Case Management

Card Set Information

Author:
quamzin
ID:
97310
Filename:
Case Management
Updated:
2011-08-17 04:53:00
Tags:
altenpflege msa case management
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Description:
Case Management
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  1. Was Versteht man unter Case Management?
    CM ist eine Form der Einzellfallhilfe, bei dem die komplexe Problemlage eines Klienten, zusammen mit diesem, professionell geregelt wird, indem die verschiedenen (Hilfs-) Dienstleistungen, Dienstleistungserbringer und weitere Ressourcen koordiniert und evaluiert werden um eine Kontinuität in der Fallintervention zu gewährleisten.
  2. Welche Umstände machen Case Management notwendig?
    • CM ist notwendig bei komplexen Problemlagen, mit denen der Klient alleine überfordert wäre. Hier zeigen sich verschiedene Problemebenen.
    • Problemebene 1: Das unüberschaubare Hilfesystem
    • Problemebene 2: Das nicht koordinierte, segmentierte Hilfesystem
    • Problemebene 3: Das nicht kontrollierte Hilfesystem
    • Problemebene 4: Das nicht informierte Hilfesystem
    • Problemebene 5: Das „nihilistische“ Hilfesystem
  3. Problemebene 1: Das unüberschaubare Hilfesystem
    Beim Eintreten einer Problemlage werden eine Vielzahl von Hilfsleistern involviert mit denen der Klient bisher meist nichts oder nur wenig zu tun hatte. Da sind offizielle Stellen wie verschiedene Versicherungen (Kranken, Pflege, Renten, etc.), Sozialhilfeträger, Vermieter, sowie Hilfsdienstleister wie Ärzte, Therapeuten, Pflegedienste, „Essen auf Rädern“, Fahrdienste und weitere Hilfsleister wie Angehörige und Nachbarn. Diese Helfermenge ist für den durch seine Problemlage beeinträchtigten Klienten kaum überschaubar.
  4. Problemebene 2: Das nicht koordinierte, segmentierte Hilfesystem
    Die verschiedenen Hilfsleister bearbeiten im allgemeinen nur „ihr“ Segment der Problemlage und tauschen sich nur eingeschränkt miteinander aus. Dadurch wird eine kontinuierliche Problemlösung erschwert.
  5. Problemebene 3: Das nicht kontrollierte Hilfesystem
    Ohne CM gibt es niemanden, der den Erfolg der verschiedenen Hilfsmaßnahmen kontrolliert und evaluiert ob diese evtl. modifiziert werden müssen.
  6. Problemebene 4: Das nicht informierte Hilfesystem
    Nicht alle Hilfsleister verfügen über das nötige Fachwissen und Informationen über mögliche Dienstleistungen und Einrichtungen. Dadurch werden potentielle Ressourcen nicht genutzt, was die Problemlösung erschwert oder sogar unmöglich macht.
  7. Problemebene 5: Das „nihilistische“ Hilfesystem
    In der Gesellschaft herrscht eine nihilistische Alterssicht vor. Es wird davon ausgegangen, dass sich verschiedene Hilfsleistungen ab einem bestimmten Alter nicht mehr lohnen oder zu teuer sind. Dadurch werden alte Menschen voreilig zu Pflegefällen erklärt obwohl Ressourcen vorhanden wären zur Lösung ihrer Problemlage.
  8. Schildern sie die Verfahrensschritte des Case Managements.
    • CM ist eine professionelle Methode, die verschieden Verfahrensschritte durchläuft.
    • 1. Outreach
    • 2. Verpflichten
    • 3. Assessment
    • 4. Unterstützungsplanung
    • 5. Implementierung und Monitoring
    • 6. Evaluation und Entpflichtung
  9. 1. Outreach
    Zunächst muss festgelegt werden für welche Zielgruppe CM angeboten wird, da nicht alle potentiellen Klienten eine so komplexe Problemlage haben, dass CM notwendig ist. Des Weiteren muss sichergestellt werden, dass diejenigen, die CM benötigen, auch erreicht werden.
  10. 2. Verpflichten
    Da beim CM nicht für sondern mit dem Klienten gehandelt wird, muss der Klient über die Tätigkeit des Case Managers aufgeklärt werden und abgesprochen werden inwieweit der CM tätig werden soll.
  11. 3. Assessment
    Beim Assessment werden alle problemrelevanten Informationen gesammelt, ausgewertet und bewertet. Daraufhin wird ein Handlungs- oder Hilfeplan erstellt. Informationsquellen sind Gespräche mit dem Klienten, Angehörigen und beruflichen Helfern, Verhaltensbeobachtung, Persönliche Begutachtung der Wohnsituation, Aktenstudium, Gutachten, Tests und Erhebungsverfahren. Charakteristisch ist hierbei die Prozesshaftigkeit der Erstellung, die interdisziplinäre Ausrichtung, der Hypothesencharakter, die aktive Support-Funktion und der Einsatz von standardisierten Erhebungs- und Dokumentationsinstrumenten.
  12. 4. Unterstützungsplanung
    Die Unterstützungsplanung wird auf Grundlage des Assessments zusammen mit dem Klienten erstellt und muss von diesem genehmigt werden. Er umfasst vier Ebenen:

