kommt vor allem bei schwerem Alkoholismus vor.

    - Es kommt zu Blutungen in die Corpora mammillaria, Hypothalamus, Thalamus und andere Hirnabschnitte, die dann sekundär degenerieren.

    - So kommt es zum beschriebenen neuropathologischen Bild.

    - Ursache ist ein Mangel an Vitamin B1 (Thiamin).

    • - Klinisch zeigen sich Augenmuskelparesen, ein
    • meist horizontaler Nystagmus und eine ataktische Gangstörung.
  84. Autopsie: Schrumpfung und bräunliche Verfärbung der Corpora mamillaria
    - v.a. Wernicke-Encephalopathie
  85. Depersonalisation
    - gehört zu den Entfremdungserlebnissen, die den Ich-Störungen nahe stehen.

    - Der Betroffene kommt sich selbst fremd und unvertraut vor.

    • - Sie sind für keine Erkrankung spezifisch, K. Schneider bezeichnet sie als "uncharakteristische
    • Symptome der Schizophrenie".

    - Vorkommen z.B. bei Übermüdung, in der Pubertät, bei Neurosen und bei Intoxikationen.
  86. Katatonie
    - Bei der Katatonie bestehen insbesondere Störungen des Antriebs und der Motorik.

    - Sie tritt bei der Schizophrenie, aber auch bei schwerer Depression und Frontalhirnschäden auf.

    • Hypokinetische Symptome:
    • - Stupor (katatoner Sperrungszustand): Patient ist hellwach, erstarrt wir eine Statue, regiert nicht auf äußere Reize und spricht auch nicht (Mutismus)

    - Negativismus: wird der Betroffene zu Handlungen aufgefordert, führt er sie entweder gar nicht (passiver N.) oder andere Handlungen (aktiver N.) aus.

    - Katalepsie: Beibehalten von Körperhaltungen, in die der Betroffene passiv gebracht wurde.

    • Hyperkinetische Symptome:
    • - psychomotorische Erregung
    • - Bewegungs- und Sprachstereotypien: ständiges, zielloses Wiederholen von Bewegungen
    • - Manierismen: sonderbare Abänderungen alltäglicher Bewegungen.

    - NICHT: Kataplexie
  87. Negativismus
    - z.B. im Rahmen der Katatonie

    - wird der Betroffene zu Handlungen aufgefordert, führt er sie entweder gar nicht durch (passiver N.) oder andere Handlungen (aktiver N.)
  88. Katalepsie
    - im Rahmen der Katatonie

    - Beibehalten von Körperhaltungen, in die der Betroffene passiv gebracht wurde
  89. Manierismen
    - im Rahmen der Katatonie

    - sonderbare Abänderungen alltäglicher Bewegungen
  90. Kataplexie
    • - beschreibt den plötzlichen Tonusverlust der gesamten oder von Teilen der Körpermuskulatur als Reaktion auf eine unerwartete affektive Erregung (z.B.
    • Lachschlag).

    - Dieser "affektive Tonusverlust" wird zu den nicht-epileptischen Anfällen gezählt und gehört nicht zur Katatonie.
  91. Exhibitionismus
    - Beim Exhibitionismus wird sexuelle Befriedigung erreicht durch Demonstration des erigierten Penis, verbunden mit der Schreckreaktion der Frau

    - Die Betroffenen sind meist schüchtern und ängstlich, im heterosexuellen Kontaktverhalten sind sie unsicher

    - Es besteht keine typische Persönlichkeitsstruktur, häufig findet sich eine gering ausgebildete Identifikation mit der männlichen Rolle.

    - Tiefenpsychologisch handelt es sich um eine Machtdemonstration gegenüber der als übermächtig erlebten Frau.

    - Im Alltag erscheint der Betroffene meist unauffällig und in "normaler" sexueller Beziehung lebend (verheiratet)

    - Exhibitionisten bleiben in der Regel in ausreichender Entfernung von ihrem Opfer und werden nicht handgreiflich

    • - Der "transitorische Exhibitionismus" während der Pubertät hat eine gute Prognose, im Alter können hirnorganische Veränderungen dem Exhibitionismus
    • zugrunde liegen.
  92. Wahnwahrnehmung
    - einer objektiv richtigen Wahrnehmung ("Hundegebell") wird eine abnorme, Ich -bezogene Bedeutung beigemessen ("um mich zu prüfen").
  93. Illusionäre Verkennung
    - sind den Halluzinationen nahe stehende Erfahrungen.

    - Etwas tatsächlich Vorhandenes wird für etwas anderes gehalten.

    - V.a. bei Dunkelheit oder Müdigkeit.

    - Beispiel: Der Busch am Wegrand wird für eine kauernde Gestalt gehalten.
  94. Gedankeneingebung
    - Gedankeneingebung gehört zu den Ich-Störungen, Symptom 1. Ranges der Schizophrenie nach K. Schneider.

    • - Der Patient beklagt, dass ihm fremde Gedanken
    • von außen eingegeben würden
  95. Pseudohalluzinationen
    - sind den Halluzinationen nahe stehende Erfahrungen.

    - Der Trugcharakter der, meist bildhaften, Sinnestäuschung wird erkannt.

    - Beispiel: Patient sieht vor sich eine Hand, die er aber sofort als "Bild" entlarvt
  96. Intoxikation mit trizyklischen Antidepressiva
    - Amitriptylin gehört zur Gruppe der tri- und tetrazyklischen Antidepressiva.

    - Bei Intoxikation zeigen sich:

    periphere anticholinerge Wirkungen:

    • - Mydriasis, Akkomodationsstörungen
    • - Mund- und Hauttrockenheit
    • - Miktionsstörungen

    • kardiale Wirkungen:
    • - Tachykardie
    • - Erregungsausbreitungs- und Leitungsstörungen mit Verbreiterung des QRS-Komplexes und Verlängerung von PQ- und QT-Zeit.
    • - AV-Block
    • - z.T. tox. Myokardschäden mit Extrasystolen

    • Wirkungen auf das ZNS:
    • - epileptische Anfälle
    • - Erregungszustände, Delir
    • - Pyramidenbahnzeichen, Ataxie
    • - Atemdepression
  97. Elektrokonvulsionstherapie
    • - Bei der Elektrokonvulsionstherapie (Elektrokrampftherapie, EKT) wird unter
    • Kurznarkose durch elektrische Stimulation ein epileptischer Anfall ausgelöst.

    • Indikationen sind:
    • - pharmakoresistente endogene Depression
    • - perniziöse Katatonie bei Schizophrenie (lebensgefährliche Form mit katatoner Symptomatik, Fieber, Elektrolytstörungen, Exsikkose und Kreislaufstörungen)
    • (E)
  98. Ataxia teleangiectasia
    - Louis-Bar-Syndrom

    • - dabei kommt es aufgrund gestörter DNS-Reparatur bereits im Kindesalter zu Kleinhirnataxie, Choreoathetose, Okulomotorikstörungen und
    • Minderbegabung.
  99. Gefühl der Gefühlslosigkeit
    - Das "Gefühl der Gefühllosigkeit" findet man v.a. bei der Depression.

    - Der Betroffene leidet darunter und berichtet, seine Gefühle seien abgestorben, er könne für nichts und niemanden mehr etwas empfinden, alles sei ihm egal.
  100. Befehlsautomatismen
    - sind Störungen der Psychomotorik (katatone Symptomatik).

    • - Psychomotorische Hyperkinesen äußern sich dabei z.B. durch immer wieder nachgeahmte Handlungen
    • oder Wiederholung von Gehörtem (Echopraxie, Echolalie).

    - Vorkommen bei der Schizophrenie.
  101. katathyme Amnesie
    - Bei der katathymen Amnesie kommt es zu Vergessen durch unbewusste psychische Vorgänge.

    • - Die Amnesie betrifft nur bestimmte Ereignisse oder
    • Personen, während alles andere gut behalten werden kann.

    • - So kann sich der Betroffene z.B. an ein Ereignis erinnern, nicht jedoch an die Anwesenheit einer
    • bestimmten Person.
  102. Denkhemmung
    - typisches Symptom bei major Depression
  103. Störungen der Impulskontrolle
    • - Bei Störungen der Impulskontrolle drängt es die Patienten, solchen Handlungen nachzugehen, die nachweislich ihnen selbst oder der Gesellschaft
    • schaden.

    • - Es ist nicht klar, ob es sich um eigenständige Krankheitsbilder handelt oder um Syndrome im Umfeld von z.B. Persönlichkeitsstörungen o.ä.
    • Der ICD-10 zählt hierzu v.a.:

    • - pathologisches Spielen
    • - pathologische Brandstiftung (Pyromanie)
    • - pathologisches Stehlen (Kleptomanie)
    • - Trichotillomanie: pathologisches Haare ausreißen (Kopf, Augenbrauen) mit sichtbarem Haarverlust, das als lustvoll erlebt wird.
    • - Krankheitsbeginn um das 10. Lj.
  104. Autismus
    - Unter Autismus versteht man das Sichabsondern von der Außenwelt.

