Diabetes mellitus

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  1. Definition
    Chronisch metabolische Störung des Kohlenhydratstoffwechsels mit absolutem oder relativem Insolinmangel.

    • Typ I: absoluter Insulinmangel
    • -Zerstörung der B-Zellen der Pankreas durch Autoimmunprozess
    • -entwickelt sich innerhalb von Wochen -Monaten

    • Typ II: relativer Insulinmangel
    • -Insulinresistenz durch Beschädigung des Insulinrezeptormechanismus und schlechtes Rezeptorverhalten
    • -Es wird mehr Insulin benötigt
    • -Pankreas produziert zunächst mehr Insulin
    • -Krankheit bricht aus, wenn die Pankreas dies nicht mehr leisten kann
    • -Produktion fällt auf normale oder erniedrigte Werte zurück
  2. Symptome
    • Polydipsie (erhöhtes Durstgefühl / vermehrtes Trinken)
    • Polyurie (erhöhte Ausscheidung)
    • Müdigkeit
    • Abgeschlagenheit
    • verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
    • Heißhungerattacken, vermehrter Appetit
    • Gewichtsabnahme
    • erhöhte Anfälligkeit für Harnwegsinfekte
    • erhöhte Infektanfälligkeit (Haut->Bakterien, Pilze=>Juckreiz)
    • rote Bäckchen (erweiterte Blutgefäße im Wangenbereich)
  3. Insulinarten
    • Normalinsulin
    • Verzögerungsinsulin (Intermediär- und Langzeitinsulin)
    • Mischinsulin
    • Insulinanalogon (Lys-Pro)
  4. Spritz-Ess-Abstand
    • Normalinsulin: 20-30min
    • Verzögerungsinsulin: 30-40min
    • Mischinsulin: ca. 30min
    • Insulinanalogon (Lys-Pro): 0min
  5. Konventionelle Insulintherapie
    • 2-3x pro Tag Mischinsulin
    • nicht optimal
    • Vorteil: wenige Injektionen notwendig
    • Nachteil: Tages- und Essablauf muss an das Wirkprofil des Insulins angepasst werden.
  6. Intensivierte Therapie
    • 1-2x pro Tag Langzeitinsulin
    • zu jeder Mahlzeit Normalinsulin/Lys-Pro
  7. Insulinpumpentherapie
    • Bolus-Basis-Konzept
    • Basisspiegel
    • zu den Mahlzeiten Bolus
  8. Therapieziel bei älteren Patienten
    • Stoffwechselengleisungen vermeiden
    • Pat. fühlt sich wohl
    • Typische Symptome werden vermieden
    • Nierenschwellwert für Glukose wird nicht erreicht
  9. HbA1 / HbA1c
    • Glykosyliertes Hämoglobin: In Abhängigkeit zum Blutzuckerspiegel lagert sich Glukose an die Hämoglobinmoleküle der Erythrozyten an.
    • Kann Aussage über den BZ in den letzten 100 Tagen treffen (Lebensdauer der Erythrozyten)
  10. nichtmedikamentöse Therapie Typ II
    • moderate Gewichtsreduktion bei TypIIb
    • Vermeidung von rasch resorbierbaren Kohlenhydraten (auch Alkohol)
  11. orale Antidiabetika
    • Sulfonylharnstoffe
    • Alpha-Glukosidase-Hemmer
    • Biguanide
  12. Sulfonylharnstoffe
    • Euglucon
    • setzt aus der Pankreas vermehrt Insulin frei
    • ->bei Erstmedikation evtl. Hypoglykämie
    • lange Wirkdauer (bis 36h)
    • ->Pat. muss lange beobachtet werden
  13. Alpha-Glukosidase-Hemmer
    • Glucobay
    • Zuckerbindungen werden bei der Verdauung nicht getrennt
    • Glukose kann nicht resorbiert werden
    • Stärke bleibt im Darm
    • Gärungs- und Fäulnisprozesse
    • Blähungen, Durchfall, Meteorismus, Flatulenz
  14. Biguanide
    • Metformin
    • verbessert Ansprechen der Insulinrezeptoren
    • Kontraindiziert bei Niereninsuffizienz
    • ->kann zu Lactatazidose führen -> Koma -> Tod
  15. Akutkomplikationen
    • Hypoglykämischer Schock (Hypoglykämie)
    • Diabetisches Koma: Hyperosmolares Koma, Ketoazidotisches Koma
  16. Hypoglykämie
    BZ <50mg/dl
  17. Hypoglykämie
    Ursachen
    • Überdosierung von Insulin oder Sulfonylharnstoffen
    • Nach Insulin oder Antidiabetikaeinnahme nichts Essen
    • Zu großer Spritz-Ess-Abstand
    • Alkoholgenuss
    • schwere körperliche Anstrengung
  18. Hypoglykämie
    Symptome
    • Symptome entwickeln sich oft innerhalb weniger Minuten
    • Heißhunger
    • Haut ist feucht, schweißig
    • blasse Gesichtsfarbe
    • Bewusstseinseintrübung
    • Bewusstlosigkeit