    1. Die Ziele des Unterstützungsprozesses werden erstellt. Dabei soll darauf geachtet werden, dass zur Erreichung dieser Ziele möglichst wenig externe Hilfe zusätzlich zur familiär-nachbarschaftlichen Hilfe benötigt wird.

    2. Es wird festgelegt wie diese Ziele erreicht werden sollen.

    3. Es wird vereinbart wer welche Maßnahme durchführen soll.

    4. Die Prioritäten der Ziele wird benannt und der Zeitpunkt an dem die jeweiligen Maßnahmen erledigt sein müssen oder evaluiert werden sollen.

    Der Unterstützungsplan sollte schriftlich festgehalten werden um sowohl dem Klienten als auch dem CM einen Kontrollmöglichkeit zu geben.
  13. 5. Implementierung und Monitoring
    Die vereinbarten Maßnahmen und Dienstleistungen werden vom CM in die Wege geleitet und koordiniert. Des Weiteren kontrolliert der CM fortlaufend ob die eingeleiteten Maßnahmen wie geplant durchgeführt und inwieweit die Ziele erreicht werden.
  14. 6. Evaluation und Entpflichtung
    Während des Unterstützungsprozesses und an seinem Ende wird überprüft ob die vereinbarten Ziele erreicht wurden oder nicht, welche Gründe es dafür gibt und was geändert werden muss. Kommen CM und Klient in einem Abschlussgespräch darin überein, dass die Ziele erreicht wurden, kommt es zur Entpflichtung und das CM wird beendet.
  15. Welche Funktionen hat das Case Management?
    • Beim CM werden drei Kernfunktionen gesehen:
    • 1. Die Gate-Keeper-Fuktion
    • 2. Die Broker-Funktion
    • 3. Die Advocacy-Funktion
  16. 1. Die Gate-Keeper-Fuktion
    Hierbei kontrolliert der CM als „Torwächter“ den Zugang zu Sozialleistungen und die Verwendung von Ressourcen des Versorgungssystems um die Versorgungsleistungen qualitativ zu verbessern und wirtschaftlicher zu machen und Missbrauch bzw. Missmanagement zu verhindern. Diese Funktion des CM ist besonders für Sozialleistungsträger wie Krankenversicherungen interessant.
  17. 2. Die Broker-Funktion
    In dieser Funktion ist der CM ein neutraler Vermittler zwischen den Klienten und den Hilfsdienstleistern. Es wird hier hauptsächlich beim Problem des unüberschaubaren Hilfesystems angesetzt. Diese Funktion wird meist von Beratungsstellen erfüllt.
  18. 3. Die Advocacy-Funktion
    Bei dieser Art des CM vertritt der CM die Interessen des Klienten gegenüber den Sozialträgern und Dienstleistern für eine optimale Versorgung. Dies ist gerade im geriatrischen Bereich wichtig, da es alten Menschen oftmals schwer fällt ihre Ansprüche durchzusetzen oder sie ihre Rechte überhaupt nicht kennen.

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