    - Dabei zieht sich das Kind in eine eigene Gedanken- und Vorstellungswelt zurück.

    - Man unterscheidet den frühkindlichen Autismus nach Kanner und die autistische Psychopathie (Asperger-Syndrom).

    • Der Kanner-Typ zeigt folgende Charakteristika:
    • - Beginn bis zum 30. Lebensmonat
    • - Laufen vor Sprechen, Kind wirkt retardiert
    • - fehlendes Kontakt- und Bindungsverhalten; kaum emotionale Reaktionen
    • - deutliche Sprachstörungen mit Echolalien, Neologismen (Wortneubildungen), Iterationen (Wiederholungen) etc.
    • - 30% der Kinder bleiben stumm
    • - weniger Interesse an der Funktion eines Objekts als an einzelnen Teilaspekten des Objekts wie z.B. dessen Oberfläche oder Geruch
    • - häufig Ausbildung von motorischen Stereotypien wie Händewedeln etc.
    • - niedrige Intelligenz im Gegensatz zum Asperger-Typ, dort normale bis hohe Intelligenz
  105. amentielles Syndrom
    • - bezeichnet man eine infolge von körperlichen Erkrankungen auftretende Verwirrtheit mit illusionären Verkennungen, Halluzinationen, motorischer Unruhe
    • und inkohärentem Denken.

    • - Eigentlich ein veralteter Begriff. Im englischen
    • Sprachgebrauch bezeichnet Amentia auch eine erhebliche intellektuelle Minderbegabung.
  106. Klüver-Bucy-Syndrom
    • - Als Klüver-Bucy-Syndrom bezeichnet man eine ausgeprägte "Hyperoralität" (alles wird in den Mund genommen, zusätzlich Gefräßigkeit), Hypersexualität,
    • motorische Verlangsamung und Gedächtnisstörungen.

    - Ursache ist meist eine Schädigung des Temporallappens.
  107. Wernicke-Encephalopathie
    - Die Wernicke-Enzephalopathie ist eine vor allem bei schwerem Alkoholismus vorkommende akute Erkrankung mit Blutungen in die Corpora mammilaria und andere Hirnabschnitte.

    • - Ursache ist ein Mangel an Vitamin
    • B1 (Thiamin).

    • Klinisch zeigen sich:
    • - Ataxie, z.B. eine ataktische Gangstörung
    • - Störungen der Okulomotorik (bilateral, asymmetrisch), am häufigsten Abduzensparesen, Nystagmus und Blicklähmung (konjugiert oder sogar komplett)
    • - amnestische Störungen mit globaler Verwirrtheit

    • - Motorische Paresen, insbesondere eine Tetraplegie, sind nicht charakteristisch.
    • - Bei chronischem Alkoholismus kann es in Folge der
    • alkoholtoxischen Polyneuropathie zu isolierten Paresen
    • kommen.
  108. Parathymie
    = Denkinhalt und gezeigtes Gefühl passen nicht zusammen (z.B. wird lächelnd von einem schlimmen Ereignis erzählt).

    • - Diese Störung des Affekts wird v.a. bei der
    • Schizophrenie beschrieben.

    • - Bei den Persönlichkeitsstörungen kann man sie am
    • ehesten den emotional-instabilen, evtl. auch der schizoiden Persönlichkeitsstörung zuschreiben
  109. Schizoide Persönlichkeit
    - emotionale Kühle, Distanziertheit und abgeflachter Affekt

    - mangelhaftes Gespür (unbewusst) für soziale Normen und Konventionen (bewusstes Missachten tritt auf bei der dissozialen Persönlichkeitsstörung)

    - Introvertiertheit: bevorzugt allein auszuführende Aktivitäten, hat kaum Freunde, wird von eigenen Phantasien eingenommen

    - geringes Interesse an sexuellen Erfahrungen mit einem anderen Menschen

    - Unfähigkeit Gefühle auszudrücken, gleichgültig gegenüber Lob und Kritik

    - Freudlosigkeit
  110. Anhedonie
    • - Interessen- und Freudlosigkeit
    • - z.B. im Rahmen PTBS
  111. Therapie Panikstörung
    • - Bei Angststörungen ist eine Verhaltenstherapie indiziert, bei der der Patient unter kontrollierten Bedingungen mit den Angst auslösenden Reizen
    • konfrontiert wird, z.B. die systematische Desensibilisierung.

    - Unterstützend ist aufgrund des deutlichen Vermeidungsverhaltens und Rückzugs des Patienten eine Therapie mit einem Antidepressivum durchaus sinnvoll.

    - Hier bieten sich selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) an, die bei leichten Depressionen besonders geeignet sind.
  112. Synästhesie
    - bezeichnet ein Zugleichempfinden auf verschiedenen Sinnesgebieten.

    - Die Erregung in einem Sinnesgebiet führt gleichzeitig zu einer Wahrnehmung in einem anderen.

    - So erzeugen z.B. bestimmte Töne bestimmte Farbwahrnehmungen.

    - Einige wenige Menschen haben diese "Gabe" von Natur aus, Synästhesien können aber auch durch Halluzinogene ausgelöst werden.
  113. chronisch taktile Halluzinose
    - Bei der chronischen taktilen Halluzinose ist der Patient davon überzeugt, dass auf oder unter seiner Haut kleine Tiere (Würmer, Käfer) krabbeln, von deren Existenz er überzeugt ist.

    - Synonyme für diesen Begriff sind Dermatozoenwahn oder Ekbom-Syndrom.

    • - Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
    • Ursachen:
    • - insbesondere die organische Psychose, z.B. auf dem Boden von chronischen zerebralen Durchblutungsstörungen bei älteren Menschen

    - chronischer Substanzmissbrauch (Alkohol oder eben auch Heroin)

    - Diabetes mellitus

    - Hypovitaminosen

    - Nierenversagen und Lymphome

    - Polyneuropathie oder Hautveränderungen mit Pruritus
  114. formale Denkstörungen
    - Formale Denkstörungen sind Störungen des Denkablaufs.

    • Dazu gehören u.a.:
    • - Ideenflucht: ständig wechselnde Denkinhalte und beschleunigter Denkablauf, ohne dass Gedankengänge adäquat zu Ende gebracht werden; vom
    • Beobachter aber noch nachvollziehbar.

    - Die Ideenflucht ist typisch für die Manie, kommt aber auch bei der Schizophrenie vor.

    • - zerfahrenes/inkohärentes Denken: Gedankensprünge, denen der Zuhörer nicht
    • mehr folgen kann.

    - verlangsamtes und gehemmtes Denken

    - Gedankensperrung und Gedankenabreißen

    - Vorbeireden
  115. Wahnstimmung
    - geht meist dem manifesten Wahn voraus.

    • - Die Umgebung scheint dem Betroffenen
    • dabei unheimlich, es "liegt etwas in der Luft".

    - Selten positive Stimmung.
  116. Stereotypien
    - Stereotypien sind wiederholte, gleichförmige Bewegungen.

    - Im Gegensatz zum Tic handelt es sich um sinnvolle, integrierte und wohl auch Willens gesteuerte Bewegungen.

    - Risikogruppen sind geistig behinderte, blinde, psychotische und deprivierte (vereinsamte) Kinder.

    • Dazu gehören:
    • - rhythmische Bewegungen von Körper und Kopf (Jaktationen)
    • - Augenbohren
    • - Händewedeln/-schütteln
    • - Haarezupfen und -drehen
    • - Automanipulation, sich selber kratzen, schlagen und beißen

    • - NICHT: PICA
    • Die Pica gehört zu den Essstörungen des frühen und mittleren Kindesalters. Der Ausdruck bezeichnet einen Drang, alle Dinge, insbesondere ungenießbare Stoffe, in den Mund zu nehmen und auch zu essen (z.B. Abfälle, Farben, Blätter, Textilstoffe). Vorkommen häufig bei Psychosen, Minderbegabungen und Hospitalismus. Komplikation: Darmverschlüsse.
  117. Parasomie
    • - Als Parasomnien bezeichnet man Schlafstörungen, die keine primäre Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus darstellen, aber den Schlafprozess
    • unterbrechen.

    • Hierzu zählen u.a.:
    • - nächtliche Alpträume
    • - Pavor nocturnus (plötzliches Aufwachen mit Schreckensschrei und vegetativen Angstsymptomen)
    • - Somnambulismus ("Schlafwandeln")
  118. Katalepsie
    - beschreibt das Beibehalten von Körperhaltungen, in die der Betroffene passiv gebracht wurde.

    - Diese psychomotorische Störung kommt als katatone Symptomatik bei der Schizophrenie vor.
  119. Kataplexie
    • - beschreibt den plötzlichen Tonusverlust der gesamten oder von Teilen der Körpermuskulatur als Reaktion auf eine unerwartete affektive Erregung (z.B.
    • Lachschlag).