    Durch Medikation mit Beta-Blockern oder bei einer diabetischen Neuropathie können die Symptome verzögert auftreten.
  19. Symptome einer nächtlichen Hypoglykämie
    • Nachtschweiß
    • Schlafstörungen
    • Albträume
    • Morgenkopfschmerz
  20. Hyperosmolares Koma
    • BZ steigt über den Nierenschwellwert
    • Glukose und unverhältnismäßig viel Wasser wird über den Urin ausgeschieden
    • BZ steigt weiter auf Werte von 600-1000 mg/dl oder mehr
    • Klassische Komplikation bei Typ II
  21. Hyperosmolares Koma
    Behandlung
    • Flüssigkeit i.v.
    • etwas Insulin i.v.
  22. Ketoazidotisches Koma
    • Es fehlt Insulin oder es gibt keine Kohlenhydrataufnahme (0-Diät)
    • Energtiebedarf wird durch Fettabbau gedeckt
    • Beim Fettabbau entstehen Ketonkörper: Azetessigsäure, Beta-Hydroxy-Buttersäure, Azeton
    • Stoffwechselgesunde können Ketonkörper verstoffwechseln, Diabetiker benötigen dafür Glukose
    • Durch die Ketonkörper übersäuert das Blut -> Azidose
    • Körper versucht durch CO2 Abatmung gegenzusteuern -> Kussmaulatmung
    • BZ-Werte liegen bei 300-400mg/dl
  23. Ketoazidotisches Koma
    Behandlung
    • Glukose + Insulin i.v.
    • Bicarbonatgabe
  24. Diabetisches Koma
    allgemeine Symptome
    • Polyurie
    • Polydipsie
    • Schwäche
    • Übelkeit
    • Erbrechen
    • nach Stunden bis Tagen oder sogar Wochen zunehmende Bewusstseinseintrübung und schließlich Koma
  25. Spätkomplikationen
    • treten ca. 15-25 Jahre nach der Manifestation des Diabetes mellitus auf
    • bestimmen die Lebenserwartung und -qualität
    • 70-80% sterben daran
    • vermehrte Produktion von Collagen und Umwandlung von Glukose in Sorbit
    • Makro-Angiopathien -> Arteriosklerose
    • Mikro-Angiopathien -> betrifft Organe mit Kapillarnetzen
    • Herzkranzgefäße
    • Muskulatur
    • Retina - Retinopathie
    • Nieren - Nephropathie
    • Vasa vasorum - Angiopathie
    • Vasa nervorum - Neuropathie
  26. Polyneuropathie
    • Sensibilitätsstörungen
    • Schmerzen
    • Lähmungen
    • Missempfindungen (kribbelndes, kälte Gefühl)
    • Herzrhythmusstörungen
    • Blutdruckregulationsstörungen
    • Inkontinenz
    • Impotenz
  27. Diabetischer/Neuropathischer Fuß
    • Kombination aus Angiopathien, Neuropathien und erhöhter Infektanfälligkeit
    • Durch die Neuropathie begünstigte Druckstellen infizieren sich leicht mit Bakterien oder Pilzen
    • Wunden heilen aufgrund von Angiopathien schlecht
    • Rattenbissnekrosen
    • trockene und feuchte Gangrän

Card Set Information

Author:
quamzin
ID:
97649
Filename:
Diabetes mellitus
Updated:
2011-08-21 06:47:44
Tags:
altenpflege geriatrie diabetes
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