    - Dieser "affektive Tonusverlust" wird zu den nicht-epileptischen Anfällen gezählt
  120. Einschlafstörungen
    - gehört zu Dyssomnien
  121. Wahneinfall
    - Der Wahneinfall (Wahngedanke, Wahnidee) ist also ein Symptom 2. Ranges.

    - Typisch für die Schizophrenie sind plötzliche wahnhafte Einfälle von Verfolgung, Beeinträchtigung oder Berufung.
  122. ideatorische Apraxie
    - Bei der ideatorischen Apraxie besteht eine Bewegungsstörung aufgrund einer gestörten zentralen Planung der Bewegung.

    - Häufig zusammen mit Aphasie und Demenz
  123. Übertrangungsneurose
    - Übertragungsneurose = statt eines situationsgerechten Verhaltens beim Bewusstwerden von unverarbeiteten Konflikten während der Psychoanalyse wiederholen sich pathologische Verarbeitungsmuster, frühkindliche Verhaltensmuster werden reaktiviert.

    - Der Analytiker stellt dabei Vater oder Mutter dar (Übertragung).

    • - Im Rahmen eines sog. Psychodramas, einem
    • Verfahren der Gruppenpsychotherapie, kann man den Konflikt szenisch darstellen und bewusst machen.
  124. Elektrokrampftherapie
    - Bei der Elektrokonvulsionstherapie (Elektrokrampftherapie, EKT) wird unter Kurznarkose durch elektrische Stimulation ein epileptischer Anfall ausgelöst

    • Prinzipien der Anwendung:
    • -unilaterale temporo-parietale Platzierung beider Elektroden an der nicht-dominanten Hemisphäre. (Reduktion der Nebenwirkung passagerer
    • Gedächtnisstörungen)

    - Kurznarkose und Muskelrelaxation. Eine Intubation ist in der Regel nicht notwendig

    - Auslösung eines durch die Muskelrelaxation überlagerten epileptischen Krampfanfalls

    - Insgesamt werden in der Regel 6-10, ggf. auch bis zu 20 Heilkrämpfe verabreicht.

    • Indikationen:
    • - pharmakoresistente endogene Depression
    • - perniziöse Katatonie (lebensgefährliche Form der Schizophrenie mit katatoner Symptomatik, Fieber, Elektrolytstörungen, Exsikkose und Kreislaufstörungen)

    • - eine schwere Manie wird in der neuen Literatur als mögliche Indikation genannt
    • --> falsch laut IMPP

    • Kontraindikationen:
    • - kürzlich überstandener Herzinfarkt (3 Monate)
    • - schwerste kardiopulmonale Funktionseinschränkungen (Narkosefähigkeit dann
    • möglicherweise nicht gegeben)
    • - schwerer arterieller Hypertonus (hypertensive Krise)
    • - erhöhter Hirndruck
    • - frischer Hirninfarkt (3 Monate)
    • - eine mit Begleitödem versehene intrazerebrale Raumforderung
    • - akuter Glaukomanfall

    • - Die akute Manie mit dysphorischer Verstimmung stellt keine Indikation für die EKT dar (s.o.), sondern
    • sondern wird mit Psychotherapie und mit Psychopharmaka (Lithium, Valproat, Carbamazepin, Antipsychotika) behandelt
  125. Agieren
    • - Unter Agieren versteht man das Verhalten eines in der Psychoanalyse befindlichen Patienten, der verdrängte kindliche Gefühle und Wünsche in der
    • Gegenwart auslebt.

    - Auslöser ist hier das Sich-ärgern über den Therapeuten

    - z.B. absichtliches zuspätkommen zur Therapie
  126. Reaktionsbildung
    - gehört zu den Abwehrmechanismen, die dazu dienen, unerträgliche Konflikte dem Bewusstsein fern zu halten.

    • - Bei der Reaktionsbildung wird eine Wendung des
    • Affekts ins Gegenteil gezeigt, z.B. statt Hass Freundlichkeit.

    - Dies wird hier nicht beschrieben.
  127. Gegenübertragung
    = Einfluss unbewusster Konflikte und Bedürfnisse des Analytikers in der Psychoanalyse.

    - Positive Gegenübertragung ist Teil der Therapie, negative kann den Therapieerfolg gefährden.
  128. Projektion
    - gehört ebenfalls zu den Abwehrmechanismen

    - Probleme und Impulse, die an sich selbst nicht geduldet werden, werden in die Außenwelt und auf andere Menschen übertragen, wo sie dann kritisiert werden.
  129. Ungeschehenmachen
    - Der Abwehrmechanismus des Ungeschehenmachens kommt insbesondere bei Zwangsneurosen vor:

    • - Beseitigung von unbewussten oder bewussten
    • Schuldgefühlen durch "magische" Handlungen, die oft zwanghaft wiederholt werden müssen.
  130. Betreuung nach dem Betreuungsgesetz
    - Betreuung nach dem Betreuungsgesetz bezeichnet die Interessenwahrnehmung für einen Volljährigen, der auf Grund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten nicht im notwendigen Umfang besorgen kann.

    • - Ein Betreuer darf nur für Aufgabenkreise bestellt werden, in denen eine Betreuung erforderlich ist
    • (z.B. Geld, Gesundheit).

    - Den Antrag auf Betreuung kann der zu Betreuende selbst stellen oder er wird von Amts wegen, nach einer Begutachtung des Betroffenen auf Anregung durch das Umfeld, gestellt.

    - Bei der Einrichtung der Betreuung ist die Fähigkeit des Betreuten zur Selbstbestimmung so weit wie möglich zu berücksichtigen.

    - So kann die zu betreuende Person einen Vorschlag zur Person des Betreuers machen.

    - Der Grad der Behinderung hat mit der Bestellung der Betreuung nichts zu tun.

    - Ein zu Betreuender ist grundsätzlich geschäftsfähig.

    - Ein Betreuter kann auch Verträge und andere Rechtsgeschäfte abschließen, heiraten oder ein Testament abfassen.

    • - Dies kann er, wenn er in der Lage ist, Wesen,
    • Bedeutung und Tragweite seiner Erklärung im Rechtsverkehr einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln.

    - Die Einwilligung des Betreuers für solche Angelegenheiten ist allerdings nötig, wenn das Gericht Einwilligungsvorbehalt anordnet, was nicht "unabdingbar" der Fall sein muss.

    - In Deutschland besteht Krankenversicherungspflicht für jeden Bürger, ggf. trägt das Sozialamt die Versicherungskosten.

    - Mit der Betreuung hat die Versicherungspflicht nichts zu tun.
  131. Koprolalie
    • - Als Koprolalie bezeichnet man das unwillkürliche, explosionsartige Ausstoßen von unanständigen und "schmutzigen" Wörtern und Lauten im Rahmen eines
    • verbalen Tics.

    - Vorkommen bei Kindern beim Gilles-de-la-Tourette-Syndrom, das fast immer im Kindesalter (2-15 Jahre) beginnt.
  132. Abulie
    = fehlender Willensantrieb, Unfähigkeit zu Entschlüssen und Entscheidungen.

    - Der Wille zur Handlung ist zwar da, zur Durchführung derselben aber zu schwach.

    - Vorkommen bei Schizophrenie oder auch bei organischen Hirnerkrankungen
  133. Echolalie
    - Bei der Echolalie werden vom Patienten gehörte Wörter und Sätze "mechanisch", ohne deren Bedeutung zu reflektieren, nachgesprochen
  134. Kanner-Syndrom
    - Das Kanner-Syndrom ist eine Form des Autismus (s.o.), Synonym ist frühkindlicher Autismus.

    • - Beim Kanner-Typ kann das Kind laufen bevor es
    • (retardiert) sprechen kann, die Intelligenz ist erniedrig und das Kind wirkt retardiert.

    - Auftreten bis zum 3. Lj.
  135. Gruppe der tiefgreifenden Kindlichen Entwicklungsstörungen
    • - frühkindlicher Autismus (Kanner-Autismus)
    • Das Kind zieht sich in eine eigene Gedanken- und Vorstellungswelt zurück.

    • - Rett-Syndrom:
    • Nach normaler Frühentwicklung ab dem 2. Lebensjahr kommt es bei Mädchen zu einem Stillstand oder Rückschritt der psychomotorischen und Sprachentwicklung.

    - sonstige desintegrative Störung

    • - Hyperaktive Störung mit Intelligenzminderung und
    • Bewegungsstereotypien
  136. Stoffwechsel bei Anorexia nervosa
    - Durch das rezidivierende Erbrechen und die durch den Abführmittelmissbrauch herbeigeführten Durchfälle kommt es zum Verlust von Wasserstoff- und Kaliumionen.

    • - Dies führt zu Verschiebungen im Elektrolythaushalt
    • z.B. Hypokaliämie

    • - Durch Störungen der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse kommt es zu Hormon-
    • und Stoffwechselstörungen, u.a.:

    - erhöhte Spiegel von Wachstumshormonen und Cortisol

    - erniedrigte Schilddrüsenhormone mit Bradykardie, Hypothermie, Ödemen etc.

    • - Störungen der Insulinsekretion.
    • mit pathologischer Glucose-Toleranz

    • - durch erniedrigte LH-Skretion kommt es zu
    • einem erniedrigten Progesteronspiegel mit Amenorrhoe bzw. Potenzverlust.
  137. organische Persönlichkeitsstörungen
    - Fast jede Erkrankung des Gehirns kann zu Veränderungen der Persönlichkeit führen, einer organischen Persönlichkeitsstörung. Dabei bestehen v.a. Störungen des Affekts und des "gesamtseelischen Energieniveaus".

    Der ICD-10 fordert als diagnostische Leitlinien das Vorliegen von mind. zwei der folgenden Merkmale:

    - Unfähigkeit, Ziel gerichtete Aktivitäten länger durchzuhalten

    • - verändertes emotionales Verhalten: affektive Labilität (schneller Stimmungswechsel) übertriebene Fröhlichkeit, Reizbarkeit und Wutausbrüche
    • aber auch Antriebsminderung, affektive Einengung (Mangel an emotionaler Schwingungsfähigkeit) und Apathie

    • - Äußerungen und Ausleben von Bedürfnissen und Impulsen ohne Berücksichtigung von Konsequenzen oder sozialen Normen, z.B. Stehlen, vernachlässigte
    • Körperpflege, unerwünschte sexuelle Annäherungen

    - übermäßiges Misstrauen oder paranoides Denken

    - Veränderung der Sprachproduktion, zähflüssiges Denken

    - verändertes Sexualverhalten Organische Persönlichkeitsstörungen können Folge sein z.B. von Traumata, Enzephalitis, Durchblutungsstörungen.

    • - Die Entwicklung eines Wahns gehört nicht zu den
    • organischen Persönlichkeitsstörungen. Beim Größenwahn überschätzt der Betroffene seine eigenen Fähigkeiten, Bedeutung und Leistungen.
  138. Morbus Binswanger
    - Als Morbus Binswanger bezeichnet man auch die subkortikale arteriosklerotische Enzephalopathie (SAE), eine chronische Durchblutungsstörung der Hirnrindenregion auf dem Boden einer Mikroangiopathie.

    - Ist das Frontalhirn betroffen, kommt es zu demenziellen Veränderungen, die irreversibel bestehen
  139. Pseudohalluzination
    • - Bei der Pseudohalluzination erkennt der Patient
    • den Trugcharakter einer Sinnestäuschung selbst als "nicht wirklich", er kann sich von ihr distanzieren.

    • - Eine reale Sinneswahrnehmung ist aber wie bei der
    • Halluzination nicht vorhanden.
  140. dissoziative Störungen
    - Der ICD-10 zählt zu den dissoziativen Störungen "im engeren Sinne" (auf rein psychischer Ebene):

    - dissoziative Amnesie (eine zeitlich oder inhaltlich begrenzte Erinnerungslücke, die partiell für bestimmte traumatische oder belastende Ereignisse oder total sein kann)

    - Ganser-Syndrom: Vorbeireden; dabei werden Antworten auf die einfachsten Fragen verdreht, obwohl die Frage an sich durchaus verstanden wurde (Beispiel: "Welche Farbe hat der Himmel?" "Grün.").

    - dissoziative Trance und Besessenheitszustände

    - dissoziative Dämmerzustände/Stupor

    - dissoziative Fugue: völliges Vergessen des alten Lebens und Annehmen eines neuen Lebens

    - multiple Persönlichkeit

    - dissoziative Bewegungsstörungen

    - dissoziative Krampfanfälle

    • - dissoziative Empfindungsstörungen.
    • Die Gruppe der dissoziativen Störungen fasste man früher mit folgenden Störungen unter dem Begriff "Hysterie" zusammen, die daher "im weiteren Sinne"
    • zu den dissoziativen Störungen gezählt werden können:

    - Somatisierungsstörungen: verschiedenste körperliche Symptome im raschen Wechsel

    - Konversionsstörungen: pseudoneurologische Störungen, wie Anfälle, sensible und motorische Störungen

    - histrionische Persönlichkeitsstörung

    - NICHT: Trichillomanie
  141. Akoasmen
    - akustische Halluzinationen, die Geräusche/Klänge beinhalten (die Patienten hören Krachen, Klirren o.ä.).
  142. Sublimierung
    - Abwehrmechanismus (s.o.), bei dem unerwünschte Regungen und Affekte auf Ziele gerichtet werden, die sozial akzeptiert und hoch bewertet sind
  143. Paraphilie
    • - Paraphilie (sexuelle Deviation, früher: Perversion) ist eine Sammelbezeichnung für von der Norm abweichende Formen sexueller Befriedigung.
    • Hierzu gehören z.B.:

    - Fetischismus: leblose Objekte, z.B. Schuhe, führen zur sexuellen Erregung.

    - Transvestitischer Fetischismus: Sexuelle Erregung durch Tragen weibliche Kleidungsstücke und dabei Masturbation, v.a. bei heterosexuellen Männern.

    - Pädophilie: sexuelle Neigung Kindern gegenüber. Das Niedliche, Kleine, Unbeholfene ist sexueller Stimulus.

    - Voyeurismus: "Spanner"; sexuelle Befriedigung wird erreicht durch das heimliche Beobachten entkleideter Frauen oder des Geschlechtsakts.

    Weitere Paraphilien: Exhibitionismus, Frotteurismus, Sadismus, Masochismus, Nekrophilie, Erotophonie.

    • - Nicht: Frigidität: = fehlende sexuelle Erregung und Befriedigung der Frau beim Geschlechtsakt.
    • Zu Grunde liegen psychische Entwicklungsstörungen, Angst oder mangelnde Harmonie der Partner. Sie gehört nicht zu den Paraphilien
  144. Lichttherapie
    - indiziert v.a. bei saisonaler Depression

    - Normalerweise haben Depressionen ihre Häufigkeitsgipfel im Frühjahr und im Herbst.

    • - Treten die depressiven Schübe vor allem im Spätherbst und Winter auf (die Tage werden kürzer, weniger Licht) und klingen im Frühjahr ab, so spricht
    • man von einer "saisonalen Depression" (Winterdepression).

    - Atypische Symptomatik mit Hypersomnie, Gewichtszunahme und Heißhunger.

    - Spricht sehr gut auf Lichttherapie an.
  145. Absolute Kontraindikationen Elektrokrampftherapie
    - kürzlich überstandener Herzinfarkt (3 Monate)

    • - schwerste kardiopulmonale Funktionseinschränkungen (Narkosefähigkeit dann
    • möglicherweise nicht gegeben)

    - schwerer arterieller Hypertonus (hypertensive Krise)

    - erhöhter Hirndruck

    - frischer Hirninfarkt (3 Monate)

    - eine mit Begleitödem versehene intrazerebrale Raumforderung

    - akuter Glaukomanfall

    - Bei Schwangerschaft muss eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung vorgenommen werden. Im 2.Trimenon, wenn beim Kind die Organbildung abgeschlossen ist, es sicher in der Gebärmutter liegt und die Auslösung von Wehen noch unwahrscheinlich ist, sind Mutter und Kind durch einen bei der EKT ausgelösten Krampfanfall weniger gefährdet als durch eine durchaus lebensbedrohliche perniziöse Katatonie.

    - Ist eine Herz-Kreislauf-Erkrankung gut behandelt, ein Schrittmacher also bereits vor längerer Zeit gelegt und funktionsfähig, so bedarf dies zwar einer sorgfältigen Risiko-Nutzen-Abwägung, ist jedoch keine Kontraindikation.
  146. Akanthisie
    - Extreme Unruhe in den Beinen mit der Unfähigkeit, sitzen bleiben zu können, bezeichnet man als Akathisie, eine typische Nebenwirkung der Neuroleptika.

    - Tasikinesie bezeichnet den Drang, sich allgemein ständig zu bewegen.
  147. Frühdyskinesie
    - sind NW der Neuroleptika, die in der 1. Behandlungswoche auftreten.

    - Eine Torsionsdystonie bezeichnet schraubenförmige Bewegungen v.a. von Hals und oberer Extremität
  148. Abasie
    - bezeichnet die völlige Unfähigkeit zu gehen.

    - Meist nur für Gehunfähigkeit aus psychischen Gründen benutzt.
  149. Dysbasie
    - Der Begriff Dysbasie ist eine allgemeine Bezeichnung für jede Erschwerung des Gehens.
  150. extrapyramidale NW von Neuroleptika
    - Frühdyskinesien (Auftreten in der 1. Behandlungswoche)

    - Parkinson-Syndrom

    - Akathisie und Tasikinesie

    - Spätdyskinesien

    - malignes neuroleptisches Syndrom
  151. Medikamente Zwangsstörung
    - Eine klinische Besserung zeigen Zwangsstörungen nur auf Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SRI).

    - Zur Anwendung kommen neuere selektive (Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin) oder nicht-selektive (Clomipramin) SRI.

    - Die Dosierung muss höher gewählt werden und der Wirkungseintritt erfolgt später als beim Einsatz dieser Substanzen als Antidepressivum
  152. kathatymes Bildererleben
    - Das katathymes Bilderleben nach Leuner wurde von der Psychoanalyse abgeleitet.

    - Der Patient wird zu Tagträumen angeregt, die der Therapeut auf bestimmte Inhalte lenkt.

    - Die Bilder, von denen der Patient berichtet, werden als Projektionen unbewusster Konflikte gesehen, z.B. ein Berg als Hürde.

    - Ein aktives Erlernen von Verhaltensmodifikationen ist nicht Bestandteil der analytischen Therapieverfahren.
  153. S-O-R-K-C Schema
    - In der Verhaltensanalyse werden die Stimuli, die ein problematisches oder ein Krankheitsverhalten auslösen und aufrechterhalten, identifiziert.

    - Verhaltensrelevante, bewusste Einflüsse und biologische Komponentenwerden in einem hypothetischen Modell dargestellt.

    Diese Gesamtanalyse wird nach dem SORKC-Schema erstellt:

    • - Stimulus: S = Auslösereiz, der das problematische Verhalten hervorruft, z.B.
    • Anblick einer Spinne bei Arachnophobie

    Organismusvariable: O = individuelle, organische Faktoren, die das Verhalten hervorrufen oder aufrechterhalten, z.B. bei Panikattacken die Neigung zu Tachykardien bei Mitralklappenprolaps

    Reaktion: R = das auf den Stimulus erfolgende problematische Verhalten, z.B. Gedanken, Gefühle, motorische Reaktion (Weglaufen), physiologische Reaktion (Tachykardie, Schwitzen, Schwindel)

    - Kontingenz: K = die Reaktion führt immer zu einem bestimmten Verhalten bzw. immer zum Ausbleiben eines bestimmten Verhaltens.

    - Konsequenzen: K oder C (im Englischen) = kurzfristige, eher positive Konsequenzen z.B. durch Vermeidungsverhalten, langfristige, eher negative Konsequenzen, z.B. Aufrechterhalten des Vermeidungsverhaltens, sozialer Rückzug, Entwicklung einer Zwangsstörung (E).

    - Ein Trieb-Abwehr-Konflikt kann Stimulus sein, ist aber nicht Bestandteil des Modells. Die Abkürzung "K" steht im Modell für die Kontingenz (s.o.).
  154. Flooding
    - Flooding gehört als Methode der Reizkonfrontation zu den verhaltenstherapeutischen Psychotherapieverfahren.

    - Dabei wird der Patient unmittelbar mit dem am stärksten Angst auslösenden Reiz konfrontiert.

    - Wichtig dabei ist, dass der Patient vorab ausführlich über das Verfahren informiert wird, er motiviert ist und eine gute Therapeut-Patient-Beziehung besteht.

    - Der Patient konfrontiert sich dann immer wieder mit der Angst auslösenden Situation, in der er jeweils verbleibt, bis es zu einer Abnahme und Auslöschung der emotionalen, physischen und kognitiven Erregung kommt.

    - Wird v.a. bei isolierten Phobien, z.B. Flugangst, Spinnenangst, eingesetzt.

    • - Der Patient setzt sich im Vorfeld intensiv mit dem Therapeuten zusammen. Bei diesen Gesprächen wird die Angst auslösende Situation analysiert, der Patient
    • wird ausführlich über die Methode informiert und die Therapeut-Patient-Beziehung wird im Vertrauen gefestigt.

    - Gruppentherapiestunden gehören nicht dazu.
  155. generalisierte Angststörung
    - Bei der generalisierten Angststörung kommt es u.a. zu folgenden chronischen, dauerhaft anhaltenden, Beschwerden über mind. 6 Monate:

    - vegetative Symptome: Palpitationen, Herzklopfen, Schweißausbrüche, Tremor, Mundtrockenheit

    - psychische Symptome, z.B. Schwindel, Schwäche, Unsicherheit, Angst vor Kontrollverlust, Derealisationserlebnisse

    - Muskelverspannungen, Atembeschwerden, Beklemmungsgefühl, Übelkeit, Parästhesien

    - Kloßgefühl im Hals, Nervosität

    - Hitzewallungen oder Kälteschauer

    Info: Bei der Panikstörung treten die Symptome in Attacken auf.
  156. wahnhafte Personenverkennung
    - Bei der wahnhaften Personenverkennung wird eine dem Betroffenen eigentlich bekannte Person als jemand anderes verkannt.

    - Dies geschieht mit einer abnormen Ich-Bezogenheit.

    • - Diese besondere Art der Verkennung zählt zu den
    • Wahnwahrnehmungen, eine inhaltliche Denkstörung, ein Symptom 1. Ranges der Schizophrenie nach K. Schneider.
  157. induzierte wahnhafte Störung
    - "Folie à deux"

    - Definition der "induzierten wahnhaften Störung": Übernahme wahnhafter Störungen durch eine ansonsten gesunde Person, die mit dem primär Wahnkranken in einer engen emotionalen Beziehung lebt.

    • - Der Erkrankte induziert beim Gesunden
    • die Entstehung der Symptome, dort dann als symbiontischer Wahn bezeichnet.

    - Je nach Anzahl der Beteiligten spricht man von der Folie à deux (ein Erkrankter, ein Übernehmender), Folie à trois etc. oder Folie à famille, wenn alle ansonsten gesunden Familienmitglieder betroffen sind.
  158. Liebeswahn
    - Das Wahnthema Liebeswahn, auch erotischer Beziehungswahn, bezeichnet die wahnhafte Vorstellung, eine andere Person sei verliebt in den Betroffenen, wolle dies aber nicht zulassen.

    - Der Andere gäbe dem Betroffenen durch Gesten und Mimik zu verstehen, dass er ihn liebe.

    - Kann übergehen in Verfolgungswahn
  159. tardive Dyskinesien
    - Syn. Spätdyskinesien,

    - unwillkürliche, anhaltende Bewegungen als Nebenwirkung einer längeren Therapie mit Neuroleptika oder treten nach deren Absetzen auf.

    - Betroffen sind v.a. Zunge, Lippen, Rumpf und Kopf.
  160. sensitiver Beziehungswahn nach Kretschmer
    - Paraneua -- oft mit Wahn gleichgesetzt

    - Mit dem Begriff "sensitiver Beziehungswahn" beschrieb E. Kretschmer eine wahnhafte (paranoide) Art der Verarbeitung eines beschämenden Ereignisses bei sensitiv-asthenischen (gefühlszarten, schüchternen) Persönlichkeiten.

    - Die Kranken glauben, man sähe ihnen ihr Laster an (z.B. Masturbation), sie fühlen sich beschämt, belächelt und missachtet.

    - Kretschmer postuliert so einen Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und der Entwicklung eines Wahns.

    - Die Begriffe Wahn und Paranoia können, grob gesagt, gleich gesetzt werden
  161. "Psychisches Kopfkissen"
    - im Rahmen der Kathatonie

    - Zieht man dem Patienten das Kopfkissen unter dem Kopf weg bleibt der Patient trotzdem in gleicher Kopfhaltung
  162. larvierende Depression
    - Stehen bei einer Depression die eigentlichen depressiven Symptome, z.B. depressive Verstimmung, eher im Hintergrund und werden v.a. vegetative Symptome und Vitalstörungen beklagt, so spricht man von einer larvierten Depression.

    - Vitalstörung = z.B. Druck-, Schweregefühl in der Brust ohne das Gefühl der Traurigkeit.
  163. Sertalin
    - gehört zu SSRIs
  164. Phasen-/ Rezidivprophylaxe bei bipolarer Störung
    - Lithium,

    - Carbamazepin (eigentlich ein Antiepileptikum/Antikonvulsivum)

    - Valproat (eigentlich ein Antiepileptikum/Antikonvulsivum)
  165. Buspiron
    - ein 5-HT1A-Agonist (partieller Serotoninantagonist), ist ein Tranquilizer und Anxiolytikum mit gering sedierender Wirkung zur Behandlung von Angst- und Spannungszuständen
  166. Paragraph Schuldunfähigkeit
    • - 20 des StGB regelt die Schuldunfähigkeit. Nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die darin genannten seelischen Störungen und die übrigen
    • darin genannten Erkrankungen.
  167. Dysthymia
    = neurotische Depression

    - Früher bezeichnete der Begriff der "Dysthymia" eine Depression mit Denkhemmung, Leibbeschwerden, Angst und missmutiger Verstimmung.

    - Heute bezeichnet man (und der ICD-10) damit eine früh beginnende, leichtere aber chronisch anhaltende (mind. über zwei Jahre) Form einer depressiven Verstimmung.

    - Diese Störung wiederum wurde früher als "depressive Persönlichkeit" oder neurotische Depression bezeichnet

    - Auf den Begriff der "Neurose" wurde verzichtet, da es zu uneinheitlich benutzt wurde.

    - Bei 10-25% der Betroffenen kommt es im Verlauf zu einer Überlagerung durch eine Major Depression (echte depressive Episode).
  168. Schizophrenia simplex
    - (blande Psychose) ist eine Unterform (ca. 10%) der Schizophrenie mit symptomarmem Verlauf, langsamem Wesenwandel, Störungen des Antriebs und der Affektivität und formalen Denkstörungen. Prognose ungünstig.
  169. Trias Korsakow-Syndrom
    - Konfabulationen

    - Desorientiertheit

    - Merkfähigkeitsstörungen, v.a Kurzzeitgedächtnisstörungen
  170. Pareidolie
    - Bei der Pareidolie wird einer realen Sinneswahrnehmung etwas Nichtvorhandenes hinzugefügt, z.B. werden Gesichter in Wolken gesehen.

    - Dabei bleiben jedoch reale Wahrnehmung (Wolken) und hineingesehenes Phantasiegebilde (Gesichter) nebeneinander stehen.
  171. Beeinträchtigungswahn
    - bezieht der Betroffene alles, was in seiner Umgebung geschieht, auf sich, alles passiere nur seinetwegen.

    • - Im Gegensatz zum Beziehungswahn, der ebenfalls die genannte Symptomatik zeigt, kommt hier aber noch der Aspekt dazu, das der Betroffene meint, alles sei nicht nur auf ihn bezogen, sondern v.a. gegen ihn
    • gerichtet, man wolle ihn schädigen.
  172. soziale Phobie
    • - Merkmal der sozialen Phobie ist eine übermäßige Angst in Situationen, in denen der Betroffene im Mittelpunkt steht oder der Bewertung durch andere
    • ausgesetzt ist, wie z.B. beim gemeinsamen Essen oder auch in einer Lerngruppe.

    - Es besteht die Angst, negativ bewertet zu werden oder sich zu blamieren.

    - Neben dem Angstgefühl an sich kommt es zu körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Schwitzen, Kurzatmigkeit etc., in der Extremform kann der Betroffene eine Panikattacke erleiden.

    - Schwerwiegende Folge der sozialen Phobie ist das daraus resultierende Vermeidungsverhalten und der soziale Rückzug.
  173. atypischer Autismus
    - Der atypische Autismus unterscheidet sich vom frühkindlichen Autismus (Kanner-Typ) entweder durch das Alter bei Krankheitsbeginn (nach dem 3. Lj.) oder dadurch, dass die folgenden diagnostischen Kriterien nicht in allen genannten Bereichen erfüllt werden:

    - Störungen der wechselseitigen soziale Interaktionen, der Kommunikation und eingeschränktes, stereotyp repetitives Verhalten.

    • - Atypischer Autismus tritt sehr häufig bei schwer retardierten bzw. unter einer schweren rezeptiven Störung der Sprachentwicklung leidenden Kindern
    • auf.
  174. dissoziale Persönlichkeit
    - rücksichtslos mit mangelnder Empathie (einfühlendes Verstehen)

    - Missachtung sozialer Normen

    - geringe Frustrationstoleranz

    - Gefühl, etwas Besonderes zu sein

    - fehlendes Schuldbewusstsein und mangelnde Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen

    - keine dauerhaften Sozialkontakte.
  175. Anakastische Persönlichkeitsstörung
    - Bei der zwanghaften (anankastischen) Persönlichkeitsstörung bestehen Ordnungsliebe, Perfektionismus, ständige Kontrollneigung und Beschäftigung mit Regeln, übertriebene Befolgung sozialer Konventionen etc.

    - Der Betroffene fordert dies auch von anderen.

    - Gesellschaftliche Regeln, die die Betroffenen mit hoher Bereitschaft bis hin zum Perfektionismus verinnerlichen, steuern häufig die zwischenmenschlichen Beziehungen, während Emotionen eher eine untergeordnete Rolle spielen.
  176. narzistische Persönlichkeitsstörung
    - Eigenschaften der narzisstischen Persönlichkeitsstörung: Bedürfnis nach Bewunderung, Gefühl, etwas Besonderes zu sein, Mangel an Mitgefühl (Empathie), Arroganz, Größenphantasien.
  177. histrionische Persönlichkeitsstörung
    - Eigenschaften der histrionischen Persönlichkeitsstörung:

    - Selbstdarstellung, Suggestibilität (Bereitschaft, unkritisch Gefühle und Vorstellungen anderer zu übernehmen), Geltungssucht, Affektlabilität
  178. Zyklothymia
    - Früher bezeichnete man mit Zyklothymia (Zyklothymie) die Gruppe der manisch-depessiven Erkrankungen.

    • - Nach der heute gültigen Klassifikation nach dem
    • ICD10 bezeichnet Zyklothymia ständig bestehende Stimmungsschwankungen, wobei es zu vielen Episoden mit leicht depressiver und leicht gehobener Stimmung kommt
  179. Frotteurismus
    - sexuelle Erregung durch Reiben an einer fremden Person

    - gehört zu den Paraphilien
  180. sexuelle Funktionsstörungen
    • Zu den sexuellen Funktionsstörungen zählt der ICD-10:
    • beim Mann:

    - Erregungsstörungen: Erektionsschwäche (Impotentia coeundi, erektive Impotenz)

    - Ejakulation praecox bzw. retarda: Samenerguss erfolgt zu früh bzw. zu spät

    - Impotentia satifactionis: fehlendes Erlebnis der sexuellen Befriedigung trotz Samenerguss

    bei der Frau:

    - Erregungsstörungen, dazu gehört auch die Frigidität = fehlende sexuelle Erregung und Befriedigung der Frau beim Geschlechtsakt. Zu Grunde liegen psychische Entwicklungsstörungen, Angst oder mangelnde Harmonie der Partner

    - Vaginismus (Scheidenkrampf)

    - Orgasmusschwierigkeiten, Anorgasmie
  181. Methoden Psychoanalyse
    - Die Psychoanalyse gehört zu den aufdeckenden psychodynamischen Therapieverfahren, die darauf beruhen, unbewusste Konflikte während der Therapie aufzudecken, zu erkennen und emotional zu "durchleben".

    - Wichtig für den Analytiker sind dabei folgende Interventionstechniken:

    Interpretation: Deutungen und Erklärungen, die die Entstehung einer bestimmten Störung rekonstruieren sollen. Als Material stehen u.a. zur Verfügung: freie Assoziationen, Träume, nonverbales Verhalten, Fehlleistungen und Übertragungen.

    das Klarifizieren : gilt als Vorstufe des Abschlusses der Interpretation (s.o.) und bezeichnet das Herausarbeiten des Wesentlichen eines Konfliktes.

    bei der Konfrontation: wird der Patient mit den Interpretationen des Therapeuten und dessen erlebten Übertragungen etc. konfrontiert.

    • Durcharbeiten bezeichnet den psychischen Vorgang beim Patienten, durch welchen er die ihm mitgeteilte Interpretation des Therapeuten verarbeitet
    • (Verarbeitungsprozess). Er muss dabei Widerstände überwinden und verdrängte Erlebnisse akzeptieren.

    - Nicht: Persuasion!!
  182. Persuasion
    - ist Bestandteil jeder ärztlichen Therapie und auch der Psychotherapie.

    • - Es bezeichnet das "Überreden" des Patienten, bei dem in einem gemeinsamen Gespräch versucht wird, Verständnis beim Patienten für seine situations- oder
    • persönlichkeitsbedingten Schwierigkeiten zu wecken.

    • - Z.B. auch als "Persuasionstherapie", bei der versucht wird, einem Patienten die Symptome seiner Neurose, z.B. einem Zwang, zu erklären, wodurch die Symptome durch Appell an seine Denkfähigkeit und sein Urteilsvermögen beseitigt werden sollen.
    • - Persuasion ist also nicht speziell Teil der Psychoanalyse.
  183. Verhaltensanalyse
    - Info: Anhand der Verhaltensanalyse wird die Durchführung einer Verhaltenstherapie geplant.

    • - Analysiert werden das Problemverhalten und
    • die damit zusammenhängenden Reaktionen und ihre Bedingungen.

    • Als Methoden kommen dabei zum Einsatz:
    • - Interviews dienen der Informationssammlung.
    • - Strukturierte Interviews sind systematisch gegliedert, vorformulierte Fragen erleichtern dem Diagnostiker die Befunderhebung, sie müssen aber nicht wörtlich übernommen werden, sondern dienen eher dem Einstieg.
    • - Die Beurteilung des Interviews bleibt dem Untersucher überlassen, manchmal gibt es Ratinganweisungen. Achtung:

    - Beim sog. standardisierten Interview sind alle Elemente, der Informationserhebung, und Auswertung genau festgelegt.

    • - Die Erfassung der Biographie ist sehr wichtig, da die Entstehung psychischer Erkrankungen häufig in Zusammenhang stehen kann mit vorausgegangenen
    • biographischen Situationen, der Persönlichkeitsstruktur und anderen lebensgeschichtlichen Faktoren.

    • -.Zu achten ist dabei auf die "äußere" (objektive
    • Daten) und auf die "innere" (z.B. Beziehung zu den Eltern) Lebensgeschichte.

    • - Der Patient kann aufgefordert werden ein standardisiertes Tagebuch zu führen.
    • Dabei werden vorgegeben:

    - wie oft muss das Tagebuch ausgefüllt werden (z.B. täglich, 2 x pro Woche)

    • - was muss erfasst werden, z.B.: wie viel Zeit wurde mit wem verbracht, was wurde wann und evtl. gleichzeitig getan, welche Verkehrsmittel wurden
    • benutzt etc.

    - Psychometrische Fragebögen dienen der standardisierten Erhebung psychometrischer Daten wie z.B. Selbstwertgefühl, Optimismus, Risikobereitschaft, Stresstoleranz etc.

    - NICHT: Übertragungswiderstand
  184. Übertragungswiderstand
    - Der Begriff "Übertragungswiderstand" gehört in die Psychoanalyse.

    - Er bezeichnet den Widerstand auf Seiten des Patienten gegen den Therapieerfolg durch Übertragung.

    - Übertragung ist während der Psychoanalyse der Vorgang, bei dem kindliche Einstellungen, Wünsche oder Gefühle des Patienten auf den Therapeuten projiziert (übertragen) werden.

    - Der Therapeut analysiert diese und konfrontiert den Patienten damit.

    - Wehrt der Patient sich dagegen, diese Erkenntnis "durchzuarbeiten" und setzt ihr Widerstand entgegen, so scheitert der Therapieerfolg an diesem Übertragungswiderstand.
  185. Alkohol-Halluzinose
    - Die Alkoholhalluzinose tritt während eines chronischen Alkoholismus auf und ist typischerweise gekennzeichnet durch lebhafte akustische Halluzinationen.

    - Der Patient ist dabei voll wach und erkennt selbst, dass er halluziniert.

    - Die Alkoholhalluzinose kann Tage bis Monate anhalten und verschwindet bei Abstinenz und Therapie mit Neuroleptika.
  186. Lance Adams Syndrom
    - Beim Lance-Adams-Syndrom (1963 von Lance und Adams beschrieben) handelt sich um ein Myokloniesyndrom nach schwerem hypoxischen Hirnschaden.

    - Charakteristisch sind Myoklonien (plötzliche Muskelzuckungen einzelner oder mehrerer Muskeln), die den gesamten Körper betreffen können.

    - Verstärkung der Myoklonie durch innere und äußere Stimuli.
  187. Chorea minor Syndenham
    - Bei der Chorea minor Sydenham handelt es sich um eine pathologische Immunreaktion nach Streptokokkeninfektion der Gruppe A mit Beteiligung der Stammganglien.

    - Durch Bildung von Autoantikörpern kommt es zur Kreuzreaktion zwischen Antigenen der Streptokokkenmembran und neuronalen Zellen.

    - Morphologisch finden sich Mikroembolien, Arteriitiden und perivaskuläre Infiltrate.

    • - Die Symptomatik der vor allem im Schulalter (5-15 Jahre) und gehäuft bei Mädchen auftretenden Chorea minor ist gekennzeichnet durch arrhythmisch-zuckende
    • Hyperkinesien v.a. der oberen Extremitäten (Handmuskeln) sowie der Schlund- und Gesichtsmuskulatur, die nicht willkürlich zu beeinflussen sind.

    • - Begleitsymptome wie Ängstlichkeit, Labilität und mangelnde Aufmerksamkeit sind häufig, weshalb
    • die Kinder v.a. in der Schule auffällig werden.

    • - In ca. 50% d.F. ist mit einer Latenz von einigen Wochen ein Streptokokkeninfekt mit Symptomen des
    • rheumatischen Fiebers vorausgegangen.

    • - Therapie hoch dosiert Penicillin G;
    • Rezidivprophylaxe über Jahre.
  188. Mutismus
    - Unter Mutismus (mutare = lat. schweigen) wird die Unfähigkeit verstanden, in bestimmten sozialen Situationen zu sprechen, obwohl normales Sprach- und Sprechverständnis und -vermögen vorhanden sind.

    - Ursache meist eine ätiologisch mehrfach determinierte Sprechverweigerung, selten Vorkommen bei hirnorganischen Störungen und bei Psychosen.

    • - Klinisch wird zwischem elektivem (häufiger), d.h. nur in bestimmten Situationen auftretend, und totalem
    • M. differenziert.

    • - Kinder mit einem elektivem Mutismus erhalten die
    • sprachliche Verständigung mit wichtigen Bezugpersonen (z.B. innerhalb der Familie) aufrecht und schweigen in anderen Situationen (Öffentlichkeit, Schule)

    • - Häufig sind eine ängstliche und scheue Persönlichkeit
    • und Entwicklungsverzögerungen sowie Enuresis und Enkopresis als bahnende Störungen in der Anamnese zu finden.
  189. Audimutitas
    - bezeichnet die sogenannte Hörstummheit, d.h. primäre Stummheit bei intaktem Gehör.

    - Hier hat im Gegensatz zum Mutismus niemals Sprachfähigkeit vorgelegen.

    - Nach aktuellem Verständnis liegt hierbei eine schwere Verlaufsform einer rezeptiven Sprachstörung vor.
  190. Autismus vom Kanner Typ
    - Beginn bis zum 30. Lebensmonat

    - Mädchen und Jungen gleichermaßen betroffen

    - Laufen vor Sprechen, Kinder wirken retardiert

    - fehlendes Kontakt- und Bindungsverhalten; kaum emotionale Reaktionen

    • - deutliche Sprachstörungen mit Echolalien, Neologismen (Wortneubildungen),
    • Iterationen (Wiederholungen) etc. (pronominale Umkehr = "Du" statt "Ich").

    30% der Kinder bleiben stumm

    - häufig Ausbildung von motorischen Stereotypien wie Händewedeln etc.

    -Weniger Interesse an der Funktion eines Objekts als an einzelnen Teilaspekten des Objekts wie z.B. dessen Oberfläche oder Geruch.

    - niedrige Intelligenz

    • - unspezifische Probleme wie Phobien und Ängste, z.B. auch Angst vor Veränderung (B), Schlaf- und Essstörungen, Wutausbrüche, autodestruktive
    • Aggressionen
  191. Lewy Body Demenz
    - Charakteristisch für die Lewy-Body-Demenz ist das Fluktuieren der Symptomatik.

    - Zur Diagnose gehören zudem Halluzinationen, extrapyramidale Symptome oder Verwirrtheitszustände.

    - Histologisch zeigen sich Lewy-Körperchen
  192. Wahneinfall
    - entsteht plötzlich in der Vorstellung eines Patienten und ist eine Form des Wahns.

    - Thema häufig Verfolgung, Beeinträchtigung oder Berufung.

    - Vorkommen bei endogenen Psychosen, aber auch bei körperlich begründbaren Psychosen.

    - Bei der Schizophrenie ist er ein Symptom 2. Ranges nach K. Schneider.
  193. Wahnwahrnehmung
    - Einer objektiv richtigen Sinneswahrnehmung ("dunkler Wagen vor der Tür") wird eine abnorme Bedeutung zugeschrieben.

    • - Diese abnorme Interpretation erfolgt meist
    • mit einer übersteigerten Ich-Bezogenheit.

    - Die Wahnwahrnehmung gehört zu den inhaltlichen Denkstörungen und ist nach Kurt Schneider ein Symptom 1. Ranges der Schizophrenie
  194. Minussymptomatik der Schizophrenie
    - Anhedonie (Freud-, Interesselosigkeit)

    - Affekt (Gefühls-)verarmung

    - sozialer Rückzug

    - Antriebsverlust, Apathie

    - Sprachverarmung (Alogie)

    - Aufmerksamkeitsstörungen
  195. Gedankenausbreitung
    - gehört zu den Ich-Störungen

    - Hier wir das Symptom der Gedankenausbreitung bei einem Patienten mit einer bekannten schizophrenen Psychose beschrieben.

    - Gedankenausbreitung gehört zu den Ich-Störungen, die typischerweise den Charakter des "von außen und von anderen Gemachten" haben.
  196. formale Denkstörungen
    • - Man unterscheidet formale und inhaltliche Denkstörungen, sie haben nicht den Charakter des "von außen gemachten".
    • Zu den formalen Denkstörungen zählen:

    - verlangsamtes, gehemmtes und eingeengtes Denken

    - Gedankensperrung und Gedankenabreißen

    - umständliches und weit schweifendes Denken

    - Perseveration (Wiederholung) und Neologismen

    - Ideenflucht und Gedankendrängen

    - zerfahrenes und inkohärentes (zusammenhangloses) Denken

    - Vorbeireden
  197. Meige-Syndrom
    - autos.-dom. vererbtes Syndrom mit Lymphödem, Minderwuchs, Adipositas, Hypogenitalismus, Retardierung.
  198. Krankheitsgewinn
    • - Krankheitsgewinn" bezeichnet den Vorteil, den ein Erkrankter aus dem Vorhandensein und der Art seiner Erkrankung zieht.
    • S. Freud, der Begründer der Psychoanalyse, unterschied:

    • primären Krankheitsgewinn:
    • -innere Vorteile, die ein Kranker aus seinen neurotischen Symptomen und aus der Flucht in die Krankheit ziehen kann.
    • - Der Betroffene weicht einem Konflikt aus, auch wenn er dadurch unangenehme Symptome in Kauf nehmen muss.
    • - Diese sind für ihn in diesem Fall das kleinere
    • Übel.

    • sekundären Krankheitsgewinn:
    • - äußere Vorteile, die ein Kranker nachträglich aus seinen bereits bestehenden neurotischen Symptomen ziehen kann, z.B. eine Rente.
    • - Entsteht zunächst eher "zufällig".
    • - Eine scharfe Abgrenzung beider gegeneinander ist nicht immer möglich.

    • --> Primär: IMPP:
    • Eine bestimmte Konfliktspannung wird - in Form einer Scheinlösung - durch die Abwehr verpönter Impulse reduziert

    --> Sekundär: Rente
  199. ich-dyston
    - Als "ich-dyston" werden Empfindungen oder Erscheinung genannt, die vom Betroffenen als unerwünscht und fremd empfunden werden, z.B.

    - Zwangserscheinungen oder auch homosexuelle Neigungen.

    • - Die bei einer Neurose, z.B. Zwangsneurose,
    • auftretenden Symptome kann man durchaus so bezeichnen, mit Krankheitsgewinn haben sie aber nichts zu tun.
  200. Insomnie
    - Insomnie bezeichnet jede Art der Schlafstörung. Hier wird ein Patient mit Einschlafstörung beschreiben.

    • - Neben einer medikamentösen Therapie, z.B. mit
    • pflanzlichen Präparaten oder Benzodiazepinen mit kurzer HWZ, kommen primär nicht-medikamentöse Therapieverfahren zum Einsatz, z.B.:

    - Entspannungsmethoden (autogenes Training, progressive Muskelrelaxation)

    - geregelte Schlafhygiene (Rhythmnus etc.)

    - Stimuluskontrolle (das Bett wird nur zum Schlafen benutzt)

    - paradoxe Intervention, eine kognitive Technik: Anstatt sich zum Einschlafen zwingen zu wollen ("try-hard"), wird der Patient aufgefordert, so lange wir möglich die Augen offen zu halten und wach zu bleiben. Dadurch Unterbrechen des Grübelns und der "try-hard"-Einstellung

    - Stressbewältigungsprogramme
  201. Shaping
    - Als "Shaping" bezeichnet man das schrittweise Verändern der Symptome in der Verhaltenstherapie, z.B. bei der Desensibilisierung
  202. Implosion
    • - Wird ein Angst-Patient bei der Verhaltenstherapie mittels Exposidtion nicht nur "in vitro" sondern auch "in sensu" den Angst-auslösenden Reizen mehr und mehr
    • ausgesetzt, so heißt diese Technik "Implosion"
  203. Graduierte Exposition
    - Bei der graduierten Exposition wird der an Angst Erkrankte nach Erstellung einer Angst-Hirarchie Stufe für Stufe der Angst auslösenden Situation ausgesetzt.

    - Dadurch wird die Angst nicht so intensiv ausgelöst, Angstmaxima, wie eine Panikattacke, bleiben evtl. aus.

    - Durch Ermutigung und korrigierende Erfahrung soll ein anderer Umgang mit der Angst erlernt werden.

    - Eine Kopplung an Entspannung ist nicht gefordert.
  204. Aversionstherapie
    - gehört ebenfalls in die Verhaltenstherapie.

    - Sie wird bei abnormem sexuellen Verhalten angewendet.

    • - Dabei werden Vorstellungen und Phantasien, die der
    • unerwünschten Neigung entsprechen, mit unangenehmen Reizen, z.B. Stromstößen,
    • gekoppelt.

    - Zweifelhafte Methode!!
  205. Assertiveness-Training
    • - wird synonym gebraucht mit
    • "Selbstbehauptungstraining":

    • - Einüben sozialer Kompetenzen, wie Umgang mit Aggression und Ärger, Erlernen von Kontaktaufnahme
    • und der Artikulation der eigenen Bedürfnisse.
  206. Umattributierung
    - unwillkommenen Verhaltensweisen oder Zuständen, z.B. Schmerz, wird eine positive Bedeutung gegeben
  207. Umdeutung
    - Der Begriff "Umdeutung" (Refraiming) stammt aus der Familientherapie:

    - Ein bisher als problematisch angesehenes Verhalten wird als positiv interpretiert und bekommt damit eine andere Bedeutung.
  208. Alkohol-Entzugs-Delir
    • - Info: Das Alkoholdelir (Delirium tremens) tritt meist als Alkoholentzugsdelir auf, wenn ein Alkoholabhängiger 2-3 Tage keinen Alkohol zu
    • sich nimmt.

    • Symptome:
    • - optische, szenenhafte Halluzinationen
    • - vermehrte Suggestibilität (Patient liest von einem leeren Blatt ab)
    • - psychomotorische Erregung mit Nesteln und Herumsuchen
    • - vegetative Dysregulation (Schwitzen, Tremor)
    • - Desorientiertheit, Angst und Schreckhaftigkeit

    • - akute Notfalltherapie:
    • IMPP: Clomethiazol und Haloperidol

    • Mittel der Wahl zur pharmakologischen Behandlung des Alkoholentzugs ist Clomethiazol (Distraneurin®). Es wirkt sedierend, hypnotisch und antikonvulsiv. Bei kardiopulmonalen Erkrankungen aufgrund des Nebenwirkungsspektrums (Hypotonie, Atemdepressivion) nicht zu empfehlen. Nur unter stationären Bedingungen, da Wechselwirkung mit Alkohol und vorhandenem Abhängigkeitspotenzial. Zur kurzfristigen Anwendung, langsam ausschleichen.
    • Delirsymptome wie Halluzinationen, Wahnsymptome oder Agitation können auch in Kombination mit Antipsychotika vom Butyrophenon-Typ, z.B. Haloperidol, behandelt werden. In den Leitlinien der AWMF findet sich aber eher die Kombination von Haldol mit Benzodiazepinen zur Delirbehandlung.
  209. Disulfiram
    - wird zur medikamentösen Alkoholentwöhnung, nicht zur Therapie eines bestehenden Delirs, eingesetzt.

    - Wird unter der Einnahme von Disulfiram Alkohol konsumiert, so kommt es zu einer vegetativen Unverträglichkeitsreaktion mit Übelkeit, Schwitzen etc.

    - Wird heute kaum noch verwendet, da mit Acamprosat ein besser verträgliches Mittel vorliegt.
  210. Deprivation
    - bezeichnet einen Entwicklungsrückstand oder eine -verzögerung infolge mangelnder emotionaler Zuwendung durch mögliche Bezugspersonen.
  211. Kognitive Dissonanz
    = Einseitige Auswahl von Informationen nach einer getroffenen Entscheidung.

    - Es wird bevorzugt das aufgenommen, was die bereits getroffene Entscheidung unterstützt.
  212. Psychologische Reaktanz
    = komplexe Abwehrreaktion als Widerstand gegen äußere Einschränkungen.

    - Ausgelöst z.B. durch Nötigung (psychischer Druck) oder Zensur (Einschränkung der Freiheit).

    - Als Reaktanz im eigentlichen Sinne bezeichnet man dabei nicht das ausgelöste Verhalten, sondern die zugrunde liegende Motivation oder Haltung
  213. Desensitation
    - ist ein Synonym für Desensibilisierung. In der Psychiatrie meint dies:

    - durch das Prinzip der Gegenkonditionierung kommt es zur Auflösung und Neubildung einer Verbindung von Reiz und Reaktion.

    • - Praktisch umgesetzt wird dieses Prinzip in der
    • systematischen Desensibilisierung. Z.B. systematisches Ersetzen der Kopplung einer Situation mit Angst durch eine Kopplung mit Entspannung
  214. Diagnosekriterien Bulimie
    - Fressattacken > 3 Monate, mindestens zweimal pro Woche

    - andauernde Beschäftigung mit der Nahrungsaufnahme

    - Selbstwahrnehmung "zu dick zu sein", Angst davor zu dick zu werden

    • - gegensteuerndes Verhalten mit selbstinduziertem Erbrechen, Hungerperioden, Einnahme von Laxanzien (Abführmitteln) und Medikamenten (Appetitzügler,
    • Diuretika)

    - Die "Atypische Bulimie" umfasst normalgewichtige Frauen und Patientinnen, die nicht alle Hauptkriterien füllen.

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